Aliskiren
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 7. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Mit Aliskiren steht zur Therapie arterieller Hypertonie ein Arzneimittel zur Verfügung, das als Renininhibitor (Reninhemmer) fungiert. Es wird unter verschiedenen Handelsnamen verkauft und ist verschreibungspflichtig; in Deutschland ist heute nur noch das Monopräparat im Handel. Das Medikament wurde 2007 im März in den USA, im Juni in der Schweiz und im August in Deutschland zugelassen.
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Was ist Aliskiren?
Bei Aliskiren handelt es sich um ein Medikament zur Regulation von Bluthochdruck. Es hemmt das Enzym Renin, wodurch es in das den Blutdruck regulierende Renin-Angiotensin-Aldosteron-System eingreift. Unter den bekannten Renininhibitoren ist Aliskiren das einzige zugelassene Medikament geblieben. Zwei weitere Substanzen – Zankiren und Remikiren – wurden dagegen nicht bis zur Zulassung entwickelt.
Einstige erste Reninhemmer waren Antikörper, die sich direkt gegen das Enzym Renin richteten. Was im Tierversuch den Blutdruck senkte, wurde nicht weiterentwickelt, zumal sich diese ersten Reninhemmer nur per Injektion verabreichen ließen. Über weitere Zwischenschritte kam es schließlich zur Marktreife von Aliskiren, das die Erwartungen gut erfüllte.
Der Weg zu einem schluckbaren Reninhemmer war lang, weil sich das Enzym einem Hemmstoff nur schwer zugänglich zeigt. Auch die auf die Antikörper folgenden Hemmstoffe waren dem natürlichen Angriffspunkt des Renins nachgebaut und deshalb eiweißähnlich; sie wurden im Verdauungstrakt zerlegt, bevor sie ins Blut gelangen konnten. Aliskiren dagegen ist ein kleines, nicht eiweißartiges Molekül, das die Bindungstasche des Renins unmittelbar besetzt und der Verdauung standhält. Verwendet wird es als Salz der Fumarsäure, einer im Arzneimittelbau üblichen Form, die den Wirkstoff in eine gut handhabbare feste Gestalt bringt. Der Anteil, der aus dem Darm ins Blut übertritt, bleibt gleichwohl gering; ausgeglichen wird das durch die Festigkeit, mit der sich der Wirkstoff an das Enzym bindet.
Dass gerade das Renin als Angriffspunkt gesucht wurde, hat einen einfachen Grund: Es kommt im Körper nur an dieser einen Stelle zum Einsatz. Anders als das Angiotensin-Converting-Enzym, das auch andere Botenstoffe zerlegt, spaltet Renin ausschließlich das Angiotensinogen. Ein Hemmstoff des Renins greift daher in keinen weiteren Stoffwechselweg ein, was von Beginn an als Vorzug gegenüber den älteren Wirkstoffgruppen galt. Ob sich aus diesem Vorzug des Wirkprinzips auch ein Vorteil für die Behandelten ergibt, ist damit allerdings noch nicht gesagt. Diese Frage lässt sich nur an den Ergebnissen klinischer Studien beantworten, nicht am Bauplan des Moleküls.
Pharmakologische Wirkung
Bei seinem Eingreifen in das Renin-Angiotension-Aldosteron-System bindet Aliskiren das Enzym Renin und greift so in die nachfolgenden biochemischen Vorgänge ein.
Renin als Protease, ein Proteine spaltendes Enzym, wandelt nämlich Angiotensinogen in Angiotensin I um, welches wiederum von einem Angiotensin-Converting-Enzym in Angiotensin II umgewandelt wird. Daraufhin kann dieses selbstständig eine Vasokonstriktion auslösen und ein zusätzliches Ausschütten von Aldosteron veranlassen. So entsteht in den renalen Sammelrohren eine höhere Rückresorption von Natriumionen und Wasser, was den Blutdruck steigen lässt.
Aliskiren bindet das Renin und unterbindet so wirksam dessen komplexe Funktion. Die geschilderten Abläufe bleiben aus und der Blutdruck kann sinken.
Aliskiren wird einmal täglich oral eingenommen. Da es über eine Reninhemmung den Blutdruck beeinflusst, dauert es nach Behandlungsbeginn ungefähr ein bis zwei Wochen bis zum ersten messbaren Therapieerfolg. Fast immer wird Aliskiren in Kombination mit weiteren Antihypertensiva gegeben. Dabei kann es sich beispielsweise um zur Bluthochdruckbehandlung verordnete Diuretika handeln.
Der Schritt, an dem Aliskiren ansetzt, ist der langsamste der gesamten Kette und bestimmt damit deren Geschwindigkeit. Das Renin entscheidet, wie viel Angiotensin I überhaupt entsteht; alle nachfolgenden Umwandlungen können nur so viel Botenstoff hervorbringen, wie an dieser Stelle bereitgestellt wird. Zugleich bringt der Eingriff eine Gegenbewegung in Gang. Weil der Blutdruck sinkt und weniger Angiotensin II entsteht, entfällt die Bremse, mit der das System seine eigene Reninbildung begrenzt; die Nieren geben daraufhin vermehrt Renin ins Blut ab. Messbar ist unter der Behandlung deshalb eine steigende Menge des Enzyms bei gleichzeitig verminderter Aktivität, weil der weitaus größte Teil davon durch den Wirkstoff besetzt ist. Eine vollständige Stilllegung des Systems lässt sich auf diesem Weg nicht erreichen.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Zur Therapie von Bluthochdruck steht mit dem Renininhibitor Aliskiren ein neuartiger und effektiver Wirkstoff zur Verfügung. Der Produzent Novartis spricht gar von „einer neuen Dimension in der Hypertonie-Behandlung“.
Da der Renininhibitor Aliskiren sehr zeitig ins Renin-Angiotensin-Aldosteron-System eingreift, unterbindet er die Produktion des Angiotensin II bereits an ihrem Anfang. Hiermit unterscheidet sich das Medikament von anderen bisher oft eingesetzten wie den ACE-Hemmern. Diese hemmen nur das Angiotensin I zu Angiotensin II umwandelnde ACE (Angiotensin-Converting-Enzym), jedoch nicht das Enzym Chymase. Dadurch wird das Renin-Angiotensin-System nur unvollständig gehemmt.
Außerdem bremsen Renininhibitoren wie Aliskiren nicht den Abbau von Bradykinin, einem Entzündungsmediator. Beim Einsatz von ACE-Hemmern sorgt das dann bestehende Bradykinin für den bekannten Kininhusten, die typische Nebenwirkung einer ACE-Hemmer-Medikation. Dennoch war lange offen, ob das noch neue Medikament Aliskiren den konventionelleren ACE-Hemmern therapeutisch überlegen ist. Inzwischen ist diese Frage weitgehend beantwortet: In großen Studien zu Herz-, Nieren- und Gefäßerkrankungen konnte Aliskiren keinen Vorteil gegenüber den etablierten Wirkstoffen belegen. Es wird deshalb nur noch selten verordnet; die Kombinationspräparate mit Aliskiren wurden in Deutschland wieder vom Markt genommen.
Bei der Einnahme von Aliskiren ist zu beachten, dass ein erhöhter Fettgehalt in der Nahrung die Aufnahme des Wirkstoffs negativ beeinträchtigt. Daher lässt sich Aliskiren nicht immer so leicht in seinem individuellen Wirkungsgrad steuern. Hinzu kommt die allgemein schlechte Resorption der Renininhibitoren, die bei oraler Medikation häufig unter 2 % beträgt.
Aufgrund fehlender Langzeitresultate wird von der Gabe von Aliskiren an Kinder und Jugendliche abgeraten. Für Schwangere gilt dagegen ein ausdrückliches Verbot, weil Arzneistoffe, die in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System eingreifen, das ungeborene Kind schädigen können. Während der Stillzeit soll Aliskiren ebenfalls nicht angewendet werden; ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt, und ein Risiko für das Kind lässt sich deshalb nicht ausschließen.
Was mit dem Wirkstoff im Körper geschieht, erklärt einen Teil der Vorsichtsmaßnahmen. Nur ein kleiner Anteil der eingenommenen Menge gelangt ins Blut, und der Körper baut Aliskiren kaum um: Der weitaus größte Teil verlässt ihn unverändert über die Galle und den Stuhl, während nur ein geringer Anteil in der Leber umgewandelt wird. Damit ist der Wirkstoff wenig anfällig für jene zahlreichen Wechselwirkungen, die über die Abbauenzyme der Leber zustande kommen. Entscheidend ist stattdessen ein Transporteiweiß in der Darmwand, das P-Glykoprotein, welches aufgenommene Fremdstoffe in den Darm zurückbefördert. Aliskiren wird von diesem Eiweiß erfasst; Arzneistoffe, die es blockieren, lassen deshalb wesentlich mehr Wirkstoff ins Blut übertreten. Darauf beruht das Verbot, Aliskiren mit hochwirksamen Hemmstoffen dieses Transporteiweißes zusammen anzuwenden.
Verabreichung & Dosierung
Aliskiren ist ein direkter Renin-Inhibitor, der hauptsächlich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt wird. Bei der Verabreichung und Dosierung von Aliskiren sind einige wichtige Aspekte zu beachten:
Dosierung: Die empfohlene Anfangsdosis beträgt in der Regel 150 mg einmal täglich. Je nach Bedarf kann die Dosis auf 300 mg erhöht werden. Die Einnahme erfolgt oral, vorzugsweise zur gleichen Tageszeit.
Nahrungsaufnahme: Aliskiren sollte täglich auf die gleiche Weise eingenommen werden. Eine fettreiche Mahlzeit kann die Bioverfügbarkeit reduzieren, daher ist es ratsam, das Medikament mit einer leichten Mahlzeit oder auf nüchternen Magen einzunehmen.
Kontraindikationen: Aliskiren sollte nicht bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, bei Diabetikern, die mit ARBs oder ACE-Hemmern behandelt werden, oder bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff eingenommen werden.
Vorsichtsmaßnahmen: Regelmäßige Überwachung des Blutdrucks ist notwendig, um die Wirksamkeit der Therapie zu bewerten. Eine regelmäßige Kontrolle des Kaliumspiegels ist besonders wichtig, da Aliskiren eine Hyperkaliämie verursachen kann, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder in Kombination mit anderen Medikamenten, die den Kaliumspiegel erhöhen.
Nebenwirkungen: Die häufigsten Nebenwirkungen sind Durchfall, Kopfschmerzen und Schwindel. In seltenen Fällen kann es zu Angioödemen oder schweren allergischen Reaktionen kommen, die sofortige medizinische Hilfe erfordern.
Zusammengefasst erfordert die Verabreichung von Aliskiren eine sorgfältige Überwachung und Anpassung der Dosis, um die optimale Wirksamkeit und Sicherheit zu gewährleisten.
Risiken & Nebenwirkungen
Die Therapie mit Aliskiren kann unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen:
- Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
- Infektionen der oberen Atemwege
- Husten
- Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Rückenschmerzen
- Allergien
Bei zahlreichen chronischen oder akuten Erkrankungen und mit entsprechender Medikamenteneinnahme ist ein ausführliches beratendes Arzt-Patienten-Gespräch unerlässlich, bevor die Therapie mit Aliskiren beginnt.
Kontraindiziert ist die Gabe von Aliskiren bei folgenden Erkrankungen:
- Angioödeme
- Diabetes mellitus bei gleichzeitiger Behandlung mit ACE-Hemmern oder Sartanen
- eingeschränkte Nierenfunktion bei gleichzeitiger Behandlung mit ACE-Hemmern oder Sartanen
Ebenfalls kontraindiziert ist Aliskiren bei einer Medikation mit:
Ein verantwortungsbewusster Arzt wird daher im Vorfeld einer geplanten Therapie mit Aliskiren und gegebenenfalls während des Behandlungszeitraumes regelmäßig Blutdruck, Elektrolytwerte, Laborwerte und Nierenfunktionen kontrollieren.
Die schwerwiegenden unter den möglichen Wirkungen ergeben sich weniger aus der Substanz selbst als aus dem System, in das sie eingreift. Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System hält den Blutdruck, den Salzhaushalt und den Filtrationsdruck in den Nieren aufrecht. Wird es gedämpft, so behält der Körper Kalium zurück, und die Nieren können weniger filtern, sobald ihre Durchblutung ohnehin vermindert ist – etwa bei Austrocknung, bei einer Herzschwäche oder bei verengten Nierenarterien. Aus demselben Grund fällt der Blutdruck stärker ab, wenn dem Körper zuvor durch entwässernde Mittel oder salzarme Kost Flüssigkeit und Salz entzogen worden sind. Besonders ausgeprägt sind diese Gefahren, wenn mehrere Arzneistoffe gleichzeitig an verschiedenen Stellen derselben Kette angreifen; darauf beruht die Einschränkung für die Kombination mit Hemmstoffen des Angiotensin-Converting-Enzyms und mit Angiotensin-II-Rezeptorblockern.
Kontraindikationen
Aliskiren, ein direkter Renin-Inhibitor zur Behandlung von Bluthochdruck, weist spezifische Kontraindikationen auf, die bei der Anwendung berücksichtigt werden sollten:
Schwere Nierenfunktionsstörung: Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) sollten Aliskiren vermeiden. Es besteht ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen wie Hyperkaliämie.
Diabetes mellitus: Diabetiker, die bereits Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARBs) oder Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer (ACE-Hemmer) einnehmen, dürfen Aliskiren nicht verwenden. Die Kombination erhöht das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen wie Hyperkaliämie, Nierenversagen und Hypotonie. Grundlage dieser Einschränkung ist die vorzeitig abgebrochene ALTITUDE-Studie, nach deren Auswertung die Zulassungsbehörden 2012 vor der Kombination warnten.
Überempfindlichkeit: Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Aliskiren oder einen seiner Bestandteile sollten das Medikament nicht einnehmen, da es zu schweren allergischen Reaktionen wie Angioödemen kommen kann.
Angioödem in der Vorgeschichte: Patienten, die in der Vergangenheit Angioödeme aufgrund von Aliskiren oder ähnlichen Medikamenten entwickelt haben, sollten dieses Medikament nicht erneut verwenden.
Kombination mit bestimmten Medikamenten: Die gleichzeitige Anwendung von Aliskiren mit anderen Medikamenten, die den Kaliumspiegel erhöhen (wie kaliumsparenden Diuretika), sollte vermieden werden, da dies das Risiko einer Hyperkaliämie erhöht.
Schwangerschaft: Aliskiren sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da es das Risiko von Fehlbildungen und fötalen Schäden erhöht.
Diese Kontraindikationen sollten sorgfältig beachtet werden, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Bei der Verwendung von Aliskiren sind potenzielle Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten, um das Risiko von Nebenwirkungen und unerwünschten Effekten zu minimieren:
Angiotensin-Rezeptorblocker (ARBs) und ACE-Hemmer: Die gleichzeitige Anwendung von Aliskiren mit ARBs oder ACE-Hemmern wird bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion nicht empfohlen. Diese Kombination kann das Risiko für Hyperkaliämie, Hypotonie und Nierenversagen erhöhen.
Kaliumsparende Diuretika und kaliumhaltige Präparate: Die Kombination von Aliskiren mit kaliumsparenden Diuretika (z. B. Spironolacton) oder kaliumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln kann den Kaliumspiegel im Blut erhöhen und das Risiko einer Hyperkaliämie verstärken.
NSAIDs (Nicht-steroidale Antirheumatika): NSAIDs wie Ibuprofen oder Naproxen können die blutdrucksenkende Wirkung von Aliskiren beeinträchtigen. Zudem erhöht die Kombination von Aliskiren und NSAIDs bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion das Risiko von Nierenschäden.
Ciclosporin und Itraconazol: Diese Medikamente sind hochpotente Hemmer des Transportproteins P-Glykoprotein und können die Konzentration von Aliskiren im Blut deutlich erhöhen. Die gleichzeitige Anwendung ist – ebenso wie die mit Chinidin – kontraindiziert.
Fruchtsäfte: Grapefruit- und andere Fruchtsäfte können die Absorption von Aliskiren beeinflussen, was zu einer verminderten Wirksamkeit führen kann.
Eine sorgfältige Überprüfung aller Medikamente, die der Patient einnimmt, ist daher unerlässlich, um unerwünschte Wechselwirkungen zu vermeiden und die Wirksamkeit von Aliskiren zu gewährleisten.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Aliskiren nicht vertragen wird oder kontraindiziert ist, stehen verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, um Bluthochdruck effektiv zu behandeln:
Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARBs): Diese Medikamente, wie Losartan oder Valsartan, blockieren die Wirkung von Angiotensin II und verhindern so die Verengung der Blutgefäße. Sie sind besonders hilfreich, wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden.
ACE-Hemmer: Medikamente wie Enalapril und Ramipril verhindern die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II, was eine Blutdrucksenkung bewirkt. Sie sind eine bewährte Therapieoption, können jedoch Husten als Nebenwirkung verursachen.
Kalziumkanalblocker: Medikamente wie Amlodipin und Nifedipin entspannen die glatte Muskulatur der Blutgefäße, wodurch der Blutdruck sinkt. Sie sind besonders bei Patienten mit bestimmten Begleiterkrankungen wie Angina pectoris nützlich.
Thiaziddiuretika: Diese Medikamente, darunter Hydrochlorothiazid und Chlorthalidon, helfen, überschüssiges Natrium und Wasser aus dem Körper zu entfernen, was zu einer Senkung des Blutdrucks führt.
Beta-Blocker: Medikamente wie Atenolol und Metoprolol verlangsamen die Herzfrequenz und senken den Blutdruck, werden jedoch eher bei spezifischen Begleiterkrankungen wie Herzinsuffizienz eingesetzt.
Zusätzlich zu diesen pharmakologischen Optionen können Lebensstiländerungen wie eine salzarme Diät, regelmäßige Bewegung und Stressmanagement ebenfalls effektiv zur Blutdruckkontrolle beitragen.
Mehrere der aufgeführten Wirkstoffgruppen greifen an derselben Regelkette an wie Aliskiren, nur an einer anderen Stelle: Die ACE-Hemmer unterbinden die Umwandlung des Angiotensin I, die Rezeptorblocker besetzen den Angriffspunkt des fertigen Angiotensin II. Beruht die Unverträglichkeit auf dem Eingriff in dieses System selbst, etwa auf einem Anstieg des Kaliumwertes oder auf einem Nachlassen der Nierenleistung, so ist von diesen beiden Gruppen dasselbe zu erwarten. Die Kalziumkanalblocker, die entwässernden Mittel und die Betablocker arbeiten dagegen nach einem anderen Grundsatz und kommen deshalb auch dann in Betracht, wenn die Beeinflussung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems als solche schlecht vertragen wurde.
Quellen
- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
ISBN: 9783437426223
- Graefe, K.-H., Lutz, W., Bönisch, H.: Duale Reihe Pharmakologie und Toxikologie.
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- Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
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- Kuhlmann, U., Böhler, J., Luft, F. C., et al. (Hrsg.): Nephrologie.
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- Pinger, S.: Repetitorium Kardiologie.
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