Chronische Sinusitis
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Unter einer chronischen Sinusitis versteht man in der medizinischen Fachsprache eine dauerhafte Nasennebenhöhlenentzündung. Anders als die akute Form, die von Viren oder Bakterien ausgelöst wird, hat sie in der Regel mehrere Ursachen zugleich: Im Vordergrund steht eine dauerhafte Belüftungs- und Abflussstörung der Nasennebenhöhlen, hinzu kommen häufig Nasenpolypen, anatomische Engstellen, Allergien oder ein Asthma. Sie lässt sich durch verschiedene Medikamente behandeln.
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Was ist eine chronische Sinusitis?
Chronische Sinusitis bezeichnet eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen, welche nicht mehr komplett abklingt. Von einer chronischen Erkrankung spricht man dann, wenn die Beschwerden länger als zwölf Wochen, also etwa drei Monate, ohne vollständige Rückbildung bestehen. Da die Nasenschleimhaut immer mitbetroffen ist, lautet die heute gebräuchliche Fachbezeichnung chronische Rhinosinusitis (CRS). Unterschieden werden dabei zwei Formen: die chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) und diejenige ohne Nasenpolypen (CRSsNP). Diese Unterscheidung bestimmt heute maßgeblich, welche Behandlung infrage kommt.
Die Erkrankung tritt relativ häufig auf und betrifft in ihrer akuten Form zumeist die Kieferhöhle und das Siebbein. Die chronische Sinusitis tritt ebenfalls in diesen Bereichen auf, kann sich jedoch noch weiter ausbreiten.
Ursachen
Chronische Sinusitis entsteht in Folge einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung. Diese wird wiederum durch einen unzureichend behandelten Schnupfen oder eine Rachenentzündung ausgelöst.
Wird hier nicht rechtzeitig reagiert, werden die Beschwerden chronisch. Auch bestimmte Allergien gegen Pollen, Hausstaub oder andere Allergene können die Erkrankung auslösen. Allerdings lässt sich durch entsprechende Maßnahmen auch eine chronische Sinusitis kurieren.
Der Grund für eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen kann auch anatomisch bedingt sein. Eine verbogene Nasenscheidewand, vergrößerte Nasenmuscheln oder Nasenpolypen wirken sich etwa besonders negativ auf den Krankheitsverlauf aus.
Lange Zeit galt die chronische Form vor allem als Folge einer nicht ausgeheilten Infektion. Nach heutigem Kenntnisstand handelt es sich um ein Krankheitsbild mit mehreren zusammenwirkenden Ursachen, bei dem eine dauerhafte Entzündung der Schleimhaut im Vordergrund steht und Bakterien eher eine begleitende als eine auslösende Rolle spielen. Entscheidend ist eine Belüftungs- und Abflussstörung an den engen Verbindungsgängen zwischen Nase und Nebenhöhlen, dem sogenannten ostiomeatalen Komplex.
Als weitere Ursachen und begünstigende Erkrankungen gelten Asthma, eine Unverträglichkeit von Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure (in Verbindung mit Nasenpolypen und Asthma als Samter-Trias bezeichnet), angeborene Störungen der Flimmerhärchen, die zystische Fibrose sowie entzündete Zahnwurzeln der Oberkieferzähne, die bis in die Kieferhöhle reichen. Auch Rauchen erhöht das Risiko.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Typisch für die Erkrankung sind wiederkehrende Erkältungskrankheiten, die mit Schnupfen, Kopfschmerzen, verstopfter Nase und anderen klassischen Symptomen und Beschwerden einhergehen. Meist stellt sich ein Ausfluss ein, der gelb-grünlich, eitrig und zäh ist.
Er fließt aus der Nase und in den Rachen ab, und dadurch verschließen sich die Nasenhöhlen. Es kommt zu einer schlechten Nasenatmung, die Schwindel, Leistungsabfall und ein starkes Unwohlsein hervorrufen kann. Begleitend dazu ist in der Regel auch die Geruchs- und Geschmackswahrnehmung reduziert. Der Patient verspürt meist auch ein Gefühl der Stauung im Gesicht, welches mit dem Fortschreiten der Erkrankung an Intensität zunimmt.
Die Gesichtsschmerzen sind meist stechend, bohrend oder pulsierend. Sie treten vermehrt über der Stirn, der Nase oder der Wange auf und strahlen oft bis in die Schädelmitte oder in den Bereich zwischen den Augen aus. Typisch für die Erkrankung ist, dass die Schmerzen sich verstärken, wenn der Betroffene sich schnell nach vorne beugt, aufsteht oder auf einem Bein hüpft. Die chronische Sinusitis kann sich auf eine einzelne Nasennebenhöhle beschränken, sie kann aber auch im gesamten Nasenrachenraum auftreten. Sie wird oft von Polypenbildung begleitet. Fieber gehört dagegen nicht zum Bild der chronischen Form und spricht eher für einen akuten Schub.
Diagnose & Verlauf
Um die chronische Sinusitis diagnostizieren zu können, muss zuerst die akute Grunderkrankung klar als solche erkannt werden. Dies geschieht anhand der typischen Beschwerden einer Nasennebenhöhlenentzündung. Dazu gehören Schmerzen im Stirn- oder Oberkieferbereich, eitriger Schnupfen, Probleme mit dem Geruchssinn und eine verstopfte Nase.
Liegen diese Beschwerden nicht vor, kann eine Sinusitis meist ausgeschlossen werden. Bei der chronischen Sinusitis gestaltet sich die Diagnostik jedoch schwieriger, da die Symptome wesentlich schwächer sind und nur in Schüben auftreten.
Wenn die Wahrscheinlichkeit einer Sinusitis hoch ist, wird meist noch eine endoskopische Untersuchung vorgenommen, um die Diagnose zu sichern. Das Endoskop wird dabei in Mund und Nasenlöcher eingeführt, um austretende Sekrete und Schwellungen zu erkennen. Die Sekrete werden zudem untersucht, um den Erreger der Sinusitis nachweisen zu können. Im Anschluss daran wird das entsprechende Medikament verschrieben. Ausschlaggebend für die Diagnose der chronischen Form ist jedoch nicht das Versagen einzelner Präparate, sondern die Dauer: Halten die Beschwerden länger als zwölf Wochen an, ohne vollständig abzuklingen, liegt eine chronische Sinusitis vor.
Darüber hinaus werden weitere Untersuchungen wie die Computertomographie und diverse Allergietests vorgenommen, um die Ursachen zu klären und eine mögliche Operation zu planen. Zusätzlich können zahnärztliche Kontrollen und Riechtests sinnvoll sein, um Begleiterkrankungen zu erkennen. Die Krankheit verläuft für die Betroffenen in der Regel nicht tödlich, schränkt die Lebensqualität jedoch stark ein und verursacht mitunter große Probleme im Alltag.
Komplikationen
Von einer chronischen Sinusitis spricht man, wenn die Entzündung auch nach mehr als zwölf Wochen nicht auskuriert ist. Danach besteht zwar noch immer die Möglichkeit, dass die Erkrankung von selbst zurückgeht, dennoch werden weitere Schritte eingeleitet, um eine Ausbreitung zu vermeiden. Durch Medikamente und eine Veränderung der äußeren Umstände lässt sich eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung für die Betroffenen angenehmer gestalten.
Nicht immer kann sie jedoch komplett auskuriert werden und so müssen einige Patienten lebenslang Medikamente dagegen einnehmen. Eine chronische Sinusitis kann sich ausbreiten, auf benachbarte Körperregionen übergreifen und diese schädigen. Erfolgt keine ärztliche Behandlung, können schwerwiegende Komplikationen entstehen.
Insbesondere die Augen sind besonders gefährdet. Die Nasennebenhöhlen und die Augen werden von einer dünnen Knochenplatte getrennt. Durch eine Entzündung kann diese so sehr geschädigt werden, dass ein Durchbruch entsteht und Bakterien direkt in die Augenhöhle gelangen können. Schwere Augenschäden bis hin zur Blindheit können die Folge dessen sein.
Auch das Gehirn gilt als gefährdet bei einer chronischen Sinusitis. Entsteht ein Durchbruch der knöchernen Trennung zwischen Gehirn und Nasennebenhöhlen, ist eine Hirnhautentzündung (Meningitis) möglicherweise die Folge. Eine solche kann eine lebensgefährdende Bedrohung darstellen und bedarf zwingend ärztlicher Behandlung. Ferner besteht die Gefahr, dass sich Eiter in den Gehirnstrukturen absetzt und Abszesse entstehen. Es ist zudem möglich, dass sich Blutgerinnsel in den Hirnadern bilden (Thrombose).
Zwischen Kieferhöhle und den Wurzeln der Oberkieferzähne besteht ein enger anatomischer Zusammenhang. Häufiger als der Übergriff der Entzündung auf die Zähne ist dabei der umgekehrte Weg: Nicht selten hat eine chronische Entzündung der Kieferhöhle ihren Ursprung in Zahnwurzelentzündungen. Unbehandelt verschlechtert sich zudem immer mehr die Atmung durch die Nase. Ein Folgeproblem dessen ist das Schnarchen.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Eine Chronifizierung der einfachen Nasennebenhöhlenentzündung ist als Komplikation zu sehen. Aus diesem Grund erfordert jede chronische Sinusitis eine ärztliche Behandlung. Schwerwiegende Komplikationen können nur vermieden werden, wenn rechtzeitig ein Arzt aufgesucht wird.
In fortgeschrittenen Stadien ist eine operative Therapie zumeist unumgänglich. Andernfalls werden die Beschwerden sich nicht bessern. Soll ein größerer Eingriff vermieden werden, ist es sinnvoll, möglichst frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. In der Regel ist die Konsultation eines Arztes angebracht, wenn die Symptomatik der akuten Sinusitis über den üblichen Zeitraum hinaus anhält. In diesem Fall kann der Arzt – häufig durch die Gabe eines Antibiotikums – intervenieren. Lange Zeit wurde bei anhaltenden Beschwerden regelmäßig ein Antibiotikum verordnet. Heute wird damit zurückhaltender umgegangen: Es kommt vor allem bei starken Beschwerden, hohem Fieber oder einer erneuten Verschlechterung infrage, während sonst entzündungshemmende und schleimhautabschwellende Maßnahmen im Vordergrund stehen.
Keinen Aufschub duldet dagegen eine Schwellung oder Rötung des Augenlids, ein hervortretendes Auge, plötzliche Sehstörungen oder Doppelbilder, ferner heftigste Kopfschmerzen, ein steifer Nacken, hohes Fieber, Verwirrtheit oder eine Schwellung der Stirn. Solche Zeichen sprechen für ein Übergreifen der Entzündung auf Augenhöhle oder Gehirn und gehören umgehend in die Klinik.
Eine signifikante Verbesserung der belastenden Problematik kann in der Regel bereits wenige Wochen nach dem Aufsuchen eines Arztes erreicht werden. Der richtige Ansprechpartner ist in diesem Fall der Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, dem vielfältige diagnostische und therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Konsultation dieses Facharztes kann auch ohne Überweisung durch den Hausarzt erfolgen.
Behandlung & Therapie
Nachdem chronische Sinusitis diagnostiziert wurde, können verschiedene Maßnahmen eingeleitet werden. Sind Allergien die Ursache, werden Antiallergika und Nasenspray verschrieben. Auch eine so genannte Hyposensibilisierung ist Teil einiger Therapien. Zudem werden Nasenspülungen mit Kochsalzlösung verordnet, um Sekret und Bakterien auszuschwemmen und so die Beschwerden zu lindern.
Grundlage der Behandlung sind nach heutigem Kenntnisstand kortisonhaltige Nasensprays (topische Glukokortikoide) zusammen mit diesen Nasenspülungen. Antibiotika wurden früher wiederholt und über lange Zeiträume verordnet; heute werden sie nur noch bei einem akuten bakteriellen Schub und dann zeitlich begrenzt eingesetzt, weil sie den chronischen Verlauf selbst nicht bessern. Abschwellende Nasensprays verschaffen zwar rasch Luft, dürfen aber nur wenige Tage am Stück angewendet werden: Bei längerem Gebrauch schwillt die Schleimhaut dauerhaft an und gewöhnt sich an das Mittel.
In manchen Fällen kann auch eine Ernährungsumstellung gegen die chronische Sinusitis helfen. Das ist dann der Fall, wenn eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegt. In jedem Fall muss ein Experte konsultiert werden, um die Erkrankung effektiv zu behandeln. Mittlerweile besteht abseits von langwierigen Therapien auch die Möglichkeit, die Beschwerden chirurgisch zu beheben. Dabei werden die verschlossenen Verbindungsgänge mit Hilfe eines Ballons aufgedehnt. Diese so genannte Ballonsinuplastie eignet sich allerdings nur für einfache Fälle der chronischen Sinusitis.
Bringen Nasenspray und Nasenspülung keine ausreichende Besserung, ist die endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie das Verfahren der Wahl. Dabei werden über die Nase, also ohne äußere Schnitte, die verengten Zugänge zu den Nebenhöhlen erweitert und Polypen entfernt, so dass Belüftung und Sekretabfluss wieder funktionieren. Für schwere Verläufe mit ausgedehnter Polypenbildung stehen seit einigen Jahren zusätzlich Biologika zur Verfügung – Antikörper wie Dupilumab, Omalizumab oder Mepolizumab, die gezielt in die zugrunde liegende Entzündung eingreifen und in Spezialambulanzen verordnet werden.
Behandlungsmethoden, die bei akuter Sinusitis genutzt werden, können bei der chronischen Form zumindest die Beschwerden lindern. Zu den üblichen Therapien gehört das Inhalieren von Dampf, Akupunktur sowie der Einsatz von ätherischen Ölen.
Aussicht & Prognose
Die Prognose einer chronischen Sinusitis ist individuell und kann nicht einheitlich für alle Betroffenen vorhergesagt werden. Bei einer Vielzahl der Patienten kommt es trotz des chronischen Krankheitsverlaufs zu einer Heilung sowie einer vollständigen Beschwerdefreiheit.
Ebenso ist die Möglichkeit eines kontinuierlichen Krankheitsverlaufs gegeben, bei dem der Patient lebenslange Beeinträchtigungen hat. Können die Ärzte die Belüftung der Nebenhöhlen wiederherstellen, bestehen gute Heilungschancen. In einem operativen Eingriff wird versucht, dieses Ziel zu erreichen. Der Erfolg ist abhängig von der Schwere der Erkrankung, dem Alter des Patienten sowie dessen allgemeinen Gesundheitszustand.
Durch die Wiederherstellung der Belüftung der Nasennebenhöhle kann eine Regenerierung der Funktionstätigkeit der Schleimhäute erfolgen. Dieser Vorgang ist essentiell für eine gute Prognose und kann bei einer erfolgreichen Operation innerhalb weniger Wochen stattfinden. Darüber hinaus muss der Patient nach dem Eingriff an vorgegebenen Nach- und Kontrolluntersuchungen teilnehmen, damit ein guter Verlauf gewährleistet werden kann.
Die Prognose verschlechtert sich, wenn es bereits zu einer Ausbreitung der Erkrankung in die umliegenden Regionen des Gesichts gekommen ist. Sind die Augen oder die Zähne bereits durch die chronische Sinusitis angegriffen, kann es zu lebenslangen Schäden kommen. Eine vollständige Genesung ist beispielsweise bei einer bereits erfolgten Erblindung durch die chronische Sinusitis nicht mehr möglich.
Vorbeugung
Eine Sinusitis wird vor allem aufgrund einer fehlenden Früherkennung der Ursachen zu einer chronischen Erkrankung. Eine vorbeugende Maßnahme ist also ein Besuch bei einem HNO-Arzt, wenn erste Symptome auftreten.
Zudem müssen Erkältungen, Rachenentzündungen sowie Schnupfen ausreichend kuriert werden, damit sich keine chronischen Beschwerden entwickeln. Generell hilft es, viel zu trinken, die Nase regelmäßig mit einer lauwarmen Kochsalzlösung auszuspülen und die Wohnung gut durchzulüften.
Darüber hinaus kann ein Allergietest dazu beitragen, die Beschwerden einzudämmen. Hyposensibilisierung beugt einer chronischen Sinusitis ebenso vor. Zuletzt sollte auf ein gesundes, abgehärtetes Immunsystem geachtet werden. Ausreichend Sport und eine gesunde Ernährung sind essenziell für die Vorbeugung einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung.
Nachsorge
Die chronische Sinusitis ist eine auf Dauer bestehende Nasennebenhöhlenentzündung. Diese kann den Patienten stark belasten. Daher ist praktisch nach jedem Schnupfen eine Behandlung mit kortisonhaltigen Nasensprays und eine entsprechende Nachsorge notwendig. Gegebenenfalls muss eine Operation eine Druckentlastung schaffen.
Wenn die Verbindungsgänge zwischen den Nasennebenhöhlen durch Verkrümmungen in der Nasenscheidewand verengt sind oder durch Polypen blockiert werden, sind häufige Nasennebenhöhlenentzündungen die Folge. Die chronische Sinusitis kann oft erfolgreich mit konventionellen Mitteln behandelt werden. Meistens wird durch Kortisonsprays eine bessere Atmung und eine Druckentlastung erreicht.
Ist die konservative Behandlung aber nicht dauerhaft erfolgreich, können die Beschwerden der chronischen Sinusitis nur noch mittels einer chirurgischen Intervention oder Nasennebenhöhlensanierung unter Vollnarkose behoben werden. Dabei wird oft auch die Krümmung in der Nasenscheidewand operativ behoben. Eine Nachsorge ist erforderlich, weil es postoperativ gelegentlich zu Blutungen und anhaltenden Schwellungen kommt.
Außerdem besteht die Gefahr, dass sich die Probleme nicht als langfristig behoben erweisen. Kompliziert wird es beispielsweise, wenn der Patient wegen Schlafapnoe eine nächtliche Beatmungshilfe nutzen muss. Die nächtliche Atemhilfe trocknet die Atemwege so aus, dass die chronische Sinusitis praktisch nicht in den Griff zu bekommen ist. Hier können die Nachsorgemaßnahmen nur dafür sorgen, dass der bereits operierte Patient bei jeder Erkältung eine medikamentöse Druckentlastung erfährt.
Das können Sie selbst tun
Bei einer chronischen Sinusitis kann der Betroffene unterstützend auf seinen Lebenswandel achten, um eine Verbesserung der eigenen Gesundheit zu erzielen. Das Rauchen ist vollständig zu vermeiden, ebenso wie ein Aufenthalt in Raucherbereichen oder -räumen. Eine gesunde Ernährung verbessert das Wohlbefinden und stabilisiert das Immunsystem, sodass der Organismus selbständig ausreichend Abwehrkräfte produzieren kann.
Bei der Nahrungsmittelzufuhr ist daher auf eine vitaminreiche Kost zu achten und zusätzlich sollte eine ausreichende Bewegung stattfinden. Die Flüssigkeitszufuhr ist zu beachten. Die Nasenschleimhaut benötigt ausreichend Flüssigkeit, um sich regenerieren zu können. In den Wintermonaten ist die Luft im Innenbereich häufig trocken und in den Sommermonaten können die Außentemperaturen eine Austrocknung der Schleimhäute fördern. Mit ungefähr zwei Litern täglich ist daher der Organismus mit Flüssigkeit zu versorgen.
Im Umgang mit anderen Erkrankten ist auf ein besonders hygienisches Verhalten zu achten. Die Hände sind zu desinfizieren und Nasensprays oder Taschentücher sind nicht mit anderen Menschen zu teilen. Es sollte darauf geachtet werden, dass keine weiteren Krankheitserreger in den Organismus gelangen können. Insbesondere in kalten Jahreszeiten ist die Anzahl der Keime deutlich erhöht. Vorbeugend ist aus diesem Grund vorsichtig zu agieren, damit das eigene Immunsystem nicht noch stärker belastet und der Heilungsprozess erschwert wird.
Quellen
- Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde.
ISBN: 9783662581773
- Lenarz, T., Boenninghaus, H.-G.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
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- Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
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- Strutz, J., Mann, W. (Hrsg.): Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie.
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- Guntinas-Lichius, O., Klußmann, J. P., Lang, S.: Referenz HNO-Heilkunde.
ISBN: 9783132422421

