Fadenwürmer
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Fadenwürmer gehören zu den artenreichsten Tierstämmen. Einige Arten können den Menschen befallen und Erkrankungen auslösen.
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Was sind Fadenwürmer?
Fadenwürmer sind auch als Älchen oder Nematoden bekannt. Sie gelten als überaus artenreich und bringen es auf mehr als 20.000 verschiedene Spezies sowie 2000 unterschiedliche Gattungen.
Da einige Arten sowohl Menschen als auch Tiere befallen können, werden diese Arten zu den Parasiten gezählt. Bekannte Fadenwurm-Arten, die als schädlich für den Menschen gelten, sind zum Beispiel der Madenwurm, der Peitschenwurm und der Spulwurm. Seit den 50er Jahren ist die Anzahl der Fadenwurm-Erkrankungen bei Menschen jedoch rückläufig.
Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften
Fadenwürmer kommen beinahe überall vor. So leben sie sowohl in terrestrischen Biotopen als auch in Salz- und Süßwasser. Unter den Nematoden sind zudem zahlreiche Parasitenarten verbreitet. Die weitaus meisten Fadenwurmarten leben allerdings frei im Boden oder im Wasser; nur eine Minderheit lebt parasitisch, und nur wenige dieser Arten befallen den Menschen. Besonders bekannt ist der Spulwurm (Ascaris lumbricoides), dessen Lebensraum sich von Ostasien über Afrika bis nach Südamerika erstreckt. Weitere Arten sind der Madenwurm (Enterobius vermicularis), der Zwergfadenwurm (Strongyloides stercoralis) sowie die Wanderfilarie (Loa loa).
Die meisten Fadenwürmer erreichen nur eine mikroskopische Größe; die freilebenden Arten im Boden und im Meeresgrund werden deshalb zur Meiofauna gerechnet. Einige wenige Arten wie der Pferdespulwurm erreichen allerdings eine Länge von bis zu 40 Zentimetern.
Bei Fadenwürmern handelt es sich um triploblastische Urmünder. Ihre typische Gestalt hat die Form eines Wurms. So werden sie lang und weisen einen runden Querschnitt auf. Über eine Segmentierung verfügen die Nematoden nicht. Als Körperhöhle dient ein schmales Pseudocoel. Der Kopf eines Fadenwurms ist mit kleinen Sinnesorganen ausgestattet, die gewissermaßen als Augen dienen. Außerdem verfügt der Wurm über eine große Mundöffnung samt Rachen. Der auf der Vorderseite befindliche Mund enthält oftmals Fortsätze. Diese fungieren zum Tasten sowie zur Aufnahme von Nahrung. Am spitzen hinteren Ende befindet sich der Anus.
Als größter Fadenwurm gilt der Placentonema gigantissima, der in der Plazenta von Pottwalen vorkommt. So können die Weibchen eine Länge von etwa 8,40 Metern erzielen. Ihr Durchmesser liegt bei 2,5 Zentimetern. Dagegen erreichen die Männchen lediglich eine Länge von 4 Metern.
Die Hautzellschicht des Fadenwurms gilt als interessant. Im Unterschied zu anderen Tieren setzt sie sich nicht aus Einzelzellen zusammen. Stattdessen besteht sie aus einer Masse von Zellulärmaterial. Dieses wird nicht von Membranen in Einzelzellen unterteilt. Außerdem sind mehrere Zellkerne vorhanden. Von der Epidermis wird ein mehrlagiges dickes Häutchen abgesondert, welches die Eigenschaft hat, den Fadenwurm vor ungünstigen Umwelteinflüssen und Austrocknung zu schützen. Bei Parasiten kann diese Cuticula den Wurm sogar vor den Verdauungssäften des Wirtskörpers bewahren.
Ähnlich wie andere Rundwürmer sind auch die Fadenwürmer mit Längsmuskeln versehen, die zur Fortbewegung dienen. Sie erstrecken sich vom Kopf bis zum Schwanz. Das Nervensystem der Nematoden gilt als sehr simpel. So wird es von einem circumoesophagealen bzw. circumpharyngealen Ring zusammengesetzt. Von dort aus verlaufen ein ventraler sowie ein dorsaler Hauptstrang in die hintere Richtung. Der Ring ist imstande, unterschiedliche Reize wahrzunehmen und zu verarbeiten. Im Unterschied zu anderen Tieren können sich die Muskelzellen des Wurms eigenständig zu den Nervenbahnen ausbreiten.
Je nach Fadenwurmart fällt die Ernährung unterschiedlich aus. So ernähren sich freilebende Spezies von Algen, Pilzen, Bakterien, Fäkalien und Aas. Mitunter werden auch Tiere räuberisch erbeutet. Mithilfe der Fortsätze am Mund lässt sich die Nahrung aufnehmen und mit den starken Muskeln zerquetschen. Im Darmraum findet anschließend die Bearbeitung und Verdauung der Nahrung statt.
Die Fortpflanzung der Fadenwürmer wird sexuell durchgeführt, wobei es zumeist zwei getrennte Geschlechter gibt. Mitunter kommen aber auch Hermaphroditen vor, die sich selbst befruchten. Dazu gehört zum Beispiel die Spezies Caenorhabditis elegans. Da die Fadenwürmer die Eigenschaft haben, sich zu häuten, werden sie zu den Häutungstieren gezählt.
Übertragen werden Fadenwürmer unter anderem durch den Verzehr von rohem Fleisch. Darin kommen bereits die Larven der Würmer vor. Aber auch die Aufnahme von Wurmeiern, die in Fäkalien enthalten sind, kann zu einem Wurmbefall führen, was oftmals bei Hunden der Fall ist. Als gefährlich gelten zudem Lebensmittel, die mit Wurmeiern verunreinigt sind. Der wichtigste Übertragungsweg beim Menschen ist jedoch die Aufnahme von Wurmeiern über verunreinigte Hände, Lebensmittel oder Erde; über rohes Fleisch werden vor allem Trichinen übertragen.
Krankheiten & Beschwerden
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Wird der Mensch von Filarien befallen, einer im Gewebe und in den Lymphbahnen lebenden Untergruppe der Fadenwürmer, ist in der Medizin von einer Filariose die Rede. Ein Wurmbefall ruft unterschiedliche Erkrankungen hervor, die von der jeweiligen Art abhängen. Dazu gehören u. a. die Onchozerkose (Flussblindheit), die lymphatische Filariose sowie Loiasis.
Als besonders weit verbreitet gilt die Wurmart Wuchereria bancrofti, von der auf der ganzen Welt lange schätzungsweise 108 Millionen Menschen befallen waren. Weitere 12 Millionen trugen Brugia-Arten in sich. Seit dem Beginn weltweiter Behandlungsprogramme sind diese Zahlen deutlich gesunken; für 2018 ging die Weltgesundheitsorganisation von rund 51 Millionen Menschen mit lymphatischer Filariose aus. Bei rund 20 Millionen Menschen wird ein Befall mit Onchocerca volvulus vermutet; etwa 200 Millionen leben in Gebieten, in denen eine Infektion droht. Dabei kommt die Erkrankung fast vollständig in Afrika vor. In Deutschland zeigen sich Infektionen mit Filarien nur sehr selten. Fast immer halten sich die Betroffenen zuvor in tropischen Ländern auf. Der Madenwurm ist dagegen auch in Mitteleuropa verbreitet und gilt als häufigster Wurmbefall bei Kindern.
Bemerkbar macht sich ein Befall mit Madenwürmern in der Regel durch erheblichen Juckreiz in der Analregion. Dieser zeigt sich besonders in den Nachtstunden und verstärkt sich durch Wärme. Werden Mädchen und Frauen von Madenwürmern infiziert, breitet sich die Entzündung teils bis zur Vagina aus.
Die Entdeckung eines Fadenwurmbefalls erfolgt zumeist dadurch, dass die Würmer im Kot oder am After des Patienten erkennbar sind. Gesichert wird der Verdacht im Labor: Madenwürmer weist man mit einem Klebestreifen-Abklatsch der Analregion nach, andere Darmnematoden über Eier oder Larven im Stuhl, Filarien über Blut- oder Hautproben. Um die Parasiten zu bekämpfen, werden Anthelminthika (Wurmmittel) verabreicht, die die Würmer abtöten. Darüber hinaus bedarf es konsequenter hygienischer Maßnahmen im Afterbereich.
Systematik und Verwandtschaft
Der wissenschaftliche Name Nematoda leitet sich vom griechischen Wort „nema" für Faden ab und beschreibt die schlichte, fadenförmige Gestalt dieser Tiere. Die Fadenwürmer bilden einen eigenen Tierstamm und sind trotz des gemeinsamen Alltagsnamens „Wurm" nicht näher mit den Regenwürmern verwandt, die zu den Ringelwürmern zählen. Auch von den Plattwürmern, zu denen die Bandwürmer und die Saugwürmer gehören, unterscheiden sie sich grundlegend: Plattwürmer sind abgeflacht, besitzen keine durchgehende Leibeshöhle und sind meist Zwitter, während Fadenwürmer im Querschnitt rund sind, mit dem Pseudocoel eine Körperhöhle besitzen und in der Regel getrennte Geschlechter haben.
Innerhalb des Tierreichs gehören die Fadenwürmer zu den Häutungstieren, einer großen Verwandtschaftsgruppe, der auch Krebse, Spinnentiere und Insekten angehören. Ihre nächsten Verwandten sind die Saitenwürmer (Nematomorpha), fadenförmige Parasiten von Insekten, die den Nematoden mit bloßem Auge zum Verwechseln ähnlich sehen, mit ihnen aber nicht identisch sind. Die heutige Systematik unterscheidet innerhalb der Fadenwürmer im Wesentlichen zwei große Klassen, die Chromadorea und die Enoplea.
Der medizinische Sammelbegriff „Rundwürmer", unter dem die Fadenwürmer in der Krankheitslehre häufig geführt werden, sagt dabei mehr über die Gestalt als über die Abstammung aus. Der Madenwurm, der Spulwurm und die Filarien gehören zwar alle zu den Nematoden, sind untereinander aber weit weniger nah verwandt, als ihr gemeinsamer Name vermuten lässt. Sie haben jeweils unabhängig voneinander gelernt, im Menschen zu leben — was auch erklärt, warum sie so unterschiedliche Wege in den Körper nehmen und so verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen.
Entwicklung und Lebenszyklus
Zwischen dem Ei und dem geschlechtsreifen Tier durchlaufen alle Fadenwürmer vier Larvenstadien, die in der Fachsprache mit L1 bis L4 bezeichnet werden. Zwischen den Stadien häutet sich der Wurm jeweils, wirft also seine alte Cuticula ab. Dieser Bauplan gilt für die freilebenden Arten im Boden ebenso wie für die Parasiten des Menschen; die Arten unterscheiden sich vor allem darin, welches Stadium für den Wirt ansteckend ist und wo es sich bis dahin aufhält.
Bei den Darmnematoden, die über den Boden weitergegeben werden, gelangen die Eier mit dem Kot ins Freie und müssen dort erst heranreifen. Beim Spulwurm dauert das je nach Wärme und Feuchtigkeit mehrere Wochen; frisch ausgeschieden ist sein Ei noch nicht ansteckend. Beim Madenwurm verhält es sich umgekehrt: Seine Eier sind schon nach wenigen Stunden infektiös und werden deshalb leicht unmittelbar von Mensch zu Mensch weitergegeben — der Grund dafür, dass in Familien und Kindergemeinschaften häufig mehrere Personen zugleich betroffen sind. Beim Madenwurm und beim Zwergfadenwurm (Strongyloides stercoralis) ist zudem eine Selbstansteckung möglich, bei der die Larven den Wirt gar nicht erst verlassen. Das erklärt, warum ein solcher Befall über Jahre bestehen bleiben kann, ohne dass es zu einer neuen Ansteckung von außen käme.
Die Filarien schlagen einen ganz anderen Weg ein. Ihre erwachsenen Würmer leben im Gewebe oder in den Lymphgefäßen und Lymphknoten, ihre Larven, die Mikrofilarien, dagegen im Blut oder in der Haut. Von dort müssen sie von einem blutsaugenden Insekt aufgenommen werden, in dem sie sich weiterentwickeln, bevor sie beim nächsten Stich auf einen Menschen übertragen werden. Bemerkenswert ist, dass die Mikrofilarien mancher Arten einem Tagesrhythmus folgen: Bei Wuchereria bancrofti finden sie sich in vielen Verbreitungsgebieten vor allem nachts in größerer Zahl im Blut — also genau dann, wenn die übertragenden Stechmücken stechen.
Krankheitsentstehung
Ob ein Fadenwurmbefall überhaupt bemerkt wird, hängt stark von der Zahl der Würmer ab. Wenige Exemplare bleiben oft jahrelang unbemerkt; erst ein starker Befall führt zu Beschwerden. Die Schädigung entsteht dabei auf sehr unterschiedlichen Wegen.
Manche Arten schaden rein mechanisch: Große Spulwürmer können in dichter Zahl den Darm verlegen oder in die Gallenwege und die Bauchspeicheldrüse einwandern. Andere entziehen dem Wirt Blut oder Nährstoffe. Wieder andere richten den größten Schaden gar nicht selbst an, sondern über die Abwehrreaktion, die sie auslösen. Bei der Onchozerkose sind es vor allem absterbende Mikrofilarien im Auge und in der Haut, die eine heftige Entzündung hervorrufen; die Erblindung ist Folge dieser Entzündung und nicht eines unmittelbaren Angriffs des Wurms auf das Auge.
Eine Besonderheit vieler Filarien sind Bakterien der Gattung Wolbachia, die im Inneren der Würmer leben. Die Würmer sind auf diese Untermieter angewiesen: Sterben die Bakterien ab, werden die Filarien unfruchtbar und gehen schließlich zugrunde. Diese Abhängigkeit hat die Behandlung der Filariosen verändert, denn sie lässt sich mit Antibiotika ausnutzen, die eigentlich gegen Bakterien gerichtet sind. Zugleich tragen Bestandteile freigesetzter Wolbachien zu der Entzündungsreaktion bei, die beim Zerfall der Würmer entsteht.
Wandern Larven durch Gewebe, für das sie nicht gemacht sind, entstehen eigene Krankheitsbilder. Larven tierischer Fadenwürmer, die den Menschen als Fehlwirt befallen, können im Körper umherwandern, ohne je geschlechtsreif zu werden; wo sie vorbeikommen, hinterlassen sie eine Spur von Entzündungen. Der Körper antwortet auf wandernde Wurmlarven mit einer starken Vermehrung einer bestimmten Sorte weißer Blutkörperchen. Dieser Befund im Blutbild ist häufig überhaupt der erste Hinweis darauf, dass eine Wurmerkrankung vorliegen könnte.
Widerstandsfähigkeit und Hygiene
Fadenwurmeier gehören zu den widerstandsfähigsten Dauerformen unter den Krankheitserregern des Menschen. Die Eier des Spulwurms besitzen eine mehrschichtige, von einer klebrigen Eiweißhülle umgebene Schale, die sie gegen Austrocknung und gegen viele Chemikalien schützt. Handelsübliche Desinfektionsmittel richten gegen sie wenig aus; im feuchten, schattigen Boden bleiben sie über lange Zeiträume ansteckend. Zuverlässig zerstört werden sie vor allem durch Hitze, durch unmittelbare Sonneneinstrahlung und durch vollständiges Austrocknen.
Für die Vorbeugung folgt daraus, dass nicht die Desinfektion entscheidend ist, sondern die Unterbrechung des Weges vom Kot zum Mund: eine sichere Entsorgung menschlicher Ausscheidungen, sauberes Trinkwasser, gründliches Waschen von Gemüse, das mit Erde in Berührung gekommen ist, sowie Handhygiene vor dem Essen. Wo menschliche Fäkalien als Dünger dienen, gelten ausreichend lange Lagerung oder Erhitzung als die Maßnahmen, die die Eier unschädlich machen. Beim Madenwurm kommt hinzu, dass seine Eier an Fingernägeln, Bettwäsche, Handtüchern und Spielzeug haften bleiben; kurz geschnittene Nägel und häufiges Wechseln der Wäsche gelten hier als besonders wirksam.
Dass diese Maßnahmen tragen, zeigt der Blick auf Mitteleuropa: Die einst verbreiteten bodenübertragenen Wurmerkrankungen sind hier weitgehend verschwunden, ohne dass je ein Impfstoff zur Verfügung gestanden hätte. Zurückgegangen sind sie durch geordnete Abwasserentsorgung, sauberes Wasser und das Ende der Düngung mit unbehandelten menschlichen Fäkalien.
Fadenwürmer in Forschung und Landwirtschaft
Nicht jeder Fadenwurm ist ein Krankheitserreger — die bekannteste Art der ganzen Gruppe ist für den Menschen völlig harmlos. Caenorhabditis elegans, ein etwa millimeterlanger Bodenbewohner, der sich von Bakterien ernährt, wurde in den 1960er Jahren vom Biologen Sydney Brenner als Versuchstier eingeführt. Der Wurm vereinte alles, was ein Modellorganismus braucht: Er ist durchsichtig, vermehrt sich schnell, lässt sich im Labor auf einfachen Nährböden halten und besitzt eine für jedes Tier gleiche, festgelegte Zahl von Körperzellen. Dadurch ließ sich der Weg jeder einzelnen Zelle von der befruchteten Eizelle bis zum fertigen Tier lückenlos verfolgen — etwas, das bei keinem anderen vielzelligen Lebewesen gelungen war. Auch sein gesamtes Erbmaterial wurde vollständig entziffert, und zwar als erstes bei einem vielzelligen Organismus überhaupt.
Für Arbeiten an diesem Wurm wurden mehrfach Nobelpreise vergeben: 2002 für die Aufklärung des programmierten Zelltods, bei dem Zellen im Zuge der normalen Entwicklung gezielt zugrunde gehen, und 2006 für die Entdeckung der RNA-Interferenz, eines Mechanismus, mit dem Zellen einzelne Gene stilllegen können. Beide Entdeckungen sind längst weit über die Wurmforschung hinaus bedeutsam, etwa in der Krebs- und der Arzneimittelforschung. Auch Fragen des Alterns werden an C. elegans untersucht, weil der Wurm nur wenige Wochen lebt und sich Veränderungen der Lebensdauer daher rasch erkennen lassen.
Außerhalb des Labors spielen Fadenwürmer eine große Rolle in der Landwirtschaft — auf beiden Seiten. Pflanzenparasitische Arten wie die Wurzelgallen- und die Zystenälchen befallen die Wurzeln von Kulturpflanzen und verursachen weltweit erhebliche Ernteverluste; ihre Bekämpfung ist ein eigenes Feld des Pflanzenschutzes. Umgekehrt werden andere Fadenwürmer, die Insektenlarven im Boden befallen und abtöten, gezielt als biologisches Pflanzenschutzmittel ausgebracht, etwa gegen Trauermücken oder Dickmaulrüssler. In der Bodenkunde schließlich gelten Nematoden als Anzeiger für den Zustand eines Bodens, weil sich die Zusammensetzung ihrer Arten mit dessen Beschaffenheit verändert.
Quellen
- Mehlhorn, H.: Die Parasiten des Menschen.
ISBN: 9783662653142
- Lucius, R., Loos-Frank, B.: Biologie von Parasiten.
ISBN: 9783662548615
- Löscher, T. et al. (Hrsg.): Tropenmedizin.
ISBN: 9783437216428
- Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
ISBN: 9783662613849
- Hof, H., Dörries, R. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie.
ISBN: 9783132423558
