Mycophenolat

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 17. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Mycophenolat ist ein Wirkstoff, welcher die Wirkung des Immunsystems abschwächt. Er wird daher hauptsächlich zur Unterdrückung der Abstoßungsreaktionen bei Organtransplantationen eingesetzt. Allerdings muss bei seinem Einsatz mit vielen Nebenwirkungen gerechnet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Mycophenolat?

Mycophenolat
Mycophenolat wird hauptsächlich zur Unterdrückung der Abstoßungsreaktionen bei Organtransplantationen eingesetzt.

Mycophenolat ist ein Immunsuppressivum, welches oft zusammen mit anderen Medikamenten wie Ciclosporin oder Kortikoiden bei Organtransplantationen angewendet wird. Es stellt eine kompliziert aufgebaute chemische Verbindung dar, welche in den Nukleinsäurestoffwechsel eingreift.

Als Mycophenolat-Mofetil wurde das Medikament vom amerikanischen Pharmaunternehmen Syntex entwickelt. In den USA wurde es unter dem Namen CellCept® im Jahre 1995 auf den Markt gebracht. Es war eines der ersten Medikamente, die in Europa durch ein zentrales Zulassungsverfahren für 15 Länder zugelassen wurden. Als chemische Verbindung liegt es als fast weißes kristallines Pulver vor. Es ist unlöslich in Wasser. Allerdings löst es sich ein wenig in absolutem Alkohol. Der Schmelzpunkt des Wirkstoffs liegt bei 93 bis 94 Grad Celsius.

Mycophenolat-Mofetil ist ein sogenanntes Prodrug. Es wird im Organismus in die wirksame Substanz Mycophenolsäure umgewandelt. Im Handel ist dieser Wirkstoff auch als Natriumsalz unter dem Handelsnamen Myfortic® erhältlich. In dieser Form stellt das Medikament einen wasserlöslichen Wirkstoff dar, der im Unterschied zum Mofetilester nicht erst umgewandelt werden muss: Er setzt die Mycophenolsäure unmittelbar frei und wird in Tabletten mit magensaftresistentem Überzug verabreicht.

Pharmakologische Wirkung

Mycophenolsäure (MPA) ist ein Wirkstoff, welcher das Enzym Inosinmonophosphat-Dehydrogenase (IMPDH) hemmt. Inosinmonophosphat-Dehydrogenase ist für die Synthese von Guanosin verantwortlich. Guanosin ist wiederum ein Grundbaustein der Nukleinsäuren DNA und RNA. Es enthält die wichtige Purinbase Guanin.

Durch die Hemmung von IMPDH wird auch Guanosin nicht mehr synthetisiert. Dabei werden auch alle Vorgänge, die von der Nukleinsäurebildung abhängig sind, unterdrückt. Die Hemmung des Enzyms ist jedoch selektiv und reversibel. Es werden also kaum andere Enzyme gehemmt und nach Absetzen des Medikaments findet sofort wieder die Synthese von Guanosin statt.

Die Selektivität bedeutet jedoch auch, dass im Unterschied zu anderen Immunsuppressiva verstärkt und selektiv die Bildung von B- und T-Lymphozyten gehemmt wird. Die Immunzellen sind, wie keine anderen Zellen, auf die Neusynthese von Purinnukleotiden angewiesen, weil sie sich stark vermehren und deren Bedarf durch den Zerfall alter Zellen nicht ausreichend gedeckt werden kann.

Diese Neusynthese von Purinnukleotiden, speziell Guanosin, fällt hier jedoch völlig aus. Andere Körperzellen, die sich nicht so stark vermehren, haben auch noch die Möglichkeit, wieder aufbereitete Purinbasen aus dem Abbau alter Nukleinsäuren zu verwenden. Das Immunsystem ist allerdings in großem Maße von der Verfügbarkeit einer ausreichenden Menge Nukleinsäuren abhängig, da es eine Vielzahl von Immunzellen bilden muss. So müssen ständig neue T-Lymphozyten, B-Lymphozyten, natürliche Killerzellen oder Makrophagen vorhanden sein, um für den Organismus einen ausreichenden Immunschutz zu gewährleisten.

Jedoch werden diese Zellen auch für die Ausführung der Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen gebildet. Für diesen Fall soll das Immunsystem unterdrückt werden. Dabei ist die Wirksamkeit von Mycophenolat jedoch so stark, dass sein Einsatz eine strenge Indikationsstellung erfordert. Denn die Nebenwirkungen sind so gravierend, dass der Einsatz bei anderen Erkrankungen sorgfältig gegen den Nutzen abgewogen werden muss. Zugelassen ist Mycophenolat-Mofetil in Deutschland ausschließlich zur Vorbeugung akuter Abstoßungsreaktionen nach der Verpflanzung von Niere, Herz oder Leber, und zwar in Kombination mit Ciclosporin und Kortikosteroiden. Bei schweren Autoimmunerkrankungen, etwa der Nierenbeteiligung des systemischen Lupus erythematodes, wird es außerhalb dieser Zulassung verordnet.

Weil Mycophenolat die Inosinmonophosphat-Dehydrogenase hemmt, darf es bei einem seltenen erblichen Mangel des Enzyms Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase nicht angewendet werden. Betroffen sind das Lesch-Nyhan-Syndrom und das Kelley-Seegmiller-Syndrom, bei denen der Körper auf die Wiederverwertung von Purinbasen ohnehin nicht zurückgreifen kann.

Nach der Einnahme über den Mund wird Mycophenolat-Mofetil rasch und zu einem großen Teil aufgenommen und noch vor Erreichen des Blutkreislaufs vollständig in Mycophenolsäure umgewandelt; der Ester selbst ist im Blutplasma nicht mehr messbar. Der abwehrunterdrückende Effekt entspricht dabei der Konzentration der Mycophenolsäure im Blut. Nahrung verändert die insgesamt aufgenommene Wirkstoffmenge nicht, senkt aber die Spitzenkonzentration deutlich. In klinisch bedeutsamen Konzentrationen ist die Mycophenolsäure fast vollständig an das Albumin des Blutplasmas gebunden.

Aufgrund des Kreislaufs zwischen Leber und Darm steigt die Konzentration im Blut einige Stunden nach der Einnahme ein zweites Mal an. Die Mycophenolsäure wird vor allem durch eine Glucuronyltransferase in ein unwirksames Abbauprodukt umgewandelt, das im Darm wieder in den freien Wirkstoff zurückverwandelt wird. In geringem Umfang entsteht daneben ein weiteres Abbauprodukt, das pharmakologisch wirksam ist und im Verdacht steht, für einige Nebenwirkungen wie Durchfall und den Mangel an weißen Blutkörperchen verantwortlich zu sein. Ausgeschieden wird der Stoff ganz überwiegend als unwirksames Abbauprodukt mit dem Urin, nur ein verschwindend kleiner Teil als Mycophenolsäure selbst. Durch eine Dialyse lassen sich beide bei üblichen Konzentrationen nicht entfernen. In den ersten Wochen nach der Verpflanzung liegt die im Blut erreichte Wirkstoffmenge zudem niedriger als einige Monate später, und zwar bei Nieren-, Herz- und Lebertransplantierten gleichermaßen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Das Hauptanwendungsgebiet von Mycophenolat ist der Einsatz bei Organtransplantationen. Es wird vor allem bei Nieren-, Leber- oder Herztransplantationen angewendet. Im zugelassenen Anwendungsgebiet wird Mycophenolat zusammen mit Ciclosporin und Kortikosteroiden zur Unterdrückung des Immunsystems eingesetzt.

Die Medikation beginnt in den ersten Tagen nach der Transplantation, nach einer Nierentransplantation früher als nach einer Herz- oder Lebertransplantation; neben Kapseln und Tabletten zum Einnehmen steht auch eine Form zur Infusion in die Vene zur Verfügung. Die Wirkung ist selektiv. Im Gegensatz zu einigen anderen Immunsuppressiva wird der Metabolit Mycophenolsäure nicht in die DNA eingebaut. Es wird nur die Neusynthese von Purinnukleotiden unterdrückt. Dadurch kommt es nach dem Absetzen des Medikamentes sofort wieder zu einer normalen Immunreaktion. Die Wirkung von Mycophenolat ist sehr stark. Dadurch kann das Medikament die Abstoßungsreaktionen jedoch sehr gut unterdrücken.

Der Verlauf des Wirkstoffs im Körper hängt erheblich davon ab, welche weiteren Arzneimittel gegeben werden. Die Mycophenolsäure wird in der Leber gebunden, mit der Galle in den Darm ausgeschieden und dort wieder freigesetzt, sodass ein Teil erneut aufgenommen wird. Alles, was diesen Kreislauf zwischen Leber und Darm stört, vermindert die Wirkstoffmenge im Blut. Das gilt für Colestyramin, einen Austauscherharz-Wirkstoff zur Senkung der Blutfette, ebenso wie für Antibiotika, die bestimmte Darmbakterien abtöten – genannt werden Aminoglykoside, Cephalosporine, Fluorchinolone und Penicilline. Bei Nierentransplantierten wurde in den ersten Tagen einer Behandlung mit Ciprofloxacin oder mit Amoxicillin und Clavulansäure ein deutlicher Abfall der Talspiegel beobachtet, der sich unter fortgesetzter Antibiotikagabe wieder abschwächte und nach dem Absetzen innerhalb weniger Tage verschwand. Eine Änderung der Mycophenolat-Menge ist deswegen in der Regel nicht nötig, wohl aber eine engmaschige ärztliche Kontrolle.

Auch Ciclosporin greift in diesen Kreislauf ein und senkt dadurch die Wirkstoffmenge im Blut. Wird die Begleitbehandlung mit Ciclosporin beendet oder auf ein Immunsuppressivum umgestellt, das den Kreislauf nicht beeinflusst, steigt sie entsprechend an. Aus diesem Grund ist bei jeder Umstellung der Kombinationsbehandlung Vorsicht geboten, und eine Bestimmung des Wirkstoffspiegels im Blut kann angezeigt sein – ebenso bei Patienten mit hohem Abstoßungsrisiko. Antazida mit Magnesium- oder Aluminiumhydroxid sowie Protonenpumpenhemmer wie Lansoprazol und Pantoprazol vermindern die Wirkstoffaufnahme ebenfalls; ein Unterschied bei Abstoßungen oder Transplantatverlusten ließ sich daraus jedoch nicht ableiten. Zusammen mit Aciclovir oder Ganciclovir und deren Vorstufen konkurrieren die Abbauprodukte von Mycophenolat um die Ausscheidung in den Nierenkanälchen, sodass die Konzentrationen beider Wirkstoffe ansteigen können; bei eingeschränkter Nierenfunktion ist das besonders zu beachten. Von einer gemeinsamen Anwendung mit Azathioprin wird abgeraten, weil sie nicht untersucht ist.


Risiken & Nebenwirkungen

Diese starke immunsuppressive Wirkung von Mycophenolat ruft auf der anderen Seite heftige Nebenwirkungen hervor. Die Nebenwirkungen sind häufig schwerwiegend und kommen in großer Zahl vor. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören unter anderem Anämie, Thrombozytopenie, Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle. Die Anämie wird durch die Hemmung der Blutbildung infolge der fehlenden Nukleinsäuresynthese hervorgerufen.

Außerdem wird die immunsuppressive Behandlung von häufigen Infekten wie Herpes simplex, Herpes Zoster, Candidose oder gar Sepsis begleitet. Es wurde sogar über Missbildungen bei neugeborenen Kindern, deren Mütter mit Mycophenolat in Kombination mit anderen Immunsuppressiva behandelt wurden, berichtet.

Besonders schwer wiegt die fruchtschädigende Wirkung. Mycophenolat wirkt beim Menschen stark teratogen: Nach den Angaben in der europäischen Produktinformation kam es bei 45 bis 49 Prozent der Schwangerschaften unter Mycophenolat-Mofetil zu Fehlgeburten, und bei 23 bis 27 Prozent der lebend geborenen Kinder traten Fehlbildungen auf, vor allem an Ohren, Gesicht, Augen, Herz und Fingern. Die Schwangerschaft ist deshalb eine Gegenanzeige: Der Wirkstoff darf in ihr nur angewendet werden, wenn keine geeignete andere Behandlung zur Verfügung steht, um eine Abstoßung des Transplantats zu verhindern. Eine weitere Gegenanzeige ist die Überempfindlichkeit gegen Mycophenolat-Mofetil, gegen Mycophenolsäure oder gegen einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. Frauen im gebärfähigen Alter dürfen die Behandlung nur beginnen, wenn ein Schwangerschaftstest negativ ausgefallen ist, und müssen vor, während und noch einige Wochen nach der Behandlung zuverlässig verhüten, vorzugsweise mit zwei sich ergänzenden Methoden. Für Männer gilt eine entsprechende Empfehlung: Sexuell aktive männliche Patienten oder ihre Partnerinnen sollen während der Behandlung und für einen längeren Zeitraum nach ihrem Ende eine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden. Stillende Frauen dürfen Mycophenolat nicht erhalten. Die Arzneimittelbehörden haben diese Vorgaben in mehreren Rote-Hand-Briefen verschärft und die Hersteller zu Schulungsmaterialien für Ärzte und Patienten verpflichtet.

In einigen wenigen Fällen kommt es zudem zur Ausbildung einer lebensbedrohlichen progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML). Die PML ist eine Infektion des zentralen Nervensystems mit Polyomaviren, die nur stark abwehrgeschwächte Personen bekommen können. Die Erkrankung schreitet schnell voran und führt zu zahlreichen neurologischen Ausfällen, die schließlich tödlich verlaufen können. Des Weiteren besteht, wie bei den anderen Immunsuppressiva auch, die Möglichkeit der Ausbildung von Hautkrebs. Deshalb ist es wichtig, sich während der Behandlung nicht der UV-Strahlung der Sonne auszusetzen.

Der Magen-Darm-Trakt verdient besondere Aufmerksamkeit. Mycophenolat wird mit einer erhöhten Häufigkeit von Beschwerden des Verdauungstrakts in Verbindung gebracht, darunter seltene Fälle von Geschwüren, Blutungen und Durchbrüchen der Darmwand. Bei bestehenden schweren Erkrankungen des Verdauungstrakts wird die Behandlung deshalb nur mit Zurückhaltung begonnen.

Ebenso engmaschig wird das Blut überwacht. Ein Mangel an neutrophilen Granulozyten kann durch das Arzneimittel selbst, durch die Begleitmedikation, durch Virusinfektionen oder durch ein Zusammentreffen dieser Ursachen entstehen. Die Produktinformation sieht deshalb ein festes Kontrollschema vor: im ersten Behandlungsmonat wöchentlich ein komplettes Blutbild, im zweiten und dritten Monat zweimal monatlich und danach bis zum Ende des ersten Behandlungsjahres monatlich. Entwickelt sich ein ausgeprägter Mangel an neutrophilen Granulozyten, kommt eine Unterbrechung oder ein Abbruch der Behandlung in Betracht. Berichtet wurde außerdem über eine Erythroblastopenie, also das Versiegen der Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark; sie kann sich nach einer Verringerung der Wirkstoffmenge oder nach dem Absetzen zurückbilden. Bei Transplantierten wird eine solche Umstellung nur unter geeigneter Kontrolle vorgenommen, damit das Abstoßungsrisiko möglichst gering bleibt. Behandelte sollen jedes Anzeichen einer Infektion sowie unerwartete Blutergüsse und Blutungen sofort melden.

Das Spektrum der Infektionen reicht über die bereits genannten hinaus. Berichtet sind Infektionen durch Bakterien, Pilze, Viren und Protozoen, die einen abwehrgesunden Menschen nicht krank machen, ferner tödlich verlaufende Infektionen und Blutvergiftungen. Dazu gehört auch das Wiederaufflammen ruhender Virusinfektionen: eine Wiederbelebung von Hepatitis B oder Hepatitis C sowie Erkrankungen durch Polyomaviren, nämlich die BK-Virus-Nephropathie der Niere und die bereits beschriebene progressive multifokale Leukenzephalopathie durch das JC-Virus. Weil Mycophenolsäure die Vermehrung von B- und T-Lymphozyten unterdrückt, kann auch COVID-19 schwerer verlaufen.

Zwei weitere Beobachtungen betreffen die Abwehr und die Atemwege. Bei Behandelten, die Mycophenolat zusammen mit anderen Immunsuppressiva erhielten, wurde über einen Mangel an Antikörpern im Blut in Verbindung mit immer wiederkehrenden Infektionen berichtet; in einigen Fällen normalisierten sich die Antikörperwerte nach einer Umstellung auf ein anderes Immunsuppressivum. Bei wiederkehrenden Infektionen werden deshalb die Immunglobuline im Blut gemessen. Beschrieben sind ferner Fälle von Bronchiektasen, also dauerhaft erweiterten Bronchien, sowie in Einzelfällen eine Erkrankung des Lungengerüsts und eine Vernarbung der Lunge, die teilweise tödlich verliefen. Treten unter der Behandlung anhaltender Husten oder Atemnot auf, ist umgehend eine Untersuchung angezeigt.

Das Risiko für Lymphome und andere bösartige Erkrankungen, insbesondere der Haut, ist erhöht. Es hängt nach der Produktinformation eher von der Stärke und der Dauer der Immunsuppression insgesamt ab als von einem einzelnen Arzneimittel. Deshalb wird geraten, sich nur begrenzt und mit schützender Kleidung dem Sonnenlicht auszusetzen und ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden. Impfungen können während der Behandlung schlechter wirken; Impfungen mit abgeschwächten Lebendimpfstoffen sollen unterbleiben, während eine Grippeschutzimpfung von Vorteil sein kann.

Schließlich dürfen Behandelte während der Behandlung und für einige Wochen danach kein Blut spenden; für Männer gilt darüber hinaus ein Verbot der Samenspende über einen längeren Zeitraum nach dem Ende der Behandlung. Bei älteren Menschen ist das Risiko bestimmter Nebenwirkungen im Vergleich zu jüngeren erhöht, darunter Infektionen mit Befall des Gewebes durch das Zytomegalie-Virus sowie möglicherweise Blutungen im Magen-Darm-Trakt und Wasseransammlungen in der Lunge. Bei Kindern unter sechs Jahren deuten sehr begrenzte Beobachtungen nach der Markteinführung im Vergleich zu älteren Patienten auf eine höhere Häufigkeit dreier Nebenwirkungsgruppen hin: auf Lymphome und andere bösartige Erkrankungen, insbesondere lymphoproliferative Erkrankungen bei Herztransplantierten, auf Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems einschließlich Blutarmut und Granulozytenmangel bei Herztransplantierten sowie auf Beschwerden des Magen-Darm-Trakts einschließlich Durchfall und Erbrechen.

Quellen

  • Kuhlmann, U., Böhler, J., Luft, F. C., et al. (Hrsg.): Nephrologie.
    ISBN: 9783137002062
  • Schwenger, V. (Hrsg.): Klinikleitfaden Nephrologie.
    ISBN: 9783437055423
  • Peter, H.-H., Pichler, W. J., Müller-Ladner, U. (Hrsg.): Klinische Immunologie.
    ISBN: 9783437232565
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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