Neugeborenensepsis

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei der Neugeborenensepsis handelt es sich um eine bakterielle Infektion beim neugeborenen Kind, die bei 0,1 bis 0,8 Prozent aller Neugeborenen auftritt. Diese tritt vor allem dann auf, wenn das Immunsystem, wie bei Frühgeborenen, noch nicht vollständig ausgereift ist. Es wird je nach Ansteckungszeitpunkt zwischen einer Früh- und einer Spätsepsis unterschieden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Neugeborenensepsis?

Neugeborenensepsis
Die Symptome treten je nach Form der Sepsis entweder bereits am ersten Lebenstag oder erst nach der ersten Lebenswoche auf.
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Wenn die Ansteckung des Neugeborenen vor oder während der Geburt erfolgt, handelt es sich um eine Frühsepsis. Als solche gilt sie, wenn die Erkrankung innerhalb der ersten 72 Lebensstunden beginnt; sehr häufig zeigen sich die ersten Zeichen bereits in den ersten 24 Stunden. Die führenden Krankheitserreger, die von der Mutter auf das Neugeborene übertragen werden, sind Beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe B und Escherichia coli. Diese gelangen über den Mastdarm in die Scheide, entzünden die Eihäute und können dadurch problemlos ins Fruchtwasser gelangen.

Alternativ dazu werden sie vom Kind unmittelbar während des Geburtsvorganges aufgenommen. Die Bakterien verteilen sich im Blut und verursachen überschießende Infektionsherde, die zu einem septischen Schock führen können. Von einer Spätsepsis spricht man, wenn die Erkrankung nach den ersten 72 Lebensstunden beginnt; häufig zeigen sich die ersten Zeichen erst nach der ersten Lebenswoche. Die Ansteckung mit dem Krankheitserreger erfolgte hierbei entweder vertikal während des Geburtsvorganges oder durch direkten Kontakt mit den Keimen.

Insbesondere wenn es unter der Geburt zu invasiven Methoden, wie dem Einsatz der Geburtszange kommt, kann die Haut des Säuglings verletzt werden und dadurch den Keimen einen direkten Zugang ermöglichen. Im Gegensatz zur Frühsepsis kann das Immunsystem die Infektion eine Zeit lang unterdrücken.

Ursachen

Ausgelöst wird eine Neugeborenensepsis durch Bakterien, die in den Blutkreislauf des Kindes gelangen. Dass sie sich dort ungebremst ausbreiten können, liegt an einem nicht ausreichend ausgereiften Immunsystem des Kindes. Dies ist oft dann der Fall, wenn das Kind vor dem Erreichen der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt. Es besteht eine direkte Korrelation zwischen einem geringen Geburtsgewicht und dem Risiko für eine neonatale Sepsis. Eine Infektion der Mutter mit Beta-hämolysierenden Streptokokken oder anderen Erregern ist Voraussetzung für eine Frühsepsis, zu der es bereits im Mutterleib kommen kann.

Auch das Vorliegen eines Amnioninfektionssyndroms, bei dem die Fruchtblase und die Eihäute infiziert sind, führt zu einer Neugeborenensepsis. Ein erhöhtes Risiko für die Blutvergiftung des Neugeborenen birgt ein vorzeitiger Blasensprung, durch den der Weg für Bakterien direkt in die Gebärmutter frei wird. Besonders gilt das, wenn zwischen dem Blasensprung und der Geburt mehr als 18 Stunden liegen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome treten je nach Form der Sepsis entweder bereits am ersten Lebenstag oder erst nach der ersten Lebenswoche auf. Der Übergang von einem gesund wirkenden Kind zum schwer kranken Zustand verläuft zumeist sprunghaft, wobei der septische Schock, der zum Tode führen kann, bereits nach wenigen Stunden einsetzen kann. Je nachdem, an welcher Stelle die Erstinfektion erfolgt ist, können dort die ersten Veränderungen festgestellt werden.

Diese Infektionszeichen können an den Atmungsorganen, an der Haut oder im Bereich des Verdauungsapparates auftreten. Von außen macht sich die Infektion zuerst in diffusen Symptomen, wie einer Trinkschwäche, einer erhöhten Temperatur und einer Berührungsempfindlichkeit des Kindes sichtbar.

Falls die Infektion am Atmungsapparat erfolgte, kann es zu einem Atemnotsyndrom kommen oder es können Atemaussetzer festgestellt werden.

Entscheidend ist dabei: Neugeborene zeigen die typischen Sepsiszeichen älterer Kinder gerade nicht. Statt Fieber haben sie ebenso häufig eine Untertemperatur oder eine stark schwankende Körpertemperatur. Weitere Warnzeichen sind ein blass-graues oder marmoriertes Hautkolorit, Teilnahmslosigkeit, ein aufgetriebener Bauch, Erbrechen und Atempausen. Weil kein einzelnes dieser Zeichen beweisend ist, gilt in der Kinderheilkunde der Eindruck der Eltern oder der Hebamme, „das Kind gefällt mir nicht“, als ernstzunehmender Befund, der eine sofortige Untersuchung rechtfertigt.

Die Infektzeichen an der Haut äußern sich in Ödemen, Eiterbläschen, einer Entzündung der Nabelschnur oder einer Gelbfärbung der Augen. Wenn das Nervensystem betroffen ist, sind Apathie, Bewusstseinsstörungen, Schläfrigkeit, Krämpfe oder eine vorgewölbte Fontanelle Warnhinweise auf eine Neugeborenensepsis.

Bei einer Spätsepsis sind die Kinder oft von einer Hirnhautentzündung betroffen. Eine Infektion des Verdauungstraktes geht mit Nahrungsverweigerung, Durchfall beziehungsweise Verstopfung und einer Vergrößerung von Leber und Milz einher.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Abklärung der Krankheitserreger erfolgt als erste diagnostische Maßnahme eine Blutabnahme, von der eine Blutkultur angelegt wird. Wenn der Befund einen Mangel an Leukozyten – eine Leukopenie – ausweist, gilt dies als ernstes Warnzeichen für eine Sepsis. Beweisend ist allerdings erst der Nachweis des Erregers in der Blutkultur, und dieser gelingt nicht in jedem Fall. Zusätzlich werden deshalb Entzündungswerte im Blut bestimmt, vor allem das C-reaktive Protein (CRP) und Interleukin-6; das CRP steigt erst mit einiger Verzögerung an und wird daher meist mehrfach im Abstand einiger Stunden kontrolliert. Bei einer Spätsepsis werden Urinkulturen angelegt und beim Vorliegen einer Hirnhautentzündung werden die infektionsverursachenden Bakterien mittels einer Lumbalpunktion eruiert.

Bei einer rechtzeitigen Behandlung durch die Gabe von Antibiotika kann eine Neugeborenensepsis rasch geheilt werden. Manchmal bleiben eine pulmonale Hypertonie oder Schäden am Nervensystem zurück. Falls jedoch die ersten Alarmzeichen übersehen werden, kann die Infektion einen septischen Schock beim Neugeborenen verursachen, der binnen weniger Stunden zum Tod führen kann. Bei verspätet begonnener Behandlung sterben 10 bis 25 Prozent der betroffenen Kinder.

Komplikationen

Neugeborenensepsis kann als potenziell lebensbedrohliche Infektion zahlreiche Komplikationen nach sich ziehen. Bei einer systemischen, also den ganzen Körper erfassenden Verteilung von Toxinen oder Bakterien im Blutkreislauf besteht ohne sofortige Behandlung Lebensgefahr. Betroffene Babys müssen dringend auf der Intensivstation überwacht werden, da sie über kein ausreichend ausgebildetes Immunsystem verfügen.

Ein Abbau von giftigen Substanzen oder die erfolgreiche Bekämpfung von Bakterien obliegt somit primär der ärztlichen Obhut. Nach den üblichen Eingangssymptomen kann das Neugeborene unspezifische und schwer einzuschätzende Komplikationen entwickeln. Im Laufe der Zeit zieht die Blutvergiftung immer mehr Organe in Mitleidenschaft. Ein erhöhter Herzschlag sowie Atemnot treten in der Regel rasch auf. Eine Ansiedlung der Erreger im Ohr kann in einer schweren Mittelohrentzündung mit Verschluss der Ohrtrompete münden.

Besonders hohes Gefahrenpotenzial geht von einer möglichen Meningitis (Hirnhautentzündung) aus. Eine geschwollene Fontanelle und sehr hochfrequentes Schreien sind als Merkmale dieser Komplikation zu nennen. Ebenso kann sich als Konsequenz einer Sepsis eine Lungenentzündung entwickeln. Typischerweise nehmen Babys während einer Sepsis nur wenig Flüssigkeit zu sich und drohen als Folge auszutrocknen. Langzeitschäden oder das Ableben des Nachwuchses durch septischen Schock mit Multiorganversagen bei zu spät begonnener Therapie sind nicht auszuschließen.

Dauerhafte neurologische Fehlfunktionen und hoher Blutdruck in den Lungengefäßen treten je nach Ausprägung und Schwere des Verlaufs auf. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, bleibt vor allem die Gefahr, dass Unverträglichkeiten aufgrund der antibiotischen Behandlung entstehen. Die Sterberate liegt unter diesen Bedingungen bei ungefähr vier Prozent.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Findet die Geburt eines Kindes in einem stationären Umfeld oder einem Geburtshaus statt, werden Mutter und Kind grundsätzlich von Geburtshelfern bei der Niederkunft begleitet. In den meisten Fällen findet die Begleitung noch einige Stunden oder Tage nach der Geburt statt.

Stellen sich in dieser Zeit Unregelmäßigkeiten des Gesundheitszustandes des Neugeborenen ein, übernehmen die Krankenschwestern, Hebammen oder Ärzte die Untersuchungen des Säuglings. Werden von ihnen Auffälligkeiten oder Besonderheiten des Gesundheitszustands wahrgenommen, kommt es automatisch zu einer medizinischen Versorgung des Neugeborenen. In diesen Fällen müssen die Eltern oder Angehörigen nicht aktiv werden.

Entwickelt sich die Neugeborenensepsis nach der Entlassung aus dem Krankenhaus oder der Zusammenarbeit mit den Geburtshelfern, ist ein Arztbesuch notwendig. Eine Verweigerung von Nahrung, Fieber oder Verhaltensauffälligkeiten sind von einem Arzt begutachten und abklären zu lassen. Kommt es zu einem apathischen Auftreten oder einer Teilnahmslosigkeit, besteht Anlass zur Besorgnis.

Ein erhöhter Schlafbedarf, schnelle Ermüdung sowie eine mangelnde Reaktion auf soziale Interaktionen sollten mit einem Arzt besprochen werden. Veränderungen des Hautbildes, Krämpfe oder eine Störung der Atemtätigkeit müssen von einem Arzt untersucht werden. Da die Neugeborenensepsis ohne eine ärztliche Behandlung zu einem vorzeitigen Ableben führen kann, ist bereits bei den ersten Unregelmäßigkeiten ein Arztbesuch anzuraten.

Auf einen Termin warten sollten Eltern dabei nicht. Weil sich der Zustand eines Neugeborenen innerhalb von Stunden verschlechtern kann, ist über den Notruf 112 sofort der Rettungsdienst zu rufen, wenn der Säugling Atempausen hat, grau, blass oder marmoriert aussieht, auffallend kühl oder heiß ist, krampft, sich nicht mehr richtig wecken lässt oder die Nahrung ganz verweigert. Auch das bloße Gefühl der Eltern, mit dem Kind stimme etwas nicht, ist Grund genug, sofort Hilfe zu holen; eine unnötige Vorstellung ist deutlich weniger folgenreich als eine zu späte.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der neonatalen Sepsis erfolgt mittels Antibiotika, die über eine Infusion verabreicht werden. Dabei greift man zu Beginn auf Breitbandantibiotika zurück, die eingesetzt werden, solange die Ergebnisse der Blut- und Urinkulturen noch ausstehen. Bei einer Frühsepsis wird ein Aminopenicillin wie Ampicillin verabreicht, meist kombiniert mit einem Aminoglykosid wie Gentamicin oder mit einem Cephalosporin. Begonnen wird damit bereits beim bloßen Verdacht, noch bevor die Blutkultur ein Ergebnis liefert – jede Stunde Verzögerung verschlechtert die Aussichten. Bestätigt sich der Verdacht nicht, kann die Behandlung nach wenigen Tagen wieder beendet werden.

Neben der Behandlung der Infektion ergreift man parallel ergänzende Maßnahmen zur Stabilisierung des Zustandes des Neugeborenen. Neben einer Flüssigkeitsgabe über eine Infusion, kann eine Beatmung notwendig sein. Auch eine mögliche Unterzuckerung oder Blutarmut werden behandelt.


Aussicht & Prognose

Grundsätzlich muss eine Neugeborenensepsis immer intensivmedizinisch behandelt werden. Da es sich um ein hochakutes Krankheitsbild handelt, stellt sie einen Notfall dar. Die Prognose ist deshalb davon abhängig, wie schnell die Therapie eingeleitet wird. Nur bei schnellstmöglicher Behandlung können Folgeschäden vermieden werden.

Die Prognose ist abhängig von der Dauer der Neugeboreneninfektion. Je länger diese bereits besteht, umso mehr Organe werden auch davon angegriffen und umso höher ist dann auch das Risiko für ein Übergreifen auf das Gehirn. Schlimmstenfalls kann die Neugeborenensepsis einen septischen Schock auslösen, der im Versagen des Kreislaufs endet. Die Folge wären Nieren- und Lungenversagen, schlimmstenfalls kommt es zum Multiorganversagen. Ohne Therapie kann eine Neugeborenensepsis also innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen tödlich enden.

Entscheidend für die Prognose ist, dass die Therapie so früh wie möglich eingeleitet wird. Eine gute Prophylaxe sowie eine schnelle antibiotische Behandlung tragen dazu bei, dass nur noch etwa vier Prozent der Kinder an der Neugeborenensepsis versterben. Die Therapie sollte schon bei bloßem Verdacht beginnen, die Anpassung der Antibiotika kann dann bei Nachweis des Erregers noch erfolgen.

Sofern sich das Neugeborene von der Erkrankung erholt, muss meist nicht mit Langzeitfolgen gerechnet werden. Kommt es im Rahmen der Neugeborenensepsis jedoch zu einer Hirnhautentzündung, kann sich in der Folge eine verzögerte Entwicklung, eine zerebrale Kinderlähmung oder auch Gehörverlust zeigen. Auch nach einem schweren Verlauf ohne Hirnhautentzündung und bei sehr kleinen Frühgeborenen ist das Risiko für Entwicklungsverzögerungen erhöht. Die Entwicklung dieser Kinder wird deshalb über die ersten Lebensjahre hinweg ärztlich begleitet.

Vorbeugung

In vielen Ländern wird zwischen der 35. und der 37. Schwangerschaftswoche bei der Mutter ein Abstrich aus der Scheide und dem Mastdarm entnommen. Dieser wird auf Beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe B untersucht, die vor allem für die Frühsepsis verantwortlich sind. In Deutschland ist dieses Screening keine Regelleistung der Mutterschaftsvorsorge, sondern muss von gesetzlich versicherten Schwangeren in der Regel selbst bezahlt werden; die Fachgesellschaften empfehlen es dennoch. Schwangere sollten ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt aktiv darauf ansprechen.

Bei einem positiven Befund wird der Mutter unter der Geburt – also mit Wehenbeginn oder mit dem Blasensprung – eine Infusion mit Antibiotika, wie Penicillin G oder Ampicillin, verabreicht. Damit die Wirkung das Kind erreicht, sollte die erste Gabe möglichst mindestens vier Stunden vor der Geburt erfolgen. Durch diese Maßnahme wird das Ansteckungsrisiko deutlich gesenkt. Sie ist die wirksamste Vorbeugung gegen die Frühsepsis. Um eine Spätsepsis zu vermeiden, sind elementare Hygienemaßnahmen, wie das Händewaschen, im Umgang mit Kindern unumgänglich.

Nachsorge

Bei einer Neugeborenensepsis stehen dem Patienten in den meisten Fällen nur sehr eingeschränkte Maßnahmen der direkten Nachsorge zur Verfügung. Es kann dabei auch im schlimmsten Fall zum Tod des Kindes kommen, wenn die Neugeborenensepsis erst spät erkannt und behandelt wird. Daher sollten vor allem die Eltern auf die Symptome und Beschwerden dieser Erkrankung besonders gut achten und dabei auch sofort einen Arzt aufsuchen und eine Behandlung einleiten, damit auch keine weiteren Komplikationen und Beschwerden mehr eintreten können.

Die Neugeborenensepsis wird dabei in der Regel mit Antibiotika behandelt, die in der Klinik über eine Infusion in die Vene verabreicht werden. Dabei sind die richtige Dosierung und die pünktliche Gabe über die gesamte verordnete Dauer entscheidend, damit die Infektion vollständig ausheilt. Bei Unklarheiten oder bei Fragen sollte zuerst ein Arzt konsultiert werden.

In vielen Fällen sind die Eltern bei einer Neugeborenensepsis auf die Hilfe und die Unterstützung durch die eigene Familie angewiesen. Dadurch können vor allem auch psychische Verstimmungen oder Depressionen verhindert und gelindert werden. Wird die Neugeborenensepsis früh erkannt und behandelt, so kommt es in der Regel nicht zu einer verringerten Lebenserwartung des Betroffenen.

Eine echte Nachsorge gibt es dennoch: Nach einer durchgemachten Neugeborenensepsis wird das Gehör des Kindes überprüft, weil sowohl die Infektion selbst als auch bestimmte Antibiotika das Innenohr schädigen können. Bei einer begleitenden Hirnhautentzündung kommen Ultraschall- oder Kernspinaufnahmen des Kopfes hinzu. Außerdem sollten die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt lückenlos wahrgenommen werden, damit eine Entwicklungsverzögerung früh auffällt und behandelt werden kann.

Das können Sie selbst tun

Selbsthilfemaßnahmen sind bei einer Neugeborenensepsis nicht angezeigt. Es gibt keine Möglichkeiten, die ohne eine medizinische Versorgung zur Linderung der Beschwerden führen. Da für das Kind Lebensgefahr besteht, ist eine intensivmedizinische Betreuung notwendig. Neugeborene können naturgemäß keine Veränderungen ihrer Situation herbeiführen. Eltern und Angehörige sehen sich bei dem akuten gesundheitlichen Zustand des Säuglings ebenfalls hilflos den Entwicklungen gegenüber.

Den Handlungen der Ärzte ist in dieser Zeit zu vertrauen. Eltern sollten sich umfassend über den Zustand des Nachwuchses aufklären lassen und alle offenen Fragen an das Pflegeteam stellen. Darüber hinaus kann in Fachliteratur über die Erkrankung nachgelesen werden, mit welchen Entwicklungen zu rechnen ist und welcher Handlungsspielraum vorhanden ist. Interne Unstimmigkeiten und Streitigkeiten sind in dieser Situation unbedingt zu vermeiden.

Bei Entscheidungsfragen sollte schnellstmöglich im Interesse des Neugeborenen gehandelt werden können und dies gelingt, wenn alle Betroffenen in Harmonie miteinander umgehen. Zeitverzögerungen oder die Notwendigkeit zur Einschaltung von Behörden können sich verheerend auf die Gesundheit des Kindes auswirken, da oftmals schnell Maßnahmen der Behandlung eingeleitet werden müssen und die Zustimmung der Eltern dafür notwendig ist. Für eine mentale Stärkung sollten sich die Angehörigen gegenseitig stützend zur Seite stehen oder eine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Quellen

  • Hübler, A., Jorch, G., Härtel, C. (Hrsg.): Neonatologie.
    ISBN: 9783132452336
  • Maier, R. F., Obladen, M., Stiller, B., Zemlin, M.: Obladens Neugeborenenintensivmedizin.
    ISBN: 9783662665718
  • Speer, C. P., Gahr, M., Dötsch, J. (Hrsg.): Pädiatrie.
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  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
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  • Claßen, M., Illing, S., Sommerburg, O. (Hrsg.): Klinikleitfaden Pädiatrie.
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