Unterarmschmerzen

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Symptome Unterarmschmerzen

Mittlerweile dienen die Unterarme nicht mehr ausschließlich der körperlichen Arbeit, sondern werden immer häufiger auch vor dem PC oder im Büro bei anderen Schreibtätigkeiten beansprucht. Dieser Körperteil wird immer mehr belastet. Aus diesem Grund ist es für jeden Menschen von großer Bedeutung zu wissen, wie Unterarmschmerzen behandelt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Unterarmschmerzen?

Unterarmschmerzen
Die Beschwerden im Unterarm haben ihre Ursache in den Bewegungen der Arme. Allerdings treten die Schmerzen häufig auch ohne entsprechende Bewegungen, also im Ruhezustand, auf.

Unterarmschmerzen bezeichnen Beschwerden, die im Bereich der unteren Arme in Erscheinung treten. Diese fallen meist ganz verschieden aus und verursachen zudem unterschiedliche Schmerzen. Oftmals tritt in diesen Bereichen ein ziehender Schmerz auf, aber auch ein Brennen oder Stechen ist möglich.

Diese Schmerzen erstrecken sich hauptsächlich von den Ellenbogen bis in die Handgelenke. Die Beschwerden im Unterarm haben hier ihre Ursache in den Bewegungen der Arme. Allerdings treten die Schmerzen häufig auch ohne entsprechende Bewegungen, also im Ruhezustand, auf. Von Bedeutung ist ebenfalls die Vorbeugung von Schmerzen im Unterarm.

Ursachen

Unterarmschmerzen können aus vielen Ursachen heraus entstehen. In den meisten Fällen ist das Bindegewebe versteift oder verkürzt. Hiervon können auch die Muskeln und Sehnen sowie die Faszien betroffen sein. Aber auch diverse Verletzungsarten können die Beschwerden am Unterarm auslösen. Meist sind dann unterschiedliche Knochenbrüche, Muskelfaserrisse, Verstauchungen und Prellungen sowie Zerrungen die Ursache für die Schmerzen.

Ebenso können Verletzungen im Nacken- und Schulterbereich sowie an den Händen verantwortlich sein. Weiterhin sind an dieser Stelle auch diverse Infektionen anzumerken. Das können beispielsweise verunreinigte Wunden, Sepsis oder Osteomyelitis sein. Zudem sollten bei den Schmerzen im Unterarm verschiedene neurologische, entzündliche oder degenerative Krankheiten in Betracht gezogen werden. Manchmal werden auch Nerven eingeklemmt, oder es kommt zu Kompressionen.

Manchmal können auch rheumatische Erkrankungen oder eine Tendinitis für die Schmerzen im Unterarm ursächlich sein. Weiterhin können Erkrankungen wie die zervikale Spondylose, ein Bandscheibenvorfall im Nackenbereich, eine Bursitis, eine Arthrose oder ein Karpaltunnelsyndrom Schmerzen im Unterarm verursachen.

Dennoch ist es ebenfalls möglich, dass den Beschwerden ernsthafte Erkrankungen vorausgehen. Diese können zum Beispiel Herzinfarkte oder bösartige Tumore sein. Aus diesem Grund ist es absolut erforderlich, dass bei länger andauernden Schmerzen ein Arzt konsultiert wird.


Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Für den Arzt ist es von großer Bedeutung, dass er den Grund der Unterarmschmerzen herausfindet. Nur auf diese Weise kann die richtige Therapiemethode eingesetzt werden, so dass dem Betroffenen geholfen werden kann.

Auf diesem Wege wird der Arzt vielfältige Fragen stellen, die unbedingt korrekt beantwortet werden müssen. Ein besonderes Augenmerk legt der Arzt dabei auf die Schmerzen und Symptome. Wichtig sind auch Beginn und Dauer der Beschwerden.

Außerdem wird der Arzt alle weiteren Erkrankungen analysieren und den Patienten nach möglicher Medikamenteneinnahme fragen. Nach diesem eingehenden Gespräch untersucht der Arzt den Unterarm. Hierbei sind insbesondere Schwellungen von Bedeutung. Je nach Verdacht schließen sich bildgebende Verfahren an: Eine Ultraschalluntersuchung stellt Sehnen und Weichteile dar, ein Röntgenbild die Knochen. Bei Verdacht auf eine Nervenschädigung wie das Karpaltunnelsyndrom bringt eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit Klarheit.

Komplikationen

Schmerzen im Unterarm lassen sich vorbeugen und sind auch zu behandeln. Es kommt darauf an wie stark der Schmerz im Unterarm ist und wie intensiv die Verletzung ist. Sollten die Schmerzen nur Wachstumsschmerzen sein, lassen sich diese Schmerzen mit Schmerztabletten lindern. Sollte eine tiefere Entzündung vorliegen, kann es vorübergehend gut tun, wenn die Schmerzen auf diese Art und Weise gelindert werden.

Für den restlichen Verlauf der Behandlung reicht es nicht aus, dass man nur mit Schmerztabletten weiter therapiert. Der Patient kann für seine eigene Gesundheit ebenfalls etwas tun, um einer negativen Entwicklung vorzubeugen. Sollten Entzündungen im Unterarm durch zu hartes Krafttraining auftreten, kann man mit sehr leichten Massagen und einem einfachen und angenehmen Faszientraining entgegenwirken. Die Faszienrolle sollte nicht zu hart sein.

Harte Faszienrollen können die Entzündung noch verschlimmern. Der Patient sollte die schmerzende Stelle bei einer akuten Entzündung eher kühlen als wärmen. Wärmeanwendungen eignen sich dagegen bei chronischen Verspannungen ohne Entzündungszeichen. Zu große Hitze kann die Sehnen zusätzlich reizen. Sollten sich die Schmerzen nicht innerhalb von einem kurzen Zeitraum wieder legen, kann es ratsam sein, einen Arzt aufzusuchen, da es sich hier um einen chronischen Schmerz handeln könnte.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Unterarmschmerzen können in unterschiedlichen Schweregraden auftreten, sodass eventuell auch ein Arzt aufgesucht werden muss. In vielen Fällen werden die Schmerzen durch äußere Gewalteinwirkung ausgelöst, sodass definitiv eine ärztliche Untersuchung erfolgen sollte. Tritt nach der erfolgten Gewalteinwirkung eine Schwellung auf, ist ebenfalls unverzüglich ein Arzt zu konsultieren. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit liegt dann nämlich eine Verstauchung oder sogar eine Fraktur vor, die zwingend von einem Arzt behandelt werden muss.

Wer an dieser Stelle auf eine ärztliche Behandlung verzichtet, der setzt sich selbst einer Gefahr aus. Eine Fraktur wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht richtig heilen bzw. zusammenwachsen können, sodass der Besuch beim Arzt unausweichlich wird. Natürlich können Unterarmschmerzen auch durch eine ungünstige Fehlhaltung ausgelöst werden. Menschen, die im Büro arbeiten, leiden daher sehr häufig unter Unterarmschmerzen. Sehnen oder Muskeln können eingeklemmt sein, sodass ein dauerhafter Schmerz entsteht. Auch im Ruhezustand sind Schmerzen nicht selten.

Somit gilt: Betroffene Personen, die unter dauerhaften Schmerzen im Unterarm leiden, sollten frühzeitig einen Arzt aufsuchen. Nur so kann eine schnelle und genaue Diagnose erfolgen, sodass eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden kann. Wer vollständig auf eine Behandlung durch einen Arzt verzichtet, der riskiert dauerhafte Schäden einzelner Sehnen, Muskeln oder Knochen.

Behandlung & Therapie

Bei der Therapie von Schmerzen im Unterarm ist es besonders wichtig, dass die Schmerzen genau lokalisiert werden. Dabei wurde festgestellt, dass die Ruhigstellung der betroffenen Arme nur kurzzeitig Linderung bringt. Für die Ausheilung ist diese Vorgehensweise eher ungünstig. Das liegt darin begründet, dass sich bei Ruhigstellung das Bindegewebe, die Muskulatur und die Faszien verfestigen und ihrerseits Schmerzen verursachen.

Diese sind dann oftmals noch schlimmer als zuvor. Auch sollte der betroffene Arm nicht übermäßig gedehnt werden, weil dies Sehnen, Muskeln und Nerven zusätzlich reizen kann. Besser ist hier die Körpertherapie auf sensomotorischer Ebene. Diese wird eingesetzt, um Sehnen, Bindegewebe, Muskeln und Faszien wieder beweglich zu machen und zu verlängern. Außerdem werden auf diese Weise spezielle Hirnregionen geschult, die für die Muskeltätigkeit verantwortlich sind.

Ein entsprechender Therapeut behandelt den Patienten dabei mit kleinen Übungen hinsichtlich der Bewegungen. Unter Umständen kann eine solche Therapie sehr lange Zeit in Anspruch nehmen. Sind die Ursachen der Schmerzen im Unterarm auf andere Krankheiten zurückzuführen, sollten diese im ersten Schritt behandelt und wenn möglich geheilt werden. In den meisten Fällen wird der Patient von den Unterarmschmerzen befreit, sobald die entsprechende Grunderkrankung behandelt wird.

Aussicht & Prognose

Sollten die Unterarmschmerzen nach einer schweren körperlichen Belastung oder sportlichen Aktivität auftreten, so müssen diese nicht durch einen Arzt behandelt werden. In diesem Fall verschwinden die Unterarmschmerzen meistens nach einer kurzen Zeit. Der Patient sollte in dieser Zeit den Arm allerdings schonen und nicht unnötigen Belastungen aussetzen. Die Schmerzen können auch nach einem Unfall oder einem Schlag auf den Unterarm auftreten. Solange es zu keinen weiteren Beschwerden wie Schwellung, Fehlstellung oder Bewegungseinschränkung kommt, ist keine ärztliche Behandlung notwendig.

In einigen Fällen kommt es neben den Unterarmschmerzen auch zu einer Schwellung am Unterarm. Diese kann durch Wärme, Kälte und Massagen behandelt werden. Eine Therapie ist in den meisten Fällen erfolgreich und beseitigt die Schmerzen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln kann kurzfristig helfen, allerdings ist auf die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln zu verzichten, da sie den Körper auf lange Sicht schädigen. Bei langanhaltenden Unterarmschmerzen wird eine Schmerztherapie oder eine Physiotherapie durchgeführt. Diese Therapien führen zu einem positiven Krankheitsverlauf.

Sollte es bei den Unterarmschmerzen zu Beschädigungen an den Muskeln oder Sehnen kommen, so sind möglicherweise operative Eingriffe notwendig. In den meisten Fällen verschwinden die Unterarmschmerzen von alleine und führen zu keinen weiteren Beschwerden.


Vorbeugung

Zur Vorbeugung gegen die Schmerzen im Unterarm kommen viele unterschiedliche Übungen in Betracht. Wichtig ist dabei insbesondere die absolute Regelmäßigkeit in den Trainingseinheiten. Nur auf diese Weise kann den Beschwerden effizient und wirksam vorgebeugt werden. Meist spielen bei den Schmerzen im Unterarm auch die Finger eine Rolle. Daher sollten diese bei den Trainingsübungen unbedingt mitwirken.

Am einfachsten und effektivsten ist es dabei, die Unterarme an den Körper zu führen. Diese Übung muss in verschiedenen Geschwindigkeiten erfolgen. Eine Trainingseinheit sollte so zwischen fünf- und zehnmal erfolgen. Die Finger sollten dabei gespreizt werden, um die Übung zu vervollständigen und den Beschwerden vorzubeugen.

Das können Sie selbst tun

Unterarmschmerzen können verschiedenste Ursachen haben und bedürfen immer einer ärztlichen Abklärung. Ist der Grund für die Beschwerden erst einmal bekannt, versprechen einige Maßnahmen und Hausmittel rasche Linderung.

Schmerzen infolge einer Sehnenscheidenentzündung lassen sich zum Beispiel durch die Schonung des betroffenen Arms und kühlende Anwendungen reduzieren. Liegt den Unterarmschmerzen ein Tennisarm oder eine Zerrung zugrunde, können Dehnübungen, Massagen oder eine Wärmetherapie helfen. Übermäßiges Dehnen oder Strecken sollte allerdings vermieden werden, da dies eine ursächliche Entzündung oder Überdehnung noch verstärken kann. Bei starken Beschwerden empfiehlt sich eine örtliche Ultraschall- und Mikrowellenbehandlung, bei der die schmerzende Stelle intensiv bestrahlt wird, wodurch sich zumeist eine Linderung der Beschwerden einstellt. Lange Zeit galten diese Verfahren als Standard. Heute ist ihr Nutzen allerdings umstritten, und die Mikrowellentherapie wird kaum noch angeboten.

Ergänzend dazu bieten sich schmerzlindernde Mittel aus Natur und Haushalt an. Bewährt haben sich unter anderem Curcumin, Ingwer und Teufelskralle, aber auch Nahrungsergänzungsmittel mit Magnesium, B-Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren.

Bei Schmerzen infolge eines Karpaltunnelsyndroms helfen Kortisonpräparate und die Vermeidung ungünstiger Bewegungsabläufe und Körperhaltungen. Als erste Maßnahme gilt heute eine nachts getragene Handgelenkschiene; hält der Druck auf den Nerv an, ist eine operative Entlastung des Karpaltunnels das Mittel der Wahl. Lassen sich die Unterarmschmerzen dadurch nicht reduzieren, sollte zur weiteren Abklärung der Ursachen ein Arzt oder Sportmediziner hinzugezogen werden.

Quellen

  • Niethard, F. U., Biberthaler, P., Pfeil, J.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783132443150
  • Wülker, N. (Hrsg.): Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783132444393
  • Imhoff, A. B., Linke, R. D., Baumgartner, R.: Checkliste Orthopädie.
    ISBN: 9783132442382
  • Buckup, J., Hoffmann, R. (Hrsg.): Klinische Tests an Knochen, Gelenken und Muskeln.
    ISBN: 9783131009968
  • Müller-Vahl, H., Tegenthoff, M. (Hrsg.): Läsionen peripherer Nerven und radikuläre Syndrome.
    ISBN: 9783132416147

Das könnte Sie auch interessieren