Kupfervergiftung

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Kupfervergiftung zählt zur Kategorie der Schwermetallvergiftungen. Dabei wird unterschieden, ob es sich um einen akuten oder etwa um einen chronischen Verlauf handelt. Wichtig ist, dass bei ersten Anzeichen sofort medizinische Hilfe wahrgenommen wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kupfervergiftung?

Kupfervergiftung
Die Kupfervergiftung kann entweder einen akuten oder auch einen schleichenden, chronischen Verlauf mit sich bringen. Natürlich hängt der Verlauf der Krankheit davon ab, wie hoch das Kupfer dosiert war beziehungsweise welche Menge im Körper vorhanden ist.
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Im Rahmen einer Schwermetallvergiftung dringen sogenannte toxisch wirkende Metalle direkt in den Organismus vor, die in weiterer Folge Vergiftungswirkungen auslösen. Dazu zählt auch eine Kupfervergiftung. Aber auch andere Metalle wie Nickel, Eisen, Zink und Arsen gehören zur Kategorie der Schwermetalle und verursachen dementsprechende Vergiftungen.

Natürlich ist Kupfer in kleinen Mengen notwendig, damit der Organismus lebensfähig bleibt. Liegt jedoch eine deutlich erhöhte Kupfer-Dosierung vor, tritt in weiterer Folge eine Vergiftung ein. Im Vergleich zu Blei, Quecksilber oder Cadmium tritt bei einer erhöhten Kupfer-Dosis nicht sofort eine Vergiftung auf; bei den zuvor genannten Metallen reicht jedoch eine kleine Menge, damit von einer Vergiftung gesprochen werden kann. Umgekehrt führt auch ein Zuwenig an Kupfer zu Beschwerden; dieses gegenteilige Krankheitsbild wird im Artikel Kupfermangel beschrieben.

Ursachen

Die Ursachen für eine Kupfervergiftung sind vielfältig. So kann das Kupfer etwa über eine direkte Nahrungsaufnahme erfolgen; mitunter können aber auch giftige Substanzen austreten, die in weiterer Folge zu einer dementsprechenden Vergiftung führen können. Ein klassischer Auslöser ist kupferverseuchtes Trinkwasser. Vor allem alte Kupferrohre sind oftmals dafür verantwortlich, dass Spuren des Schwermetalls in das Trinkwasser gelangen, sodass in weiterer Folge eine Vergiftung eintritt.

Die wichtigste Ursache einer chronischen Kupferüberladung ist jedoch eine angeborene Stoffwechselerkrankung: der Morbus Wilson. Bei ihm kann die Leber überschüssiges Kupfer nicht mehr über die Galle ausscheiden, sodass es sich in Leber, Gehirn und Auge anreichert. Die Folgen sind eine Leberschädigung bis hin zur Leberzirrhose, Bewegungsstörungen mit Zittern und undeutlicher Sprache, psychische Veränderungen sowie ein bräunlich-grüner Ring am Rand der Hornhaut des Auges, der Kayser-Fleischer-Kornealring. Der Morbus Wilson ist eine der wenigen gut behandelbaren Ursachen einer Leberzirrhose bei jungen Menschen – vorausgesetzt, er wird früh erkannt.

Eine akute Kupfervergiftung entsteht dagegen meist durch das Verschlucken kupferhaltiger Salze, etwa aus Pflanzenschutzmitteln oder Chemikalien, oder durch sehr stark kupferhaltige Getränke. Sie ist ein Notfall.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Der Betroffene klagt über verschiedene Symptome, die im Rahmen einer Kupfervergiftung auftreten können. Klassisch sind Bewusstseinsstörungen, wobei hier vorwiegend über eine Benommenheit geklagt wird. Der Betroffene berichtet über eine innere Unruhe, ist angespannt und hat des Weiteren auch enorme Konzentrationsschwierigkeiten.

Der Betroffene erleidet in weiterer Folge Angststörungen und hat Probleme mit seinem Gedächtnis, sodass Mediziner - im Rahmen einer Kupfervergiftung - immer wieder von Gedächtnisstörungen sprechen. Des Weiteren treten Schweißausbrüche, Blutdruckschwankungen und auch Herzrhythmusstörungen auf. In vielen Fällen werden Hautausschläge dokumentiert; mitunter treten auch allergische Reaktionen auf. Bei einer Kupfervergiftung klagt der Betroffene auch über Übelkeit und Erbrechen.

Die genannten Beschwerden entwickeln sich bei einer schleichenden Kupferüberladung über Wochen bis Jahre. Wird dagegen auf einmal eine größere Kupfermenge verschluckt, setzen die Beschwerden innerhalb von Minuten bis Stunden ein: heftiges Erbrechen, oft mit bläulich-grüner Färbung, brennende Bauchschmerzen und Durchfall. In schweren Fällen lösen sich rote Blutkörperchen auf, es kommt zu einer Gelbsucht, zu Nierenversagen und zu Leberversagen. In dieser Lage muss sofort der Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 gerufen werden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Kupfervergiftung kann entweder einen akuten oder auch einen schleichenden, chronischen Verlauf mit sich bringen. Natürlich hängt der Verlauf der Krankheit davon ab, wie hoch das Kupfer dosiert war beziehungsweise welche Menge im Körper vorhanden ist. In wenigen Fällen ist die Dosierung derart an der Grenze, dass der Patient nicht immer über die oben angeführten Symptome klagt.

Oftmals sind die Grenzwerte aber derart überschritten, dass alle Symptome zu einem Dauerzustand werden, der mitunter auch die Gesundheit und das Leben des Patienten beeinflussen kann. Der Mediziner muss daher das Kupfer im Körper des Betroffenen nachweisen. Dafür verwendet er moderne Diagnosemethoden und setzt spezielle Verfahren ein. Bestimmt werden das Kupfer im Blut, die Kupferausscheidung im über 24 Stunden gesammelten Urin und das Transporteiweiß Coeruloplasmin, dazu die Leberwerte. Besteht der Verdacht auf einen Morbus Wilson, kommen eine augenärztliche Spaltlampenuntersuchung auf den Kayser-Fleischer-Kornealring, die Bestimmung des Kupfergehalts in einer Gewebeprobe der Leber und eine genetische Untersuchung hinzu. Oftmals reicht auch eine Beschreibung der Symptome, sodass der Mediziner bereits einen Verdacht hat, dass es sich um eine Kupfervergiftung handelt.

Das Problem an der Vergiftung ist jedoch, dass die Symptome langwierig sind und auch teilweise unspezifisch auftreten. So ist es natürlich nicht ausgeschlossen, dass der Mediziner auch Fehldiagnosen stellt. Oftmals auch dann, wenn der Mediziner - auf Grund der unterschiedlichen Symptome - auf die falsche „Spur“ geschickt wird.

Komplikationen

Eine dauerhafte Kupferüberladung schädigt vor allem die Leber: Zunächst lagert sich Fett in den Leberzellen ein, es entsteht eine Fettleber. Eine Fettleber kann sich entzünden, unbehandelt geht diese akute Hepatitis in vielen Fällen in eine chronische Verlaufsform über. Damit steigt auch das Risiko, eine Leberzirrhose (Schrumpfleber) oder Leberkrebs zu entwickeln. Als Komplikationen einer Leberzirrhose entstehen oftmals Krampfadern in der Speiseröhre, die aufbrechen und starke Blutungen auslösen können.

Häufig sammelt sich Wasser im Bauchraum an (Aszites), auch die Gehirnfunktion kann beeinträchtigt sein (hepatische Enzephalopathie). Wird die Leberzirrhose frühzeitig erkannt, können Folgeerkrankungen in vielen Fällen vermieden oder deren Auftreten hinausgezögert werden. Ohne Therapie führt die Erkrankung zum Leberversagen. Gelbsucht, starke Gewichtsabnahme, Übelkeit und Oberbauchschmerzen zeigen sich im fortgeschrittenen Stadium von Leberkrebs.

Kann das Organ seine Entgiftungsfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen, gelangen Giftstoffe ins Gehirn und schädigen die Gehirnzellen, was sich durch Bewusstseinsstörungen und Persönlichkeitsveränderungen bemerkbar macht. Im schlimmsten Fall führt die schleichende Vergiftung des Körpers zum Leberkoma oder Nierenversagen. Als eine weitere Komplikation von Leberkrebs können sich Metastasen in anderen Organen oder dem Skelettsystem bilden.

Einige autoimmune Lebererkrankungen gehen mit einer Entzündung der Gallenwege einher, in deren Folge sich ein Gallengangskarzinom entwickeln kann. Die operative Entfernung eines Teil der geschädigten Leber birgt das Risiko von Nachblutungen oder Infektionen. Nach einer Lebertransplantation kann es zu Abstoßungsreaktionen, Thrombosen oder Verengungen der Gallengänge kommen. Bei einer akuten Kupfervergiftung drohen dagegen schon innerhalb von Stunden ein Kreislaufschock, die Auflösung roter Blutkörperchen sowie ein akutes Nieren- und Leberversagen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Werden nach der Nahrungsaufnahme oder einer Flüssigkeitszufuhr gesundheitliche Beschwerden wahrgenommen, muss ein Arzt aufgesucht werden. Besonders gefährdet sind Menschen, die nach einem Konsum von Leitungswasser akute Beeinträchtigungen des Wohlbefindens erleben. Oftmals sind in diesen Fällen Kupferrohre verlegt, in denen das Leitungswasser transportiert wird. Kommt es zu einem Benommenheitsgefühl, Störungen der Konzentration, einer inneren Unruhe oder einem Abfall des Leistungsniveaus, wird ein Arzt benötigt. Veränderungen des Hautbildes, Ausschläge, Juckreiz oder Rötungen sind Hinweise, die ärztlich abgeklärt werden müssen.

Nehmen die Beschwerden allmählich über mehrere Wochen zu, sollte ein Arzt konsultiert werden. Bei Schwankungen des Blutdrucks, Störungen des Herzrhythmus, einem allgemeinen Krankheitsgefühl oder einer inneren Schwäche sollte ein Arzt aufgesucht werden. Stellen sich Probleme der Gedächtnistätigkeit ein, erleidet der Betroffene Angstschübe oder plötzliche Schweißausbrüche, benötigt er medizinische Versorgung.

Anzeichen wie Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit oder Abgeschlagenheit sind von einem Arzt untersuchen und behandeln zu lassen, wenn sie über mehrere Tage wiederholt auftreten. Bei einer starken Ausprägung der Beschwerden ist unverzüglich ein Arztbesuch anzuraten. In schweren Fällen kommt es zu psychischen Störungen, Atemwegserkrankungen oder Organschäden. Ein Arzt ist daher rechtzeitig bei anhaltenden Stimmungsschwankungen, Problemen der Atmung oder Funktionsstörungen zu konsultieren.

Behandlung & Therapie

In der Schulmedizin genießen Schwermetallvergiftungen einen sehr hohen Stellenwert. Auch bei der Kupfervergiftung wird ein großes Augenmerk darauf gelegt, dass es zu einer richtigen Diagnose und sodann zu einer erfolgversprechenden Behandlung kommt. Es gibt aber bereits auch zahlreiche alternativmedizinische Behandlungen, die sich ebenfalls auf eine Schwermetall- beziehungsweise Kupfervergiftung spezialisiert haben. Ein Nutzen ist für diese Verfahren nicht belegt. Da eine Kupfervergiftung unbehandelt zu bleibenden Organschäden bis hin zum Leberversagen führen kann, hat die ärztliche Behandlung in jedem Fall Vorrang; alternative Methoden dürfen sie nicht ersetzen und nicht verzögern.

Derzeit gibt es verschiedene Therapieformen im Rahmen der Kupfervergiftung, die vorwiegend dann durchgeführt werden, wenn eine klare Diagnose vorliegt. Wichtig ist, dass der Mediziner sicher ist, dass es sich bei der Schwermetallvergiftung um Kupfer handelt und keine andere Erkrankung vorliegt, die mitunter für die Symptome verantwortlich ist. Liegt kein anderer Verdacht einer Krankheit vor, sondern ist der Mediziner überzeugt, dass es sich um eine durch Kupfer verursachte Vergiftung handelt, kommt die Chelat-Behandlung zur Anwendung.

Jene Behandlung sorgt dafür, dass das Kupfer - und auch andere Schwermetalle - im Körper durch DMPS und EDTA gebunden werden. Die Chelat-Behandlung zählt des Weiteren zu den schonendsten Anwendungen, die im Rahmen der Behandlung einer Kupfervergiftung durchgeführt werden können. Dabei wird darauf geachtet, dass die Behandlung dafür sorgt, dass das Kupfer aus dem Körper „geleitet“ wird. Bei einer chronischen Kupferüberladung, etwa im Rahmen eines Morbus Wilson, werden dagegen vor allem die Chelatbildner D-Penicillamin oder Trientine eingesetzt. Ergänzt wird die Behandlung durch Zink, das die Aufnahme von Kupfer aus dem Darm blockiert, sowie durch eine kupferarme Kost, bei der Innereien, Nüsse, Schokolade, Pilze und Schalentiere gemieden werden. Diese Behandlung muss lebenslang fortgeführt werden, hält die Erkrankung dann aber zuverlässig in Schach. Liegt etwa eine akute Vergiftung vor, muss die Behandlung recht schnell erfolgen.

Dies deshalb, da der Mediziner darauf achten muss, dass alle lebenswichtigen Organe stabil bleiben und keine Gefahr für das Leben aufkommt. Im Rahmen der Chelat-Behandlung erfolgt noch die Behandlung mit oralen Antidota. Mitunter kann auch Aktivkohle verabreicht werden; Antidota und Aktivkohle zählen zu den sogenannten Resorptionshemmern. In weiterer Folge führen die Mediziner auch Magenspülungen durch. Die Magenspülung wurde früher bei Vergiftungen regelmäßig vorgenommen. Heute wird sie nur noch in Ausnahmefällen und nur kurz nach der Giftaufnahme eingesetzt, weil ihr Nutzen später gering ist und sie selbst Risiken birgt; im Vordergrund steht stattdessen die Gabe von Aktivkohle. Mitunter kann aber auch die Blutwäsche dazu führen, dass das Kupfer „ausgespült“ wird. Die sogenannte Hämoperfusion kann mit dem Dialyseverfahren verglichen werden; das Prinzip der „Blutreinigung“ ist im Endeffekt dasselbe wie bei der Dialyse.


Aussicht & Prognose

Eine Kupfervergiftung muss zügig behandelt werden. Unbehandelt kann das Leiden zu Organerkrankungen wie Leberzirrhose und tubulären Nieren-Störungen führen. Wird die Schwermetallvergiftung umfassend therapiert, ist die Prognose generell gut. Das Kupfer kann mithilfe geeigneter Medikamente ausgeschwemmt werden. Etwaige Beschwerden wie juckende Haut oder Übelkeit lassen sich symptomatisch behandeln. Der Patient sollte nach einigen Wochen wieder fit sein. Die Lebensqualität wird durch einen kurzfristigen, rechtzeitig behandelten Kupferüberschuss auf Dauer nicht beeinträchtigt. Die Lebenserwartung reduziert sich ebenfalls nicht.

Wird die Kupfervergiftung zu spät erkannt, haben sich womöglich schon chronische Erkrankungen entwickelt. Die Aussicht auf eine vollständige Genesung ist dann nicht mehr gegeben. Bei Erkrankungen von Leber, Nieren und Herz ist eine dauerhafte medikamentöse Behandlung nötig. Zudem können sich psychische Beschwerden wie chronische Erschöpfung oder Stimmungsschwankungen entwickeln, welche das Wohlbefinden zusätzlich beeinträchtigen. Lagert sich das überschüssige Kupfer im Gehirn ab, kann es Bewegungsstörungen und psychische Veränderungen hervorrufen, die bis zu einem der Schizophrenie ähnelnden Bild reichen. Ein Zusammenhang zwischen einer Schwermetallbelastung und der Entstehung von Autismus gilt dagegen nach heutigem Kenntnisstand als widerlegt. Eine angeborene Veranlagung für einen Kupferüberschuss, wie sie beim Morbus Wilson besteht, lässt sich ursächlich nicht beseitigen, mit Chelatbildnern und Zink aber lebenslang gut in Schach halten. Die Patienten benötigen eine engmaschige ärztliche Überwachung, damit etwaige Beschwerden frühzeitig behandelt werden können.

Vorbeugung

Kupfervergiftungen können im Regelfall vermieden werden. Wichtig ist, dass die Aufnahme des Schwermetalls unterbleibt beziehungsweise sollte man darauf achten, dass - wenn im eigenen Haus Kupferrohre verlegt sind - jene erneuert werden. So kann man davon ausgehen, eine Kupfervergiftung zu verhindern.

Kupferleitungen sind allerdings weit verbreitet und in aller Regel unbedenklich. Kritisch wird es vor allem bei sehr weichem, saurem Wasser und bei Säuglingen, deren Nahrung mit Leitungswasser zubereitet wird. Wasser, das längere Zeit in der Leitung gestanden hat, sollte deshalb erst ablaufen, bevor man es trinkt oder für Säuglingsnahrung verwendet; im Zweifel lässt sich der Kupfergehalt des Wassers untersuchen. Dem angeborenen Morbus Wilson lässt sich dagegen nicht vorbeugen. Hier kommt es darauf an, die Erkrankung früh zu erkennen – Geschwister eines Betroffenen sollten deshalb untersucht werden.

Nachsorge

Die Nachsorge zielt vor allem darauf, eine erneute Erkrankung zu verhindern. Bei einer von außen zugeführten Kupfervergiftung trägt der Patient hierfür die Verantwortung, weil das Risiko aus seinem Lebensalltag rührt. Anders liegt der Fall beim Morbus Wilson: Hier stammt das Kupfer nicht aus der Umgebung, sondern aus dem eigenen Stoffwechsel, sodass die Nachsorge in der lebenslangen Einnahme der Medikamente und in regelmäßigen Kontrollen von Leberwerten und Kupferausscheidung besteht. Er sollte darauf achten, das Schwermetall nicht über Lebensmittel aufzunehmen. Oft bergen im Haus verlegte Kupferrohre ein Risiko, wenn aus ihnen Trinkwasser getrunken wird.

Diese sollten vorsichtshalber erneuert werden. Ein Arzt vermittelt im Rahmen einer Ersttherapie entsprechendes Wissen. Die Verantwortung für die Umsetzung der Hinweise liegt allerdings beim Patienten. Wurde eine Kupfervergiftung erst spät diagnostiziert, haben sich meist chronische Folgeerkrankungen entwickelt. Diese müssen im Rahmen der Nachsorge therapiert werden. Der Patient benötigt gegebenenfalls Unterstützung in seinem Alltag.

Die Art der planmäßigen Nachuntersuchungen hängt vom jeweiligen Beschwerdebild ab. Regelmäßig werden Medikamente zur Linderung des Leidens verabreicht. Schädigungen an den Nieren oder der Leber führen zu wiederkehrenden Untersuchungen durch bildgebende Verfahren. Auch psychische Langzeitschäden können aus einer Kupfervergiftung resultieren. Eine Psychotherapie verschafft in diesem Fall Abhilfe.

Komplikationen lassen sich durch eine frühzeitige Behandlungsaufnahme meist vermeiden. Beschwerden bestehen dann nur kurzzeitig. Da keine Anzeichen einer Kupfervergiftung mehr vorliegen, ist in diesem Fall auch keine Nachsorge mehr notwendig. Der Patient kann sein reguläres Leben weiterführen.

Das können Sie selbst tun

Bei dem Verdacht auf eine akute Kupfervergiftung ist als erster Schritt der Giftnotruf oder der Rettungsdienst zu alarmieren; der Rettungsdienst wird über die europaweit gültige Notrufnummer 112 gerufen. Bis ärztliche Hilfe eintrifft, muss Erste Hilfe geleistet werden. Der Betroffene sollte also ruhiggestellt und gut beobachtet werden – bei Atem- und Kreislaufbeschwerden müssen unter Umständen Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden. Ist der Betroffene bewusstlos, atmet aber normal, wird er in die stabile Seitenlage gebracht; setzt die Atmung aus, wird sofort mit der Herzdruckmassage begonnen (Reanimation). Erbrechen darf nicht eigenmächtig ausgelöst werden, und dem Betroffenen wird nichts zu trinken gegeben, solange der Giftnotruf nichts anderes anordnet.

Sobald der Mediziner eintrifft, muss dieser über die Umstände der Vergiftung informiert werden. Da sich eine Kupfervergiftung meist über einen längeren Zeitraum entwickelt, bevor sie zum Kollaps führt, ist eine Abklärung im Krankenhaus auf jeden Fall erforderlich. Anschließend gilt für den Betroffenen Schonung. Abhängig davon, was der Arzt vorschlägt, sollte auch die Diät umgestellt werden. Abführende Lebensmittel können das Ausschwemmen der Kupferreste begünstigen, wirksamer sind jedoch medizinische Präparate. Im Allgemeinen sollte auf eine schonende Ernährung geachtet werden.

Begleitend dazu muss der Auslöser für die Vergiftung ermittelt werden. Das Leitungswasser am Wohnort wird am besten einer Prüfung unterzogen. Falls ein konkreter Verdacht besteht, können bestimmte Lebensmittel ins Labor gebracht werden, wo der Kupfergehalt gemessen wird. In jedem Fall muss eine erneute Aufnahme großer Kupfermengen vermieden werden.

Quellen

  • Marquardt, H., Schäfer, S. G., Barth, H. (Hrsg.): Toxikologie.
    ISBN: 9783804736573
  • Ludewig, R., Regenthal, R., Köppel, C., et al.: Akute Vergiftungen und Arzneimittelüberdosierungen.
    ISBN: 9783804732117
  • Zilker, T.: Klinische Toxikologie für die Intensivmedizin.
    ISBN: 9783837416480
  • Buchheim-Schmidt, S., Schwarzbach, R.: Gifte und Vergiftungen.
    ISBN: 9783804746343
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223

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