Neurochirurgie
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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In Deutschland wird die Neurochirurgie einem Teilbereich der Medizin zugeordnet, der Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems durch einen operativen Eingriff behandelt. Entgegen der Fachbezeichnung wird diese medizinische Disziplin weder der Chirurgie noch der Neurologie zugeordnet.
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Was ist die Neurochirurgie?
Die Neurochirurgie ist eine selbständige medizinische Disziplin und umfasst definitionsgemäß die Erkennung und operative Behandlung von Verletzungen, Fehlbildungen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems und seiner Hüllen sowie des vegetativen und peripheren Nervensystems.
Dazu gehören auch die notwendigen Voruntersuchungen, konservative Behandlungsverfahren und die sich nach dem Eingriff anschließende Rehabilitation. Ein Neurochirurg durchläuft in Deutschland eine sechsjährige Ausbildung zum Facharzt. Der Weiterzubildende ist 48 Monate in der stationären Patientenversorgung und sechs Monate in der intensivmedizinischen Versorgung neurochirurgischer Patienten tätig.
Bis zu zwölf Monate Tätigkeit in der Chirurgie, der Neuropathologie, der Neurologie oder Neuroradiologie oder 6 Monate in Anatomie, Anästhesiologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde, Kinder- und Jugendmedizin oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie sind auf die Facharztausbildung anrechenbar. Diese Aufzählung und die genannte Aufteilung der Weiterbildungszeit entsprechen der früheren Musterweiterbildungsordnung; die heute geltende Fassung schreibt von den 72 Monaten nur die sechs Monate in der intensivmedizinischen Versorgung fest und lässt bis zu zwölf Monate Weiterbildung in anderen Gebieten zu.
Geöffnet wurde der Schädel schon in vorgeschichtlicher Zeit; entsprechende Funde belegen, dass Menschen solche Eingriffe überlebt haben. Eine planvolle Chirurgie des Nervensystems entstand jedoch erst, nachdem Betäubung, keimfreies Arbeiten und die Möglichkeit, den Ort einer Erkrankung im Gehirn aus den Ausfällen des Patienten zu erschließen, zusammenkamen – also gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Als Begründer der modernen Neurochirurgie gilt der US-amerikanische Chirurg Harvey Cushing, der das Fach in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts systematisierte und die Sterblichkeit bei Hirnoperationen deutlich senkte. Im deutschsprachigen Raum löste sich die Neurochirurgie im Lauf des 20. Jahrhunderts aus der allgemeinen Chirurgie und wurde zu einem eigenständigen Gebiet mit eigenen Kliniken.
Von den Nachbarfächern grenzt sich die Neurochirurgie über die Frage ab, wer den Eingriff durchführt und wer nicht. Die Neurologie untersucht und behandelt dieselben Erkrankungen mit Medikamenten und konservativen Verfahren; sie stellt in vielen Fällen die Diagnose und meldet den Patienten an, wenn eine Operation infrage kommt. Die Neuroradiologie liefert nicht nur die Bilder, sondern behandelt bestimmte Gefäßerkrankungen selbst über Katheter, die von der Leiste aus bis in die Hirngefäße geführt werden – bei einem Aneurysma etwa stellt sich deshalb regelmäßig die Frage, ob offen operiert oder über den Katheter behandelt wird. Die Neuropathologie beurteilt das Gewebe, das der Neurochirurg entnommen hat, und liefert damit die Grundlage für die weitere Behandlung. An der Wirbelsäule überschneidet sich das Gebiet mit Orthopädie und Unfallchirurgie, an der Schädelbasis mit der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie. An den Nerven von Arm und Hand berührt sich die Neurochirurgie mit der Handchirurgie und der plastischen Chirurgie, die dieselben Engpasssyndrome und Nervenverletzungen versorgen; wer den Eingriff durchführt, richtet sich hier weniger nach der Fachbezeichnung als nach der Erfahrung des jeweiligen Zentrums.
Für Patienten ist diese Aufteilung vor allem deshalb von Bedeutung, weil sie erklärt, warum sie im Verlauf einer Behandlung mehreren Fachrichtungen begegnen. Die Diagnose kann von einer Neurologin gestellt, das Bild von einem Neuroradiologen befundet, der Eingriff von einer Neurochirurgin durchgeführt und das entnommene Gewebe von einem Neuropathologen beurteilt werden – vier Fächer an einem einzigen Krankheitsfall. Die Neurochirurgie ist darin dasjenige Fach, das den operativen Teil verantwortet und zugleich die Entscheidung mitträgt, ob überhaupt operiert werden soll.
Funktion, Wirkung & Ziele
Operative Eingriffe ermöglichen die Versorgung von Schädel-Hirn-Traumen mit intra- und extraduralen Hämatomen, Liquorfisteln und Impressionsfrakturen sowie von Missbildungen von Gehirn, Rückenmark und Schädel und von Verletzungen der Nerven. Die Neurochirurgen führen Operationen bei Spaltmissbildungen durch oder legen Liquorableitungen. Sie therapieren Erkrankungen der Gefäße, der Bandscheibe und der zervikalen (Halswirbel), thorakalen (Brustwirbel) und lumbalen (Lendenwirbel) Wirbelsäule. Hierfür eignen sich insbesondere die Nervenwurzel- und Rückenmarksdekompression.
Funktionelle Störungen wie Epilepsie und Schmerzsyndrome können durch destruierende Verfahren oder durch die Implantation von Stimulationssystemen behandelt werden. Bei diagnostischen Eingriffen finden die Myelographie sowie die ventrikuläre und lumbale Liquor-Drainage mit oder ohne Druckmessung sowie Biopsien Anwendung. Neurochirurgen behandeln Hydrocephalus (Abflussstörungen des Gehirnliquors) durch endoskopische Verfahren, das Legen einer vorübergehenden Drainage oder dauerhafter Ableitungen. In Spezialkliniken werden Patienten mit zentralen Bewegungsstörungen durch navigationsgestützte spezielle Stimulationsverfahren behandelt. Eine ähnlich ausgerichtete Navigationstechnik ermöglicht den Medizinern die Behandlung von Tumoren durch die Platzierung strahlender Elemente, die eine gezielt wirkende Hirntumortherapie zum Ziel hat.
Die Neurochirurgen sorgen für die sachgerechte Probengewinnung und Probenbehandlung für labortechnische Untersuchungen und ordnen diese in das jeweilige Krankheitsbild ein. Die Neurochirurgie kommt auch im Bereich vieler Wirbelsäulenerkrankungen zum Einsatz. Tumore, Bandscheibenvorfälle und Wirbelkanalengen werden operativ behandelt und entfernt. Dabei werden sowohl Streuherde anderer im Körper heranwachsender Tumoren als auch Knochentumoren, Bindegewebstumoren, Tumoren der Hirnhäute und Nervengewebstumoren entfernt. Im Fall von Bandscheibenvorfällen und Wirbelkanalengen wird das einengende und schmerzverursachende Gewebe entfernt. In der peripheren Neurochirurgie befassen sich die Mediziner mit der Behandlung von Engpasssyndromen wie dem Ulnarisrinnen-Syndrom (Nervenengpass am Ellenbogen), Tarsaltunnelsyndrom (Nervenengpass am Fuß), Supinatortunnelsyndrom (Lähmungserscheinung an Langfinger und Daumen) und dem Karpaltunnelsyndrom (Nervenengpass der Hand).
Weitere Aufgaben sind Vorbereitungsmaßnahmen zu Organspenden, die Behandlung von Tumoren an den Nerven und die Wiederherstellung der Nervenkontinuität durch Akutversorgung unmittelbar nach Verletzungen und durch Transplantationseingriffe. Neurochirurgen müssen sich in der Anwendung der Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie und der enteralen und parenteralen Ernährung ihrer Patienten auskennen. Sie wissen Katheter- und Punktionstechniken richtig anzuwenden und werten das daraus gewonnene Untersuchungsmaterial aus. Einfache Beatmungstechniken sowie Beatmungsentwöhnung nach operativen Eingriffen sind Klinikroutine. Die Mediziner versorgen Palliativpatienten und erleichtern ihnen durch medizinische Therapien ihren letzten Lebensabschnitt.
Neurochirurgen müssen nicht nur in der Lage sein, physische Ursachen für die Erkrankungen ihrer Patienten zu erkennen, sondern sich auch mit ihrem psychologischen Zustand beschäftigen. Dazu gehören die Erkennung psychogener Syndrome, somatopsychischer Reaktionen (seelische Reaktionen auf eine körperliche Erkrankung) und psychosozialer Zusammenhänge. Sie begleiten ihre Patienten bei ergotherapeutischen, physikalischen und logopädischen Therapiemaßnahmen. Durch die intensivmedizinische Basisversorgung sowie die Erkennung akuter Notfälle und die Durchführung lebensrettender Maßnahmen am Patienten sichern sie die Aufrechterhaltung seiner Vitalfunktionen und die Wiederbelebung.
Die Tracheotomie (operativer Zugang zur Luftröhre) sichert die Beatmung des Patienten. Zu den allgemeinen Tätigkeiten gehören die Wundversorgung, steriles Abdecken sowie die diagnostische Vorbereitung und die prä- und postoperative Versorgung der Patienten bei häufig auftretenden neurochirurgischen Beschwerden. Neurochirurgen lernen während ihrer Fachausbildung auch scheinbar einfache Tätigkeiten wie den angemessenen Umgang mit Patienten und Kollegen, Vorstellung von Patienten bei Visiten, neurochirurgische Demonstrationen und Dokumentationen und Verhaltensweisen im Operationssaal.
Zu einer neurochirurgischen Behandlung kommen Patienten auf zwei sehr unterschiedlichen Wegen. Der eine führt über die Notaufnahme: Ein Schädel-Hirn-Trauma nach einem Unfall, eine Hirnblutung oder ein rasch zunehmender Druck im Schädelinneren erlaubt keinen Aufschub, hier entscheidet sich innerhalb von Stunden, ob operiert wird. Der andere Weg ist der geplante: Eine Praxis oder eine neurologische Abteilung überweist den Patienten in die neurochirurgische Sprechstunde, wo vorhandene Aufnahmen und Vorbefunde gesichtet, der neurologische Status erhoben und Nutzen und Risiken eines Eingriffs gegen den erwartbaren Verlauf ohne Operation abgewogen werden. Gerade bei Beschwerden an der Wirbelsäule endet dieses Gespräch häufig ohne Operationstermin, weil konservative Behandlung, Bewegung und Zeit zunächst die besseren Aussichten bieten. Bei planbaren Eingriffen an der Wirbelsäule besteht zudem ein gesetzlicher Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung.
Versorgt wird das Fach überwiegend stationär. Neurochirurgische Kliniken sind an größere Krankenhäuser und Universitätskliniken angebunden, weil sie eine Rundumbereitschaft, eine eigene oder eng angebundene Intensivstation und eine jederzeit verfügbare Schnittbilddiagnostik voraussetzen. Bei Tumorerkrankungen wird das weitere Vorgehen in einer interdisziplinären Konferenz mit Onkologie, Strahlentherapie, Neuroradiologie und Neuropathologie festgelegt, statt von einer einzelnen Abteilung entschieden zu werden. Daneben gibt es neurochirurgische Praxen, die vor allem beraten, nachsorgen und kleinere Eingriffe an peripheren Nerven vornehmen. Ein eigener Schwerpunkt ist die Neurochirurgie im Kindesalter, die sich mit Fehlbildungen, Abflussstörungen des Nervenwassers und vorzeitig verknöcherten Schädelnähten befasst und dafür eng mit der Kinderheilkunde zusammenarbeitet.
Der technische Zuschnitt des Fachs hat sich dabei stark verändert. Der Zugang wird heute so klein wie möglich gehalten, die Übersicht liefert das Operationsmikroskop oder ein Endoskop, und die Lage des Instruments im Kopf des Patienten wird während des Eingriffs mit den zuvor angefertigten Bildern abgeglichen. Bei Eingriffen in der Nähe wichtiger Bahnen wird deren Funktion während der Operation fortlaufend gemessen; bei Tumoren nahe der Sprachregion wird der Patient in Abschnitten des Eingriffs sogar wach gehalten und spricht mit dem Team, damit eine drohende Schädigung sofort auffällt. Bei tief liegenden oder ungünstig gelegenen Herden kann statt einer Operation eine zielgenau ausgerichtete Bestrahlung infrage kommen.
Was Patienten von einem neurochirurgischen Aufenthalt konkret erwartet, hängt vom Eingriff ab, folgt aber einem wiederkehrenden Muster. Vor der Operation stehen Blutuntersuchung, Narkosevorbereitung und ein ausführliches Aufklärungsgespräch, in dem der geplante Zugang, die erwarteten Beschwerden danach und die Alternativen besprochen werden. Bei Eingriffen am Kopf wird nur der Bereich rasiert, der für den Zugang benötigt wird; ein vollständig kahler Kopf ist heute die Ausnahme. Nach der Operation sind Kopfschmerzen, Schwellungen im Gesicht und Müdigkeit über einige Tage üblich. Wie lange der Aufenthalt dauert und ab wann Autofahren, Sport oder berufliche Belastung wieder möglich sind, legt das Behandlungsteam individuell fest – bei Eingriffen am Gehirn spielt dabei auch eine Rolle, ob Krampfanfälle aufgetreten sind. Nachuntersuchungen mit Bildgebung gehören bei Tumorerkrankungen und nach Eingriffen an Gefäßen dauerhaft dazu.
Ein Teil der neurochirurgischen Arbeit zielt schließlich nicht auf Heilung, sondern auf die Linderung von Beschwerden, die sich anders nicht beherrschen lassen. Dazu gehören die Behandlung einer Trigeminusneuralgie, die Anlage von Systemen zur Schmerzbehandlung und die Einbringung von Elektroden bei Bewegungsstörungen wie der Parkinson-Krankheit, deren Beschwerden sich durch eine dauerhafte elektrische Reizung tiefliegender Kerngebiete abmildern lassen. Solche Eingriffe verlangen eine besonders sorgfältige Auswahl der Patienten, weil sie nicht die Erkrankung selbst beeinflussen, sondern deren Auswirkungen.
Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren
Durch den Einsatz innovativer bildgebender Diagnosetechnik wie der Computertomographie und der Kernspintomographie sind die Grundlagen der Mikroneurochirurgie gegeben. Die Funktionen des menschlichen Körpers können bereits präoperativ durch die Positronen-Emissions-Tomographie (PET, nuklearmedizinisches Verfahren zur Sichtbarmachung von Stoffwechselprozessen im Körper zur Früherkennung von Tumorerkrankungen), die Magnetoenzephalographie (MEG, Gehirnmessung) sowie im funktionellen Magnetresonanztomogramm (MRT, Darstellung von Geweben und Organen durch Magnetfelder und Radiowellen) dargestellt werden. Leistungsstarke Rechner unterstützen die Mediziner dabei, die gewonnenen Informationen hinsichtlich der geistigen und körperlichen Funktionen der Patienten in ihre Operationsplanung miteinzubeziehen.
Die funktionelle computer-assistierte Mikroneurochirurgie gehört heute zu den Standardverfahren in allen gut ausgerüsteten Kliniken. Ergänzt wird diese klinische Routine durch moderne Methoden wie die optische Kohärenztomografie (Erkennung von Netzhaut- und Aderhauterkrankungen) und die Multiphotonen-Fluoreszenztomographie (nicht invasives, neuartiges Diagnosesystem ohne Marker und radiologische Belastung). Weitere Techniken der intraoperativen Bildgebung sind die Ultraschall- und Laser-Fluoreszenzmarkierung von Tumoren, sonographische (Ultraschall) und Doppler-/Duplex-Untersuchungen extrakranieller hirnversorgender und intrakranieller Gefäße.
Die Mediziner führen neurophysiologische Untersuchungen durch das Elektroenzephalogramm (nicht invasive Methode zur Messung der elektrischen Gehirnströme) einschließlich evozierter Potenziale (gezielt ausgelöste elektrische Phänomene) durch. Das Elektromyogramm (Messung der elektrischen Muskelaktivität, “Ableitung“) und die Myelographie (Röntgenaufnahme durch Kontrastmittelspritzung in den Wirbelkanal) sind weitere Untersuchungsverfahren. Diese innovativen Methoden ermöglichen die mikroskopische Definition von Tumoren im Körper des Patienten und eine schonende, minimal-invasive Neurochirurgie bei gleichzeitiger Schonung wichtiger Nerven- und Hirnfunktionen.
Bei aller Technik bleibt jeder Eingriff am Nervensystem ein Eingriff mit erheblichem Gewicht. Zu den allgemeinen Risiken zählen Blutungen und Nachblutungen im Operationsgebiet, Wundinfektionen und Wundheilungsstörungen, eine Hirnhautentzündung, die Risiken der Narkose sowie Folgen der Bettlägerigkeit wie eine Thrombose oder eine Lungenentzündung. Wer gerinnungshemmende Medikamente einnimmt, muss dies vor einem geplanten Eingriff besprechen, weil sich daraus für die Blutungsgefahr wie für das Absetzen eigene Fragen ergeben.
Die besonderen Risiken ergeben sich aus der Lage des Operationsgebiets. Weil im Gehirn und im Rückenmark auf engem Raum Funktionen gebündelt sind, kann eine Schädigung unmittelbar benachbarten Gewebes zu Ausfällen führen – je nach Ort etwa zu Lähmungen, Gefühls-, Seh- oder Sprachstörungen. Nach Eingriffen am Gehirn können Krampfanfälle auftreten, ebenso eine vorübergehende Schwellung des Gewebes im Sinne eines Hirnödems. An der Wirbelsäule gehören die Verletzung einer Nervenwurzel, ein Austritt von Nervenwasser aus der eröffneten Hülle und ein erneuter Bandscheibenvorfall an derselben Stelle zu den bekannten Komplikationen. Wie hoch das Risiko im Einzelfall ist, hängt von der Erkrankung, ihrer Lage, dem Alter und den Begleiterkrankungen des Patienten ab; es lässt sich deshalb nur im Aufklärungsgespräch beziffern und nicht allgemein.
Nach dem Eingriff werden die Patienten je nach Umfang der Operation zunächst überwacht, damit eine Nachblutung oder eine zunehmende Druckerhöhung im Schädel früh bemerkt wird. Kontrolliert werden dabei vor allem Bewusstseinslage, Pupillenreaktion und Kraft in Armen und Beinen. Anschließend beginnt möglichst rasch die Mobilisierung. Bleiben Ausfälle zurück, schließt sich eine Rehabilitation an, in der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie gemeinsam daran arbeiten, verlorene Funktionen wiederzugewinnen oder auszugleichen – ein Prozess, der Monate dauern kann und dessen Ergebnis sich zu Beginn nur ungefähr abschätzen lässt.
Typische & häufige Nervenerkrankungen
Quellen
- Moskopp, D., Wassmann, H. (Hrsg.): Neurochirurgie.
ISBN: 9783132435797
- Hacke, W., Poeck, K.: Neurologie.
ISBN: 9783662468913
- Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
ISBN: 9783662606759
- Reiser, M., Kuhn, F.-P., Debus, J.: Duale Reihe Radiologie.
ISBN: 9783132444621
- Henne-Bruns, D. (Hrsg.): Chirurgie.
ISBN: 9783132431874
