Anabolika

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Medikamente Anabolika

Anabolika werden verschreibungspflichtige Medikamente genannt, die das Zellwachstum im menschlichen Körper stimulieren. Eigentlich zur Behandlung von Krankheiten entwickelt, sind Anabolika vor allem durch den Missbrauch zum Muskelaufbau bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Anabolika?

Anabolika
Die dauerhafte Einnahme von Anabolika, bspw. zum extremen Aufbau von Körpermuskulatur, hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit.

Anabolika, oder anabolische Steroide, sind verschreibungspflichtige Medikamente, die im menschlichen Körper ähnliche Effekte bewirken wie das Hormon Testosteron.

Das Mittel fördert die Proteinproduktion in den Zellen, insbesondere in den Muskelzellen. Anabolika haben ebenso androgene, virilisierende Eigenschaften; inklusive der Verstärkung männlicher Körperattribute wie einer tieferen Stimme oder eines verstärkten Haarwuchses. Die körpereigene Testosteronbildung in den Hoden wird dagegen unterdrückt, so dass diese sich verkleinern. Anabolika werden seit den 1930ern produziert und medizinisch eingesetzt, um das Knochenwachstum zu stärken, den Appetit anzuregen und die männliche Pubertät einzuleiten.

Auch in der Behandlung von Krebs oder AIDS finden Anabolika Verwendung. Die dauerhafte Einnahme, bspw. zum extremen Aufbau von Körpermuskulatur, hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Dazu zählen deutlicher Anstieg des Cholesterinspiegels, dadurch erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen, Akne, hoher Blutdruck, Leberschäden. Auch Gynäkomastie (Vergrößerung der Brustdrüsen) oder Hodenatrophie (Verkleinerung der Hoden) treten vermehrt auf.

Rechtlich sind Anabolika in Deutschland doppelt eingefasst. Als Arzneimittel unterliegen sie der Verschreibungspflicht und dürfen nur auf ärztliche Verordnung abgegeben werden. Darüber hinaus gilt seit Dezember 2015 das Gesetz gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Gesetz), das nach seinem ersten Paragrafen dem Schutz der Gesundheit von Sportlerinnen und Sportlern sowie der Fairness und Chancengleichheit im Wettbewerb dient. Anabol-androgene Steroide sind dort namentlich in der Anlage zum Gesetz aufgeführt. Verboten sind das Herstellen, der Handel, das Abgeben und das Verschreiben zu Dopingzwecken; erfasst sind außerdem der Erwerb und der Besitz in nicht geringer Menge zu diesem Zweck. Ein eigener Paragraf stellt das Selbstdoping unter Strafe, also die Anwendung solcher Mittel an sich selbst ohne medizinischen Grund in der Absicht, sich in einem Wettbewerb des organisierten Sports einen Vorteil zu verschaffen.

Geschichte & Entwicklung

Die Entdeckung und Entwicklung von Anabolika geht auf das frühe 20. Jahrhundert zurück. 1935 gelang es den Wissenschaftlern Adolf Butenandt und Leopold Ruzicka, Testosteron, das männliche Sexualhormon, erstmals zu synthetisieren. Diese Entdeckung legte den Grundstein für die Entwicklung anaboler Steroide, die das Wachstum von Muskelgewebe fördern.

In den 1940er Jahren wurde Testosteron in der Medizin zur Behandlung von Krankheiten wie Unterernährung und Muskelschwund eingesetzt. Gleichzeitig begannen Sportler und Bodybuilder, das Potenzial von anabolen Steroiden zu erkennen. In den 1950er Jahren wurde berichtet, dass sowjetische Athleten bei den Olympischen Spielen synthetisches Testosteron einsetzten, um ihre Leistung zu steigern.

Um diese Vorteile zu nutzen, entwickelten Forscher in den folgenden Jahrzehnten synthetische Varianten von Testosteron, die weniger androgen, aber stärker anabol wirkten. Diese sogenannten anabolen Steroide wurden schnell im Leistungssport verbreitet, insbesondere im Bodybuilding, Gewichtheben und in der Leichtathletik.

In den 1970er und 1980er Jahren wurde der Missbrauch von Anabolika im Sport zunehmend öffentlich, was zu internationalen Bemühungen führte, deren Einsatz zu regulieren. 1976 nahm das Internationale Olympische Komitee Anabolika in die Liste verbotener Substanzen auf. Heute gelten Anabolika als leistungssteigernde Dopingmittel und sind in den meisten Sportarten verboten, während sie in der Medizin unter strengen Auflagen zur Behandlung bestimmter Erkrankungen eingesetzt werden.

Pharmakologische Wirkung

Anabolika haben zwei verschiedene Effekte auf den menschlichen Körper. Zum einen bewirken sie ein Zellwachstum, zum anderen fördern sie klassische männliche Attribute.

Das Stimulieren der Proteinsynthese kurbelt den Appetit an, fördert das Knochenwachstum und das Stimulieren des Knochenmarks fördert die Produktion von roten Blutzellen. Durch eine Reihe komplexer Mechanismen fördern Anabolika auch das Wachstum der Muskelzellen, was zu mehr Muskelmasse und Körperstärke führt. Auch die androgenischen Effekte sind zahlreich und je nach Dauer der Anwendung irreversibel.

So haben sie Auswirkungen auf das pubertäre Wachstum, die Produktion der Talgdrüsen in der Haut und die Sexualität. Es kann zum Wachstum der Klitoris bei Frauen kommen und zum Wachstum des Penis bei männlichen Kindern (bei Männern bewirken sie kein Wachstum). Auch eine Vergrößerung der Libido und eine tiefere Stimme sind typische Nebeneffekte. Die natürlichen Sexualhormone werden unterdrückt und die Spermienbildung wird vermindert.

Dauerhafter Gebrauch lässt Frauen männlicher werden. Ihre Brust geht zurück, die Stimme wird tiefer und Haarwachstum im Gesicht setzt ein. Männer entwickeln weibliche Züge. Dazu gehören die Ausbildung einer Brust, verkleinerte Hoden und eine zurückgehende Spermienzahl.

Auf zellulärer Ebene beruht die Wirkung darauf, dass die Wirkstoffe an einen Andockplatz im Inneren der Zelle binden, den Androgenrezeptor. Das so entstandene Paar wandert in den Zellkern und schaltet dort Gene an, deren Bauanleitungen für den Aufbau von Eiweiß gebraucht werden. Weil dieser Rezeptor nicht nur in der Muskulatur sitzt, sondern auch in Haut, Knochen, Leber, Gehirn und Geschlechtsorganen, lassen sich die erwünschten von den unerwünschten Wirkungen chemisch bis heute nicht sauber voneinander trennen. Genau darin liegt der Grund, warum jede muskelaufbauende Wirkung mit hormonellen Begleiterscheinungen erkauft wird.

Ein praktisch bedeutsamer Unterschied besteht zwischen den schluckbaren und den gespritzten Zubereitungen. Damit ein Steroid als Tablette überhaupt wirken kann, muss es chemisch so verändert werden, dass die Leber es nicht sogleich abbaut; eben diese Veränderung belastet das Organ. Injizierbare Zubereitungen umgehen den ersten Weg durch die Leber und gelten in dieser Hinsicht als weniger belastend – ein Vorteil, der die übrigen Risiken jedoch unberührt lässt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Seit der Entwicklung von Anabolika wurde das Medikament zur Behandlung von vielen Erkrankungen verwendet, jedoch mit unterschiedlichen Graden an Erfolg.

Jahrzehntelang wurden Anabolika vor allem bei der Stimulation des Knochenmarks eingesetzt, insbesondere zur Behandlung von hypoplastischer Anämie (Blutarmut) bei Leukämie oder Nierenversagen. Für diese Anwendungen stehen heute andere Wirkstoffe zur Verfügung; Anabolika spielen dabei nur noch eine untergeordnete Rolle. Auch bei der Behandlung von Wachstumsstörungen bei Kindern hatten Anabolika lange Zeit ein Einsatzgebiet; doch nach der Entwicklung synthetischer Wachstumshormone bleiben Anabolika in diesem Bereich eine sekundäre Behandlungsmethode.

Während einer Kachexie (starke Abmagerung) bei schwerer Erkrankung (Krebs, AIDS) werden Anabolika zur Appetitsteigerung und zur Erhaltung von Muskelmasse eingesetzt. Bei Jungen mit verspätetem Einsetzen der Pubertät werden Anabolika teilweise eingesetzt, um diese einzuleiten; es werden Wachstum und Gewichtszunahme stimuliert. Es gibt Forschungsbemühungen, um Anabolika zur männlichen Verhütung anzuwenden.

Bei Männern mit geringen Testosteronwerten kann eine Anabolika-Therapie helfen, sowie bei der Steigerung der Libido von älteren Männern. Bei einer Geschlechtsinkongruenz (früher: Geschlechtsidentitätsstörung) können Anabolika Verwendung finden, um bei Frauen mit Veränderungswunsch männliche Attribute zu fördern (Haarwachstum, tiefere Stimme, Muskelwachstum).

Ein weiteres, historisch bedeutsames Anwendungsgebiet war der Knochenschwund. Weil Anabolika den Einbau von Knochensubstanz fördern, wurden sie über Jahrzehnte gegen den altersbedingten Knochenabbau eingesetzt. Heute stehen dafür Wirkstoffe zur Verfügung, die gezielter am Knochenstoffwechsel ansetzen und die hormonellen Begleitwirkungen vermeiden.

Allen genannten Anwendungen ist gemeinsam, dass sie einen Mangel ausgleichen oder einen Verlust bremsen sollen. Darin liegt der entscheidende Unterschied zum Missbrauch: Die ärztliche Verordnung orientiert sich an dem, was der Körper von sich aus nicht mehr bereitstellt, während beim Doping bewusst über das natürliche Maß hinausgegangen wird. Sämtliche schweren Folgen, die weiter unten beschrieben werden, sind an diese Überschreitung geknüpft und lassen sich nicht ohne Weiteres auf die medizinische Anwendung übertragen.


Risiken & Nebenwirkungen

Der Gebrauch von Anabolika kann zahlreiche Nebenwirkungen haben und Risiken beinhalten. Wie stark die Nebenwirkungen ausfallen, hängt unter anderem davon ab, wie lange und in welcher Menge das Mittel eingenommen wird.

Die verbreitetsten Nebenerscheinungen sind Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte. Bei längerer Benutzung steigt ebenso das Risiko an Herz-Kreislaufbeschwerden oder Koronarer Herzkrankheit zu erkranken. Weitere sehr verbreitete Nebenerscheinungen bei Nutzern von Anabolika sind Akne und frühzeitige Glatzenbildung. Besonders oral eingenommene Anabolika können auf Dauer der Leber schaden.

Männer laufen Gefahr, eine weibliche Brust zu entwickeln und zum Teil die Funktion der Hoden einzubüßen. Diese Nebenwirkungen bilden sich nach dem Absetzen der Anabolika nur zum Teil zurück; eine ausgeprägte Brustbildung bleibt häufig bestehen. Bei Frauen entwickeln sich verstärkt Behaarung und eine tiefere Stimmlage. Falls Anabolika während der Schwangerschaft eingenommen werden, besteht das Risiko, dass sich weibliche Attribute bei einem männlichen Kind und männliche Attribute bei einem weiblichen Kind entwickeln.

Neben den körperlichen Folgen sind seelische Veränderungen beschrieben. Berichtet werden gesteigerte Reizbarkeit und Aggressivität, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und gedrückte Stimmung; ausgeprägte Verläufe können in eine Depression münden. Hinzu kommt, dass sich bei langfristigem Gebrauch eine Abhängigkeit entwickeln kann, die weniger von einem Rauschzustand getragen wird als von der Angst vor dem Verlust der aufgebauten Körperform.

Ein eigenes Problem entsteht beim Beenden der Zufuhr. Weil der Körper seine eigene Testosteronbildung heruntergefahren hat, solange das Hormon von außen kam, fehlt es danach zunächst ganz. Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung, ein Verlust an Muskelmasse und ein Nachlassen des sexuellen Verlangens sind die Folge; ob und wie vollständig sich die eigene Hormonbildung wieder erholt, ist von Fall zu Fall verschieden. Diese Phase ist einer der Gründe, warum das Beenden einer Anabolika-Anwendung ärztlich begleitet werden sollte.

Am Herz-Kreislauf-System zeigen sich die Schäden nicht allein als hoher Blutdruck und als verschobene Blutfettwerte. Beschrieben ist auch eine Verdickung der Wand der linken Herzkammer, die sich zugleich steifer füllt; anders als bei der Verdickung durch sportliches Training bildet sie sich nach dem Absetzen nicht zuverlässig zurück.

Anwendung & Sicherheit

Die Anwendung von Anabolika erfolgt hauptsächlich durch Injektionen oder in Form von Tabletten. In der Medizin werden sie unter strenger Aufsicht zur Behandlung von Erkrankungen wie schwerem Muskelschwund, Hormonmangel oder verzögerter Pubertät eingesetzt. Die Dosierung wird dabei sorgfältig überwacht, um mögliche Nebenwirkungen zu minimieren.

Im Sport und Bodybuilding werden Anabolika häufig missbraucht, um Muskelmasse und Leistung zu steigern. Anwender verwenden oft weit höhere Dosierungen als medizinisch empfohlen, was die Risiken erheblich erhöht. Viele kombinieren auch verschiedene Steroide in sogenannten „Stacks“ oder nehmen sie in Zyklen, in der Annahme, die negativen Auswirkungen zu verringern und den Muskelaufbau zu steigern. Diese Praxis ist jedoch gefährlich und medizinisch nicht empfohlen.

Die Sicherheit bei der Anwendung von Anabolika ist problematisch. Selbst bei therapeutischen Dosen können Nebenwirkungen wie Leberschäden, Herz-Kreislauf-Probleme, Hormonungleichgewichte und psychische Veränderungen auftreten. Beim Missbrauch sind diese Risiken deutlich höher, und es kann zu schwerwiegenden, teilweise irreversiblen Schäden kommen, wie Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Organschäden.

Die Qualitätskontrolle bei der Herstellung von legalen, verschreibungspflichtigen Anabolika unterliegt strengen pharmazeutischen Standards, die durch Behörden wie die FDA oder EMA überwacht werden. Allerdings sind auf dem Schwarzmarkt oft gefälschte oder unsauber hergestellte Anabolika im Umlauf, die zusätzliche Gesundheitsrisiken bergen, da sie nicht den üblichen Sicherheits- und Reinheitsanforderungen entsprechen.

Alternativen

Zu Anabolika gibt es verschiedene alternative Medikamente und Therapieformen, die in der Medizin oder im Sport verwendet werden, um Muskelaufbau oder hormonelle Ungleichgewichte zu behandeln, jedoch mit weniger Risiken verbunden sind. Ein häufig verwendeter Ansatz ist die Hormontherapie mit Testosteron, insbesondere in Fällen von Testosteronmangel. Testosteron ist selbst ein anaboles Steroid; der Unterschied zum Missbrauch liegt nicht im Wirkstoff, sondern in der ärztlichen Überwachung und in der auf den Bedarf abgestimmten Menge.

Ein weiteres Alternativmedikament sind Selektive Androgenrezeptor-Modulatoren (SARMs). Diese Stoffe wirken ähnlich wie Anabolika, indem sie den Muskelaufbau fördern, allerdings haben sie eine geringere Wirkung auf andere Organe, wie die Prostata oder die Leber. SARMs gelten als vielversprechende Therapieoption, die weniger Nebenwirkungen als klassische Anabolika verursachen könnte, sind jedoch noch nicht vollständig erforscht und in vielen Ländern nicht zugelassen.

Zur Stärkung der Muskelmasse und Förderung der Regeneration werden auch Wachstumshormontherapien (HGH) eingesetzt, insbesondere bei Menschen mit Wachstumshormonmangel. Allerdings kann der Missbrauch von HGH ebenfalls zu Nebenwirkungen wie Gelenkschmerzen oder einem erhöhten Risiko für Diabetes führen.

Im Gegensatz dazu sind Proteinpräparate, Kreatin und Aminosäuren gängige und sichere Alternativen, um die Muskelmasse bei sportlicher Betätigung zu unterstützen. Diese Nahrungsergänzungsmittel wirken nicht hormonell, sondern liefern Bausteine, die den Muskelaufbau und die Regeneration auf natürliche Weise fördern, ohne die gravierenden Risiken anaboler Steroide.

Zu den Selektiven Androgenrezeptor-Modulatoren ist ergänzend anzumerken, dass sie sport- und strafrechtlich nicht besser gestellt sind als die klassischen Anabolika: Sie sind in der Anlage zum deutschen Anti-Doping-Gesetz eigens als andere anabole Stoffe aufgeführt. Gleichwohl werden sie über das Internet als vermeintlich harmlose Nahrungsergänzung angeboten. Da die meisten dieser Substanzen kein Zulassungsverfahren durchlaufen haben, fehlen sowohl gesicherte Erkenntnisse über die Folgen einer längeren Anwendung als auch verlässliche Angaben darüber, was in den angebotenen Präparaten tatsächlich enthalten ist.

Forschung & Zukunft

Aktuelle Trends in der Forschung zu Anabolika konzentrieren sich darauf, sichere und gezieltere Alternativen zu entwickeln, die die muskelaufbauenden Vorteile ohne die gravierenden Nebenwirkungen bieten. Ein bedeutender Forschungsbereich sind Selektive Androgenrezeptor-Modulatoren (SARMs), die gezielt auf Muskel- und Knochenzellen wirken, ohne andere Gewebe wie die Prostata oder Leber zu beeinflussen. SARMs werden als vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Anabolika angesehen, da sie das Risiko von Nebenwirkungen wie Leberschäden oder hormonellen Ungleichgewichten verringern könnten.

Ein weiterer Trend ist die Entwicklung von Myostatin-Hemmern, die das Protein Myostatin blockieren, welches das Muskelwachstum hemmt. Durch die Hemmung von Myostatin könnte das Muskelwachstum verstärkt werden, ohne auf traditionelle Steroide zurückzugreifen. Diese Therapieansätze werden insbesondere für die Behandlung von Muskelschwund bei älteren Menschen oder Patienten mit chronischen Erkrankungen untersucht.

Auch Gen- und Zelltherapien rücken in den Fokus der Forschung, um Muskeldegenerationen durch genetische Modifikationen zu behandeln. Diese Ansätze könnten zukünftig Menschen mit schweren Muskelkrankheiten helfen, indem sie gezielt Gene verändern, die für den Muskelaufbau verantwortlich sind.

Darüber hinaus wird verstärkt an biologischen Markern geforscht, um den Missbrauch von Anabolika im Sport schneller und zuverlässiger nachzuweisen. Neue Tests und Technologien sollen dazu beitragen, den Missbrauch frühzeitig zu erkennen und somit fairen Wettbewerb sicherzustellen.

Quellen

  • Raschka, C., Nitsche, L. (Hrsg.): Praktische Sportmedizin.
    ISBN: 9783131756114
  • Allolio, B., Schulte, H. M. (Hrsg.): Praktische Endokrinologie.
    ISBN: 9783437246807
  • Marquardt, H., Schäfer, S. (Hrsg.): Lehrbuch der Toxikologie.
    ISBN: 9783804736573
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437061257
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

Das könnte Sie auch interessieren