Antiphlogistika (Entzündungshemmer)

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Antiphlogistika oder Entzündungshemmer umfassen Wirkstoffe oder Behandlungsmethoden, die Entzündungsprozesse des Körpers eindämmen. Diese sind eine Reaktion des Körpergewebes auf äußere mechanische, physikalische oder infektiöse Reize. Ist das Immunsystem des Körpers nicht mehr in der Lage, diese Reize abzuwehren, kommen Antiphlogistika zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Antiphlogistika?

Antiphlogistika (Entzündungshemmer)
Antiphlogistika oder Entzündungshemmer umfassen Wirkstoffe oder Behandlungsmethoden, die Entzündungsprozesse des Körpers eindämmen.

Um Antiphlogistika gezielt einsetzen zu können, sind zwei Arten von Entzündungen zu unterscheiden. Die klassische Entzündung ist mit Schmerzen verbunden, die jedoch lediglich Krankheitssymptome sind.

Hier können gezielt Methoden zur Behandlung der betreffenden Krankheit eingesetzt werden. Gefährlicher sind Entzündungen, die auf zellulärer Ebene wirken und keine Signale aussenden, daher chronisch werden. Diese erfordern eine Modulation bestimmter Hormone, der Eicosanoide. Diese können sowohl entzündungshemmend als auch entzündungsfördernd wirken.

Medikamente wie Aspirin, nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAP), COX-2-Hemmer oder Corticosteroide reduzieren die „schlechten“ Eicosanoide, führen jedoch auch zu einer Verminderung des Pegels „guter“ Eicosanoide. Daher wird die medikamentöse Behandlung oftmals mit einer entzündungshemmenden Ernährung kombiniert.

Geschichte & Entwicklung

Die Entdeckung und Entwicklung von Antiphlogistika, also entzündungshemmenden Wirkstoffen, reicht weit in die Antike zurück. Bereits im alten Ägypten und Griechenland wurden pflanzliche Extrakte, wie Weidenrinde, zur Behandlung von Entzündungen und Schmerzen eingesetzt. Im 18. Jahrhundert entdeckte der englische Geistliche Edward Stone, dass Weidenrinde Fieber senkt, was zur Isolierung von Salicin durch den Chemiker Johann Andreas Buchner im Jahr 1828 führte.

Der bedeutendste Durchbruch erfolgte im Jahr 1897, als der Chemiker Felix Hoffmann im Auftrag von Bayer Acetylsalicylsäure (Aspirin) synthetisierte. Aspirin gilt als das erste moderne Antiphlogistikum und wurde schnell als Schmerzmittel und Entzündungshemmer populär. Seine Wirkungsweise, nämlich die Hemmung der Cyclooxygenase (COX), wurde erst in den 1970er Jahren durch den britischen Pharmakologen John Vane entdeckt.

In den folgenden Jahrzehnten wurden weitere nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAIDs) wie Ibuprofen (1961) und Naproxen (1976) entwickelt. Diese Medikamente hemmen ebenfalls die COX-Enzyme, um die Produktion von Prostaglandinen, die Entzündungen und Schmerzen verursachen, zu verringern.

Später wurden selektive COX-2-Hemmer wie Celecoxib in den 1990er Jahren eingeführt, um gezielt Entzündungen zu bekämpfen und dabei weniger Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt zu verursachen, wie es bei traditionellen NSAIDs häufig der Fall ist. Der 1999 eingeführte COX-2-Hemmer Rofecoxib wurde jedoch bereits 2004 wegen eines erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisikos weltweit vom Markt genommen; seither gehört die Abwägung des Herz-Kreislauf-Risikos zur Anwendung aller nichtsteroidalen Antiphlogistika.

Anwendung, Wirkung & Gebrauch

Es werden unterschiedliche Arten von Antiphlogistika in der Medizin eingesetzt. Steroide (Corticosteroide) reduzieren Entzündungen durch Bindung an Glukokortikoid-Rezeptoren und greifen bei innerlicher Anwendung massiv in den Stoffwechsel sowie den Wasserhaushalt des Körpers ein. Sie werden zum Beispiel zur Behandlung von Asthma oder Neurodermitis eingesetzt.

Nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAP) blockieren ein bestimmtes Enzym namens Cyclooxygenase (oder COX), das im Körper Prostaglandine bildet. Prostaglandine sind hormonähnliche Chemikalien im Körper, die durch Erhöhung der Temperatur und Erweiterung der Blutgefäße Entzündungsreaktionen vermitteln. Durch die Reduzierung der Produktion von Prostaglandin helfen NSAP, die Beschwerden von Fieber und Entzündungen zu reduzieren und die damit verbundenen Schmerzen zu lindern.

Einige typische NSAP sind Aspirin, Ibuprofen oder Naproxen. Sie werden häufig verwendet, um die Schmerzen und Entzündungen bei einigen Arten von Arthritis und anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates zu behandeln.

Immunselektive Antiphlogistika sind eine Klasse von Peptiden, die eine neue Klasse von Entzündungshemmern darstellen und auf der Erkenntnis basieren, dass Immun-, Nerven- und Hormonsystem komplex interagieren, um Entzündungen zu bekämpfen.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Antiphlogistika

Neben nicht-steroidalen entzündungshemmenden Medikamenten (NSAP) haben etliche Kräuter entzündungshemmende Eigenschaften. Arnika beispielsweise enthält Helenalin, während Weidenrinde Salicin enthält, das im Körper zu Salicylsäure umgesetzt wird, dem Grundkörper der Acetylsalicylsäure, die unter dem Namen Aspirin bekannt wurde.

Cannabichromen – Bestandteil der Cannabispflanze, wirkt ebenfalls entzündungshemmend. Ein Hauptinhaltsstoff von Johanniskraut ist Hyperforin, das im Laborversuch die Cyclooxygenase-1 etwa 3- bis 18-fach stärker hemmt als Aspirin. Auch die Anwendung von Eis oder kühlem Wasser hat eine entzündungshemmende Wirkung und wird oft als Schmerzmanagement für Sportler eingesetzt. Kühle Temperaturen hemmen die lokale Durchblutung und reduzieren Schwellungen.

Einen breiten Umfang in der modernen Behandlung nimmt inzwischen die entzündungshemmende Ernährung ein. Diese fokussiert auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung, die reich an unverarbeiteten Lebensmitteln und natürlichen Kohlenhydraten sowie ungesättigten Fetten ist. Die meisten Früchte und Gemüse sowie Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, wie Wildlachs, Sardinen, Hering, Anchovis, Leinsamen, Hanfsamen und Walnüsse sind für diese Ernährung geeignet. Natives Olivenöl enthält Oleocanthal, das eine ähnliche Wirkung wie Ibuprofen entfaltet.

Kurkuma, Oregano, Rosmarin, Ingwer und grüner Tee enthalten Bioflavonoide und Polyphenole, die Entzündungen reduzieren und die Produktion freier Radikale hemmen. Vor allem Personen mit Erkrankungen wie Arthritis, Rheuma, Asthma, Allergien, Herzkrankheiten, Krebs, Alzheimer oder Diabetes profitieren von einer Ernährungsumstellung.

In der Homöopathie kommen als Entzündungshemmer vor allem Myristica sebifera, Acidum nitricum, Hamamelis virginica, Kalium chloratum und Echinacea zur Anwendung. In kontrollierten Studien ließ sich für homöopathische Mittel allerdings keine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung nachweisen.


Risiken & Nebenwirkungen

NSAP verursachen häufig gastrointestinale Nebenwirkungen wie Verdauungsstörungen, Magenbeschwerden (einschließlich Übelkeit oder Erbrechen) und Bauchschmerzen. Die dauerhafte Verwendung medikamentöser Antiphlogistika kann ebenfalls zu Geschwüren und Blutungen im Magen oder anderen Teilen des Magen-Darm-Traktes führen.

Corticosteroide können die Magenschleimhaut schädigen und bei längerer Anwendung das sogenannte Cushing-Syndrom auslösen. Der steigende Blutzuckerspiegel befördert die Ansammlung von Körperfett; der gesteigerte Eiweißabbau führt zudem zu einem Muskelschwund der Gliedmaßen.

Manche Menschen haben ein höheres Risiko für Komplikationen, dazu gehören zunehmendes Alter, vorhandene Erkrankungen wie Herzprobleme, Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenerkrankungen sowie die Einnahme von Alkohol.

Anwendung & Sicherheit

Die Anwendung von Antiphlogistika, insbesondere von nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAIDs), erfolgt zur Behandlung von Entzündungen, Schmerzen und Fieber. Sie werden häufig bei Erkrankungen wie Arthritis, Muskelverletzungen oder Kopfschmerzen eingesetzt. Die Dosierung richtet sich nach dem Wirkstoff, dem Schweregrad der Beschwerden und den individuellen Bedürfnissen des Patienten. NSAIDs wie Ibuprofen und Naproxen sind häufig als rezeptfreie Medikamente erhältlich, während stärkere Varianten verschreibungspflichtig sind.

In Bezug auf die Sicherheit sind Antiphlogistika wirksam, können jedoch bei längerer Anwendung oder hohen Dosen Nebenwirkungen verursachen. Häufige Risiken sind Magen-Darm-Beschwerden wie Geschwüre oder Blutungen, da diese Medikamente die Schleimproduktion im Magen verringern. Auch Herz-Kreislauf-Risiken und Nierenschäden sind bei langfristiger Anwendung möglich, insbesondere bei älteren Menschen oder Personen mit bestehenden Vorerkrankungen. Daher gilt als Grundsatz, die niedrigste wirksame Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum anzuwenden.

Die Qualitätskontrolle bei der Herstellung von Antiphlogistika unterliegt strengen Standards. Hersteller müssen sicherstellen, dass die Wirkstoffe rein und in der richtigen Dosierung enthalten sind. Dies erfolgt durch umfassende Tests während der Produktionsphasen, einschließlich der Prüfung auf Verunreinigungen, Dosiergenauigkeit und chemische Stabilität. Regulierungsbehörden überwachen die Produktion, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Medikamente sicherzustellen.

Rechtliche Einordnung

Ob ein Entzündungshemmer ein Rezept erfordert, ergibt sich nicht aus seiner Stärke im Alltagsverständnis, sondern aus einer Liste. Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung führt die verschreibungspflichtigen Stoffe auf, und die nichtsteroidalen Antiphlogistika stehen dort – jeweils mit ausdrücklich benannten Ausnahmen. Diese Ausnahmen sind an die Wirkstärke der einzelnen Tablette, an die Packungsgröße, an ein bestimmtes Anwendungsgebiet und teils an ein Mindestalter geknüpft. Für Ibuprofen und Diclofenac nimmt die Verordnung zusätzlich die äußerliche Anwendung aus, also Salben, Cremes und Pflaster. Acetylsalicylsäure ist in der Anlage überhaupt nur für die Anwendung als Spritze oder Infusion aufgeführt; die Tablette fällt nicht darunter.

Aus dieser Bauweise folgt etwas, das leicht übersehen wird: Rezeptfreiheit ist keine Aussage über die Harmlosigkeit eines Wirkstoffs, sondern über eine eng umgrenzte Darreichung. Derselbe Stoff, der in der kleinen Packung ohne Rezept über den Ladentisch geht, ist in der stärkeren Zubereitung verschreibungspflichtig. Rezeptfrei bedeutet außerdem nicht frei verkäuflich: Die rezeptfreien nichtsteroidalen Antiphlogistika bleiben an die Apotheke gebunden, und die Beratung dort ist der Teil der Sicherheitsarchitektur, der die ärztliche Verordnung ersetzt.

Wechselwirkungen

Die folgenreichste Wechselwirkung der nichtsteroidalen Antiphlogistika betrifft nicht ein anderes Schmerzmittel, sondern die Blutverdünnung. Wer Acetylsalicylsäure zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall einnimmt, nutzt deren Wirkung auf die Blutplättchen. Ibuprofen greift am selben Enzym an und kann diese Wirkung im Laborversuch abschwächen. Die europäische Arzneimittelbehörde ließ diesen Hinweis nach einem 2014 eingeleiteten Prüfverfahren im Mai 2015 in die Produktinformationen aufnehmen. Ob daraus im Alltag ein tatsächlicher Verlust an Schutz wird, ließ sich dabei nicht klären; für die gelegentliche Anwendung wird er nicht erwartet. Die Frage stellt sich also nur für Menschen, die beides über längere Zeit zugleich einnehmen.

Eine zweite, weniger bekannte Kombination betrifft die Nieren. Nichtsteroidale Antiphlogistika drosseln die Bildung von Prostaglandinen auch dort, wo diese die Durchblutung der Nieren aufrechterhalten. Treffen sie auf zwei Arzneimittelgruppen, die vielen Menschen mit Bluthochdruck oder Herzschwäche verordnet werden – entwässernde Mittel und Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Systems –, greifen drei Mechanismen an derselben Stelle ineinander. Eine Zusammenfassung von fünf Fall-Kontroll-Studien mit über 400.000 Teilnehmern fand für diese Dreierkombination ein etwa verdoppeltes Risiko einer akuten Nierenschädigung; die Aussagekraft der zugrunde liegenden Daten stufen die Autoren selbst als gering ein. Für jedes der drei Mittel allein gilt der Befund nicht – er entsteht erst aus dem Zusammentreffen.

Äußerliche Anwendung

Nichtsteroidale Antiphlogistika gibt es nicht nur als Tablette und Zäpfchen, sondern auch als Gel, Creme, Spray und Pflaster. Der Gedanke dahinter ist, den Wirkstoff dort anzureichern, wo er gebraucht wird, und den übrigen Körper zu verschonen. Eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration wertete dazu 39 Studien mit mehr als 10.000 Teilnehmern aus. Für Diclofenac und Ketoprofen auf der Haut fand sie eine bessere Schmerzlinderung als für die wirkstofffreie Salbengrundlage; die Belege stammen dabei fast vollständig von Menschen mit Arthrose des Knies. Für andere langwierige Schmerzzustände lagen keine belastbaren Daten vor, und für die übrigen äußerlich angewendeten Wirkstoffe dieser Gruppe reichte die Datenlage für eine eigene Auswertung nicht aus.

Bemerkenswert ist ein Nebenbefund derselben Auswertung. Auch die wirkstofffreie Grundlage linderte die Beschwerden bei etwa der Hälfte der Teilnehmer und damit rund doppelt so oft wie eine Scheintablette. Ein Teil dessen, was ein Schmerzgel bewirkt, geht demnach auf das Einreiben, die Kühlung beim Verdunsten und die Erwartung zurück – und nicht auf den Wirkstoff. Das erklärt zugleich, warum sich die örtliche Anwendung im Nebenwirkungsprofil deutlich von der Tablette unterscheidet: Hautreaktionen an der Auftragestelle traten unter Diclofenac häufiger auf als unter der Grundlage allein, Magen-Darm-Beschwerden hingegen nicht.

Alternativen

Zu den Alternativen zu Antiphlogistika gehören verschiedene Medikamente und Therapieformen, die je nach Art der Schmerzen oder Entzündungen eingesetzt werden. Paracetamol ist eine gängige Alternative, insbesondere bei der Behandlung von Schmerzen und Fieber, ohne die entzündungshemmende Wirkung von NSAIDs. Paracetamol ist magenfreundlicher und verursacht weniger gastrointestinale Nebenwirkungen, hat jedoch keine Wirkung auf Entzündungen.

Opioide wie Tramadol oder Morphin werden bei stärkeren Schmerzen eingesetzt, sind jedoch keine entzündungshemmenden Mittel. Sie haben ein hohes Abhängigkeitspotenzial und eine Vielzahl von Nebenwirkungen wie Atemdepression oder Verstopfung, was ihre Anwendung einschränkt. Sie sind bei chronischen, schweren Schmerzzuständen, bei denen NSAIDs nicht ausreichen, eine Alternative.

Corticosteroide wie Prednison zählen zwar selbst zu den Antiphlogistika, kommen aber als Alternative zu den NSAIDs bei schweren entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma oder Asthma in Betracht. Sie haben eine starke entzündungshemmende Wirkung, können jedoch bei langfristiger Anwendung Nebenwirkungen wie Osteoporose, Gewichtszunahme und Immunsuppression verursachen.

Neben medikamentösen Ansätzen gibt es auch nicht-medikamentöse Therapieformen, wie Physiotherapie, die insbesondere bei muskuloskelettalen Beschwerden oft eingesetzt wird. Akupunktur oder Massage können ebenfalls schmerzlindernd wirken, wenn auch auf mechanische und nicht-pharmakologische Weise.

Im Vergleich bieten NSAIDs eine direkte, entzündungshemmende Wirkung mit relativ schnellen Ergebnissen, während andere Therapieformen eher symptomatisch oder unterstützend wirken.

Forschung & Zukunft

Aktuelle Trends in der Forschung zu Antiphlogistika zielen darauf ab, wirksame Behandlungen mit weniger Nebenwirkungen zu entwickeln. Ein zentraler Fokus liegt auf der Entwicklung von selektiveren COX-2-Hemmern, die gezielt Entzündungen bekämpfen, ohne die Magen-Darm-Schleimhaut zu schädigen. Obwohl einige COX-2-Hemmer wie Celecoxib bereits auf dem Markt sind, wird intensiv daran gearbeitet, deren Sicherheit zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf kardiovaskuläre Risiken.

Ein weiterer Trend ist die Untersuchung von Lipid-Mediatoren, wie Resolvine und Lipoxine, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und gleichzeitig die natürliche Auflösung von Entzündungen fördern. Diese Substanzen spielen eine Rolle in der Steuerung des körpereigenen Heilungsprozesses und könnten in Zukunft als Alternativen oder Ergänzungen zu herkömmlichen Antiphlogistika eingesetzt werden.

Die Entwicklung von nanotechnologischen Ansätzen zur gezielten Medikamentenabgabe ist ebenfalls ein wachsendes Forschungsgebiet. Mit Nanopartikeln könnten Antiphlogistika direkt an entzündete Stellen im Körper transportiert werden, was eine geringere systemische Belastung und weniger Nebenwirkungen zur Folge hätte.

Auch der Einsatz von biologischen Therapien wird erforscht. Monoklonale Antikörper wie Tocilizumab, die gezielt entzündungsfördernde Moleküle wie Interleukin-6 blockieren, finden bereits in der Behandlung von rheumatoider Arthritis Anwendung und könnten in Zukunft auch bei anderen entzündlichen Erkrankungen eine Rolle spielen.

Diese neuen Ansätze bieten vielversprechende Möglichkeiten, um die Effektivität von Antiphlogistika zu steigern und gleichzeitig die Nebenwirkungen zu minimieren.

Quellen

  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., et al. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437061257
  • Freissmuth, M., Offermanns, S., Böhm, S. (Hrsg.): Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783662684696
  • Diener, H.-C., Baron, R., Maier, C. (Hrsg.): Die Schmerztherapie.
    ISBN: 9783437215421
  • Distler, J. H. W. (Hrsg.): Therapie-Handbuch Rheumatologie und Immunologie.
    ISBN: 9783437238840

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