Amputation
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Mit einer Amputation zu leben, ist nicht immer einfach und muss mit viel Kraft gemeistert werden. Dies betrifft nicht nur die physischen Einschränkungen, sondern auch den psychischen und seelischen Leidensdruck, mit dem die Betroffenen zurechtkommen müssen.
Was ist eine Amputation?
Eine Amputation ist ein Vorgang, bei dem es zum Verlust einzelner oder mehrerer Körperteile kommt. In diesem Zusammenhang kann eine Amputation medizinisch notwendig sein und eine Behandlungsmaßnahme darstellen, oder die Amputation wird durch einen Unfall hervorgerufen.
Da eine Amputation in unterschiedlichem Ausmaß auftritt, werden in der Medizin die Major-, Minor- und Grenzzonenamputationen voneinander abgegrenzt. Außerdem kann es unter Umständen unumgänglich sein, eine notfallmäßige Amputation vorzunehmen, um Leben zu retten. Die häufigsten Amputationen werden an den Armen und Beinen ausgeführt.
Geschichte & Entwicklung
Die Geschichte der Amputation reicht weit in die Antike zurück. Erste Hinweise auf Amputationen finden sich bei ägyptischen Mumien, die um 3000 v. Chr. datiert sind, bei denen primitive chirurgische Eingriffe durchgeführt wurden. In der Antike wurden Amputationen meist als Notlösung bei schweren Verletzungen, Infektionen oder Kriegswunden durchgeführt. Griechische und römische Ärzte, wie Hippokrates und Celsus, beschrieben Techniken zur Amputation, die jedoch oft tödlich endeten, da es keine Möglichkeit gab, starke Blutungen zu stoppen oder Infektionen zu verhindern.
Im Mittelalter verbesserten sich die Techniken nur geringfügig, da chirurgische Eingriffe oft rudimentär waren und die Gefahr von Sepsis und Schock hoch blieb. Erst im 16. Jahrhundert brachte der französische Chirurg Ambroise Paré einen bedeutenden Fortschritt, indem er anstelle des Abbrennens von Wunden nach Amputationen die Ligatur von Blutgefäßen einführte, um Blutungen zu stoppen. Diese Methode reduzierte die Sterblichkeit erheblich.
Mit der Entdeckung von Narkosemitteln im 19. Jahrhundert, insbesondere Äther und Chloroform, wurde die Amputation für Patienten erträglicher und sicherer. Zudem ermöglichte die Entwicklung von antiseptischen Techniken durch Joseph Lister in den 1860er Jahren eine drastische Reduktion von Infektionen. Moderne Amputationen nutzen fortgeschrittene chirurgische Techniken und Prothesen, um die Lebensqualität der Patienten nach dem Eingriff erheblich zu verbessern.
Einsatz & Indikation
Eine Amputation wird durchgeführt, wenn eine Gliedmaße so stark beschädigt oder erkrankt ist, dass sie nicht mehr gerettet werden kann und das Beibehalten der Extremität die Gesundheit des Patienten gefährden würde. Häufigste Ursachen sind schwere Durchblutungsstörungen, insbesondere bei Menschen mit Diabetes mellitus oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit. In solchen Fällen stirbt das Gewebe aufgrund mangelnder Blutversorgung ab (Gangrän), was eine Amputation notwendig macht, um die Ausbreitung der Infektion oder Nekrose zu verhindern.
Auch schwere Infektionen, die sich nicht mit Antibiotika behandeln lassen, können zu einer Amputation führen, insbesondere bei Infektionen, die zu einer Sepsis führen könnten. Traumatische Verletzungen, wie sie bei Verkehrsunfällen, Kriegsverletzungen oder schweren Arbeitsunfällen auftreten, sind ein weiterer Grund für Amputationen, insbesondere wenn Gewebe und Knochen irreparabel geschädigt wurden.
Amputationen können auch bei bösartigen Tumoren wie Knochensarkomen erforderlich sein, um eine Ausbreitung des Krebses zu verhindern, wenn extremitätenerhaltende Verfahren nicht in Frage kommen und andere Behandlungsformen wie Chemotherapie oder Strahlentherapie nicht ausreichen.
In seltenen Fällen wird eine Amputation auch bei angeborenen Fehlbildungen oder schwerwiegenden neurologischen Störungen durchgeführt, die die Funktion der Gliedmaße erheblich beeinträchtigen und das Leben des Patienten belasten.
Vorteile & Nutzen
Eine Amputation bietet in bestimmten Situationen entscheidende Vorteile gegenüber anderen Behandlungs- oder Untersuchungsmethoden, besonders wenn der Erhalt der betroffenen Gliedmaße gesundheitliche Risiken birgt. Der wesentliche Nutzen besteht darin, dass eine Amputation lebensbedrohliche Verläufe durch Infektionen, Gangrän oder Sepsis abwenden kann. Wenn sich eine Infektion oder Nekrose ausbreitet und nicht mehr mit Medikamenten oder chirurgischen Eingriffen behandelt werden kann, stellt die Amputation eine endgültige Lösung dar, um das Leben des Patienten zu retten.
Ein weiterer Vorteil der Amputation ist, dass sie Schmerzen und Leid in Fällen lindern kann, in denen chronische Wunden oder irreversible Schäden an Nerven, Knochen oder Weichgewebe vorliegen, die durch andere Behandlungsansätze nicht verbessert werden können. Dies kann insbesondere bei schwerwiegenden Verletzungen oder fortgeschrittenen Durchblutungsstörungen der Fall sein.
Darüber hinaus bietet die Amputation die Möglichkeit, nach der Heilung Prothesen einzusetzen, die den Patienten oft wieder zu einem höheren Grad an Mobilität und Lebensqualität verhelfen. Prothesen haben sich in den letzten Jahrzehnten enorm weiterentwickelt und können vielen Patienten helfen, ihre Autonomie wiederzuerlangen.
In Fällen von bösartigen Tumoren wie Knochensarkomen bietet die Amputation die Chance, den Krebs vollständig zu entfernen und somit die Ausbreitung und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, was mit anderen Behandlungen nicht immer möglich ist.
Funktion, Wirkung & Ziele
Eine Amputation kann medizinisch notwendig werden, wenn beispielsweise Diabetes mellitus, Krebs und Durchblutungsstörungen diagnostiziert wurden oder eine Unfallversorgung stattfindet.
Für die chirurgische Durchführung der Amputation werden je nach Körperglied oder Amputationsbereich verschiedene Verfahren angewandt. Ein Ziel einer professionellen medizinischen Amputation ist es, eine qualitativ hochwertige Versorgung mit einer Prothese zu ermöglichen. In der Regel bleibt nach einer Amputation ein sogenannter Stumpf oder ein Endglied erhalten, welcher die Basis für die Prothese darstellt.
Bei der Vorgehensweise einer Amputation ist es erforderlich, eine anästhetische Begleitung der Patientinnen oder Patienten einzuleiten, um das Schmerzempfinden auszuschalten. Danach müssen bei einer Amputation die unterschiedlichen Gewebsschichten der Haut, Muskeln und knöcherne Bestandteile durchtrennt werden. Über dem restlichen Knochenstück werden die Hautlappen miteinander so vernäht, dass eine möglichst rasche Abheilung der Wunde gegeben ist. Die Knochen werden im Normalfall chirurgisch durchgesägt.
Für die anschließende Wundversorgung werden schlauchförmige Drainagen eingelegt, die Gewebswasser und Wundsekret aus der Wunde ableiten. Auf diese Weise lassen sich die Narbenbildung und sonstige Komplikationen nach einer Amputation verringern. Da zu den durchtrennten Geweben ebenfalls die Nerven gehören, kann dies im weiteren Verlauf zu einem sogenannten Phantomschmerz führen.
Wenn es sich nicht um notfallmäßige Amputationen handelt, wird in der Praxis nur so viel von einer Gliedmaße weggenommen, wie unbedingt erforderlich ist. Nicht nur harte Gliedmaßen mit Knochen, sondern auch Weichteile können unter Umständen einer Amputation unterliegen. In diesem Zusammenhang geht es beispielsweise um die Brüste krebskranker Patientinnen, Amputationen des Penis oder anderer Körperteile.
Kommt es beim Durchtrennen des Gewebes zur Eröffnung von Blutgefäßen, werden diese mit modernen Geräten koaguliert und somit rasch verschlossen. Dennoch kann eine Amputation mit einem immensen Blutverlust einhergehen, sodass eine Bluttransfusion erforderlich werden kann. Die Nachsorge nach einer Amputation beinhaltet eine regelmäßige Begutachtung und Behandlung der Wunde am Stumpf, die Schmerztherapie und eine psychologische Behandlung, ein krankengymnastisches Training sowie die Anpassung der Prothese.
Zuvor werden die Nahtfäden gezogen und eine Weiterbehandlung des Narbengewebes vorgenommen. Die Narben nach einer Amputation sollen nicht allzu stark verhärten und möglichst gleichmäßig verheilen, weil dies die Prognose für eine prothetische Versorgung verbessert.
Durchführung & Ablauf
Eine Amputation beginnt mit einer gründlichen Vorbereitung des Patienten, einschließlich Anamnese, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren, um den Zustand der betroffenen Extremität zu bewerten. Der Chirurg bespricht den Eingriff mit dem Patienten und klärt über die Risiken, den Ablauf und die Nachsorge auf. Vor der Operation wird in der Regel eine Narkose verabreicht, entweder eine Vollnarkose oder eine Regionalanästhesie, bei der nur der betroffene Körperteil betäubt wird.
Während des Eingriffs entfernt der Chirurg den erkrankten oder verletzten Teil der Extremität. Dabei wird das Gewebe so präzise wie möglich abgetrennt, um Nerven, Blutgefäße und Muskeln optimal zu versorgen und eine gute Grundlage für den späteren Einsatz einer Prothese zu schaffen. Blutgefäße werden sorgfältig abgebunden (Ligatur), um Blutungen zu vermeiden, und Nerven werden so durchtrennt, dass postoperative Schmerzen minimiert werden.
Anschließend wird der Knochen geglättet und die verbleibende Haut und Muskulatur über den Knochen gezogen, um einen sogenannten Stumpf zu formen. Der Stumpf wird in der Regel so geformt, dass er für den späteren Einsatz einer Prothese geeignet ist. Zum Schluss wird die Wunde verschlossen, und ein Verband oder eine spezielle Bandagierung angelegt, um die Heilung zu fördern und Schwellungen zu minimieren.
Nach der Operation beginnt die Rehabilitation, bei der der Patient medizinisch überwacht wird. Physiotherapie und eine passende Prothesenversorgung spielen in den kommenden Wochen eine zentrale Rolle.
Risiken & Gefahren
Eine Amputation geht nicht ohne Risiken oder Komplikationen einher. Sogar eine Minoramputation, also ein kleiner Eingriff etwa an einer Zehe, kann sich durch eine bakterielle Entzündung zu einem großen Problem ausweiten. Darüber hinaus bestehen die üblichen Narkoserisiken und die Komplikationen durch eine gestörte Wundheilung.
Diese Komplikation ist bei einer Amputation meist dann zu erwarten, wenn die Patientinnen oder Patienten körperlich geschwächt sind und die Immunabwehr herabgesetzt ist. Auch Durchblutungsstörungen können eine verzögerte Wundheilung bedingen. Einen problematischen Verlauf kann die Abheilung der Wunde nach einer Amputation ebenfalls nehmen, wenn bestimmte Vorerkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus vorliegen. Während des operativen Eingriffs der Amputation kann zudem ein plötzlicher Blutdruckabfall entstehen, was zwar selten, aber möglich ist.
Nachträglich sind bei einer Amputation die Phantomschmerzen sowie eine gewisse Wetterfühligkeit an der Narbe nicht auszuschließen. Kommt es durch eine fehlende Gliedmaße zu einer Fehl- und Überbelastung anderer Systeme, können Beschwerden an Gelenken auftreten. Manchmal kommen die von einer Amputation Betroffenen psychisch nicht mit dieser Einschränkung zurecht oder es treten massive Probleme bei der Prothesennutzung auf.
Alternativen
Es gibt verschiedene alternative Verfahren zur Amputation, die in Betracht gezogen werden, wenn der Erhalt der Gliedmaße möglich ist oder eine Amputation aus gesundheitlichen Gründen nicht durchgeführt werden kann. Ein wichtiges Verfahren ist die Gefäßchirurgie, bei der Durchblutungsstörungen behandelt werden, die oft die Ursache für Amputationen sind. Durch Bypass-Operationen oder Angioplastie können blockierte oder verengte Blutgefäße wieder geöffnet und der Blutfluss verbessert werden, wodurch die Sauerstoffversorgung des Gewebes gesichert wird.
Ein weiteres alternatives Verfahren ist die Wundheilungstherapie, bei der chronische Wunden mit Vakuumtherapie, Hauttransplantationen oder speziellen Wundauflagen behandelt werden. Diese Methoden fördern die Heilung und verhindern, dass sich die Wunden verschlimmern und eine Amputation notwendig wird.
Bei Infektionen können hochdosierte Antibiotika oder chirurgische Eingriffe wie Debridement eingesetzt werden, bei denen totes oder infiziertes Gewebe entfernt wird, um die Ausbreitung der Infektion zu stoppen. In manchen Fällen wird auch eine Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) angewendet, um die Wundheilung zu fördern und Gewebe zu retten.
Für Patienten mit bösartigen Tumoren bietet die Tumorresektion eine Möglichkeit, den Krebs zu entfernen, ohne die Gliedmaße zu amputieren. Bei dieser Operation wird nur das erkrankte Gewebe herausgeschnitten, gefolgt von einer Rekonstruktion oder Prothesenanpassung, um die Funktion der Gliedmaße zu erhalten.
Formen der Amputation
Die Medizin unterscheidet Amputationen vor allem nach der Höhe, in der abgesetzt wird. Als Minoramputation gilt eine Absetzung unterhalb des Sprunggelenks, also an einer Zehe, im Bereich des Mittelfußes oder am Vorfuß. Von einer Majoramputation spricht man, wenn oberhalb des Sprunggelenks abgesetzt wird — je nach Höhe als Amputation am Unterschenkel, als Absetzung im Kniegelenk oder als Amputation am Oberschenkel. Die Grenzzonenamputation wird unmittelbar dort vorgenommen, wo gut durchblutetes an abgestorbenes Gewebe grenzt; sie soll so viel vitales Gewebe wie möglich erhalten.
Ein eigener Begriff ist die Exartikulation. Hier wird die Gliedmaße nicht durch den Knochen, sondern im Gelenk abgesetzt, sodass der Knochen unversehrt bleibt. Von einer Nachamputation ist die Rede, wenn ein bereits abgesetzter Stumpf in einem zweiten Eingriff weiter gekürzt werden muss, etwa weil die Wunde nicht heilt oder die Durchblutung des Stumpfes nicht ausreicht.
Für die Planung gilt ein einfacher Zusammenhang: Je weiter körpernah abgesetzt wird, desto mehr Kraft kostet später das Gehen mit einer Prothese, weil ein zusätzliches Gelenk ersetzt werden muss. Deshalb wird versucht, so weit körperfern wie möglich abzusetzen — allerdings nur so weit, wie die Durchblutung eine Heilung des Stumpfes erwarten lässt. Diese Abwägung zwischen Funktion und Wundheilung bestimmt die Entscheidung vor dem Eingriff.
Rehabilitation & Prothesenversorgung
Die Rehabilitation beginnt nicht erst mit der Prothese, sondern unmittelbar nach der Operation. In den ersten Tagen und Wochen steht die Behandlung des Stumpfes im Vordergrund: Die Schwellung wird durch Wickeln oder einen Kompressionsstrumpf zurückgedrängt, das Narbengewebe wird beweglich gehalten, und der Stumpf wird schrittweise an Berührung und Belastung gewöhnt. Zugleich wird darauf geachtet, dass die benachbarten Gelenke nicht in einer Fehlstellung einsteifen; eine solche Kontraktur würde die spätere Versorgung erschweren oder unmöglich machen.
Parallel dazu schulen Physiotherapie und Ergotherapie Kraft, Gleichgewicht und den Umgang mit Hilfsmitteln. Bis der Stumpf belastbar ist, überbrücken Gehstützen oder ein Rollstuhl die Zeit. Sobald die Wunde verheilt ist und sich die Form des Stumpfes nicht mehr wesentlich ändert, wird eine vorläufige Prothese angepasst, die sogenannte Interimsprothese. Sie wird häufig nachgearbeitet, weil der Stumpf in den ersten Monaten weiter an Umfang verliert. Erst danach entsteht die endgültige Prothese, deren Schaft auf den einzelnen Stumpf abgeformt wird.
Der aufwendigste Teil der Versorgung ist die Gangschule: Das Gehen mit einer Prothese muss neu erlernt werden, einschließlich Treppen, unebenem Grund und dem Aufstehen nach einem Sturz. Wie viel Funktion am Ende erreicht wird, hängt von der Höhe der Amputation, vom Alter und von den Begleiterkrankungen ab und lässt sich nicht allgemein vorhersagen. Nicht jeder Betroffene wird mit einer Prothese versorgt; wo sie nicht in Frage kommt, richtet sich die Rehabilitation darauf, die Selbstständigkeit mit anderen Hilfsmitteln zu erhalten.
Psychosoziale Aspekte & Anlaufstellen
Der Verlust einer Gliedmaße greift in das Bild ein, das ein Mensch von sich selbst hat. Viele Betroffene beschreiben einen Verlauf, der einer Trauer ähnelt: Auf den ersten Schock folgen Auflehnung und Rückzug, und erst allmählich beginnt die Auseinandersetzung mit dem Neuen. Wie lange das dauert, ist von Mensch zu Mensch verschieden, und eine feste Reihenfolge gibt es nicht. Ist die Amputation die Folge eines Unfalls, kommt die Verarbeitung des Ereignisses selbst hinzu.
Anhaltende Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, sozialer Rückzug oder das Vermeiden von Situationen, in denen die Prothese sichtbar wird, sind Hinweise darauf, dass die körperliche Behandlung allein nicht genügt. In diesen Fällen kommt eine Psychotherapie in Betracht; behandlungsbedürftig sind vor allem eine Depression und eine Angststörung. Einbezogen sind dabei häufig auch die Angehörigen, weil sich mit der Amputation die Aufgabenverteilung im Alltag verschiebt.
Anlaufstellen bestehen innerhalb und außerhalb der Klinik. Der Sozialdienst des Krankenhauses und die Rehabilitationseinrichtungen beraten zu Nachteilsausgleichen, zum Schwerbehindertenausweis, zur beruflichen Wiedereingliederung und zum behindertengerechten Umbau der Wohnung; Kostenträger sind je nach Ursache die Kranken-, die Renten- oder die Unfallversicherung. Sanitätshäuser und Orthopädietechniker begleiten die Prothesenversorgung dauerhaft, da ein Schaft im Lauf der Jahre erneuert werden muss. Selbsthilfegruppen für Menschen nach einer Amputation gibt es bundesweit; der Austausch mit anderen Betroffenen wird häufig als hilfreich beschrieben, weil dort praktische Fragen des Alltags zur Sprache kommen, die im medizinischen Gespräch selten vorkommen. Wer Sport treiben möchte, findet in den Behindertensportverbänden und in Rehabilitationssportgruppen entsprechende Angebote.
Quellen
- Greitemann, B., Brückner, L., Schäfer, M., Baumgartner, R.: Amputation und Prothesenversorgung.
ISBN: 9783132402027
- Niethard, F. U., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie.
ISBN: 9783132443136
- Henne-Bruns, D. (Hrsg.): Chirurgie.
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- Wirth, C. J., Mutschler, W., Kohn, D., Pohlemann, T. (Hrsg.): Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie.
ISBN: 9783131406439
- Debus, E. S., Gross-Fengels, W. (Hrsg.): Operative und interventionelle Gefäßmedizin.
ISBN: 9783662533789
