Benzalkoniumchlorid
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 10. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
Sie sind hier: Startseite Wirkstoffe Benzalkoniumchlorid
Benzalkoniumchlorid wird als Antiseptikum, häufig in Kombination mit weiteren antiseptischen Mitteln bei Entzündungen im Rachen- und Mundraum verwendet. Über diese Anwendung hinaus dient es als Konservierungs- und Desinfektionsmittel für halbfeste und flüssige Arzneimittelzubereitungen.
Inhaltsverzeichnis |
Was ist Benzalkoniumchlorid?
Benzalkoniumchlorid zählt zur Wirkstoffgruppe der Antiseptika und ist eine seifenähnliche Substanz. Bei dem Wirkstoff handelt es sich um ein großes Molekül in Form einer kationischen Verbindung, das positiv elektrisch geladen ist.
Durch Ausformung und Ladung ist Benzalkoniumchlorid fett- und wasserlöslich. Es ist in der Lage, die Hülle von Bakterien zu durchdringen, sich in deren Zellmembran einzulagern und die Krankheitserreger abzutöten.
Pharmakologische Wirkung
Medizinisch wird Benzalkoniumchlorid als antiseptisches Mittel zur Behandlung von Entzündungen im Rachen- und Mundraum verwendet. Durch seine feine seifenähnliche Beschaffenheit legt es sich auf die entzündete Mund- und Rachenschleimhaut und wirkt dort den entzündungsverursachenden Bakterien entgegen.
Das Antiseptikum enthält ein großes Molekül, das durch seine kationische Verbindung eine elektrische Ladung verzeichnet, wodurch es fett- und wasserlöslich ist. Als Kation mit elektrischer Ladung weist die Substanz hydrophile und lipophile Eigenschaften auf, die dem antiseptischen Wirkstoff den Einbau in die Zellmembranen der Bakterien ermöglichen, die für die Entzündungsvorgänge in Mund- und Rachenraum verantwortlich sind. Er lagert sich dort ein, wodurch die Bakterien durchlässig werden und ein weiteres Bakterienwachstum nicht möglich ist. Durch die undicht gewordene Membran verlieren die Krankheitserreger lebenswichtige Zellbestandteile und sterben ab.
Durch sein breites Wirkspektrum bekämpft Benzalkoniumchlorid sowohl gramnegative als auch grampositive Bakterien. Gegen einzelne gramnegative Erreger wie Pseudomonas aeruginosa ist die Wirkung allerdings unzuverlässig: Solche Keime können sich an Benzalkoniumchlorid anpassen und in zu niedrig konzentrierten Lösungen sogar überleben. Pharmazeutisch wird der Wirkstoff außerdem als Konservierungsstoff und Desinfektionsmittel für halbfeste und flüssige Arzneimittel wie Cremes, Sprays und Augen- und Nasentropfen eingesetzt. Das Antiseptikum hemmt das Wachstum von Keimen und tötet diese Krankheitserreger bei der Herstellung von Arzneimittelzubereitungen ab. Als Desinfektionsmittel wirkt es gegen Hefen, Algen, Pilze und Bakterien.
Als Konservierungsmittel ist Benzalkoniumchlorid in Europa der mit Abstand häufigste Vertreter seiner Art: Nach einer Erhebung der Europäischen Arzneimittel-Agentur enthält der größte Teil der Augenpräparate auf dem europäischen Markt diesen Stoff, und für Mehrdosenbehältnisse mit wässrigen Zubereitungen für Auge, Nase und Ohr gilt er als Konservierungsmittel der ersten Wahl. In Augentropfen wird er dafür bereits seit den 1950er-Jahren verwendet. Hinzu kommen über zweihundert Arzneimittel zur Anwendung in der Nase sowie einige Zubereitungen zum Einatmen; für die Anwendung auf der Haut, im Mund, im Enddarm oder in der Scheide sind dagegen nur wenige Präparate mit diesem Konservierungsmittel zugelassen. Die enthaltene Menge wird dabei nicht beliebig gewählt, sondern auf den kleinsten Anteil abgestimmt, mit dem die Zubereitung die Prüfung des Europäischen Arzneibuches auf ausreichende Konservierung noch besteht.
In geringem Maße verzeichnet Benzalkoniumchlorid eine antivirale Wirkung. Aufgrund seiner oberflächenaktiven Wirkweise wird Benzalkoniumchlorid auch als Desinfektions- und Reinigungsmittel in Krankenhäusern und Arztpraxen eingesetzt. Es eignet sich gleichfalls zur Wäschedesinfektion und als Algizid in Schwimmbädern.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Hauptindikation für die Verwendung dieses Antiseptikums sind Entzündungen im Mund- und Rachenraum, die auf Infekte zurückgehen. Typische Begleiterscheinungen sind Schluckbeschwerden, Halsschmerzen und allgemeines Unwohlsein.
Bei topischer (örtlicher) Anwendung ist das Antiseptikum gut verträglich. Auch als Lutschtabletten, Konzentrat oder Sprühlösung verzeichnet es nur selten gefährliche Nebenwirkungen. Lediglich bei der Verwendung von Augentropfen, die Benzalkoniumchlorid als Konservierungsmittel enthalten, ist erhöhte Vorsicht geboten und im Zweifelsfall der Rat eines Augenarztes oder Optikers einzuholen.
Antiseptisch wirkende Konservierungsmittel in Augentropfen werden seit Jahrzehnten eingesetzt. Augentropfen, die diesen Wirkstoff enthalten, können zu einer verringerten Stabilität des Tränenfilms und bei regelmäßiger Anwendung zu Entzündungen der Augenoberfläche führen, die das sogenannte „Trockene Auge“ verursachen. Die Hornhaut kann angegriffen werden, was zu erheblichen Schädigungen der tieferen Zellschichten führt. Wird eine auf diesem Wirkstoff basierende Tränenersatzflüssigkeit verwendet und anschließend Augentropfen mit einem anderen Arzneimittelwirkstoff, dringt dieser tiefer und schneller in die Hornhautschichten ein. Die Folge sind unerwünschte Wirkverstärkungen und Nebenwirkungen.
Eine Alternative sind Augentropfen, die keine oder alternative Konservierungsmittel enthalten. Der Augenarzt entscheidet im Einzelfall über die Vor- und Nachteile und wann der zu erwartende Nutzen größer ist als ein eventuell involviertes Risiko. Kontaktlinsenträger sowie Patienten mit Trockenem Auge und Glaukom sollten konservierungsmittelfreien Augentropfen den Vorzug geben. Informationen können auch bei der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) eingeholt werden.
Verabreichung & Dosierung
Benzalkoniumchlorid ist ein kationisches Tensid mit antiseptischen und konservierenden Eigenschaften, das in vielen pharmazeutischen und medizinischen Produkten verwendet wird. Bei der Verabreichung und Dosierung ist besondere Vorsicht geboten, da eine unsachgemäße Anwendung zu Haut- und Schleimhautreizungen oder toxischen Reaktionen führen kann.
Die Konzentration von Benzalkoniumchlorid variiert je nach Anwendungsbereich. In Desinfektionsmitteln und Hautantiseptika sind Konzentrationen von 0,01 % bis 0,2 % üblich, während es in Augentropfen oder Nasensprays in deutlich niedrigeren Mengen enthalten ist. Bei topischer Anwendung sollte es nicht in offene Wunden oder auf großflächig geschädigte Haut aufgetragen werden, da es zu Zellschädigungen und verzögerter Wundheilung führen kann.
Bei der Verwendung in Augen- oder Nasenpräparaten kann eine langfristige Anwendung zu Schleimhautreizungen oder allergischen Reaktionen führen. Besonders Patienten mit empfindlichen Augen oder trockenen Augen sollten auf Präparate mit Benzalkoniumchlorid verzichten, da es die Tränenfilmstabilität beeinträchtigen kann.
Benzalkoniumchlorid gehört zu den sonstigen Bestandteilen mit bekannter Wirkung. Für sie gilt in Deutschland keine Mengenschwelle, unterhalb derer sie unerwähnt bleiben dürften: Enthält ein Arzneimittel den Stoff, muss das auf der äußeren Umhüllung stehen, und Packungsbeilage wie Fachinformation müssen die enthaltene Menge je Dosiereinheit oder Dosiervolumen beziffern. Welcher Warnhinweis hinzukommt, hängt vom Anwendungsweg ab – das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte führt dafür eine eigene Liste, die zwischen Auge, Nase, Einatmung, Haut sowie Mundhöhle, Enddarm und Scheide unterscheidet.
Beim Verschlucken größerer Mengen oder beim Einatmen kann Benzalkoniumchlorid schädlich wirken; zur Aufnahme in den Körper ist der Stoff deshalb nicht bestimmt. Die örtliche Anwendung in der Mundhöhle, etwa in Lutschtabletten, ist davon nicht berührt. In höheren Konzentrationen kann es Haut- und Atemwegsreizungen verursachen. Falls eine versehentliche Einnahme oder Überdosierung erfolgt, sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Risiken & Nebenwirkungen
Benzalkoniumchlorid ist bei äußerlicher Anwendung ein gut verträgliches Antiseptikum beziehungsweise Desinfektionsmittel. Dennoch sind auch in diesem Fall einige Besonderheiten zu berücksichtigen. Das Antiseptikum darf bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen oder mehrere der Inhaltsstoffe nicht verwendet werden.
Für die äußerliche Anwendung bei Kindern und Jugendlichen gibt es keine besonderen Vorschriften, auch Schwangere und stillende Mütter können das Antiseptikum verwenden. Über die Haut wird der Stoff nur in sehr geringem Umfang aufgenommen, sodass für Mutter und Kind keine schädlichen Auswirkungen zu erwarten sind. Eine Ausnahme gilt in der Stillzeit für die Brust selbst: Dort darf ein benzalkoniumchloridhaltiges Mittel nicht aufgetragen werden, weil der Säugling es mit der Milch aufnehmen könnte. Bei benzalkoniumchloridhaltigen Nasentropfen und -sprays kann allerdings vor allem bei längerem Gebrauch die Nasenschleimhaut gereizt werden und anschwellen. Nebenwirkungen sind nur sehr wenige bekannt. Zudem treten sie selten auf. Zu ihnen gehören allergische Hautreaktionen, Rötungen oder Juckreize.
Welche Beschwerden im Vordergrund stehen, hängt davon ab, wo der Stoff hingelangt. Auf der Haut kann er Reizungen hervorrufen. In der Mundhöhle, im Enddarm und in der Scheide bleibt es ebenfalls bei örtlichen Reizungen. Am Auge kommen Reizerscheinungen vor allem dann vor, wenn die Tränenflüssigkeit ohnehin knapp ist oder die Hornhaut vorgeschädigt ist; berichtet wurden dabei punktförmige und geschwürige Hornhautschäden, besonders bei häufiger oder langer Anwendung. Kinderaugen reagieren auf einen Reiz erfahrungsgemäß stärker als die Augen Erwachsener, auch wenn sich das Nebenwirkungsprofil nach den verfügbaren Daten nicht von dem der Erwachsenen unterscheidet.
Beim Einatmen kann Benzalkoniumchlorid keuchende Atmung und Atemschwierigkeiten durch krampfartig verengte Atemwege auslösen, besonders bei Menschen mit Asthma. Für Vernebelungslösungen mit Asthmamitteln, in denen der Stoff als Konservierungsmittel dient, ist eine solche Verengung der Atemwege beschrieben worden, die mit der eingesetzten Menge zunimmt. Gelangt Benzalkoniumchlorid ins Ohr, kann es das Innenohr schädigen. Für das Erbgut gilt der Stoff nach den vorliegenden Untersuchungen dagegen als unbedenklich: Experimentelle Daten geben weder einen Hinweis auf eine erbgutverändernde noch auf eine krebserzeugende Wirkung, und auch die Fortpflanzung wird nach diesen Daten nicht beeinträchtigt.
Die allgemeinen Erfahrungen lauten dahingehend, dass Benzalkoniumchlorid, aufgetragen auf die betroffenen Schleimhäute, gut verträglich ist. Eine Kontraindikation sind frische und große Wunden im Mund-Rachenraum.
Bakterien, die weniger empfindlich gegen Benzalkoniumchlorid geworden sind, können zugleich unempfindlicher gegenüber anderen Antiseptika und gegenüber Antibiotika werden. Verantwortlich dafür sind veränderte Poren und Effluxpumpen der Bakterienzelle, die verschiedene Wirkstoffe wieder aus ihr heraustransportieren. Seine antiseptische Wirkung kann allerdings durch Seifen und andere anionische Tenside aufgehoben werden.
Kontraindikationen
Die Verwendung von Benzalkoniumchlorid ist in bestimmten Fällen kontraindiziert, da es reizende und zytotoxische Eigenschaften besitzt, die bei empfindlichen Personen oder bestimmten Vorerkrankungen problematisch sein können.
Eine der wichtigsten Kontraindikationen betrifft Personen mit einer bekannten Allergie oder Überempfindlichkeit gegenüber Benzalkoniumchlorid oder anderen quartären Ammoniumverbindungen. Kontakt mit diesem Wirkstoff kann in solchen Fällen Hautrötungen, Juckreiz, Brennen oder allergische Dermatitis auslösen.
Bei Patienten mit chronischen Augenproblemen wie trockenem Auge oder Kontaktlinsenträgern wird von der Verwendung benzalkoniumchloridhaltiger Augentropfen abgeraten, da der Wirkstoff den Tränenfilm destabilisieren und die Hornhaut schädigen kann. Langfristige Anwendung kann zu Irritationen oder sogar Hornhautschäden führen. Weiche Kontaktlinsen nehmen den Stoff nicht nur auf, sie können sich dadurch auch verfärben; sie werden deshalb vor der Anwendung herausgenommen und erst nach einer kurzen Wartezeit wieder eingesetzt. Bei einer längeren Behandlung mit benzalkoniumchloridhaltigen Augentropfen wird der Zustand der Augenoberfläche regelmäßig kontrolliert.
Benzalkoniumchlorid sollte nicht auf großflächig verletzte Haut oder tiefe Wunden aufgetragen werden, da es toxisch auf Hautzellen wirkt und die Wundheilung verzögern kann. Auch für Menschen mit chronischen Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Psoriasis ist es ungeeignet, da es die Haut zusätzlich austrocknen und reizen kann.
Inhalative oder orale Aufnahme sollte unbedingt vermieden werden, da Benzalkoniumchlorid die Atemwege reizen und in hohen Dosen toxische Wirkungen entfalten kann. Daher sollten Personen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma auf den Kontakt mit benzalkoniumchloridhaltigen Desinfektionsmitteln oder Sprays verzichten.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Benzalkoniumchlorid kann mit verschiedenen Medikamenten und Wirkstoffen interagieren, insbesondere aufgrund seiner kationischen Eigenschaften und seiner Wirkung auf Zellmembranen.
Bei der Anwendung in Augentropfen kann Benzalkoniumchlorid die Absorption anderer ophthalmologischer Wirkstoffe beeinflussen. Es kann die Permeabilität der Hornhaut verändern und dadurch die Wirkstoffaufnahme erhöhen oder verringern. Besonders bei der gleichzeitigen Anwendung von Beta-Blockern, Kortikosteroiden oder Antiglaukom-Mitteln sollte ein zeitlicher Abstand eingehalten werden, um unerwünschte Wechselwirkungen zu vermeiden.
Da Benzalkoniumchlorid eine antiseptische Wirkung hat, kann es durch Wechselwirkungen mit anionischen Tensiden oder Seifen inaktiviert werden. Dies ist besonders bei der gleichzeitigen Verwendung von Haut- oder Wunddesinfektionsmitteln zu beachten. In Kombination mit Silber-haltigen Wundpräparaten kann es ebenfalls zu einer Wirkungsabschwächung kommen. Über die Seifen hinaus setzen auch körpereigene Stoffe die Wirkung herab: Quartäre Ammoniumverbindungen, zu denen Benzalkoniumchlorid gehört, werden durch Eiweiß, Blutserum und Eiter inaktiviert, ebenso durch Phospholipide und andere fetthaltige Substanzen. Auf einer stark belegten oder eitrigen Wunde bleibt von der antiseptischen Wirkung daher unter Umständen wenig übrig.
Bei der Verwendung von Inhalations- oder Nasensprays mit Benzalkoniumchlorid besteht die Möglichkeit, dass es die Schleimhäute reizt und die Wirkung von bronchodilatatorischen Medikamenten wie Beta-2-Sympathomimetika beeinträchtigt.
Zusätzlich können Weichkontaktlinsen mit Benzalkoniumchlorid interagieren, indem sie den Wirkstoff absorbieren und dadurch zu Augenreizungen oder längeren Expositionszeiten führen. Daher sollten Kontaktlinsenträger vor der Anwendung von benzalkoniumchloridhaltigen Präparaten ihre Linsen entfernen.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Benzalkoniumchlorid nicht vertragen wird oder kontraindiziert ist, stehen verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, die je nach Anwendungsbereich eingesetzt werden können.
Wann ein Wechsel angezeigt ist, lässt sich nicht an einer allgemeingültigen Mengengrenze festmachen: Für die Gesamtheit der Patienten lässt sich nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittel-Agentur keine unbedenkliche Obergrenze angeben, obwohl einzelne Berichte bei langer Anwendung häufigere unerwünschte Wirkungen nahelegen. Vorgeschlagen werden andere Konservierungsmittel oder konservierungsmittelfreie Zubereitungen deshalb vor allem für zwei Gruppen: für Menschen, die das Präparat dauerhaft benötigen – etwa bei einem Glaukom –, und für Menschen mit gestörter Tränenbildung oder einer Erkrankung der Augenoberfläche.
In der Augenheilkunde sind benzalkoniumchloridfreie Augentropfen mit alternativen Konservierungsmitteln wie Polyquad® (Polyquaternium-1) oder Purite® (Natriumchlorit-Komplex) eine gute Option. Diese Substanzen sind weniger reizend und für Kontaktlinsenträger sowie Personen mit trockenen Augen besser geeignet. Eine weitere Alternative sind Einzeldosis-Augentropfen ohne Konservierungsstoffe, die besonders schonend für die Augen sind.
Für die Hautdesinfektion können Chlorhexidin, Povidon-Iod oder Ethanol-basierte Desinfektionsmittel verwendet werden. Diese Substanzen haben antiseptische Eigenschaften, ohne die gleichen Reizungen oder allergischen Reaktionen wie Benzalkoniumchlorid zu verursachen. Besonders bei empfindlicher Haut sind alkoholfreie, hautfreundliche Antiseptika eine gute Alternative.
Im Bereich von Nasensprays oder Inhalationslösungen gibt es konservierungsmittelfreie Präparate, die sterile Einmalverpackungen nutzen. Natürliche Alternativen wie Meerwasser-Nasensprays oder Xylit-haltige Lösungen können ebenfalls helfen, ohne die Schleimhäute zu reizen.
Wer Benzalkoniumchlorid bei der Wunddesinfektion vermeiden möchte, kann auf silberhaltige Wundauflagen oder Honig-basierte Verbände zurückgreifen, die antibakterielle Eigenschaften besitzen und die Wundheilung unterstützen.
Quellen
- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
ISBN: 9783437426223
- Moll, I. (Hrsg.): Duale Reihe Dermatologie.
ISBN: 9783132446069
- Sterry, W., Burgdorf, W., Worm, M. (Hrsg.): Checkliste Dermatologie.
ISBN: 9783131755476
- Lang, G. K., Lang, S. J., Lang, G. E., et al.: Augenheilkunde.
ISBN: 9783132454446
- Marquardt, H., Schäfer, S. G., Barth, H., et al. (Hrsg.): Toxikologie.
ISBN: 9783804736573
