Lymphknotenentzündung

Eine Lymphknotenentzündung oder Lymphgefäßentzündung wird in der Fachsprache Lymphadenitis genannt. Sie bezeichnet eine entzündliche Reaktion der im Körper vorhandenen Lymphknoten. Oftmals steht diese in direktem Zusammenhang zu einer vorhergehenden Erkrankung; unter Umständen kann es aber auch ohne eine solche zu einer Lymphadenitis kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lymphknotenentzündung?

Unter einer Lymphknotenentzündung verstehen Mediziner eine Entzündung der Lymphknoten. Diese führt meist zu Schwellungen der betroffenen Lymphknoten, die teilweise schmerzhaft ausfallen können. Je nachdem, an welcher Stelle im Körper sich die entzündeten Lymphknoten befinden, sind die Vergrößerungen unter Umständen von außen sichtbar.

Eine Lymphadenitis kann von anderen Symptomen wie Fieber oder einer allgemeinen Abgeschlagenheit begleitet werden. Grundsätzlich werden akute und chronische Lymphknotenentzündungen unterschieden. Die Ursachen für die entzündliche Reaktion können in bakterieller oder auch viraler Einwirkung liegen. Von der Ursache hängen auch Krankheitsverlauf und Therapie maßgeblich ab.

Ursachen

Eine Lymphknotenentzündung entsteht in vielen Fällen durch eine vorhergehende Infektion im Körper. Die Lymphknoten haben die Aufgabe, die Abwehr des Organismus zu unterstützen; aus diesem Grund werden die Abwehrzellen in ihrem Inneren aktiv, wenn sie eine Infektion registrieren.

Als Folge kommt es zu einem Anschwellen der etwa erbsengroßen Knoten. Gelangen Bakterien oder Viren direkt in die Lymphknoten, entsteht darin eine Infektion. Nicht selten sind es so beispielsweise Atemwegserkrankungen, die für eine Lymphadenitis verantwortlich sind. Eine Mandelentzündung etwa kann in einer Entzündung der Halslymphknoten enden.

Unter Umständen kann es aber auch zu einer Lymphknotenentzündung kommen, ohne dass eine entsprechende Vorerkrankung vorliegt: Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn sich Bakterien im Gewebe ansiedeln und so eine Infektion hervorrufen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Entzündete Lymphknoten äußern sich typischerweise durch ein Anschwellung der Lymphknoten. Meist kommen Allgemeinsymptome wie Fieber und Abgeschlagenheit hinzu. Bei Entzündungen im Mundbereich können sich Schluckbeschwerden, Halsschmerzen und schmerzhafter Juckreiz einstellen. Im Verlauf der Erkrankung führt die Lymphknotenentzündung beim Patienten oft eine undefinierbare Müdigkeit herbei, die bereits morgens nach dem Aufstehen auftritt und sich im Laufe des Tages verstärkt.

Dadurch kann es zu Konzentrationsstörungen und einer allgemeinen Abnahme der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit kommen. Erfolgt frühzeitig eine Behandlung, klingen die Beschwerden in der Regel rasch wieder ab. Die Symptome haben meist nach einer Woche ihren Höhepunkt erreicht. Lediglich die Halsschmerzen können unter Umständen länger bestehen bleiben. Wird die Entzündung der Lymphknoten nicht ausreichend oder zu spät behandelt, können sich weitere Beschwerden und im schlimmsten Fall sogar ernste Komplikationen einstellen.

Möglich sind Gewichtsabnahme infolge der Schluckbeschwerden, chronische Halsschmerzen, Heiserkeit, ein vorübergehender Verlust der Stimme und schwere Infektion. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem entwickelt sich unter Umständen eine Superinfektion, die mit weiteren Komplikationen verbunden ist. Daraus kann eine potentiell lebensbedrohliche Blutvergiftung resultieren. Auch das Risiko einer chronischen Erkrankung besteht bei entzündeten Lymphknoten.

Diagnose & Verlauf

Ärztin untersucht die Lymphknoten
Die Ärztin untersucht die entzündeten Lymphknoten.

Der behandelnde Arzt kann eine Lymphknotenentzündung oftmals schnell diagnostizieren. Ist die Schwellung der betroffenen Knoten sichtbar, kann sie auch leicht ertastet werden. Um die Ursache genauer zu bestimmen, wird eine allgemeine Blutuntersuchung durchgeführt. Diese gibt Auskunft darüber, ob tatsächlich eine Entzündung vorliegt und ob Viren, Bakterien oder andere Gründe dafür verantwortlich sind.

Im Zweifelsfall kann der betroffene Lymphknoten punktiert und die so gewonnene Gewebeprobe im Labor untersucht werden. Bleibt eine Lymphknotenentzündung unbehandelt, kann sie den gesamten Organismus schwächen und beeinträchtigen. Liegt ihr eine andere Erkrankung zugrunde, hängt es von dieser ab, wie sich der Gesundheitszustand des Patienten entwickelt.

Komplikationen

In den meisten Fällen kann eine Lymphknotenentzündung relativ schnell und einfach diagnostiziert werden. Aus diesem Grund ist auch eine frühzeitige Behandlung dieser Krankheit möglich. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie angeschwollenen Lymphknoten. Diese können dabei zu verschiedenen Beschwerden führen und die Lebensqualität des Patienten erheblich verringern.

In den meisten Fällen leiden die Betroffenen dabei an Halsschmerzen oder an Schluckbeschwerden. Ebenso kommt es nicht selten zu Fieber und zu einer Abgeschlagenheit des Patienten. Auch die Belastbarkeit sinkt durch die Lymphknotenentzündung erheblich ab, sodass es zu Einschränkungen im Alltag kommt. Die Betroffenen können dabei gewisse körperliche Tätigkeiten des Alltages nicht mehr ohne Weiteres durchführen und sind nicht selten sehr müde.

Der weitere Verlauf der Lymphknotenentzündung hängt allerdings stark von ihrer Ursache ab, sodass ein allgemeiner Verlauf der Krankheit in der Regel nicht vorausgesagt werden kann. Bei einem grippalen Infekt ist in der Regel eine einfache Behandlung dieser Beschwerde möglich, sodass es meistens zu einem positiven Krankheitsverlauf kommt.

Dabei treten in der Regel keine besonderen Komplikationen auf. Im Falle einer Krebserkrankung kann es allerdings zu verschiedenen Komplikationen kommen, die von der Art des Tumors abhängen. Dabei kann eventuell auch die Lebenserwartung des Betroffenen durch die Erkrankung verringert sein.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Lymphknotenentzündung äußert sich unter anderem durch Fieber, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Ein Arzt sollte konsultiert werden, wenn diese Beschwerden auftreten und durch allgemeine Maßnahmen wie Ruhe und Schonung nicht zu behandeln sind. Sollten starke Halsschmerzen, Abgeschlagenheit und andere Anzeichen einer Entzündung hinzukommen, wird am besten sofort der Hausarzt aufgesucht. Spätestens, wenn Symptome wie Gewichtsverlust oder Kreislaufbeschwerden auftreten, muss dies einem Arzt mitgeteilt werden. Andernfalls kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen.

Gefährdet sind hauptsächlich Allergiker, Menschen mit einer Immunschwäche sowie Kinder, Schwangere und ältere Menschen. Eine Lymphknotenentzündung tritt zudem im Zusammenhang mit Masern, Röteln, Chlamydien und rheumatoiden Erkrankungen auf. Betroffene Patienten müssen den Arzt über die Symptome informieren und eine Diagnose veranlassen. Hierfür kann der Hausarzt oder ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Weitere Kontaktstellen sind der Lymphologe oder ein Internist. Begleitend zur symptomatischen Behandlung muss die Ursache therapiert werden. Zudem muss das betroffene Gewebe genau beobachtet werden, um etwaige bösartige Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Behandlung & Therapie

Hat der behandelnde Mediziner eine Diagnose gestellt, wird er anschließend eine angemessene Therapie einleiten. Besteht die Lymphknotenentzündung aufgrund eines grippalen Infekts, ist unter Umständen keine Behandlung notwendig, denn die Beschwerden klingen meist von alleine nach einigen Tagen wieder ab.

Werden Bakterien als Verursacher der Lymphadenitis, werden Antibiotika verordnet, um diese abzutöten. Es kann notwendig werden, diese direkt ins Blut zu injizieren; dann sollte sich der Patient für einige Tage ins Krankenhaus begeben. Füllen sich die betroffenen Lymphknoten durch die bakterielle Infektion mit Eiter, müssen sie eventuell operativ entfernt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass der Eiter austritt und die Umgebung infiziert (in diesem Fall sprechen Experten von einer Phlegmone). Schlimmstenfalls droht hier eine Blutvergiftung, die lebensbedrohlich ausfallen kann.

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbaus von Lymphknoten. Klicken, um zu vergrößern.

Bleibt die Lymphknotenentzündung trotz ärztliche Behandlung für Tage oder gar Wochen bestehen, ist es angebracht, das Gewebe selbst zu untersuchen, um eine bösartige Veränderung auszuschließen. Hier kann entweder eine Gewebeprobe oder gleich der ganze Knoten entnommen werden. Sollte es sich tatsächlich um eine Krebserkrankung handeln, müssen entsprechende Schritte eingeleitet werden.

Dazu kann neben der operativen Entfernung des betroffenen Gewebes auch eine Chemotherapie gehören, welche die Krebszellen ausschaltet. Um negative Auswirkungen auf den Körper zu verhindern, ist es ratsam, bei dauerhaft geschwollenen Lymphknoten einen Arzt aufzusuchen.

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Aussicht & Prognose

Die Lymphknotenentzündung ist unter normalen Umständen gut therapierbar. Wird eine medizinische Behandlung in Anspruch genommen, ist innerhalb weniger Wochen mit einer Beschwerdefreiheit zu rechnen. Bei einem stabilen Immunsystem wird dieses durch die Gabe von Medikamenten beim Heilungsprozess unterstützt. Die Krankheitserreger werden durch die Arzneien abgetötet und anschließend aus dem Organismus abtransportiert. Schrittweise kommt es zu einer Verbesserung der Gesundheit, bis anschließend eine Genesung dokumentiert werden kann.

Häufig erleben Betroffene auch eine Heilung, wenn sie keinerlei medizinische Hilfe für sich beanspruchen. Dies ist vor allem dann möglich, wenn der Betroffene über keinerlei weiterer gesundheitlicher Beeinträchtigungen leidet und ein starkes Abwehrsystem hat. Bei einem gesunden Lebenswandel und der Einhaltung einiger Vorgaben aus dem Bereich der Selbsthilfemaßnahmen, kann eine deutliche Linderung und anschließende Heilung der Lymphknotenentzündung erreicht werden.

Mit einer ausreichenden Schonung, einer Unterstützung und Stärkung des Immunsystems auf natürlicher Basis sowie der Vermeidung von Risiken, kann eine Selbstheilung eintreten. Die Prognose verschlechtert sich, wenn vorhandene Beschwerden kontinuierlich zunehmen oder sich neue Symptome ausbilden. Bei diesen Krankheitsentwicklungen muss eine Therapie eingeleitet werden, da sich in schweren Fällen eine Blutvergiftung ausbilden kann. Diese stellt eine potentielle Gefährdung des Lebens dar und muss ärztlich behandelt werden, damit die Chancen für die Verbesserung der Gesundheit steigen.

Vorbeugung

Da eine Lymphknotenentzündung verschiedenen Ursachen haben kann und oft Begleiterscheinung eines anderen Infekts ist, kann ihr nicht direkt vorgebeugt werden. Eine gesunde Lebensweise, die das Immunsystem unterstützt, ist allerdings hilfreich. Werden geschwollene oder schmerzende Lymphknoten festgestellt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die genauen Ursachen für die Beschwerden abzuklären und gegebenenfalls eine Behandlung einzuleiten.

Das können Sie selbst tun

Eine leichte Lymphknotenentzündung klingt meist nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Die Genesung lässt sich mit einigen Naturheilmitteln und Selbsthilfe-Maßnahmen fördern.

Wichtig ist vor allem Erholung und Ruhe. Der Betroffene sollte Stress meiden und nach Möglichkeit auch auf Genussmittel wie Kaffee, Zigaretten oder Alkohol verzichten. Stattdessen bietet sich eine ausgewogene, vitaminhaltige Ernährung an. Außerdem sollte viel Wasser getrunken werden, denn Flüssigkeit verbessert den Lymphfluss und beschleunigt die Ausschwemmung von Toxinen. Ein warmes Bad hilft ebenfalls und wird für den besten Effekt mit einem lindernden Zusatz aus der Natur genommen.

Eine Massage stimuliert die Funktion der Lymphknoten und reduziert Schwellungen. Bei einer leichten Entzündung kann die Massage zwei- bis dreimal täglich wiederholt werden, am besten mit einem ätherischen Öl oder einer Lotion aus dem Bereich der Naturheilkunde. Eine gute Alternative sind warme Kompressen. Hierfür einfach einen Waschlappen in warmes Wasser tauchen, kurz auswringen und für fünf bis zehn Minuten auf die geschwollenen Lymphknoten legen. Ein gutes Mittel aus dem Haushalt ist Apfelessig, der am besten direkt auf den betroffenen Bereich aufgetragen wird. Sollte die Lymphknotenentzündung nach einigen Tagen nicht abgeklungen sein, empfiehlt sich ein Arztbesuch.

Quellen

  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Kochen, M.M.: Duale Reihe. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Thieme, Stuttgart 2012
  • Netter, F.H. et. al.: NETTERs Allgemeinmedizin. Thieme, Stuttgart 2006

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 21. Oktober 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

hammerbach kommentierte am 02.07.2015

Ich habe seit ca. zwei Jahren schmerzhafte Schwellungen im Achsel- und Halsbereich. Unzählige Arztbesuche - bis hin zum Heilpraktiker - brachten bisher keine Linderung oder Besserung. Bin leicht am Verzweifeln. Auf die Idee von Lymphangitis kam bisher keiner.

Klaus kommentierte am 13.11.2015

Ich habe eine Lymphknotenerkrankung, bzw. ein chronisches Leiden in den Beinen. Ich bekomme zweimal die Woche Lymphdrainagen. Durch Stauungen in meinen Beinen entzündeten sich zwei Venen die operativ entfernt wurden. Leider sind die Beschwerden stärker als vor der OP. Mir sagten die Ärzte, dass sich so Einiges entzündet hat und eventuell ein Schaden bleiben wird. Ich befinde mich gerade auf Reha in einer speziellen Klinik. Beim Wechseln der Bandagen habe ich stets ein sehr schmerzhaftes Stechen in den Beinen. Habe ich durch die Stauchungen (bzw. Wasser in den Beinen) einen irreversiblen Schaden? Was kann ich als Betroffener tun, um diese Erkrankung zu mildern?