Notfallmedizin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Notfallmedizin befasst sich als Teilgebiet der Medizin mit der Erkennung und Behandlung medizinischer Notfälle. Sie ist eng verbunden mit den Teilbereichen Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesiologie und Neurologie. In Deutschland ist die Notfallmedizin kein eigenes Facharztgebiet, sondern eine Zusatz-Weiterbildung, die Ärztinnen und Ärzte zusätzlich zu ihrer Weiterbildung in einem anderen Gebiet erwerben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Notfallmedizin?

Notfallmedizin
Die Notfallmedizin befasst sich als Teilgebiet der Medizin mit der Erkennung und Behandlung medizinischer Notfälle.

Die Notfallmedizin umfasst eine ganze fachliche Rettungskette, in welche mehrere medizinische Teilbereiche einbezogen sind. Dazu zählen Innere Medizin, Anästhesiologie, Neurologie und Chirurgie. Eng verbunden mit der Notfallmedizin sind auch Rettungsmedizin und Katastrophenmedizin. Die Rettungsmedizin beschäftigt sich mit den außerhalb von medizinischen Einrichtungen durchgeführten medizinischen Notmaßnahmen.

Dabei kann sie weder inhaltlich noch fachlich von der Notfallmedizin in Krankenhäusern getrennt werden. Die Katastrophenmedizin beschreibt den Aspekt der Notfallmedizin, der in Katastrophenfällen auftritt. Während in Katastrophenfällen eine Massenversorgung der verunglückten Menschen zu organisieren ist, werden bei der Rettungsmedizin individuelle Maßnahmen zur Lebensrettung durchgeführt. Die Notfallmedizin ist daher ein sehr komplexes Fachgebiet und erfordert eine umfangreiche ärztliche Ausbildung.

Dazu zählen fachliche Kenntnisse über die Vorgehensweise bei einem Massenanfall von Erkrankten und Verletzten, über psychiatrische Notfälle sowie über geeignete Maßnahmen zur Therapie und Diagnostik plötzlich auftretender medizinischer Notfälle. Des Weiteren gehören dazu auch Kenntnisse über die organisatorischen und rechtlichen Grundlagen des Rettungsdienstes. Das in der Notfallmedizin tätige Personal wird als Rettungsfachpersonal bezeichnet. Es setzt sich aus Notärzten, Notfallsanitätern, Rettungshelfern, Rettungssanitätern, Sanitätern, Krankenhelfern sowie Ersthelfern zusammen. Die frühere Berufsbezeichnung Rettungsassistent wurde 2014 durch den Beruf des Notfallsanitäters abgelöst.

Die Ausbildungswege des Rettungsfachpersonals sind unterschiedlich lang und rechtlich unterschiedlich geregelt. Die Ausbildung zur Notfallsanitäterin oder zum Notfallsanitäter dauert nach dem Notfallsanitätergesetz in Vollzeitform drei Jahre, in Teilzeitform höchstens fünf Jahre; sie schließt mit einer staatlichen Prüfung ab und verbindet theoretischen Unterricht mit Abschnitten an einer Lehrrettungswache und im Krankenhaus. Die Qualifikation zur Rettungssanitäterin oder zum Rettungssanitäter ist demgegenüber deutlich kürzer und wird von den Ländern geregelt; Rettungshelferinnen und Rettungshelfer sowie Ersthelferinnen und Ersthelfer bilden weitere Stufen mit jeweils engerem Aufgabenzuschnitt. Für Ärztinnen und Ärzte ist die Notfallmedizin dagegen eine Zusatz-Weiterbildung. Welche klinischen Zeiten, Kurse und begleiteten Einsätze dafür nachzuweisen sind, legen die Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern fest; sie orientieren sich an der Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer, unterscheiden sich im Einzelnen aber voneinander.

Organisatorisch beschreibt das Fach seinen eigenen Ablauf mit dem Bild der Rettungskette. Deren erstes Glied liegt nicht beim Rettungsdienst, sondern bei den Anwesenden: Wer einen Notfall bemerkt, setzt den Notruf ab – in Deutschland wie in der gesamten Europäischen Union unter der Nummer 112 – und leistet Erste Hilfe, bis professionelle Kräfte eintreffen. Davon zu unterscheiden ist der ärztliche Bereitschaftsdienst, der in Deutschland unter der Nummer 116117 erreichbar ist und für Beschwerden zuständig ist, die zwar nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten können, aber keinen Notfall darstellen. Die Unterscheidung ist praktisch bedeutsam, denn überfüllte Notaufnahmen und gebundene Rettungsmittel verzögern die Versorgung derjenigen, die sie dringend benötigen.

Die weiteren Glieder der Kette sind der Rettungsdienst, die klinische Versorgung und die anschließende Rehabilitation. Der Rettungsdienst ist in Deutschland Aufgabe der Länder und deshalb im Detail unterschiedlich organisiert; gemeinsam ist ihm die Steuerung über Leitstellen, die Notrufe entgegennehmen, die Dringlichkeit einschätzen und die Einsatzmittel zuteilen. Neben dem Rettungswagen, der mit Rettungsfachpersonal besetzt ist, kommt bei entsprechender Meldung eine Notärztin oder ein Notarzt hinzu – meist im sogenannten Rendezvous-System, bei dem ein eigenes Notarzteinsatzfahrzeug getrennt vom Rettungswagen zum Einsatzort fährt und sich dort mit ihm trifft. Für große Entfernungen, schwer zugängliche Orte und Verlegungen zwischen Kliniken stehen Rettungshubschrauber zur Verfügung. Innerhalb welcher Zeit Hilfe eintreffen soll, regeln die Länder in ihren Rettungsdienstgesetzen jeweils eigenständig.

Als Querschnittsfach hat die Notfallmedizin keinen eigenen Organbereich, sondern einen eigenen Zeitabschnitt: Sie ist für die erste, noch ungeklärte Phase einer bedrohlichen Störung zuständig und übergibt danach an dasjenige Fach, zu dem das Krankheitsbild gehört. Darin unterscheidet sie sich von der Intensivmedizin, die eine bereits erkannte Störung über Tage und Wochen weiterbehandelt, und von der Anästhesiologie, die ihre Verfahren planbar und in einer kontrollierten Umgebung einsetzt. Personell und methodisch überschneiden sich die drei Bereiche allerdings stark, weshalb viele notfallmedizinisch tätige Ärztinnen und Ärzte aus einem von ihnen kommen.

Behandlungen & Therapien

Die Notfallmedizin kommt bei akut auftretenden Störungen der Vitalfunktion des Körpers zum Einsatz. Die schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen können durch Erkrankungen, Unfälle oder Katastrophenfälle verursacht werden. Zunächst müssen lebensrettende Maßnahmen durchgeführt werden. Dabei kommt es darauf an, um welchen lebensbedrohlichen Zustand es sich handelt.

Bei Herzstillstand muss unverzüglich die kardio-pulmonale Wiederbelebung erfolgen. Bei Verletzungen ist eine fachgerechte Ruhigstellung des Körpers, seine Repositionierung (das Einrichten fehlgestellter Knochenbrüche) und gegebenenfalls zur Stillung einer Blutung das Anlegen eines Druckverbandes erforderlich. Die therapeutischen Maßnahmen umfassen auch die fachgerechte Lagerung und Rettung der Notfallpatienten. Gegebenenfalls ist eine Herz-Druck-Massage notwendig. Die Notfallmedizin umfasst ein großes Spektrum zu behandelnder Störungen. Dazu zählen Herzinfarkte, Schlaganfälle, plötzliche Schmerzzustände und weitere lebensbedrohliche medizinische Zustände, die im Rahmen einer zugrunde liegenden Erkrankung plötzlich auftreten. Manchmal sind die Ursachen bekannt, weil der Patient bereits lange an einer schweren Erkrankung leidet.

Dann können schnell medizinische Notmaßnahmen eingeleitet werden, die bezüglich des Grundleidens notwendig sind. Die Herausforderung zur Notbehandlung besteht jedoch bei plötzlich auftretenden Krisen, ohne dass die Ursache bekannt ist. Auch hier gibt es jedoch erste Notmaßnahmen, die lebensrettend wirken. Ein großes Einsatzgebiet der Notfallmedizin sind Unfälle und Katastrophen. Bei Unfällen mit wenigen Beteiligten müssen sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden. Diese umfassen die stabile Seitenlage und gegebenenfalls die Herzdruckmassage und Beatmung. Bei Katastrophen mit einem Massenanfall von verletzten Personen können individualmedizinische Aspekte oft nicht berücksichtigt werden.

Es muss grundsätzlich die Triage der Betroffenen erfolgen. Die Triage ist die Priorisierung einer medizinischen Hilfeleistung bei einer sehr hohen Anzahl von Verletzten. Das ist in diesem Fall unvermeidlich, um so viele Personen wie möglich retten zu können. Während der präklinischen Behandlung können nur die notwendigsten lebensrettenden Maßnahmen unternommen werden. Die weitere Behandlung erfolgt im klinischen Bereich. Hier ist die Notfallmedizin mit verschiedenen anderen medizinischen Bereichen wie Intensivmedizin, Unfallchirurgie, Innerer Medizin, Psychiatrie oder Neurochirurgie eng verzahnt. Bei Kindern spielt auch noch die Pädiatrie eine Rolle. Im klinischen Bereich gewinnen die diagnostischen Untersuchungen innerhalb der Notfallmedizin eine große Bedeutung.

Im Krankenhaus setzt sich die Kette in eigens dafür geschaffenen Strukturen fort. Die zentrale Notaufnahme nimmt sowohl die vom Rettungsdienst gebrachten als auch die selbst eintreffenden Patientinnen und Patienten auf. Weil beide Gruppen gleichzeitig ankommen und sich in ihrer Dringlichkeit stark unterscheiden, steht am Anfang eine strukturierte Ersteinschätzung: Geschultes Personal ordnet jede Person anhand festgelegter Kriterien einer Dringlichkeitsstufe zu, aus der sich ergibt, wie rasch eine ärztliche Untersuchung erfolgen muss. Diese Einschätzung ist keine Diagnose, sondern eine Reihenfolgeentscheidung – sie erklärt, warum in einer Notaufnahme nicht nach Ankunftszeit behandelt wird.

Für schwer verletzte oder kritisch kranke Menschen hält die Klinik den Schockraum bereit: einen Raum, in dem ein festgelegtes Team aus mehreren Fachrichtungen zeitgleich arbeitet und in dem Bildgebung, Labor und Operationsbereitschaft unmittelbar verfügbar sind. Darüber hinaus haben sich für Krankheitsbilder, bei denen die verstrichene Zeit unmittelbar über das Ausmaß des Schadens entscheidet, spezialisierte Einheiten herausgebildet: Schlaganfallstationen, Einrichtungen zur raschen Abklärung von Brustschmerz mit angeschlossenem Herzkatheterlabor sowie Traumazentren, die sich in regionalen Netzwerken zusammenschließen und die Versorgung nach Schweregrad untereinander aufteilen. Für die Notfallmedizin folgt daraus, dass bereits am Einsatzort mitentschieden wird, welche Klinik angefahren wird – nicht zwingend die nächstgelegene, sondern die für das vermutete Krankheitsbild geeignete.

Ein eigener Teil der notfallmedizinischen Arbeit betrifft Personengruppen, für die besondere Überlegungen gelten. Bei Kindern unterscheiden sich Krankheitsbilder, Ausrüstung und Ansprache erheblich von denen Erwachsener. Bei Schwangeren sind zwei Menschen betroffen, wonach sich unter anderem die Lagerung richtet. Bei alten Menschen überlagern Vorerkrankungen und eingenommene Medikamente das Bild, und Beschwerden treten häufig untypisch auf. Psychiatrische Notfälle – etwa akute Erregungszustände, Suizidalität oder Verwirrtheitszustände – verlangen zusätzlich Deeskalation sowie Kenntnis der rechtlichen Grundlagen, unter denen eine Behandlung ausnahmsweise auch gegen den erklärten Willen zulässig ist.

Schließlich gehören Entscheidungen über die Grenzen der Behandlung zum Fach. Nicht jede lebensverlängernde Maßnahme entspricht dem Willen der betroffenen Person; liegt eine Patientenverfügung vor oder lässt sich der mutmaßliche Wille ermitteln, kann eine Änderung des Behandlungsziels hin zu einer rein lindernden Versorgung angezeigt sein. An dieser Stelle arbeitet die Notfallmedizin eng mit der Palliativmedizin zusammen. Ebenso gehört die Betreuung von Angehörigen dazu, für die mit der psychosozialen Notfallversorgung und der Notfallseelsorge eigene Strukturen bestehen – nicht zuletzt, weil viele Einsätze auch für die Einsatzkräfte belastend sind und eine geregelte Nachsorge erfordern.


Diagnose & Untersuchungsmethoden

Innerhalb der Notfallmedizin ist das sichere Erkennen bedrohlicher Störungen die Grundlage für die erfolgreiche Behandlung des Patienten. Beim Erstkontakt zum lebensbedrohlich Erkrankten bleibt nur wenig Zeit für eine ausgiebige Untersuchung. Es müssen lebensrettende Sofortmaßnahmen getroffen werden. Hier kommen leicht zu handhabende Geräte für den Schnell-Check zum Einsatz.

So wird bei lebensbedrohlichen Verletzungen der initiale Traumacheck durchgeführt, der für den Transport und die weitere Behandlung erforderlich ist. Dabei werden grundsätzlich alle Körperteile in Anpassung an die Situation untersucht. Bei diesem Check wird besonderes Augenmerk auf Schmerzreaktionen, anomale Gelenk- und Knochenstellung sowie weitere Besonderheiten gelegt. In der präklinischen Notfallmedizin beschränkt sich die Untersuchung auf die gefährdetsten Körperregionen Brust, Bauch, Becken und Oberschenkel. In der Notaufnahme des Krankenhauses wird die Untersuchung dann intensiver durchgeführt. Eine weitere Schnelluntersuchung stellt der Neurocheck dar. Dabei wird die Funktionstüchtigkeit des Nervensystems getestet, wobei das Schmerzempfinden, die Motorik und die Durchblutung untersucht werden.

Das ist besonders wichtig, wenn der Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung besteht. Der Notfallmedizin stehen einige weitere apparative Möglichkeiten zur Verfügung. So ist mittels eines EKG-Monitorings die Dauerüberwachung des Herzens möglich. Im Rahmen dieser Untersuchung können gefährliche Herzrhythmusstörungen diagnostiziert werden. Mittels Pulsoxymetrie wird die arterielle Sauerstoffsättigung des Blutes untersucht. Diese Maßnahme dient zur Patientenüberwachung beim Krankentransport, nach künstlicher Beatmung oder nach Sauerstoffmangelzuständen. Eine weitere Untersuchungsmethode stellt die sogenannte Kapnometrie mittels eines Kapnografen dar.

Dabei wird der Kohlendioxidgehalt der ausgeatmeten Luft bestimmt. Der Einsatz der Kapnometrie dient zur Optimierung der Ventilation bei der Beatmung. Außerdem kann damit der Stoffwechsel bei der Reanimationsbehandlung abgeschätzt werden. Des Weiteren werden Blutzuckermessungen durchgeführt, um eventuelle hypo- oder hyperglykämische Zustände festzustellen. Untersuchungen auf Troponin können einen Hinweis auf Herzinfarkt geben. Schließlich finden in der Notfallmedizin auch Untersuchungen auf toxische Substanzen statt.

Damit unter Zeitdruck nichts Wesentliches übersehen wird, arbeitet das Fach mit festen Prüfreihenfolgen. Die verbreitetste ordnet die Ersteinschätzung nach der Bedrohlichkeit: zuerst die Atemwege, dann die Atmung, anschließend der Kreislauf, danach der neurologische Zustand und zuletzt der übrige Körper einschließlich des Wärmeerhalts. Der Sinn dieser Reihenfolge liegt darin, dass eine Störung der ersten Stufe schneller tödlich endet als eine der letzten und deshalb zuerst behoben werden muss. Für die Kurzanamnese bestehen entsprechende Merkschemata, die nach Beschwerden, Vorerkrankungen, eingenommenen Medikamenten, Allergien, der letzten Nahrungsaufnahme und dem Hergang fragen. Solche Schemata sind Handwerkszeug des Fachpersonals; sie setzen eine Ausbildung voraus und sind keine Anleitung für Laien.

Zur Einschätzung des Bewusstseins dient eine standardisierte Skala, die das Öffnen der Augen, die sprachliche Antwort und die motorische Reaktion getrennt bewertet und zu einem Gesamtwert zusammenführt. Weil dieser Wert überall auf dieselbe Weise erhoben wird, lässt sich der Zustand über die Zeit und zwischen den Beteiligten vergleichen: Eine Verschlechterung auf dem Transport wird sichtbar, ohne dass sie umschrieben werden müsste. Ergänzt wird die Skala durch die Kontrolle der Pupillen und, bei entsprechendem Verdacht, durch die orientierende Prüfung von Kraft und Empfindung an Armen und Beinen.

An apparativer Diagnostik hat sich der Ultraschall auch außerhalb der Klinik durchgesetzt. Tragbare Geräte erlauben es, freie Flüssigkeit im Bauchraum, einen Erguss um das Herz oder eine Auffälligkeit der Lunge binnen weniger Minuten zu erfassen, und zwar dort, wo der Patient liegt. In der Klinik schließt sich bei schwer verletzten Menschen häufig eine Computertomographie an, die in einem Durchgang Kopf, Brustkorb, Bauch und Becken erfasst. Aus dem Blut werden über die bereits genannten Werte hinaus eine Blutgasanalyse sowie Gerinnungs- und Entzündungswerte bestimmt. Ein zwölfkanaliges Elektrokardiogramm lässt sich bereits vom Einsatzort in die Zielklinik übermitteln, sodass dort die weitere Versorgung vorbereitet werden kann, bevor der Patient überhaupt eintrifft.

Zwei Umstände unterscheiden die notfallmedizinische Diagnostik grundsätzlich von der planbaren. Erstens bleibt am Einsatzort in aller Regel nur eine Verdachtsdiagnose; die endgültige Klärung erfolgt in der Klinik, und die präklinische Einschätzung muss deshalb so formuliert sein, dass sie sich revidieren lässt. Zweitens ist die Übergabe selbst ein kritischer Moment: Was unterwegs beobachtet und getan wurde, muss vollständig und in geordneter Form weitergegeben werden, weil sonst genau an dieser Nahtstelle Wissen verlorengeht. Dafür haben sich standardisierte Übergabeformen und einheitliche Einsatzprotokolle durchgesetzt. Diese Protokolle sind zugleich die Grundlage der Qualitätssicherung: Überregionale Register werten Einsätze bei Wiederbelebung und schwerer Verletzung systematisch aus, die Empfehlungen zur Wiederbelebung werden von internationalen Fachgesellschaften in mehrjährigem Abstand überarbeitet, und regelmäßiges Training an Simulationspuppen und im gesamten Team gehört inzwischen fest zur Fortbildung des Fachs.

Quellen

  • Ziegenfuß, T.: Notfallmedizin.
    ISBN: 9783662703977
  • Striebel, H. W.: Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin.
    ISBN: 9783132431041
  • Bein, B., Gräsner, J.-T., Meybohm, P. (Hrsg.): Zusatzweiterbildung Notfallmedizin.
    ISBN: 9783132447448
  • Spies, C., Kastrup, M., Kerner, T., et al. (Hrsg.): SOPs in Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie.
    ISBN: 9783132432505
  • Marx, G., Muhl, E., Zacharowski, K. (Hrsg.): Die Intensivmedizin.
    ISBN: 9783662686980

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