Doping
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Doping bedeutet das Einnehmen oder Anwenden unerlaubter Substanzen, um eine vor allem sportliche Leistungssteigerung zu erzielen. Im Wettkampfsport ist Doping verboten, weil Dopingmittel teilweise schwere gesundheitliche Schäden verursachen können sowie eine ungleiche Chancenverteilung bei Sportwettbewerben bedeuten. Doping im weiteren Sinne kommt auch in der Arbeitswelt und im Studium vor.
Was ist Doping?
Der Begriff Doping stammt aus dem Englischen. "To dope" bedeutet Drogen verabreichen. Er geht vermutlich auf das Wort "dop" zurück, mit dem in Südafrika ein starker Schnaps bezeichnet wurde.
Die Definition von Doping ist kaum präzise einzugrenzen und wird mittlerweile als gesamtgesellschaftliches Problem betrachtet. Die derzeit geltenden Doping-Regeln im internationalen Wettkampfsport basieren auf einer jährlich neu veröffentlichten und um neue Wirkstoffe und Methoden ergänzten Doping-Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur.
Seit dem Beschluss der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) im Jahre 2004 fällt unter das Doping zum Einen das Anwenden einer möglicherweise gesundheitsgefährdenden Substanz oder Methode zur sportlichen Steigerung. Zum Anderen bedeutet Doping das Vorhandensein einer auf der o.g. Liste genannten Substanz im Körper des Sportlers oder auch das Anwenden einer Methode, die diese Liste benennt.
Unter Doping in der Arbeitswelt und beim Studium versteht man den Missbrauch von Medikamenten zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit.
Geschichte & Entwicklung
Die Geschichte des Dopings reicht bis in die Antike zurück. Bereits bei den Olympischen Spielen des antiken Griechenlands (ca. 776 v. Chr.) sollen Athleten spezielle Kräuter, Pilze oder Stimulanzien wie Sesamsamen eingenommen haben, um ihre Leistung zu steigern. Auch römische Gladiatoren nutzten angeblich Aufputschmittel, um im Kampf widerstandsfähiger zu sein.
Im 19. Jahrhundert begannen Ausdauersportler, insbesondere Radrennfahrer und Marathonläufer, Substanzen wie Strychnin, Kokain und Alkohol zu konsumieren, um Ermüdung zu verzögern. Während der Tour de France im frühen 20. Jahrhundert war der Einsatz von Amphetaminen und anderen Stimulanzien weit verbreitet.
In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde das moderne Doping mit der Entwicklung von Anabolika eingeleitet. Besonders Testosteron-Derivate, die ursprünglich zur Behandlung von Krankheiten entwickelt wurden, fanden Anwendung im Hochleistungssport. Der Tod des dänischen Radfahrers Knud Enemark Jensen bei den Olympischen Spielen 1960 führte zur verstärkten Diskussion über die Gefahren des Dopings.
1968 führte das Internationale Olympische Komitee (IOC) bei den Olympischen Spielen erstmals offizielle Dopingkontrollen durch; ab 1972 wurden sie in größerem Umfang eingesetzt. Seit den 1990er-Jahren sind neue Substanzen wie EPO (Erythropoetin) und Blutdoping in den Fokus gerückt. Heute arbeitet die 1999 gegründete Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) weltweit an der Bekämpfung von Doping im Spitzensport.
Funktion, Wirkung & Ziele
Unerlaubtes Doping bezieht sich in erster Linie auf den Wettkampfsport, nicht auf Freizeitsport im Allgemeinen. Zwar gilt die Doping-Liste zumindest für alle olympischen Sportarten als verbindlich, doch bindet sie nur diejenigen Verbände, die den Welt-Anti-Doping-Code anerkannt haben.
Unter die verbotenen Substanzklassen beim Doping fallen Stimulantien, die das zentrale Nervensystem beeinflussen. Beim Doping werden sie angewandt, da sie Herz- und Atemfrequenz sowie die Gehirnfunktion steigern. Außerdem erhöhen sie Aufmerksamkeit, Wettkampfbereitschaft und Aggression und dämpfen Müdigkeit und Schmerzempfinden.
Zum Doping werden weiterhin oft Hormone zum Muskelaufbau (Anabole-androgene Steroide, Anabolika bzw. AAS) verwendet. Zu diesen zählt z.B. Testosteron.
Ein weiteres zum Doping angewandtes Mittel ist das Hormon Erythropoetin (EPO), das die Zahl der roten Blutkörperchen erhöht, um damit das Körpergewebe besser mit Sauerstoff zu versorgen und die Ausdauerleistungsfähigkeit zu verbessern. Beim Doping mit Narkotika werden Schmerzempfinden und innerer Druck zeitweise unterdrückt.
Diuretika sind harntreibende Substanzen. Sie fallen deshalb unter Doping, weil Doper durch ihre Einnahme das Doping zu verschleiern beabsichtigen. Bei einer durch Diuretika erhöhten Urinausscheidung lässt sich eine verwendete Doping-Substanz nämlich in einer bei Doping-Kontrollen untersuchten Urinprobe kaum mehr nachweisen.
Eine verbotene Doping-Methode ist z.B. das Blutdoping. Hierbei wird entweder eine Re-infusion von eigenem Blut oder Transfusion von Fremdblut angewandt. Diese Doping-Methode soll die roten Blutkörperchen, den Sauerstofftransport und dadurch die Ausdauerleistungsfähigkeit verbessern. Schließlich fallen unter den Begriff Doping einige Substanzklassen mit gewissen Einschränkungen, nämlich Alkohol, Cannabinoide, Lokalanästhetika, Kortikosteroide sowie Betablocker.
Lange Zeit lag die Regelsperre für einen ersten Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen bei zwei Jahren. Nach dem heute geltenden Welt-Anti-Doping-Code fällt sie bei vorsätzlichem Doping erheblich länger aus; umgekehrt kann sie gemildert werden, wenn den Sportler kein oder nur ein geringes Verschulden trifft. Bei wiederholten Verstößen ist auch eine lebenslange Sperre möglich.
Einsatz & Indikation
Doping wird vor allem im Leistungssport eingesetzt, um die körperliche Leistungsfähigkeit künstlich zu steigern. Es kommt in vielen Sportarten vor, insbesondere in solchen, die hohe Ausdauer, Muskelkraft oder schnelle Regeneration erfordern, wie Radsport, Leichtathletik, Kraftsport und Schwimmen. Athleten greifen zu Doping, um ihre Ausdauer, Muskelmasse, Sauerstoffaufnahme oder Schmerzresistenz zu verbessern.
Doping erscheint manchen Sportlern attraktiv, wenn der Leistungsdruck hoch ist und Trainingsmethoden an ihre Grenzen stoßen. In vielen Fällen entsteht der Druck durch die Konkurrenz oder finanzielle Anreize im Profisport. Besonders in Sportarten mit langer Belastung, wie dem Radsport oder Marathon, werden Substanzen wie EPO (Erythropoetin) eingesetzt, um die Sauerstoffkapazität zu erhöhen. In Kraftsportarten kommen anabole Steroide zum Einsatz, um Muskelwachstum und Regeneration zu beschleunigen.
Auch im Freizeitsport nutzen manche Menschen leistungssteigernde Mittel, etwa um schneller Muskelmasse aufzubauen oder Fett zu verbrennen. In seltenen Fällen kann der Einsatz von Medikamenten medizinisch notwendig sein, beispielsweise bei Asthma oder Aufmerksamkeitsdefizitstörungen (ADHS). Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Doping im klassischen Sinne, sondern um therapeutischen Gebrauch, sofern dies mit einer Ausnahmegenehmigung (TUE) erfolgt.
Vorteile & Nutzen
Doping ist keine Behandlungsmethode. Sportler versprechen sich davon vor allem kurzfristige körperliche Vorteile im Hochleistungssport, insbesondere eine rasche Steigerung der Leistungsfähigkeit. Substanzen wie Erythropoetin (EPO) erhöhen die Sauerstoffkapazität des Blutes, was die Ausdauerleistung in Sportarten wie Radfahren oder Langstreckenlauf erheblich verbessert. Anabole Steroide fördern das Muskelwachstum und beschleunigen die Regeneration, was für Kraftsportler vorteilhaft ist.
Ein weiteres Ziel ist die schnellere Erholung nach intensiver Belastung. Wachstumshormonen und Kortikosteroiden wird zugeschrieben, Muskelermüdung und Verletzungsfolgen zu verringern; belegt ist das nicht. Kortikosteroide dämpfen vor allem den Schmerz und können eine Verletzung dadurch verdecken, bei längerer Anwendung fördern sie zudem den Abbau von Muskulatur.
Im Vergleich zu legalen Methoden wie Nahrungsergänzungsmitteln oder Höhentraining wirken einige Dopingsubstanzen schneller und stärker. Ein Ersatz für Training sind sie jedoch nicht.
Den erhofften kurzfristigen Vorteilen stehen hohe gesundheitliche Risiken, ethische Probleme und rechtliche Konsequenzen gegenüber. Alternativen wie gezieltes Training, Regenerationsmaßnahmen und eine optimierte Ernährung sind langfristig nachhaltiger und sicherer, auch wenn sie nicht die gleiche sofortige Wirkung erzielen.
Durchführung & Ablauf
Die Anwendung von Dopingmitteln unterscheidet sich je nach Substanz und Sportart. Häufig erfolgt sie in zeitlich abgegrenzten Zyklen, auch um einem Nachweis in Dopingkontrollen zu entgehen.
Anabole Steroide werden über längere Zeiträume und häufig in Kombination mehrerer Wirkstoffe angewendet. Die dabei verbreitete Annahme, solche Kombinationen verringerten die Nebenwirkungen, ist nicht belegt; die gesundheitlichen Risiken steigen dadurch eher.
Beim EPO-Doping wird das Hormon Erythropoetin entweder per Injektion unter die Haut (subkutan) oder in die Vene (intravenös) verabreicht, um die Produktion roter Blutkörperchen zu steigern. Dies erhöht die Sauerstofftransportkapazität des Blutes; zugleich steigen mit dem Anteil roter Blutkörperchen die Zähflüssigkeit des Blutes und damit das Thromboserisiko.
Beim Blutdoping wird dem Athleten vorab eigenes Blut entnommen, das später – nach einer Regenerationszeit – wieder injiziert wird, um die Hämoglobinkonzentration zu erhöhen.
Viele Dopingmittel werden mit Tarnmethoden wie Diuretika (zum Ausschwemmen von Substanzen) oder Mikrodosierungen kombiniert, um Dopingtests zu umgehen. Aufgrund der gesundheitlichen Risiken und rechtlichen Konsequenzen bleibt der medizinische und wissenschaftliche Kampf gegen Doping eine zentrale Herausforderung im Sport.
Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren
Anabole androgene Steroide können beim Doping schwere gesundheitliche Nebenwirkungen verursachen. Bei Männern können sie zur Feminisierung, also Verweiblichung führen, bei Frauen zur Virilisierung (Vermännlichung). Weitere Risiken sind Leberzysten, Herzstörungen, Stimmvertiefung und Bartwuchs bei Frauen sowie Haarausfall und Hodenschrumpfung bei Männern.
Zum Doping eingesetzte Stimulantien können zur völligen, mitunter lebensbedrohlichen Erschöpfung des Betroffenen führen. Außerdem können sie psychische Störungen wie Abhängigkeit oder Depression sowie körperliche Auswirkungen wie Halluzinationen, Herzrhythmusstörungen oder starkes Zittern hervorrufen.
Das zum Doping eingesetzte Hormon EPO erhöht bei missbräuchlicher Anwendung die Risiken, Bluthochdruck zu bekommen und einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.
Beim Doping mit Narkotika kann es zu Atemlähmung und Kreislaufschock, außerdem zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit kommen. Diuretika können zum Abfall des Blutdrucks führen. Außerdem können beim Doping mit Diuretika Herzrhythmusstörungen auftreten, weil zu viele Elektrolyte wie Magnesium oder Kalium mit dem vermehrten Urin ausgeschieden werden.
Das Doping durch Blutdoping kann den Blutdruck und das Thromboserisiko erhöhen. Weiterhin kann durch unsachgemäßes Doping eine lebensgefährliche Infektion wie Hepatitis oder HIV übertragen werden.
Alternativen
Es gibt mehrere alternative Verfahren zum Doping, die legale und deutlich risikoärmere Wege zur Leistungssteigerung bieten. Diese Methoden sind besonders relevant für Sportler, die auf Doping verzichten wollen oder aufgrund medizinischer Risiken keine leistungssteigernden Substanzen verwenden dürfen.
Eine der bekanntesten Alternativen ist das Höhentraining. Durch das Training in sauerstoffarmer Umgebung wird die Produktion roter Blutkörperchen auf natürliche Weise angeregt, ähnlich wie beim EPO-Doping. Künstliche Hypoxie-Kammern können diesen Effekt simulieren.
Ein weiterer Ansatz ist die optimierte Ernährung und Supplementierung. Von einer auf die Sportart abgestimmten Ernährung — etwa einer eiweißreichen Kost beim Muskelaufbau oder einer gezielten Kohlenhydratzufuhr vor Ausdauerbelastungen — wird ein Beitrag zur Leistungsfähigkeit erwartet. Daneben werden legale Nahrungsergänzungsmittel wie Kreatin, Beta-Alanin oder Koffein verwendet. Solche Präparate können allerdings mit verbotenen Substanzen verunreinigt sein und dadurch zu positiven Dopingtests führen.
Fortschrittliche Regenerationsmethoden wie Kryotherapie (Kältetherapie), Massagen und physiotherapeutische Maßnahmen helfen, die Erholung zu verbessern und die Muskelbelastung zu reduzieren.
Im Bereich der mentalen Leistungssteigerung spielen Meditation, Neurofeedback und gezieltes Mentaltraining eine zunehmende Rolle, um Konzentration und Wettkampfstress zu optimieren.
Diese Alternativen wirken langsamer, sind aber mit den gesundheitlichen Risiken und rechtlichen Konsequenzen des Dopings nicht verbunden.
Dopingkontrollen und Nachweis
Kontrollen finden nicht nur bei Wettkämpfen statt, sondern auch außerhalb davon im Training. Bei Wettkampfkontrollen werden die zu kontrollierenden Sportler nach dem Wettkampf ausgewählt, häufig die Platzierten und zusätzlich per Los bestimmte Teilnehmer. Trainingskontrollen erfolgen unangekündigt; Athleten in den entsprechenden Testpools sind deshalb verpflichtet, ihren Aufenthaltsort und ein tägliches Zeitfenster im Voraus zu melden. Werden Meldungen versäumt oder Kontrollen verpasst, kann das bereits für sich genommen als Verstoß gewertet werden.
Bei der Probennahme wird der Sportler von einem Kontrolleur begleitet, die Abgabe der Urinprobe wird beobachtet, und die Probe wird auf zwei getrennte Behälter verteilt, die sogenannte A- und B-Probe. Zusätzlich werden Blutproben entnommen, etwa zum Nachweis von Verfahren, die den Sauerstofftransport betreffen. Die Analyse erfolgt in Laboren, die von der Welt-Anti-Doping-Agentur akkreditiert sind. Fällt die A-Probe auffällig aus, kann der Sportler die Untersuchung der B-Probe verlangen; bestätigt sie den Befund, folgt das sportrechtliche Verfahren.
Ein grundsätzliches Problem des Nachweises besteht darin, dass mehrere der betroffenen Stoffe auch im Körper selbst vorkommen. Hier wird nicht nach dem bloßen Vorhandensein gesucht, sondern nach Abweichungen von dem, was für den einzelnen Menschen üblich ist. Dafür wurde der sogenannte Athletenpass eingeführt: Über längere Zeit werden Blut- und Hormonwerte desselben Sportlers erfasst, sodass auffällige Schwankungen im eigenen Verlauf erkennbar werden, auch wenn im Einzelbefund keine verbotene Substanz gefunden wird. Proben können zudem über mehrere Jahre eingelagert und später mit neu entwickelten Verfahren erneut untersucht werden, was in der Vergangenheit zu nachträglichen Aberkennungen von Ergebnissen geführt hat.
Rechtliche Einordnung in Deutschland
Doping ist in Deutschland nicht allein eine Angelegenheit der Sportverbände. Neben den sportrechtlichen Folgen, also Sperren und der Aberkennung von Ergebnissen, greift das Anti-Doping-Gesetz, das Ende 2015 in Kraft trat. Es stellt unter anderem das Herstellen, Handeln und Inverkehrbringen der betroffenen Mittel zu Dopingzwecken unter Strafe und erfasst darüber hinaus das sogenannte Selbstdoping bei Sportlern, die einem Testpool angehören und an Wettbewerben teilnehmen, bei denen es um erhebliche Einnahmen geht. Für den Freizeitsportler, der Mittel an sich selbst anwendet, gilt diese Strafbarkeit des Selbstdopings nicht; der Erwerb bestimmter Substanzen kann jedoch arzneimittelrechtliche Folgen haben, und verschreibungspflichtige Präparate dürfen ohnehin nur über eine Apotheke auf ärztliche Verordnung abgegeben werden.
Die Kontrollen im deutschen Sport organisiert die Nationale Anti-Doping-Agentur. Für Sportler, die eine verbotene Substanz aus medizinischen Gründen benötigen, besteht die Möglichkeit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung. Sie muss beantragt und begründet werden; über den Antrag entscheidet ein Gremium, nicht der behandelnde Arzt allein.
Doping außerhalb des Sports
Der Begriff wird auch auf den Gebrauch von Medikamenten in Schule, Studium und Beruf übertragen, wo sie zur Steigerung von Konzentration und Wachheit eingenommen werden. Gebräuchlich sind dafür Bezeichnungen wie Hirndoping oder Neuroenhancement. Betroffen sind unter anderem verschreibungspflichtige Präparate, die eigentlich zur Behandlung von ADHS oder der Schlafkrankheit Narkolepsie vorgesehen sind, sowie in geringerem Umfang Mittel aus der Behandlung von Depressionen und Demenzen. Der Übergang zu alltäglichen Wachmachern wie Koffein ist begrifflich unscharf, weshalb Erhebungen zu diesem Thema je nach Definition sehr unterschiedlich ausfallen.
Fachlich umstritten ist, ob sich mit solchen Mitteln bei Gesunden überhaupt eine verlässliche Verbesserung der geistigen Leistung erreichen lässt; belegt ist dies nicht. Beschrieben sind dagegen die bekannten unerwünschten Wirkungen dieser Arzneimittel, darunter Schlafstörungen, Unruhe, Herzbeschwerden und die Möglichkeit einer Abhängigkeitsentwicklung. Ein eigener Bereich ist der Gebrauch muskelaufbauender Hormone im Fitnessbereich außerhalb des organisierten Wettkampfsports. Er unterliegt keinen Kontrollen und findet meist ohne ärztliche Begleitung statt, weshalb gesundheitliche Folgen dort häufig erst spät auffallen.
Prävention und Beratung
Die Anti-Doping-Arbeit beschränkt sich nicht auf Kontrollen. Verbände, Sportschulen und Stützpunkte führen Aufklärungsprogramme durch, die über die Regeln, die Nachweisverfahren und die gesundheitlichen Folgen informieren und die Eigenverantwortung der Sportler betonen. Ein praktischer Schwerpunkt liegt dabei auf einem Punkt, der viele Sportler unbeabsichtigt betrifft: Auch frei verkäufliche Erkältungs- und Schmerzmittel können Stoffe enthalten, die auf der Verbotsliste stehen. Für die Prüfung stehen Datenbanken zur Verfügung, in denen sich Präparate nachschlagen lassen; im Zweifel klären Sportmediziner oder Apotheker die Zusammensetzung.
Ein zweiter Schwerpunkt betrifft Nahrungsergänzungsmittel. Weil sie nicht denselben Prüfungen unterliegen wie Arzneimittel, können sie verunreinigt sein oder nicht deklarierte Stoffe enthalten. Da im Sportrecht grundsätzlich der Sportler für alles verantwortlich ist, was sich in seinem Körper findet, entlastet ein solcher Irrtum ihn nicht ohne Weiteres. Für Betroffene, die aus einem Dopingumfeld aussteigen wollen, sowie für Hinweisgeber bestehen vertrauliche Anlaufstellen bei den Anti-Doping-Organisationen.
Quellen
- Blasius, H.: Doping im Sport.
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- Dickhuth, H.-H., Mayer, F., Röcker, K., Berg, A.: Sportmedizin für Ärzte.
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- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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