Potenzmittel

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Potenzmittel sind seit dem Altertum üblich. Wenn die männliche Potenz nachließ, behalf man sich viele Jahrhunderte lang mit (angeblich) die Potenz steigernden Lebensmitteln und Aphrodisiaka, die aus Wurzelextrakten und Kräutern hergestellt wurden. Heutzutage kennt man moderne Potenzmittel, die sich Spanischen Pfeffers, bestimmter Aminosäuren oder synthetischer Einflussnehmer bedienen. Die modernsten Potenzmittel sind die so genannten PDE-5-Hemmer. Sie revolutionierten die bis dato angebotenen Potenzmittel. Das berühmteste synthetische Potenzmittel dieser Klasse ist wohl Viagra.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Potenzmittel?

Potenzmittel
Mit dem Begriff „Potenzmittel“ beschreibt man alle Maßnahmen, die der Steigerung der Potenz dienen.

Die Definition eines Potenzmittels spezifiziert nicht, welcher Art das Potenzmittel ist. Mit dem Begriff „Potenzmittel“ beschreibt man alle Maßnahmen, die der Steigerung der Potenz dienen. Es kann sich um mechanische Potenzmittel – beispielsweise äußerlich angewendete Penispumpen oder implantierte Penisprothesen –, um pflanzliche oder natürliche Potenzpräparate, um homöopathische oder pharmazeutische Potenzmittel und Salben handeln. Rechtlich fallen diese Erzeugnisse in ganz unterschiedliche Kategorien: Die synthetischen PDE-5-Hemmer sind zugelassene und verschreibungspflichtige Arzneimittel, pflanzliche Potenzpräparate werden dagegen meist als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und müssen vor dem Verkauf keine Wirksamkeit nachweisen. Penispumpen sind Medizinprodukte.

Unabhängig von ihrer Klassifizierung als Potenzmittel können den einzelnen Präparaten unterschiedliche Wirkungsweisen und -intensitäten zugeschrieben werden. Manches, was sich als Potenzmittel ausgibt, beruht mehr auf Wunderglauben.

Unterscheiden muss man zwischen Aphrodisiaka und Potenzmitteln. Ob man die Potenz mit Nahrungsmitteln steigern kann, ist strittig. Als echte Potenzmittel kann man Nahrungsmittel wohl nicht bezeichnen.

Geschichte & Entwicklung

Die Geschichte von Potenzmitteln reicht bis in die Antike zurück, als verschiedene Kulturen pflanzliche und tierische Substanzen zur Steigerung der männlichen Potenz verwendeten. Im alten Ägypten wurden zum Beispiel Kräuter wie Alraune und Honig verwendet, während die Chinesen auf Ginseng und andere Heilpflanzen setzten. Auch in der griechischen und römischen Kultur waren potenzsteigernde Mittel wie Ziegenblut oder bestimmte Meeresfrüchte bekannt.

Die moderne Ära der Potenzmittel begann im 20. Jahrhundert mit der Entwicklung chemischer Substanzen. Ein wichtiger Durchbruch erfolgte in den 1980er Jahren, als der Wissenschaftler Giles Brindley zufällig entdeckte, dass die Injektion eines Vasodilatators eine Erektion hervorrufen kann. Diese Erkenntnis legte den Grundstein für die pharmakologische Behandlung der erektilen Dysfunktion.

Der größte Meilenstein kam jedoch 1998 mit der Markteinführung von Sildenafil, besser bekannt als Viagra. Ursprünglich als Herzmedikament entwickelt, entdeckte man während der klinischen Studien seine starke Wirkung auf die Erektion. Dies führte zur Entwicklung des ersten oralen Medikaments gegen erektile Dysfunktion und revolutionierte die Behandlungsmethoden.

In den folgenden Jahren wurden weitere Medikamente wie Tadalafil (Cialis) und Vardenafil (Levitra) entwickelt, die sich in Wirkungseintritt und Wirkdauer unterscheiden; besonders lange wirkt Tadalafil. Die Forschung auf diesem Gebiet ist weiterhin aktiv, mit dem Ziel, sicherere und effektivere Behandlungsmöglichkeiten zu schaffen.

Medizinische Anwendung, Wirkung & Gebrauch

Die medizinische Anwendung und Wirkung der Potenzmittel ist unterschiedlich. Sie beruht aber meist darauf, dass dem Körper bestimmte Stoffe zugeführt werden, die die Durchblutung im Beckenraum steigern sollen.

Die direkteste Art, ein Potenzmittel anzuwenden, wäre das Bestreichen des Penis mit einer durchblutungsfördernden Creme. Dies wählt man aber aus guten Gründen nicht, denn auch die Sexualpartnerin wäre durch dieses Potenzmittel mit Wirkungen konfrontiert. Die Penispumpe ist ein mechanisches Potenzmittel für den Mann, das mittels einer Vakuumpumpe die Durchblutung im Penis anregt. Weniger direkt sind alle Potenzmittel, die oral eingenommen werden.

Ernährungstechnische Maßnahmen, die als Potenzmittel gelten, sind eher als Aphrodisiaka einzuschätzen. Spanischem Pfeffer oder Aminosäuren wie Arginin werden zwar potenzsteigernde Effekte zugeschrieben, belastbare Wirksamkeitsnachweise fehlen dafür jedoch. Die Anwendungen der oral einnehmbaren Potenzmittel aus der modernen PDE-5-Hemmer-Klasse wirken über eine synthetische Zutat, die die Durchblutung im Beckenraum für eine gewisse Zeit stark steigert.

Was bei einer Erektion im Körper geschieht, ist gut untersucht und erklärt, weshalb gerade diese Wirkstoffklasse so erfolgreich wurde. Bei sexueller Erregung wird im Schwellkörper Stickstoffmonoxid frei. Dieses aktiviert ein Enzym, das die Menge des Botenstoffs cGMP in den Zellen ansteigen lässt; die glatte Muskulatur des Schwellkörpers erschlafft daraufhin, und Blut kann einströmen. Ein zweites Enzym, die Phosphodiesterase vom Typ 5, baut cGMP wieder ab und beendet den Vorgang. Genau dieses zweite Enzym hemmen die PDE-5-Hemmer. Sie stoßen die Erektion also nicht an, sondern halten aufrecht, was der Körper selbst begonnen hat.

Damit erklärt sich eine Eigenschaft, die häufig missverstanden wird: Ohne sexuelle Erregung wird kein Stickstoffmonoxid frei, es entsteht kein cGMP – und ein Mittel, das nur dessen Abbau bremst, hat dann nichts, woran es ansetzen könnte. Ein PDE-5-Hemmer erzeugt kein Verlangen, er setzt es voraus. Gerade darin liegt der Unterschied zu dem, was ein Aphrodisiakum verspricht: Das eine soll die Lust wecken, das andere greift erst ein, wenn sie bereits da ist.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Potenzmittel

Man findet heutzutage ganz verschiedene Einnahmeformen und Typen von Potenzmitteln.

Die meisten Präparate, die aus natürlichen Zutaten wie Kräuterextrakten, durchblutungsfördernden Gewürzen und Aminosäuren bestehen, werden aus verschiedenen Zutaten zusammengestellt. Ihre Wirkung als Potenzmittel soll erst nach längerer, regelmäßiger Einnahme eintreten. Die wirksamsten Potenzmittel sind daher heutzutage meist die verschreibungspflichtigen synthetischen Präparate, die man als PDE-5-Hemmer bezeichnet.

Neben Viagra sind dies Levitra, Cialis bzw. die Ausgangsstoffe dafür: Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil. Die hochwirksamen Phosphodiesterase-5-Potenzmittel hemmen ein bestimmtes Enzym. Sie erweitern außerdem die Blutgefäße. Ursprünglich war Sildenafil als Medikament gegen Angina pectoris-Beschwerden entwickelt worden; Tadalafil und Vardenafil wurden dagegen von vornherein für die Behandlung der Erektionsstörung entwickelt. Die verschreibungspflichtigen Potenzmittel dieser Klasse haben teils starke Nebenwirkungen. Sildenafil und Tadalafil werden unter anderen Präparatbezeichnungen auch bei Lungenhochdruck eingesetzt.

Berühmt geworden sind die oben genannten Inhaltsstoffe jedoch als wirksamstes Potenzmittel der Medizingeschichte. Dagegen steht aber, dass diese Potenzmittel oft Kontraindikationen bei bestimmten Erkrankungen haben. Entweder muss man dann auf mechanische Potenzmittel ausweichen, die nur direkt vor dem Geschlechtsverkehr angewendet werden können, oder mechanische Potenzmittel mit natürlichen, naturheilkundlichen oder homöopathischen Potenzmitteln kombinieren.


Risiken & Nebenwirkungen

Zum Thema Risiken und Nebenwirkungen ist zu sagen, dass die meisten homöopathischen, natürlichen und naturheilkundlichen Potenzmittel kaum Nebenwirkungen haben; für pflanzliche Präparate gilt das allerdings nicht durchweg – Yohimbin etwa kann Blutdruckanstieg, Herzrasen und Unruhe auslösen. Für homöopathische Potenzmittel ist eine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirksamkeit nicht belegt. Potenzmittel auf Argininbasis können bei chronisch rezidivierendem Herpes durch einen Arginin-Überschuss akute Herpesausbrüche begünstigen.

Manche Präparate bleiben bei betroffenen Patienten gänzlich wirkungslos. Daraus folgt jedoch nicht, dass sie frei von Nebenwirkungen wären – auch ein unwirksames Präparat kann unverträglich sein. Bei den PDE-5-Hemmern sind dagegen teils starke Nebenwirkungen und mehrere Kontraindikationen zu verzeichnen. Bei den Nachfolgepräparaten von Viagra hat man darauf Rücksicht genommen. Abgeschwächt wurde ihre Wirkung dabei nicht; verändert wurden Wirkungseintritt, Wirkdauer und die Bindung an das Zielenzym, wovon man sich eine bessere Verträglichkeit versprach.

Trotzdem ist eine ärztliche Untersuchung vor der Einnahme synthetischer Potenzmittel der PDE5-Klasse anzuraten. Es kam bereits zu Todesfällen nach Überdosierung synthetischer Potenzmittel oder der Nichtbeachtung von ausschließenden Grunderkrankungen.

Ein Teil dieser Nebenwirkungen lässt sich aus dem Wirkprinzip herleiten. Die Phosphodiesterase vom Typ 5 hat ein nahes Verwandtes in der Netzhaut, die Phosphodiesterase vom Typ 6, die am Sehvorgang beteiligt ist. Sildenafil trifft sein Zielenzym nur etwa zehnmal genauer als dieses zweite – ein Abstand, der bei den übrigen untersuchten Phosphodiesterasen um ein Vielfaches größer ausfällt. Auf diese vergleichsweise geringe Trennschärfe werden die vorübergehenden Farbsehstörungen und die erhöhte Blendempfindlichkeit zurückgeführt, die unter der Einnahme auftreten können und mit dem Abklingen des Wirkstoffspiegels wieder verschwinden.

Davon streng zu trennen ist ein seltenes, aber bleibendes Ereignis: die nichtarteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie, ein plötzlicher, meist einseitiger Sehverlust durch eine Durchblutungsstörung des Sehnervs. Für Männer, die sie bereits einmal erlitten haben, ist Sildenafil nach der europäischen Fachinformation kontraindiziert – hier gilt kein Beratungsvorbehalt, sondern ein Ausschluss. Dasselbe gilt für erbliche Netzhauterkrankungen wie die Retinitis pigmentosa, für die keine Untersuchungen vorliegen. Wird das Sehen unter der Einnahme plötzlich schlechter, ist das nach derselben Fachinformation ein Grund, das Präparat abzusetzen und ärztlichen Rat einzuholen.

Anwendung & Sicherheit

Die Anwendung von Potenzmitteln wie Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis) und Vardenafil (Levitra) erfolgt in der Regel oral einige Zeit vor dem geplanten Geschlechtsverkehr. Diese Medikamente wirken, indem sie die Blutgefäße im Penis entspannen, was den Blutfluss fördert und so eine Erektion ermöglicht. Die Wirkung tritt nur bei sexueller Stimulation ein und hält je nach Wirkstoff etwa vier bis 36 Stunden an.

Die Sicherheit der PDE-5-Hemmer ist bei ärztlich begleiteter Anwendung gut untersucht, jedoch gibt es wichtige Sicherheitsvorkehrungen. Patienten mit bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen dürfen PDE-5-Hemmer nicht einnehmen, wenn sie zugleich mit Nitraten oder Molsidomin behandelt werden: Die Kombination kann einen lebensgefährlichen Blutdruckabfall auslösen. Das gilt auch für Nitrospray, das im Notfall gegeben wird – wer PDE-5-Hemmer eingenommen hat, muss den Notarzt darauf hinweisen. Auch Personen mit schweren Leber- oder Nierenerkrankungen sollten die Anwendung vorher mit einem Arzt besprechen. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötung und Magenbeschwerden; seltenere, aber ernsthafte Nebenwirkungen umfassen Sehstörungen und Priapismus, eine schmerzhafte Dauererektion.

Die Qualitätskontrolle bei der Herstellung von Potenzmitteln ist streng geregelt. Die Produktion unterliegt den Richtlinien für gute Herstellungspraxis (GMP), die sicherstellen, dass die Medikamente sicher, wirksam und von hoher Qualität sind. Hersteller müssen regelmäßige Tests durchführen, um die Reinheit, Stärke und Konsistenz der Wirkstoffe zu gewährleisten. Jede Charge wird vor der Freigabe für den Markt geprüft, um sicherzustellen, dass sie den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Wechselwirkungen

Das Verbot der Kombination mit Nitraten reicht weiter, als der Begriff vermuten lässt. Die europäische Fachinformation für Sildenafil schließt die gleichzeitige Anwendung mit Nitraten „in jeder Form“ aus und nennt daneben ausdrücklich die Stickstoffmonoxid-Donatoren – darunter Amylnitrit, das als Rauschmittel unter dem Namen „Poppers“ verbreitet ist. Der Grund ist derselbe wie bei den Herzmitteln: Der Donator liefert zusätzliches Stickstoffmonoxid, der PDE-5-Hemmer verhindert den Abbau des daraus entstehenden Botenstoffs. Beide Effekte addieren sich, und der Blutdruck kann unkontrolliert abfallen.

Ebenfalls ausgeschlossen ist die gleichzeitige Anwendung mit Riociguat, einem Mittel gegen Lungenhochdruck, das dieselbe Signalkette von der anderen Seite her anstößt. Vorsicht ist bei den Alphablockern geboten, wie sie bei einer vergrößerten Prostata verordnet werden: Auch diese Kombination kann den Blutdruck absacken lassen, weshalb die Fachinformation eine stabile Einstellung auf den Alphablocker voraussetzt, bevor ein PDE-5-Hemmer hinzukommt.

Eine dritte Gruppe wirkt nicht auf den Blutdruck, sondern auf den Abbau des Potenzmittels in der Leber. Hemmstoffe des Enzyms CYP3A4 lassen den Wirkstoff langsamer verschwinden und seinen Spiegel im Blut entsprechend steigen; vom gleichzeitigen Gebrauch des HIV-Mittels Ritonavir rät die Fachinformation deshalb ab. Diese Angaben beziehen sich auf Sildenafil, den am längsten zugelassenen Vertreter der Klasse; für die übrigen Wirkstoffe stehen jeweils eigene Fachinformationen mit eigenen Angaben zur Verfügung.

Verschreibungspflicht & Kosten

Dass die synthetischen Potenzmittel nur gegen Rezept abgegeben werden, hat eine benennbare Grundlage: Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil und Avanafil sind in der Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung aufgeführt, und zwar ohne die Einschränkungen auf bestimmte Anwendungsgebiete oder Konzentrationen, mit denen diese Liste an anderer Stelle arbeitet.

Bezahlt werden sie deshalb noch lange nicht. Das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch schließt in seinem Paragrafen 34 Arzneimittel von der Versorgung aus, bei deren Anwendung „eine Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund steht“, und nennt als Beispiel ausdrücklich Mittel, die überwiegend zur Behandlung der erektilen Dysfunktion oder zur Steigerung der sexuellen Potenz dienen. Ein Kassenrezept gibt es dafür also nicht, auch dann nicht, wenn eine Erkrankung die Ursache ist; die Kosten trägt der Patient. Dieselbe Vorschrift erfasst Mittel zur Raucherentwöhnung, zum Abnehmen und für den Haarwuchs – im Behördendeutsch heißt diese Gruppe „Lifestyle-Arzneimittel“.

Aus der Verschreibungspflicht folgt zugleich eine Faustregel für den Handel im Netz: Wer ein solches Präparat ohne Rezept angeboten bekommt, hat es zwangsläufig mit einem Anbieter außerhalb des zugelassenen Arzneimittelverkehrs zu tun. Legale Versandapotheken sind an einem europaweit einheitlichen Sicherheitslogo erkennbar, über das sich ihr Eintrag im Versandhandelsregister des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte aufrufen lässt. Bei Ware aus anderen Quellen ist der Inhalt unbekannt: Als gefälscht gilt nach dem Arzneimittelgesetz jedes Präparat mit falschen Angaben zu Identität, Zusammensetzung oder Herkunft, und die Behörde benennt als das eigentliche Gesundheitsrisiko solcher Fälschungen einen zu geringen oder fehlenden Wirkstoffgehalt sowie schädliche Verunreinigungen.

Alternativen

Neben den bekannten Potenzmitteln wie Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil gibt es mehrere alternative Medikamente und Therapieformen zur Behandlung erektiler Dysfunktion. Eine Option ist Alprostadil, das als Injektion direkt in den Penis oder als Zäpfchen in die Harnröhre verabreicht wird. Alprostadil wirkt, indem es die Blutgefäße erweitert und den Blutfluss in den Penis erhöht, was eine Erektion ermöglicht. Diese Methode ist wirksam, kann jedoch als invasiv und unangenehm empfunden werden.

Keine Alternative zum Wirkprinzip der PDE-5-Hemmer, sondern eine weitere Variante davon ist Avanafil (in Europa Spedra, in den USA Stendra): Der Wirkstoff zählt selbst zu dieser Klasse, wirkt aber rascher und gilt als besser verträglich als die älteren Vertreter. Die Gegenanzeige bei Nitraten gilt für ihn unverändert.

Neben medikamentösen Behandlungen gibt es auch andere Therapieformen. Vakuumpumpen sind mechanische Geräte, die einen Unterdruck um den Penis erzeugen, um den Blutfluss zu fördern und eine Erektion herbeizuführen. Diese Methode ist sicher und nicht invasiv, erfordert jedoch Übung und kann als weniger spontan empfunden werden.

Psychotherapie ist eine weitere Alternative, insbesondere wenn psychologische Faktoren eine Rolle spielen. Bei dieser Methode wird die erektile Dysfunktion durch Gesprächstherapie oder kognitive Verhaltenstherapie behandelt, um Ängste oder Stress abzubauen, die die sexuelle Funktion beeinträchtigen könnten.

Im Vergleich bieten medikamentöse Therapien oft eine schnellere und bequemere Lösung, während mechanische und psychologische Ansätze als weniger invasiv oder frei von chemischen Nebenwirkungen gelten, jedoch möglicherweise mehr Zeit und Geduld erfordern.

Forschung & Zukunft

Aktuelle Trends in der Forschung zu Potenzmitteln konzentrieren sich auf die Entwicklung von Therapien mit weniger Nebenwirkungen, schnellerer Wirkung und längerer Wirkdauer. Ein bedeutender Trend ist die Erforschung von Mikro-RNA-Technologien, die das Potenzial haben, erektile Dysfunktion auf molekularer Ebene zu behandeln. Diese Ansätze zielen darauf ab, spezifische Gene zu regulieren, die an der Erektionsfunktion beteiligt sind, was eine präzisere und personalisierte Behandlung ermöglichen könnte.

Ein weiterer innovativer Ansatz ist die Stammzellentherapie. Erste Studien deuten darauf hin, dass Stammzellen helfen könnten, geschädigtes Gewebe im Penis zu regenerieren und so eine natürliche Erektion wiederherzustellen. Diese Methode befindet sich jedoch noch in einem frühen Entwicklungsstadium und erfordert weitere Forschung, bevor sie breit angewendet werden kann.

Auch Schockwellentherapie gewinnt an Aufmerksamkeit. Bei dieser nicht-invasiven Behandlung werden niederenergetische Schallwellen verwendet, um die Durchblutung im Penis zu verbessern und das Wachstum neuer Blutgefäße zu fördern. Erste Ergebnisse sind vielversprechend, insbesondere für Patienten, bei denen herkömmliche Potenzmittel nicht ausreichend wirken.

In der Pharmakologie wird zudem an der Entwicklung von neuen PDE5-Hemmern geforscht, die schneller wirken und spezifischer auf die Zielzellen einwirken sollen, um Nebenwirkungen zu minimieren. Auch Kombinationstherapien, die Potenzmittel mit anderen Wirkstoffen oder Behandlungen kombinieren, sind ein Bereich intensiver Forschung, um die Effektivität und Verträglichkeit zu erhöhen.

Quellen

  • Nieschlag, E. (Hrsg.): Andrologie.
    ISBN: 9783662619001
  • Beier, K. M., Bosinski, H. A. G., Loewit, K.: Sexualmedizin.
    ISBN: 9783437180781
  • Michel, M. S., Thüroff, J. W., Janetschek, G., Wirth, M. (Hrsg.): Die Urologie.
    ISBN: 9783662634011
  • Gasser, T. C., Eberli, D., Thomas, C.: Basiswissen Urologie.
    ISBN: 9783662674499
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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