Computertomographie des Herzens
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die Computertomographie des Herzens (Herz-CT) ist eine etablierte bildgebende Diagnostik, die durch den Einsatz hochauflösender Scanner auf dem Gebiet koronarer Herzerkrankungen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Tomographie leitet sich von den griechischen Wörtern „tomós“ für Schnitt und „gráphein“ für schreiben ab. Es handelt sich um ein radiologisches Verfahren zur dreidimensionalen Abbildung organischer Strukturen. Um eine optimale Diagnostik zu erreichen, ist die Kooperation zwischen Kardiologie, Diagnostischer Radiologie und Internistischer Intensivmedizin unverzichtbar.
Was ist die Computertomographie des Herzens?
Die verschiedenen Gewebearten und Organe sind auf dem CT-Bild dank der eingesetzten Kontrastabstufung gut erkennbar. Die Computertomographie ist ein wichtiges Instrument vieler medizinischer Fragestellungen, so auch im Bereich der Herzerkrankungen.
Die kardiale Computertomographie fertigt Schnittbilder der Herzanatomie an und gibt dem Kardiologen die Möglichkeit, atherosklerotische Prozesse an den Herzkranzgefäßen zu beurteilen. Herzkranzverengungen lassen sich nachweisen beziehungsweise ausschließen, so dass eine invasive Diagnostik durch einen Herzkatheter bei bestimmten Fragestellungen entbehrlich sein kann. Eingesetzt wurde dafür früher die Elektronenstrahltomographie; heute führen die Mediziner die Untersuchung mit dem Mehrzeilen-CT (Mehrschicht-Spiral-CT) durch.
Die Haupteinsatzfelder für dieses bildgebende Diagnoseverfahren sind die Kalzium-Score-Bestimmung, die CT-Angiographie der Koronargefäße, die CT-Angiographie von Bypass-Gefäßen und Untersuchungen der Aorta und Pulmonalvenen. Die kardiale Computertomographie empfiehlt sich auch im Fall von Beschwerden, die unmittelbar auf das Herz zurückzuführen sind, wie akuter Thoraxschmerz ohne EKG-Veränderung und aktuell auftretende Herzinsuffizienz.
Funktion, Wirkung & Ziele
In weniger als einer halben Sekunde wird das Herz des Patienten abgetastet und das elektrische Kardiosignal mittels eines Elektrokardiogramms (EKG) aufgezeichnet. Als Ergebnis liefert der Scanner einen Bilddatensatz, der ein scheinbar stehendes Herz zeigt, wodurch Artefakte durch die Herzbewegung ausgeschlossen sind. Der Kalzium-Score wird durch eine kontrastmittelfreie CT-Untersuchung bestimmt, die dem Nachweis beziehungsweise dem Ausschluss und der Quantifizierung einer koronaren Kalzifikation dient.
Der diagnostizierte Wert heißt in der Fachsprache Agatston-Äquivalent-Score und gibt einen Hinweis auf das Herzinfarktrisiko. Basierend auf diesen Untersuchungswerten legen die Kardiologen die Therapiestrategie für Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren fest. Zur Beurteilung ziehen die Mediziner auf der Untersuchung großer Patientenkollektive basierende Nomogramme (Diagramm) heran. Patienten unterliegen einem erhöhten Risiko, wenn die durch die Nomogramme festgelegte kritische Grenze oder der Absolutwert von 400 überschritten wird. Diese Hochrisikokonstellation erfordert eine intensive Therapie.
Die CT-Angiographie (Röntgenuntersuchung der Gefäße) ist eine schnelle, hochauflösende Abbildung der Herzkranzgefäße. Um diese Untersuchung durchzuführen, bekommt der Patient ein jodhaltiges Kontrastmittel über einen peripheren Venenverweilkatheter gespritzt. Dieser wird in der Regel auf dem Handrücken oder in der Ellenbeuge gesetzt. Um eine zu hohe Herzfrequenz zu senken, erhält der Patient vor der Untersuchung bei Bedarf einen Betablocker. Die Atemanhaltephase beträgt zehn Sekunden. Diese nicht-invasive Untersuchung kommt der Einführung von Herzkathetern sehr nahe, da die räumliche Auflösung der eingesetzten Geräte mit 0,33 mm dem Wert der Herzkatheteruntersuchung (0,3 mm) sehr nahe kommt.
Diese Methode ersetzt jedoch nur im Fall bestimmter Fragestellungen die Herzkatheteruntersuchung. Die Angiographie zeigt im Unterschied zur Kalzium-Score-Bestimmung neben der Kalzifikation (Kalkablagerung in Geweben) die komplette Gefäßkonturierung einschließlich weicher Plaque-Ablagerungen. Durch diese Bildgebung sind die Kardiologen in der Lage, Koronarstenosen mit hoher Genauigkeit auszuschließen beziehungsweise zu erkennen.
Durch eine dreidimensionale Aufbereitung der Daten werden die erhobenen Befunde zusätzlich plastisch demonstriert. Die Angiographie von Gefäßen beurteilt die Herzsituation von Patienten, die einer chirurgischen Bypass-Operation unterzogen worden sind und zeichnet im Gegensatz zur Angiographie der Koronargefäße eine größere Strecke des Brustkorbes auf, da sich die Abgänge der „Bypass-Gefäße“ weiter vom Herzen entfernt befinden. Patienten, die mittels Herzkatheter nur schwer zu untersuchen sind oder die im Verdacht auf Frühverschluss stehen, werden dieser kardialen Computertomographie der „Bypass-Gefäße“ zugeführt.
Weitere Einsatzgebiete sind die bildgebende Diagnostik der Pulmonalvenen nach einer Stent-Implantation und der Ablation zur Beseitigung von Vorhofflimmern. Ferner kommt diese innovative Technologie im Bereich der Koronarvenenmorphologie (vor einer CRT), Perikarderkrankungen (Herzbeutelentzündung), Myokardfunktion (Herzmuskel, Herzwand), angeborenen Herzerkrankungen und Erkrankungen der Aorta (Hauptschlagader) zum Tragen.
Eine Nachuntersuchung von Stents in den Koronargefäßen ist möglich. Die Bildqualität ist jedoch abhängig von der Lage, Größe und Metallart des Stents. Auch für die regelmäßige Nachuntersuchung von Patienten nach einer Herztransplantation ist ein Herz-CT sinnvoll. Die kardiale Computertomographie bildet auch die Herzklappen sehr genau ab. Bei Patienten mit Empfehlung zum katheder-basierten Ersatz der Aortenklappe kann der Kardiologe vor dem Einsatz durch die CT-Untersuchung die richtige Größe der Prothese bestimmen.
Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren
Vor der Untersuchung überprüft der Kardiologe die Nierenfunktion des Patienten (Kreatinin-Werte, eGFR). Bei Patienten, die metforminhaltige Medikamente gegen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) einnehmen, ist eine Wechselwirkung mit den Kontrastmitteln nicht auszuschließen. Der behandelnde Arzt muss die Medikamente eventuell temporär absetzen, um einer Nierenschädigung vorzubeugen. Vor jeder Röntgenuntersuchung muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen und nach früheren allergischen Reaktionen auf Kontrastmittel gefragt werden. Da das Kontrastmittel Jod enthält, ist außerdem eine Überfunktion der Schilddrüse zu berücksichtigen.
Die Geräte der neuen Generation gewährleisten im Unterschied zur Vorgängertechnik eine reduzierte Röntgenstrahlung. Mit diesem verminderten Risiko ist eine Koronar-CT bei bestimmten Fragestellungen eine empfehlenswerte Alternative zur Herzkatheteruntersuchung, der Szintigraphie (nuklearmedizinische Untersuchung) und dem Stress-MRT.
Ein wesentlicher Vorteil der kardiologischen Computertomographie ist das nicht existente Risiko eines invasiven Eingriffs. Nachteile zeigen sich in der fehlenden Möglichkeit einer direkten Intervention wie Stentimplantation und Ballonaufweitung (Ballondilatation). Die Kardiologen sind im Fall starker Kalzifikation, Herzrhythmusstörungen und implantierten Stents in der Beurteilung der CT-Bilder eingeschränkt. Lange Zeit übernahmen nur die privaten Krankenversicherungen die Kosten der Koronar-CT; gesetzlich Versicherte mussten sie selbst tragen. Inzwischen tragen bei bestimmten Fragestellungen auch die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten; für andere Fragestellungen bleibt sie eine Selbstzahlerleistung.
Vorbereitung und Ablauf
Die Computertomographie des Herzens verlangt vom Patienten mehr Mitwirkung als die meisten anderen Schnittbilduntersuchungen, weil das Ergebnis unmittelbar von der Herzfrequenz und von der Atemruhe abhängt. Der Termin beginnt deshalb mit einem ausführlichen Gespräch, in dem Vorerkrankungen, Allergien, die Nierenfunktion, Schilddrüsenerkrankungen und die eingenommenen Medikamente erfasst werden.
Vor der Untersuchung wird häufig empfohlen, auf koffeinhaltige Getränke zu verzichten, weil sie die Herzfrequenz erhöhen und damit die Bildqualität verschlechtern können. Ob und wie lange der Patient nüchtern bleiben soll, gibt die untersuchende Einrichtung vor; die Vorgaben unterscheiden sich. Verordnete Herzmedikamente werden in aller Regel wie gewohnt weiter eingenommen — das Absetzen eines Präparats entscheidet ausschließlich der behandelnde Arzt.
Im Untersuchungsraum werden Elektroden für das Elektrokardiogramm aufgeklebt, denn die Aufnahme wird an den Herzschlag gekoppelt. Anschließend wird ein Zugang in eine Armvene gelegt, über den später das Kontrastmittel eingespritzt wird. Liegt die Herzfrequenz zu hoch oder ist der Rhythmus zu unregelmäßig, erhält der Patient vorab ein frequenzsenkendes Mittel aus der Gruppe der Betablocker. Um die Herzkranzgefäße weiter zu stellen und dadurch besser abzubilden, wird zudem häufig ein gefäßerweiterndes Mittel als Spray unter die Zunge gegeben; hier ist die gleichzeitige Einnahme bestimmter Mittel gegen Erektionsstörungen von Bedeutung, weil daraus ein starker Blutdruckabfall entstehen kann. Ein entsprechender Hinweis vor der Untersuchung ist deshalb wichtig und wird ausdrücklich erfragt.
Die Aufnahme selbst erfolgt in Rückenlage mit über dem Kopf abgelegten Armen. Zunächst wird meist die kontrastmittelfreie Messung für den Kalzium-Score angefertigt, danach folgt die Aufnahme mit Kontrastmittel. Während das Mittel einläuft, verspüren viele Patienten ein ausgeprägtes Wärmegefühl, das sich vom Hals bis in den Unterbauch ausbreitet, gelegentlich einen metallischen Geschmack und den Eindruck, Wasser zu lassen. Diese Empfindungen sind erwartbar, klingen innerhalb kurzer Zeit ab und sind keine allergische Reaktion. Auf Kommando muss der Atem für einige Sekunden angehalten werden; das Atemkommando wird vorher geübt, weil eine Bewegung des Brustkorbs die Aufnahme unbrauchbar macht. Die reine Messzeit ist sehr kurz, der gesamte Termin dauert wegen Vorbereitung und Nachbeobachtung dennoch deutlich länger.
Wer die Untersuchung durchführt
Angefertigt wird die Untersuchung von medizinisch-technischen Radiologieassistenten, verantwortet wird sie von einem Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz — je nach Einrichtung von einem Facharzt für Radiologie oder einem entsprechend qualifizierten Kardiologen. Die Beurteilung setzt Kenntnisse beider Fächer voraus, weil im Datensatz sowohl die Herzkranzgefäße als auch die übrigen Strukturen des Brustkorbs abgebildet sind.
Angeboten wird die Untersuchung nicht flächendeckend. Sie setzt einen Scanner voraus, der schnell genug ist, um das schlagende Herz artefaktarm abzubilden, sowie Erfahrung in Vorbereitung, Kontrastmittelsteuerung und Nachverarbeitung. Beides ist vor allem an Kliniken und an spezialisierten radiologischen oder kardiologischen Einrichtungen vorhanden. Die Nachverarbeitung — das Herausrechnen der Gefäßverläufe aus dem Datensatz und die dreidimensionale Aufbereitung — erfolgt an einer eigenen Auswertestation und benötigt zusätzliche Zeit, weshalb der Befund meist nicht unmittelbar im Anschluss vorliegt.
Wann die Untersuchung nicht geeignet ist
Ein Teil der Einschränkungen betrifft das Kontrastmittel. Eine bekannte schwere Unverträglichkeit gegenüber jodhaltigen Kontrastmitteln, eine unbehandelte Überfunktion der Schilddrüse und eine deutlich eingeschränkte Nierenfunktion sprechen gegen die Untersuchung oder erfordern besondere Vorkehrungen. Bei bestehender Schwangerschaft wird eine nicht dringliche Aufnahme verschoben, weil Röntgenstrahlung zum Einsatz kommt.
Ein zweiter Teil ergibt sich aus der Technik. Ein sehr unregelmäßiger Herzschlag, wie er bei Vorhofflimmern auftritt, erschwert die Kopplung der Aufnahme an den Herzzyklus. Wer den Atem nicht ausreichend lange anhalten kann, etwa bei fortgeschrittener Lungenerkrankung, liefert bewegungsunscharfe Bilder. Sehr starke Verkalkungen der Herzkranzgefäße überstrahlen das Gefäßinnere und lassen dann gerade die Frage offen, wegen der die Untersuchung angefertigt wurde; Gleiches gilt eingeschränkt für metallhaltige Stents kleinen Durchmessers. Auch ein hohes Körpergewicht kann die Bildqualität mindern, weil mehr Gewebe durchstrahlt werden muss.
Schließlich gibt es eine Grenze, die nicht technischer Natur ist: Besteht bereits eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine behandlungsbedürftige Verengung, führt die Computertomographie meist nur zu einem zusätzlichen Untersuchungsschritt, weil die Behandlung ohnehin über einen Katheter erfolgen müsste. In dieser Konstellation wird häufig gleich die Herzkatheteruntersuchung gewählt, bei der Diagnostik und Behandlung in einem Eingriff möglich sind.
Was der Befund bedeutet
Zwei unterschiedliche Aussagen entstehen bei der Untersuchung. Der Kalzium-Score beschreibt das Ausmaß der Verkalkung in den Herzkranzgefäßen und dient der Einschätzung des Risikos, nicht der Beschreibung einer einzelnen Engstelle. Ein hoher Wert bedeutet nicht, dass ein Gefäß verschlossen ist, und ein niedriger Wert schließt Beschwerden nicht aus — er ordnet den Patienten lediglich einer Risikogruppe zu, aus der sich Konsequenzen für die vorbeugende Behandlung ergeben können.
Die Aufnahme mit Kontrastmittel beantwortet dagegen die Frage nach dem Gefäßinneren. Ihre besondere Stärke liegt darin, eine bedeutsame Verengung mit hoher Verlässlichkeit auszuschließen: Zeigt die Untersuchung glatte, offene Gefäße, ist eine relevante Engstelle sehr unwahrscheinlich, und der Patient wird eine invasive Diagnostik in vielen Fällen nicht benötigen. Umgekehrt ist die Aussage schwächer. Eine im Bild auffällige Einengung sagt noch nicht, ob sie den Blutfluss tatsächlich behindert und Beschwerden verursacht. Deshalb folgt auf einen auffälligen Befund häufig eine weitere Abklärung — entweder ein Verfahren, das die Durchblutung unter Belastung prüft, oder die Herzkatheteruntersuchung.
Zu bedenken ist außerdem, dass der Datensatz den gesamten Brustkorb im Aufnahmebereich abbildet. Dabei können Veränderungen an der Lunge, an der Wirbelsäule oder in den angrenzenden Weichteilen sichtbar werden, nach denen niemand gesucht hat. Solche Zufallsbefunde sind meist harmlos, ziehen jedoch gelegentlich Kontrolluntersuchungen nach sich. Der Befund insgesamt wird stets zusammen mit den Beschwerden, dem Untersuchungsbefund und den Risikofaktoren beurteilt und ergibt für sich allein keine Behandlungsentscheidung.
Abgrenzung zu anderen Verfahren
Das Belastungs-EKG und die Belastungsuntersuchung mit Ultraschall des Herzens prüfen, ob unter körperlicher Anstrengung Zeichen einer Durchblutungsstörung auftreten. Sie zeigen also eine Auswirkung, nicht das Gefäß selbst, kommen dafür ohne Strahlung und ohne jodhaltiges Kontrastmittel aus. Die nuklearmedizinische Szintigraphie beziehungsweise die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie des Herzens bildet die Durchblutung des Herzmuskels über ein schwach radioaktives Mittel ab und beantwortet damit ebenfalls eine Funktionsfrage.
Die Magnetresonanztomographie des Herzens arbeitet ohne Röntgenstrahlung und eignet sich besonders zur Beurteilung des Herzmuskels selbst, etwa zur Unterscheidung zwischen vernarbtem und noch erhaltenem Gewebe. Ihre Verfügbarkeit ist geringer, und sie stellt höhere Anforderungen an die Mitarbeit des Patienten.
Die Herzkatheteruntersuchung schließlich bleibt der Maßstab für die Beurteilung der Herzkranzgefäße und ist das einzige der genannten Verfahren, das die Behandlung im selben Arbeitsgang erlaubt. Sie ist dafür ein invasiver Eingriff mit den entsprechenden, wenn auch seltenen Risiken. Die Wahl zwischen diesen Wegen richtet sich weniger danach, welches Verfahren technisch das aufwendigste ist, als nach der Vortestwahrscheinlichkeit: Bei niedriger bis mittlerer Wahrscheinlichkeit einer koronaren Erkrankung spielt die Computertomographie ihre Stärke im Ausschluss aus, bei hoher Wahrscheinlichkeit tritt der Katheter in den Vordergrund.
Nach der Untersuchung
Nach der Aufnahme wird der Zugang in der Regel noch eine kurze Zeit belassen und der Patient in dieser Zeit beobachtet, weil verzögerte Reaktionen auf das Kontrastmittel selten, aber möglich sind. Anschließend kann er die Einrichtung ohne Einschränkung verlassen; eine Begleitung ist nur dann sinnvoll, wenn ein kreislaufwirksames Mittel gegeben wurde und der Blutdruck darauf deutlich reagiert hat.
Reichliches Trinken unterstützt die Ausscheidung des Kontrastmittels über die Nieren, sofern dem keine andere Erkrankung entgegensteht. Wurde ein metforminhaltiges Präparat gegen Diabetes mellitus vorübergehend abgesetzt, legt der behandelnde Arzt fest, wann es wieder eingenommen wird — häufig erst nach einer erneuten Kontrolle der Nierenwerte. Wer in den Tagen danach Hautausschlag, Juckreiz oder Schwellungen bemerkt, sollte sich melden, da verzögerte Kontrastmittelreaktionen vorkommen.
Der Befund wird nach der Nachverarbeitung erstellt und dem überweisenden Arzt übermittelt, der das Ergebnis mit dem Patienten bespricht und über das weitere Vorgehen entscheidet. Sinnvoll ist es, den Bilddatensatz auf einem Datenträger mitzunehmen: Er erspart bei einer späteren Vorstellung in einer anderen Einrichtung unter Umständen eine erneute Strahlenanwendung und dient zugleich als Vergleichsgrundlage für spätere Kontrollen.
Quellen
- Reiser, M., Kuhn, F.-P., Debus, J. (Hrsg.): Duale Reihe Radiologie.
ISBN: 9783132444621
- Hofer, M.: CT-Kursbuch.
ISBN: 9783938103258
- Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
ISBN: 9783662629314
- Hamm, C., Willems, S.: Checkliste EKG.
ISBN: 9783132453050
- Herold, G.: Innere Medizin 2026.
ISBN: 9783982116655
