Raucherlunge

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 22. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Chronischer Husten und morgendlicher Auswurf - spätestens bei diesem Anzeichen sollte jeder Raucher alarmiert sein. Schließlich kann sich dahinter eine Raucherlunge verbergen. Doch was hat es mit dieser Krankheit auf sich?

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Raucherlunge?

Lungenkrebs
Von Lungenkrebs befallene Lungenbläschen (Alveolen) im Ausschnitt gekennzeichnet. Klicken, um zu vergrößern.

Die Mediziner nennen sie Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), besser bekannt unter Raucherlunge.

In Deutschland gibt es mittlerweile fünf Millionen Erkrankte, Tendenz steigend. Bei einer Raucherlunge sind die kleinen Flimmerhärchen der Bronchien zerstört. Schleim kann nicht mehr richtig abtransportiert werden.

In der Folge siedeln sich Bakterien an, die Bronchien sind dauerentzündet. Der Gasaustausch zwischen Blut und Luft funktioniert nicht mehr. Eine Raucherlunge macht sich bemerkbar durch einen morgendlichen Husten.

Viele nennen ihn verharmlosend Raucherhusten. Dieser Husten wird durch einen meist gelb-bräunlich verfärbten Schleim begleitet. Anfangs bereiten nur die körperlichen Betätigungen Mühe. Später treten sogar bei dem kleinsten Schritt Atemprobleme auf. Diese Anfälle von Atemnot finden episodenartig statt. Kommen die drei Symptome Husten, verfärbter Auswurf und Atemnot zusammen, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Raucherlunge vor. Fachleute bezeichnen dies als AHA-Symptome.

Ursachen

Feststeht: Eine Raucherlunge entwickelt sich nicht von heute auf morgen. Lange Zeit galt einzig und allein das Rauchen als Ursache für die Raucherlunge.

Schließlich sind neun von zehn an Raucherlunge erkrankte Patienten Raucher oder ehemalige Raucher. Das Gefährliche daran: Bereits die erste Zigarette kann eine Entzündung der empfindlichen Bronchien verursachen. Wird diese Entzündung chronisch, kommt es zur gefürchteten Raucherlunge. Inzwischen haben Wissenschaftler erkannt, dass die zunehmende Umweltverschmutzung ebenfalls eine Raucherlunge verursachen kann.

Hierzu gehören die durch Staubpartikel und Schwefeldioxid verschmutzte Atemluft ebenso wie die Dämpfe von Biokraftstoffen. All das belastet die Atemwege sehr und kann eine chronisch obstruktive Bronchitis auslösen. Nicht umsonst sind weltweit Atemwegserkrankungen die Todesursache Nummer vier. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist die COPD inzwischen sogar auf Platz drei der häufigsten Todesursachen weltweit vorgerückt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Raucherlunge geht mit mehreren Symptomen einher, die allesamt die Funktion der Lunge beeinträchtigen. Bezeichnend ist der sogenannte Raucherhusten, der vor allem morgens auftritt. Es kommt zu Auswurf aus der Lunge. Das Sputum kann in unterschiedliche Gestalt zutage treten - in Abhängigkeit von der Ursache der Raucherlunge.

Meistens ist der Auswurf gräulich oder bräunlich. Nach dem morgendlichen Auswurf muss der Betroffene meist für viele Stunden keinen Auswurf mehr abhusten. Fehlt der Auswurf komplett, hat die Raucherlunge meist schon zu Schäden an den Lungenbläschen geführt.

Es kommt bei einer Raucherlunge zu chronischem Husten und zu vermehrt auftretender Kurzatmigkeit. Die Kurzatmigkeit tritt zu Beginn vor allem bei Belastungen auf und kann später auch grundlos auftreten. Auch Erkältungen oder eine Bronchitis kommen häufiger vor. Betroffene einer Raucherlunge leiden zudem öfter an Lungenentzündungen.

Die Symptomatik aus Atemnot, Husten und Auswurf wird als AHA-Symptome bezeichnet. Bei länger anhaltender COPD kommt es auch gelegentlich zu einer Schlafapnoe. Diese begünstigt das Entstehen einer Herzinsuffizienz. Der anhaltende Sauerstoffmangel kann zudem zu einer Zyanose führen: Die Lippen werden bläulich und es kommt zu Haut- und Nagelveränderungen. Gelegentlich entwickeln sich Trommelschlägelfinger. Sie gelten allerdings nicht als typisches Zeichen der Raucherlunge und müssen immer auch an andere Ursachen denken lassen, etwa an Bronchiektasen, eine Lungenfibrose oder Lungenkrebs; sie sollten deshalb ärztlich abgeklärt werden. Es kommt im schwersten Stadium der Raucherlunge schließlich zu einem Verfall der Lungenbläschen und damit zur Entstehung eines Lungenemphysems.

Diagnose & Verlauf

Raucherlunge
Schematische Darstellung einer gesunden Lunge und einer Raucherlunge. Klicken, um zu vergrößern.

Die Diagnose Raucherlunge stellt ein Lungenarzt. Er besitzt auch die notwendige Technik, um mit Hilfe von Atem- und Bluttests die Raucherlunge eindeutig zu diagnostizieren. Entscheidend ist dabei die Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie): Bleibt die Verengung der Atemwege auch nach Gabe eines bronchienerweiternden Sprays bestehen, spricht das für eine COPD und gegen ein Asthma.

Nach dem anfänglich harmlos erscheinenden Husten verengen sich bei einer Raucherlunge zunehmend die Bronchien. Die Atemnot tritt anfallsartig und in Episoden auf. Mit jedem Anfall verschlechtert sich der Zustand weiter.

Wird eine Raucherlunge nicht behandelt, führt sie zum Tod des Patienten. Die Erkrankung beschränkt sich dabei nicht auf die Lungen. Im späteren Verlauf zieht sie auch das Herz, die Blutgefäße, Muskeln und Knochen in Mitleidenschaft. Kommt es dann zum Tod, fühlt sich dieser wie ein Ersticken an.

Komplikationen

Die häufigste Komplikation einer Raucherlunge ist eine bakterielle Infektion und Lungenentzündung, in deren Folge der Patient beatmet werden muss oder an der Sauerstoffarmut stirbt. Mit der verschlechterten Sauerstoffzufuhr sind Komplikationen wie Muskelschwächung, Stressreaktionen und daraus resultierend auch Bluthochdruck, Fetteinlagerungen und Verstimmungen verbunden. Eine chronische Lungenerkrankung schadet auf Dauer auch dem Herz – die Herzpumpleistung nimmt ab und es kommt zur Rechtsherzinsuffizienz.

Bei einem solch schweren Verlauf wird der Betroffene oft immobil. Der Bewegungsmangel führt schließlich zu Übergewicht, Verdauungsproblemen und der Intensivierung der ursprünglichen Beschwerden. Begleitend zur Raucherlunge kommt es dann zu Bronchitis, Atemaussetzern und im schlimmsten Fall zur Schlafapnoe und dem Ersticken des Patienten. Eine rechtzeitige Therapie kann solche Komplikationen hinauszögern und seltener machen; ganz verhindern lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung damit jedoch meist nicht.

Allerdings können die verabreichten Kortison-Präparate diverse Nebenwirkungen hervorrufen. Häufig kommt es beispielsweise zu Wassereinlagerungen, weiteren Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Infekten. Außerdem ist das Risiko für die Entstehung von Osteoporose erhöht. Die Nikotinersatztherapie kann mit einer Gewichtszunahme verbunden sein. Zudem leiden die Betroffenen in der akuten Entwöhnungsphase unter enormem Stress, Verstimmungen und anderen Entzugserscheinungen, die fast immer eine große psychische Belastung darstellen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei Beeinträchtigungen der Atmung sollte ein Arztbesuch erfolgen. Kommt es zu einer Kurzatmigkeit, Sauerstoffmangel im Organismus oder Herzrhythmusstörungen, muss ein Arzt konsultiert werden. Menschen, die aktiv rauchen oder sich regelmäßig in Umgebungen aufhalten, in denen geraucht wird, sollten besonders auf Anzeichen und Unregelmäßigkeiten der Atemtätigkeit achten. Treten Beeinträchtigungen auf, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Bei Husten und Auswurf sollte ein Kontrollbesuch bei einem Arzt erfolgen. Schlafstörungen, eine Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit und eine geringe Belastbarkeit sind Anzeichen einer gesundheitlichen Unregelmäßigkeit. Halten die Beschwerden über eine längere Zeit an oder nehmen sie an Ausmaß sowie Intensität zu, wird ein Arzt benötigt.

Trommelschlägelfinger sind kein typisches Zeichen der Raucherlunge, sondern weisen auf einen länger bestehenden Sauerstoffmangel oder auf eine andere Lungenerkrankung hin. Bei diesem Symptom ist unverzüglich ein Arzt zu konsultieren. Zeigen sich Verformungen der Nägel oder andere Ungleichmäßigkeiten der Gliedmaßen liegt bereits ein fortgeschrittenes Stadium vor. Eine schnelle Ermüdung, ein gestiegener Bedarf an Ruhephasen oder eine Abnahme an sportlichen Leistungen sind als Warnsignale des Organismus zu verstehen. Treten vermehrt Erkältungserkrankungen auf, kommt es zu einer inneren Schwäche oder einem Verlust der Lebensqualität, sollten die Beobachtungen mit einem Arzt besprochen werden.

Bläulich verfärbte Lippen oder Fingernägel, Atemnot bereits in Ruhe, Verwirrtheit oder auffällige Schläfrigkeit sind dagegen kein Fall für einen Termin in der Sprechstunde, sondern ein Notfall: Dann ist sofort der Notruf 112 zu wählen. Das Gleiche gilt, wenn sich Husten, Auswurf und Atemnot innerhalb weniger Tage deutlich verschlechtern und das Bedarfsspray nicht mehr ausreichend hilft.

Behandlung & Therapie

Erfahren COPD-Patienten von ihrer Krankheit, sollten sie sofort mit dem Rauchen aufhören. Somit besteht die Möglichkeit, dass das Fortschreiten der Raucherlunge wenigstens hinausgezögert werden kann.

In seltenen Fällen kann eine Verschlechterung sogar gestoppt werden. Dennoch erstreckt sich die Behandlung bis ans Lebensende der Patienten. Der Grund: Eine Raucherlunge lässt sich nicht heilen. Regelmäßige Medikamente werden zur Pflicht. Anfangs wird der Lungenarzt noch kurz wirksame Inhalatoren verschreiben. Später kommen dann Steroide dazu. Das Cortison wird in der Regel inhaliert und soll helfen, die Entzündung der Bronchien zu mindern. Nach heutigem Kenntnisstand hat sich diese Reihenfolge allerdings verschoben: Grundlage der Dauerbehandlung sind inzwischen langwirksame bronchienerweiternde Sprays, während kurz wirksame Inhalatoren vor allem für den Bedarfsfall gedacht sind. Inhalatives Cortison erhalten heute nicht mehr alle Betroffenen, sondern vor allem diejenigen, die trotz der bronchienerweiternden Sprays wiederholt Krankheitsschübe erleiden oder bei denen bestimmte weiße Blutkörperchen, die eosinophilen Granulozyten, im Blut erhöht sind. Welche Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, legt der Lungenarzt fest.

Bei schweren Krankheitsschüben werden Aufenthalte in der Lungen-Klinik immer wieder notwendig. Es ist wichtig, neben der medikamentösen Behandlung auch regelmäßig Sport in seinen Tagesablauf zu integrieren. Viele Patienten mit Raucherlunge scheuen sportliche Anstrengungen, weil sie sich vor einem neuen Anfall von Atemnot fürchten. Diese Vermeidung führt jedoch genau zum Gegenteil. Irgendwann ist der Körper für jeden Schritt zu schwach. Deshalb: Das Training langsam und vorsichtig beginnen, notfalls mit dem Arzt absprechen.


Vorbeugung

Die Vorbeugung einer Raucherlunge kann einfacher nicht sein: Raucher sollten das Rauchen einstellen. Sofort und ohne zu Zögern. Denn jeder inhalierte Tabakqualm schädigt die Schleimhäute in den Lungen immer mehr. Noch besser wäre es natürlich, gar nicht erst anzufangen mit dem Rauchen. Da auch passives Rauchen gefährlich ist, sollten Raucher ganz bewusst zu anderen Personen auf Abstand gehen. Generell sollte eine gesunde Lebensweise mit viel Trinken bevorzugt werden. Unerlässlich ist auch regelmäßiger Sport.

Nachsorge

Patienten mit einer diagnostizierten Raucherlunge sollten sich regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen unterziehen. Durch spezielle Lungenfunktions- und Röntgenuntersuchungen ist turnusmäßig die Lunge durch den Hausarzt oder einen Facharzt für Pneumologie zu beurteilen. Röntgenaufnahmen gehören dabei heute nicht mehr zur regelmäßigen Verlaufskontrolle; sie werden vor allem angefertigt, wenn der Verdacht auf eine Komplikation wie eine Lungenentzündung besteht. Nachsorgeuntersuchungen folgen einem festgelegten Zeitplan mit Arztbesuchen.

Durch Nachsorgeuntersuchungen soll rechtzeitig ein Fortschreiten der Raucherlunge entdeckt werden, um frühzeitig weitere Therapien beginnen zu können. Die behandelnden Ärzte und Spezialisten streben grundsätzlich danach, dieses Ziel zu erreichen und durch geeignete Maßnahmen möglichst optimal umzusetzen. Die Voraussetzung und Grundlage bildet jedoch der generelle Rauchverzicht des Patienten.

Diese wichtige Maßnahme ist nicht nur zur Vorbeugung der Raucherlunge sinnvoll, sondern auch unterstützend und hilfreich bei anderen vorliegenden Erkrankungen. Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Wird das Rauchen strikt und nachhaltig eingestellt, verlangsamt sich der weitere Verlust an Lungenfunktion deutlich. Bereits eingetretene Schäden bilden sich allerdings nicht mehr zurück.

Eine wesentliche therapeutische Nachsorgemaßnahme sind sportliche Aktivitäten, vor allem Sport, der speziell für Patienten mit Lungenerkrankungen sehr nützlich ist. Hierbei können Lungensport, Atemübungen und Rehabilitationsmaßnahmen die Belastbarkeit des Patienten deutlich verbessern. Ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge ist auch die Einhaltung einer ausgewogenen und vitaminreichen Ernährung, die im Zusammenhang mit den sportlichen Aktivitäten zu einer erheblichen Verbesserung der Belastbarkeit und der Lebensqualität des Patienten führen kann.

Das können Sie selbst tun

Die Raucherlunge wird auch COPD genannt. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass die Betroffenen ihr Krankheitsbild meist optimistischer einschätzen als angebracht wäre und somit zu wenig Eigeninitiative bei der Behandlung zeigen.

Das Rauchen aufzugeben, ist bei dieser Erkrankung unabdingbar. Da sie aber auch durch Feinstaub und andere Luftverschmutzungen ausgelöst werden kann, müssen auch diese Gefahrenquellen gemieden werden. Das bedeutet möglicherweise, dass der Patient sich einen anderen Arbeitsplatz suchen oder in den ländlichen Raum umziehen sollte.

Möglicherweise führt der Rauchverzicht bei den Betroffenen zu Übergewicht und Stress. Hier empfehlen sich diätetische Maßnahmen sowie Entspannungstechniken aller Art. Umgekehrt verlieren viele Betroffene im fortgeschrittenen Stadium ungewollt an Gewicht. Eine solche Abnahme ist kein gutes Zeichen, sondern gehört ärztlich abgeklärt; eine Diät ist dann falsch. Eine äußerst wirksame und gleichzeitig sehr einfach zu erlernende Technik ist die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Sehr empfehlenswert sind auch Yoga-Meditationen mit gleichzeitigen Atemübungen.

Eine gefürchtete Komplikation bei einer Raucherlunge ist die Lungenentzündung. Sie entsteht häufig im Anschluss an einen vorangegangenen Atemwegsinfekt. Um sie zu vermeiden, sollte der Patient Ansteckungsquellen vermeiden und gleichzeitig sein Immunsystem stärken. Das bedeutet, dass er einen gesunden Lebensstil anstreben und beibehalten sollte. Er umfasst mehrere Komponenten: wenig bis kein Alkoholkonsum, so viel Sport und frische Luft wie möglich, dazu eine fett- und zuckerarme Ernährung. Der Patient sollte zudem auch für ausreichend Ruhe und Schlaf sorgen. Menschen mit einer Raucherlunge wird außerdem die jährliche Grippeimpfung sowie eine Impfung gegen Pneumokokken empfohlen.

Quellen

  • Kroegel, C., Costabel, U., Bals, R., et al. (Hrsg.): Referenz Pneumologie.
    ISBN: 9783132416789
  • Lorenz, J., Bals, R.: Checkliste Pneumologie.
    ISBN: 9783131770240
  • Bösch, D.: Pneumologie.
    ISBN: 9783662714430
  • Vogelmeier, C. F. (Hrsg.): Therapie-Handbuch Pneumologie.
    ISBN: 9783437238147
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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