Borrelien

Borrelien sind Bakterien und entstehen in Nagern. Durch Zecken werden sie auf andere Tiere und Menschen übertragen. Die Erreger können Borreliose auslösen. Weltweit existieren unterschiedliche Borrelienarten.

Was sind Borrelien?

Ein Zeckenbiss oder Zeckenstich kann verschiedene Krankheiten in den Wirtsorganismus übertragen. Am bekanntesten ist hierbei die Borreliose.

Borrelien sind schraubenförmige Bakterien und gehören zur Gruppe der Spirochäten. Sie entstehen in Ratten und Mäusen. Durch Zecken als Krankheitsüberträger werden sie auf unterschiedliche Lebewesen übertragen.

Viele Tiere sind gegen Borrelien immun, während beispielsweise Pferde, Hunde, vor allem aber der Mensch nicht immun sind. Die durch Borrelien übertragenen Krankheitssymptome sind schon lange bekannt, jedoch entdeckt wurden die Erreger erst vor etwas mehr als 20 Jahren.

Es gibt verschiedene Arten: Borrelien burgdorferi, Borrelien afzelii und Borrelien garinii. In Europa sind hauptsächlich die letzten beiden Arten vertreten, während in den USA Borrelien burgdorferi vorkommen.

Bedeutung & Krankheiten

In Mitteleuropa wird vornehmlich die sogenannte Lyme-Borreliose durch die Schildzecke Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus) auf den Menschen übertragen. Die Tiere halten sich im Gras oder im Laub auf und setzen sich beim Hindurchgehen an den Beinen ab.

Danach suchen sie sich einen geeigneten Platz zum Saugen. Durch einen Zeckenstich können die Erreger der Borreliose übertragen werden, aber auch Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die Diagnose der Borreliose ist sehr schwierig, denn es kann Tage bis Wochen von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit dauern. Die Lyme-Arthritis benötigt mitunter sogar Jahre. Die Zecken werden dann oftmals mit den Beschwerden nicht mehr in Verbindung gebracht.

Borrelien leben im Darm der Zecke. Es kann bis zu drei Tagen dauern, bis sie durch den Stich der Zecke in den menschlichen Blutkreislauf gelangen. Das Tier muss erst voll angesogen sein und dann sozusagen erbrechen. Eine erwachsene Zecke beginnt zu diesem Zeitpunkt für sie unbrauchbare Gewebsflüssigkeit und Wasser in den menschlichen Körper zurück zu pumpen. Erst mit diesem Vorgang ist eine Übertragung möglich.

Wird die Zecke innerhalb von 24 Stunden entdeckt und entfernt, ist eine Ansteckung mit Borrelien gering. Erkrankt ein Mensch an Borreliose ist er für andere nicht ansteckend. Eine Erkrankung verläuft schubweise in mehreren Stadien. Jeder Betroffene entwickelt eine eigene Krankengeschichte, weil Phasen mitunter ausgelassen werden und einzelne Krankheitsbilder unterschiedlich massiv auftreten können. Jahrelange Reaktionszeiten sind ebenfalls möglich. Borreliose wird mit Antibiotika behandelt, impfen kann man sich dagegen derzeit nicht.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Krankheitsverlauf

Die Lyme-Borelliose teilt sich in drei Stadien ein. Nach kurzer Zeit kann sich um die Stichstelle herum eine Rötung zeigen. Sie grenzt sich klar ab und ist kreisförmig. Man nennt diese Erscheinung Wanderröte.

Sie ist ein sicheres Zeichen für eine erfolgte Infektion. Betroffene fühlen sich krank, ähnlich einer Grippe, haben erhöhte Temperatur, Kopf- und Gliederschmerzen sowie große Müdigkeit. Milz und Leber können sich vergrößern.

Nach bis zu zehn Wochen streut der Erreger über die Blut- bzw. die Lymphbahnen. Abgeschlagenheit, Nachtschweiß, Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen können auftreten selten auch Gewichtsabnahme. Beobachtet werden in dieser Phase häufig auch gelegentlich Haarausfall, Schwindelattacken, Konzentrationsschwierigkeiten und extrem große Müdigkeit.

Bezeichnend sind aber die ungewöhnlich starken Schweißausbrüche in der Nacht und Momente mit schnellem, starken Pulsschlag. Diese Situationen lösen sehr unangenehme Empfindungen aus. Gelegentlich wird die Wanderröte an mehreren Körperstellen beobachtet. In dieser Phase können auch Lähmungen im Gesicht auftreten, ebenfalls Entzündungen der Binde-, und Augenhaut-, sowie der Pupillen und Entzündungen des gesamten Augapfels.

Herzrhythmusstörungen und Entzündungen des Herzbeutels, die Brustschmerzen verursachen können sind bei ca. acht Prozent der Betroffenen der Fall.

Im dritten Stadium der Erkrankung kann es zu einer typischen Verdünnung und Fältelung der Haut und zu Entzündungen des gesamten Nervensystems kommen. Dieser Verlauf, bleibt er unbehandelt, kann sich über Jahre, sogar über Jahrzehnte hinziehen. Charakteristisch für die Borreliose-Arthritis ist, dass im Verlauf immer wieder die Beschwerden abklingen und verschwinden. Typisch ist außerdem, dass nur an einigen Gelenken die Entzündung auftritt, verbunden mit äußerst schmerzhaften Schwellungen. Die Kniegelenke sind am häufigsten betroffen.

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 1. November 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Borrelien?

Name oder Pseudonym:

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Mit dem Abschicken Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten (Datenschutzerklärung) durch diese Website einverstanden.

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Katta kommentierte am 15.03.2017

Bei mir wurde 2007 Borreliose diagnostiziert. Mit folgenden Beschwerden muss ich seitdem kämpfen: Abgeschlagenheit und extremer Müdigkeit, Hautrötungen, Stimmungsschwankungen, Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen. Da abgesehen von einer fast alljährlichen Antibiotikabehandlung nichts weiter gemacht werden kann, habe ich mich in der alternativen Medizin umgehört. Im Internet habe ich etliche Berichte über Cistus-Incanus gesehen, einen natürlichen Tee ohne irgendwelche Chemie. Die Betroffenen berichten nur positiv. Ich werde dies nun auch versuchen und auf eine positive Wirkung hoffen.