Ciclosporin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ciclosporin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der immunsupprimierenden Arzneistoffe. Er wird überwiegend zur Prävention von Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ciclosporin?

Ciclosporin
Ciclosporin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der immunsupprimierenden Arzneistoffe. Er wird überwiegend zur Prävention von Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen verwendet.

Ciclosporin ist der gemeinfreie Name eines Arzneimittelwirkstoffs, der die Immunabwehr unterdrückt. Hergestellt wird der Arzneistoff aus den Pilzarten Cylindrocarpon lucidum und Tolypocladium inflatum. Chemisch betrachtet ist Ciclosporin ein ringförmiges Peptid aus elf Aminosäuren.

Erstmalig wurde Ciclosporin in der Transplantationsmedizin im Jahr 1978 eingesetzt. Diese Erstverwendung war eine Revolution dieses Bereichs der Medizin, da sich durch Ciclosporin die Überlebenszeit der Organempfänger deutlich steigerte. Entdecker des Arzneistoffes sind Hartmann Stähelin und Jean-François Borel.

Pharmakologische Wirkung

Ciclosporin ist ein sogenanntes zyklisches Peptid. Es bindet sich an Cyclophilin A. Dieses ist ein Immunophilin. Immunophiline sind Eiweiße, die in den Körperzellen vorkommen. Ihre Aufgaben im Organismus sind erst teilweise geklärt. Sie fungieren im Falle des Ciclosporins als intrazellulärer Rezeptor. Durch die Bindung an diese Prolyl-cis-trans-Isomerase entsteht ein Komplex, welcher sich wiederum an das Calcineurin bindet. Calcineurin ist eine Phosphatase, die Calcium- und Calmodulin-abhängig ist.

Der Komplex aus Cyclophilin A und Ciclosporin verhindert beim Calcineurin die Aktivierung des nuclear factor of activated T-cells (NFAT). Es handelt sich dabei um ein genregulierendes Protein. Normalerweise gelangt das aktivierte NFAT in den Zellkern und induziert dort die Produktion von Zytokinen, Interleukinen und Interferonen.

Ohne Hemmung von Ciclosporin werden zahlreiche immunstimulierende Stoffe ausgeschüttet. Ciclosporin deaktiviert diesen Mechanismus vorübergehend und hemmt somit die Ausschüttung von Immunstimulanzien und die Vermehrung von weißen Blutkörperchen. Auf diese Weise wirkt Ciclosporin immunsupprimierend.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Die zugelassenen Anwendungsgebiete der Zubereitungen zum Einnehmen zerfallen in zwei Gruppen. Die erste umfasst Transplantationen: die Vorbeugung einer Abstoßung nach der Verpflanzung eines Organs und die Behandlung einer bereits eingetretenen zellulären Abstoßung bei Menschen, die zuvor andere Immunsuppressiva erhalten haben. Hinzu kommt die Verpflanzung von Knochenmark und Blutstammzellen: Dort dient Ciclosporin sowohl der Vorbeugung einer Abstoßung als auch der Vorbeugung und der Behandlung der Graft-versus-Host-Krankheit, bei der sich die übertragenen Abwehrzellen gegen den Körper der empfangenden Person richten.

Die zweite Gruppe umfasst Krankheiten ohne Transplantation. Dazu zählt die endogene Uveitis, eine Entzündung der mittleren Augenhaut: Behandelt werden eine nicht durch Erreger verursachte Entzündung des mittleren oder hinteren Augenabschnitts mit drohender Erblindung, wenn herkömmliche Mittel nicht angesprochen oder nicht tolerierbare Nebenwirkungen verursacht haben, sowie die Behçet-Uveitis mit wiederholtem Befall der Netzhaut bei Menschen ohne neurologische Krankheitszeichen. Vor dem Einsatz eines Immunsuppressivums werden dabei infektiöse Ursachen der Augenentzündung ausgeschlossen. Weiter gehören dazu das nephrotische Syndrom, die schwere aktive rheumatoide Arthritis, die schwere Schuppenflechte, wenn herkömmliche Mittel nicht geeignet oder nicht wirksam sind, und die schwere atopische Dermatitis, sofern eine Behandlung des ganzen Körpers erforderlich ist.

Ciclosporin wird zur Unterdrückung des Immunsystems eingesetzt. Eine solche Immunsuppression ist beispielsweise nach Transplantationen nötig. Nach Transplantationen kann es sein, dass der Körper das transplantierte Organ als fremd erkennt und attackiert. Das Immunsystem reagiert dabei auf das Transplantat wie auf einen Krankheitserreger. Solche Abstoßungsreaktionen können Tage, Monate oder sogar Jahre nach der Operation auftreten. Um diese Reaktionen zu verhindern, werden Immunsuppressive wie Ciclosporin eingesetzt.

Ciclosporin wird allerdings auch bei Autoimmunerkrankungen verwendet. Bei einer Autoimmunreaktion richtet sich das Immunsystem aus oft noch unbekannten Gründen gegen eigenes Gewebe oder gegen eigene Organe. Colitis ulcerosa gehört zu den Autoimmunerkrankungen, die mit Ciclosporin behandelt werden – vor allem bei schweren Schüben, die auf Kortison nicht ansprechen, und ohne dass eine Zulassung dafür bestünde. Für den Morbus Crohn ist dagegen belegt, dass niedrig dosiertes Ciclosporin zum Einnehmen einen akuten Schub nicht zum Abklingen bringt; höhere Dosen und die Gabe in die Vene sind in kontrollierten Studien nicht ausreichend untersucht worden. Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gehen mit Symptomen wie Bauchkrämpfen, Durchfall und starken Verdauungsstörungen einher.

Auch das nephrotische Syndrom, das einer Glomerulonephritis folgen kann, wird mit Ciclosporin behandelt. Die Fachinformation grenzt das Anwendungsgebiet auf die steroidabhängige und die steroidresistente Form ein, die auf primäre Erkrankungen der Nierenkörperchen zurückgeht; genannt werden die Minimal-Change-Nephropathie, die fokale und segmentale Glomerulosklerose und die membranöse Glomerulonephritis. Ciclosporin kann eine Beschwerdefreiheit herbeiführen und aufrechterhalten und auch eine durch Kortisonpräparate erreichte Beschwerdefreiheit erhalten, sodass sich diese absetzen lassen. Die Glomerulonephritis ist eine Erkrankung der Nierenkörperchen; eine ihrer Formen tritt ein bis zwei Wochen nach einer Infektion der oberen Atemwege oder der Ohren auf.

Weitere Anwendungsgebiete für Ciclosporin sind schwere oder sogar therapieresistente Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder atopische Dermatitis (Neurodermitis) und chronische Entzündungen der Augenbindehaut oder der Hornhaut.

In Kombination mit dem Arzneistoff Methylprednisolon werden mit Ciclosporin bei der Behandlung der Alopecia areata gute Erfolge erzielt. Alopecia areata ist auch als kreisrunder Haarausfall bekannt. Es handelt sich dabei um die häufigste entzündliche Erkrankung mit Haarausfall. Zugelassen ist Ciclosporin für diese Anwendung allerdings nicht. Für schwere Formen der Alopecia areata steht inzwischen mit Baricitinib ein eigens dafür zugelassener Wirkstoff zur Verfügung.

Ciclosporin wurde ebenfalls in der Krebstherapie untersucht. Zusammen mit dem Arzneistoff Verapamil verhindert es, dass Chemotherapeutika vom Multidrug-Resistance-Protein 1 aus den Zielzellen transportiert werden. Der Transporter MDR1 ist oft für eine Resistenz gegenüber Chemotherapeutika verantwortlich.


Verabreichung & Dosierung

Ciclosporin ist ein Immunsuppressivum, das vor allem zur Verhinderung von Transplantatabstoßungen sowie zur Behandlung bestimmter Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird. Verabreichung und Dosierung erfordern eine sorgfältige Überwachung, da das Medikament eine enge therapeutische Breite besitzt.

Die Dosierung wird individuell angepasst und hängt von Faktoren wie Körpergewicht, Organfunktion und Therapieziel ab. In der Regel erfolgt die initiale Dosis bei Organtransplantationen mit 10–15 mg/kg Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt auf zwei Gaben. Später wird die Dosis schrittweise reduziert. Bei Autoimmunerkrankungen liegt die Dosis meist niedriger.

Die Einnahme sollte stets zur gleichen Tageszeit und in gleichbleibendem zeitlichem Bezug zu den Mahlzeiten erfolgen, um Schwankungen der Wirkstoffaufnahme zu minimieren. Ein Wechsel von einem Ciclosporin-Präparat zu einem anderen darf nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, weil die Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper zwischen den Zubereitungen schwankt; bei Transplantierten gehört die Kontrolle des Ciclosporin-Blutspiegels dazu. Der Blutspiegel von Ciclosporin muss regelmäßig überwacht werden, um Unter- oder Überdosierungen zu vermeiden.

Für die Anwendungsgebiete außerhalb der Transplantationsmedizin nennt die Fachinformation eigene Vorgaben zur Überwachung. Vor Beginn der Behandlung wird die Nierenleistung in mindestens zwei getrennten Messungen bestimmt, um einen verlässlichen Ausgangswert zu erhalten; danach wird sie häufig überprüft. Sinkt die geschätzte Filtrationsleistung der Nieren in mehr als einer Messung deutlich unter diesen Ausgangswert, wird die Menge verringert, und zwar auch dann, wenn die Werte noch im normalen Bereich liegen. Bessert sich die Filtrationsleistung durch die Verringerung binnen eines Monats nicht, wird die Behandlung beendet. Regelmäßig kontrolliert werden außerdem der Blutdruck, der Gallenfarbstoff Bilirubin und die Leberwerte sowie die Blutfette, Kalium, Magnesium und Harnsäure.

Besondere Vorsicht ist bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten geboten, die den Ciclosporin-Spiegel beeinflussen können, darunter bestimmte Antibiotika, Antimykotika und Calciumkanalblocker. Zudem sollte auf Wechselwirkungen mit Grapefruitsaft geachtet werden, da dieser die Ciclosporin-Konzentration im Blut erhöhen kann. Eine sorgfältige Überwachung der Nieren- und Leberfunktion ist essenziell, da Ciclosporin nephro- und hepatotoxisch sein kann.

Risiken & Nebenwirkungen

Schon in geringeren Dosen kann die regelmäßige Einnahme von Ciclosporin die Nieren schädigen. Auch Schädigungen von Leber und Magen-Darm-Trakt sind möglich. Des Weiteren kann es zu Wucherungen des Zahnfleisches und zu Wassereinlagerungen kommen. Auch Bluthochdruck oder Hirsutismus sind mögliche Nebenwirkungen. Als Hirsutismus wird ein männliches Verteilungsmuster der Körperhaare bei der Frau bezeichnet. So finden sich bei den betroffenen Frauen kräftige Haare im ohrnahen Kieferbereich, an der Oberlippe, am Kinn, auf der Brust und auf dem Bauch.

Bei Patienten, die Ciclosporin regelmäßig in hoher Dosierung einnehmen, wird das Immunsystem stark geschwächt. In der Regel sind von dieser Immunschwäche Transplantationspatienten betroffen. Einerseits ist die Immunschwäche zur Prävention von Transplantatabstoßungen gewünscht, andererseits erhöht sie die Krebserkrankungswahrscheinlichkeit um den Faktor drei bis fünf. Besonders betroffen sind dabei Lymphdrüsenkrebs und Tumoren der Haut; das Risiko hängt eher vom Ausmaß und von der Dauer der Immunsuppression ab als vom einzelnen Wirkstoff. Darüber hinaus besteht eine erhöhte Infektionsgefahr. Auch eigentlich harmlose Infektionen können schwere Verläufe nehmen. Zudem kommt es zu einer Erhöhung der Blutfettwerte. Einige Patienten entwickeln bei der Einnahme auch Fibroadenome. Fibroadenome sind gutartige Neubildungen im Bereich der Brustdrüse. Einige dieser unerwünschten Wirkungen führt die Fachinformation unter eigenen Namen und mit Häufigkeitsangaben. Sehr häufig, also bei mehr als einem von zehn Behandelten, treten ein erhöhter Blutdruck und eine vermehrte Körperbehaarung auf. Die Wucherung des Zahnfleisches heißt dort Gingivahyperplasie und steht in der Kategorie häufig, gemeinsam mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchbeschwerden, Durchfall und Magengeschwüren. Ebenfalls häufig sind Krampfanfälle und Missempfindungen, Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe sowie eine gestörte Leberfunktion.

Zwei schwerwiegende Ereignisse verdienen eine eigene Erwähnung. Gelegentlich, also bei bis zu einem von hundert Behandelten, tritt eine Funktionsstörung des Gehirns auf, darunter das posteriore reversible Enzephalopathiesyndrom, abgekürzt PRES. Es zeigt sich in Krampfanfällen, Verwirrtheit, Desorientiertheit, verminderter Ansprechbarkeit, Unruhe, Schlaflosigkeit und Sehstörungen bis hin zur Erblindung, die von der Hirnrinde ausgeht; die Fachinformation nennt daneben Koma, Lähmungen und eine Störung der Bewegungsabstimmung. Zum anderen sind Schäden an der Leber beschrieben, die über die erwähnten Veränderungen der Laborwerte hinausgehen: ein Gallestau, eine Gelbsucht, eine Leberentzündung und ein Leberversagen, in einzelnen Fällen mit tödlichem Ausgang und vor allem bei transplantierten Menschen. Die meisten dieser Meldungen betrafen Personen mit schweren Begleiterkrankungen oder mit weiteren Arzneimitteln, die ihrerseits die Leber belasten. Die Leberwerte werden deshalb engmaschig überwacht, und bei auffälligen Werten kann eine Verringerung der Menge nötig werden.

Unter Einnahme von Ciclosporin sollte starke Sonneneinstrahlung vermieden werden. Auch UV-Bestrahlungen und Lichttherapien sind kontraindiziert.

Kontraindikationen

Ciclosporin darf nicht angewendet werden, wenn bestimmte Kontraindikationen vorliegen, da das Medikament schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen kann. Eine absolute Kontraindikation ist eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Ciclosporin oder einem der Hilfsstoffe des Präparats.

Schwere Nierenfunktionsstörungen stellen eine wesentliche Kontraindikation dar, da Ciclosporin nephrotoxisch ist und die Nierenfunktion weiter verschlechtern kann. Auch Patienten mit unkontrollierter Hypertonie sollten das Medikament nicht erhalten, da es den Blutdruck erhöhen kann. Schwere Lebererkrankungen können die Metabolisierung von Ciclosporin beeinträchtigen und zu einer erhöhten Toxizität führen.

Patienten mit unbehandelten oder aktiven Infektionen sollten von einer Ciclosporin-Therapie absehen, da das Immunsystem durch das Medikament unterdrückt wird und das Infektionsrisiko steigt. Wird Ciclosporin nicht nach einer Transplantation, sondern gegen eine schwere Hauterkrankung, eine rheumatoide Arthritis, eine Augenentzündung oder ein nephrotisches Syndrom eingesetzt, darf es bei einer bestehenden bösartigen Erkrankung wie einem Lymphom oder Hautkrebs nicht angewendet werden. Nach einer Transplantation wird der Nutzen in einem solchen Fall besonders sorgfältig abgewogen, da Immunsuppressiva das Tumorwachstum begünstigen können.

Arzneimittel, die die Ciclosporin-Konzentration stark verändern, sind zu beachten: Die Kombination mit Johanniskraut ist ausdrücklich eine Gegenanzeige, bei Rifampicin oder bestimmten Antimykotika ist besondere Vorsicht geboten. Nicht mit Ciclosporin kombiniert werden dürfen außerdem Arzneistoffe wie Bosentan, Dabigatranetexilat und Aliskiren, deren Blutspiegel durch Ciclosporin gefährlich ansteigen können. Die Kombination mit anderen immunsuppressiven Wirkstoffen kann das Risiko für schwere Infektionen oder Toxizitäten erhöhen. Stillende Frauen sollten Ciclosporin meiden, da es in die Muttermilch übergeht und das Kind gefährden kann.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Ciclosporin zeigt zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die dessen Konzentration im Blut erhöhen oder senken können, was das Risiko für Nebenwirkungen oder eine unzureichende Wirkung mit sich bringt.

Substanzen, die die Ciclosporin-Konzentration erhöhen, indem sie dessen Abbau in der Leber hemmen, sind unter anderem Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin und Clarithromycin, Antimykotika wie Ketoconazol und Fluconazol sowie Calciumkanalblocker wie Verapamil und Diltiazem. Auch Grapefruitsaft kann die Ciclosporin-Konzentration steigern, weshalb dessen Konsum während der Behandlung vermieden werden sollte. Eine erhöhte Ciclosporin-Konzentration kann zu verstärkter Nephrotoxizität, Bluthochdruck und anderen Nebenwirkungen führen.

Umgekehrt gibt es Medikamente, die die Ciclosporin-Konzentration senken, indem sie dessen Abbau in der Leber beschleunigen. Dazu gehören Rifampicin, Johanniskraut sowie bestimmte Antiepileptika wie Phenytoin, Phenobarbital und Carbamazepin. Eine reduzierte Ciclosporin-Konzentration kann zu einer unzureichenden Immunsuppression und einem erhöhten Risiko für Transplantatabstoßungen führen.

Zusätzlich kann Ciclosporin selbst den Spiegel anderer Medikamente beeinflussen. Es erhöht beispielsweise die Toxizität von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und Aminoglykosid-Antibiotika, was die Nierenbelastung verstärkt. Die gleichzeitige Gabe von Ciclosporin und Statinen kann zudem das Risiko einer Myopathie oder Rhabdomyolyse erhöhen, weshalb eine engmaschige Überwachung erforderlich ist.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Ciclosporin nicht vertragen wird oder aufgrund von Kontraindikationen nicht angewendet werden kann, stehen verschiedene alternative Immunsuppressiva und Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Ein häufig verwendeter Ersatz ist Tacrolimus, ein Calcineurin-Inhibitor mit einer ähnlichen Wirkweise wie Ciclosporin, aber einem anderen Nebenwirkungsprofil. Tacrolimus wird oft bei Organtransplantationen oder Autoimmunerkrankungen eingesetzt und kann insbesondere dann eine Alternative sein, wenn Ciclosporin zu schweren Nebenwirkungen führt.

Ein weiteres Immunsuppressivum ist Mycophenolat-Mofetil (MMF), das die Vermehrung von Lymphozyten hemmt und häufig in Kombination mit anderen Immunsuppressiva eingesetzt wird. Es eignet sich besonders bei Nierentransplantationen oder Autoimmunerkrankungen wie Lupus. Azathioprin ist eine weitere Option, die vor allem in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt wird.

In einigen Fällen können Biologika wie Rituximab oder Belatacept eine Alternative darstellen, insbesondere wenn eine gezielte Modulation des Immunsystems erforderlich ist. Kortikosteroide wie Prednisolon werden oft zur kurzfristigen Immunsuppression oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen verwendet.

Falls eine medikamentöse Therapie nicht infrage kommt, können Plasmapherese oder Photopherese als alternative Behandlungsansätze genutzt werden, insbesondere bei bestimmten Autoimmunerkrankungen oder Abstoßungsreaktionen nach einer Transplantation.

Quellen

  • Peter, H.-H., Pichler, W. J., Müller-Ladner, U. (Hrsg.): Klinische Immunologie.
    ISBN: 9783437232565
  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
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  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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