Atemtherapie
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine richtige Atmung ist für die Gesundheit von großer Bedeutung und wird von vielen Faktoren wie Stress, körperlicher Verfassung und Luftqualität beeinflusst. Eine Atemtherapie wird angewandt bei verschiedenen Arten von Atemdefiziten, Atemwegserkrankungen, bei Stress, Erschöpfungszuständen und psychischen Erkrankungen oder zum Erlernen unterschiedlicher Atemtechniken.
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Was ist die Atemtherapie?
Der Atem wird vom Gehirn gesteuert. Er verläuft meist unbewusst und wird oft erst dann wahrgenommen und beobachtet, wenn Kurzatmigkeit oder eine Erkältung das Atmen erschweren.
Bei den Atemtherapien lässt sich unterscheiden zwischen medizinischen Therapien der Atmung, wenn eine Krankheit oder Funktionsstörung z.B. durch Asthma, Rauchen oder Luftverschmutzung vorliegt, und auf der anderen Seite Therapien mit dem Atem, die in der alternativen Körper- oder Psychotherapie eingesetzt werden.
Eine medizinische Atemtherapie dient z.B. der Verbesserung der Lungenfunktion bei konstant schwacher Lunge und hat das Ziel, das Atmungs- und Bronchialsystem zu stärken. Diese Art der Atemtherapie wird häufig in Spezialkliniken angeboten. Sie kann auch bei entsprechend ausgebildeten Krankengymnasten durchgeführt werden.
Die alternative Atemtherapie bezieht die emotionale Situation und Körpersprache eines Patienten mit ein. Der Atem wird als eine Kraft betrachtet, die für besseres Selbstempfinden, Entspannung und Gelassenheit nutzbar gemacht werden kann. In dieser Form der Atemtherapie gibt es die unterschiedlichsten Ansätze und Verfahren. Sie wird beispielsweise in der Praxis eines Atemtherapeuten oder in Rehabilitationszentren durchgeführt.
Geschichte & Entwicklung
Die Atemtherapie hat eine lange Geschichte, die in verschiedenen Kulturen und Epochen ihre Wurzeln hat. Schon im alten Indien wurde im Rahmen des Yoga das bewusste Atmen (Pranayama) praktiziert, um Körper und Geist zu harmonisieren. Ähnliche Atemtechniken fanden sich auch in der traditionellen chinesischen Medizin, insbesondere im Qigong, wo kontrollierte Atmung als wesentlicher Bestandteil zur Stärkung der Lebensenergie (Qi) galt.
Im Westen begann die systematische Untersuchung der Atemphysiologie im 19. Jahrhundert, als Ärzte und Forscher die Bedeutung des Atmens für die Gesundheit und Heilung erkannten. Eine Schlüsselentwicklung war die Erkenntnis, dass kontrollierte Atmung den Sauerstoffgehalt im Blut beeinflusst und positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System hat. Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte der deutsche Arzt Johannes Heinrich Schultz das autogene Training, bei dem Atemübungen zur Entspannung und Stressbewältigung integriert wurden.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts gewann die Atemtherapie an Bedeutung durch die Arbeit von Ilse Middendorf, die das Konzept des „erfahrbaren Atems“ entwickelte. Ihre Methode betonte das bewusste Wahrnehmen des Atems, um körperliche und seelische Blockaden zu lösen. Gleichzeitig wurden Atemübungen in der Rehabilitation von Lungenkrankheiten, insbesondere in der Behandlung von Asthma, COPD und nach Operationen, zunehmend eingesetzt. Heute ist die medizinische Atemtherapie eine anerkannte Methode in der Physiotherapie und psychosomatischen Medizin, die sowohl zur körperlichen Rehabilitation als auch zur Stressbewältigung eingesetzt wird.
Einsatz & Indikation
Eine Atemtherapie wird durchgeführt, wenn die natürliche Atemfunktion gestört ist oder wenn Atemtechniken zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität beitragen können. Sie ist besonders notwendig bei Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma, COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) oder Bronchitis. In diesen Fällen hilft die Atemtherapie dabei, die Atemmuskulatur zu stärken, Schleim zu lösen und die Atmung effizienter zu gestalten, was die Luftzufuhr verbessert und die Atemnot verringert.
Nach Operationen, insbesondere nach Eingriffen im Brust- oder Bauchbereich, ist die Atemtherapie ebenfalls wichtig. Sie wird eingesetzt, um postoperative Atemprobleme wie flache Atmung oder die Ansammlung von Schleim in den Lungen zu verhindern, die zu Komplikationen wie einer Lungenentzündung führen könnten.
Auch bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose, die die Atemmuskulatur schwächen können, hilft die Atemtherapie, die Atemfunktion zu unterstützen. Zudem wird sie häufig bei Stress oder psychosomatischen Erkrankungen angewendet, da kontrolliertes Atmen Stress verringern, das Nervensystem beruhigen und zur Entspannung beitragen kann.
Im Rahmen der Rehabilitation nach einer COVID-19-Erkrankung wird die Atemtherapie ebenfalls zunehmend eingesetzt, um die Lungenfunktion wiederherzustellen und die Atemkapazität zu verbessern. Sie hilft Patienten, die aufgrund der Erkrankung Atemprobleme und Erschöpfung erleben, wieder zu einer normalen Atmung zurückzufinden.
Vorteile & Nutzen
Die Atemtherapie bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber anderen Behandlungs- und Untersuchungsmethoden, da sie eine nicht-invasive und natürliche Herangehensweise zur Verbesserung der Atemfunktion darstellt. Im Gegensatz zu medikamentösen Therapien kommt die Atemtherapie ohne Wirkstoffe aus und kann von den Patienten nach fachkundiger Anleitung langfristig und eigenständig angewendet werden. Bei sachgerechter Anwendung ist sie gut verträglich, insbesondere für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD, die auf eine nachhaltige Verbesserung ihrer Atemfunktion abzielen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Atemtherapie nicht nur die physische Atmung verbessert, sondern auch positive Auswirkungen auf den psychischen Zustand hat. Durch das Erlernen von Atemtechniken können Stress und Angstzustände reduziert werden, was sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden auswirkt. Viele Patienten berichten von einer verbesserten Entspannungsfähigkeit und einer besseren Kontrolle über ihre Atemmuster, was besonders bei psychosomatischen Beschwerden hilfreich ist.
Darüber hinaus fördert die Atemtherapie die Eigenverantwortung des Patienten. Durch regelmäßiges Üben können Patienten ihre Atemmuskulatur stärken und Techniken erlernen, die ihnen im Alltag helfen, akute Atemnot zu vermeiden oder zu lindern. Dies kann die Lebensqualität erhöhen und die Behandlung ganzheitlich unterstützen; eine notwendige medikamentöse Therapie ersetzt die Atemtherapie jedoch nicht.
Funktion, Wirkung & Ziele
Die medizinische Atemtherapie kommt bei einem großen Spektrum unterschiedlicher Atemwegserkrankungen sowie bei unzureichender Atemmechanik zum Einsatz. Eine tiefere Atmung verbessert die Belüftung der Lunge, vor allem der unteren Lungenabschnitte. Die medizinische Atemtherapie nimmt einen wichtigen Platz in der Orthopädie, Internistik und Chirurgie ein, ebenso bei der Schwangerschaftsvorbereitung.
Die chronisch atemwegsverengende Lungenerkrankung (auch Raucherlunge genannt) sowie die chronisch obstruktive Bronchitis sind Volkskrankheiten, bei denen eine Atemtherapie erfolgversprechend eingesetzt wird. Besonders bei Asthma, chronischem Husten und Atemnot ist eine medizinische Atemtherapie sinnvoll, um einen Anfall durch spezielle Atemtechniken zu mildern und Luftnot zu lindern. Die medikamentöse Notfallbehandlung eines akuten Asthmaanfalls ersetzt sie jedoch nicht.
Eine Atemphysiotherapie (Krankengymnastik) kann erfolgen mit Hilfe eines Gerätes, das den Patienten veranlasst, gegen einen Widerstand auszuatmen. Dies hält die Bronchien offen und erleichtert das Abhusten des Schleims. Außerdem wird damit die Lungenfunktion trainiert. Zu der Atemphysiotherapie gehören auch bestimmte Atemtechniken und das Erlernen von Körperhaltungen wie dem Kutschersitz, die eine leichtere Atmung ermöglichen.
Zu den erlernbaren Atemtechniken gehören Lippenbremse, Bauch- und Zwerchfellatmung. Medizinische Atemtherapie wird außerdem zur Vorbeugung einer Lungenentzündung eingesetzt, zur Stärkung der Atemmuskulatur und Erhöhung der Lungenkapazität. Insgesamt kann die Atemtherapie zu einer besseren körperlichen Belastbarkeit der Patienten beitragen.
Alternative Atemtherapien basieren auf völlig anderen Ansätzen und zielen nicht nur auf Patienten mit geschwächter Atemfunktion, sondern allgemein auf Menschen, die ihr Körperbewusstsein und ihre innere Ausgeglichenheit erhöhen möchten. Hier wird davon ausgegangen, dass der Atem eng mit allen körperlichen und psychischen Funktionen vernetzt ist. Daraus wird gefolgert, dass durch Atemtherapie alle menschlichen Ebenen positiv beeinflusst werden können.
Zwar verläuft das Atmen unwillkürlich, doch ist es bewusst steuerbar, was sich die alternativen Atemtherapien zunutze machen. Unter anderem zählen hierzu Methoden wie der Erfahrbare Atem nach I. Middendorf, die Eutonie nach G. Alexander, das Pranayama des Yoga, das Qigong der traditionellen chinesischen Medizin und das Holotrope Atmen nach S. Grof. Zu den psychischen Beschwerden, bei denen die alternative Atemtherapie ergänzend eingesetzt wird, gehören Angstzustände und Depressionen.
Atemtherapie ist schließlich auch für einige Berufsgruppen besonders wichtig, wie etwa Sänger, Musiker, Schauspieler und Tänzer.
Durchführung & Ablauf
Eine Atemtherapie beginnt in der Regel mit einer eingehenden Untersuchung durch einen Arzt oder Therapeuten, um die Atemprobleme und individuellen Bedürfnisse des Patienten zu verstehen. Dabei wird die Atmung beobachtet, die Lungenkapazität geprüft und mögliche Verspannungen oder Fehlhaltungen identifiziert, die die Atmung beeinträchtigen könnten.
Der eigentliche Ablauf der Therapie umfasst verschiedene Atemübungen, die darauf abzielen, die Atemmuskulatur zu stärken, die Atemtiefe zu verbessern und die Atemtechnik zu optimieren. Zu den Grundtechniken gehört oft die Bauchatmung oder Zwerchfellatmung, bei der der Patient lernt, die Luft tiefer in die Lunge zu ziehen, anstatt nur oberflächlich in den Brustkorb zu atmen. Dies verbessert die Belüftung der unteren Lungenabschnitte und kann Atemnot verringern.
Lagerungstechniken können ebenfalls Teil der Therapie sein, insbesondere bei Patienten mit Lungenproblemen wie COPD. Bestimmte Positionen, wie die Kutschersitzhaltung oder das Liegen mit erhöhtem Oberkörper, erleichtern das Atmen und fördern den Schleimabtransport.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das Atemtraining unter Belastung, bei dem der Patient lernt, auch während körperlicher Aktivität eine ruhige und kontrollierte Atmung zu bewahren. Zusätzlich kommen Entspannungstechniken zum Einsatz, um den Atemrhythmus zu beruhigen und Stress abzubauen.
Je nach Ziel der Therapie wird das Programm regelmäßig angepasst, und der Patient erhält Übungen, die er zu Hause fortführen kann, um langfristig die Atemkapazität und -kontrolle zu verbessern.
Risiken & Gefahren
Von einer unsachgemäß angewandten oder oberflächlich vermittelten Atemtherapie ist dringend abzuraten, da diese schwerwiegende Nebenwirkungen haben kann.
So stellt beispielsweise die Therapie des Holotropen Atmens, durch das der Betroffene über Hyperventilation in einen "anderen Bewusstseinszustand" gelangen soll, eine Gefahr für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schwangere dar.
Vorsicht gegenüber einer Atemtherapie ist auch bei manchen psychischen Erkrankungen geboten, die sich in Folge der Atemübungen verschlimmern können. Daher sollte vor Beginn einer Atemtherapie unbedingt eine gute Qualifikation des Behandelnden sichergestellt werden sowie, dass bei den Beschwerden nichts gegen eine Atemtherapie spricht.
Alternativen
Wenn eine Atemtherapie nicht möglich ist oder nicht den gewünschten Erfolg bringt, gibt es mehrere alternative Verfahren, die zur Verbesserung der Atemfunktion beitragen können. Ein gängiger Ansatz ist der Einsatz von Atemhilfsgeräten, wie CPAP- (Continuous Positive Airway Pressure) oder BiPAP- (Bilevel Positive Airway Pressure) Geräten. Diese Geräte unterstützen die Atmung mechanisch mit Überdruck – das CPAP-Gerät mit einem gleichbleibenden Druck, das BiPAP-Gerät mit unterschiedlichen Drücken für Ein- und Ausatmung –, was insbesondere bei Patienten mit Schlafapnoe oder chronischen Atemwegserkrankungen hilfreich ist.
Medikamentöse Therapie, wie die Verabreichung von Bronchodilatatoren oder Kortikosteroiden, ist eine weitere Option. Diese Medikamente entspannen die Atemwege, reduzieren Entzündungen und erleichtern die Atmung, besonders bei Erkrankungen wie Asthma oder COPD.
Inhalationstherapie mit Medikamenten oder Kochsalzlösungen ist ebenfalls eine bewährte Methode, um die Lungenfunktion zu verbessern und Schleim zu lösen. Hierbei werden Medikamente über spezielle Inhalationsgeräte direkt in die Lungen eingebracht, was eine schnelle Wirkung erzielt.
Für Patienten mit schwereren Atemproblemen kann eine Sauerstofftherapie notwendig sein. Dabei wird über eine Maske oder Nasenbrille zusätzlicher Sauerstoff verabreicht, um die Sauerstoffsättigung im Blut zu erhöhen.
Körperliche Rehabilitation, wie z. B. Physiotherapie, kann ebenfalls eine Alternative sein, bei der die Verbesserung der allgemeinen Fitness und die Kräftigung der Atemmuskulatur im Vordergrund stehen. Diese Ansätze können helfen, die Atemfunktion zu unterstützen, wenn eine herkömmliche Atemtherapie nicht durchführbar ist.
Wer die Atemtherapie anbietet
Weil unter dem Wort Atemtherapie sehr verschiedene Angebote zusammengefasst werden, unterscheiden sich auch die Berufe und Ausbildungen dahinter erheblich.
Die medizinische Atemtherapie wird überwiegend von Physiotherapeuten durchgeführt, die eine Fortbildung in Atemphysiotherapie durchlaufen haben. Sie erfolgt in der Regel auf ärztliche Verordnung und findet in Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen und Praxen statt, als Einzelbehandlung oder in Gruppen. In Krankenhäusern kommen dazu besonders weitergebildete Pflegekräfte und Physiotherapeuten, die als Atmungstherapeuten vor allem auf Intensiv- und Beatmungsstationen eingesetzt werden; sie begleiten Patienten unter maschineller Atemunterstützung und deren schrittweise Rückkehr zur eigenen Atmung. Bei Kindern mit angeborenen Lungenerkrankungen wie der Mukoviszidose übernehmen spezialisierte Zentren die Anleitung, häufig gemeinsam mit den Eltern. Verordnet und abgerechnet wird diese Form als Heilmittel; Umfang und Dauer legt der behandelnde Arzt fest, der auch entscheidet, ob eine Fortführung sinnvoll ist.
Für die alternative Atemtherapie gibt es keinen entsprechend geregelten Zugang. Die Bezeichnung „Atemtherapeut“ ist in Deutschland nicht geschützt; angeboten wird das Verfahren unter anderem von Atem-, Sprech- und Stimmlehrern, von Absolventen mehrjähriger Ausbildungen in einer der weiter oben genannten Schulen sowie von Heilpraktikern. Mehrere Berufsverbände unterhalten eigene Ausbildungs- und Anerkennungsordnungen, doch sind diese untereinander nicht abgestimmt. Wer eine solche Behandlung erwägt, findet die Qualifikation daher nicht schon in der Berufsbezeichnung; auf ihre vorherige Klärung wird weiter oben ausdrücklich hingewiesen.
Abgrenzung zu verwandten Verfahren
Von den klassischen Entspannungsverfahren unterscheidet sich die Atemtherapie durch ihren Gegenstand. Beim autogenen Training und bei der progressiven Muskelentspannung wird der Atem ruhiger, weil sich der ganze Körper entspannt; er ist dort Begleiterscheinung und nicht Übungsgegenstand. In der Atemtherapie dagegen ist der Atem selbst das, woran gearbeitet wird.
Vom Yoga und vom Qigong unterscheidet sie sich durch den Rahmen: Dort sind Atemübungen Bestandteil eines umfassenderen Übungssystems mit eigener Weltdeutung, aus dem die westliche Atemtherapie einzelne Elemente übernommen hat.
Berührungspunkte bestehen mit der Stimmtherapie und der Logopädie. Auch dort wird an der Atmung gearbeitet, allerdings als Grundlage von Stimme und Sprechen; behandelt werden Heiserkeit, Stimmermüdung und Störungen des Sprechablaufs. Wo eine ungünstige Atemführung die Stimme belastet, überschneiden sich beide Bereiche.
Nicht zur Atemtherapie zählen schließlich Maßnahmen, bei denen ein Gerät oder ein Wirkstoff die Arbeit übernimmt, die sonst geübt wird. Bei der maschinellen Beatmung leistet ein Gerät die Atemarbeit ganz oder teilweise; bei der Inhalation wird ein Wirkstoff in die Atemwege gebracht. Solche Verfahren können eine Atemtherapie ergänzen oder ihr vorausgehen, verfolgen aber einen anderen Weg als das Üben der eigenen Atmung.
Ebenfalls zu unterscheiden ist das körperliche Training, wie es in Lungensportgruppen und in der Rehabilitation angeboten wird. Dort steht die allgemeine Belastbarkeit im Vordergrund, und die Atmung bessert sich als Folge der besseren Kondition. Die Atemtherapie setzt umgekehrt unmittelbar an der Atembewegung, der Körperhaltung und dem Abtransport von Schleim an. Beides schließt einander nicht aus und wird bei chronischen Atemwegserkrankungen häufig nebeneinander eingesetzt.
Quellen
- Rutte, R., Sturm, S.: Atemtherapie.
ISBN: 9783662669617
- Brüne, L.: Reflektorische Atemtherapie.
ISBN: 9783948277369
- Vogelmeier, C. F. (Hrsg.): Therapie-Handbuch Pneumologie.
ISBN: 9783437238147
- Hausen, T.: Pneumologie für die Praxis.
ISBN: 9783437227127
- Menche, N. (Hrsg.): Pflege heute.
ISBN: 9783437267796
