Verschwommenes Sehen

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Verschwommenes Sehen ist ein Symptom für eine Erkrankung oder eine Verletzung. Da die Ursachen vielfältig sein können und eine dauerhafte Schädigung der Sehkraft nicht ausgeschlossen werden kann, ist grundsätzlich immer eine medizinische Behandlung notwendig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist verschwommenes Sehen?

Verschwommenes Sehen
Unter dem Begriff verschwommenes Sehen verstehen Mediziner eine Einschränkung des Sehvermögens, bei der es zu einer Störung der Wahrnehmung kommt.

Unter dem Begriff verschwommenes Sehen verstehen Mediziner eine Einschränkung des Sehvermögens, bei der es zu einer Störung der Wahrnehmung kommt.

Die Umwelt oder einzelne Objekte erscheinen dem Betroffenen dabei undeutlich oder wie durch einen Nebel verschleiert. Es können beide Augen oder auch nur ein Auge betroffen sein. Das verschwommene Sehen kann unter Umständen auch nur vorübergehend auftreten und dann zeitweise wieder verschwinden.

Da es sich bei Sehstörungen immer um Symptome für eine Krankheit bzw. eine etwa durch eine Verletzung erfolgte Schädigung des Auges oder anderer beteiligter Organe handelt, ist das Aufsuchen eines Arztes in jedem Fall anzuraten. Je nach Ursache kann das verschwommene Sehen auch von weiteren Symptomen wie Kopfschmerzen begleitet werden.

Ursachen

Verschwommenes Sehen kann vielfältige Ursachen haben. Bei Brillenträgern kann es sein, dass die derzeit vorhandene Sehstärke der Sehhilfe nicht mehr ausreichend ist und eine neue Brille benötigt wird. Ein schnelles und deutliches Eintrüben der Sehkraft sollte unbedingt ernst genommen werden, da es sich hierbei um eine Erkrankung wie einen Katarakt oder auch ein Glaukom handeln kann.

Diabetes, Multiple Sklerose oder ein Migräneanfall können ebenfalls dazu beitragen, dass der Betroffene verschwommen sieht. Auch Störungen im Gehirn, etwa durch einen Schlaganfall hervorgerufen, beeinträchtigen nicht selten die Sehkraft.

Angst- und Panikpatienten leiden oftmals unter verschwommenem Sehen, das durch die Angst vor einer dauerhaften Erblindung nur noch verstärkt werden kann. Letztendlich kann auch eine direkte Beschädigung des Auges, etwa infolge eines Unfalls oder einer Verletzung, für die Beschwerden verantwortlich sein.


Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Ist verschwommenes Sehen aufgetreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der sich zunächst ausführlich mit dem Patienten unterhält. Er bringt dadurch mehr über die Art der Sehstörung, das erste Auftreten derselben und eventuelle Begleitsymptome in Erfahrung.

Eine Untersuchung der Augen inklusive eines Sehtests, Augendruckmessungen und eventuell auch einer Augenspiegelung kann weitere Informationen über die Ursache der Beschwerden liefern. Eine Blutuntersuchung und/oder das Durchführen eines Ultraschalls können die Diagnose untermauern.

Verschwommenes Sehen sollte immer medizinisch abgeklärt werden, da sich dahinter eine ernste Erkrankung verbergen kann. In manchen Fällen verschlimmern sich die Beschwerden bis hin zu vorübergehender oder dauerhafter Blindheit. Manche Krankheiten können unbehandelt sogar zum Tod führen.

Komplikationen

Verschwommenes Sehen kann das alltägliche und berufliche Leben stark beeinflussen. Betroffene sind vor allem im Straßenverkehr nicht mehr richtig aufnahmefähig und Unfälle können sich so häufen. Zudem ist dies häufig eine psychische Belastung für die Menschen, die daraufhin Depressionen entwickeln können, wenn das verschwommene Sehen chronisch verläuft.

Ein Grauer Star (Katarakt), der zum Beispiel ein verschwommenes Sehen verursacht, kann im schlimmsten Falle unbehandelt zur Erblindung führen. Doch auch eine Katarakt-OP kann in seltenen Fällen verschiedene Komplikationen hervorrufen. Zum einen kann während der OP die Kapsel reißen. Durch die entstandene Öffnung kann die gallertartige Masse im Auge, nämlich der Glaskörper, entweichen.

Als Folge kann sich die Netzhaut ablösen und die Sehbeeinträchtigung verschlimmern. Zum anderen kann es auch zum Eindringen von Krankheitserregern in das Auge kommen oder zu Blutungen. Des Weiteren kann eine Multiple Sklerose zu einer starken Muskelschwäche führen, die bis hin zu einer Einschränkung der Bewegungen reicht. Der Betroffene kann auch unter Inkontinenz leiden; bei schweren Verläufen entsteht eine Pflegebedürftigkeit.

Auch das Immunsystem wird etwas geschwächt, so dass sich Infektionen vor allem in den Atemwegen häufen. In einigen Fällen werden auch Veränderungen in der Persönlichkeit beobachtet. Zudem ist die Multiple Sklerose eine starke psychische Belastung für den Betroffenen, da die Erkrankung nicht heilbar ist. Früher galt sie zugleich als kaum beeinflussbar. Heute stehen zahlreiche verlaufsmodifizierende Medikamente zur Verfügung, die die Zahl der Schübe senken und das Fortschreiten der Behinderung verzögern können, sodass viele Betroffene über Jahrzehnte hinweg selbstständig bleiben.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Verschwommenes Sehen, das aufgrund von Blutdruckschwankungen während oder nach einer körperlichen Belastung auftritt, verschwindet meist innerhalb kurzer Zeit von selbst wieder und muss nicht ärztlich behandelt werden. Auch starke psychische Anspannung oder eine kurzzeitige Überlastung der Augen etwa durch zu lange Bildschirmarbeit kann zu einem vorübergehenden verschwommenen Sehen führen, das nicht behandlungsbedürftig ist.

Plötzlich einsetzende Sehstörungen ohne erkennbare Ursache sollten dagegen möglichst bald von einem Augenarzt abgeklärt werden, der im Gegensatz zum Allgemeinmediziner über die entsprechenden technischen Diagnosegeräte verfügt. Bei einem plötzlichen, schmerzlosen Sehverlust auf einem Auge ist sofortiges Handeln geboten: Dahinter können ein Gefäßverschluss der Netzhaut, eine Netzhautablösung oder ein Schlaganfall stecken, die alle notfallmäßig behandelt werden müssen. Verschlechtert sich die Sehkraft durch chronische Erkrankungen wie einen erhöhten Blutdruck oder eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), muss die Grunderkrankung vom Hausarzt oder Internisten entsprechend behandelt werden.

Verschwommenes Sehen aufgrund einer Fehlsichtigkeit kann leicht durch eine Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen werden: Die Anpassung einer geeigneten Sehhilfe kann vom Optiker vorgenommen werden – um Augenerkrankungen auszuschließen, sollte dennoch eine Kontrolle beim Augenarzt erfolgen. Auch die plötzliche Verschlechterung einer bekannten Sehschwäche macht eine augenärztliche Untersuchung notwendig. Der Hausarzt oder ärztliche Notdienst sollte umgehend hinzugezogen werden, wenn das verschwommene Sehen von weiteren Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen begleitet wird.

Behandlung & Therapie

Wurde die Ursache für das verschwommene Sehen herausgefunden, kann der behandelnde Arzt (meist der Augenarzt) eine entsprechende Therapie einleiten. Diese richtet sich immer nach dem jeweiligen Grund für die Beschwerden.

Treten die Sehstörungen aufgrund einer Kurz- oder Weitsichtigkeit auf, ist es meist ausreichend, eine entsprechende Sehhilfe zur Verfügung zu stellen, um die Symptome zu beseitigen. Auch ein operativer Eingriff ist alternativ möglich, um die Sehstörungen aus der Welt zu schaffen. Ist eine Migräne der Auslöser für das verschwommene Sehen, werden meist Schmerzmittel oder sogenannte Triptane eingesetzt, um die Symptome zu lindern. Gegen die begleitende Übelkeit kommen zusätzlich Antiemetika zum Einsatz.

Erkrankungen wie Diabetes erfordern eine Regulierung des Blutzuckerspiegels; Sehstörungen, die durch stark schwankende Blutzuckerwerte entstanden sind, bilden sich dann meist von selbst wieder zurück. Bereits eingetretene Schäden an der Netzhaut (Diabetische Retinopathie) lassen sich dagegen nicht mehr rückgängig machen, weshalb Diabetiker regelmäßig augenärztlich untersucht werden sollten. Eine Netzhautablösung, die ebenfalls zu verschwommenem Sehen führen kann, muss in vielen Fällen operativ behandelt werden. Dieser Eingriff wird als Operation am Glaskörper oder als eindellende Operation von außen durchgeführt und verspricht gute Erfolge. Eine Laserbehandlung kommt dagegen vor allem vorbeugend infrage, solange die Netzhaut lediglich ein Loch oder einen Riss aufweist und sich noch nicht abgelöst hat.

Grundsätzlich gilt: Je früher ein Arzt aufgesucht wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Sehkraft wiederhergestellt und dauerhaft erhalten werden kann.

Aussicht & Prognose

Ein verschwommenes Sehen kann in vielen Situationen auftreten und nach einer kurzen Zeit wieder verschwinden. Hierbei handelt es sich um ein harmloses Symptom, welches nicht behandelt werden muss. Nicht selten tritt es bei einer Migräne oder bei starken Kopfschmerzen auf. Nach einer kurzen Zeit verschwindet das verschwommene Sehen allerdings von alleine.

Sollte die Sehstärke abnehmen, so ist der Besuch bei einem Augenarzt oder bei einem Optiker notwendig. Der Betroffene sollte auf keinen Fall auf eine Sehhilfe verzichten, denn ohne Korrektur ermüden die Augen rasch und es kommt häufiger zu Kopfschmerzen. Lange Zeit ging man davon aus, dass die Augen ohne Brille zusätzlich schlechter werden. Nach heutigem Kenntnisstand beschleunigt eine nicht getragene Brille die Fehlsichtigkeit bei Erwachsenen nicht; bei Kindern dagegen muss eine Fehlsichtigkeit früh korrigiert werden, damit sich das Sehvermögen normal entwickeln kann. In den meisten Fällen verschwindet eine langfristige Sehschwäche nicht von alleine. Sie kann sich allerdings andersherum im Laufe der Zeit verschlechtern.

Im Erwachsenenalter ist es möglich, die Sehfehler durch einen Laser zu korrigieren. Dieser Eingriff wird bei Kindern und Jugendlichen nicht durchgeführt, da sich die Sehstärke im jungen Alter in der Regel verändert. Durch das verschwommene Sehen wird der Alltag nur dann eingeschränkt, wenn keine Sehhilfe genutzt wird. Mit einer Sehhilfe gibt es in der heutigen Zeit keine besonderen Einschränkungen oder Schwierigkeiten mehr.


Vorbeugung

Verschwommenem Sehen kann nur in bedingtem Maße vorgebeugt werden. Sicherlich hilft eine gesunde Lebensführung dabei, die Sehkraft sowie die allgemeine Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu vermeiden. Treten dennoch die ersten Symptome auf und wird verschwommenes Sehen festgestellt, ist es ratsam, sich zeitnah ärztliche Hilfe zu suchen, denn dies erhöht die Heilungschancen selbst im Falle einer ernsteren Erkrankung. Der Ansprechpartner in diesem Fall ist der Augenarzt.

Das können Sie selbst tun

Abhängig von der Ursache, lässt sich eine verschwommene Sicht mit diversen Hausmitteln und Maßnahmen lindern. Sollten Fremdkörper im Auge (Shampoo, Staub, u.a.) zu den Sehstörungen führen, genügt es meist, die Augen auszuspülen und vor weiteren Reizungen zu bewahren. Spezielle Augenspülungen aus der Apotheke sowie Hausmittel wie Kamillentee oder Rosenwasser befreien die Augen zuverlässig von Fremdkörpern und wirken akut gegen Juckreiz und Schmerzen. Von Spülungen mit Kamillentee raten Augenärzte heute allerdings ab: Der Aufguss ist nicht keimfrei und kann Allergien sowie zusätzliche Reizungen auslösen. Zum Ausspülen eignen sich stattdessen sterile Kochsalzlösung oder fertige Augenspülungen aus der Apotheke.

Verschwommenes Sehen in Folge einer Bindehautentzündung sollte von einem Augenarzt behandelt werden. Begleitend dazu lässt sich die Sicht durch kalte Umschläge und Schonung verbessern. Außerdem sollten Reizquellen und -stoffe wie grelles Licht, Pollen oder Allergene vermieden werden. Wer regelmäßig unter verschwommenem Sehen leidet, benötigt womöglich eine Sehhilfe. Der Kneif-Test gibt Aufschluss darüber, ob die verschwommene Sicht auf schlechte Augen zurückzuführen ist. Neben dem Besuch beim Augenarzt lässt sich die Sicht mitunter auch durch einfache Augenübungen verbessern.

Wird das verschwommene Sehen durch Kontaktlinsen verursacht, verschafft der Wechsel zu einer Brille oftmals Abhilfe. Zusätzlich können Augentropfen und eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eisen, Zink und Vitaminen die Sehkraft verbessern und das verschwommene Sehen langfristig lindern. Zeigen diese Maßnahmen keinen Effekt, sollte ein Augenarzt konsultiert werden.

Quellen

  • Grehn, F.: Augenheilkunde.
    ISBN: 9783662591536
  • Lang, G. E., Lang, S. J. (Hrsg.): Augenheilkunde.
    ISBN: 9783132454460
  • Masuhr, K. F., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie.
    ISBN: 9783132410961
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Pschyrembel, W.: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch.
    ISBN: 9783110783346

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