Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, auch Kranio-Maxillo-Faziale Chirurgie oder kurz MKG genannt, hat zum Ziel, Verletzungen, Fehlbildungen und Krankheiten im Gesichts- und Mundbereich, meist mittels operativer Eingriffe, zu heilen.
Dies reicht von kleinen kieferchirurgischen Prozeduren, die ambulant vorgenommen werden können, über die Schließung von Gaumenspalten, bis zu großen, hochinvasiven Eingriffen, beispielsweise zur Rekonstruktion von Gesichts- und Kieferknochen nach schweren Unfällen. Auch im Gesichtsbereich vorzunehmende Eingriffe der plastischen Chirurgie, allgemein "Schönheitsoperationen" genannt, fallen in diesen Bereich.
Was ist die Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie?
Der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg muss sowohl in Zahn- als auch in Humanmedizin approbiert sein und eine mehrjährige Weiterbildung zum "Facharzt für MKG-Chirurgie" durchlaufen. Dies ermöglicht ihm, komplizierte Operationen im Gesichtsbereich, die unter Umständen auch die Zähne und Kiefer des Patienten einschließen, vornehmen zu können. Der Facharztweiterbildung geht damit ein doppeltes Studium voraus; die Weiterbildung selbst dauert in Deutschland mindestens fünf Jahre. Von der Oralchirurgie, einer Weiterbildung innerhalb der Zahnmedizin, unterscheidet sich die MKG-Chirurgie durch die zusätzlich erforderliche humanmedizinische Approbation und den größeren Umfang der Eingriffe.
Ein angehender MKG-Chirurg muss umfangreiche Erfahrungen im Operationssaal nachweisen können. Zudem hebt er sich durch seine ausgeweitete Zusammenarbeit mit Kollegen benachbarter Fachgebiete hervor. Dies ist aufgrund der Nähe zu Organen wie den Augen (Augenarzt), Nase, Hals und Rachen (HNO), Gehirn (Neurochirurgie, Neurologie) usw. notwendig, deren Behandlung umfassende Beratung mit den jeweiligen Fachärzten erfordert.
Gerade im Gesichts- und Mundbereich sind viele Krankheitsbilder und Verletzungen äußerst komplex und verlangen daher eine besonders umfassende Herangehensweise der behandelnden Ärzte. Auch bei Eingriffen am Schädel, die nicht direkt im Gesichtsbereich stattfinden, zum Beispiel zur Behandlung eines Kahnschädels oder nach Unfällen, gehört meist ein MKG-Chirurg zum Operationsteam.
Funktion, Wirkung & Ziele
Auch die Anamnese, das eingehende Gespräch mit dem Patienten bezüglich seiner Beschwerden, wird von MKG-Chirurgen übernommen. Es kann zu Fehleinschätzungen von Patienten kommen, die ausstrahlende Schmerzen falsch zuordnen, zum Beispiel Kiefer- als Ohrenschmerzen wahrnehmen. Erfahrene MKG-Chirurgen können häufig eine zutreffende Diagnose stellen, da sie mit den komplexen Wechselwirkungen von Symptomen und Beschwerden im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich vertraut sind.
Die Kranio-Maxillo-Faziale Chirurgie soll besonders der Herstellung der normalen Funktionen des Mundes und des Rachens, wie zum Beispiel des Schluckens, des Sprechens und des Kauens, dienen. Beeinträchtigungen in diesen Bereichen können sowohl durch eigenständige Krankheitsbilder entstehen, als auch Folgen ganz anderer Operationen sein, beispielsweise einer Tumorentfernung. Auch die ästhetische Rekonstruktion steht im Mittelpunkt. Sie soll Patienten bei schweren Syndromen, Krankheiten oder nach Unfällen ein weitestgehend normales Alltagsleben ermöglichen. Besonders im Gesichts- und Mundbereich lassen sich Fehlbildungen kaum kaschieren und führen zu einer enormen psychischen Belastung der Betroffenen.
Daher sind auch Eingriffe zur Behebung von Fehlbildungen im Gesichtsraum, die keinerlei funktionelle Beeinträchtigung des Organismus darstellen, dem psychischen Wohle der Patienten zuträglich. Häufige Eingriffe betreffen Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, die bei Neugeborenen eine der Fehlbildungen mit der größten Prävalenz darstellen. Die Operationen und Behandlungen schließen Eingriffe an Knochen, Gelenken sowie an Weichteilen ein, beispielsweise dem hinteren weichen Gaumen, den Speicheldrüsen und inneren Wangen. Darüber hinaus können MKG-Chirurgen auch rein zahnmedizinische Eingriffe wie die Entfernung von Weisheitszähnen oder den Einsatz von Zahnimplantaten übernehmen.
Auch Beschwerden, deren Behandlung in die Gebiete der Schlafmedizin fällt oder entzündliche Prozesse können einen Patienten zum Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen führen, obwohl dies nicht dem intuitiven Verständnis medizinischer Laien entspricht. Häufig werden hierzu Allgemeinmediziner oder Zahnärzte konsultiert. Je nach Fall kann ein MKG-Chirurg jedoch eine sichere und schnellere Diagnose stellen und abwägen, inwiefern ein operativer Eingriff vonnöten ist. Kieferfehlstellungen, Fehlbildungen der Nase und im Gaumenbereich können die Ursache für Schlafstörungen sein und vom MKG-Chirurgen beseitigt werden.
Entzündliche Prozesse, die sich zu Abszessen entwickeln können, sind gerade im Mund- und Gesichtsbereich mögliche Folgen von Infekten der Schleimhäute. Auch hier kann die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie eine umfassende Diagnose vornehmen und entscheiden, ob eine konservative, das heißt nicht operative Therapie ausreicht, oder entzündliches Gewebe operativ entfernt werden muss.
Vorbereitung & Ablauf eines Eingriffs
Am Anfang jeder Behandlung steht die Befunderhebung. Neben der Untersuchung des Gesichts, der Mundhöhle und der Kiefergelenke gehören dazu meist bildgebende Verfahren. Für die Beurteilung der Zähne und des Kieferknochens dient die Panoramaschichtaufnahme, eine Röntgenaufnahme, die beide Kiefer in einem Bild abbildet. Für räumlich schwierige Fragestellungen kommen die digitale Volumentomographie oder die Computertomographie hinzu, bei Weichteil- und Tumorfragen auch die Magnetresonanztomographie. Vor Operationen an den Kiefern werden häufig Abformungen der Zahnreihen genommen; an den daraus gewonnenen Modellen oder an digitalen Datensätzen lässt sich der geplante Eingriff im Voraus durchspielen und, wenn nötig, eine Führungsschiene für den Operationssaal anfertigen.
Kleinere Eingriffe wie die Entfernung eines verlagerten Zahnes, das Ausräumen einer Zyste oder das Eröffnen eines kleinen Abszesses lassen sich ambulant in Lokalanästhesie durchführen. Der Patient bleibt dabei wach, die Umgebung des Operationsgebietes wird durch eine Spritze betäubt. Ausgedehntere Operationen, Eingriffe bei Kindern und alle Eingriffe, bei denen mit einer längeren Operationszeit oder mit einer Schwellung im Rachenraum zu rechnen ist, erfolgen in Vollnarkose und meist stationär. Vor einer Narkose klären Anästhesistin oder Anästhesist Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme und frühere Narkosen ab; blutverdünnende Mittel und Präparate gegen Knochenschwund sind dabei besonders wichtig, weil sie Blutung und Knochenheilung beeinflussen können.
Im Mund wird nach Möglichkeit von innen operiert, damit im Gesicht keine sichtbare Narbe entsteht. Der Zugang verläuft dann über einen Schnitt in der Schleimhaut, das Zahnfleisch wird vom Knochen abgelöst und nach dem Eingriff wieder vernäht. Muss von außen zugegangen werden, etwa bei Brüchen des Kiefers oder bei Eingriffen an den Speicheldrüsen, legen Chirurginnen und Chirurgen den Schnitt bevorzugt in Hautfalten, an den Haaransatz oder in den Bereich hinter dem Ohr, wo eine Narbe später wenig auffällt. Nach der Operation folgt bei stationären Patienten eine Überwachungsphase; bei Eingriffen in der Nähe der Atemwege achtet das Personal besonders auf Schwellung und Atmung.
Typische Eingriffe der MKG-Chirurgie
Das Fach deckt ein ungewöhnlich breites Feld ab. Ein großer Teil der täglichen Arbeit besteht aus der Zahn- und Kieferchirurgie: die Entfernung verlagerter Weisheitszähne, die Behandlung von Zysten im Kieferknochen, die Wurzelspitzenresektion an einem entzündeten Zahn und das Setzen von Zahnimplantaten. Reicht der Knochen für ein Implantat nicht aus, kann er zuvor aufgebaut werden, etwa durch Anlagerung körpereigenen Knochens oder durch Anheben des Kieferhöhlenbodens.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Behandlung von Fehlstellungen der Kiefer. Wenn Ober- und Unterkiefer so weit auseinanderpassen, dass der Biss weder durch eine Zahnspange noch durch Schleifen der Zähne in Ordnung zu bringen ist, kann eine Umstellungsosteotomie erwogen werden: Der Kieferknochen wird durchtrennt, in die geplante Lage gebracht und dort mit Platten und Schrauben fixiert. Solche Eingriffe werden gemeinsam mit der Kieferorthopädie geplant, die die Zähne vor und nach der Operation über einen längeren Zeitraum ausrichtet.
Dazu kommt die Unfallchirurgie des Gesichts. Brüche des Unterkiefers, des Jochbeins, der Nase, des Augenhöhlenbodens und des Mittelgesichts gehören zu den häufigen Verletzungen nach Stürzen, Sport- und Verkehrsunfällen. Ziel der Versorgung ist es, die Bruchstücke so zu ordnen, dass Zahnreihen wieder aufeinanderpassen, Augenbewegung und Sehen nicht gestört bleiben und die Gesichtsform erhalten wird. In der Tumorchirurgie entfernen MKG-Chirurgen bösartige Geschwülste der Mundhöhle, der Zunge, der Lippen, der Kiefer und der Speicheldrüsen und ersetzen den entstandenen Gewebeverlust häufig durch körpereigenes Gewebe, das mitsamt seinen Gefäßen aus einer anderen Körperregion verpflanzt und unter dem Mikroskop an Gefäße des Halses angeschlossen wird. Weitere Felder sind die Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten über die gesamte Wachstumszeit hinweg, Eingriffe am Kiefergelenk, die Entfernung von Speichelsteinen sowie die Versorgung ausgedehnter Entzündungen im Mund- und Halsbereich.
Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren
Auch ein mögliches Anschwellen von OP-Wunden kann im Rachenbereich lebensgefährliche Formen annehmen, wenn die Schwellung so weit geht, dass die Atemwege blockiert werden. Der Mund- und Rachenbereich ist für Erreger zudem eine mögliche Eintrittsstelle in den Organismus, was Entzündungen weiteren Vorschub leistet. Eine genaue Überwachung der Patienten nach Operationen der Kranio-Maxillo-Fazialen Chirurgie ist notwendig, nach ausgedehnten Operationen folgen einige Tage Aufenthalt auf der Intensivstation. Bei Komplikationen muss eventuell erneut operiert werden.
Neben diesen allgemeinen Gefahren gibt es Risiken, die sich aus dem Operationsgebiet selbst ergeben. Durch den Unterkiefer verläuft ein Nerv, der Gefühl an Unterlippe und Kinn vermittelt; dicht an den unteren Weisheitszähnen liegt außerdem der Nerv für Gefühl und Geschmack der Zunge. Werden sie gedehnt, gequetscht oder verletzt, kann ein Taubheitsgefühl zurückbleiben, das sich oft, aber nicht immer zurückbildet. Bei Eingriffen an der Ohrspeicheldrüse und am Kiefergelenk besteht das Risiko einer Schädigung des Gesichtsnervs mit Lähmung der mimischen Muskulatur. Operationen im Oberkiefer können die Kieferhöhle eröffnen, sodass eine Verbindung zwischen Mund und Nasennebenhöhle entsteht, die verschlossen werden muss.
Häufig sind außerdem eine ausgeprägte Schwellung der Wange, Blutergüsse und eine vorübergehend eingeschränkte Mundöffnung, weil die Kaumuskulatur auf den Eingriff reagiert. Wundheilungsstörungen im Mund sind begünstigt, weil das Operationsgebiet nicht keimfrei zu halten ist und ständig durch Sprechen, Schlucken und Kauen bewegt wird. Ein besonderes Problem ist die Kiefernekrose, ein Absterben von Kieferknochen. Sie tritt bevorzugt bei Menschen auf, die knochenabbauhemmende Medikamente erhalten, wie sie bei Osteoporose und bei Knochenmetastasen eingesetzt werden, sowie nach einer Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich. Vor solchen Behandlungen wird deshalb häufig eine zahnärztliche Sanierung veranlasst, und Eingriffe am Kieferknochen werden danach nur nach sorgfältiger Abwägung vorgenommen. Bei Umstellungsoperationen der Kiefer kann sich die erreichte Bisslage im Verlauf wieder verändern, sodass eine Nachbehandlung nötig wird.
Die Arbeit von MKG-Chirurgen muss stets im Austausch mit Kollegen angrenzender Fachgebiete stehen. Dies erfordert ein hohes Maß an professionellem Umgang miteinander. MKG-Chirurgen müssen fachliche Meinungen von Kollegen anderer medizinischer Gebiete stets in besonderem Maße in ihre Überlegungen mit einbeziehen, was den Patienten im Allgemeinen absichert, jedoch auch Konfliktpotenzial im Falle unterschiedlicher Meinungen in sich birgt. Dies ist in anderen medizinischen Bereichen genauso, die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie verstärkt diese Problematik jedoch durch ihre besondere Komplexität.
Nachsorge & Heilungsverlauf
Wie aufwendig die Nachbehandlung ausfällt, hängt stark vom Eingriff ab. Nach kleineren Operationen im Mund steht die Kühlung von außen im Vordergrund, dazu weiche, nicht zu heiße Kost und der Verzicht auf Nikotin und Alkohol, die die Wundheilung stören. Nicht selbstauflösende Fäden werden nach Abschluss der ersten Heilungsphase in der Praxis entfernt. Die Mundhygiene wird fortgesetzt, das Wundgebiet dabei zunächst ausgespart und stattdessen mit einer vom Behandler verordneten Spüllösung gepflegt.
Nach Eingriffen an den Kiefern folgt häufig eine Phase, in der die Kiefer durch Gummizüge geführt werden und nur weiche oder passierte Kost möglich ist. Bleibt die Mundöffnung eingeschränkt, kann Physiotherapie verordnet werden. Kinder mit einer Spaltbildung werden über Jahre begleitet, weil Sprachentwicklung, Gehör, Zahndurchbruch und Kieferwachstum zusammenspielen; hier arbeiten MKG-Chirurgie, Kieferorthopädie, Logopädie und HNO-Heilkunde zusammen. Nach der Entfernung bösartiger Tumoren schließt sich eine strukturierte Nachsorge mit regelmäßigen Untersuchungen und Bildkontrollen an, weil ein Rückfall früh erkannt werden soll. Metallplatten und Schrauben, mit denen Knochen fixiert wurden, verbleiben teilweise dauerhaft im Körper, teilweise werden sie nach Ausheilung des Knochens in einem zweiten, kleineren Eingriff entfernt.
Abgrenzung zu benachbarten Fachgebieten
Für Laien ist häufig unklar, wer bei Beschwerden im Gesichtsbereich zuständig ist. Die Zahnärztin oder der Zahnarzt behandelt Zähne, Zahnfleisch und Zahnhalteapparat und überweist, wenn ein Eingriff über das eigene Fachgebiet hinausgeht. Die Oralchirurgie ist eine Weiterbildung innerhalb der Zahnmedizin und deckt anspruchsvollere Eingriffe an Zähnen und Kieferknochen ab, jedoch ohne die humanmedizinische Ausbildung, die für ausgedehnte Operationen im Gesicht und für die Tumorchirurgie erforderlich ist.
Zur Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde bestehen zahlreiche Berührungspunkte, etwa bei Nasennebenhöhlen, Speicheldrüsen und Tumoren des Rachens; welches Fach führt, hängt vom Sitz der Erkrankung ab und wird bei Krebserkrankungen in gemeinsamen Fallbesprechungen festgelegt. Die Augenheilkunde ist bei Brüchen der Augenhöhle beteiligt, die Neurochirurgie bei Verletzungen, die bis an die Schädelbasis reichen. Die plastische Chirurgie überschneidet sich mit der MKG-Chirurgie im Gesichtsbereich; entscheidend ist dort weniger die Fachbezeichnung als die nachgewiesene Erfahrung mit dem jeweiligen Eingriff. Bei Fehlstellungen der Kiefer arbeiten Kieferorthopädie und MKG-Chirurgie von Anfang an gemeinsam: Die Zahnstellung wird kieferorthopädisch vorbereitet, die Lage der Kiefer chirurgisch verändert und die Feinabstimmung anschließend wieder kieferorthopädisch vorgenommen.
Kosten & Kostenübernahme
Eingriffe der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Das ist bei Unfallfolgen, Entzündungen, Zysten, Tumoren und angeborenen Fehlbildungen regelmäßig der Fall. Auch Operationen an fehlgestellten Kiefern werden übernommen, wenn die Fehlstellung Funktionen wie Kauen, Sprechen oder die Nasenatmung beeinträchtigt; hierfür ist in der Regel ein Behandlungsplan erforderlich, den die Kasse vor Behandlungsbeginn prüft.
Anders liegt der Fall bei Eingriffen, die allein dem Aussehen dienen. Sie werden als Leistung auf eigene Rechnung erbracht, und die Kosten einer Behandlung von Komplikationen können unter Umständen ebenfalls beim Patienten liegen. Auch bei grundsätzlich erstattungsfähigen Behandlungen gibt es Zusatzleistungen, die privat zu zahlen sind, etwa bestimmte Implantatversorgungen oder aufwendige Knochenaufbauten. Da die Regelungen sich unterscheiden und im Einzelfall Ermessensspielräume bestehen, empfiehlt sich vor größeren Eingriffen ein schriftlicher Heil- und Kostenplan sowie eine Rückfrage bei der Krankenkasse.
Quellen
- Hausamen, J.-E., Machtens, E., Reuther, J. F., et al. (Hrsg.): Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.
ISBN: 9783642178009
- Schwenzer, N., Bacher, M. (Hrsg.): Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie.
ISBN: 9783135935041
- Schwenzer, N., Ehrenfeld, M., Eckelt, U. (Hrsg.): Zahnärztliche Chirurgie.
ISBN: 9783132430327
- Gernet, W., Biffar, R., Schwenzer, N., et al. (Hrsg.): Zahnärztliche Prothetik.
ISBN: 9783132415188
- Kahl-Nieke, B.: Einführung in die Kieferorthopädie.
ISBN: 9783769136319
