Nackensteife (Meningismus)
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
Sie sind hier: Startseite Krankheiten Nackensteife (Meningismus)
Die Nackensteife, auch Meningismus genannt, bezeichnet eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung oder Bewegungsunfähigkeit der Halswirbelsäule. Dies wird durch eine reflektorische Anspannung hervorgerufen, um wichtige Strukturen des Rückenmarks und des Gehirns zu schützen. Beim Auftreten der Nackensteife ist eine ärztliche Abklärung unbedingt erforderlich, da die Nackensteife ein Symptom (Krankheitszeichen) ist.
Inhaltsverzeichnis |
Was ist eine Nackensteife?
Nackensteife heißt, der Betroffene hat erhebliche Schmerzen bei Kopfbewegungen. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule ist stark eingeschränkt oder ganz aufgehoben. Der Patient ist nicht in der Lage, das Kinn Richtung Brust zu bewegen. Entscheidend ist dabei, dass sich das Kinn auch dann nicht auf die Brust führen lässt, wenn ein anderer den Kopf vorsichtig nach vorn beugt: Der Widerstand entsteht unwillkürlich und lässt sich nicht überwinden.
Dies ist das Hauptkriterium für Meningismus. Der medizinische Fachausdruck Meningismus wurde von Meningen abgeleitet. Meningen sind die Gehirnhäute. Eine Nackensteife ist jedoch von reinen Nackenschmerzen oder Schulterschmerzen zu unterscheiden. Verspannungen treten jedoch meist im Zusammenhang mit dem Meningismus auf.
Besonders wichtig ist die Abgrenzung zur gewöhnlichen Nackenverspannung, denn auch bei ihr fühlt sich der Nacken steif an. Eine Nackenverspannung baut sich allmählich auf, hängt von Haltung und Belastung ab, bessert sich auf Wärme und Bewegung und geht nicht mit Fieber einher; der Kopf lässt sich dabei zwar schmerzhaft, aber grundsätzlich nach vorn beugen. Eine Nackensteife im Sinne des Meningismus setzt dagegen plötzlich ein, blockiert die Kinn-Brust-Bewegung vollständig und wird von Fieber, heftigen Kopfschmerzen, Lichtscheu, Übelkeit oder Benommenheit begleitet. Diese Unterscheidung entscheidet darüber, ob abgewartet werden darf oder ob ein Notfall vorliegt.
Die Nackensteife ist selbst keine eigenständige Krankheit, sondern ein Krankheitszeichen. Die Behandlung richtet sich deshalb immer nach der Ursache, die dahintersteckt.
Ursachen
Auch eine Infektion durch einen Zeckenbiss kann zu Nackensteife führen. Besonders gefährlich sind Blutungen im Gehirn, die ebenfalls als erstes Krankheitszeichen eine Nackensteife aufweisen. Vereiterte Nasennebenhöhlenentzündungen oder vereiterte Mandelentzündungen können ebenfalls mit Nackensteife einhergehen.
Erkrankungen oder Verletzungen der Halswirbelsäule sind ebenfalls häufig mit einer schmerzhaften Nackensteife gekoppelt. Auch ein Migräneanfall kann die Ursache für die Nackensteife sein.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Bei einem Meningismus treten zunächst Beschwerden im Bereich des Nackens auf. Die Betroffenen klagen über eine Nackensteife, einhergehend mit sehr starken Schmerzen bei dem Versuch, den Kopf in Richtung des Brustkorbes zu bewegen. Aus diesem Grund nehmen die erkrankten Personen eine Schonhaltung an, die wiederum zu schmerzhaften Verspannungen der Nackenmuskulatur führt.
Darüber hinaus treten charakteristische Begleitsymptome auf, die jedoch nicht zwangsläufig bei jedem Patienten auftreten müssen. Diese Begleiterscheinungen heißen "meningeales Syndrom". Am häufigsten kommt es zu einer plötzlich auftretenden Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Des Weiteren sind äußerst starke, krampfartige Kopfschmerzen bei vielen Erkrankten zu beobachten.
Ist der Meningismus aufgrund einer Infektion, mit Meningokokken beispielsweise aufgetreten, tritt nicht selten hohes Fieber ein, welches stetig höher wird. Seltener treten Beschwerden wie Photophobie oder Phonophobie auf. Bei der Photophobie empfinden die Betroffenen jegliche Lichtquellen als unangenehm und schmerzhaft. Bei einigen Personen kann die Lichtempfindlichkeit Übelkeit und Erbrechen auslösen.
Das gefährlichste und zugleich am leichtesten zu übersehende Anzeichen sind punktförmige Hauteinblutungen, sogenannte Petechien. Sie sehen aus wie ein feiner roter oder bräunlicher Ausschlag, verschwinden aber nicht, wenn man ein Trinkglas fest daraufdrückt und durch das Glas hindurchschaut — ein gewöhnlicher Ausschlag blasst dabei ab. Petechien zusammen mit Fieber und Nackensteife sprechen für eine Blutvergiftung durch Meningokokken, die innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann. In diesem Fall ist sofort der Notruf 112 zu wählen und nicht abzuwarten, ob sich der Ausschlag ausbreitet.
Bei all diesen Anzeichen sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, da es sich um eine ernsthafte Erkrankung handelt.
Diagnose & Verlauf
Die Diagnose beim Auftreten der Nackensteife muss durch einen Arzt gestellt werden. Für den Arzt sind weitere Diagnosekriterien das Auftreten von Fieber, Sehstörungen und Lichtempfindlichkeit. Wichtige Hinweise erhält der Arzt bei der Befragung des Patienten und der ersten körperlichen Untersuchung.
Durch bestimmte Tests ist es dem Arzt möglich, festzustellen, welche Hirnhäute erkrankt oder gereizt sind. Weiterhin geben Blutuntersuchungen und Röntgenuntersuchungen dem Arzt erste Hinweise auf die Krankheitsursache. Bei Verdacht auf eine Erkrankung im Schädelinneren hat die Röntgenaufnahme heute allerdings ausgedient: An ihre Stelle sind die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie getreten, mit denen sich eine Blutung, eine Schwellung des Gehirns oder ein Abszess erkennen lassen. Vor allem in Kombination mit hohem Fieber ist für die Ärzte eine Liquorpunktion (Lumbalpunktion) eine wichtige Maßnahme, um eine Diagnose stellen zu können. Bestehen zugleich eine Bewusstseinstrübung, Krampfanfälle oder neurologische Ausfälle, wird vor der Punktion eine Computertomographie des Kopfes durchgeführt. Bei Verdacht auf eine bakterielle Hirnhautentzündung darf die Diagnostik die Behandlung jedoch nicht verzögern: Blutkulturen werden abgenommen und das Antibiotikum wird sofort gegeben, notfalls schon vor der Punktion.
Je nach der Ursache für die Nackensteife ergibt sich ein unterschiedlicher Verlauf. Meningismus, der durch Entzündungen der Gehirnhäute oder durch Blutungen hervorgerufen wird, kann sich zu einer lebensbedrohlichen Krankheit entwickeln und bedarf bis zur Stabilisierung des Patienten einer intensivmedizinischen Betreuung.
Der Verlauf gestaltet sich unter Umständen sehr dramatisch, da zusätzlich zur Nackensteife erhebliche Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit, Schwindel, Lichtempfindlichkeit und Bewusstseinsstörungen auftreten können. Diese können bis zur Bewusstlosigkeit führen.
Typisch für Meningismus ist, dass sich die reflektorischen Verspannungen im Koma lösen. Liegt die Ursache für die Nackensteife in einer Schädigung der Halswirbelsäule, so sind Kopfschmerzen, teilweise Sehstörungen sowie Missempfindungen und Kraftverlust in den Armen möglich.
Komplikationen
Die Nackensteife sollte keinesfalls mittels Gewalt zu überkommen versucht werden. So können im Falle einer Hirnblutung als Ursache weitere schwere Schäden durch weitere Einblutungen entstehen. Auch eine bakterielle Ursache als Auslöser des Meningismus kann durch ein "Zurechtrenken" des Kopfes nur verschlechtert werden, da eitriges Gewebe so weiter verteilt wird oder Zysten aufreißen können.
Da eine Nackensteife aus unterschiedlichen Anlässen auftritt, ist eine laienhafte Behandlung mit Hausmitteln nicht angeraten. So sind nicht selten Infektionen der Hirnhaut - die zumeist auf behandlungsbedürftige Krankheiten hindeuten - oder Hirnblutungen der Grund für die Versteifung. Zudem kann auch ein Schaden an der Wirbelsäule ursächlich sein.
Die Liste an Begleitsymptomen, die ursachenabhängig auftreten, ist lang. Betroffene können dabei lediglich bei Nackenverspannungen, die im Verlauf eines grippalen Infektes auftreten, durch Wärme, Kälte oder Massagen tätig werden. Im Zweifel ist aber dennoch immer ein ärztlicher Rat vorzuziehen.
Die eigentlichen Komplikationen ergeben sich aus der Grunderkrankung. Bei einer bakteriellen Hirnhautentzündung drohen eine Blutvergiftung, ein gefährlicher Anstieg des Hirndrucks, Krampfanfälle, eine Beteiligung des Gehirns selbst und als häufigster Dauerschaden eine Schwerhörigkeit bis zur Taubheit. Breitet sich eine Meningokokken-Infektion im Blut aus, kann es zum Kreislaufversagen mit Versagen der Nebennieren kommen, das innerhalb von Stunden tödlich verläuft. Liegt der Nackensteife eine Hirnblutung zugrunde, sind erneute Einblutungen, eine Schwellung des Gehirns und ein Gefäßkrampf mit nachfolgendem Schlaganfall zu befürchten. Bei allen diesen Verläufen entscheidet die Schnelligkeit der Behandlung über den Ausgang, weshalb bei plötzlicher Nackensteife mit Fieber, Bewusstseinstrübung oder heftigstem Kopfschmerz der Notruf 112 zu wählen ist.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Zuerst ist die Notfallfrage zu klären. Sofort den Notruf 112 wählen sollte man, wenn eine Nackensteife plötzlich auftritt und dabei mindestens eines der folgenden Zeichen hinzukommt: Fieber, heftige Kopfschmerzen, Lichtscheu, wiederholtes Erbrechen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Bewusstlosigkeit, ein Krampfanfall oder punktförmige Hauteinblutungen, die sich mit einem aufgedrückten Glas nicht wegdrücken lassen. Ebenfalls ein Fall für die 112 ist ein schlagartig einsetzender, noch nie in dieser Stärke erlebter Kopfschmerz, der oft als Vernichtungskopfschmerz beschrieben wird und zusammen mit einer Nackensteife auf eine Blutung unter den Hirnhäuten (Subarachnoidalblutung) hindeutet. Auch eine Nackensteife bei einem Säugling oder Kleinkind, das zugleich fiebert, sich nicht beruhigen lässt, apathisch wirkt oder eine vorgewölbte Fontanelle hat, ist ein Notfall. In all diesen Fällen darf nicht abgewartet werden, ob sich die Beschwerden von selbst bessern.
Lassen sich diese Warnzeichen sicher ausschließen und kann das Kinn — wenn auch schmerzhaft — noch auf die Brust geführt werden, handelt es sich in aller Regel nicht um einen Meningismus, sondern um eine Nackenverspannung; dann muss nicht in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. Häufig tritt eine solche Verspannung aufgrund einer fehlerhaften Körperhaltung, einer einseitigen Belastung sowie einem Bewegungsmangel auf. Durch leichte ausgleichende Bewegungen und eine Wärmezufuhr der betroffenen Stelle kann eine deutliche Linderung der Beschwerden oder eine Beschwerdefreiheit ohne eine medizinische Versorgung erreicht werden. Werden eigenverantwortliche sportliche Aktivitäten durchgeführt, die keine Überanstrengung auslösen und bei denen die Muskeln im Nacken schonend aufgelockert werden, wird häufig eine Verbesserung des Gesundheitszustandes erzielt. Oftmals kann durch eine selbst initiierte Massage die Beweglichkeit der Schultern, des Halses sowie des Nackens verbessert werden.
Halten trotz aller Bemühungen die Beschwerden unvermindert an oder nehmen sie an Intensität zu, sollte ein Arztbesuch erfolgen. Bei Kopfschmerzen, einer Verformung des Skeletts, einer anhaltenden Schonhaltung des Körpers oder einer dauerhaften schiefen Körperhaltung durch den Betroffenen, ist ein Arzt aufzusuchen.
Kommt es zu Beschwerden beim Kauen, einer Atemknappheit oder Veränderungen des Hautbildes, ist ein Arzt zu konsultieren. Ärztliche Hilfe sollte in Anspruch genommen werden, sobald sich die eingetretenen Beschwerden ausbreiten oder die täglichen Anforderungen aufgrund der Beeinträchtigungen nicht mehr erfüllt werden können. Eine wiederholte Übelkeit und wiederkehrendes Erbrechen sind weitere Anzeichen, die ärztlich abzuklären sind.
Behandlung & Therapie
Die Behandlung des Meningismus ist abhängig von der Ursache. Meningismus, dessen Ursache eine entzündliche Erkrankung der Hirnhäute ist, wird mit Antibiotika und oftmals auch mit antiviralen Medikamenten behandelt. Hier ist häufig eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich, da während dieser Erkrankung erhebliche Komplikationen z.B. Epilepsie auftreten können. Bei einer bakteriellen Hirnhautentzündung wird das Antibiotikum heute mit dem Kortisonpräparat Dexamethason kombiniert, das unmittelbar vor oder mit der ersten Antibiotikagabe verabreicht wird; dadurch lassen sich Todesfälle und bleibende Hörschäden verringern. Antivirale Medikamente sind dagegen nicht der Regelfall: Sie werden vor allem bei einer Beteiligung des Gehirns durch Herpesviren eingesetzt, während die häufigen viralen Hirnhautentzündungen nur mit schmerz- und fiebersenkenden Mitteln behandelt werden.
Bei einer Meningokokken-Erkrankung erhalten enge Kontaktpersonen aus dem Haushalt, Kindergarten oder Freundeskreis vorbeugend ein Antibiotikum. Die Erkrankung ist zudem meldepflichtig, sodass das Gesundheitsamt das Umfeld ermittelt.
Wird die Nackensteife durch eine Blutung im Gehirn verursacht, so muss zwingend abgeklärt werden, wo genau die Blutung im Gehirn ist. Hier ist sehr schnelles Handeln der Neurochirurgen erforderlich, da die Blutung zu Schäden am Gehirn führen kann, die nicht mehr reversibel sind. Weiterhin kann eine Blutung im Gehirn innerhalb schnellster Zeit zu Atemproblemen und zum Tod des Patienten führen.
Besonders bei bakteriellen Infekten wie einer eitrigen Angina verbessern sich die Symptome unter der Gabe von Antibiotika recht schnell, und die Nackensteife verschwindet.
Nackensteife, die durch Erkrankungen an der Halswirbelsäule auftritt, bedarf einer Abklärung, welche Strukturen der Halswirbelsäule geschädigt sind. Je nach Ergebnis dieser Untersuchung erfolgt dann eine gezielte Therapie in Form von Medikamenten und Krankengymnastik. Bei schweren Bandscheibenvorfällen, die ebenfalls mit Nackensteife einhergehen können, ist oftmals eine Operation erforderlich.
Aussicht & Prognose
Meningismus ist durch eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung verursacht. Die Prognose hängt deshalb vor allem davon ab, was die Krankheit verursacht und wie schnell die Betroffenen fachgerecht behandelt werden. Besonders wenn die Erkrankung bakterieller Herkunft ist, muss rasch mit Antibiotika behandelt werden. Denn unbehandelt endet es sonst fast immer tödlich. Bei einer rechtzeitigen Behandlung ist jedoch die Aussicht gut, dass die Patienten wieder ganz gesund werden. Auch dann bleiben allerdings nach einer bakteriellen Hirnhautentzündung bei einem erheblichen Teil der Betroffenen Folgen zurück — am häufigsten eine Schwerhörigkeit, seltener Konzentrations- und Gedächtnisstörungen oder Krampfanfälle. Von einem folgenlosen Ausheilen kann man deshalb bei der bakteriellen Form nicht ausgehen.
Wie hoch allerdings die Chancen auf eine vollständige Genesung sind, ist vom Erregertyp sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen abhängig. Dementsprechend ist eine Prognose manchmal für Senioren und für Säuglinge ungünstiger. Ihr Immunsystem ist meist nicht so leistungsfähig wie bei gesunden Erwachsenen. Eine durch Viren verursachte Erkrankung ist deutlich weniger lebensbedrohlich.
Trotzdem hängt auch hier die Prognose von dem jeweiligen Virus sowie dem körperlichen Allgemeinzustand ab. Insbesondere die ersten Tage sind kritisch. Hat der Erkrankte diese aber gut überstanden, ist die Heilungschance meist gut. Eine virale Hirnhautentzündung heilt dann im Regelfall innerhalb mehrerer Wochen ohne bleibende Folgeschäden aus.
In seltenen Fällen kann die Erkrankung anhaltende neurologische Schäden mit sich bringen. Dies können Lähmungserscheinungen, Gehörschäden oder Beeinträchtigungen von Psyche oder Verhalten sein. Komplikationen sowie Langzeitschäden treten meistens dann auf, wenn die Erkrankung zudem auf das Gehirn überspringt.
Vorbeugung
Dem Meningismus selbst lässt sich nicht unmittelbar vorbeugen, wohl aber einem Teil seiner Ursachen. Durch bestimmte Impfungen lässt sich das Risiko herabsetzen, nach einem Zeckenbiss zu erkranken bzw. an Gehirnhautentzündungen.
Gegen die gefährlichsten bakteriellen Erreger stehen Impfstoffe zur Verfügung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen Säuglingen eine Impfung gegen Meningokokken der Gruppe B sowie gegen Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ b; die Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C wird ab dem zweiten Lebensjahr empfohlen. Reisenden in Länder mit hohem Erkrankungsrisiko, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und bestimmten Berufsgruppen wird zusätzlich eine Impfung gegen die Meningokokken-Gruppen A, C, W und Y angeraten; eine allgemeine Empfehlung für Jugendliche besteht in Deutschland dafür nicht. Gegen die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis schützt die FSME-Impfung, die in den ausgewiesenen Risikogebieten empfohlen wird; gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Borreliose gibt es dagegen keine Impfung.
Halswirbelsäulenschäden lassen sich vermeiden durch abwechslungsreiche Tätigkeiten, Gymnastik und viel Bewegung. Um den Gefäßveränderungen im Gehirn vorzubeugen, die unter Umständen zu einer lebensgefährlichen Blutung im Gehirn führen können, ist es wichtig, dass fettreiches Essen, Nikotin und Übergewicht gemieden werden. Weiterhin ist darauf zu achten, dass der Blutdruck nicht erhöht ist.
Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ist es sehr selten möglich, Veränderungen an den Gefäßen zu erkennen, so dass in Einzelfällen durch die frühzeitige Behandlung ein Meningismus vermieden werden kann.
Nachsorge
Ob eine Nachsorge notwendig wird und wie umfangreich sie ausfällt, hängt von der Ursache ab. Nach einer viralen Hirnhautentzündung sind meist keine besonderen Nachkontrollen nötig. Nach einer bakteriellen Hirnhautentzündung ist eine Nachsorge dagegen fester Bestandteil der Behandlung, weil bei einem erheblichen Teil der Betroffenen Folgen zurückbleiben. Dazu gehört vor allem eine Hörprüfung, weil das Innenohr geschädigt sein kann und eine Schwerhörigkeit sonst zu spät bemerkt wird. Bei Kindern werden darüber hinaus die Hör-, Sprach- und die allgemeine Entwicklung über einen längeren Zeitraum beobachtet. Ein Rückfall ist selten, aber möglich — etwa bei einer nach einem Schädelbruch verbliebenen Verbindung zwischen Nasennebenhöhlen und Hirnhäuten oder bei einer angeborenen Abwehrschwäche; treten wiederholt Hirnhautentzündungen auf, wird gezielt nach einer solchen Ursache gesucht. Um ein Wiederauftreten der Nackensteife zu verhindern, sind nur wenige Maßnahmen geeignet.
Im Rahmen der Nachsorge kann ein Arzt das Risiko einer erneuten Erkrankung durch bestimmte Impfungen reduzieren. Andere Formen der Prävention fallen hingegen in den Verantwortungsbereich des Patienten. So gilt ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und ohne Suchtmittelkonsum als beste Art der vorbeugenden Nachsorge.
Andere Ziele verfolgt die Nachsorge, wenn Folgeschäden aus der Erstbehandlung zurückbleiben. Dann geht es darum, den Lebensalltag zu unterstützen und Nachteile zu minimieren. Auch sollen keine neuen Komplikationen auftreten. Umfang und Art der Nachsorge richten sich nach den individuellen Beschwerden.
So können bei Gehörschäden Hilfsmittel verordnet werden. Verhaltensauffälligkeiten lassen sich im Rahmen einer Psychotherapie behandeln. Neurologische Schädigung und Lähmungen können sogar zu einer lebenslangen Hilfsbedürftigkeit führen. Die meisten Patienten mit dauerhaften Beeinträchtigungen werden darüber hinaus auch medikamentös behandelt.
Das können Sie selbst tun
Die folgenden Hinweise gelten erst, wenn ein Arzt eine gefährliche Ursache ausgeschlossen hat. Solange eine Nackensteife mit Fieber, starken Kopfschmerzen, Lichtscheu, Erbrechen, Benommenheit oder Hauteinblutungen einhergeht, ist sie kein Fall für die Selbstbehandlung, sondern für den Notruf 112. Ist die Ursache dagegen geklärt und harmlos, kann zur Linderung der Beschwerden und Vermeidung von Gefahren durch eigenes Verhalten beigetragen werden. Dabei ist auch darauf zu achten, dass ein natürliches Zurechtrenken des Kopfes aufgrund der Erkrankung gefährlich sein kann und daher unterbleiben muss. Dies gilt ebenso für intensive sportliche Aktivitäten, insbesondere gymnastische Übungen.
Hilfreich ist eine eher verhaltene Reaktion auf schmerzhafte Nackenverspannungen mit Wärme oder Kälte sowie leichter Massage. Vorteilhaft ist auch eine Arbeitsplatzgestaltung nach ergonomischen Gesichtspunkten. Dabei sollte die passende Wahl von Stuhl und Tisch bei der Verrichtung von Bürotätigkeit im Vordergrund stehen. Regelmäßige Pausen mit etwas Bewegung dienen dazu, bestehende Beschwerden nicht durch länger dauernde, unveränderte Sitzhaltungen zu verstärken. Für Autofahrten sollte unbedingt beachtet werden, dass ein plötzliches Aufprallen von Kopf und Nacken auf die angebrachte Nackenstütze schmerzhaft und gefährlich sein könnte. Eine richtig eingestellte, gut gepolsterte Nackenstütze ist daher empfehlenswert.
Unnötige Belastungen im Alltag für den Nacken- und Wirbelsäulenbereich sollten vermieden werden. Dazu zählt auch eine falsche Körperhaltung, Stress und Zugluft. Mit der Auswahl der passenden Matratze und des Kissens kann eine möglichst beschwerdefreie Nachtruhe gefördert werden. Falls die Nackensteife durch einen chronisch auftretenden Schmerz begleitet wird, ist eine geduldige Einstellung gefragt. Entspannungstechniken können dazu beitragen, psychisch besser mit der Erkrankung umgehen zu können.
Quellen
- Masuhr, K. F., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie.
ISBN: 9783132410961
- Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
ISBN: 9783662606742
- Hufschmidt, A., Rauer, S., Glocker, F. X. (Hrsg.): Neurologie compact.
ISBN: 9783132430358
- Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
ISBN: 9783662613849
- Füeßl, H. S., Middeke, M.: Anamnese und klinische Untersuchung.
ISBN: 9783132443099
