Nierenvenenthrombose

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei der Nierenvenenthrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in einer Vene der Niere. Sie gehört zu den Gefäßerkrankungen und ist beim Erwachsenen meist die Folge eines nephrotischen Syndroms oder einer Krebserkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nierenvenenthrombose?

Nierenvenenthrombose
Die Nierenvenenthrombose verläuft häufig asymptomatisch oder sehr diskret. Häufigstes Symptom sind Schmerzen im Flankenbereich.
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Die Nierenvenenthrombose ist eine Gefäßerkrankung. Es bildet sich ein Thrombus in der Nierenvene (Vena renalis). Aufgrund dieses Gefäßverschlusses kommt es zu einem Blutstau innerhalb der Niere. In den meisten Fällen äußert sich die Thrombose der Nierenvene nur sehr diskret. Teilweise verläuft die Erkrankung komplett asymptomatisch.

Eine lebensbedrohende Komplikation der Nierenvenenthrombose ist die Lungenembolie. Hier wandert das Blutgerinnsel aus der Nierenvene über das rechte Herz in die Lunge und verstopft dort eine Lungenarterie. Trotz dieses Risikos werden Patienten mit einer Nierenvenenthrombose in der Regel nicht operiert. Die Behandlung erfolgt medikamentös mit Gerinnungshemmern.

Ursachen

Einer Thrombose liegt immer eine Trias aus herabgesetztem Blutfluss, erhöhter Gerinnbarkeit des Blutes und einer Schädigung der Gefäßinnenhaut zugrunde. Diese Trias wird auch Virchow-Trias genannt. Häufigste Ursache einer Nierenvenenthrombose beim Erwachsenen ist das nephrotische Syndrom. Das nephrotische Syndrom ist ein Symptomenkomplex aus Proteinurie, Hypoproteinämie, Hyperlipoproteinämie und Ödemen. Das Syndrom entsteht meist auf Basis einer Glomerulonephritis; besonders hoch ist das Thromboserisiko bei der membranösen Form. Der Grund für das erhöhte Risiko ist, dass über den Urin nicht nur Eiweiß, sondern auch gerinnungshemmende Bluteiweiße verloren gehen und das Blut dadurch leichter gerinnt.

Eine weitere wichtige Ursache ist eine Krebserkrankung. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um ein Nierenzellkarzinom, das direkt in die Nierenvene einwächst, oder um einen anderen Tumor aus dem Retroperitonealraum, der die Vene von außen einengt.

Bei Neugeborenen und Säuglingen sind die Auslöser andere: Hier stehen ein ausgeprägter Flüssigkeitsmangel und eine Blutvergiftung im Vordergrund.

Weitere Ursachen für die Thrombose der Nierenvene sind Dehydration (zum Beispiel durch starken Durchfall oder Erbrechen), Stoffwechselstörungen wie die Homocystinurie, Autoimmunerkrankungen oder Thrombophilie.

Eine Nierenvenenthrombose kann auch durch ein stumpfes Trauma entstehen. Stumpfe Traumata entstehen meist bei Unfällen. Aber auch Schlägereien, Misshandlungen oder Einklemmungen können ein stumpfes Trauma und damit auch eine Nierenvenenthrombose bedingen. Einige Nierenvenenthrombosen entstehen auch ohne eine bekannte Ursache. Diese Form wird auch als idiopathische Nierenvenenthrombose bezeichnet. Generell gilt: Nach einer vorangegangenen Nierentransplantation ist das Risiko, eine Nierenvenenthrombose zu erleiden, deutlich erhöht.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Nierenvenenthrombose verläuft häufig asymptomatisch oder sehr diskret. Häufigstes Symptom sind Schmerzen im Flankenbereich. 73 Prozent aller Patienten mit einer Thrombose der Nierenvene leiden unter Flankenschmerzen. In 36 Prozent der Fälle zeigt sich ein blutiger Urin (Makrohämaturie). Deutlich absinken kann die Urinmenge allerdings nur, wenn beide Nieren betroffen sind oder nur eine Niere vorhanden ist; bei einer einseitigen Thrombose übernimmt die gesunde Niere die Ausscheidung, sodass die Urinmenge normal bleibt. Im ersten Fall sinkt sie auf weniger als 200 Milliliter pro Quadratmeter Körperoberfläche und Tag.

In der medizinischen Fachsprache wird dieser Zustand Oligurie genannt. Mit dem Urin werden auch vermehrt Eiweiße ausgeschieden (Proteinurie). Aufgrund des Eiweißverlustes entstehen Wasseransammlungen im Gewebe. Diese Ödeme zeigen sich häufig rund um die Augen. Zu diesen Beschwerden gesellen sich unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit, Fieber oder Appetitlosigkeit.

Ist die Nierenfunktion bereits deutlich eingeschränkt, kann sich zudem ein grobschlägiges Flattern der vorgestreckten Hände (Asterixis) zeigen – dabei fällt die Hand kurz kraftlos nach unten und wird ruckartig wieder angehoben. Wenn sich der Thrombus spontan auflöst, verändern sich die Symptome. Ein Teil der Symptome geht zurück. Wenn irreversible Gefäßschäden entstanden sind, kann ein Teil der Symptome jedoch auch nach Auflösung des Gerinnsels bestehen bleiben.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Häufig wird die Diagnose Nierenvenenthrombose nur dann gestellt, wenn sich bei Patienten mit einem nephrotischen Syndrom plötzlich die Nierenwerte verschlechtern oder wenn es zu einem Nierenversagen kommt. Im Labor kann eine Einschränkung der Nierenfunktion festgestellt werden. Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ist erniedrigt. Die Kreatinin-Konzentration im Blut ist hingegen erhöht.

Es verbleiben vermehrt harnpflichtige Substanzen im Blut. In Einzelfällen kann es zu einem Mangel an Protein-S oder Antithrombin im Blut kommen. Im Urin finden sich rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und Eiweiße. Um das Ausmaß der Eiweißausscheidung beurteilen zu können, wird der sogenannte Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin bestimmt. Dabei wird die Konzentration der Albuminbluteiweiße im Urin gemessen und auf die Kreatinin-Konzentration im Harn bezogen.

Liegt der Albumin-Kreatinin-Quotient über 30 Milligramm Albumin pro Gramm Kreatinin, liegt eine Nierenerkrankung vor. Diese Form der pathologischen Eiweißausscheidung wird auch als Albuminurie bezeichnet. Die Diagnose wird durch bildgebende Verfahren wie Dopplerultraschall, Computertomografie, Kernspintomografie sowie durch Arterio- und Venografien gesichert.

Ältere Studien berichten, dass 8 bis 27 Prozent aller Nierenvenenthrombosen rezidivieren. Neuere Untersuchungen widerlegen diese Ergebnisse aber. Demnach treten wiederholte Thrombosen eher selten auf. Patienten, die die Nierenvenenthrombose auf dem Boden des nephrotischen Syndroms entwickeln, haben durch die Thrombose selbst keine verringerte Lebenserwartung. Die Prognose hängt bei ihnen jedoch maßgeblich vom Verlauf der zugrunde liegenden Nierenerkrankung ab, die ihrerseits bis zur Dialysepflicht fortschreiten kann. Bei Patienten mit einer Krebserkrankung ist die Lebenserwartung vermindert. Patienten, die konsequent mit gerinnungshemmenden Medikamenten behandelt werden, haben eine bessere Prognose als unbehandelte.

Komplikationen

Der weitere Verlauf einer Nierenvenenthrombose hängt vom Verlauf der verursachenden Faktoren ab und davon, ob die Thrombose behandelt wird. Unbehandelt besteht als eine der gravierendsten Komplikationen die Möglichkeit einer Lungenembolie. Das passiert, wenn sich das Blutgerinnsel (Thrombus) in der Nierenvene löst, von dort in die rechte Herzkammer gelangt und anschließend in den Lungenkreislauf gepumpt wird, wo es zur Verstopfung einer Lungenarterie kommt.

Üblicherweise deckt eine Nierenvenenthrombose einen breiten Bereich von Symptomen ab. In einigen Fällen liegen die Symptome unterhalb der Wahrnehmungsschwelle, so dass die Erkrankung unerkannt bleibt und deshalb auch nicht behandelt wird. Wird eine solche zufällig entdeckte Thrombose erkannt, wird sie allerdings ebenfalls behandelt – auch ohne Beschwerden besteht das Risiko einer Lungenembolie. Falls sich die Thrombose mit deutlichen spezifischen Symptomen wie Schmerzen in der betroffenen Flanke und blutigem Urin zeigt, kann der weitere Verlauf unbehandelt zu Nierenversagen führen. Es sind allerdings auch Fälle bekannt, in denen sich die Blutgerinnsel spontan aufgelöst haben und sich die Symptome quasi von selbst verbessert haben.

Inwieweit sich die Symptome nach einer Spontanauflösung des Thrombus oder nach einer erfolgreichen Intervention zurückbilden, hängt davon ab, ob die Niere bereits irreversibel geschädigt wurde. Eine Behandlung des Thrombus besteht meist darin, das Blutgerinnsel durch Gaben von Heparin am weiteren Wachstum zu hindern, damit der Körper es selbst nach und nach abbauen kann. In schwerwiegenden Fällen, in denen der Thrombus genau lokalisiert werden kann, kommt auch eine chirurgische Entfernung des Gerinnsels in Betracht.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Nierenvenenthrombose entwickelt sich langsam und ruft erst in den späten Stadien eindeutige Symptome hervor. Sie kann jedoch auch schlagartig beginnen – dann mit heftigen Flankenschmerzen, blutigem Urin und einer deutlich verringerten Urinmenge. In dieser Form ist sie ein Fall für die Notaufnahme und duldet keinen Aufschub. Ein Arzt muss konsultiert werden, wenn Schmerzen in den Hüften und im Rückenbereich hinter den unteren Rippen auftreten. Sollten begleitend dazu Fieber, Übelkeit und Erbrechen sowie Blut im Urin bemerkt werden, ist ärztlicher Rat gefragt. Beim Verdacht auf eine Lungenembolie, die sich durch plötzliche Brustschmerzen und Atemnot äußert, muss über den Notruf 112 sofort der Notarzt gerufen werden.

Menschen, die an Krebs, insbesondere Karzinomen der Nierenzellen und nephrotischen Syndromen erkrankt sind, zählen zu den Risikopatienten. Auch nach operativen Eingriffen sowie Thromboembolien besteht ein erhöhtes Risiko, weshalb die Patienten in diesen Fällen sofort den Arzt informieren müssen.

Säuglinge, die an Sepsis, Zystennieren oder Dehydration leiden, müssen dem Kinderarzt vorgestellt werden, wenn Anzeichen einer Nierenvenenthrombose auftreten. Eine Nierenvenenthrombose wird vom Allgemeinarzt oder einem Nephrologen behandelt, bei Kreislaufbeteiligung gemeinsam mit Internisten oder Angiologen (Fachärzten für Gefäßerkrankungen). Ein Urologe wird hinzugezogen, wenn ein Nierentumor oder eine Transplantatniere die Ursache ist, ein Gynäkologe dann, wenn die Thrombose in der Schwangerschaft oder im Wochenbett auftritt. Da die Bauch- und Flankenschmerzen denen einer Magen-Darm-Erkrankung ähneln können, ist zu Beginn manchmal auch ein Gastroenterologe mit der Abklärung befasst.

Behandlung & Therapie

Eine operative Entfernung des Blutgerinnsels ist möglich. Aufgrund der möglichen Komplikationen wird dieses chirurgische Verfahren allerdings nur sehr selten durchgeführt. Normalerweise erfolgt die Therapie durch Antikoagulantien. Antikoagulantien sind Arzneimittel, die die Blutgerinnung hemmen. Sie heißen deshalb auch Gerinnungshemmer. Bei der Nierenvenenthrombose werden die Gerinnungshemmer Heparin und Marcumar eingesetzt.

Heparine sind Vielfachzucker, die die Gerinnungskaskade im Blut hemmen. Im Blut zirkuliert der Proteaseinhibitor Antithrombin III. Dieser kann aktivierte Gerinnungsfaktoren wie Thrombin oder den Faktor Xa hemmen. Beide Faktoren sorgen für eine Gerinnung des Blutes. Heparin bindet sich an das Antithrombin III. Dadurch bindet sich dieses deutlich schneller an die Gerinnungsfaktoren und inaktiviert diese. Deshalb wird Heparin zur Therapie von Thrombosen eingesetzt. Auch Marcumar wirkt blutgerinnungshemmend.

Es reduziert die Menge der Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X. Mithilfe von Heparin und Marcumar soll verhindert werden, dass der Thrombus in der Nierenvene weiter wächst oder sich ein Teil davon löst; das Gerinnsel selbst baut der Körper nach und nach ab. Die Behandlung muss mindestens ein halbes Jahr fortgesetzt werden. Um weitere Thrombosen zu verhindern, kann eine lebenslange Behandlung mit den gerinnungshemmenden Medikamenten erforderlich sein – etwa dann, wenn die auslösende Grunderkrankung fortbesteht.

Seit einigen Jahren stehen mit den direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) weitere Gerinnungshemmer zur Verfügung, die bei Venenthrombosen anderer Körperregionen inzwischen häufig anstelle von Marcumar eingesetzt werden. Speziell für die Nierenvenenthrombose ist die Studienlage dazu bislang dünn, und bei stark eingeschränkter Nierenfunktion sind diese Wirkstoffe nur begrenzt oder gar nicht geeignet. Welches Mittel gewählt wird, entscheidet der behandelnde Arzt daher im Einzelfall.

Wer Gerinnungshemmer einnimmt, sollte bei ungewöhnlichen Blutungen, einem starken blauen Fleck ohne erkennbaren Anlass oder nach einem Sturz ärztlichen Rat einholen und die Medikamente niemals eigenmächtig absetzen, da sonst neue Gerinnsel drohen.


Aussicht & Prognose

Die Prognose der Nierenvenenthrombose muss nach den individuellen ursächlichen Befunden gestellt werden. Es handelt sich jedoch um eine ernste Erkrankung, die bei einem ungünstigen Krankheitsverlauf grundsätzlich tödlich enden kann. Es ist ein medizinischer Notfall, bei dem schnellstmöglicher Handlungsbedarf besteht, um das Überleben des Betroffenen zu sichern. Das gilt vor allem für den akuten Verlauf und für den Verdacht auf eine Lungenembolie; die häufigeren schleichenden Verläufe werden dagegen planbar behandelt.

Das Risiko der Nierenvenenthrombose ist bei Menschen mit einer Nierentransplantation deutlich erhöht. Gelingt die Transplantation ohne weitere Komplikationen, ist eine Genesung möglich. Der Betroffene ist dennoch aufgrund der vorliegenden gesundheitlichen Thematik lebenslang an eine medizinische Kontrolle gebunden. Kommt es dagegen zu einer Thrombose im Spenderorgan, ist das ein Notfall: Sie tritt meist in den ersten Tagen nach dem Eingriff auf und führt ohne unverzügliche Behandlung in der Regel zum Verlust der transplantierten Niere.

Ist die Thrombose durch eine Gewalteinwirkung entstanden, bestehen im weiteren Verlauf gute Aussichten auf eine Heilung. Voraussetzung dafür ist, dass keine weiteren äußeren Einwirkungen in dieser Körperregion stattfinden. Die Prognose ist verschlechtert bei Patienten, bei denen eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde.

Ist diese ursächlich für die Entwicklung der Thrombose verantwortlich, muss die Gesamtsituation näher betrachtet werden. Kann der Krebs erfolgreich behandelt werden, verbessern sich die weiteren Aussichten und eine Linderung der Beschwerden ist zu erwarten. In einem fortgeschrittenen Stadium ist jedoch mit einer Verkürzung der Lebenszeit zu rechnen.

Bei vorliegendem starken Durchfall und einer Dehydration liegt ebenfalls ein medizinischer Notfall vor. Kann dieser erfolgreich behandelt werden, ist eine Heilung möglich.

Vorbeugung

Die Nierenvenenthrombose kann nur durch eine frühzeitige Therapie der Grunderkrankung verhindert werden. Bei einem nephrotischen Syndrom mit besonders hohem Thromboserisiko – etwa bei sehr niedrigem Albuminwert im Blut – kann der behandelnde Arzt zusätzlich eine vorbeugende Gerinnungshemmung erwägen. Diese Entscheidung wird individuell getroffen, weil sie das Blutungsrisiko gegen den Nutzen abwägen muss.

Nachsorge

Auch wenn erneute Nierenvenenthrombosen nach neueren Untersuchungen eher selten auftreten, sind Nachsorgeuntersuchungen angebracht. Ein solches Wiederauftreten ist meist durch tieferliegende Thrombosen in den Beinvenen bedingt, die sich auch in den Nierenvenen zeigen können. Andere Nachsorgemaßnahmen richten sich nach Symptomatik und Ursache der Nierenvenenthrombose.

Lagen ihr etwa Dehydration oder Mangelerscheinungen zugrunde, müssen diese während oder nach einer Behandlung dringend ausgeglichen werden. Bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion oder ausgeprägten Wassereinlagerungen kann dagegen das Gegenteil gelten: Hier wird die tägliche Trinkmenge unter Umständen begrenzt. Wie viel getrunken werden soll, legt deshalb der behandelnde Arzt fest. Eine gute Wasserzufuhr sowie eine vitaminreiche Ernährung steigern die Blut- und Gefäßgesundheit und können die Regeneration von geschädigtem Gewebe unterstützen. Auch wird so die Chance, dass die Thrombose wieder auftritt, verringert. Die Nachsorge in dieser Form ist vor allem bei älteren Patienten sinnvoll. Bei jüngeren Patienten hat die Nierenvenenthrombose meist andere Gründe.

Die Behandlung durch Blutgerinnungshemmer zieht ebenfalls eine Nachsorge nach sich. Mittels bildgebender Verfahren und Blutuntersuchungen kann der Erfolg der Therapie evaluiert werden. Werden operative Maßnahmen notwendig, muss eine entsprechende Nachsorge stattfinden. Meist ist dies bei Zystennieren oder Krebserkrankungen notwendig.

Die Nachsorge erfolgt, je nach Verfassung des Patienten, auch stationär. Bei Krebserkrankungen bei Kindern, wobei hier vor allem das Nephroblastom oftmals ursächlich ist, sind teilweise immer wieder durchgeführte Kontrolluntersuchungen sinnvoll. Wurde die Nierenvenenthrombose therapiert und die zugrundeliegende Ursache beseitigt, sind häufig keine Nachsorgemaßnahmen mehr notwendig. Ob und wie lange weiter kontrolliert wird, entscheidet jedoch der behandelnde Arzt: Besteht die auslösende Erkrankung fort – etwa ein nephrotisches Syndrom, eine Krebserkrankung oder eine angeborene Gerinnungsstörung –, bleiben regelmäßige Kontrollen und in der Regel auch die Gerinnungshemmung erforderlich.

Das können Sie selbst tun

Bei der Nierenvenenthrombose hat der Patient wenige Möglichkeiten einer Selbsthilfe. In den meisten Fällen liegen andere Grunderkrankungen vor, die behandelt und therapiert werden müssen, damit eine Verbesserung der Gesundheit eintritt. Obgleich dem Patienten kaum Maßnahmen für eine körperliche Veränderung der Situation bleiben, kann er viel für seine Vitalität und sein Wohlbefinden tun.

Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung unterstützt er sein Immunsystem. Damit stehen dem Organismus mehr Abwehrkräfte im Kampf um eine Heilung zur Verfügung. Wer Marcumar einnimmt, sollte die Ernährung allerdings nicht sprunghaft umstellen: Vitamin-K-reiche Lebensmittel wie Grünkohl, Spinat oder Brokkoli beeinflussen die Wirkung des Medikaments. Sie müssen nicht gemieden werden, sollten aber in möglichst gleichbleibender Menge auf dem Speiseplan stehen. Auch frei verkäufliche Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen erhöhen unter Gerinnungshemmern das Blutungsrisiko und sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Eine ausreichende Bewegung und die kontinuierliche Zufuhr von Sauerstoff helfen ebenfalls, um die eigenen Kräfte zu mobilisieren. Übergewicht oder eine starke Zunahme des Eigengewichts sind nicht zu empfehlen. Das körpereigene Gewicht sollte sich innerhalb der Empfehlungen des BMI befinden. Der Genuss von Schadstoffen wie Nikotin, Alkohol oder anderen Drogen ist zu unterlassen. Diese lösen eine Schwächung des Patienten aus und führen zu einer Zunahme der Beschwerden.

Mit einer optimistischen Grundeinstellung kann der Betroffene viel für sich tun. Die Gestaltung von Freizeitaktivitäten sollte trotz aller Widrigkeiten stattfinden. Dadurch nimmt die Lebensmotivation zu und Glücksgefühle werden produziert. Für eine Hilfe und Unterstützung kann Rat in Selbsthilfegruppen oder Internetforen bei anderen Erkrankten eingeholt werden. Der gegenseitige Austausch kann den Umgang mit den Beschwerden im Alltag verbessern.

Quellen

  • Kuhlmann, U., Böhler, J., Luft, F. C., et al. (Hrsg.): Nephrologie.
    ISBN: 9783131572868
  • Pötzsch, B., Madlener, K. (Hrsg.): Hämostaseologie.
    ISBN: 9783642015434
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Michel, M. S., Thüroff, J. W., Janetschek, G., Wirth, M. (Hrsg.): Die Urologie.
    ISBN: 9783662634011
  • Schwenger, V. (Hrsg.): Klinikleitfaden Nephrologie.
    ISBN: 9783437210358

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