Antimykotika
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
Sie sind hier: Startseite Medikamente Antimykotika
Antimykotika werden auch als Pilzmittel oder Antipilzmittel bezeichnet und dienen der Bekämpfung von Pilzbefall. In der Medizin werden verschiedene Antimykotika beispielsweise unterteilt hinsichtlich deren Wirkungsmechanismen.
Inhaltsverzeichnis |
Was sind Antimykotika?
So entfalten einige Antimykotika ihre Pilz bekämpfende Wirkung, indem sie Stoffwechselprozesse des Pilzes beeinträchtigen. Andere Antimykotika führen dazu, dass es bei dem zu bekämpfenden Pilz nicht zu einer uneingeschränkten Bildung von Zellwänden kommen kann. Außerdem sind einige Antimykotika in der Lage, Poren in Membranen eines Pilzes zu bilden, die die Lebensfähigkeit des Pilzes negativ beeinflussen.
Unterteilt werden Antimykotika darüber hinaus hinsichtlich der Tatsache, ob sie zu bekämpfende Pilze abtöten oder ob sie lediglich deren Vermehrungsfähigkeit hemmen. Pilzabtötende Antimykotika werden auch als fungizide Antimykotika bezeichnet, während vermehrungshemmende Antipilzmittel auch „fungistatische Antimykotika“ genannt werden.
Welche Antimykotika in Frage kommen, hängt wesentlich davon ab, welcher Pilz die Infektion verursacht. Medizinisch bedeutsam sind vor allem drei Gruppen: die Dermatophyten (Fadenpilze), die Haut, Haare und Nägel besiedeln und etwa für Fußpilz und Nagelpilz verantwortlich sind; die Hefepilze, unter ihnen die Gattung Candida, die Schleimhäute wie die des Mundes oder der Scheide befallen und bei geschwächter Abwehr auch innere Organe erreichen können; und die Schimmelpilze, etwa der Gattung Aspergillus, die vor allem bei stark abwehrgeschwächten Menschen schwere Lungeninfektionen hervorrufen.
Ein zweites Ordnungsprinzip der Fachliteratur ist die Wirkstoffklasse. Bei schweren, den ganzen Körper betreffenden Infektionen tragen vor allem die Azole, die Polyene und die Echinocandine; bei Fadenpilzen der Haut und der Nägel kommen außerdem die Allylamine zum Einsatz, dazu einzelne Substanzen, die sich keiner dieser Gruppen zuordnen lassen. Die Klassen unterscheiden sich in ihrem Angriffspunkt am Pilz und damit auch darin, gegen welche Pilzarten sie wirken und wie sie vertragen werden.
Geschichte & Entwicklung
Die Entdeckung und Entwicklung von Antimykotika begann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als Pilzinfektionen zunehmend als medizinisches Problem erkannt wurden. Der erste Durchbruch kam 1939 mit der Entdeckung von Griseofulvin, einem natürlichen Antimykotikum, das aus dem Pilz Penicillium griseofulvum gewonnen wurde. Griseofulvin wurde zunächst für die Behandlung von Hautpilzinfektionen verwendet, zeigte jedoch erst nach Jahrzehnten eine breitere Anwendung.
Ein bedeutender Fortschritt erfolgte in den 1950er Jahren mit der Entdeckung von Amphotericin B, einem Antimykotikum aus der Gruppe der Polyene, das gegen eine Vielzahl von Pilzinfektionen wirksam ist. Es wird aus dem Bakterium Streptomyces nodosus gewonnen und ist besonders bei systemischen Mykosen, also schweren Pilzinfektionen im Körper, von großer Bedeutung.
In den folgenden Jahrzehnten wurden synthetische Antimykotika entwickelt, darunter die Azole in den 1970er Jahren. Ketoconazol war das erste oral verfügbare Azol. Später folgten Triazole wie Fluconazol und Itraconazol, die sich durch eine bessere Wirksamkeit und geringere Toxizität auszeichneten. Für Ketoconazol zum Einnehmen ließ die Europäische Kommission 2013 wegen des Risikos schwerer Leberschäden die Zulassung als Mittel gegen Pilzinfektionen europaweit ruhen; als Creme oder Shampoo wird der Wirkstoff weiterhin verwendet.
Im 21. Jahrhundert wurden neue Klassen von Antimykotika eingeführt, darunter die Echinocandine, wie Caspofungin, die gezielt die Zellwand von Pilzen angreifen und sich insbesondere bei Candida-Infektionen bewährten. Antimykotika bleiben ein zentrales Element der modernen Medizin, insbesondere bei immungeschwächten Patienten.
Anwendung, Nutzen & Gebrauch
Zur Bekämpfung von Pilzinfektionen werden Antimykotika je nach Form der Infektion lokal (auf den Ort der Infektion beschränkt) oder systemisch (den Organismus als Ganzes betreffend) angewendet. Lokal anzuwendende Antimykotika werden beispielsweise in Form von Salben, Tinkturen, Puder, Nagellack oder Sprays aufgetragen und finden ihren Einsatz etwa in der Behandlung von Pilzinfektionen, die die Haut, die Schleimhäute oder die Nägel betreffen.
So werden gegen leichte bis mittelschwere Formen des Nagelpilzes (an Finger- oder Fußnägeln) häufig lokale Antimykotika verwendet. Ist ein Nagelpilz allerdings bereits weit fortgeschritten und nimmt eine schwere Form an, kann eine kombinierte Therapie mit systemischen Antimykotika notwendig werden. Diese Antimykotika werden unter anderem in Form von Tabletten oder Säften verabreicht.
Über eine Verwendung systemisch wirkender Antimykotika entscheiden Patient und behandelnder Arzt in der Regel unter Abwägung von medizinischem Nutzen und möglichen Nebenwirkungen. Weitere, mit Antimykotika zu behandelnde Pilzinfektionen, sind beispielsweise Scheidenpilze, durch Pilze hervorgerufene Mundschleimhautentzündungen oder die sogenannte Windeldermatitis (Hautinfektionen im Windelbereich bei Säuglingen).
Lokal anzuwendende Antimykotika gegen Scheidenpilze können unter anderem Zäpfchenform haben, während Mundschleimhautentzündungen etwa mit Antimykotika in Form von Mundgels begegnet werden kann. Auch innere Organe können von Pilzinfektionen befallen sein und werden in der Regel mit systemischen Antimykotika behandelt.
Vor der Behandlung steht in der Regel der Erregernachweis. Aus Hautschuppen, Nagelmaterial oder einem Abstrich lässt sich unter dem Mikroskop erkennen, ob überhaupt Pilzfäden vorliegen; die Pilzkultur bestimmt anschließend die Art, molekularbiologische Verfahren können diesen Nachweis beschleunigen. Der Aufwand lohnt sich, weil ein Ausschlag mit ähnlichem Aussehen auch andere Ursachen haben kann und weil sich die Pilzgruppen in ihrer Empfindlichkeit unterscheiden.
Nicht jedes Antimykotikum ist verschreibungspflichtig. Nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung sind Wirkstoffe wie Fluconazol, Itraconazol oder Griseofulvin dem Rezept vorbehalten; bei mehreren anderen – etwa Clotrimazol, Terbinafin oder Ketoconazol – ist die äußerliche Anwendung ausdrücklich von der Verschreibungspflicht ausgenommen, sodass entsprechende Cremes, Sprays und Lösungen in der Apotheke frei erhältlich sind. Eine pauschale Aussage über die Rezeptpflicht von Antimykotika trägt deshalb nicht; sie hängt vom Wirkstoff und von der Darreichungsform ab.
Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Antimykotika
Während Antimykotika verschiedener Wirkstoffkomplexe auf chemisch-pharmazeutischer Ebene vor allem im Rahmen der Schulmedizin Anwendung finden, stellt unter anderem die Naturheilkunde alternative Verfahren zur Bekämpfung von Pilzinfektionen vor.
So besteht eine naturheilkundliche Alternative zur Bekämpfung von potenziell gesundheitsschädigenden Darmpilzen mit Antimykotika etwa in verschiedenen Verhaltensmaßnahmen: Danach sollen von Betroffenen beispielsweise zucker- und kohlenhydratfreie Diäten durchgeführt werden, um den Darmpilzen die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Außerdem sollen Umweltgifte wie Nikotin, Insektizide (Insektenbekämpfungsmittel) oder gechlortes Wasser gemieden werden.
Statt der chemisch-pharmazeutischen Antimykotika empfiehlt die Naturheilkunde des Weiteren Formen der Darmsanierung, also beispielsweise die Wiederherstellung einer intakten Darmflora. Die Wirksamkeit entsprechender naturheilkundlicher Verfahren zur Pilzbekämpfung gilt wissenschaftlich als nicht belegt.
Von den chemisch-pharmazeutischen Antimykotika unterscheiden sich außerdem die im Rahmen der Homöopathie verabreichten Antimykotika. In vielen Fällen raten homöopathisch tätige Ärzte von einer homöopathischen Behandlung von Pilzinfektionen in Eigenregie ab, da verabreichte Mittel nach Überzeugung der Homöopathie exakt auf den individuellen Menschen und dessen Körperkonstitution abgestimmt sein müssen.
Ebenso wie die Wirksamkeit naturheilkundlicher Mittel zur Bekämpfung von Pilzinfektionen gilt auch die Wirksamkeit homöopathischer Antimykotika wissenschaftlich als nicht belegt.
Risiken & Nebenwirkungen
Die Anwendung von Antimykotika zur Behandlung von Pilzinfektionen kann verschiedene Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. Dies gilt nicht nur für Antimykotika auf chemisch-pharmazeutischer Basis, sondern beispielsweise auch für homöopathische Antimykotika.
So warnt beispielsweise der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) bei der Anwendung homöopathischer Antimykotika in Eigenregie vor möglichen heftigen, ungewollten Reaktionen, die sich über mehrere Monate erstrecken können.
Je nach Wirkstoff und Form chemisch-pharmazeutischer Antimykotika raten Hersteller unter anderem während Schwangerschaft und Stillzeit von einer Anwendung ab. Auch bei Unverträglichkeiten, Allergien oder schweren Lebererkrankungen können Ärzte von der Verwendung verschiedener Antimykotika abraten.
Zu den möglichen Nebenwirkungen chemisch-pharmazeutischer Antimykotika zählen beispielsweise Kopfschmerzen oder Übelkeit. Nebenwirkungen lokal wirksamer Antimykotika sind dabei meist örtlich begrenzt.
Ein eigenes Kapitel sind die Wechselwirkungen. Azol-Antimykotika hemmen Enzyme der Leber, über die auch zahlreiche andere Arzneistoffe abgebaut werden. Dadurch können sich Wirkung und Nebenwirkungen dieser anderen Mittel verstärken; betroffen sind unter anderem bestimmte Blutgerinnungshemmer, Mittel gegen erhöhte Blutfette und einige Beruhigungsmittel. Aus diesem Grund gehört bei einer inneren Behandlung mit Azolen die vollständige Übersicht über alle eingenommenen Medikamente zu den Voraussetzungen der ärztlichen Verordnung.
Systemisch wirkende Antimykotika belasten außerdem die Leber; bei einer längeren Behandlung sind deshalb Kontrollen der Leberwerte üblich. Bei einigen Wirkstoffen kommen Veränderungen des Blutbildes, Störungen des Salzhaushalts oder Auswirkungen auf die Nierenfunktion hinzu. Örtlich angewendete Antimykotika verursachen dagegen meist nur Reizungen an der behandelten Stelle, etwa Brennen, Rötung oder Trockenheit der Haut.
Anwendung & Sicherheit
Antimykotika werden zur Behandlung von Pilzinfektionen angewendet und können je nach Infektionstyp entweder topisch (auf die Haut aufgetragen), oral (in Tablettenform) oder intravenös verabreicht werden. Topische Anwendungen sind typisch bei oberflächlichen Infektionen wie Fuß- oder Nagelpilz, während systemische Infektionen, die innere Organe betreffen, orale oder intravenöse Antimykotika erfordern. Die Dosierung und Anwendungsdauer richten sich nach der Art der Infektion, dem betroffenen Körperbereich und dem spezifischen Antimykotikum.
Die Sicherheit bei der Anwendung von Antimykotika hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Allgemeinen sind topische Antimykotika sicherer, da sie weniger systemische Nebenwirkungen verursachen. Orale und intravenöse Antimykotika können jedoch Nebenwirkungen wie Leberschäden, Nierenprobleme und allergische Reaktionen hervorrufen, insbesondere bei längerer Anwendung. Deshalb sind regelmäßige Blutkontrollen und ärztliche Überwachung oft notwendig, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
Die Qualitätskontrolle bei der Herstellung von Antimykotika erfolgt streng nach den Good Manufacturing Practices (GMP), um eine gleichbleibende Wirkstoffqualität, Reinheit und Stabilität zu gewährleisten. Jede Charge wird vor dem Verkauf umfangreichen Laboranalysen unterzogen, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen der Arzneimittelbehörden entspricht. Diese Kontrollen minimieren das Risiko von Verunreinigungen und gewährleisten die Sicherheit und Wirksamkeit der Medikamente.
Alternativen
Neben Antimykotika gibt es einige alternative Therapieformen zur Behandlung von Pilzinfektionen, je nach Schwere und Art der Infektion. Zu den natürlichen Alternativen gehören Teebaumöl, Knoblauch und Kokosöl, denen antimykotische Eigenschaften zugeschrieben werden und die bei leichten, oberflächlichen Infektionen der Haut oder Nägel verwendet werden. Belastbare klinische Studien, die für sie einen Behandlungserfolg belegen, fehlen jedoch weitgehend. Ein verschreibungspflichtiges Antimykotikum können sie deshalb auch bei kleineren Infektionen nicht ersetzen.
Eine weitere Alternative sind antibakterielle Mittel, insbesondere bei gemischten Infektionen, in denen Bakterien zusätzlich beteiligt sind. Antiseptika wie Chlorhexidin oder Povidon-Iod können ebenfalls hilfreich sein, um die Haut zu desinfizieren und die Vermehrung von Pilzen zu hemmen. Diese werden jedoch nicht spezifisch gegen Pilze eingesetzt und sind bei systemischen Pilzinfektionen nicht wirksam.
Lasertherapie ist eine moderne Alternative zur Behandlung von Nagelpilz. Sie nutzt hochfrequente Lichtenergie, um Pilzzellen abzutöten, ohne den Nagel oder die umgebende Haut zu schädigen. Diese Methode ist relativ sicher, erfordert jedoch mehrere Sitzungen und ist meist teurer als traditionelle Medikamente. Ihre Wirksamkeit ist bislang nur unzureichend belegt.
Im Vergleich zu Antimykotika bieten diese Alternativen bei milden oder oberflächlichen Infektionen gewisse Vorteile, insbesondere bei Patienten, die auf herkömmliche Antimykotika allergisch reagieren oder Nebenwirkungen vermeiden wollen. Bei schweren oder systemischen Infektionen sind jedoch Antimykotika unverzichtbar, da sie gezielt gegen Pilze wirken und eine wirksamere Kontrolle der Infektion ermöglichen.
Unabhängig vom gewählten Mittel entscheidet häufig das Umfeld über den Erfolg. Pilzsporen halten sich in Schuhen und Textilien sowie auf den Böden von Bädern und Umkleiden und können von dort aus zu einer erneuten Ansteckung führen; bei Fuß- und Nagelpilz gehört die Behandlung von Strümpfen und Schuhwerk deshalb zum üblichen Vorgehen. Ebenso werden begünstigende Umstände einbezogen: ein feuchtwarmes Milieu, Durchblutungsstörungen, eine geschwächte Abwehr oder eine schlecht eingestellte Zuckerkrankheit erhöhen die Anfälligkeit für Pilzinfektionen und begünstigen ihr Wiederauftreten.
Auch die Widerstandsfähigkeit der Pilze selbst nimmt zu. Bei Hefepilzen sind Stämme beschrieben, die auf gebräuchliche Azole nicht mehr ansprechen; bei Schimmelpilzen der Gattung Aspergillus wird ein Teil der Unempfindlichkeit auf den Einsatz chemisch verwandter Wirkstoffe im Pflanzenschutz zurückgeführt. Das ist einer der Gründe, warum die Auswahl des Mittels bei schweren Infektionen zunehmend auf einer Empfindlichkeitsprüfung im Labor beruht und warum sich die Forschung nicht nur um neue Wirkstoffe, sondern auch um bessere Nachweisverfahren bemüht.
Forschung & Zukunft
In der aktuellen Forschung zu Antimykotika stehen vor allem Resistenzen im Fokus, da immer mehr Pilzarten gegen bestehende Medikamente unempfindlich werden. Ein bedeutender Trend ist die Suche nach neuen Wirkstoffklassen, die sich von den bisher verwendeten Azolen, Polyenen und Echinocandinen unterscheiden. Eine vielversprechende Entwicklung sind sogenannte Tetrazole, die ähnlich wie Azole wirken, jedoch eine stärkere Bindung an das pilzliche Enzym Lanosterol-14α-Demethylase zeigen, was zu einer besseren Wirksamkeit gegen resistente Stämme führen könnte.
Ein weiterer Ansatz sind kombinatorische Therapien, bei denen Antimykotika mit anderen Medikamenten, wie Immunmodulatoren oder antibakteriellen Wirkstoffen, kombiniert werden. Diese Kombinationen könnten die Wirksamkeit erhöhen und das Risiko einer Resistenzbildung verringern. Auch die Erforschung von Synergien mit natürlichen Substanzen wie pflanzlichen Extrakten oder ätherischen Ölen gewinnt an Bedeutung.
Nanotechnologie spielt ebenfalls eine wachsende Rolle in der Antimykotika-Forschung. Nanopartikel können als Träger für Antimykotika verwendet werden, um die Wirkstoffe gezielt an infizierte Stellen zu transportieren und die Toxizität für gesunde Zellen zu verringern. Zudem werden Immuntherapien untersucht, bei denen das Immunsystem gezielt gestärkt wird, um Pilzinfektionen effektiver zu bekämpfen.
Diese Ansätze könnten langfristig helfen, das Problem zunehmender Resistenzen zu überwinden und die Behandlung von Pilzinfektionen zu verbessern.
Wie ernst das Problem inzwischen genommen wird, zeigt eine Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation: Im Oktober 2022 veröffentlichte sie erstmals eine Prioritätenliste krankheitserregender Pilze, die neunzehn Arten umfasst. Zur Begründung verwies die Organisation darauf, dass nur wenige Wirkstoffklassen zur Verfügung stehen, dass zuverlässige und bezahlbare Nachweisverfahren vielerorts fehlen und dass Pilzinfektionen im Vergleich zu bakteriellen Infektionen in Forschung und Gesundheitspolitik lange unterschätzt worden sind. Als besonders gefährdet gelten Menschen mit Krebserkrankungen, nach Organtransplantationen, mit chronischen Lungenerkrankungen oder mit einer HIV-Infektion.
Quellen
- Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
ISBN: 9783662613849
- Brodt, H.-R., Simon, C. (Hrsg.): Infektionstherapie.
ISBN: 9783132423435
- Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
ISBN: 9783662495445
- Hof, H., Schlüter, D.: Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie.
ISBN: 9783132443174
- Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
ISBN: 9783804746541
