Nasenbluten

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Nasenbluten ist der umgangssprachliche Begriff für das medizinische Fachwort Epistaxis. Nasenbluten ist in den meisten Fällen nicht gefährlich. Das Bluten der Nase kann aber auch lebensbedrohlich und kaum zu behandeln sein. Gefährliche Blutungen entspringen oft den hinteren Nasenabschnitten.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Nasenbluten
Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Nasenbluten. Klicken, um zu vergrößern.

Die Ursachen für Nasenbluten sind unterschiedlich. Es gibt örtlich bedingtes Nasenbluten und Nasenbluten als Symptom einer Allgemeinerkrankung. In circa 80% der Fälle kommt es zu einer Blutung aus Gefäßen im vorderen Bereich der Nasenscheidewand. Aus der Tiefe der Nasenscheidewand treten hier Blutgefäße zur Oberfläche. Dabei sind sie im Verlauf nah an der Schleimhautoberfläche besonders empfindlich und verletzlich.

Verkrümmungen an der Nasenscheidewand begünstigen zusätzlich Blutungen in diesem Bereich. Dabei kann es zu einer vermehrten Wirbelung der Atemluft kommen, die dann zu Austrocknungen und Verkrustungen der Schleimhaut führen kann.

Eher seltener findet sich die Ursache für Nasenbluten im hinteren und oberen Nasenabschnitt oder in den Nasennebenhöhlen. Weiterhin erhöhen Krankheiten, wie Bluthochdruck oder Blutgerinnungsstörungen, das Risiko, Nasenbluten zu bekommen. Lange galt Bluthochdruck dabei als unmittelbare Ursache einer Blutung. Nach heutigem Kenntnisstand löst er das Nasenbluten nicht selbst aus, erschwert aber dessen Stillung und lässt die Blutung stärker und langwieriger ausfallen.


Krankheiten mit diesem Symptom

Lokal bedingtes Nasenbluten

Lokal bedingtes Nasenbluten tritt häufig bei kleinen Kindern auf. Es ist zumeist nicht gefährlich und verschwindet schnell von allein. Es wird weitestgehend durch eigene Verletzungen (z.B. zu starkes Nasenbohren) oder äußere Verletzungen beim Spielen hervorgerufen.

Besonders beim Spielen verletzen sich Kinder häufig am Kopf und an der Nase durch kleine Rangeleien. Weiterhin haben Kinder häufig durch direkten Kontakt mit Sand und Erde Nasenfremdkörper aufgenommen, die durch weitere Reibung und Reizung zu Nasenbluten führen können.

Allerdings können auch eine Allergie, Austrocknung der Nasenschleimhäute (z.B. durch Klimaanlage) und Schnupfen (akute Rhinitis) zu Nasenbluten führen.

Nasenbluten als Symptom bei Erkrankungen

Nasenbluten kann als Symptom von Infektionskrankheiten, wie Grippe, Typhus oder Masern entstehen. Weiterhin auch durch Gefäß- und Kreislauferkrankungen, wie arterielle Hypertonie und Arteriosklerose. Auch Blutverdünnungsmittel führen häufig zu Nasenbluten. Seltener ist Nasenbluten aufgrund von Vitamin-C-Mangel (Skorbut), Schwangerschaft und hormonellen Veränderungen.

Diagnose & Verlauf

Tritt Blut (hell, dunkel, verklumpt) aus der Nase aus, stehen dem Arzt verschiedene Methoden zur Verfügung, um die Ursache zu diagnostizieren. So kann er eine Nasenspiegelung durchführen, um den exakten Ort der Blutung zu ermitteln. Die früher übliche Spiegelung mit dem Nasenspekulum ist dabei weitgehend durch die Endoskopie mit starrer oder flexibler Optik ersetzt worden, mit der sich auch hintere Blutungsquellen darstellen lassen.

Röntgenaufnahmen des Kopfes sind eine weitere Möglichkeit, um Verletzungen, die durch stumpfe Schläge oder Ähnliches verursacht worden sind, erkennen oder ausschließen zu können. Röntgenaufnahmen der Nasenbeine gelten heute allerdings als wenig aussagekräftig; bei Verdacht auf ausgedehntere Verletzungen wird stattdessen eine Computertomographie angefertigt. Auch Blutuntersuchungen sind denkbar.

Nasenbluten tritt in der Regel plötzlich auf. Möglich ist allerdings, dass durch heftiges Nasenputzen oder Popeln das Nasenbluten unabsichtlich initiiert wird. Mit Gegenmaßnahmen (Kälte im Nacken) lässt sich die Blutung aber abschwächen und stoppen, so dass das Nasenbluten gewöhnlich nicht lange währt.

Krankheiten

Komplikationen

Nasenbluten ist zumeist harmlos und verschwindet nach kurzer Zeit von alleine wieder. Bleibt das Nasenbluten allerdings über einen längeren Zeitraum bestehen, kann es zur Anämie kommen. Diese tritt durch den Blutverlust ein und führt zu Müdigkeit, Mangelerscheinungen und anderweitigen Komplikationen. Durch die Blutarmut kann es außerdem zu einer Kreislaufschwäche mit weiteren Symptomen wie Herzrasen und Schwindel kommen.

Bei einer möglichen Bewusstlosigkeit besteht die Gefahr, dass Blut in die Luft- oder Speiseröhre gelangt. Blut in der Luftröhre kann eine Lungenentzündung oder einen Atemstillstand bedingen, während Blut in der Speiseröhre in den Magen gelangt und dadurch oftmals zu Übelkeit und Erbrechen führt. Bei arteriellem Nasenbluten besteht das Risiko des Verblutens. Daneben können Hausmittel zu Komplikationen führen.

Das typische Kopf-in-den-Nacken-Legen etwa kann dazu führen, dass Blut in die Atemwege gelangt, während das Kühlen von Stirn und Nase die Blutung oft noch verstärkt. Je nach Grunderkrankung kann Nasenbluten weitere Beschwerden mit sich bringen, die einer eigenständigen Behandlung bedürfen. Bei der Therapie können die verschriebenen Medikamente zu allergischen Reaktionen führen, im Normalfall verläuft die fachärztliche Behandlung von Nasenbluten aber ohne weitere Komplikationen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Epistaxis ist für einen gesunden Menschen nicht besorgniserregend. Kann das Nasenbluten nach 20 Minuten nicht gestillt werden, droht ein zu hoher Blutverlust. In diesem Fall ist das Aufsuchen eines Arztes zu empfehlen. Bei auffällig stark blutender Nase, bei Schwangeren oder gebrechlichen Menschen, sollte nach fünf bis zehn Minuten ein Arzt konsultiert werden.

Beim Auftreten einer arteriellen Blutung im oberen Teil der Nase ist eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig. Dabei verläuft die Blutung über den Rachen.

Häufig kommt es nach Stürzen zu Blutungen der Nase. Bei einer sichtbaren Verletzung ist eine Abklärung und Behandlung in einem Krankenhaus ratsam.

Kommt es nach einer Schädelverletzung zum Austritt von heller Flüssigkeit aus der Nase, kann es sich um Hirnflüssigkeit handeln. Die sofortige Verständigung eines Notarztes ist unumgänglich!

Bei häufigem Nasenbluten ist es ratsam, einen Termin beim Arzt zu vereinbaren. Eine erste Abklärung (Blutdruckkontrolle) kann der Hausarzt vornehmen. Da spezielle Instrumente zur weiteren Untersuchung benötigt werden, ist der Gang zum HNO-Arzt sinnvoll.

Behandlung & Therapie

Zunächst einmal müssen Krankheiten wie Bluthochdruck und Blutgerinnungsstörungen als Ursache bei Nasenbluten ausgeschlossen werden. Weiterhin können auch Medikamente Einfluss auf die Blutgerinnung in der Nase haben. Ebenso sollten vor einer Behandlung Tumore der Nase und Nasennebenhöhlen, sowie Gefäßerkrankungen ausgeschlossen werden.

Akutes Nasenbluten sollte zunächst durch einen nach vorn geneigten Kopf gestoppt werden, damit es nicht zu einem Verschlucken des Blutes kommt. Wichtigste Sofortmaßnahme ist dabei, die Nasenflügel etwa zehn Minuten lang ohne Unterbrechung fest gegen die Nasenscheidewand zu drücken und durch den Mund zu atmen. Das Auflegen eines feuchten und kalten Waschlappens im Nacken verengt die Blutgefäße und die Blutung stoppt meistens von selbst. Der kühlende Nackenwickel gilt heute allerdings nur noch als unterstützende Maßnahme, ein sicherer Nachweis für seine blutstillende Wirkung fehlt.

Bei starkem Nasenbluten, oder wenn die Blutung nicht aufhört, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Zur weiteren ärztlichen Behandlung können elektrische oder chemische Verödungen der Blutungsquelle angesetzt werden. Ist auch dieses Verfahren nicht erfolgversprechend, wird eine Tamponade in die Nase eingeführt, um die Blutung zu stoppen. Diese sollte circa zwei bis drei Tage in der Nase verbleiben und ist für den Patienten meist sehr unangenehm. Anstelle der klassischen Streifentamponade werden heute meist selbstquellende Schaumstofftamponaden oder Ballonkatheter verwendet, die sich leichter einlegen und entfernen lassen.

↳ Weitere Informationen: Hausmittel gegen Nasenbluten

Aussicht & Prognose

In der Regel stellt das Nasenbluten nur ein temporäres Symptom dar und muss nicht zwingend von einem Arzt behandelt werden. Oft hört das Nasenbluten schon nach wenigen Minuten auf und kann zum Beispiel mit einem Taschentuch leicht gestoppt werden. Der Betroffene sollte sich allerdings nicht auf den Rücken legen oder den Kopf zurücklehnen, da dadurch das Blut wieder zurückfließt. Dies sollte verhindert werden.

Falls das Nasenbluten nach einem Schlag auf die Nase oder nach einem Unfall aufkommt, so muss dringend ein Arzt aufgesucht werden. Es könnte sein, dass die Nase gebrochen ist, was von Patienten oft nicht festgestellt wird. Bei einem Nasenbruch kann die Nase nur in den ersten Tagen nach dem Bruch richtig gerichtet werden. In diesem Fall ist der Besuch beim Arzt zwingend erforderlich. Auch wenn die Nase bei einem Unfall nicht direkt betroffen war, sollte ein Arzt bei Nasenbluten ebenso konsultiert werden.

Nasenbluten tritt bei Kindern relativ häufig auf. Falls es allerdings wieder nach einigen Minuten verschwindet, stellt dieses Symptom kein Problem dar. Falls das Nasenbluten andauern sollte, muss ein Arzt besucht werden. In diesem Fall kann das Nasenbluten auf eine andere schwere Krankheit hindeuten, die von einem Arzt behandelt werden muss.


Das können Sie selbst tun

Die Methoden zur Selbsthilfe beim Nasenbluten hängen stark von der Ursache der Blutung ab. Sollte das Nasenbluten nach einem Unfall oder nach einem starken Schlag auf die Nase auftreten, so ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Vor allem bei anderen Symptomen wie Schwindel, Schmerzen an der Nase oder im Kopf kann es sich um einen Nasenbruch handeln. In diesem Fall muss der Patient schnell handeln, damit die Knochen nicht schief verwachsen.

Auf keinen Fall sollte sich der Betroffene auf den Rücken legen oder den Kopf nach hinten lehnen. Damit würde das Blut nur zurückfließen. Es ist hilfreich, ein Stück von einem Taschentuch in das Nasenloch zu stopfen und damit die Blutung zu stoppen. Wirksamer ist es, die Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger zehn Minuten lang fest zusammenzudrücken und dabei durch den Mund zu atmen. In der Regel hört das Nasenbluten nach wenigen Minuten auf und führt nicht zu weiteren Problemen oder Komplikationen.

Vor allem bei Kindern tritt das Nasenbluten relativ oft auf, weil sie oft in der Nase popeln und ihre Nasenschleimhaut noch besonders empfindlich ist. Falls das Nasenbluten allerdings oft auftritt und nicht mit bestimmten Tätigkeiten verbunden ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden. In diesem Falle kann es sich um ein chronisches Problem handeln, das behandelt werden muss.

Quellen

  • Lenarz, T., Boenninghaus, H.-G.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
    ISBN: 9783642211300
  • Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
    ISBN: 9783131190338
  • Strutz, J., Mann, W. (Hrsg.): Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie.
    ISBN: 9783132454606
  • Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde.
    ISBN: 9783662581773
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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