Adamsapfel

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 5. März 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei dem Adamsapfel handelt es sich um die Verdickung eines Knorpels. Äußerlich ist er vor allem bei Männern gut sichtbar und bewegt sich während des Sprechens oder Schluckens. Bei Frauen lässt sich die Vergrößerung ertasten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Adamsapfel?

Der Adamsapfel ist für die Veränderung der Stimme beim Mann verantwortlich. Durch die Befestigung der Stimmbänder an dem Knorpel, wirkt sich eine Vergrößerung des Kehlkopfes auch auf die Stimme aus.
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Der Adamsapfel ist Teil des Schildknorpels. Bei diesem handelt es sich um den größten Knorpel im Hals. Er steht insbesondere bei Männern deutlich hervor und kann in der Mitte des Halses lokalisiert werden. Die zu differenzierende Ausprägung zwischen den Geschlechtern kommt aufgrund der Pubertät sowie den mitwirkenden Hormone zustande. Für die Herausbildung des Adamsapfels sind vor allem männliche Geschlechtshormone verantwortlich.

Frauen verfügen zwar ebenfalls über ein bestimmtes Level an den spezifischen Hormonen. Der Spiegel ist jedoch niedriger als bei einem Mann. Sobald sich der Adamsapfel in der männlichen Entwicklung vermehrt deutlich macht, kommt es gleichzeitig zum Stimmbruch. Grundlage für die Veränderung der Stimme ist die Lage der Stimmbänder. Diese werden verlängert, sobald der Adamsapfel seine Größe verändert.

Anatomie & Aufbau

Der Adamsapfel stellt letztendlich einen Teil des Kehlkopfes dar. Dabei besteht er aus knorpeligem Gewebe. Der Kehlkopf selbst separiert Atemwege und Luftröhre voneinander. Auf diese Weise dringen Speisereste während des Essens nicht in die Lunge, was zu schwerwiegenden Konsequenzen führen würde. Für den Verschluss der Speiseröhre während des Schluckens ist der Kehldeckel verantwortlich. Der vordere Teil des Kehlkopfes besteht aus dem Schildknorpel.

Hier befindet sich gleichzeitig der Ansatzpunkt der Stimmbänder. Mithilfe von Schwingungen, die durch Luftströme entstehen, ist es dem Menschen möglich, verschiedene Laute hervorzubringen. Im Laufe der Pubertät kommt es zu einem Wachstum des Kehlkopfes insgesamt. Dieser tritt nach vorne hinaus und bildet so den Adamsapfel bei Männern. Der Adamsapfel gehört somit zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen bei männlichen Heranwachsenden. Diese signalisieren durch ihre Ausbildung die Geschlechtsreife und erlauben darüber hinaus eine Differenzierung zwischen Mann und Frau.

Funktion & Aufgaben

Der Adamsapfel ist für die Veränderung der Stimme beim Mann verantwortlich. Durch die Befestigung der Stimmbänder an dem Knorpel, wirkt sich eine Vergrößerung des Kehlkopfes auch auf die Stimme aus. Vor dem Einsetzen der Pubertät weisen die Stimmbänder eine Länge von ungefähr 12 Millimetern auf. Wächst der knorpelige Teil des Kehlkopfs, kommt es gleichzeitig zu einem Wachstum der Stimmbänder.

Im abgeschlossenem Stadium kann eine Länge von ungefähr 2,2 Zentimetern gemessen werden. Damit verdoppelt sich die Reichweite der Stimmbänder. Auf Grundlage dieser Veränderung können Unterschiede im Ton der Stimme zwischen Kindern und Erwachsenen festgestellt werden: die Laute klingen mit fortschreitendem Alter tiefer. Dabei handelt es sich bei dem Wachstum der Stimmbänder nicht um einen gleichmäßigen Prozess. Stattdessen benötigen einige Stimmbänder unter Umständen etwas mehr Zeit als andere und sind somit zunächst kürzer. Auf Grundlage dieser Differenzen in der Länge lässt sich bei Jungen in der Pubertät in der Regel in einigen Situationen ein Piepsen wahrnehmen.

Die Stimme schwankt zwischen der eines Kindes und der eines Mannes. Eben dieser Vorgang hat dem Stimmbruch seinen Namen verliehen, weil die Stimme literarisch "bricht". Der Adamsapfel ist somit für die Veränderung der Stimme bei Männern verantwortlich. Weil es bei Frauen zu keinem starken Wachstum des Knorpels kommt, sind die gesprochenen Laute normalerweise wesentlich höher. Dennoch bildet sich manchmal ebenfalls bei weiblichen Heranwachsenden ein Adamsapfel hervor. Dieser hat jedoch keine Funktion und wird vermehrt als Schönheitsmakel betrachtet. Entwickeln kann er sich zum Beispiel bei einer hormonellen Störung in dessen Rahmen mehr männliche Hormone produziert werden, wie es bei dem PCO-Syndrom der Fall ist.


Krankheiten

Erkrankungen des Adamsapfels sind Erkrankungen, welche den Kehlkopf insgesamt betreffen. Zu diesen gehören zum Beispiel Fehlbildungen sowie Tumore. Ein Tumor kann sich durch einen Kehlkopfkrebs bemerkbar machen, der vermehrt bei Menschen auftaucht, die regelmäßig Tabak konsumieren. Kehlkopfkrebs ist einer der häufigsten bösartigen Tumore im Bereich des Halses.

Er kann an verschiedenen Stellen auftauchen. Die Mehrheit der Patienten ist über 50 Jahre alt und männlich. Auf sich aufmerksam macht ein Tumor zum Beispiel durch eine Veränderung der Stimme. Betroffene räuspern oft, haben einen chronischen Husten oder bringen raue Laute hervor. Weiterhin berichten Patienten von Schwierigkeiten beim Schlucken und einem Fremdkörpergefühl. Darüber hinaus kann sich eine Entzündung im Kehlkopf verbreiten. Eine solche Erscheinung entwickelt sich vor allem dann, wenn ein Infekt der Atemwege vorliegt. In den meisten Fällen handelt es sich bei dem Erreger um einen Virus.

Die Entzündung kann akut oder chronisch verlaufen und sollte immer behandelt werden, um weitere Konsequenzen zu vermeiden. Dabei heilt eine akute Entzündung in der Regel aus, ohne Folgeschäden zu hinterlassen. Eine Schonung der Stimme gilt jedoch als elementar für eine erfolgreiche Therapie. Neben Bakterien und Viren kann die Entzündung von einem mechanischen Reiz ausgelöst werden. Dieser entsteht zum Beispiel dann, wenn über einen bestimmten Zeitraum die Stimme sehr intensiv genutzt wird. Insbesondere durch Schreie und lautes Reden erfolgt eine Reizung des Kehlkopfes und damit auch des Adamsapfels.

Wenn unterhalb des Adamsapfels eine starke Schwellung beobachtet wird, die sich scheinbar grundlos entwickelt hat und nicht verschwindet, liegt eventuell eine Erkrankung der Schilddrüse vor, wie zum Beispiel ein Kropf. Dieser nimmt nur langsam an Größe zu und wird damit oft relativ spät diagnostiziert.

Typische & häufige Kehlkopferkrankungen

Quellen

  • Grillparzer, M.: Körperwissen. Gräfe und Unzer, München 2007
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Lanz, T., Wachsmuth, W.: Praktische Anatomie, Band 3 – Hals. Springer, Berlin 2004

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