Iritis

Letzte Aktualisierung am 14. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Als Iritis wird eine Regenbogenhautentzündung bezeichnet. Dabei leiden die Betroffenen unter Augenschmerzen und Sehproblemen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Iritis?

Unter einer Iritis verstehen Mediziner eine Regenbogenhautentzündung (Iris). Bei der Iritis handelt es sich um eine Form der Uveitis (Entzündung der Gefäßhaut), bei der es zu einer Entzündung der mittleren Augenhaut (Uvea) kommt, zu deren Bestandteilen neben der Aderhaut und dem Strahlenkörper auch die Regenbogenhaut gehört. Bemerkbar macht sich die Iritis durch Augenschmerzen und verschwommenes Sehen.

Die Regenbogenhautentzündung kann sich in jedem Lebensalter zeigen. In Deutschland sind pro Jahr ungefähr 100.000 Menschen von einer Entzündung der mittleren Augenhaut betroffen. Das Auftreten einer Iritis ist sowohl nur an einem Auge als auch an beiden Augen möglich. Ob die Beschwerden plötzlich einsetzen oder sich allmählich entwickeln, richtet sich nach dem erkrankten Abschnitt des Auges.

Ursachen

Verursacht wird eine Iritis in den meisten Fällen durch eine bakterielle Infektion wie eine Chlamydien-, Yersinien- oder Borrelien-Infektion. Grund für die Entzündung der Regenbogenhaut ist allerdings nicht der unmittelbare Befall mit Keimen, sondern die Erstinfektion mit den Krankheitserregern. So wird dadurch das menschliche Immunsystem auf den Plan gerufen, was zu einer Immunaktivierung des Körpers führt.

Nach dessen Abschluss erfolgt eine entzündliche Reaktion der Iris. Bei diesem Vorgang erteilt die Regenbogenhaut eine Art Antwort auf die Körperreaktion. Eine Diagnose der Iritis durch einen Abstrich ist dann nicht möglich, weil sich die Keime in einer anderen Körperregion befinden.

In manchen Fällen lässt sich auch gar keine Ursache für die Entzündung feststellen, weil die Keime bereits unschädlich gemacht wurden. Eine Immunreaktion ist deshalb nicht mehr erforderlich. Nicht selten kann eine Iritis aber auch durch andere Gründe wie eine Autoimmunreaktion oder Rheuma-Erkrankungen entstehen.

Dazu gehören Morbus Bechterew, eine Arthritis, eine Entzündung der Sehnenansätze (Enthesiopathie), eine Sehnenscheidenentzündung (Tenosynovitis), rheumatisches Fieber, eine Entzündung der Wirbelsäule oder eine frühkindliche Polyarthritis (Morbus Still).

Zu den Urhebern der Iritis zählen außerdem bestimmte Herpesviren. Diese können Herpes simplex oder Herpes Zoster (Gürtelrose) hervorrufen. Als weitere mögliche Urheber der Regenbogenhautentzündung gelten die Sarkoidose (Morbus Boeck) sowie die Toxoplasmose.

Symptome, Beschwerden und Anzeichen

Die Beschwerden bei einer Iritis können unterschiedlich ausfallen und hängen von der Anzahl der betroffenen Augenschichten ab. Als typische Merkmale gelten allerdings das Auftreten eines Schleiers vor dem Auge, das Gefühl eines Fremdkörpers, eine starke Empfindlichkeit gegenüber Licht, ein gerötetes Auge, das stark tränt, sowie Augenschmerzen.

Kommt es zu einer Verlagerung der Entzündung in die hintere Augenregion, führt dies zu Problemen bei der Sehschärfe, wodurch sich wiederum die Sehstärke des Auges vermindert. Manche Patienten haben auch das Gefühl kleine „Wolken“ zu sehen. Besteht bei der Iritis ein Zusammenhang mit einer Erkrankung der Wirbelsäule, führt dies meist zu einem akuten Krankheitsverlauf.

Diese akuten Fälle machen circa 75 Prozent aller Regenbogenhautentzündungen aus. Die betroffenen Personen leiden unter einer ausgeprägten Sehminderung, erheblichen Schmerzen und Rötungen. Hält die Iritis längere Zeit an, besteht das Risiko, dass sich Iris und Augenlinse verkleben, weswegen es zu einer chronischen Sehverminderung kommt.

Ebenso ist das Entstehen eines sekundären Glaukoms (Grüner Star) möglich. In manchen Fällen löst die Iritis aber auch zeitweilig gar keine Beschwerden aus. Dies ist oftmals bei Kindern der Fall, die unter Rheumaerkrankungen leiden. Mitunter zeigen sich die Symptome auch auf beiden Augen.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Bei Verdacht auf eine Iritis sollte rasch ein Augenarzt konsultiert werden. Dieser befasst sich zunächst mit der Krankengeschichte des Patienten. Dabei interessiert er sich besonders für dessen Vorerkrankungen.

Nächster Schritt ist die Untersuchung des Auges mit einer Spaltlampe. Dabei werden mittlere und vordere Augenhäute sowie der hintere Augenbereich durch Beleuchtung überprüft. Eine weitere wichtige Diagnosemethode stellt die Fundusskopie (Augenhintergrundspiegelung) dar.

Durch dieses Verfahren hat der Augenarzt die Gelegenheit, die erkrankten Augenabschnitte sichtbar zu machen und zu untersuchen. Ebenso lassen sich auf diese Weise die angrenzenden Blutgefäße erfassen. Zur Ermittlung des Augendrucks führt der Augenarzt außerdem eine Tonometrie durch.

Mit dieser Methode lässt sich ein mögliches Sekundärglaukom ausschließen. Weil es dabei zu einem unmittelbaren Kontakt zwischen Auge und Messgerät kommt, erhält der Patient eine örtliche Betäubung. Als sinnvoll gilt zudem das Messen der Blutsenkungsgeschwindigkeit, um Hinweise auf eventuelle Vorerkrankungen zu erhalten.

Eine akute Iritis lässt sich meist schon nach kurzer Zeit erfolgreich behandeln, sodass die Entzündung wieder zurückgeht. In manchen Fällen kann allerdings auch eine chronische Entzündung zurückbleiben. Außerdem ist eine Rückkehr der Regenbogenhautentzündung denkbar.

Komplikationen

Durch die Iritis kommt es in den meisten Fällen zu starken Beschwerden an den Augen. Die Betroffenen leiden dabei an Sehbeschwerden und auch an Augenschmerzen. Vor allem bei jungen Menschen können Sehbeschwerden zu Depressionen oder anderen psychischen Verstimmungen führen. Im schlimmsten Falle kommt es dabei zu einem vollständigen Sehverlust und damit zu einer Erblindung.

Die Patienten leiden dabei auch am sogenannten Schleiersehen. Auch die Lichtempfindlichkeit der Augen steigt deutlich an, sodass es zu Einschränkungen und zu Beschwerden im Alltag des Betroffenen kommt. Nicht selten sind die Augen gerötet oder können auch tränen. Die Augen werden dabei schnell müde, sodass ein gewöhnliches Arbeiten für den Betroffenen nicht mehr möglich ist.

Sollte keine Behandlung der Iritis stattfinden, kann es zu irreversiblen Schäden an den Augen kommen, sodass es zu dauerhaften Sehbeschwerden kommt. Ebenso kann ein Glaukom auftreten. Die Lebenserwartung wird durch die Iritis allerdings nicht eingeschränkt oder verringert. Bei der Behandlung kommt es nicht zu besonderen Komplikationen. Mit Hilfe von Medikamenten oder Salben kann die Iritis behandelt werden. Nicht selten erkranken die Patienten im Laufe des Lebens nochmals an der Iritis.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Augenschmerzen, gerötete Augen und andere Symptome einer Iritis sollten umgehend von einem Arzt abgeklärt werden. Auch eine reduzierte Sehschärfe oder ein Fremdkörpergefühl im Auge sind typische Warnzeichen, die von einem Arzt untersucht und behandelt werden müssen. Patienten, die Anzeichen eines Grünen Stars bemerken oder andere Beschwerden im Bereich der Augen haben, sprechen am besten sofort mit einem Augenarzt. Manchmal kann die Iritis jedoch auch symptomfrei verlaufen und sich nach einigen Wochen oder Monaten von selbst wieder zurückbilden.

Ein Arzt sollte konsultiert werden, wenn die Sehkraft sich plötzlich verschlechtert oder sich immer wieder eine verschwommene Sicht einstellt. Personen, die sich mit Borrelien oder Chlamydien infiziert haben, sind besonders anfällig für die Entstehung einer Iritis. Auch Patienten mit Rheuma-Erkrankungen oder einer Autoimmunerkrankung gehören zu den Risikogruppen und sollten genannte Symptome rasch von einem Mediziner abklären lassen. Der richtige Ansprechpartner ist der Hausarzt oder ein Augenarzt. Bei bestehenden Erkrankungen sollte der zuständige Facharzt konsultiert werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Iritis besteht zunächst in der Gabe von Antiphlogistika. Dabei handelt es sich um kortisonfreie entzündungshemmende Tropfen oder Salben. Manche Ärzte verabreichen aber auch sofort Augensalben, die Kortison enthalten. Als wichtig gilt außerdem die Anwendung eines pupillenerweiternden Medikaments, um einer Verklebung zwischen Iris und Linse entgegenzuwirken.

Liegt eine stark ausgeprägte Iritis vor, müssen höhere Kortisondosen in Form von Tabletten zugeführt werden. Bei manchen Patienten spritzt der Augenarzt das Kortison auch unter die Bindehaut des Auges ein.

Nimmt die Regenbogenhautentzündung einen schubartigen Verlauf, muss der Erkrankte die Kortisonpräparate auf Dauer und in geringer Dosierung einnehmen. Mit diesem Vorgehen sollen eventuelle Rückfälle verhindert werden. Sind Bakterien für den Ausbruch der Iritis verantwortlich, verabreicht der Arzt Antibiotika.

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Aussicht & Prognose

Die Prognose der Iritis ist bei der Inanspruchnahme einer medizinischen Versorgung günstig. Durch die Gabe von Arzneien werden die vorhandenen Krankheitserreger und Keime abgetötet. Anschließend werden sie aus dem Körper abtransportiert. Die Beschwerden minimieren sich, bis eine Genesung eintritt. Ohne die Hilfe eines Arztes oder die Einnahme von Medikamenten, ist mit einer Zunahme der Beschwerden zu rechnen. Schmerzen nehmen zu und die Sehkraft ist herabgesetzt.

In besonders schweren Fällen kommt es zu einer Erblindung des Betroffenen. Es können bei dieser Erkrankung irreparable Schäden am Auge auftreten, die auch mit einer späteren medizinischen Versorgung zu keiner vollständigen Heilung führt. Die Sehschärfe ist beeinträchtigt und kann zu einer Notwendigkeit der Nutzung von Sehhilfen führen.

Trotz der grundsätzlich günstigen Prognose, kann es im Verlauf des Lebens zu einer erneuten Erkrankung kommen. Die Aussicht auf Heilung bleibt bei einer wiederholt auftretenden Iritis unverändert. Je eher eine Behandlung stattfindet, desto besser ist der Heilungsverlauf sowie die Wahrscheinlichkeit des Eintritts der Beschwerdefreiheit. Ist die Sehkraft bereits vermindert, werden vermehrt Komplikationen dokumentiert. Eine weitere Abnahme des Sehvermögens ist möglich. Darüber hinaus können Folgeerkrankungen auftreten. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um psychische Krankheiten, die aufgrund der seelischen Belastung entstehen.

Vorbeugung

Maßnahmen, mit denen sich einer Iritis vorbeugen lässt, gibt es nicht. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Augenarzt.

Das können Sie selbst tun

Eine Iritis bedarf in jedem Fall einer medizinischen Behandlung. Begleitend zur jeweiligen Therapie bieten sich verschiedene Hausmittel und Selbsthilfe-Maßnahmen an.

Zunächst kann die Abheilung der Regenbogenhautentzündung durch eine gesteigerte Augenhygiene gefördert werden. In den ersten Tagen nach der Behandlung sollte das betroffene Auge geschont und vor reizenden Einflüssen wie Wasser, Staub, Hitze oder intensiver Sonneneinstrahlung geschützt werden. Begleitend dazu muss das Auge und insbesondere der verklebte Bereich regelmäßig gereinigt und von Rückständen befreit werden. Der Arzt wird hierfür spezielle Präparate aus der Apotheke verordnen. Daneben eignen sich auch einige Naturheilmittel und Hausmittel.

Besonders wirksam: die homöopathischen Präparate Euphrasia officinalis C5, Mercurius corrosivus C5 und Rhus toxicodendron C5. Diese Präparate sollten dreimal täglich eingenommen werden, bis die Entzündung vollständig ausgeheilt ist. Sind trockene oder kalte Winde für die Regenbogenhautentzündung verantwortlich, hilft das Globuli Aconitum napellus. Ein bewährtes Hausmittel sind Auflagen mit Kamille oder Melisse. Vor der Anwendung dieser Mittel sollte Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Dieser kann weitere Tipps zur Behandlung der Iritis geben und die Abheilung der Regenbogenhautentzündung überwachen.

Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Dahlmann, C., Patzelt, J.: Basics Augenheilkunde. Urban & Fischer, München 2014
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014


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