Myom (Gebärmuttergeschwulst)

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Krankheiten Myom (Gebärmuttergeschwulst)

Myome sind gutartige Wucherungen der Gebärmutter und gemeinhin als Gebärmuttergeschwulst bekannt. Sie gehören zu den häufigsten Geschwülsten überhaupt, und die meisten Frauen mit einem Myom bemerken davon ihr Leben lang nichts. Kleinere Myome sind harmlos und bedürfen selten medizinischer Behandlung. Kommt es zu Beschwerden, ist jedoch ein Arztbesuch unumgänglich, um Myome unter Kontrolle zu behalten und gegebenenfalls zu entfernen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Myom?

Ein Myom ist eine gutartige Geschwulst, welche langsam in der Muskelwand der Gebärmutter wächst. Myome bilden keine Metastasen und können in der Wand des Gebärmutterkörpers wachsen oder sich vorwölben.

Ein kleineres Myom ist etwa erbsengroß. Auch die Größe einer Orange ist keine Seltenheit. In extremen Fällen kann die Größe eines Myoms eine Schwangerschaft vortäuschen. Ein Myom entsteht aus Muskelfasern und vergrößert sich durch Hormoneinfluss.

Mehr als 20 % aller Frauen sind von Myomen betroffen. Lange Zeit ging man von dieser Zahl aus, weil nur die Myome mitgezählt wurden, die Beschwerden verursachen. Nach heutigem Kenntnisstand liegt der Anteil deutlich höher: Mit den heute üblichen Ultraschallgeräten lassen sich bei bis zu 70 Prozent der Frauen bis zum 50. Lebensjahr Myome nachweisen, die ganz überwiegend stumm bleiben. Am häufigsten betrifft es Frauen zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr.

Sehr selten stellt sich ein Knoten in der Gebärmuttermuskulatur nachträglich als bösartiges Leiomyosarkom heraus; das betrifft schätzungsweise weniger als eine von 300 operierten Frauen. Früher nahm man an, dass ein solcher Tumor aus einem zunächst gutartigen Myom entsteht. Nach heutigem Kenntnisstand ist das Leiomyosarkom dagegen von Beginn an eine eigenständige bösartige Erkrankung; ein gutartiges Myom entartet praktisch nicht.

Ursachen

Warum ein Myom entsteht, kann nicht klar definiert werden. Es wurde nachgewiesen, dass Myome teilweise vererbt werden können. Ebenso gilt es als sicher, dass bei der Entstehung von Myomen das Sexualhormon Östradiol eine Rolle spielt. Lange Zeit galt das Östrogen als der entscheidende Wachstumsreiz. Nach heutigem Kenntnisstand ist daneben das Progesteron mindestens ebenso wichtig für das Wachstum von Myomen – darauf beruhen die Medikamente, die gezielt in die Progesteronwirkung eingreifen.

Myome treten bei Mädchen vor der Pubertät nicht auf. Sie wachsen erst, wenn der Körper über einen erhöhten Östrogenspiegel verfügt. Dies ist zum Beispiel bei Schwangerschaften oder bei der Einnahme von Hormonpräparaten der Fall.

In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel und bringt die Myome zum Schrumpfen. Bestehende Myome bilden sich dadurch bei den meisten Frauen deutlich zurück, und neue Myome entstehen nach den Wechseljahren nur noch äußerst selten. Wächst ein Myom nach der Menopause dennoch, muss dies ärztlich abgeklärt werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Myome verursachen unterschiedliche Symptome, je nach Größe und Lage. Sind sie noch klein, machen sie oft gar keine Beschwerden und werden daher nur zufällig entdeckt. Am häufigsten macht sich ein Myom durch verstärkte und verlängerte Regelblutungen bemerkbar. Daneben treten Schmerzen auf, die sich bis zu äußerst starken, wehenartigen Krämpfen steigern können, meist während der Menstruationsphase.

Je nach ihrer Lage ist es möglich, dass Myome Druck auf Nerven ausüben, was zu Schmerzen führen kann, die bis in die Beine oder den Rücken ausstrahlen. Bei körperlicher Anstrengung oder beim Geschlechtsverkehr kann ein unangenehmer schmerzhafter Druck spürbar sein. Große Myome können die Blase oder den Darm einengen und vermehrten Harndrang oder Verstopfung auslösen.

Selten kommt es vor, dass der Blasenausgang komplett abgequetscht wird und kein Wasserlassen mehr möglich ist. Ein solcher Harnverhalt ist ein Notfall: Betroffene sollten umgehend eine Notaufnahme aufsuchen oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst rufen, damit die Blase entlastet wird. Durch extrem große Myome kann der Bauchumfang zunehmen. Zusätzlich entstehen Blutungsstörungen. Die Periode kann ungewöhnlich stark ausfallen, da die blutenden Gefäße durch die Geschwülste daran gehindert werden, sich schnell genug wieder zu verschließen.

Häufig dauert die Menstruation länger als normalerweise. Die Menge des ausgeschiedenen Blutes ist deutlich erhöht, manchmal geht es schwallartig ab. Durch den vermehrten Blutverlust sinkt der Bluteisenspiegel und es entsteht Eisenmangel. Typische Anzeichen dafür sind Müdigkeit, Schlappheit, Herzrasen, blasse Hautfarbe, spröde Nägel und Haarausfall.

Diagnose & Verlauf

Myom
Infogramm zu den verschieden Arten von Myomen. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Ein kleineres Myom bleibt oft unbemerkt und wird nur durch Zufall bei Routineuntersuchungen entdeckt. Kommt es zu Menstruationsbeschwerden oder Schmier- oder Dauerblutungen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Dieser wird zunächst eine gynäkologische Untersuchung vornehmen. Ein Myom kann häufig durch Tasten erspürt werden. Gewissheit bringt in aller Regel der Ultraschall, meist als Untersuchung über die Scheide. Bei großen oder zahlreichen Myomen wird vor einer Operation zusätzlich eine Magnetresonanztomografie angefertigt, um Lage und Zahl der Knoten genau zu bestimmen. Ein Abstrich vom Gebärmutterhals gehört zwar zur gynäkologischen Untersuchung, kann ein Myom aber nicht nachweisen. Wird eine Gebärmutterspiegelung durchgeführt, wird ein spezielles Endoskop durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Die Gebärmutterhöhle wird dabei entfaltet und ausgeleuchtet; heute wird dazu meist eine Spülflüssigkeit verwendet, während früher Gas eingeleitet wurde.

Ein kleineres Myom verursacht meist keine Symptome. Ist das Myom größer, kann es zu Schmerzen oder Komplikationen bei der Regelblutung kommen. Größere Myome verändern die Form der Gebärmutter. Bei Schwangeren wird der Fötus in ungewöhnliche Lagen gedrängt. Dies kann zu Fehlgeburten führen. Ebenso kann ein Myom Druck auf den Mastdarm und die Harnblase ausüben.

Komplikationen

Durch eine Gebärmuttergeschwulst kann es zu verschiedenen Beschwerden kommen. In erster Linie leiden die Frauen an Störungen des Zyklus und damit auch an relativ starken Regelschmerzen. Diese können auch zu Stimmungsschwankungen führen und damit die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verringern. Weiterhin kommt es auch zu Schwindel und zu einer Blässe.

Die Betroffenen wirken abgeschlagen und schwach und leiden ebenso an Kreislaufproblemen. Dabei kommt es nicht selten zu einem Bewusstseinsverlust. Kommt es zu einer Ohnmacht oder zu einer sehr starken, nicht nachlassenden Blutung, ist umgehend der Notruf 112 zu wählen. Vor allem bei schwangeren Frauen kann eine Gebärmuttergeschwulst eine schwerwiegende Komplikation darstellen und im schlimmsten Falle zu einer Fehlgeburt führen.

In den meisten Fällen ist keine gezielte Behandlung bei einer Gebärmuttergeschwulst notwendig. Die Betroffenen sind allerdings auf regelmäßige Besuche und Kontrollen bei einem Frauenarzt angewiesen.

In einigen Fällen muss die Gebärmuttergeschwulst auch operativ entfernt werden. Wie bei jeder Operation können dabei Komplikationen wie Blutungen, Infektionen oder Verwachsungen auftreten; die Lebenserwartung der Patientin wird durch ein Myom in aller Regel nicht verringert. Auch nach der Behandlung kann es erneut zu einer Gebärmuttergeschwulst kommen. In vielen Fällen kann das Myom auch mit Hilfe von Medikamenten behandelt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Störungen und Unregelmäßigkeiten der Monatsblutung bei einer geschlechtsreifen Frau sollten von einem Arzt abgeklärt werden. Stellen sich Blutungen oder Schmierblutungen außerhalb der normalen Regelblutung ein, sollte ein Kontrollbesuch bei einem Arzt stattfinden. Kommt es zu Beschwerden während des Geschlechtsverkehrs, besteht Anlass für eine ärztliche Abklärung. Schmerzen, ein Druckgefühl oder ein Ziehen im Unterleib sollten untersucht und behandelt werden. Störungen des Verdauungstraktes, Durchfall oder eine Verstopfung sind Anzeichen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Ein Arztbesuch ist nötig, sobald die Beschwerden über eine längere Zeit anhalten oder sie an Umfang sowie Intensität zunehmen.

Bei Schwellungen im Unterleib, ertastbaren Knoten oder Veränderungen des Hautbildes sind die Symptome einem Arzt vorzustellen. Kommt es zu einer Abnahme der allgemeinen Leistungsfähigkeit, Mattigkeit oder innerer Schwäche, wird ein Arzt benötigt. Herzrasen oder Unregelmäßigkeiten des Herzrhythmus sollten mit einem Arzt besprochen werden. Zustände von Angstgefühlen, eine innere Unsicherheit, Schlafstörungen oder Veränderungen beim Wasserlassen sind Hinweise, die weiter beobachtet werden sollten.

Haben sie ein konstantes Auftreten, ist die Konsultation eines Arztes anzuraten. Ein blasses Erscheinungsbild, plötzlicher Haarausfall oder Unregelmäßigkeiten der Finger- oder Fußnägel sind von einem Arzt kontrollieren zu lassen. Die Ursache wird in verschiedenen Tests ermittelt, damit eine Behandlung zur Linderung der Beschwerden eingeleitet werden kann.

Behandlung & Therapie

Ein kleines Myom muss nicht zwingend behandelt werden. Eine regelmäßige Kontrolle durch den Frauenarzt ist ausreichend. Da die meisten Myome überhaupt keine Beschwerden verursachen, ist das Beobachten und Abwarten der häufigste und völlig ausreichende Umgang mit einem zufällig entdeckten Myom. Die Entfernung eines kleineren Myoms kann bei einer Gebärmutterspiegelung erfolgen. Für diesen eher unangenehmen Eingriff erhält die Patientin eine örtliche Betäubung oder Narkose.

Größere Myome bedürfen der operativen Entfernung; diese erfolgt heute vielfach in Schlüssellochtechnik (laparoskopisch) statt über einen Schnitt in den Bauchraum. Auch mehrere Myome lassen sich in der Regel einzeln ausschälen, ohne die Gebärmutter zu opfern; nur wenn die Gebärmutter durch zahlreiche große Knoten weitgehend zerstört ist, wird die Entfernung des gesamten Uterus erwogen. Ein größeres Myom kann durch die Gabe von Hormonen zum Schrumpfen gebracht werden. Danach ist eine operative Entfernung möglich, wobei die Gebärmutter erhalten werden kann.

Eine gebärmuttererhaltende Alternative zur Operation ist die Myomembolisation: Über einen dünnen Katheter, der in der Leiste eingeführt wird, verschließt der Arzt die Blutgefäße, die das Myom versorgen. Ohne Blutzufuhr schrumpft der Knoten. Als weitere Möglichkeit steht der von außen eingestrahlte fokussierte Ultraschall unter Kontrolle der Magnetresonanztomografie zur Verfügung, der das Myomgewebe gezielt erhitzt und zerstört, ohne dass ein Schnitt nötig ist. Beide Verfahren kommen vor allem für Frauen infrage, die eine Operation vermeiden möchten; die Familienplanung sollte dabei möglichst abgeschlossen sein. Die Art der Therapie kann von verschiedenen Faktoren abhängen. Dazu zählen die Größe und die Lage der Wucherung, die hervorgerufenen Symptome oder das Alter der Patientin und der damit verbundene Stand der Familienplanung.

Eine Therapie zielt meist darauf ab, die Gebärmutter zu erhalten. Wenn das Myom stark wuchert und große Schmerzen verursacht und die gebärmuttererhaltenden Verfahren nicht ausreichen, kann eine Gebärmutterentfernung nötig werden.

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Die seit vielen Jahren erprobte und bewährte Hormonbehandlung mit GnRH-Analoga wurde ab 2012 durch die Therapie gegen symptomatische Uterusmyome mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat ergänzt. Die Einnahme erfolgt in Tablettenform. Als Indikation galten die präoperative Behandlung von mittleren und starken Symptomen – das wären beispielsweise Unterbauchbeschwerden, Erschöpfungszustände oder Schmerzen – sowie die Langzeitbehandlung. Dabei wird über einen Zeitraum von bis zu zwölf Wochen täglich eine Tablette eingenommen.

Diese Empfehlung ist jedoch überholt. Nachdem unter Ulipristalacetat schwere Leberschäden bis hin zum Leberversagen mit anschließender Lebertransplantation aufgetreten waren, hat die europäische Arzneimittelbehörde die Anwendung im Jahr 2020 stark eingeschränkt: Der Wirkstoff darf bei Myomen nur noch bei Frauen eingesetzt werden, für die eine Operation oder eine Embolisation nicht infrage kommt oder bei denen diese Verfahren erfolglos geblieben sind. Vor, während und nach der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen der Leberwerte vorgeschrieben, und bei bestehenden Lebererkrankungen darf das Mittel nicht angewendet werden. Als Dauertherapie über beliebig viele Behandlungszyklen kommt es damit nicht mehr in Betracht.

Als neuere medikamentöse Option stehen seit 2021 in der Europäischen Union Kombinationspräparate aus einem GnRH-Antagonisten und einer niedrig dosierten Hormonzugabe zur Verfügung, etwa Relugolix zusammen mit Estradiol und Norethisteronacetat. Sie senken die körpereigene Hormonproduktion gezielt ab und lindern starke Regelblutungen, ohne die von den älteren GnRH-Analoga bekannten ausgeprägten Wechseljahresbeschwerden auszulösen.

Ulipristalacetat reduziert das Volumen der Myome und damit die verbundenen Beschwerden. Wegen der Einschränkung von 2020 kommt der Wirkstoff dafür jedoch nur noch in Betracht, wenn Operation und Embolisation ausscheiden oder erfolglos geblieben sind. Sobald die Wechseljahre vorbei sind, schwindet auch die Gefahr von Myomen. Diese wachsen nämlich durch die Reduzierung der Hormone Progesteron und Östrogen nicht mehr weiter.

Die Wirkungsweise der Tablette

Ulipristalacetat gehört zu den selektiven Progesteron-Rezeptor-Modulatoren. Die Aktivität von Progesteron, einem Hormon, das natürlich im Körper vorkommt, wird durch Ulipristalacetat gehemmt. Weil Progesteron das Wachstum von Myomen antreibt, greift der Wirkstoff an einem der Entstehungsmechanismen an. Die Blutungen werden verringert oder ganz gestoppt, die Myome werden kleiner und die Schmerzen klingen ab. Eine Heilung bewirkt das Medikament allerdings nicht: Nach dem Absetzen können die Myome wieder wachsen. Auch handelt es sich nicht um ein nebenwirkungsfreies Mittel – gerade die möglichen Leberschäden machen die beschriebene ärztliche Überwachung erforderlich.


Aussicht & Prognose

Der Krankheitsverlauf hängt von Größe und Lage des Tumors ab. Betroffene Patientinnen sollten regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt gehen, um somit Komplikationen vermeiden zu können. Dies gilt auch, wenn Myome keine Beschwerden zeigen. Es können Harnwegsinfekte und Schmerzen während des Wasserlassens auftreten, wenn der Tumor auf die Harnblase drückt.

Auch können Funktionsstörungen der Blase, des Darms sowie der Nieren auftreten, wenn der Tumor auf die Organe drückt. Bei den starken oder verlängerten Regelblutungen kommt es oft infolge des Eisenmangels zu Blutarmut. Weiterhin kommt es zu Problemen mit der Fruchtbarkeit sowie während einer Schwangerschaft. Grundsätzlich stellt aber das Myom kein Hindernis für die Schwangerschaft dar. Denn nur in wenigen Fällen kommt es zur Unfruchtbarkeit, beispielsweise wenn der Tumor vor einem Eileiter liegt.

In der Schwangerschaft kann das Myom unterschiedliche Probleme verursachen. Als östrogenabhängiger Tumor wächst ein Myom während der Schwangerschaft schneller, denn der Körper produziert dann mehr Geschlechtshormone. Durch die zunehmende Größe und Lage kann das Myom Schmerzen auslösen. Auch Lageanomalien des ungeborenen Kindes können auftreten oder sogar den Geburtskanal blockieren. Zudem können vorzeitige Wehen auftreten. Ein Myom erhöht nachweislich Früh- und Fehlgeburtsraten. Wächst der Tumor in der Gebärmutterhöhle oder unter der Gebärmutterschleimhaut, kann es zu einer Fehlgeburt kommen. Die meisten Schwangerschaften verlaufen aber auch mit einem Myom ohne Komplikationen.

Vorbeugung

Gegen ein Myom sind keine vorbeugenden Maßnahmen bekannt. Frauen zwischen 35 und 55 Jahren sollten die jährliche Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt wahrnehmen; bei einem bereits bekannten Myom vereinbart der Arzt kürzere Abstände. Durch Tastuntersuchungen und Ultraschall kann ein Myom frühzeitig erkannt werden.

So lassen sich Komplikationen vermeiden, welche entstehen können, wenn das Myom zu spät erkannt wird. Wurde ein Myom entfernt, ist die Patientin nicht immun gegen diese Geschwulst. Ein Myom kann jederzeit wieder auftreten. Frauen, welche bereits Probleme mit einem Myom hatten und ihre Familienplanung als abgeschlossen betrachten, können die Entfernung der Gebärmutter mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen. Ein Myom wächst nur in den Muskeln der Gebärmutter und kann somit bei entsprechend operierten Patientinnen nicht mehr auftreten. Heute wird jedoch auch bei abgeschlossener Familienplanung zunächst ein gebärmuttererhaltendes Vorgehen angestrebt; eine Gebärmutterentfernung allein zur Vorbeugung weiterer Myome gilt nicht mehr als angemessen.

Nachsorge

Meist wird ein Myom nicht behandelt, weil es über eine geringe Größe verfügt und keine akuten Beschwerden verursacht. Ärzte entscheiden sich stattdessen dafür, den gutartigen Tumor im Rahmen der Nachsorge zu beobachten. Dieses geschieht aus zwei Gründen: Einerseits kann das Myom wachsen und dadurch die Funktion anderer Organe stören. Andererseits kann sich ein rasch wachsender Knoten in sehr seltenen Fällen als bösartiges Leiomyosarkom erweisen. Früher deutete man dies als Entartung eines zunächst gutartigen Myoms. Nach heutigem Kenntnisstand war ein solcher Tumor dagegen von Anfang an bösartig; ein echtes Myom entartet nicht und bildet keine Metastasen.

Die Nachsorge dient demnach der Komplikationsvermeidung. Arzt und Patient vereinbaren einen viertel- oder halbjährlichen Rhythmus. Neben einer Tastuntersuchung findet auch eine Ultraschalluntersuchung statt. Ärzte sind der Ansicht, dass die Diagnose einer Veränderung im Frühstadium die besten Heilungsaussichten mit sich bringt. Daher sind die planmäßigen Untersuchungen gewissenhaft einzuhalten.

Entscheiden sich Arzt und Patient für die Entfernung eines Myoms, ist anschließend ebenso eine Nachsorge angezeigt. Diese zielt darauf, eventuelle Folgebeschwerden des Eingriffs zu beheben und ein Wiederauftreten des Tumors zu verhindern. Denn die Gebärmuttergeschwulst kann sich unter Umständen erneut bilden.

Der Umfang der Verlaufskontrolle entspricht den obigen Schilderungen. Die Teilnahme an einer Rehabilitationsmaßnahme unmittelbar nach einer Operation kann notwendig sein. Darüber hinaus sollten Patientinnen natürlich sofort ihren Arzt aufsuchen, wenn sich akute Probleme ergeben.

Das können Sie selbst tun

Da Myome in der Regel keine gesundheitliche Gefährdung darstellen, können Symptome in Selbstbehandlung gemildert werden. Je nach Ausprägung und Dauer der Beschwerden ist eine zeitnahe ärztliche Konsultation angeraten. Bei bestehenden Myomen sollte eine regelmäßige gynäkologische Untersuchung erfolgen. Bei sehr starken oder anhaltenden Blutungen, zunehmenden Schmerzen oder Beschwerden beim Wasserlassen reicht eine Selbstbehandlung nicht aus – hier ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.

Zumeist verursachen Myome stärkere Symptome in der Zeit der Menstruationsblutung sowie einige Tage zuvor. Um krampfartigen Schmerzen entgegenzuwirken, empfehlen sich die Vermeidung von Alkohol und salzhaltigen Speisen – da sie dem Körper Wasser entziehen – und zum Ausgleich eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr. Diese wirkt auch häufig auftretenden Kreislaufbeschwerden entgegen. Einige Frauen leiden aufgrund von Myomen unter einem Eisenmangel. Hier helfen der Verzehr von grünem Blattgemüse (Mangold, Grünkohl, Brennnessel, Kräuter) oder die Einnahme eines Fertigpräparates, wie es in Apotheken erhältlich ist. Ein Eisenmangel sollte allerdings zuvor durch eine Blutuntersuchung bestätigt werden, denn Eisenpräparate auf Verdacht einzunehmen ist weder sinnvoll noch unbedenklich. Auch konnte durch die Einnahme von Magnesium eine Linderung der Beschwerden festgestellt werden. Darüber hinaus besteht kein belegter Zusammenhang zwischen einzelnen Lebensmitteln und den Beschwerden bei Myomen; eine ausgewogene Ernährung ist ausreichend.

Um den Körper im Heilungsprozess zu unterstützen, stehen Stressvermeidung und leichte Bewegung an erster Stelle. Ebenso können alternative Heilmethoden wie Akupunktur, Akupressur oder eine Aromatherapie helfen. Die lokale Wärmeanwendung mit Heizkissen oder warmen Kompressen entspannt die Muskulatur des Uterus und sorgt für ganzheitliche Entspannung. In ein Wannenbad kann Johanniskrautöl zugegeben werden.

Quellen

  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783132411012
  • Kaufmann, M., Costa, S. D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie.
    ISBN: 9783642209222
  • Janni, W., Hancke, K., Fehm, T., Scholz, C. (Hrsg.): Facharztwissen Gynäkologie.
    ISBN: 9783437239175
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A. (Hrsg.): Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783437211348
  • Kiechle, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783437424076

Das könnte Sie auch interessieren