Bupropion

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Der Arzneistoff Bupropion wird der Wirkstoffklasse der Antidepressiva zugeordnet. Er wird auch zur Behandlung von Nikotinabhängigkeit genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bupropion?

Bupropion
Der Arzneistoff Bupropion wird der Wirkstoffklasse der Antidepressiva zugeordnet.

Bupropion ist ein selektiver Dopamin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NDRI). Geringfügig dient er auch der Wiederaufnahmehemmung von Serotonin.

Vor dem Jahr 2000 war Bupropion als Amfebutamon bekannt. In den USA war der Arzneistoff seit 1984 zugelassen. Da sich die Meldungen von teils tödlichen Krampfanfällen nach der Einnahme von Bupropion häuften, wurde die Zulassung 1986 entzogen und dann 1989 in einer niedrigen Dosierung wieder erteilt. Seit 2003 ist Bupropion in den USA für eine einmalige tägliche Gabe zugelassen. In Deutschland erhielt der Arzneistoff in einer retardierten Form 2007 die Zulassung als Antidepressivum. Allerdings wurde der Arzneistoff schon vor dieser Zulassung im off-label-use als Antidepressivum eingesetzt. In der Schweiz war Bupropion lange Zeit nur zur Raucherentwöhnung zugelassen. Seit 2007 wird es dort zur Behandlung von depressiven Episoden verabreicht. Die Therapie mit Bupropion darf in der Schweiz jedoch ausschließlich durch einen Psychiater oder durch einen Neurologen eingeleitet werden.

Bupropion gehört aus chemischer Sicht zu den Phenethylaminen und zur Untergruppe der Cathinone und Amphetamine. Mit den Neurotransmittern Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin ist der Arzneistoff eng verwandt. Bupropion ist ein selektiver Noradrenalin- und Dopamin-Wiederaufnahmehemmer. Der Arzneistoff hemmt also die Aufnahme von Noradrenalin und Dopamin im synaptischen Spalt.

Dopamin und Noradrenalin sind Neurotransmitter. Wenn ein elektrischer Impuls an der Synapse, die vor einer Nervenzelle liegt, eintrifft, so schüttet die präsynaptische Nervenzelle die Neurotransmitter in den sogenannten synaptischen Spalt aus. Der synaptische Spalt ist eine kleine Lücke zwischen den beiden Nervenzellen. Die Neurotransmitter wandern von der einen Nervenzelle zur anderen. Dort docken sie an einen Rezeptor an dem postsynaptischen Neuron an.

Dadurch wird ein elektrischer Impuls ausgelöst. Bei einem gesunden Menschen besteht zwischen den Neurotransmittern ein Gleichgewicht. Bei depressiven Menschen ist die Balance unter den Neurotransmittern gestört. Es entwickelt sich eine verminderte Aktivität der Nervenzellen, die die Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin übertragen. Durch Bupropion wird die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin im synaptischen Spalt gehemmt. Dadurch verbleiben die Neurotransmitter länger in der Synapse und die Konzentration der Neurotransmitter im synaptischen Spalt wird bei längerfristiger Einnahme erhöht. Somit hat Bupropion eine stimmungsaufhellende und antriebssteigernde Wirkung.

Darüber hinaus ist Bupropion auch ein sogenannter nicht-kompetitiver Antagonist an den cholinergen Nikotinrezeptoren. Nicht-kompetitive Antagonisten verändern den entsprechenden Rezeptor so, dass die Ursprungssubstanz keine oder nur noch eine geringe Wirkung am Rezeptor auslösen kann.

Die Fachinformation beschreibt den Wirkmechanismus zurückhaltender, als es die ausführliche Darstellung der Botenstoffe nahelegt. Sie hält fest, dass Bupropion im Zentralnervensystem die Wiederaufnahme der Katecholamine Noradrenalin und Dopamin in die Nervenzellen hemmt und dadurch antidepressiv wirkt, dass es die Wiederaufnahme von Serotonin nur geringfügig hemmt und die Monoaminooxidase gar nicht. Für die zweite Anwendung, die Linderung von Nikotin-Entzugserscheinungen, vermerkt sie ausdrücklich, dass der Wirkmechanismus nicht genau bekannt ist. Die Wirkung auf die Nikotinrezeptoren ist also eine Erklärung aus der Forschung und nicht die Begründung, die der Zulassungstext selbst gibt.

Innerhalb der Antidepressiva hat Bupropion dadurch ein eigenes Profil. Es gehört weder zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern noch zu den trizyklischen Antidepressiva, sondern bildet mit seinem Angriff an Noradrenalin und Dopamin eine eigene Gruppe. Damit unterscheidet es sich auch im Muster seiner unerwünschten Wirkungen: Sexuelle Funktionsstörungen werden unter Bupropion nur sehr selten beobachtet, und statt einer Gewichtszunahme ist eine Verminderung des Appetits beschrieben; dafür stehen Schlaflosigkeit, Unruhe und das Krampfrisiko stärker im Vordergrund.

Das Krampfrisiko zieht sich durch mehrere Abschnitte der Fachinformation: Es wird als Begründung dafür genannt, dass die Tablette nicht geteilt werden darf, es steht hinter mehreren Gegenanzeigen, und es taucht bei den Wechselwirkungen mit Arzneimitteln wieder auf, die die Krampfschwelle herabsetzen. Es war auch der Anlass dafür, dass die amerikanische Zulassung in den 1980er Jahren zunächst zurückgenommen und erst später in verringerter Dosierung wieder erteilt wurde. Die Gebrauchsinformation eines deutschen Präparates stellt den Zusammenhang selbst her: Bupropion kann Krampfanfälle verursachen, und bei Behandelten, auf die einer der genannten Punkte zutrifft, ist das Risiko höher.

Pharmakologische Wirkung

Haupteinsatzgebiet für Bupropion sind Depressionen. Studien haben gezeigt, dass die Wirkung von Bupropion mit der Wirksamkeit von Antidepressiva aus der Wirkstoffklasse der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) verglichen werden kann. Insbesondere bei Depressionen mit psychischer und körperlicher Fatigue ist Bupropion wirksamer als SSRI.

Bei Depressionen mit einer Angstsymptomatik wirken hingegen die SSRI besser als Bupropion. Während es bei der Behandlung mit SSRI häufiger zu sexuellen Dysfunktionen kommt, werden diese bei der Therapie mit Bupropion nur sehr selten beobachtet.

Nach Therapieversagen des Antidepressivums Citalopram kommt Bupropion auch in der Zweitlinientherapie zum Einsatz. Dabei wirkt es ähnlich gut wie Venlafaxin, Sertralin oder Buspiron. Bei einem Viertel der Patienten kommt es bei der Behandlung mit dem Arzneistoff zu einer Remission (temporäres oder dauerhaftes Nachlassen von Krankheitssymptomen).

Bupropion kommt auch in der Raucherentwöhnung zum Einsatz. Die Wirksamkeit des Arzneistoffes ist vergleichbar mit der Wirksamkeit von Nikotinpflastern. Scheinbar ist der Arzneistoff jedoch dem Vareniclin in der Behandlung von Nikotinsucht unterlegen. In Deutschland sind die Präparate, die Bupropion als einzigen Wirkstoff enthalten, allein zur Behandlung von Episoden einer depressiven Erkrankung zugelassen; ein Fertigarzneimittel zur Raucherentwöhnung ist hier derzeit nicht im Handel.

Eine weitere Indikation für Bupropion ist die Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Allerdings besitzt der Arzneistoff für diese Indikation keine Zulassung und wurde an Patienten unter 18 Jahren weder auf seine Wirksamkeit noch auf seine Sicherheit geprüft.

Herstellerfinanzierte Studien zeigten zudem, dass Bupropion zu einer Verminderung des Appetits führt und damit einen Gewichtsverlust herbeiführt. Ob das Körpergewicht nach dem Absetzen der Substanz wieder steigt, ist nicht bekannt. In der Kombination mit dem Arzneistoff Naltrexon hat sich Bupropion als wirksames Präparat zur Gewichtsreduktion bei Adipositas-Patienten erwiesen. Dieses Kombinationspräparat ist unter dem Namen Mysimba seit März 2015 in der Europäischen Union zugelassen.


Risiken & Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Bupropion zählen Schlaflosigkeit und Mundtrockenheit. Zusätzlich kann es zu Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, Angst, Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit kommen. Bupropion kann auch einen Priapismus auslösen. Als Priapismus wird eine schmerzhafte Dauererektion des Penis bezeichnet. Diese kann ohne Behandlung zu einer erektilen Dysfunktion führen.

Das bedeutsamste Risiko des Arzneistoffes sind Krampfanfälle. Die deutsche Fachinformation nennt deshalb eine derzeitige oder frühere Diagnose von Krampfanfällen, einen Tumor des Zentralnervensystems, eine derzeitige oder frühere Bulimie oder Anorexia nervosa, eine schwere Leberzirrhose sowie das abrupte Absetzen von Alkohol oder von Arzneimitteln, das mit einem erhöhten Krampfrisiko einhergeht, als Gegenanzeigen. Unter den Nebenwirkungen führt sie neben Krampfanfällen auch Unruhe, Aggressivität, feindseliges Verhalten sowie suizidale Gedanken und suizidales Verhalten auf.

Bupropion darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern verabreicht werden. Beide Arzneimittel wirken sich auf die katecholaminergen Stoffwechselwege aus, sodass es zu schweren Wechselwirkungen kommen kann. Bei gleichzeitigem Alkoholkonsum kann der Arzneistoff neuropsychiatrische Nebenwirkungen hervorrufen. Erfolgt gleichzeitig die Gabe von Bupropion und Medikamenten, die die Krampfschwelle senken, können Krampfanfälle auftreten. Zu diesen Arzneimitteln gehören Antidepressiva, Tramadol, systemische Steroide, sedierende Antihistaminika und Antimalariamittel.

Der Arzneistoff Bupropion hemmt den CYP450-2D6-Stoffwechselweg. Da Trizyklika über diesen Weg verstoffwechselt werden, kann der Blutspiegel bei gleichzeitiger Einnahme der Substanzen ansteigen. Auch die Wirkung vieler Schmerzmittel, Antipsychotika, Betablocker und Antiarrhythmika kann durch Bupropion verstärkt werden. Trotz eines anderen Stoffwechselweges steigt der Citalopram-Spiegel bei gleichzeitiger Einnahme ebenfalls.

Bupropion vermindert die sedierende Wirkung von Diazepam. Wird Bupropion zusammen mit Nikotinpflastern zur Raucherentwöhnung genutzt, kann der Blutdruck stark ansteigen.

Darreichungsform und Anwendung

Bupropion wird als Tablette mit veränderter Wirkstofffreisetzung angewendet, also in einer Form, die den Wirkstoff verzögert abgibt. Die Tablette wird im Ganzen geschluckt; sie darf nicht geteilt, zerkleinert oder zerkaut werden. Der Grund ist in der Fachinformation ausdrücklich genannt: Wird die Tablette beschädigt, wird der Wirkstoff beschleunigt freigesetzt, und damit steigt das Risiko für Nebenwirkungen einschließlich Krampfanfällen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen, sollte aber nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen liegen, weil Schlaflosigkeit zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehört.

Wie alle Antidepressiva wirkt Bupropion nicht sofort. Mit einem spürbaren Wirkeintritt ist erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Einnahme zu rechnen, mit der vollen Wirkung unter Umständen noch später. Ist ein Absetzen geplant, wird ein ausschleichendes Vorgehen erwogen; andernfalls kann es zu einem Rückschlageffekt oder zu Absetzsymptomen kommen. Ältere Menschen erhalten die niedrigere Stärke, weil bei ihnen mit einer erhöhten Empfindlichkeit zu rechnen ist.

Zum Verhalten des Wirkstoffs im Körper hält die Fachinformation fest, dass der weitaus größte Teil der eingenommenen Menge aufgenommen wird und die höchste Konzentration im Blut wenige Stunden nach der Einnahme erreicht ist. Ein gleichbleibender Spiegel stellt sich bei regelmäßiger Einnahme erst nach einigen Tagen ein. Der Wirkstoff und seine wirksamen Abbauprodukte binden in mäßigem Umfang an Plasmaproteine.

Zulassungsumfang und Marktlage

Der Zulassungsumfang von Bupropion ist enger, als die Vielzahl der beschriebenen Anwendungen vermuten lässt. Zugelassen ist der Wirkstoff in Deutschland zur Behandlung von Episoden einer schweren Depression bei Erwachsenen. Zur Raucherentwöhnung besteht unter einem eigenen Handelsnamen ebenfalls eine Zulassung, das betreffende Präparat wird hierzulande jedoch nicht mehr vertrieben. In fester Kombination mit dem Opioid-Gegenspieler Naltrexon ist Bupropion außerdem zum Gewichtsmanagement bei Erwachsenen mit Adipositas oder mit Übergewicht und mindestens einer gewichtsbezogenen Begleiterkrankung zugelassen, jeweils ergänzend zu einer kalorienreduzierten Kost und zu verstärkter körperlicher Bewegung.

Für diese Kombination sind in den vergangenen Jahren zwei Sicherheitshinweise ergangen. Der eine betrifft die gleichzeitige Anwendung von Opioiden: Die Kombination kann deren Wirkung abschwächen, weshalb sie vor einer geplanten Behandlung mit Opioiden, etwa im Rahmen einer Operation, rechtzeitig abgesetzt werden soll. Der andere betrifft die Langzeitbehandlung: Die Sicherheit für das Herz-Kreislauf-System über lange Zeiträume ist nicht abschließend geklärt, weshalb der Nutzen und das Risiko der Behandlung regelmäßig ärztlich neu bewertet werden sollen.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Fachinformation ordnet die unerwünschten Wirkungen nach Häufigkeitskategorien. Als sehr häufig, also bei mehr als einem von zehn Behandelten, gelten Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit sowie Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit und Erbrechen.

Häufig treten Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselsucht auf, ferner Appetitlosigkeit, Unruhe, Angst, Zittern, Schwindel, Geschmacks- und Sehstörungen, Ohrgeräusche, erhöhter Blutdruck, Gesichtsröte, Bauchschmerzen, Verstopfung, Hautausschlag, Juckreiz, Schwitzen, Fieber, Brustschmerzen und eine rasche Ermüdbarkeit. Gelegentlich kommen Gewichtsverlust, eine Verschlechterung der Stimmung, Verwirrtheit, Konzentrationsstörungen und ein beschleunigter Herzschlag vor.

In die Kategorie „selten“ fallen Krampfanfälle – die bedeutsamste der bekannten Nebenwirkungen und diejenige, an der sich der größte Teil der Anwendungsbeschränkungen ausrichtet. Sehr selten sind schwere Überempfindlichkeitsreaktionen wie ein Angioödem, Atemnot und ein anaphylaktischer Schock, ferner Schwankungen des Blutzuckers, Aggressivität, feindseliges Verhalten, Reizbarkeit, Halluzinationen, Albträume, Wahnvorstellungen und paranoide Vorstellungen, Bewegungsstörungen, Gedächtnisstörungen, Missempfindungen, Ohnmacht, Herzklopfen, ein Blutdruckabfall beim Aufstehen, erhöhte Leberwerte, Gelbsucht und eine Leberentzündung, ein Erythema multiforme, das Stevens-Johnson-Syndrom, eine Verschlechterung einer bestehenden Schuppenflechte sowie Störungen beim Wasserlassen. Ohne Häufigkeitsangabe führt die Fachinformation Blutarmut, einen Mangel an weißen Blutkörperchen und an Blutplättchen, einen erniedrigten Natriumspiegel im Blut, suizidale Gedanken, suizidales Verhalten sowie Psychosen auf.

Kontraindikationen

Die Fachinformation nennt eine Reihe von Umständen, unter denen Bupropion nicht angewendet werden darf. Die erste ist eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder gegen einen der sonstigen Bestandteile. Die übrigen lassen sich zwei Gruppen zuordnen.

Die erste Gruppe folgt aus dem Krampfrisiko: eine Neigung zu epileptischen Anfällen, ein Tumor des Zentralnervensystems, ein bevorstehender Entzug, der mit einer erhöhten Krampfneigung einhergehen kann, eine Bulimie oder eine Magersucht sowie eine schwere Leberzirrhose. Die zweite Gruppe folgt aus der Wirkung auf die Botenstoffe: die gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern und die gleichzeitige Behandlung mit einem weiteren bupropionhaltigen Arzneimittel. Ausgeschlossen ist die Anwendung außerdem bei einer bipolaren Erkrankung, auch wenn diese nur in der Vergangenheit bestanden hat.

In der Schwangerschaft soll Bupropion nicht eingenommen werden. Da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, gilt dasselbe für die Stillzeit; ist eine Behandlung erforderlich, ist gemeinsam mit dem Arzt zu entscheiden, ob abgestillt wird oder auf den Wirkstoff verzichtet wird. Weil Bupropion auf das Zentralnervensystem wirkt, kann es die Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Weitere Wechselwirkungen

Bupropion wird vor allem über das Enzym CYP2B6 abgebaut und hemmt zugleich das Enzym CYP2D6, weshalb die Wahrscheinlichkeit von Wechselwirkungen hoch ist. Über die bereits genannten Gruppen hinaus führt die Fachinformation unter anderem Tamoxifen, Digoxin, Carbamazepin, Phenytoin, Valproinsäure, Orphenadrin, Cyclophosphamid, Ifosfamid, Clopidogrel und Ticlopidin auf, ferner mehrere Wirkstoffe aus der Behandlung der HIV-Infektion wie Ritonavir, Lopinavir und Efavirenz. Für die Parkinsonmittel Levodopa und Amantadin wird eine Wechselwirkung für möglich gehalten.

Ein weiterer Punkt betrifft den Stoffwechselweg selbst. Weil Bupropion das Enzym CYP2D6 hemmt, kann es den Blutspiegel von Arzneimitteln anheben, die über dieses Enzym abgebaut werden. Bei einigen Wirkstoffen dreht sich die Folge jedoch um: Werden sie erst durch dieses Enzym in ihre wirksame Form überführt, so schwächt die Hemmung ihre Wirkung ab, statt sie zu verstärken. Welche der beiden Richtungen im Einzelfall eintritt, hängt deshalb davon ab, ob der betreffende Wirkstoff durch CYP2D6 abgebaut oder erst aktiviert wird. Die Fachinformation führt Tamoxifen unter den Wirkstoffen auf, deren gleichzeitige Anwendung zu beachten ist.

Der Konsum von Alkohol soll während der Behandlung auf ein Mindestmaß beschränkt oder ganz vermieden werden.

Quellen

  • Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
    ISBN: 9783662676844
  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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