Bleomycin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Wirkstoffe Bleomycin

Bleomycin ist ein Glykopeptid-Antibiotikum mit zytostatischen Eigenschaften. Es wird bei Plattenepithelkarzinomen, Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen, Hodentumoren sowie malignen Pleuraergüssen eingesetzt. Spezielle Nebenwirkungen unter Bleomycintherapie, insbesondere bei Überdosierung, sind die Lungenfibrose und Hautschädigungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bleomycin?

Bleomycin
Die Einsatzgebiete von Bleomycin sind Plattenepithelkarzinome von Kopf, Hals, äußeren Genitalien und des Gebärmutterhalses sowie Hodentumoren.
© pauchi – stock.adobe.com

Das Medikament Bleomycin ist ein Zytostatikum, welches die DNA des Menschen durch DNA-Strangbrüche schädigt.

Es existieren im Bleomycingemisch zwei strukturell ähnliche Glykopeptide, die Derivate Bleomycin A2 und B2, wobei das Derivat A2 mit 55 - 70 % einen höheren Anteil hat.

Gewonnen wird der Wirkstoff aus dem Aktinomyceten Streptomyces verticillus, wodurch er zur Gruppe der Antibiotika gehört.

Bleomycin findet bei verschiedenen Karzinomen Verwendung. Es können aber auch starke Nebenwirkungen auftreten.

Fachlich zählt Bleomycin zu den Antitumor-Antibiotika. Es stammt wie die gewöhnlichen Antibiotika aus einem Bakterium, richtet sich aber nicht gegen Krankheitserreger, sondern gegen die Erbsubstanz sich teilender Zellen. Im ATC-System, mit dem Arzneistoffe nach Organsystem und Wirkweise geordnet werden, trägt Bleomycin den Code L01DC01. Bezeichnet wird die Gruppe, in der es steht, als die der zytotoxisch wirksamen Antibiotika; ein weiterer Vertreter ist Mitomycin.

Weil Bleomycin ein Glykopeptid und damit ein eiweißartiger Stoff ist, würde es im Magen-Darm-Trakt verdaut, bevor es wirken könnte. Als Tablette steht der Wirkstoff deshalb nicht zur Verfügung. Er wird als Pulver geliefert, kurz vor der Anwendung in Lösung gebracht und anschließend gespritzt oder infundiert; je nach Präparat ist seine Stärke in Milligramm oder in Internationalen Einheiten angegeben.

Zu den Anwendungsgebieten, für die Bleomycin zugelassen ist, gehören Hodentumoren in Form des Seminoms und des Nichtseminoms, das Hodgkin-Lymphom, Non-Hodgkin-Lymphome sowie die Behandlung bösartiger Pleuraergüsse, bei der der Wirkstoff unmittelbar in den Brustfellspalt gegeben wird.

Außerhalb der Krebsbehandlung findet sich Bleomycin gemeinsam mit Salicylsäure auch in Mitteln gegen Warzen. Genutzt wird dabei dieselbe zellabtötende Eigenschaft, allerdings örtlich begrenzt und äußerlich.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Bleomycin wird, je nach Erkrankung, entweder intravenös (über die Vene), intramuskulär (in den Muskel) oder intrapleural (in die Brusthöhle) verabreicht. Nach der intravenösen Medikamentengabe kommt es rasch zu einer Elimination im Blutplasma, die biphasisch verläuft. Initial beträgt die Halbwertszeit 24 Minuten und steigt dann auf 2 bis 4 Stunden an.

Inaktiviert wird der Stoff über Hydrolasen und andere niedrigmolekulare Eiweißfraktionen, die vor allem im Blutplasma, aber auch in der Leber vorkommen. In der Lunge und Haut kommen diese Hydrolasen jedoch in geringerem Umfang vor. Bleomycin wird letztlich über die Niere ausgeschieden, kann aber nicht über eine Dialyse entfernt werden.

Die Bildung von Superoxid-Radikal-Anionen ist der Hauptmechanismus in der Wirkung des Bleomycins. Es bildet in der Zelle mit Eisen-(II)-Ionen einen Bleomycin-Eisen-(II)-Komplex, der zu einer Interkalierung (Einlagerung) in die DNA führt. Zusätzlich bindet sich an das Eisen-(II)-Ion molekularer Sauerstoff, dabei wird ein Elektron an den Sauerstoff abgegeben. So folgt eine Aktivierung des Bleomycins zu einem Bleomycin-Eisen-(III)-Komplex und es entstehen gleichzeitig Superoxid-Radikal-Ionen. Aus den Superoxid-Radikal-Ionen entstehen Hydroxyl-Radikale (OH•), die zu Einzelstrangbrüchen in der DNA-Helix führen. Bei erhöhter Dosierung kommt es zu Doppelstrangbrüchen. Der Zellzyklus wird spezifisch in der G2-Phase (also kurz vor der Phase der eigentlichen Zellteilung) abgebrochen. Zudem kommt es zu Translokationen (Ortsänderungen) der Chromosomen. Da Bleomycin prinzipiell in allen Zellen des Körpers wirken kann, ist eine ungewollte mutagene Wirkung in anderen Organen während der Behandlung nicht ausgeschlossen.

Aus der Nähe betrachtet löst Bleomycin einzelne Nukleotide, also Bausteine der Erbinformation, aus dem DNA-Strang heraus und verhält sich dabei wie eine Endonuklease, ein Enzym, das Nukleinsäureketten von innen her zerschneidet. Zusätzlich hemmt der Wirkstoff die DNA-Polymerase, jenes Enzym, das neue DNA-Stränge zusammensetzt. Die betroffenen Zellen können sich daraufhin nicht mehr teilen, und das Tumorwachstum wird gebremst.

Dass Bleomycin den Körper überwiegend über die Niere verlässt, ist für die Verträglichkeit von Bedeutung: Arbeitet die Niere schlechter, wird der Wirkstoff langsamer ausgeschieden, und seine Giftwirkung nimmt zu. Der geringe Gehalt an abbauenden Enzymen in Lunge und Haut erklärt umgekehrt, warum gerade diese beiden Organe die schwersten Nebenwirkungen tragen.

Auch das Erbgut kann durch eine Bleomycintherapie geschädigt werden, sodass Männer bis zu 6 Monate nach einer entsprechenden Therapie keine Kinder zeugen sollten. Eine Spermakonservierung ist vor Therapiebeginn zu erwägen, da es zur dauerhaften Infertilität kommen kann. Frauen sollten während der Therapie nicht schwanger werden.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Bleomycin wird vorwiegend in Kombination mit anderen Chemotherapeutika verwendet. Die Einsatzgebiete sind Plattenepithelkarzinome von Kopf, Hals, äußeren Genitalien und des Gebärmutterhalses sowie Hodentumoren.

Zudem wird das Mittel im Frühstadium eines Hodgkin-Lymphomes sowie bei Erwachsenen mit Non-Hodgkin-Lymphomen mit mittelgradigem oder hochgradigem Malignitätsgrad verabreicht. Als Monotherapie wird Bleomycin palliativ bei malignen (bösartigen) Pleuraergüssen eingesetzt. Das Behandlungsziel ist hier ein anderes: Nicht die Heilung steht im Vordergrund, sondern eine Erleichterung der Atmung und damit ein Gewinn an Lebensqualität.

Beim Hodgkin-Lymphom ist Bleomycin Bestandteil des ABVD-Schemas, einer Kombination aus Doxorubicin, Bleomycin, Vinblastin und Dacarbazin; auch das intensivere BEACOPP-Schema enthält den Wirkstoff. Bei Keimzelltumoren des Hodens gehört Bleomycin zum PEB-Schema, das auch als BEP bezeichnet wird und den Wirkstoff mit Cisplatin und Etoposid verbindet. Dieses Schema gilt in der Erstbehandlung fortgeschrittener Hodentumoren als Standard.

Der Sinn solcher Kombinationen liegt darin, dass sich die beteiligten Wirkstoffe in ihrem Angriffspunkt und in ihren Nebenwirkungen unterscheiden und einander ergänzen. Welchen Beitrag Bleomycin dabei leistet, zeigte eine Studie der Deutschen Hodgkin-Studiengruppe: Der Behandlungsarm, in dem Bleomycin aus dem ABVD-Schema weggelassen wurde, schnitt beim progressionsfreien Überleben, also bei der Zeit ohne Fortschreiten der Erkrankung, schlechter ab. Ein Verzicht auf den Wirkstoff wird deshalb nicht empfohlen.

Bei älteren Menschen wird die Zahl der Behandlungszyklen mit Bleomycin wegen der Lungentoxizität allerdings begrenzt. Sind darüber hinaus weitere Zyklen nötig, wird auf ein Schema ohne Bleomycin ausgewichen.


Verabreichung & Dosierung

Für Bleomycin gibt es keine allgemeingültige Dosis. Wie viel Wirkstoff gegeben wird, richtet sich nach der Erkrankung, nach dem gewählten Kombinationsplan der Chemotherapie und nach dem Zustand des Patienten.

Der Weg der Verabreichung hängt vom Behandlungsziel ab. Soll der Wirkstoff im ganzen Körper wirken, wird er in eine Vene oder in einen Muskel gegeben. Beim bösartigen Pleuraerguss gelangt er dagegen unmittelbar in den Spalt zwischen den beiden Blättern des Brustfells, also dorthin, wo sich die Flüssigkeit ansammelt.

Weil Bleomycin den Körper überwiegend über die Niere verlässt, ist bei eingeschränkter Nierenfunktion besondere Vorsicht geboten. Auch Begleitmedikamente, die der Niere schaden, führen dazu, dass der Wirkstoff langsamer ausgeschieden wird und seine Giftwirkung zunimmt.

Während der gesamten Behandlung wird die Lunge im Auge behalten, um frühe Zeichen einer Schädigung zu erkennen. Berücksichtigt werden dabei die bekannten Risikofaktoren: das Lebensalter, die bereits erreichte Gesamtdosis, vorbestehende Lungenerkrankungen und eine vorausgegangene Strahlentherapie.

Wird begleitend ein Wachstumsfaktor für weiße Blutkörperchen eingesetzt, der die Erholung des Knochenmarks nach der Chemotherapie beschleunigen soll, ist zur Gabe des Bleomycins ein zeitlicher Mindestabstand vorgesehen.

Weil unter der Behandlung Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit auftreten können, ist die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder eine Maschine zu bedienen, mittelbar beeinträchtigt.

Risiken & Nebenwirkungen

Vor der Erstanwendung von Bleomycin sollte eine Testdosis von 1 mg erfolgen und der Patient mindestens 4 Stunden lang beobachtet werden, um schwerwiegende Sofortreaktionen auszuschließen. Insbesondere eine schwere allergische Reaktion ist bei Lymphompatienten gefürchtet und kann zu schweren Fieberanfällen mit Todesfolge führen.

Generell können folgende Nebenwirkungen auftreten: Übelkeit, Erbrechen, Stomatitis (Entzündung der Mundschleimhaut), Appetitlosigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Schüttelfrost und hohes Fieber.

Beschrieben werden darüber hinaus eine Entzündung der Schleimhäute des Verdauungswegs, eine Abnahme des Körpergewichts, Kopfschmerzen, Haarausfall, Veränderungen der Nägel und teils schmerzhafte Schwellungen der Haut.

Speziell betrifft die Toxizität von Bleomycin vorwiegend die Lunge und die Haut. Die Schädigung der Lunge zeigt sich dabei nicht nur als Lungenfibrose. Am Anfang steht häufig eine Entzündung des Gewebes zwischen den Lungenbläschen, eine sogenannte interstitielle Pneumonitis. Sie ist die häufigste Nebenwirkung des Wirkstoffs überhaupt und tritt während der Behandlung, gelegentlich auch erst nach deren Ende auf. In schweren Fällen kann sich daraus ein akutes Atemnotsyndrom entwickeln, und die Leistungsfähigkeit der Lunge kann dauerhaft eingeschränkt bleiben. Eine besondere und ernsthafte Nebenwirkung des Bleomycins ist die Lungenfibrose, die sich aus einer chronischen Lungenentzündung entwickeln kann. Vor allem bei einer Gesamtdosis von über 300 mg kann eine Lungenfibrose auftreten und ist damit dosislimitierend. Eine Lungenfibrose kann jedoch auch bei jüngeren Patienten und nach niedrigeren Gesamtdosen auftreten. Eine vorangegangene Bestrahlung der Lunge bzw. des Brustraumes, eine vermehrte Sauerstoffgabe unter Bleomycintherapie sowie ein Lebensalter über 70 Jahre erhöhen zusätzlich das Risiko einer Lungenfibrose. Da Bleomycin das Lungengewebe empfindlicher gegenüber Sauerstoff macht, besteht dieses Risiko auch bei einer späteren Operation, wenn Sauerstoff verabreicht wird; behandelnde Ärztinnen und Ärzte müssen daher über eine zurückliegende Bleomycintherapie informiert sein.

Des Weiteren besteht eine Hauttoxizität in Form von Hyperkeratosen, einem Abschälen der Haut und Ulzerationen. Am ehesten wird diese Nebenwirkung durch die verminderte Aktivität der Bleomycinhydrolase, die das Medikament inaktiviert, hervorgerufen.

Kontraindikationen

Nicht angewendet werden darf Bleomycin bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff. Ausgeschlossen ist der Einsatz außerdem bei einer akuten Lungenentzündung und bei einer stark eingeschränkten Lungenfunktion sowie dann, wenn bereits eine durch Bleomycin ausgelöste Schädigung der Lunge vorliegt oder die Lungenfunktion auf eine solche Schädigung hindeutet.

Eine weitere Gegenanzeige ist das Teleangiektasie-Ataxie-Syndrom, eine seltene angeborene Erkrankung, die auch als Ataxia teleangiectatica bezeichnet wird.

Ebenfalls ausgeschlossen ist die gleichzeitige Impfung mit einem Lebendimpfstoff, etwa gegen Gelbfieber.

Nicht angewendet werden darf Bleomycin in der Stillzeit; es ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, und schwere Schäden beim Säugling lassen sich nicht ausschließen. In der Schwangerschaft darf es nur dann angewendet werden, wenn ein lebensbedrohlicher Zustand der Patientin vorliegt. Dabei kann es zu Schädigungen des Ungeborenen kommen.

Nicht in jedem Fall verbietet sich die Behandlung, wohl aber ist besondere Zurückhaltung geboten: Bei einer vorbestrahlten Lunge sowie bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen sollte eine strenge Indikationsstellung erfolgen, da hier das Risiko, schwere Nebenwirkungen zu erleiden, deutlich erhöht ist.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Die wichtigsten Wechselwirkungen des Bleomycins betreffen die Lunge. Andere Zytostatika, die das Lungengewebe ebenfalls schädigen können, darunter Mitomycin, Carmustin, Cyclophosphamid und Methotrexat, erhöhen in der Kombination das Risiko einer Lungenschädigung. Dasselbe gilt für eine gleichzeitige oder vorausgegangene Bestrahlung des Brustkorbs, die als bedeutender Risikofaktor für eine häufigere und schwerere Lungentoxizität gilt.

Unter den Wechselwirkungen wird ausdrücklich auch der Sauerstoff selbst geführt, der bei einer Narkose verabreicht wird.

Stoffe, die der Niere schaden, verzögern die Ausscheidung des Bleomycins. Für Cisplatin, das im PEB-Schema gemeinsam mit Bleomycin gegeben wird, ist beschrieben, dass eine dadurch ausgelöste Nierenschädigung die Ausscheidung des Bleomycins verringern und die Lungentoxizität erhöhen kann; in einzelnen Fällen verlief das tödlich.

In Verbindung mit Vincaalkaloiden, zu denen Vincristin und Vinblastin gehören, wurde ein Raynaud-ähnliches Syndrom beobachtet. Dabei nimmt die Durchblutung an Fingern, Zehen oder Nase so stark ab, dass Gewebe absterben kann.

Der Blutspiegel einiger anderer Arzneistoffe kann unter Bleomycin sinken. Beschrieben ist das für Digoxin, ein Mittel gegen Herzschwäche, und für das Antiepileptikum Phenytoin; bei Letzterem kann in der Folge das Risiko für Krampfanfälle steigen. Umgekehrt kann Phenytoin den Abbau des Bleomycins in der Leber beschleunigen und dadurch dessen Wirkung gegen den Tumor abschwächen.

Arzneimittel, die das Immunsystem unterdrücken, etwa Ciclosporin und Tacrolimus, verstärken zusammen mit Bleomycin die Abwehrschwäche und erhöhen das Risiko für Erkrankungen des lymphatischen Systems.

Während der Bleomycintherapie dürfen keine Lebendimpfstoffe verabreicht werden, da es so zu einer schweren Infektionskrankheit kommen kann; besonders gefährdet sind Menschen, deren Abwehr bereits durch die Grunderkrankung geschwächt ist. Zudem kann die Antikörperbildung und damit die Wirksamkeit von Totimpfstoffen, zum Beispiel im Rahmen der jährlichen Influenzaimpfung, unter zytostatischer Therapie herabgesetzt sein.

Alternative Behandlungsmethoden

Bleomycin lässt sich in seinen Anwendungsgebieten nicht einfach durch einen anderen Wirkstoff ersetzen. Kommt es nicht in Betracht, wird stattdessen das Behandlungsschema als Ganzes verändert.

Beim Hodgkin-Lymphom tritt in solchen Fällen das AVD-Schema an die Stelle des ABVD-Schemas; es entspricht diesem, enthält aber kein Bleomycin. Bei Keimzelltumoren des Hodens kann bei einer Gegenanzeige gegen Bleomycin das EP-Schema aus Cisplatin und Etoposid das PEB-Schema ersetzen; in der mittleren Prognosegruppe kommt auch das PEI-Schema in Betracht, das Cisplatin und Etoposid mit Ifosfamid verbindet. Beide Wege sind in den Leitlinien vorgesehen; die Zahl der Behandlungszyklen richtet sich dabei nach der Prognosegruppe und kann von der des Schemas mit Bleomycin abweichen.

Innerhalb der zytotoxisch wirksamen Antibiotika gibt es mit Mitomycin und Plicamycin weitere Vertreter. Gleichwertige Ersatzstoffe sind sie nicht, denn ihre Anwendungsgebiete decken sich nur teilweise mit denen des Bleomycins.

Ob eine Chemotherapie mit Bleomycin überhaupt nötig ist, hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Bei einem Hodentumor im frühen Stadium, bei dem der Tumor nicht in Blut- oder Lymphgefäße eingebrochen ist, kommt anstelle einer vorbeugenden Chemotherapie auch eine aktive Überwachung in Betracht, bei der zunächst nur in festen Abständen kontrolliert wird. Beim Hodgkin-Lymphom wiederum kann die Bestrahlung bei einem Teil der Betroffenen entfallen, wenn eine Positronen-Emissions-Tomographie nach der Chemotherapie kein aktives Tumorgewebe mehr zeigt.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Eucker, J., Scholz, C. W. (Hrsg.): Facharztwissen Hämatologie Onkologie.
    ISBN: 9783437212079
  • Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783662607473
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

Das könnte Sie auch interessieren