Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
Sie sind hier: Startseite Krankheiten Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)
Beim Non-Hodgkin-Lymphom, kurz auch NHL genannt, handelt es sich nicht um eine einzelne Krankheit, sondern um eine große Gruppe von Krebserkrankungen des Gewebes, aus dem unter anderem die Lymphknoten bestehen bzw. das sie umgibt. Die Ursachen für die Krankheit sind noch nicht genau geklärt. Da sie mit sehr unterschiedlicher Ausprägung auftreten kann, sind Prognose und Therapie immer vom individuellen Fall abhängig.
Inhaltsverzeichnis |
Was ist ein Non-Hodgkin-Lymphom?
Unter dem Non-Hodgkin-Lymphom verstehen Mediziner bösartige Tumore der sogenannten lymphatischen Zellen. Diese sind an verschiedenen Stellen im Körper unter anderem in den Lymphknoten und deren unmittelbarer Umgebung vorhanden.
Lymphatische Zellen finden sich aber auch im Magen-Darm-Trakt oder etwa im Rachen. Sie sind für das Immunsystem des Körpers verantwortlich. Kann bei einer bösartigen Erkrankung dieser Zellen nicht das bekannte Hodgkin-Lymphom festgestellt werden, handelt es sich automatisch um ein Non-Hodgkin-Lymphom.
Beide bezeichnen aber gleichermaßen bösartige Tumore. Non-Hodgkin-Lymphome werden unterteilt in nodal (direkt von den Lymphknoten ausgehend) und extranodal (nicht von den Lymphknoten ausgehend). Nach dem ersten lokalen Auftreten des Tumors breiten sich die Krebszellen vor allem über das Lymphsystem und daneben über die Blutbahn weiter aus.
Der Begriff Non-Hodgkin-Lymphom ist damit eine reine Sammelbezeichnung. Nach der heute gültigen Einteilung der Weltgesundheitsorganisation werden mehr als achtzig verschiedene Unterformen unterschieden, die sich in Verlauf, Behandlung und Prognose grundlegend voneinander unterscheiden. Grob getrennt werden dabei langsam wachsende, sogenannte indolente Lymphome, mit denen Betroffene oft über viele Jahre leben, und aggressive Lymphome, die unbehandelt rasch fortschreiten, mit einer Behandlung aber bei einem großen Teil der Patienten dauerhaft heilbar sind. Entgegen einer verbreiteten Annahme sind Non-Hodgkin-Lymphome insgesamt keine Rarität: In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 18.000 Menschen daran, womit sie zu den häufigeren Krebserkrankungen zählen.
Ursachen
Auch eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut nach einer bakteriellen Infektion kann zu einem erhöhten NHL-Risiko führen. Schädigungen des Erbguts etwa durch radioaktive Einwirkung, ständiger Kontakt mit bestimmten chemischen Mitteln und auch langjähriges Rauchen können zur Entstehung der Erkrankung beitragen, ebenso wie das Ansteigen des Lebensalters. Die meisten NHL-Patienten sind 70 Jahre oder älter.
Typische Symptome & Anzeichen
Das Non-Hodgkin-Lymphom verursacht zunächst keine spezifischen Beschwerden und bleibt deshalb häufig unerkannt. Oft ist eine generalisierte Lymphknotenschwellung das einzige Symptom der bösartigen Erkrankung. Im Gegensatz zu der Lymphknotenschwellung bei Infektionskrankheiten sind die Lymphknoten beim Non-Hodgkin-Lymphom zwar geschwollen, schmerzen jedoch nicht.
Menschen mit einem Non-Hodgkin-Lymphom zeigen zudem eine erhöhte Infektneigung und Infektanfälligkeit. Ein Teil der Patienten berichtet ferner über diffuse Beschwerden, wie sie auch bei lokalen Entzündungen oder Erkältungen auftreten können. Dazu gehören Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Diese Beschwerden können durch eine Blutarmut (Anämie) bedingt sein, die entsteht, wenn das Knochenmark von der Erkrankung befallen ist.
Ebenso verliert ein Teil der Betroffenen ungewollt an Gewicht. Weitere Symptome, die bei einem Non-Hodgkin-Lymphom auftreten können, sind Blässe und ein generalisierter Juckreiz. Einige Patienten leiden zudem unter Nachtschweiß. Die Ausprägung kann dabei sehr unterschiedlich sein. So kann sich lediglich ein leichter und diskreter Schweißfilm auf der Haut bilden oder aber die Bettwäsche komplett von Schweiß durchtränkt sein.
In Zusammenhang mit dem Nachtschweiß kommt es zudem oft zu Schlafstörungen, da die Betroffenen entweder durch das Schwitzen oder das anschließende Kältegefühl aufwachen. All diese Symptome sind jedoch keinesfalls spezifisch für ein Non-Hodgkin-Lymphom, sondern können auch bei anderen nicht-bösartigen Erkrankungen auftreten.
Treten Fieber über 38 Grad Celsius ohne erkennbare Infektion, starker Nachtschweiß, der ein Wechseln der Kleidung nötig macht, und ein ungewollter Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten gemeinsam auf, sprechen Ärzte von einer B-Symptomatik. Sie gilt als Zeichen eines aktiven Krankheitsverlaufs, geht in die Stadieneinteilung ein und beeinflusst die Wahl der Behandlung.
Diagnose & Verlauf
Ein Non-Hodgkin-Lymphom wird in den meisten Fällen anhand geschwollener Lymphknoten diagnostiziert. Eine Gewebeprobe gibt dem behandelnden Arzt zuverlässig Auskunft über das Vorliegen der Erkrankung. Daraufhin wird im Rahmen einer umfassenden körperlichen Untersuchung festgestellt, wie weit diese bereits fortgeschritten ist.
Dazu gehört eine Blutuntersuchung, ebenso wie Röntgen und Ultraschall. Für die Stadieneinteilung wird heute allerdings in aller Regel eine Computertomographie durchgeführt, bei den aggressiven Lymphomen ergänzt durch eine PET-CT; einfache Röntgenaufnahmen spielen dafür keine wesentliche Rolle mehr. Hinzu kommen eine Knochenmarkpunktion, um einen Befall des Knochenmarks zu erkennen, sowie die feingewebliche und molekulargenetische Untersuchung der Gewebeprobe, mit der die genaue Unterform bestimmt wird. Wie die Krankheit im Einzelnen verläuft, hängt zum Großteil davon ab, wie bösartig der Tumor tatsächlich ist. Bleibt ein aggressives NHL unbehandelt, breitet sich die Erkrankung über Lymphsystem und Blut im ganzen Körper aus und führt letztendlich zum Tod des Patienten. Die Lebenserwartung liegt dann bei einem ungünstigen Verlauf und einem sogenannten hochmalignen Tumor nur bei wenigen Monaten. Mit einer Behandlung sieht die Lage deutlich anders aus, gerade bei diesen aggressiven Formen.
Komplikationen
So hängt es von Größe und Lage des Non-Hodgkin-Lymphoms ab, wie groß der Druck auf die angrenzenden Strukturen sowie deren Funktionen ausfällt. Nicht selten sind bei einem Non-Hodgkin-Lymphom Komplikationen durch die Behandlung der Krebserkrankung zu verzeichnen. Dabei handelt es sich um die Begleiterscheinungen von Chemotherapie und Strahlentherapie.
So wird dadurch das Risiko erhöht, dass sich im weiteren Verlauf nach der Behandlung eines Non-Hodgkin-Lymphoms eine Leukämie entwickelt. Sie zeigt sich in der Regel etwa zehn Jahre nach Beginn der Behandlung. Auch nach einer Strahlentherapie können nach vielen Jahren Zweittumoren wie Lungenkrebs, Brustkrebs oder Hautkrebs entstehen. Beides sind seltene Spätfolgen, die den Nutzen der Behandlung nicht aufwiegen: Ohne Therapie wäre ein aggressives Lymphom in kurzer Zeit tödlich.
Eine Strahlentherapie ruft nicht selten Nebenwirkungen hervor, die schon kurz nach der Behandlung auftreten. Dazu gehören Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit und Erbrechen, Haarausfall sowie Reizungen der Haut. Als eventuelle Spätfolge sind eine Lungenentzündung, Herzentzündung, Unfruchtbarkeit oder eine Unterfunktion der Schilddrüse möglich.
Neben der Strahlentherapie kann aber auch eine Chemotherapie des Non-Hodgkin-Lymphoms Komplikationen auslösen. Besonders betroffen davon ist Gewebe mit einem raschen Zellumsatz wie Haut, Schleimhaut und Knochenmark. Bemerkbar macht sich dies durch Übelkeit, Erbrechen und, je nach eingesetztem Medikament, durch Haarausfall.
Die wichtigste akute Komplikation geht vom Knochenmark aus: Wenige Tage nach jedem Behandlungszyklus fällt die Zahl der weißen Blutkörperchen stark ab (Neutropenie), sodass die Infektabwehr vorübergehend fast ausfällt. Fieber in dieser Phase ist ein Notfall. Es muss sofort in der behandelnden Klinik gemeldet werden, weil innerhalb einer Stunde Antibiotika über die Vene gegeben werden müssen; sonst kann sich binnen weniger Stunden eine tödlich verlaufende Sepsis entwickeln. Kommen Schüttelfrost, Benommenheit oder ein abfallender Blutdruck hinzu, ist über die Notrufnummer 112 der Rettungsdienst zu alarmieren.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Wenn Wucherungen im Brust- und Bauchraum oder an Hals, Nacken und Leiste auftreten, ist womöglich ein Non-Hodgkin-Lymphom ursächlich. Der Betroffene sollte zügig zu einem Arzt gehen und die Beschwerden abklären lassen. Der Mediziner kann das Non-Hodgkin-Lymphom anhand der typischen Untersuchungsmethoden diagnostizieren und gegebenenfalls weitere Fachärzte hinzuziehen. Personen, die beruflich oder durch einen Unfall bedingt großer radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren, sind besonders gefährdet.
Auch der Kontakt mit chemischen Substanzen sowie eine Ansteckung mit bestimmten Viren und Bakterien sind Risikofaktoren, die im Zusammenhang mit den beschriebenen Symptomen abgeklärt werden müssen. Wenn die Beschwerden im Zusammenhang mit einer Immunsuppressiva- oder Zytostatika-Therapie auftreten, ist der zuständige Arzt einzuschalten. Selbiges gilt bei HIV-Infektionen und bestimmten Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel dem Sjögren-Syndrom. Der Allgemeinmediziner wird je nach Art und Ausprägung der Begleiterscheinungen weitere Ärzte involvieren, zum Beispiel Orthopäden, Gastroenterologen, Dermatologen und Hals-Nasen-Ohrenärzte.
Sollte es infolge der Erkrankung zu seelischen Problemen kommen, wird der Arzt den Patienten außerdem an einen Therapeuten verweisen. Nach der erfolgreichen Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms sind physiotherapeutische Maßnahmen angezeigt, um etwaige Bewegungsstörungen zu kompensieren und den durch die Chemotherapie geschwächten Körper wieder zu stärken. Aufgrund der relativ hohen Gefahr, dass sich Rezidive bilden, ist auch nach Abschluss der Therapie eine ärztliche Überwachung nötig.
Behandlung & Therapie
Nach einer erfolgten NHL-Diagnose kann der behandelnde Arzt eine angemessene Behandlung einleiten. Wie genau diese aussieht, hängt von der genauen Art der Erkrankung und ihrer Fortgeschrittenheit ab. Diagnostiziert der Arzt eine Form von NHL, die nicht aggressiv ist und auch langsam fortschreitet, kann es sein, dass zunächst keine Therapie notwendig ist, sofern der Patient keine Beschwerden hat.
Eine regelmäßige Überwachung des Gesundheitszustands ist aber unbedingt anzuraten, da sich dieser ändern kann und dann doch eine Behandlung begonnen werden muss. Dieses kontrollierte Abwarten wird als „Watch and Wait“ bezeichnet und ist bei langsam wachsenden Lymphomen keine Notlösung, sondern ein anerkanntes Standardvorgehen: Studien haben gezeigt, dass ein früherer Behandlungsbeginn bei beschwerdefreien Patienten die Lebenszeit nicht verlängert, ihnen aber unnötig die Nebenwirkungen der Therapie zumutet.
Eine sehr bösartige NHL-Erkrankung kann unter anderem mit einer Chemotherapie gekoppelt und mit einer sogenannten Antikörpertherapie behandelt werden. Bei letzterer sollen Antikörper dem Immunsystem helfen, die Krebszellen zu zerstören. Bei den häufigen von B-Zellen ausgehenden Lymphomen wird die Chemotherapie heute standardmäßig mit dem Antikörper Rituximab kombiniert; diese Immunchemotherapie hat die Heilungsaussichten seit Ende der 1990er Jahre deutlich verbessert.
Unterstützend kann auch eine Radioimmuntherapie durchgeführt werden. Anders als bei soliden Tumoren spielt die Operation bei der Behandlung von Non-Hodgkin-Lymphomen dagegen praktisch keine Rolle: Da es sich um eine Erkrankung des im ganzen Körper verteilten lymphatischen Gewebes handelt, lässt sie sich nicht herausschneiden, und ein Eingriff dient in aller Regel nur der Gewinnung von Gewebe für die Diagnose. Behandelt wird stattdessen mit Medikamenten, bei örtlich begrenztem Befall ergänzt durch eine Strahlentherapie.
Kehrt ein aggressives Lymphom nach der ersten Behandlung zurück, stehen heute zusätzlich eine Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation sowie neuere Verfahren wie die CAR-T-Zelltherapie und bispezifische Antikörper zur Verfügung.
Auch im Fall einer Heilung sollte regelmäßig eine umfassende Nachsorge durchgeführt werden, um einen Rückfall frühzeitig zu erkennen. Das Non-Hodgkin-Lymphom tendiert dazu, auch nach einer ausführlichen Therapie erneut aufzutreten.
Aussicht & Prognose
Eine pauschale Prognose lässt sich beim Non-Hodgkin-Lymphom nicht stellen, weil sich die einzelnen Unterformen in ihrem Verlauf grundlegend voneinander unterscheiden. Entscheidend sind die genaue Art des Lymphoms, das Stadium, das Alter und der Allgemeinzustand des Patienten. Aggressive Lymphome, allen voran das häufige diffus großzellige B-Zell-Lymphom, verlaufen unbehandelt innerhalb von Monaten tödlich, lassen sich mit einer Immunchemotherapie jedoch bei etwa zwei Dritteln der Betroffenen dauerhaft heilen. Langsam wachsende Lymphome sind umgekehrt mit den heutigen Standardtherapien meist nicht endgültig heilbar, verlaufen aber über viele Jahre bis Jahrzehnte, sodass die Lebenserwartung eines Teils der Betroffenen nur wenig eingeschränkt ist.
Bei ungünstiger Ausgangslage ist die durchschnittliche Lebenserwartung trotz einer bestmöglichen medizinischen Versorgung nach dem aktuellen Stand der Behandlungsmöglichkeiten herabgesetzt. Findet keine umfassende Therapie statt, verkürzt sich die Lebenszeit um ein weiteres. Bei aggressiven Formen ist dann innerhalb einiger Monate mit dem Tod des Betroffenen zu rechnen.
Der Patient benötigt eine Krebsbehandlung, um die entarteten Zellen an einer Ausbreitung zu hindern. Bei den langsam wachsenden Formen ist nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand eine endgültige Heilung meist nicht möglich; für sie ist dokumentiert, dass innerhalb einiger Jahre mit einem erneuten Ausbruch der Krebserkrankung zu rechnen ist, obgleich bereits eingeleitete Behandlungsmaßnahmen erfolgreich waren. Ein Rückfall bedeutet dabei nicht das Ende der Behandlungsmöglichkeiten, sondern führt zu einer erneuten, häufig wieder wirksamen Therapie. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher notwendig, um bei den ersten Anzeichen und Unregelmäßigkeiten unverzüglich mit einer nächsten Krebstherapie beginnen zu können.
Bei der Bewältigung der Erkrankung zeigen Patienten mit einem gesunden Lebenswandel und einer ausgewogenen Ernährung die bislang besten Erfolge. Das Wissen um die Wiederkehr der Beschwerden stellt neben den Nebenwirkungen der Krebstherapie eine enorme emotionale Belastung für den Betroffenen dar. Daher ist für eine verbesserte Prognose die Zusammenarbeit mit einem Psychotherapeuten anzuraten. Andernfalls ist das Risiko für das Erleiden einer psychischen Folgeerkrankung erhöht. Diese wiederum hat einen negativen Einfluss auf die körperlichen Prozesse und die Erfolge der notwendigen Therapiemaßnahmen.
Vorbeugung
Da die Ursachen für das Non-Hodgkin-Lymphom noch nicht vollständig geklärt und zudem vielfältig sind, ist ein Vorbeugen im eigentlichen Sinne nicht möglich. Risikofaktoren wie Rauchen können aber durch eine Umstellung der Lebensweise minimiert werden. Werden erste Anzeichen einer NHL-Erkrankung, wie zum Beispiel geschwollene Lymphknoten, festgestellt, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Je früher die Krankheit erkannt wird, umso günstiger fällt die Prognose aus. Bei den langsam wachsenden Lymphomen gilt dies allerdings nicht in gleicher Weise: Ist die Diagnose einmal gesichert, verbessert ein früherer Behandlungsbeginn die Aussichten nach heutigem Kenntnisstand nicht, sodass die behandelnden Ärzte zunächst abwarten und kontrollieren können. Das betrifft ausschließlich den Beginn der Therapie – abgeklärt gehören geschwollene Lymphknoten in jedem Fall, und zwar umgehend.
Nachsorge
Dem Betroffenen stehen beim Non-Hodgkin-Lymphom in den meisten Fällen nur sehr wenige und in der Regel auch nur eingeschränkte Maßnahmen einer direkten Nachsorge zur Verfügung. Es handelt sich um eine Gruppe von Erkrankungen, deren Ursachen noch nicht vollständig erforscht sind. Daher sollte der Betroffene schon frühzeitig einen Arzt aufsuchen, damit es nicht zu anderen Komplikationen und auch nicht zu einer weiteren Ausbreitung der Erkrankung kommt.
Die meisten Betroffenen sind auf eine medikamentöse Krebstherapie angewiesen, mit der die entarteten Zellen zurückgedrängt werden. Während der Behandlung sind die meisten Betroffenen auf die Unterstützung und die Pflege durch die eigene Familie angewiesen. Dabei ist vor allem auch eine psychologische Unterstützung sehr wichtig, um Depressionen und andere psychische Verstimmungen zu verhindern.
Auch nach der erfolgreichen Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms sollten regelmäßige Kontrollen bei einem Arzt erfolgen, um einen Rückfall früh zu erkennen. Bei einem bestehenden Kinderwunsch sollte bereits vor Beginn einer Chemo- oder Strahlentherapie über den Erhalt der Fruchtbarkeit gesprochen werden, etwa über das Einfrieren von Samenzellen oder Eizellen; das Non-Hodgkin-Lymphom ist keine Erbkrankheit und wird nicht an die Kinder weitergegeben. Das Non-Hodgkin-Lymphom kann in einigen Fällen auch die Lebenserwartung des Betroffenen verringern.
Das können Sie selbst tun
Das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) ist eine Krebserkrankung, bei der der Patient im Alltag einiges tun kann, um sein Allgemeinbefinden und damit auch seine Lebensqualität zu verbessern. Das gilt für körperliche Beschwerden ebenso wie für den psychischen Zustand. Werden Medikamente aus dem freiverkäuflichen Bereich oder Nahrungsergänzungsmittel angewandt, ist die vorherige Rücksprache mit dem behandelnden Arzt jedoch dringend anzuraten.
Im körperlichen Bereich gilt es oft, die Folgen von Therapien wie Chemo- und Strahlentherapie bestmöglich zu reduzieren. Eine gesunde Ernährung und eine ausreichende Trinkmenge spielen hier ebenso eine wichtige Rolle wie genügend Schlaf. Zudem können die körperlichen Übungen, die in einer möglicherweise verschriebenen Krankengymnastik erlernt wurden, auch zu Hause fortgeführt werden. Die Stärkung des Immunsystems und die Vermeidung von Infektionen sind zudem sehr wichtig. Hier sind Sport oder zumindest regelmäßige Bewegung wichtig. Art und Umfang der Belastung sollten allerdings mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden, denn während einer Chemotherapie sind zeitweise nur wenige weiße Blutkörperchen und Blutplättchen vorhanden; in dieser Phase sind starke Anstrengung und Sportarten mit Verletzungsgefahr zu meiden. Infektionen durch Personen in unmittelbarer Umgebung, die eine Grippe, einen Magen-Darm-Infekt oder eine andere ansteckende Erkrankung haben, sind zu vermeiden.
Im psychischen Bereich kommen Patienten oft nicht über die Schwere der Erkrankung hinweg, auch wenn Therapien vielleicht schon längst abgeschlossen sind. Selbsthilfegruppen oder Gespräche mit Angehörigen oder Freunden können hier helfen. Auch Geselligkeit ist ein wichtiger Faktor: zum einen wegen der Lebensqualität, zum anderen als Ablenkung von der Krebserkrankung des Non-Hodgkin-Lymphoms.
Quellen
- Dreyling, M., Hentrich, M. (Hrsg.): Maligne Lymphome.
ISBN: 9783863713997
- Berger, D. P., Engelhardt, M., Duyster, J. (Hrsg.): Das Rote Buch – Hämatologie und Internistische Onkologie.
ISBN: 9783609512242
- Kreuzer, K.-A. (Hrsg.): Referenz Hämatologie.
ISBN: 9783132400535
- Honecker, F., Claßen, J., Preiß, J. (Hrsg.): Taschenbuch Hämatologie und Onkologie.
ISBN: 9783863714031
- Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
ISBN: 9783662607473
