Ertapenem

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei Ertapenem handelt es sich um einen medizinischen Wirkstoff der Gruppe der Carbapeneme. Präparate, welche den Arzneistoff enthalten, werden u. a. zur Behandlung von intraabdominellen Infektionen, akuten gynäkologischen Infektionen, einer ambulant erworbenen Lungenentzündung sowie zur Therapie eines diabetischen Fußes eingesetzt. Darüber hinaus wird Ertapenem präventiv verwendet, um bereits vor einer Operation eine Infektion des Bauchbereichs zu verhindern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ertapenem?

Ertapenem
Ertapenem wird verabreicht, um Infektionskrankheiten bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 3 Monaten zu bekämpfen.
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Ertapenem wird der Wirkstoffgruppe der Carbapeneme zugerechnet. Unter diesem Begriff werden verschiedene Antibiotika zusammengefasst, die wegen ihrer breiten antimikrobiellen Wirkung als Medikamente verabreicht werden. Neben Ertapenem gehören auch Meropenem, Imipenem, Doripenem und Tebipenem zu dieser Gruppe. Die EU-Zulassung des Doripenem-Präparates Doribax wurde am 31. Juli 2014 zurückgenommen.

Innerhalb der Europäischen Union und der Schweiz wird Ertapenem unter dem Handelsnamen Invanz® vertrieben. In der Pharmakologie und Chemie wird der Wirkstoff mit der Summenformel C22-H25-N3-O7-S beschrieben, was einer molaren Masse von 475,516 g/mol entspricht.

Ertapenem wird verabreicht, um Infektionskrankheiten zu behandeln, die durch Anaerobier oder gramnegative bzw. grampositive Erreger ausgelöst werden. Grampositiv ist eine Bakterie, wenn sie bei Durchführung einer Differentialfärbung blau wird. Gramnegativ sind solche, die sich rot färben.

Die Verabreichung von Ertapenem erfolgt in der Regel als Infusionslösung und damit parenteral.

Pharmakologische Wirkung

Ertapenem wirkt – was für Vertreter der Carbapeneme typisch ist – ausgesprochen zügig. Das heißt Bakterien werden durch den Wirkstoff schnell abgetötet. Allerdings muss eine minimal wirksame Menge an Ertapenem im Körper dauerhaft überschritten werden, um Erfolge zu erzielen. In der Fachwelt wird deshalb von einer zeitabhängigen Tötungskinetik gesprochen.

Ertapenem ist den meisten Betalaktamasen gegenüber stabil. Bei Betalaktamasen handelt es sich um bestimmte Enzyme, die von Bakterien gebildet werden, um Angriffe von außen zu verhindern. Betalaktamasen verhindern auf diese Weise die Wirksamkeit von Antibiotika. Weil Ertapenem gegenüber den meisten Betalaktamasen stabil ist, kann der Arzneistoff gegen zahlreiche Bakterien effektiv eingesetzt werden. Gegenüber Metallo-Betalaktamasen ist Ertapenem hingegen nicht stabil.

Außerdem wird Ertapenem nicht durch die Extended-Spectrum-Betalaktamasen (ESBL) einer Bakterie angegriffen. Auch diese können die Wirksamkeit von Antibiotika erheblich beeinträchtigen. Ertapenem ist jedoch gegen Enterokokken und Pseudomonas aeruginosa wirkungslos.

Der Arzneistoff tötet Bakterien, indem er sich an penicillinbindende Proteine anbindet. Hierdurch wird die Bakterie nachhaltig daran gehindert, ihre Zellwand zu erneuern, was schließlich zum Tod derselben führt.

Ausgeschieden wird Ertapenem zu 10 % über den Stuhl. Die weitere Eliminierung des Wirkstoffs erfolgt renal, also durch die Niere.

In tierexperimentellen Studien konnte kein Kausalzusammenhang zwischen der Behandlung mit Ertapenem und direkten oder indirekten Schädigungen des Embryos festgestellt werden. Dennoch sollte eine Anwendung nur nach Durchführung einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Analyse erfolgen. Weil Ertapenem in die Muttermilch übergehen kann, darf während und kurz nach der Behandlung nicht gestillt werden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Ertapenem wird verabreicht, um Infektionskrankheiten bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 3 Monaten zu bekämpfen. Es besteht eine Indikation bei akuten gynäkologischen Infektionen, einer ambulant erworbenen Lungenentzündung (Pneumonie), bei intraabdominellen Infektionen sowie beim diabetischen Fuß, sofern dieser zu einer Hautinfektion führt.

Daneben kann Ertapenem auch präventiv, d. h. vorbeugend angewandt werden. Häufig erfolgt deshalb eine Verschreibung, um postoperative Infektionen des Bauchraums zu verhindern. Derartige Infektionen können sich nach elektiven kolorektalen Eingriffen einstellen.

Ertapenem wird als Pulver vertrieben. Dieses wird üblicherweise als Konzentrat geliefert. Es dient dazu, eine Infusionslösung herzustellen. Die Verabreichung erfolgt also parenteral.


Risiken & Nebenwirkungen

Ertapenem darf nicht verabreicht werden, wenn eine Kontraindikation vorliegt. Mit dem Begriff der Kontraindikation wird ein Umstand bezeichnet, der zu einer medizinischen Gegenanzeige führt. Das bedeutet, eine Behandlung hat aufgrund tatsächlicher Umstände aus ärztlicher Sicht zwingend zu unterbleiben. Eine derartige Kontraindikation liegt vor, wenn Überempfindlichkeiten bzw. Allergien gegen Ertapenem oder andere Medikamente der Carbapenem-Gruppe bestehen.

Überempfindlichkeiten konnten aber auch bei Behandelten festgestellt werden, die mit Beta-Laktam-Antibiotika therapiert wurden. Darüber hinaus darf Ertapenem bei einer schweren Beeinträchtigung der Nierenfunktion und bei Patienten unter Hämodialyse nicht angewendet werden, weil für diese Gruppen keine ausreichenden Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit vorliegen, die eine Dosierungsempfehlung ermöglichen. Bei Erwachsenen mit geringer bis mäßiger Beeinträchtigung der Nierenfunktion ist dagegen keine Anpassung der Dosis erforderlich.

Ferner können im Zuge der Behandlung mit Ertapenem unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Bisher konnte beobachtet werden, dass Pilzinfektionen (insbesondere Kandidose), Hypoglykämien (Absenkung des Blutzuckers unter 60 mg/dl), Schnupfen, Husten und Pharyngitis (Entzündung der Rachenschleimhaut) auftraten.

Zu den weiteren unerwünschten Nebenwirkungen gehören Schlaflosigkeit, allgemeine Ermüdungszustände und Schwächegefühle, Schwindel, Unruhe, depressive Verstimmungen sowie Panikzustände.

Ebenfalls möglich sind allergische Reaktionen der Haut. Diese äußern sich in der Regel durch Ausschlag, Urtikaria (Quaddeln), Dermatitis oder Juckreiz. Ferner können eine Anorexie sowie Störungen des Gastrointestinaltrakts (Durchfall, Erbrechen, Übelkeit etc.) auftreten.

In einigen Fällen kam es auch zu Herzrhythmusstörungen. Zudem zählen Schmerzen (insbesondere im Kopf-, Muskel-, Bauch, Brust- oder Schulterbereich) zu den möglichen Nebenwirkungen. Auch eine Hyper- oder Hypotonie sind während und kurz nach der Behandlung denkbar.

Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung

Ertapenem wird nicht geschluckt, sondern als Infusion in eine Vene gegeben. Der Wirkstoff gelangt damit unmittelbar in die Blutbahn, und die volle verabreichte Menge steht dem Körper zur Verfügung. Im Blut ist Ertapenem zu einem sehr hohen Anteil an Eiweiße des Blutplasmas gebunden. Diese Bindung nimmt mit steigender Konzentration leicht ab: Bei niedrigeren Blutspiegeln liegen rund 95 Prozent des Wirkstoffs gebunden vor, bei den Spitzenwerten unmittelbar nach dem Ende einer Infusion noch etwa 92 Prozent. Nur der ungebundene Anteil kann aus dem Blut in das entzündete Gewebe übertreten.

Das Verteilungsvolumen, also das rechnerische Maß dafür, wie weit sich ein Wirkstoff im Körper ausbreitet, ist bei Ertapenem klein: Bei Erwachsenen beträgt es rund acht Liter. Der Wirkstoff verteilt sich damit nur wenig in das Körpergewebe hinein. In der Flüssigkeit von Hautblasen erreicht Ertapenem bei täglicher Gabe von einem Gramm etwa drei Fünftel der Menge, die im gleichen Zeitraum im Blut vorliegt.

Etwa ebenso viel des Wirkstoffs verlässt den Körper unverändert wie in umgebauter Form. Ein Enzym der Niere, die Dehydropeptidase I, spaltet rund die Hälfte des ausgeschiedenen Ertapenems am Beta-Laktam-Ring auf; das dabei entstehende Abbauprodukt ist nicht mehr antibiotisch wirksam. Im Blut besteht der weitaus überwiegende Teil des messbaren Wirkstoffs weiterhin aus unverändertem Ertapenem. Die Zeit, in der die Blutkonzentration auf die Hälfte absinkt, beträgt bei Erwachsenen und Jugendlichen etwa vier Stunden, bei jüngeren Kindern rund zweieinhalb Stunden. Nach wiederholter Gabe kommt es bei Erwachsenen zu keiner Anreicherung des Wirkstoffs im Blut. Bei gesunden älteren Menschen liegen die Blutspiegel etwas höher als bei jüngeren Erwachsenen; eine Anpassung der Dosis ist allein deswegen jedoch nicht erforderlich, solange die Nierenfunktion nicht schwer beeinträchtigt ist. Im Urin werden über Stunden hinweg sehr hohe Wirkstoffkonzentrationen erreicht.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Ertapenem greift kaum in den Abbau anderer Arzneimittel ein. Untersuchungen an menschlichen Lebermikrosomen ergaben, dass der Wirkstoff die sechs wichtigsten Enzymformen des Cytochrom-P450-Systems – CYP1A2, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6, CYP2E1 und CYP3A4 – nicht hemmt. Auch über das Transporteiweiß Glykoprotein P sind Wechselwirkungen unwahrscheinlich: Ertapenem behindert weder den Transport von Digoxin noch den von Vinblastin und wird selbst von diesem Transportsystem nicht befördert. Wechselwirkungen, die auf einer Hemmung dieser beiden Wege beruhen, gelten nach der Fachinformation als unwahrscheinlich.

Eine Ausnahme ist klinisch bedeutsam. Wird Ertapenem gleichzeitig mit Valproinsäure oder Valproat-Seminatrium angewendet, sinkt der Blutspiegel dieses Antiepileptikums ab und kann unter den Bereich fallen, in dem es wirkt. Anfälle sind dann möglicherweise nicht mehr ausreichend kontrolliert. Die Fachinformation rät von dieser Kombination ausdrücklich ab und empfiehlt, entweder ein anderes Antibiotikum oder eine andere Behandlung der Anfallsleiden zu erwägen. Beschrieben ist dieser Effekt nicht nur für Ertapenem, sondern für Carbapenem-Antibiotika allgemein.

Probenecid, ein Mittel gegen Gicht, das die Ausscheidung mancher Antibiotika über die Niere verzögert, verschiebt bei Ertapenem die Eiweißbindung nur geringfügig und vorübergehend. Eine Verdrängung anderer Arzneistoffe aus ihrer Eiweißbindung durch Ertapenem oder umgekehrt gilt als klinisch nicht bedeutsam.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Von den Gegenanzeigen, bei denen eine Behandlung zu unterbleiben hat, sind die Vorsichtsmaßnahmen zu unterscheiden. Sie verlangen eine besondere Aufmerksamkeit während der Therapie, ohne die Anwendung von vornherein auszuschließen.

Schwere und in Einzelfällen tödliche Überempfindlichkeitsreaktionen sind unter Beta-Laktam-Antibiotika beschrieben. Besonders gefährdet sind Personen, bei denen bereits mehrere Allergien bekannt sind. Vor Behandlungsbeginn wird deshalb erfragt, ob früher schon einmal eine Überempfindlichkeit gegen Penicilline, Cephalosporine oder andere Beta-Laktam-Antibiotika aufgetreten ist. War diese Reaktion schwer, etwa ein anaphylaktischer Schock oder eine schwere Hautreaktion, darf Ertapenem nicht angewendet werden. Tritt während der Behandlung eine allergische Reaktion auf, wird die Therapie sofort abgebrochen; eine schwere anaphylaktische Reaktion erfordert unverzügliche Notfallmaßnahmen.

Wie andere Breitbandantibiotika kann Ertapenem das Gleichgewicht der körpereigenen Keimbesiedlung verschieben. Bei längerer Anwendung können sich unempfindliche Erreger vermehren, was als Superinfektion bezeichnet wird. Eine besondere Form davon ist die antibiotikaassoziierte und die pseudomembranöse Dickdarmentzündung, die von leicht bis lebensbedrohlich verlaufen kann. Treten während oder nach einer Antibiotikabehandlung Durchfälle auf, wird diese Ursache in Betracht gezogen; Mittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen dann nicht gegeben werden.

In klinischen Studien und nach der Markteinführung wurden unter Ertapenem Krampfanfälle beobachtet. Betroffen waren überwiegend ältere Patienten, Menschen mit vorbestehenden Erkrankungen des Zentralnervensystems wie Hirnverletzungen oder früheren Anfällen sowie Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion. Berichtet wurden ferner Fälle einer Enzephalopathie, also einer Funktionsstörung des Gehirns, die sich unter anderem durch Muskelzuckungen, Krampfanfälle, Verwirrtheit oder eine getrübte Bewusstseinslage äußern kann. Bei Verdacht darauf wird ein Absetzen erwogen. Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion tragen hierfür ein höheres Risiko, und die Rückbildung kann bei ihnen länger dauern.

Dauert ein chirurgischer Eingriff sehr lange, ist nach den vorliegenden Daten nicht auszuschließen, dass der Wirkstoffspiegel gegen Ende zu niedrig ausfällt; in solchen Fällen ist besondere Vorsicht geboten. Nicht nachgewiesen ist die Wirksamkeit von Ertapenem bei einer ambulant erworbenen Lungenentzündung durch penicillinresistente Pneumokokken sowie beim diabetischen Fuß, wenn zugleich eine Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis) vorliegt. Für Kinder unter drei Monaten liegen keine Daten vor, und bei Kindern unter zwei Jahren sind die Erfahrungen begrenzt. Zu beachten ist außerdem, dass die Zubereitung Natrium enthält, was bei natriumarmer Ernährung eine Rolle spielen kann.

Einordnung und Abgrenzung zu anderen Carbapenemen

Ertapenem ist in der Europäischen Union seit dem 18. April 2002 zugelassen. In der Systematik der Arzneistoffe wird es den Antibiotika zur systemischen Anwendung und dort den Carbapenemen zugeordnet.

Von anderen Carbapenemen wie Meropenem und Imipenem unterscheidet sich Ertapenem vor allem im Wirkungsspektrum. Gegen Pseudomonas aeruginosa und gegen andere nicht fermentierende Bakterien wirkt es im Allgemeinen nicht. Als Ursache werden eine begrenzte Aufnahme in die Bakterienzelle und ein aktiver Rücktransport des Wirkstoffs nach außen angenommen. Ebenfalls unempfindlich sind methicillinresistente Staphylokokken und Enterokokken; bei ihnen sind die penicillinbindenden Zielproteine so verändert, dass Ertapenem nicht mehr ausreichend daran bindet.

Als allgemein empfindlich führt die Fachinformation unter den grampositiven Keimen die methicillinempfindlichen Staphylokokken sowie mehrere Streptokokkenarten auf, unter den gramnegativen unter anderem Escherichia coli, Haemophilus influenzae, Klebsiella- und Proteus-Arten, dazu zahlreiche Bakterien, die ohne Sauerstoff leben. Als grundsätzlich unempfindlich gelten neben Pseudomonas aeruginosa unter anderem Acinetobacter-Arten und Enterokokken. Örtlich begrenzte Infektionen mit carbapenemresistenten Erregern sind in der Europäischen Gemeinschaft berichtet worden.

Innerhalb der Enterobakterien ist eine Unempfindlichkeit gegenüber Ertapenem ungewöhnlich, und der Wirkstoff erfasst in der Regel auch solche Stämme, die Breitspektrum-Betalaktamasen bilden. Eine Resistenz kann jedoch entstehen, wenn solche Enzyme mit einer verminderten Durchlässigkeit der äußeren Bakterienhülle zusammentreffen. In europäischen Überwachungsstudien war eine Resistenz bei den als empfindlich geltenden Bakterienarten selten; ein Teil der resistenten Isolate war zugleich gegen andere Carbapeneme unempfindlich.

Wie bei anderen Beta-Laktam-Antibiotika hängt die Wirksamkeit nach vorklinischen Untersuchungen eng damit zusammen, wie lange der Blutspiegel über der Hemmkonzentration des Erregers liegt. Bei der Auswahl des Antibiotikums sind die offiziellen Empfehlungen zum angemessenen Einsatz von Antibiotika zu berücksichtigen.

Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen

Die Fachinformation ordnet die unerwünschten Wirkungen nach Häufigkeitskategorien. „Häufig“ bedeutet, dass die Wirkung bei mindestens einem von hundert und weniger als einem von zehn Behandelten auftrat, „gelegentlich“ bei mindestens einem von tausend und weniger als einem von hundert, „selten“ bei mindestens einem von zehntausend und weniger als einem von tausend. Für einen Teil der Beobachtungen, die erst nach der Markteinführung gemeldet wurden, lässt sich keine Häufigkeit abschätzen.

In klinischen Studien traten bei rund einem Fünftel der mit Ertapenem behandelten Erwachsenen unerwünschte Wirkungen auf; bei etwas mehr als einem von hundert Behandelten wurde die Therapie deswegen abgebrochen. Zu den häufigsten Meldungen zählten Durchfall, Beschwerden an der Einstichstelle der Infusion und Übelkeit. Als häufig gelten daneben Kopfschmerzen, Erbrechen sowie Venenreizungen und Venenentzündungen im Bereich des Zugangs. Gelegentlich beobachtet wurden unter anderem Verstopfung, Mundtrockenheit, Schwindel, Schläfrigkeit, Geschmacksstörungen, ein verlangsamter Herzschlag und ein Abfall des Blutdrucks. Selten sind ein Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen (Neutropenie) oder an Blutplättchen (Thrombozytopenie), ferner Zittern, kurze Ohnmachten sowie Nasenbluten.

Bei Kindern und Jugendlichen zwischen drei Monaten und siebzehn Jahren entspricht das Sicherheitsprofil nach den vorliegenden Studien im Wesentlichen dem Erwachsener. Häufigste Meldungen waren hier Schmerzen an der Infusionsstelle und Durchfall. Bei den Laborwerten fielen am häufigsten eine Abnahme der neutrophilen Granulozyten sowie Anstiege der Leberenzyme ALT und AST auf.


Quellen

  • Brodt, H.-R. (Hrsg.): Infektionstherapie.
    ISBN: 9783132423435
  • Frank, U.: Antibiotika am Krankenbett.
    ISBN: 9783662583371
  • Jung, N., Rieg, S., Lehmann, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228
  • Suerbaum, S., Burchard, G. D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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