Mückenstich

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Mückenstiche sind in Deutschland meist nur ein lästiges Ärgernis. Dennoch häufen sich in der letzten Zeit Berichte von starken allergischen Reaktionen. In südlicheren Gefilden, insbesondere in Südamerika und Afrika, können ernsthafte bis tödliche Krankheiten durch Mücken übertragen werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Mückenstich?

Malaria
Infogramm zum Übertragungs-Zyklus von Malaria durch die Anopheles-Mücke. Klicken, um zu vergrößern.

Es gibt zahlreiche Arten von Stechmücken, die nahezu auf dem gesamten Erdball anzutreffen sind. Lediglich die Polargebiete und einige Wüsten sind vollständig frei von ihnen. Der Mückenstich wird ausschließlich von weiblichen Tieren vollzogen, da Proteine des Blutes notwendig sind, um die befruchteten Eier heranwachsen zu lassen.

Dabei ist die Bezeichnung "Stich" unter genauerer Betrachtung nicht ganz korrekt. Eine Mücke besitzt einen Saugrüssel, um Blut zu trinken - es handelt sich nicht um einen Stachel. Sie benutzen stattdessen verschiedene Mundwerkzeuge, um Blut zu saugen.

Hauptsächlich kommen die Stechborsten zum Einsatz, die im Inneren zwei Kanäle besitzen. Durch den einen wird der Speichel des Insektes in die Haut injiziert, während der andere zum Blutsaugen verwendet wird. Die Speichelinjektion dient mehreren Zwecken. Erstens wird die Blutgerinnung des Wirtes verhindert, damit die Blutmahlzeit ausreichend ergiebig sein kann.

Zweitens werden auch Chemikalien in die Einstichstelle abgegeben, die zuerst den Schmerz unterdrücken. Das "Opfer" soll schließlich nichts von dem Stich bemerken. Anschließend führen gerade diese Stoffe durch eine Unverträglichkeitsreaktion zu Schwellung und Juckreiz.

Ursachen

Mücken sind in der Lage, Erkrankungen auf den Menschen zu übertragen. Dazu gehören parasitäre (Malaria, Filariose und Leishmaniose), virale (u.a. Gelbfieber, Denguefieber) und bakterielle Erkrankungen (Tularämie). Eine Krankheit kann nur dann übertragen werden, wenn das Insekt über einen befallenen Wirt ebenfalls infiziert wurde.

Die Zeit von der Aufnahme der Krankheitserreger durch eine Stechmücke bis zu der Möglichkeit, diese über den Speichel weiterzugeben, wird als extrinsische Inkubationszeit bezeichnet. Vor Ablauf dieser Zeit kann die Infektion nicht auf ein anderes Lebewesen weitergegeben werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome eines Mückenstichs sind insgesamt sehr eindeutig. Dabei ist zwischen den normalen Symptomen eines jeden Mückenstichs und den Symptomen einer allergischen Reaktion auf diesen zu unterscheiden. So kann jeder Mückenstich als Stich wahrgenommen werden, insofern der Betroffene wach ist.

Das Gefühl entspricht in etwa dem eines kleinen Nadelstiches, der Stich schmerzt allerdings nur im Moment des Einstichs. Die Einstichstelle ist im Normalfall klein und beginnt schnell zu jucken. Dabei sind aber meistens keine Schmerzen vorhanden, sondern lediglich der Juckreiz. Der Juckreiz wird auch nach dem Aufwachen - insofern der Mückenstich während des Schlafes erfolgte - spürbar. Die Rötung der Haut bei einem Mückenstich ist lokal begrenzt.

Das Jucken und die Rötung lassen sich durch das Kratzen verstärken. Dasselbe gilt für eine aufgetretene Schwellung. Im Falle einer allergischen Reaktion auf bestimmte Substanzen im Speichel der Mücke kann es zu einer großflächigeren Hautreaktion kommen. Dabei kommt es zu einer sich ausbreitenden Rötung, zu Quaddelbildung, zu starkem Juckreiz und zu Schwellungen. Diese Symptome können unterschiedlich heftig ausfallen.

In schweren Fällen kommt es zu Kreislaufproblemen und entsprechender Schwäche. Bei starken allergischen Reaktionen wird die Einstichstelle besonders warm und schwillt deutlich an; hier kann vorübergehend eine Verhärtung zurückbleiben. Ein gewöhnlicher Mückenstich heilt dagegen folgenlos ab.

Diagnose & Verlauf

Wenn nach einer Reise in tropische Regionen ungewöhnliche Symptome auftreten, sollte stets auch an eine durch Mücken übertragene Erkrankung gedacht werden.

Bei der gefährlichen Malaria tropica beträgt die Inkubationszeit meist ein bis vier Wochen. Bei den übrigen Malariaformen können dagegen Monate bis über ein Jahr vergehen, bevor die Erkrankung ausbricht. Fieber nach einem Tropenaufenthalt muss deshalb auch noch lange nach der Rückkehr sofort auf Malaria untersucht werden. Die Symptome der durch Anopheles Mücken übertragbaren Infektion ähneln einer Grippe.

Anders als das Gelbfieber, das sich bereits nach 3 bis 6 Tagen bemerkbar macht, kann bei Malaria der Zusammenhang zur Reise oft nicht mehr hergestellt werden. Je nach Ursache werden die verschiedenen Krankheitsbilder auf unterschiedliche Arten diagnostiziert.

Die Diagnose des Gelbfiebers erfolgt meist klinisch, während beim Sandfliegenfieber eine Untersuchung des Blutes auf Antikörper wegweisend ist.

Bei der Hautleishmaniose, die von Parasiten der Gattung Leishmania ausgelöst wird, zeigen die Betroffenen bei einigen Formen typische Hautveränderungen. Eine Biopsie kann die Diagnose stützen, wobei im Präparat schiffchenförmige Leishmanien erkennbar sind.

Komplikationen

Mückenstiche heilen in der Regel schnell wieder ab. In seltenen Fällen kann es jedoch zu Komplikationen kommen. Komplikationen sind unter anderem durch eine heftige allergische Reaktion des Körpers auf die von der Mücke beim Stich injizierten Eiweißstoffe möglich. Wie bei allen anderen Insektenstichen kann es dabei zu riesigen, von Fieber begleiteten Schwellungen oder sogar zu einem anaphylaktischen Schock kommen.

Allerdings sind auch Komplikationen möglich, die sich aus dem Verhalten der gestochenen Personen ergeben. Da sich an der betroffenen Stelle immer eine stark juckende rötliche Quaddel ausbildet, wird oft versucht, das unerträgliche Jucken durch Kratzen zu lindern. Dabei entstehen Hautverletzungen, die als Eintrittspforte für verschiedene bakterielle Krankheitserreger dienen können.

So können unter anderem Streptokokken in das Lymphsystem gelangen, sich dort vermehren und eine Wundrose (Erysipel) hervorrufen. Anzeichen dafür sind eine scharf begrenzte, flächige Rötung, Überwärmung und Fieber; eine Wundrose muss ärztlich mit Antibiotika behandelt werden. Wenn die Krankheitskeime in die Blutbahn kommen, kann sich sogar eine potenziell tödliche Blutvergiftung (Sepsis) entwickeln. Die Erreger stammen dabei in aller Regel von der Hautoberfläche oder von den Fingernägeln des Gestochenen und nicht von der Mücke selbst.

Mücken als Krankheitsüberträger tropischer Erkrankungen spielten in Deutschland lange keine Rolle. Nach heutigem Kenntnisstand gilt das jedoch nicht mehr uneingeschränkt: Die Asiatische Tigermücke hat sich in Teilen Süd- und Westdeutschlands angesiedelt, und seit 2018 treten hierzulande auch vereinzelt Fälle von West-Nil-Fieber auf, die von heimischen Mücken übertragen wurden. Allerdings sollten Reisende ins tropische Ausland auch gegen tropische Krankheitserreger geimpft werden. Ansonsten können bei einem Mückenstich dort solche Krankheiten wie Malaria, Gelbfieber, Denguefieber, West-Nil-Fieber oder das Chikungunyafieber übertragen werden. Impfungen gibt es allerdings nicht gegen jede dieser Erkrankungen: Gegen Malaria steht kein Reiseimpfstoff zur Verfügung, hier schützen konsequenter Mückenschutz und gegebenenfalls eine medikamentöse Prophylaxe.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Im Normalfall wird bei einem Mückenstich kein Arzt benötigt. Mit einer ausreichenden Kühlung oder der Nutzung einer Mückensalbe, die es in Drogeriemärkten oder Apotheken rezeptfrei zu kaufen gibt, kann eine Linderung der Beschwerden erzielt werden. Zudem wird der Heilungsprozess durch die Nutzung der Präparate positiv unterstützt, da sie den Juckreiz minimieren.

Erleiden Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder Säuglinge eine Vielzahl von Mückenstichen, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Sind die Beschwerden derart belastend, dass ein starkes Unwohlsein, eine innere Unruhe oder ein weinerliches Verhalten anhaltend auftreten, ist die Hilfe eines Arztes notwendig. Kommt es zu Entzündungen oder offenen Wunden, wird eine sterile Wundversorgung benötigt.

Kann diese nicht im ausreichenden Umfang gewährleistet werden, sollte ein Arzt konsultiert werden, da eine Sepsis droht. Bei Fieber, Schüttelfrost, Schweißausbrüchen oder Schmerzen ist ebenfalls ein Arztbesuch notwendig. Bei Störungen des Herzrhythmus, starken Schwellungen und einer Zunahme vorhandener Beschwerden besteht Handlungsbedarf. Breitet sich um den Stich herum eine scharf begrenzte, flächige Rötung aus und kommt Fieber hinzu, kann eine Wundrose vorliegen – hier ist noch am selben Tag ein Arzt aufzusuchen.

Wer weiß, dass er auf Insektenstiche allergisch reagiert, sollte sein Notfallset (Antihistaminikum, Kortisonpräparat und Adrenalin-Autoinjektor) stets bei sich tragen und es bei ersten Anzeichen einer schweren Reaktion sofort anwenden. Treten Atemnot, Schwellungen im Mund- und Rachenraum, Kreislaufschwäche oder Bewusstlosigkeit auf, ist umgehend der Notruf 112 zu wählen.

Behandlung & Therapie

Mückenstiche aus nordeuropäischen Gebieten benötigen fast nie ärztliche Behandlung. In einigen Fällen können allergische Reaktionen bis zur Anaphylaxie (allergischer Schock) ausgelöst werden. Ein Arzt sollte unbedingt konsultiert werden, wenn entsprechende Symptome auftreten. Bei Atemnot, Kreislaufschwäche oder Bewusstlosigkeit handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, der sofort über den Notruf 112 gemeldet werden muss.

Ein komplikationsloser Stich wird mit kleinen Hausmitteln behandelt, wie beispielsweise Zwiebelsaft oder einer desinfizierenden Lotion. Durch die Desinfektion wird die Wahrscheinlichkeit einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien minimiert; für Zwiebelsaft ist eine solche Wirkung dagegen nicht belegt. Von Spucke, Zahnpasta oder Erde auf der Einstichstelle ist ausdrücklich abzuraten, weil sie zusätzliche Keime in die aufgekratzte Haut bringen. Trotz enormen Juckreizes ist vom Kratzen abzuraten, da die Symptome verstärkt werden können und die Gefahr einer Entzündung besteht. Gegen massives Jucken schafft ein kühlendes Gel Abhilfe, das auch für Brandwunden und andere Hautirritationen eingesetzt werden kann.

Die ernsteren übertragbaren Krankheiten sind in den meisten Fällen unbedingt behandlungsbedürftig, da sie sonst zum Tod führen können. Viele Therapien können den Krankheitsverlauf nur abmildern oder das Immunsystem verstärken, um gegen die Infektion anzukämpfen.

Malaria lässt sich mit Medikamenten in aller Regel vollständig ausheilen, wenn sie früh genug erkannt wird. Lange Zeit wurde das Medikament Chloroquin bei akuten Schüben eingenommen. Wegen weit verbreiteter Resistenzen wird die gefährliche Malaria tropica heute stattdessen mit Artemisinin-Kombinationspräparaten wie Artemether-Lumefantrin oder mit Atovaquon-Proguanil behandelt. Bei Resistenz gegen Chloroquin werden bei hohem Malariarisiko Doxycyclin oder Atovaquon-Proguanil zur Prophylaxe verabreicht. Beim Gelb- und Denguefieber gibt es dagegen keine ursächliche Behandlung, sondern nur eine Therapie der Beschwerden. Leishmaniose und Filariose lassen sich hingegen gezielt mit Medikamenten gegen die Erreger behandeln. Die unbehandelt schwer verlaufende Tularämie wird mit Antibiotika behandelt, wobei lange Streptomycin als Mittel der Wahl galt. Heute werden stattdessen meist Ciprofloxacin, Doxycyclin oder Gentamicin eingesetzt; unter rechtzeitiger Antibiotikatherapie endet die Erkrankung nur noch selten tödlich.

Die durch Fadenwürmer (Nematoden) aus der Gruppe der Filarien ausgelöste Filariose existiert in zahlreichen Unterformen, von denen einige gut behandelbar sind. Hierbei übertragen Stechmücken Mikrofilarien - mikroskopisch kleine Fadenwürmer - über ihren Speichel. Behandelt wird mit Anthelminthika (Medikamente gegen Würmer), wobei spezielle Medikamente für ausgewachsene Würmer und Mikrofilarien verabreicht werden.


Aussicht & Prognose

Die Prognose bei einem herkömmlichen Mückenstich einer harmlosen, nicht mit Erregern belasteten Mücke ist sehr gut. Binnen weniger Tage heilt ein Mückenstich in der Regel vollkommen ab. Es sind weder bleibende Hautveränderungen noch weitere medizinische Komplikationen zu erwarten. Salben zur Heilung oder passende Hausmittel können genutzt werden, sind aber nicht notwendig.

Die Prognose ist deutlich schlechter, wenn die Einstichstelle keine Chance zum Abheilen hat. Dies ist etwa dann gegeben, wenn zu viel gekratzt wird oder anderweitige Hautleiden vorhanden sind. Es kann in solchen Fällen selten zu bakteriellen Entzündungen kommen, die dann zu einer lokalen Infektion führen. Weiteres Kratzen verschlimmert diesen Zustand häufig. Bei einer bakteriell infizierten Einstichstelle ist die Prognose gut, wenn früh behandelt wird; eine Wundrose muss allerdings ärztlich mit Antibiotika behandelt werden, weil sich daraus sonst eine Blutvergiftung entwickeln kann.

Bei Stichen durch gefährliche Mücken, beispielsweise in den Tropen, kann es hingegen zu Infektionskrankheiten kommen, die eine schlechtere Prognose haben. Bei Malaria beträgt die Sterberate unbehandelt circa 20 Prozent, behandelt sind es aber lediglich zwei Prozent. Eine schnelle Behandlung verbessert die Prognose. Es gilt aber, dass Mückenstiche in Mittel- und Nordeuropa in aller Regel harmlos sind.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen Mückenstiche allgemein ist das Tragen von langärmeligen, dichten Kleidungsstücken in Problemgebieten. Ein Abwehrspray gegen Mücken oder ein Moskitonetz schaffen Abhilfe. Bezüglich der schwerwiegenden Krankheitsbilder in tropischen Gebieten sind Informationen vor der Reise über die dortigen ansteckenden Erkrankungen unerlässlich. Impfungen sind gegen einige der beschriebenen Infektionen möglich, etwa gegen Gelbfieber.

Nachsorge

Zur Nachsorge bei einem Mückenstich gehört zunächst die gegebenenfalls weiterzuführende Behandlung des Juckreizes. Stellt sich dieser nach einiger Zeit wieder ein, können die zuvor erprobten Therapieansätze erneut angewandt werden. Cremes, Salben und Gele beruhigen zudem die Haut und befördern damit die schnelle Heilung. Ist der Juckreiz vollständig abgeklungen, sind in der Regel keine weiteren Nachsorgemaßnahmen erforderlich.

Die mit dem Stich verbundene Rötung und Schwellung geht meist binnen weniger Tage von alleine zurück. Um mögliche Komplikationen bei der Heilung auszuschließen, sollte dieser Prozess jedoch beobachtet werden. Auf diese Weise können mögliche Infektionen, die durch das Kratzen ausgelöst wurden, rechtzeitig erkannt werden. Nimmt die Schwellung zu oder breitet sich die Rötung weiter aus, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Dieser kann beurteilen, ob sich der Stich entzündet hat, und die Entzündung behandeln. Bei Fieber nach einem Auslandsaufenthalt wird er zusätzlich das Blut auf übertragene Erreger untersuchen. Besondere Aufmerksamkeit ist darüber hinaus bei bekannten Allergien gegenüber Insektenstichen geboten. Liegt eine solche Allergie vor, muss die im ersten Schritt eingeleitete Behandlung nach Absprache mit dem zuständigen Arzt über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden. Allergische Reaktionen können zudem auch zu einem späteren Zeitpunkt auftreten und bedürfen dann einer möglichst raschen Behandlung. Allergiker sollten daher Veränderungen des Hautzustandes rund um den Stich besonders genau beobachten.

Das können Sie selbst tun

In der Regel ist bei einem Mückenstich keine ärztliche Versorgung notwendig. Die Behandlung kann durch selbst durchführbare Maßnahmen erfolgen. Bei schweren allergischen Reaktionen – die auch nach Stichen heimischer Insekten auftreten können – ist dagegen sofort ärztliche Hilfe nötig, bei Atemnot oder Kreislaufschwäche über den Notruf 112.

Die erste Maßnahme bei der Behandlung stellt die Kühlung dar. So wird die Schwellung reduziert und zugleich der Juckreiz gemindert. In Apotheken und Drogeriehandlungen können juckreizmildernde Lotionen und Gele erworben werden. Auch für Kinder gibt es spezielle Produkte, mit weniger Zusatzstoffen. Ein verbreitetes Hausmittel ist die Zwiebel: Eine Hälfte auf die gestochene Hautstelle gelegt, soll Juckreiz und Schwellung lindern. Ein Nachweis für diese Wirkung fehlt allerdings; auf aufgekratzte Haut gehört die Zwiebel keinesfalls. Kühlend wirkt auch der reine Saft der Aloe vera. Zugleich pflegt dieser die gereizte Haut. Auch Wärme auf der Einstichstelle mindert den Juckreiz, da die Eiweiße des Mückenspeichels dabei zerstört werden. Statt eines heiß gemachten Löffels, mit dem sich leicht Verbrennungen zuziehen lassen, sind dafür jedoch elektronische Stichheiler aus der Apotheke geeignet, deren Temperatur begrenzt ist. Bei kleinen Kindern ist besondere Vorsicht geboten.

Am wirkungsvollsten ist jedoch die Vorbeugung. Hierfür empfehlen sich Moskitonetze an Fenstern und Türen, das Meiden von stehenden Gewässern, der Verzicht auf sehr stark duftende Parfums sowie Duschen am Morgen und Abend, da der Schweißgeruch auf Mücken anziehend wirkt. Apotheken bieten zahlreiche Sprays und Lotionen mit Mücken abwehrenden Substanzen. Vorsicht ist bei der Verwendung für Kinder und Allergiker geboten. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin.
    ISBN: 9783662725535
  • Löscher, T., Burchard, G.-D., Hoerauf, A., et al. (Hrsg.): Tropenmedizin.
    ISBN: 9783437216428
  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
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  • Gesenhues, S., Gesenhues, A.: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin.
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  • Lucius, R., Loos-Frank, B., Lane, R.P.: Biologie von Parasiten.
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