Allgemeinmedizin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Allgemeinmediziner sind in der Regel die Ärzte, die bei körperlichen Beschwerden am häufigsten aufgesucht werden. Wenn sie diese nicht selbst behandeln können, koordinieren sie die weitere Behandlung durch Fachärzte und stimmen die Behandlung der eigenen Diagnostik mit den Befunden der Fachärzte ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Allgemeinmedizin?

Allgemeinmedizin
Allgemeinmediziner sind in der Regel die Ärzte, die bei körperlichen Beschwerden am häufigsten aufgesucht werden. Wenn sie diese nicht selbst behandeln können, koordinieren sie die weitere Behandlung durch Fachärzte.

Die Humanmedizin setzt sich aus 32 unterschiedlichen Fachgebieten zusammen. Eines dieser Teilgebiete ist die Allgemeinmedizin. Ein Allgemeinmediziner, auch Hausarzt genannt, ist für Patienten die erste Anlaufstelle, wenn sie krank sind oder Beschwerden haben, die ärztlich behandelt werden müssen. Daneben wurde früher die Bezeichnung „praktischer Arzt“ geführt; sie wird in Deutschland seit den 1990er Jahren nicht mehr neu vergeben, die heutige Facharztbezeichnung lautet „Facharzt für Allgemeinmedizin“.

Allgemeinmediziner sind somit, wie es die Bezeichnung ausdrückt, zuständig für den allgemeinen Gesundheitszustand der Patienten. In den meisten Fällen sind sie in eigener Praxis als Hausärzte niedergelassen. Allgemeinmediziner haben einen festen Patientenstamm meistens über Jahre hinweg und kennen die Krankengeschichte ihrer Patienten und deren Familien im Detail.

Durch diesen persönlichen Bezug sind sie für Patienten eine wichtige Vertrauensperson. Anhand der oft sehr subjektiven Schilderung von Beschwerden muss ein Allgemeinmediziner die richtige Diagnose stellen und eine Behandlung einleiten oder den Patienten ggf. an einen Facharzt zur weiteren Untersuchung oder Behandlung überweisen.

Behandlungen & Therapien

Das Fachgebiet der Allgemeinmedizin beinhaltet die Basisversorgung aller ihrer Patienten, sei es mit akuten Beschwerden, als Notfall oder zur Vor- und Nachsorge. Allgemeinmediziner sind dafür ausgebildet, Erkrankungen, die keine über die Basisversorgung hinausgehenden Fachkenntnisse erfordern, zu behandeln. Können sie diese im Rahmen der Grundversorgung nicht leisten, überweisen sie ihre Patienten an Fachärzte, die in dem jeweiligen Fachgebiet über spezielle Kenntnisse und Erfahrungen verfügen.

Die Grenzen der Arbeitsbereiche zwischen Allgemeinmedizin und Fachmedizin sind dabei oft fließend und nicht eindeutig definiert. Zwar legen die Krankenkassen und kassenärztlichen Vereinigungen in ihren Leistungskatalogen fest, welche Arztgruppe welche Leistungen abrechnen kann, doch steht es gesetzlich Versicherten frei, einen Facharzt auch ohne Überweisung aufzusuchen. Nur wenige Fachgruppen – etwa Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie und Laboratoriumsmedizin – werden ausschließlich auf Überweisung tätig. Die Allgemeinmediziner übernehmen dennoch eine Steuerungsfunktion in der ärztlichen Versorgung und stellen eine stufenweise Diagnostik sicher; bei Bedarf arbeiten sie mit Fachspezialisten zusammen, um ihrem Arbeitsauftrag im Sinne der Patienten und der gesellschaftlich an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden.

Als Hausärzte betreuen sie Patienten und ihre Familien und führen bei Bedarf auch Hausbesuche durch, wenn Patienten so krank sind, dass sie nicht die Praxis aufsuchen können. Sie verordnen Medikamente und stellen Heilmittelverordnungen aus, etwa für Massagen oder Krankengymnastik, und übernehmen nach einer Überweisung an den Facharzt und erfolgter Diagnostik wieder die Behandlung des Patienten. Sie verabreichen Spritzen, z. B. im Rahmen des Impfschutzes.

Die Allgemeinmedizin sorgt für eine qualitativ möglichst hochwertige medizinische Versorgung und hat dabei das Wohl der Patienten im Auge, achtet aber gleichzeitig auch darauf, dass diese angemessen ist, auch im Hinblick auf den Kostenfaktor. Kostendruck und dadurch bedingt weniger Zeit für den Einzelfall sorgen aber häufig dafür, dass für eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten wenig Zeit bleibt.


Diagnose & Untersuchungsmethoden

Eine sorgfältige und umfassende Diagnose ist die wichtigste Voraussetzung für eine adäquate Behandlung. Eine Reihe von Untersuchungen kann in einer allgemeinärztlichen Praxis bei entsprechender technischer Ausstattung stattfinden. Zu den häufigsten Untersuchungsverfahren in allgemeinmedizinischen Praxen gehören Vorsorgeuntersuchungen. Viele Erkrankungen können durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden.

Daher nimmt die Gesundheitsvorsorge einen wichtigen Stellenwert in der Allgemeinmedizin ein. Hausärzte beraten ihre Patienten, welche Vorsorgeuntersuchungen für sie sinnvoll sind, und führen diese teilweise auch selbst durch, z. B. Check-ups, Begutachtung von Muttermalen zur Einschätzung eines Hautkrebsrisikos, etc. Wenn Patienten unter Herzbeschwerden oder Herzrhythmusstörungen leiden, kann ein EKG Hinweise auf eine Koronare Herzkrankheit (KHK) geben; ein unauffälliges Ruhe-EKG schließt sie allerdings nicht aus. Da manchmal nicht genau eingeschätzt werden kann, in welchen Situationen die Beschwerden auftreten, wird bei Bedarf ein Langzeit-EKG angeordnet, das die Herztätigkeit über einen Zeitraum von 24 Stunden aufzeichnet und Aufschluss über mögliche Ursachen geben kann.

Zu den Standarduntersuchungen gehört eine Blutdruck- und Pulsmessung. Auf diese Weise kann ein Bluthochdruck (Hypertonie) oder ein zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) festgestellt werden. Genauere Hinweise kann eine Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden ergeben. Bei Atemproblemen werden Herz und Lunge mit einem Stethoskop abgehört. Durch das Abhören lassen sich unregelmäßige Herztöne oder krankhafte Atemgeräusche feststellen. Viele Erkrankungen, z. B. Entzündungen, lassen sich aufgrund von Blut-, Urin- oder Stuhluntersuchungen feststellen. Dazu wird den Patienten Blut abgenommen und entweder im hauseigenen Labor untersucht oder an ein Fremdlabor weitergeleitet.

Bei Atemwegserkrankungen erfolgt bei Bedarf ein Rachenabstrich, um eine Streptokokkeninfektion auszuschließen. Einige Allgemeinpraxen verfügen über eine gehobene technische Ausstattung und können auch Ultraschalluntersuchungen selbst durchführen; Röntgenaufnahmen setzen eine besondere Fachkunde voraus und sind in Hausarztpraxen die Ausnahme. Manche Praxen sind auch in der Lage, Lungenfunktionsprüfungen durchzuführen, die für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma wichtig sind. Diese Funktionsprüfung gibt Aufschluss über den Verlauf von Bronchial- und Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD und zeigt die Reaktion auf die Verordnung von Medikamenten.

Nicht selten haben Allgemeinmediziner auch Zusatzausbildungen in verschiedenen Bereichen, z. B. Akupunktur oder Homöopathie, und dürfen die entsprechende Zusatzbezeichnung dann führen und diese Verfahren in ihrer Praxis anbieten.

Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin

Am Anfang steht wie bei allen ärztlichen Gebieten das Studium der Humanmedizin, das mit dem Staatsexamen und der Erteilung der Approbation endet. Erst danach beginnt die eigentliche Weiterbildung. Sie unterscheidet sich von der Weiterbildung in den meisten anderen Gebieten dadurch, dass ein erheblicher Teil davon nicht im Krankenhaus, sondern in einer Praxis abgeleistet wird. Vorgesehen sind Abschnitte in der stationären Versorgung – vor allem in der Inneren Medizin – sowie ein längerer Abschnitt in einer allgemeinmedizinischen Praxis; weitere Zeiten können in anderen Gebieten wie Chirurgie, Kinder- und Jugendmedizin oder Psychiatrie abgeleistet werden. Abgeschlossen wird die Weiterbildung mit einer Prüfung vor der zuständigen Landesärztekammer, die anschließend die Facharztbezeichnung verleiht.

Weil die Weiterbildung dabei über mehrere Einrichtungen verteilt ist, haben sich Verbünde gebildet, in denen Kliniken und Praxen einer Region die Abschnitte aufeinander abstimmen und die Ärzte in Weiterbildung von einer Station zur nächsten weiterreichen, ohne dass diese sich jede Stelle einzeln suchen müssen. Ergänzend bestehen Kompetenzzentren, die begleitende Seminare und eine Mentorenbetreuung anbieten. Da das Weiterbildungsrecht in Deutschland bei den Landesärztekammern liegt, bestehen zwischen den Bundesländern Unterschiede im Detail.

Auch an den Universitäten hat das Fach vergleichsweise spät Fuß gefasst. Eigene Lehrstühle für Allgemeinmedizin wurden erst eingerichtet, als die Aufspaltung der Medizin in Spezialgebiete bereits weit fortgeschritten war. Heute gehört die Allgemeinmedizin zum Pflichtprogramm des Studiums, unter anderem mit einem Praktikum in einer Lehrpraxis.

Der hausärztliche Arbeitsalltag

Der Tagesablauf einer Hausarztpraxis besteht aus mehreren Schichten. Den größten Teil nimmt die Sprechstunde ein, in der terminierte Patienten und Akutfälle nebeneinander versorgt werden. Hinzu kommen Hausbesuche, die Betreuung von Bewohnern in Pflegeeinrichtungen und, bei entsprechender Qualifikation, die Begleitung Schwerkranker zu Hause im Rahmen der Palliativmedizin.

Ein oft unterschätzter Anteil entfällt auf Aufgaben, die nicht am Patienten stattfinden: das Sichten von Laborwerten und Arztbriefen, das Ausstellen von Bescheinigungen über die Arbeitsunfähigkeit, Atteste, Anträge auf Rehabilitation oder auf Leistungen der Pflegeversicherung, das Führen der Patientenakte und die Abstimmung mit Fachärzten, Krankenhäusern, Apotheken und Pflegediensten. Bei Menschen, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen, gehört auch das Prüfen der gesamten Medikation auf Wechselwirkungen und Doppelverordnungen zu den hausärztlichen Aufgaben; die Zusammenstellung wird in einem Medikationsplan festgehalten.

Für chronisch kranke Menschen gibt es strukturierte Behandlungsprogramme, in die sich Patienten einschreiben können und in denen regelmäßige Kontrolltermine, Schulungen und festgelegte Untersuchungen vorgesehen sind. Solche Programme bestehen unter anderem für Diabetes mellitus, für die koronare Herzkrankheit sowie für Asthma und COPD. Koordiniert werden sie in aller Regel von der Hausarztpraxis.

Getragen wird die Praxis nicht vom Arzt allein. Medizinische Fachangestellte nehmen Blut ab, führen Verbandwechsel durch, bedienen die Geräte und übernehmen die Terminorganisation. In vielen Praxen gibt es zusätzlich qualifizierte Mitarbeiterinnen, die im Auftrag des Arztes Hausbesuche durchführen und dort etwa Wunden versorgen oder Werte kontrollieren. Außerhalb der Sprechzeiten wird die Versorgung durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst sichergestellt, den die Kassenärztlichen Vereinigungen organisieren und an dem niedergelassene Ärzte turnusmäßig teilnehmen.

Häufige Beratungsanlässe

Das Beschwerdebild, mit dem eine Hausarztpraxis zu tun hat, unterscheidet sich deutlich von dem einer Klinik. In der Praxis erscheinen Patienten mit unsortierten, oft frühen und häufig noch nicht zuordenbaren Beschwerden. Ein großer Teil davon geht von selbst wieder zurück, während einzelne Fälle ernste Ursachen haben. Genau diese Mischung macht die Aufgabe schwierig: Der Hausarzt muss aus vielen harmlosen Verläufen die wenigen gefährlichen herausfinden, ohne jeden Patienten der vollständigen apparativen Diagnostik zu unterziehen.

Zu den häufigsten Anlässen zählen Infekte der Atemwege, Rückenschmerzen und andere Beschwerden des Bewegungsapparates, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Magen-Darm-Beschwerden, Hauterkrankungen sowie Schlafstörungen. Ein erheblicher Teil der Vorstellungen hat einen seelischen Anteil oder ist ganz seelisch bedingt: anhaltender Stress, Erschöpfung, Angstzustände und Depressionen werden häufig zuerst dem Hausarzt geschildert, und oft geschieht das über körperliche Beschwerden. Für diese Fälle können Allgemeinmediziner die psychosomatische Grundversorgung erwerben, die ihnen erlaubt, entsprechende Gespräche strukturiert zu führen und abzurechnen, bevor eine Psychotherapie eingeleitet wird.

Hinzu kommen Beratungen ohne akuten Krankheitsanlass: Impfberatung einschließlich der Grippeschutzimpfung, Reiseberatung, Ernährungs- und Bewegungsberatung, Beratung zum Rauchverzicht und zum Umgang mit Alkohol sowie Gespräche über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Der Weg des Patienten in die Hausarztpraxis

Vor dem Arztkontakt steht in aller Regel die Anmeldung. Dort schätzen die Mitarbeiterinnen anhand der geschilderten Beschwerden ein, wie dringend der Fall ist, und ordnen ihn in den Ablauf ein. Wer akute, bedrohliche Beschwerden schildert, wird vorgezogen; für Beschwerden, die keinen Aufschub dulden, halten viele Praxen offene Zeiten frei. Erkennbar lebensbedrohliche Notfälle gehören nicht in die Sprechstunde, sondern in die Hände des Rettungsdienstes.

Im Sprechzimmer ist das wichtigste Werkzeug das Gespräch. Aus der Schilderung, dem bisherigen Verlauf, den Vorerkrankungen, der Lebens- und Arbeitssituation und der Kenntnis der Familie ergibt sich meist bereits eine Arbeitsdiagnose, die durch die körperliche Untersuchung geprüft wird. Ein für die Allgemeinmedizin kennzeichnendes Vorgehen besteht darin, nicht jede denkbare Ursache sofort auszuschließen, sondern gezielt nach den Zeichen zu suchen, die auf einen gefährlichen Verlauf hindeuten, und den Patienten ansonsten unter Beobachtung zu behalten. Dazu gehört die Verabredung, sich bei ausbleibender Besserung oder bei bestimmten neuen Beschwerden erneut vorzustellen.

Neben der freien Arztwahl bestehen besondere Versorgungsverträge, in die sich gesetzlich Versicherte freiwillig einschreiben können und in denen sie sich verpflichten, außer in Notfällen zuerst ihren Hausarzt aufzusuchen. Die Teilnahme ist eine Entscheidung des Versicherten und keine allgemeine Pflicht. In den vergangenen Jahren sind zudem digitale Wege hinzugekommen: Videosprechstunden, elektronisch übermittelte Verordnungen und die elektronische Patientenakte, in der Befunde verschiedener Behandler zusammenlaufen sollen.

Abgrenzung zu Nachbarfächern

Hausärztlich tätig sind nicht nur Fachärzte für Allgemeinmedizin. Auch Internisten ohne Schwerpunktbezeichnung können sich für die hausärztliche Versorgung entscheiden, und Kinder- und Jugendärzte übernehmen diese Rolle für ihre jungen Patienten. Umgekehrt schließt die Facharztbezeichnung Allgemeinmedizin eine Tätigkeit im Krankenhaus nicht aus, auch wenn die überwiegende Zahl der Fachärzte des Gebiets in eigener Praxis oder angestellt in einer Praxis arbeitet.

Gegenüber der Inneren Medizin liegt der Unterschied weniger im Wissen als im Zuschnitt: Die internistischen Schwerpunkte wie Kardiologie, Gastroenterologie, Pneumologie oder Nephrologie sind über ein Organsystem definiert, die Allgemeinmedizin dagegen über einen Versorgungsauftrag. Sie ist für alle Altersgruppen, alle Beschwerden und die langfristige Begleitung zuständig und endet nicht dort, wo ein Organ nicht mehr betroffen ist. Zur Geriatrie bestehen Überschneidungen bei der Betreuung hochbetagter Patienten, zur Palliativmedizin bei der Begleitung Schwerkranker.

Klar getrennt ist die Allgemeinmedizin von der Arbeitsmedizin: Der Betriebsarzt berät, untersucht und begeht Arbeitsplätze, behandelt seine Patienten aber nicht – dafür bleibt der Hausarzt zuständig. Ebenfalls abzugrenzen sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser und der ärztliche Bereitschaftsdienst, die für Situationen außerhalb der Sprechzeiten oder für Fälle gedacht sind, die eine Klinik erfordern.

Geschichte und heutige Lage des Fachgebiets

Über Jahrhunderte war der Arzt, der alles behandelte, der Regelfall; die Aufteilung der Medizin in Spezialgebiete ist historisch jung und setzte im 19. Jahrhundert ein. Der niedergelassene Land- oder Stadtarzt versorgte ganze Familien über Generationen und tat dies ohne besondere Weiterbildung. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Allgemeinmedizin als eigenes Gebiet mit einer eigenen, geregelten Weiterbildung und einer eigenen wissenschaftlichen Fachgesellschaft anerkannt – der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Bis dahin stand die Bezeichnung „praktischer Arzt“ für den Arzt ohne Gebietsbezeichnung.

Gegenwärtig steht das Fach vor einem Nachwuchsproblem, das sich vor allem im ländlichen Raum bemerkbar macht. Ein großer Teil der niedergelassenen Hausärzte nähert sich dem Ruhestand, und nicht für jede Praxis findet sich ein Nachfolger. Einzelne Bundesländer haben darauf mit einer Landarztquote reagiert, die einen Teil der Studienplätze an die Verpflichtung knüpft, später für eine bestimmte Zeit in einer unterversorgten Region hausärztlich zu arbeiten. Kassenärztliche Vereinigungen und Kommunen fördern Weiterbildungsstellen und Praxisübernahmen. Verändert hat sich auch die Arbeitsform: Neben die klassische Einzelpraxis sind Gemeinschaftspraxen, Praxisverbünde und medizinische Versorgungszentren getreten, in denen Ärzte häufiger angestellt als selbstständig tätig sind, oft in Teilzeit.

Gleichzeitig wachsen die Anforderungen. Die Zahl älterer Menschen mit mehreren gleichzeitig bestehenden Erkrankungen nimmt zu, und mit ihr der Abstimmungsbedarf zwischen den beteiligten Fachärzten. Gerade diese Zusammenführung ist die Aufgabe, für die die Allgemeinmedizin ausgebildet ist.

Quellen

  • Gesenhues, S., Gesenhues, A. (Hrsg.): Praxisleitfaden Allgemeinmedizin.
    ISBN: 9783437224577
  • Mader, F. H., Riedl, B.: Allgemeinmedizin und Praxis.
    ISBN: 9783662543474
  • Mader, F. H., Brückner, T., Scherer, M.: Programmierte Diagnostik in der Allgemeinmedizin.
    ISBN: 9783662588932
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Füeßl, H. S., Middeke, M.: Anamnese und klinische Untersuchung.
    ISBN: 9783132443099

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