Phlebologie
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 4. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die Phlebologie ist ein medizinisches Teilgebiet, das sich mit Venenleiden wie Krampfadern, Thrombosen oder Venenentzündungen befasst. Zur Diagnosestellung wendet die Phlebologie Standardverfahren wie die Dopplersonographie oder die Duplexsonographie an. Kompressionstherapien und Strippings zählen zu den wichtigsten phlebologischen Behandlungsmaßnahmen. Sie ist damit ein ärztliches Tätigkeitsfeld und kein einzelnes Verfahren; die klanglich ähnliche Phlebografie ist demgegenüber eine Röntgenuntersuchung, deren sich die Phlebologie unter anderem bedient.
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Was ist die Phlebologie?
Phlebologen beschäftigen sich mit der Prävention, der Untersuchung, Behandlung und Rehabilitation von Venenerkrankungen. Die bekanntesten davon sind Krampfadern. In Deutschland ist die Phlebologie keine eigenständige Facharztrichtung. Stattdessen kann der Titel des Phlebologen über Weiterbildungen nach der eigentlichen Facharztausbildung erworben werden.
Sowohl ausgebildete Allgemeinmediziner, als auch Dermatologen, Fachärzte der inneren Medizin oder Chirurgen können Phlebologen werden. Voraussetzung für die Zusatz-Weiterbildung Phlebologie ist eine abgeschlossene Facharztausbildung. Die Weiterbildung findet bei einem dafür befugten Arzt an einer anerkannten Weiterbildungsstätte statt; eine feste Mindestdauer schreibt die heutige Weiterbildungsordnung für die Phlebologie nicht mehr vor.
Die Weiterbildung umgreift neben dem Umgang mit phlebologischen Geräten auch die Behandlung verschiedener Venenerkrankungen. Die Weiterbildungsordnung fasst die Zusatz-Weiterbildung Phlebologie dabei etwas weiter, als der Name nahelegt: Zu ihrer Begriffsbestimmung gehören auch die Erkrankungen und Fehlbildungen des Lymphgefäßsystems der Gliedmaßen und ausdrücklich die Behandlung des Lymphödems; ebenso zählen Erkrankungen der kleinsten Gefäße wie das Raynaud-Syndrom zu den phlebologischen Inhalten. Von der Phlebologie zu unterscheiden ist die Angiologie, eine Facharztkompetenz im Gebiet der inneren Medizin. Sie ist für das gesamte Gefäßsystem zuständig – für Arterien, Kapillaren, Venen und Lymphgefäße – und nicht auf die Gliedmaßen beschränkt. Der Unterschied liegt danach vor allem im arteriellen Teil des Gefäßsystems, der nicht zu den phlebologischen Inhalten zählt; bei den Lymphgefäßen dagegen überschneiden sich beide, denn sie stehen in der Ordnung ausdrücklich auf beiden Seiten.
Dass die Ordnung für die Phlebologie keine Dauer nennt, fällt erst im Vergleich auf: Für zahlreiche benachbarte Zusatz-Weiterbildungen gibt sie eine Zeit in Monaten und den Umfang einer Kursweiterbildung an; für die Phlebologie verlangt sie allein die Facharztanerkennung und die Weiterbildung unter Befugnis, ohne eine Dauer zu benennen. Ältere Angaben von eineinhalb Jahren gehen auf eine frühere Fassung zurück und geben den heutigen Stand nicht wieder. Festgelegt sind dagegen die Inhalte, und diese zeichnen das Fach genauer als jede Zeitangabe: verlangt werden Kenntnisse in der Erkennung und Nachbehandlung venöser Gerinnselerkrankungen einschließlich der Gerinnungshemmung, in der Behandlung der chronischen Veneninsuffizienz und ihrer Folgen, Erfahrung in der Doppler- und der Duplexsonographie des Venensystems mit Richtzahlen von jeweils hundert Untersuchungen, in Funktionsuntersuchungen, in der Bestimmung des Knöchel-Arm-Index, in der Verödungsbehandlung, in Kompressionsverbänden und der Verordnung von Kompressionsstrümpfen sowie in Eingriffen am oberflächlichen Venensystem der Beine.
Der Name des Fachs geht auf das griechische Wort für Ader zurück. Als eigener Arbeitsschwerpunkt hat sich die Phlebologie erst im 20. Jahrhundert herausgebildet, nachdem die Untersuchung der Venen mit Röntgenkontrastmittel und später mit Ultraschall überhaupt erst zuverlässige Aussagen über den Blutfluss erlaubte. Zuvor waren Venenleiden vor allem ein Gegenstand der Chirurgie und der Hautheilkunde geblieben, was sich bis heute darin spiegelt, aus welchen Fächern die meisten Phlebologen kommen. Fachgesellschaften, Kongresse und eigene Zeitschriften haben das Gebiet seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts zusammengeführt.
Venenveränderungen gehören zu den häufigsten körperlichen Befunden überhaupt; Bevölkerungsuntersuchungen finden sie bei einem erheblichen Teil der Erwachsenen, wobei der weitaus größte Anteil auf leichte, rein sichtbare Formen entfällt und nur eine Minderheit fortgeschrittene Stadien erreicht. Häufigkeit und Ausprägung nehmen mit dem Lebensalter zu. Als begünstigende Umstände gelten eine familiäre Veranlagung, Übergewicht, stehende oder sitzende Tätigkeiten, Bewegungsmangel und die Schwangerschaft. Versorgt wird das Gebiet überwiegend ambulant: in Praxen niedergelassener Ärzte mit der entsprechenden Zusatzbezeichnung, in Gefäßzentren und, bei offenen Beinen, in spezialisierten Wundsprechstunden. Dort arbeiten Ärzte mit Pflegekräften, Sanitätsfachgeschäften und Lymphtherapeuten zusammen; bei ausgedehnten Eingriffen und bei schweren Gerinnselerkrankungen kommt die stationäre Behandlung hinzu.
Behandlungen & Therapien
Damit Behandlungen vergleichbar werden, ordnet die Phlebologie den Befund nach einem festen Schema ein. International gebräuchlich ist eine Einteilung, die vier Gesichtspunkte nebeneinanderstellt: das äußere Bild, die Ursache, den betroffenen Gefäßabschnitt und die zugrunde liegende Störung, also Rückfluss, Verschluss oder beides. Das äußere Bild reicht dabei von der unauffälligen Haut über Besenreiser und sichtbare Krampfadern zur Schwellung, zu Farb- und Verhärtungsveränderungen der Haut am Unterschenkel und schließlich zum abgeheilten oder offenen Geschwür. Diese Stufenfolge ist mehr als eine Beschreibung: Sie bestimmt, wie dringlich behandelt wird und ob eine Maßnahme von der Krankenkasse übernommen wird.
Am Anfang jeder Behandlung stehen Maßnahmen, die der Betroffene selbst mitträgt. Regelmäßiges Gehen setzt die Muskelpumpe der Wade in Gang, die das Blut gegen die Schwerkraft nach oben befördert; langes unbewegtes Stehen und Sitzen wirkt in die entgegengesetzte Richtung. Hochlagern der Beine entlastet, ebenso die Verringerung von Übergewicht. Die Haut am Unterschenkel wird bei Venenleiden trocken und rissig und braucht rückfettende Pflege, weil Einrisse den Weg für Entzündungen bahnen. Diese Empfehlungen ersetzen keine ärztliche Behandlung, sie tragen sie aber und entscheiden mit darüber, ob ein Befund fortschreitet.
Oft ist die Veneninsuffizienz die Folge einer zurückliegenden Thrombose. Ein unbehandeltes Venenleiden kann eine solche Beinvenenthrombose auslösen. Neben der Veneninsuffizienz können bei einer venösen Thrombose auch lebensgefährliche Konsequenzen eintreten. Beinvenenthrombosen gehen meist auf einen verlangsamten Blutstrom oder einen Gefäßschaden zurück. Ein Blutpfropf bildet sich. Wenn sich dieses Gerinnsel löst, kann es zu einer oft tödlichen Lungenembolie kommen.
In der Phlebologie wird zur Vorbeugung von Venengerinnseln oft eine Kompressionstherapie angewandt. Diese physikalische Kompression ist eine konservative Therapie. Sie bildet die Basistherapie bei so gut wie allen Venenleiden und begleitet sogar operative Eingriffe. Sowohl Kompressionsverbände als auch Kompressionsstrümpfe zählen zur Kompressionstherapie. Sie beschleunigen den Blutfluss in den Venen und erhalten ihn aufrecht.
Kompressionsstrümpfe werden nach Maß oder in genormten Größen abgegeben und in mehrere Klassen unterschiedlicher Andruckstärke unterschieden; welche Klasse infrage kommt, legt der Arzt nach dem Befund fest. Sie werden morgens vor dem Aufstehen angezogen, solange die Beine noch abgeschwollen sind, und tagsüber getragen. Vor jeder Kompressionsbehandlung muss allerdings geklärt sein, ob die Schlagadern des Beins ausreichend durchgängig sind; deshalb gehört die Bestimmung des Verhältnisses zwischen dem Blutdruck am Knöchel und am Oberarm zu den Pflichtinhalten der phlebologischen Weiterbildung. Bei erheblicher arterieller Durchblutungsstörung kann ein fester Verband schaden statt zu nützen. Ergänzend kommen Geräte zum Einsatz, die Luftkammern abwechselnd füllen und entleeren und so die Entstauung von außen unterstützen; sie werden vor allem bei Schwellungen und bei Lymphabflussstörungen verwendet.
Bei einem offenen Bein ist die Kompression ebenfalls die Grundlage, ergänzt um eine Wundbehandlung, die das Wundbett feucht hält und Auflagen dem Zustand der Wundheilung anpasst. Weil solche Geschwüre über Monate bestehen können und häufig wiederkehren, gehört zur Behandlung immer die Beseitigung der Ursache im Venensystem, nicht nur die Versorgung der Wunde. Bei einer frischen Gerinnselerkrankung wiederum wird die Gerinnung medikamentös gehemmt, zunächst rasch wirksam, anschließend über einen vom Arzt festgelegten Zeitraum weiter; die Vorstellung, dass Betroffene dabei liegen müssten, gilt als überholt, Bewegung unter Kompression wird heute ausdrücklich empfohlen. Zur Vorbeugung bei Operationen und längerer Bettlägerigkeit dienen gerinnungshemmende Mittel wie Heparin zusammen mit Bewegung und Kompression.
Neben dieser konservativen Therapiemethode wenden Phlebologen im Rahmen von einigen Venenerkrankungen auch medikamentöse Therapien an. Bei der Krampfaderverödung kann beispielsweise eine medikamentöse Sklerotherapie durchgeführt werden. Intravasal wird dabei ein Verödungsmittel appliziert. In Deutschland werden dafür überwiegend Polidocanol-haltige Präparate eingesetzt. Ein gewollter Thrombus bildet sich und schließt die Gefäßstrukturen.
Andererseits lässt sich ein ungewollter Thrombus durch medikamentöse Therapien ebenso kontrolliert auflösen. Das ist das Ziel der Thrombolyse, bei der intravasal ein thrombuslösendes Medikament gegeben wird. Wichtige Medikamente für die Phlebologie sind schmerzstillende Analgetika, entzündungshemmende Antiphlogistika, gerinnungshemmende Antikoagulantien und venenkräftigende Venotonika. Neben den konservativen und medikamentösen Therapiemaßnahmen beinhaltet die Phlebologie auch operative Behandlungsmaßnahmen.
Zu den wichtigsten zählen die Phlebextraktion, die Perforantenligatur und das Stripping. Bei der mikrochirurgischen Phlebextraktion werden Krampfadern durch kleine Einstiche Stück für Stück herausoperiert. Bei der Perforantenligatur werden die Verbindungen zwischen dem tiefen und dem oberflächlichen Venensystem unterbunden. In der Regel geschieht das im Rahmen eines Strippings, das lange und gerade Krampfadern mithilfe eines Stahldrahts an einem Stück aus dem Körper zieht. Mittlerweile wendet die Phlebologie zur Behandlung von Venenleiden außerdem thermische Verfahren an, so insbesondere aderverödende Laserverfahren. Dazu zählt auch die Radiofrequenzablation, bei der die Vene mit Radiowellen von innen verschlossen wird. Daneben haben sich Verfahren entwickelt, die ohne Hitze auskommen: Das Verödungsmittel kann zu Schaum aufgeschlagen werden, der die Gefäßwand großflächiger erreicht als eine Flüssigkeit, die Vene kann von innen mechanisch gereizt und gleichzeitig verödet oder mit einem Gewebekleber verschlossen werden. Welches Verfahren gewählt wird, hängt vom Durchmesser und Verlauf des Gefäßes, von der Hautbeschaffenheit, von Begleiterkrankungen und davon ab, was ambulant vertretbar ist.
Allen Verfahren gemeinsam ist, dass sie die kranke Vene ausschalten, die Veranlagung dazu aber nicht beseitigen. Auch nach einem technisch einwandfreien Eingriff können an anderer Stelle erneut Krampfadern entstehen, weshalb Nachkontrollen vereinbart werden und die konservativen Maßnahmen bestehen bleiben. Die Behandlung reiner Besenreiser ohne Krankheitswert gilt als kosmetische Leistung und wird von der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel nicht getragen; liegt dagegen eine behandlungsbedürftige Veneninsuffizienz vor, kann die Behandlung zulasten der Krankenkasse erfolgen. Diese Unterscheidung gehört zu den Fragen, die im ärztlichen Gespräch vor der Behandlung geklärt werden.
Diagnose & Untersuchungsmethoden
Die wichtigsten Untersuchungs- und Diagnoseverfahren der Phlebologie sind die Dopplersonographie, die Duplexsonographie, die Photoplethysmographie, die Phlebodynamometrie und die Venenverschlussplethysmographie. Bei der Dopplersonographie untersucht der Phlebologe die oberflächlichen Venenklappen, indem er ein Ultraschallbild der Gefäße erstellt.
Er kann so die Fließgeschwindigkeit des Bluts in den Venen bestimmen. Die Doppler-Sonographie gilt für sämtliche Gefäßerkrankungen als Standardinstrument der Diagnostik. Der Arzt erkennt im Rahmen der Untersuchung beispielsweise auch Varizen. Dabei handelt es sich um oberflächliche Venen mit pathologischer Erweiterung, die auf eine Funktionsstörung der Venenklappen hindeuten. Das Diagnostikinstrument der Photoplethysmographie misst dagegen die Blutfüllung des Unterschenkels. Diese Messung findet äußerlich statt. Der Unterschenkel muss für dieses Verfahren also nicht geöffnet werden.
Das Ergebnis dieser Photoplethysmographie hilft dem Arzt dabei, das Ausmaß der Schädigung und die Konsequenzen auf das gesamte Venensystem einzuschätzen. Von der Photoplethysmographie zu unterscheiden ist die Phlebodynamometrie, die den Venendruck während einer Belastung misst. Der Patient läuft während der Druckmessung oder macht Kniebeugen. An der Fußrückvene misst der Arzt mit einem Druckwandler den Druck und kann auf diese Weise die Funktionstüchtigkeit der Venenklappen einschätzen. Auch die Auswirkungen von Varizen lassen sich so erahnen. Um die Venenfunktionen näher zu bestimmen, wendet der Phlebologe dagegen eher eine Venenverschlussplethysmographie an.
Dem Patienten wird dabei eine Blutdruckmanschette um den Oberschenkel gelegt. An seinem Unterschenkel befinden sich Silikonringe mit einer Widerstandsflüssigkeit. Das venöse Blut kann so die Beinvene nicht verlassen. Das aufgestaute Blut wird durch das Lösen der Manschette wieder abgelassen. Je schneller es abfließt, desto unwahrscheinlicher sind Verstopfungen der Vene. Ein letztes Standard-Diagnoseverfahren ist für die Phlebologie die farbkodierte Duplexsonographie geworden.
Dieses Verfahren der Ultraschalluntersuchung stellt die Venenwände exakt und für den Patienten belastungslos dar. Venenverkalkungen und Venenentzündungen lassen sich über diese Untersuchungsmethode schon in der Frühphase diagnostizieren. Auch blickdiagnostisch kann ein guter Phlebologe einige Venenleiden bereits erkennen, so beispielsweise das Ulcus cruris oder andere Schwerstkomplikationen.
Beim Verdacht auf ein frisches Gerinnsel in den tiefen Beinvenen geht die Phlebologie einen eigenen Weg. Zunächst wird anhand von Beschwerden, Vorgeschichte und Befund abgeschätzt, wie wahrscheinlich ein Gerinnsel überhaupt ist; dafür stehen einfache Punktesysteme zur Verfügung. Ist diese Wahrscheinlichkeit gering, kann ein Laborwert weiterhelfen, der Abbauprodukte der Blutgerinnung erfasst: Fällt er unauffällig aus, ist ein Gerinnsel weitgehend ausgeschlossen; ein erhöhter Wert beweist umgekehrt nichts, weil er auch nach Operationen, bei Entzündungen, bei Geschwülsten und in der Schwangerschaft ansteigt. Bleibt die Frage offen oder ist die Wahrscheinlichkeit von vornherein hoch, folgt die Ultraschalluntersuchung, bei der der Untersucher die Vene mit dem Schallkopf vorsichtig zusammendrückt. Eine gesunde Vene lässt sich vollständig zusammendrücken, eine von einem Gerinnsel ausgefüllte nicht – dieses einfache Zeichen ist bis heute der tragende Befund der Thrombosediagnostik.
Die Röntgendarstellung der Venen mit Kontrastmittel ist damit von der ersten Wahl in die Reserve gerückt. Sie wird noch herangezogen, wenn der Ultraschall keine sichere Aussage erlaubt, wenn Becken- oder Bauchvenen zu beurteilen sind oder wenn ein Eingriff über einen Katheter geplant ist. Für Fragen nach Umgehungskreisläufen und nach dem Zustand des tiefen Systems nach durchgemachten Gerinnselerkrankungen bleibt sie ebenso aussagekräftig wie die Schnittbildverfahren. Ein Postthrombotisches Syndrom etwa lässt sich am unregelmäßigen, verengten Gefäßverlauf und an den zerstörten Klappen ablesen.
Zur phlebologischen Diagnostik gehört schließlich der Blick über das Venensystem hinaus. Ein geschwollenes Bein kann seine Ursache auch im Herzen, in den Nieren, in einer Störung des Lymphabflusses oder in Medikamenten haben; ein Wadenschmerz kann von der Muskulatur, von den Nerven oder von den Schlagadern ausgehen. Deshalb werden bei unklaren Befunden Herz, Nieren und der arterielle Zustand des Beins mit einbezogen. Und weil eine unerwartete Gerinnselerkrankung gelegentlich das erste Zeichen einer anderen Erkrankung ist, prüft der Arzt in solchen Fällen, ob weitere Untersuchungen angezeigt sind.
Quellen
- Hirsch, T., Schick, K., Stücker, M. (Hrsg.): Referenz Phlebologie.
ISBN: 9783132455634
- Rabe, E. (Hrsg.): Grundlagen der Phlebologie und Lymphologie.
ISBN: 9783934371682
- Noppeney, T., Nüllen, H.: Repetitorium Phlebologie.
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- Noppeney, T. (Hrsg.): Varikose.
ISBN: 9783662591161
- Földi, M., Földi, E., Kubik, S. (Hrsg.): Lehrbuch Lymphologie.
ISBN: 9783437593321
