Professionelle Zahnreinigung

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 4. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Saubere Zähne haben nicht nur einen ästhetischen Wert, sie sind noch dazu wichtig für die Gesundheit ihres Besitzers. Um nicht Gefahr zu laufen, eine Entzündung im Mundraum zu erleiden oder an Karies oder Parodontitis zu erkranken, empfiehlt es sich, regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen. Bei dieser werden sowohl die Oberflächen sämtlicher Zähne gesäubert und so behandelt, dass eine Neubildung von Zahnbelag erschwert wird, als auch die Zwischenräume zwischen den Zähnen gereinigt. Die professionelle Zahnreinigung wird zwar vom Zahnarzt empfohlen, durchgeführt wird sie allerdings von einer ausgebildeten Fachassistentin oder von einer Dental-Hygienikerin.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine professionelle Zahnreinigung?

Professionelle Zahnreinigung
Die professionelle Zahnreinigung ist ein Verfahren, das in einer Zahnarztpraxis durchgeführt wird. Die Zahnreinigung soll bei Bedarf im Schnitt ein bis zwei Mal im Jahr durchgeführt werden.

Die professionelle Zahnreinigung ist ein Verfahren, das in einer Zahnarztpraxis durchgeführt wird. Die Zahnreinigung soll bei Bedarf im Schnitt ein bis zwei Mal im Jahr durchgeführt werden, wie es von Spezialisten empfohlen wird.

Die Häufigkeit der empfohlenen professionellen Zahnreinigung ist aber von Patient zu Patient unterschiedlich festgelegt. Die Rede ist von einer Zahnreinigung, die besonders präzise ist. Das heißt, dass bei der professionellen Behandlung im Gegensatz zur herkömmlichen Zahnreinigung jeder einzelne Zahn gründlich gereinigt wird. Selbstverständlich ersetzt die professionelle Zahnreinigung die tägliche Zahnpflege nicht.

Eine professionelle Zahnreinigung dauert je nach Behandlung 30 Minuten bis zu einer Stunde. Die Kosten hierfür sind unterschiedlich, da sie vom Zahnarzt bestimmt werden und sich am Umfang der Behandlung bemessen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten in der Regel nicht; viele Kassen beteiligen sich aber mit einem Zuschuss.

Geschichte & Entwicklung

Die Geschichte der professionellen Zahnreinigung reicht weit zurück und hat sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt. Bereits im alten Ägypten und im antiken Griechenland wurden rudimentäre Methoden zur Reinigung der Zähne angewendet. Archäologische Funde zeigen, dass die Menschen damals primitive Zahnbürsten aus Ästen und Borsten nutzten, um Zahnbelag zu entfernen.

Im Mittelalter konzentrierte sich die Zahnmedizin eher auf das Ziehen von Zähnen und das Lindern von Zahnschmerzen. Die systematische Reinigung der Zähne stand noch nicht im Fokus. Es dauerte bis ins 18. und 19. Jahrhundert, als Zahnärzte zunehmend die Bedeutung der Prophylaxe erkannten. Der französische Arzt Pierre Fauchard, auch als „Vater der modernen Zahnheilkunde“ bekannt, förderte im 18. Jahrhundert die Bedeutung der Zahnhygiene und die regelmäßige Reinigung von Zähnen, um Karies und Parodontalerkrankungen zu vermeiden.

Im 20. Jahrhundert, insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren, rückte die professionelle Zahnreinigung durch die Entwicklung moderner Instrumente und Techniken in den Vordergrund. Die Einführung von Ultraschallgeräten und speziellen Handinstrumenten revolutionierte die Entfernung von Zahnstein und Plaque.

Heute ist die professionelle Zahnreinigung ein fester Bestandteil der zahnmedizinischen Prophylaxe und dient dazu, Karies und Parodontitis effektiv vorzubeugen. Dank moderner Technik und verbesserter Verfahren hat sich die PZR zu einem standardisierten und wichtigen Bestandteil der Zahngesundheit entwickelt.

Für die heutige Form der professionellen Zahnreinigung waren skandinavische Langzeituntersuchungen ab den 1970er Jahren prägend. Sie begleiteten Gruppen von Erwachsenen über viele Jahre und verglichen eine engmaschige, angeleitete Prophylaxe mit der üblichen Versorgung. Aus diesen Arbeiten stammt der Gedanke, die Reinigung nicht als einmalige Behandlung, sondern als wiederkehrende Betreuung mit fester Zuständigkeit zu verstehen. In Deutschland entstanden daraus eigene Tätigkeitsprofile: Auf die Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten bauen Aufstiegsfortbildungen auf, die von den Zahnärztekammern geregelt werden und in der zahnmedizinischen Prophylaxe zunehmend eigenständige Aufgaben umfassen.

Einsatz & Indikation

Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) wird durchgeführt, um Zahnbelag (Plaque) und Zahnstein zu entfernen, die durch tägliches Zähneputzen allein oft nicht vollständig beseitigt werden können. Die PZR soll dazu beitragen, Zahnerkrankungen wie Karies, Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und Parodontitis vorzubeugen. Sie wird häufig empfohlen, wenn sich hartnäckige Ablagerungen oder Verfärbungen, die durch Kaffee, Tee, Tabak oder bestimmte Lebensmittel entstehen, auf den Zähnen gebildet haben.

Zahnärzte raten in der Regel zu einer PZR alle sechs Monate, abhängig vom individuellen Risiko des Patienten für Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen. Besonders Personen mit einem erhöhten Risiko, etwa bei Zahnfleischbluten, Neigung zu Parodontitis oder schlechter Mundhygiene, sollten regelmäßig eine PZR in Anspruch nehmen. Auch bei Trägern von Zahnersatz oder Zahnspangen, die schwer zugängliche Bereiche im Mund haben, ist eine professionelle Reinigung oft nötig, um die Mundgesundheit langfristig zu sichern.

Die Notwendigkeit einer PZR kann auch durch die allgemeine Gesundheitslage beeinflusst werden, da schlechte Zahnhygiene das Risiko für systemische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Diabetes erhöhen kann. Eine regelmäßige Zahnreinigung unterstützt somit nicht nur die Zahngesundheit, sondern trägt auch zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge bei.

Einen eigenen Stellenwert hat die professionelle Zahnreinigung bei Trägern von Zahnimplantaten. Das Gewebe um ein Implantat reagiert auf Beläge empfindlicher als das um einen natürlichen Zahn, und eine einmal entstandene Periimplantitis lässt sich deutlich schwerer beherrschen als eine Entzündung am eigenen Zahn. Auch in der Kieferorthopädie ist die Reinigung fester Bestandteil der Betreuung, weil Brackets und Bögen zahlreiche Nischen schaffen, die mit der Zahnbürste kaum erreichbar sind. Weitere Anlässe sind eine Schwangerschaft, in der das Zahnfleisch häufig empfindlicher reagiert, sowie ein bestehender Diabetes: Zwischen der Zuckerkrankheit und einer Parodontitis besteht eine wechselseitige Beziehung, bei der jede der beiden Erkrankungen den Verlauf der anderen ungünstig beeinflussen kann.

Vorteile & Nutzen

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) bietet gegenüber anderen Behandlungs- und Untersuchungsmethoden mehrere Vorteile, insbesondere im Bereich der Prävention von Zahnerkrankungen. Ein zentraler Vorteil ist die gründliche Entfernung von hartnäckigen Belägen wie Plaque und Zahnstein, die durch das tägliche Zähneputzen oft nicht vollständig beseitigt werden können. Dies trägt wesentlich dazu bei, das Risiko für Karies und Parodontitis zu senken.

Im Vergleich zu einfachen Kontrolluntersuchungen, bei denen nur der Zustand der Zähne überprüft wird, geht die PZR deutlich weiter. Sie umfasst die Reinigung der Zahnzwischenräume und der schwer zugänglichen Stellen, die mit einer normalen Zahnbürste oft nicht erreicht werden. Durch den Einsatz von speziellen Instrumenten, wie Ultraschallgeräten und Zahnseide, sowie die Politur der Zähne, wird die Zahnoberfläche geglättet, was die Neubildung von Belägen erschwert.

Ein weiterer Vorteil ist die Entfernung von Verfärbungen, die durch den Konsum von Lebensmitteln wie Kaffee, Tee oder Tabak entstehen. Dadurch wird nicht nur die Zahngesundheit verbessert, sondern auch das ästhetische Erscheinungsbild der Zähne. Zudem werden in der PZR problematische Stellen frühzeitig erkannt, sodass Zahnerkrankungen bereits im Anfangsstadium behandelt werden können. Dies reduziert langfristig die Notwendigkeit aufwendigerer Eingriffe, wie Füllungen oder Parodontitisbehandlungen, und unterstützt die allgemeine Mundgesundheit.

Abzugrenzen ist die professionelle Zahnreinigung von der bloßen Entfernung des Zahnsteins, die als eigenständige zahnärztliche Leistung erbracht wird und sich auf die harten Ablagerungen beschränkt. Die professionelle Zahnreinigung umfasst darüber hinaus die weichen Beläge, die Zwischenräume, die Politur, den Fluoridschutz und die Anleitung zur häuslichen Pflege. Gerade dieser letzte Teil ist ein Vorteil, der in der Aufzählung der Arbeitsschritte leicht untergeht: Der Patient erfährt, an welchen Stellen seines eigenen Gebisses die tägliche Reinigung regelmäßig unvollständig bleibt.

Funktion, Wirkung, Ziele & Nutzen

Eine professionelle Zahnreinigung wird dem Patienten in der Zahnarztpraxis empfohlen, wenn der Arzt sie für notwendig erachtet. Natürlich kann der Patient auch selbst entscheiden, wie oft er eine Reinigung der Zähne wünscht. Ein Spezialist bestimmt dann, wie oft im Jahr eine Behandlung durchgeführt werden soll.

Die Bestimmung des Rhythmus hängt von vielen Faktoren ab. Bei einem Gebiss, das anfällig für Karies oder andere Zahnkrankheiten ist, sollte die Behandlung alle 3 bis 6 Monate durchgeführt werden.

Da eine gewöhnliche Zahnbürste die Zahnzwischenräume nicht vollständig erreicht und auch eine elektrische Zahnbürste dort trotz besserer Reinigungsleistung an ihre Grenzen stößt, ist eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll. Der Zahnarzt empfiehlt dem Patienten bei Bedarf eine Zahnreinigung, die durchaus nicht für jeden nötig ist.

Patienten, die ein erhöhtes Risiko für Parodontitis oder Karies haben, eine Zahnspange tragen, ein besonders empfindliches Zahnfleisch, Brücken, Implantate oder Kronen haben, wird die professionelle Zahnreinigung in erster Linie angeboten. Ebenso gehören ältere Menschen zur Zielgruppe dieser Behandlungsform. Zur Erhaltung der Zahngesundheit wird häufig eine professionelle Zahnreinigung angeboten.

Nach einer gründlichen Untersuchung des Gebisses werden zunächst die Zahnbeläge entfernt. Dazu können sowohl ein Ultraschallgerät als auch spezielle Handinstrumente angewendet werden. Verbleibende Ablagerungen werden anschließend mit einem Luft-Wasser-Salzgemisch weggesprengt. Die Zwischenräume werden als nächstes gereinigt. Dies erfolgt mit Zahnseide und kleinen Bürsten.

Schließlich werden die Zähne poliert, damit die Oberfläche der Zähne glatt wird, was es Zahnbelägen erschwert, sich neu anzusetzen. Nachdem die Zähne poliert worden sind, wird zum Schutz der Zahnoberfläche ein fluoridhaltiger Lack auf die Zähne aufgetragen. Die Ausführung der Behandlung erfolgt von zahnmedizinischen Prophylaxe-Assistentinnen, zahnmedizinischen Fachassistentinnen oder Dental-Hygienikern.

Vor der eigentlichen Reinigung steht in der Regel eine Bestandsaufnahme, für die einfache Hilfsmittel genügen. Mit Färbelösungen oder Färbetabletten lassen sich Beläge sichtbar machen, die dem Auge sonst entgehen; der Patient sieht damit unmittelbar, wo seine Putztechnik ansetzen muss. Der Zustand des Zahnfleischs wird nach einheitlichen Kennzahlen erfasst, etwa danach, an wie vielen Messpunkten es auf eine leichte Berührung hin blutet. Diese Werte dienen zugleich als Vergleichsmaßstab für die nächste Sitzung und machen den Erfolg der häuslichen Pflege nachvollziehbar.


Durchführung & Ablauf

Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) läuft in mehreren Schritten ab, um eine gründliche Reinigung und Pflege der Zähne zu gewährleisten. Zu Beginn der Behandlung untersucht der Zahnarzt oder die zahnmedizinische Fachkraft das Gebiss des Patienten, um den Zustand von Zähnen und Zahnfleisch zu überprüfen und problematische Stellen zu identifizieren.

Der erste Schritt der eigentlichen Reinigung besteht in der Entfernung von Zahnstein und weichen Belägen (Plaque). Hierzu werden spezielle Instrumente, wie Ultraschallgeräte und Handinstrumente, verwendet. Der Ultraschall löst größere Ablagerungen, während feine Instrumente zur Nachreinigung in schwer zugänglichen Bereichen dienen.

Im zweiten Schritt werden die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder speziellen Interdentalbürsten gereinigt. Diese gründliche Reinigung der Zwischenräume ist besonders wichtig, da sich hier oft Beläge ansammeln, die mit der Zahnbürste nicht erreicht werden.

Anschließend folgt die Politur der Zähne. Eine Politurpaste wird aufgetragen und mithilfe eines rotierenden Gummikelchs verteilt. Die glatte Zahnoberfläche erschwert die Neubildung von Belägen und sorgt für ein sauberes, glattes Gefühl.

Abschließend werden die Zähne mit einem Fluoridlack behandelt, der den Zahnschmelz stärkt und vor Karies schützt. Während der gesamten Prozedur werden dem Patienten häufig Tipps zur Verbesserung der täglichen Zahnpflege gegeben, um die Mundgesundheit langfristig zu erhalten.

Ein Arbeitsschritt, der in vielen Praxen zwischen der Entfernung der Beläge und der Politur liegt, ist der Pulverstrahl. Für ihn stehen Pulver unterschiedlicher Härte zur Verfügung. Feine Pulver auf der Grundlage von Aminosäuren oder Zuckeralkoholen sind schonend genug für empfindliche Bereiche und für die Umgebung von Implantaten, während gröbere Pulver auf Salzbasis für hartnäckige Verfärbungen an den Kronenflächen gedacht sind. An Implantaten werden zudem Instrumente aus Kunststoff, Titan oder Karbon verwendet, damit die Oberfläche nicht verkratzt wird. Nach dem Auftragen des Fluoridlacks wird üblicherweise für eine gewisse Zeit auf Essen, Trinken und Zähneputzen verzichtet, damit das Fluorid einwirken kann.

Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Gegen die professionelle Zahnreinigung wird gelegentlich eingewandt, sie greife die Zahnhartsubstanz an; wie schonend die Behandlung ausfällt, hängt von der Wahl der Instrumente und der eingesetzten Pulver ab. Wenn der Patient Medikamente einnimmt, die der Verdünnung seines Bluts dienen, so sollte er den Arzt vor der Behandlung darüber informieren.

Es kann vorkommen, dass während der Behandlung das Zahnfleisch verletzt wird. Wenn der Patient einen Herzschrittmacher trägt oder künstliche Herzklappen hat, soll er dem Arzt ebenfalls vor der professionellen Zahnreinigung Bescheid geben, damit dieser die richtigen Maßnahmen treffen kann.

Die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Viele Kassen beteiligen sich allerdings als freiwillige Zusatzleistung mit einem Zuschuss an den Kosten. Privat versicherten Patienten wird die Behandlung meistens erstattet. Deshalb ist es zu empfehlen, sich zuerst darüber aufklären zu lassen, was tatsächlich durchgeführt wird, da sich die Kosten für die professionelle Zahnreinigung am Arbeitsaufwand orientieren.

Nach der Behandlung reagieren freiliegende Zahnhälse vorübergehend empfindlich auf Kälte und Süßes, weil das Dentin an diesen Stellen ungeschützt liegt; diese Empfindlichkeit klingt in der Regel von selbst wieder ab. Da bei der Reinigung das Zahnfleisch berührt wird, können vorübergehend Bakterien in die Blutbahn gelangen (Bakteriämie). Für die meisten Menschen bleibt das folgenlos; bei Personen mit bestimmten Herzerkrankungen oder künstlichen Herzklappen kann jedoch eine vorbeugende Maßnahme erforderlich sein, über die die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt entscheidet.

Alternativen

Es gibt einige alternative Verfahren zur professionellen Zahnreinigung (PZR), die insbesondere dann in Betracht gezogen werden können, wenn eine PZR aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht möglich ist. Eine wichtige Alternative ist die tägliche gründliche Zahnpflege zu Hause. Durch den Einsatz von elektrischen Zahnbürsten, die oft effektiver sind als manuelle Zahnbürsten, sowie Zahnseide und Interdentalbürsten, können viele Beläge und Essensreste entfernt werden. Spezielle Zahnpasten mit Fluorid und antibakteriellen Wirkstoffen unterstützen zusätzlich die Zahngesundheit.

Für Patienten, die keine professionelle Zahnreinigung in Anspruch nehmen können, beispielsweise aufgrund von Zahnarztphobie oder bestimmten gesundheitlichen Einschränkungen, bieten Zahnpflegeprodukte wie Mundspülungen mit Chlorhexidin oder Fluorid eine Möglichkeit, die Zahnpflege zu ergänzen. Diese Produkte helfen, Bakterien im Mund zu reduzieren und den Zahnschmelz zu stärken. Chlorhexidin-Spülungen sind allerdings nur für eine zeitlich begrenzte Anwendung vorgesehen, da es bei längerem Gebrauch zu Zahnverfärbungen und Geschmacksstörungen kommen kann.

In bestimmten Fällen kann auch die Parodontitisbehandlung eine Alternative sein. Bei dieser werden tiefe Zahnfleischtaschen gereinigt, um Entzündungen vorzubeugen. Die sogenannte Air-Flow-Technik, bei der mithilfe eines Pulverwasserstrahls Beläge und Verfärbungen entfernt werden, ist keine Alternative, sondern in vielen Praxen ein Arbeitsschritt der professionellen Zahnreinigung selbst; sie gilt als besonders schonend für empfindliches Zahnfleisch.

Auch Naturheilkundeverfahren wie die Ölziehkur (Ölziehen) können als unterstützende Methode zur Reduktion von Bakterien im Mundraum genutzt werden, ersetzen aber nicht die gründliche mechanische Reinigung der Zähne.

Ergänzend, nicht ersetzend, wirken weitere Bausteine der häuslichen Pflege. Dazu zählen die Reinigung der Zunge, auf der sich ein erheblicher Teil der Bakterien des Mundraums hält und die bei Mundgeruch eine Rolle spielt, sowie die Munddusche, die Speisereste aus schwer zugänglichen Bereichen spült, den mechanischen Abtrag des Belags aber nicht leistet. Ein Ansatz, der in solchen Aufzählungen leicht fehlt, betrifft die Ernährung: Für das Kariesrisiko ist weniger die Gesamtmenge des aufgenommenen Zuckers entscheidend als die Häufigkeit, mit der die Zähne über den Tag verteilt damit in Berührung kommen.

Quellen

  • Hellwege, K.-D.: Die Praxis der zahnmedizinischen Prophylaxe.
    ISBN: 9783131271877
  • Roulet, J.-F., Fath, S., Zimmer, S.: Zahnmedizinische Prophylaxe.
    ISBN: 9783437251498
  • Wolf, H. F., Rateitschak-Plüss, E. M., Rateitschak, K. H.: Parodontologie.
    ISBN: 9783131698032
  • Eickholz, P.: Parodontologie von A bis Z.
    ISBN: 9783868675498
  • Meyer-Lückel, H., Paris, S., Ekstrand, K. (Hrsg.): Karies.
    ISBN: 9783131693211

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