Hausmittel gegen Verdauungsprobleme

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 25. April 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung: Verdauungsprobleme können Anzeichen für ernsthafte Erkrankungen sein, sie können aber auch als völlig harmloses Problem in Erscheinung treten. Grund hierfür ist zumeist die individuelle Ernährung des Betroffenen. Handelt es sich um temporäre und ernährungsbedingte Verdauungsprobleme, so lassen sich diese auf einfache Weise mit Hausmitteln behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was hilft gegen Verdauungsprobleme?

Flohsamen dienen als Lebensmittel und als Heilmittel. Sie funktionieren als Darmregulans und fördern die Bildung darmfreundlicher Bakterien.

Sodbrennen zeigt sich häufig nach stark fetthaltigem, üppigem Essen. Auch Alkohol und „Süßes“ können das unangenehme Brennen in Hals und Brustbeinregion verursachen.

Grund hierfür ist der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Dieser wird begünstigt, wenn der Betroffene sich bückt, hinlegt oder durch einen eng sitzenden Gürtel eingeschnürt wird. Besser als Ruhe ist hier aktive Bewegung. Ein kleiner Spaziergang ist oft schon genug. Auch Verstopfung gehört zu den weitverbreiteten Problemen mit der Verdauung. Hier kann es helfen, die tägliche Trinkmenge zu erhöhen, denn diese hat maßgeblichen Einfluss auf die Stuhlkonsistenz.

Gleiches gilt für den Ballaststoffanteil der Nahrung. Ballaststoffe lassen den Stuhlgang aufquellen. Sie machen ihn weich und somit leicht für den Darm transportabel. Fehlende Ballaststoffe machen sich durch festen, harten Stuhlgang bemerkbar, der lange im Darm verweilt und so den Körper belastet. Menschen, die dauerhaft an Verstopfung leiden, sollten ihre Ernährung auf entsprechend ballaststoffhaltige Nahrungsmittel umstellen. Zusätzlich kann die Einnahme von Flohsamenschalen helfen. Flohsamenschalen sind in der Apotheke erhältlich.

In Joghurt oder Flüssigkeit eingerührt und täglich verzehrt, sorgen sie auf geschmacksneutrale Weise für regelmäßigen Stuhl. Ein drittes und nicht minder hinderliches Verdauungsproblem ist Durchfall. Häufigste Ursache für Durchfall ist eine Bakterieninfektion des Darmes. Durchfall kann aber auch durch den Verzehr verdorbener Lebensmittel entstehen.

Als Hausmittel gegen Durchfall empfiehlt sich beispielsweise geriebener Apfel. Dazu wird ein Apfel mitsamt der Schale und dem Kerngehäuse fein gerieben und verzehrt. Seine Wirksamkeit verdankt dieses Hausmittel dem im Apfel enthaltenen Pektin, das als Quellstoff fungiert und so den flüssigen Stuhl verdickt.

Schnelle Hilfe

Ist schnelle Hilfe bei Verdauungsproblemen erforderlich, so können folgende Hausmittel helfen: Sodbrennen lässt sich lindern, indem der Betroffene reichlich Wasser trinkt. Das Wasser neutralisiert die in der Speiseröhre befindliche Magensäure und die gereizte Schleimhaut kann sich erholen.

Der gleiche Effekt wird durch das Kauen und Herunterschlucken von trockenem Brot erzielt. Gegen Völlegefühl oder Blähungen nach dem Essen hilft Kümmel- oder Fencheltee. Verstopfung lässt sich problemlos durch den Verzehr von Sauerkrautsaft oder Backpflaumen lindern. Ein bis zwei Gläser Sauerkrautsaft, zügig getrunken, oder vier bis fünf Backpflaumen genügen, um die Darmaktivität nachhaltig anzuregen. Die Wirkung tritt spätestens nach zwei bis drei Stunden ein.

Durchfall geht zumeist mit körperlichen Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Erbrechen einher. Hier besteht das Risiko einer Austrocknung des ohnehin schon geschwächten Körpers. Bei akutem Durchfall sollten sich Betroffene daher unbedingt Ruhe gönnen und viel trinken. Auf schwer verdauliche Lebensmittel ist für die Dauer der Beschwerden gänzlich zu verzichten. Leichte Kost oder gar ein bis zwei Fastentage helfen der Verdauung, sich schnell wieder zu regenerieren.


Alternative Heilmittel

Als alternative Heilmittel bei Verdauungsproblemen sind vor allem die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die Homöopathie und die Mayr-Kur bekannt. Die TCM arbeitet hierzu mit Nadelungen (Akupunktur), Erwärmungen (Moxibustion) sowie mit Kräuterheilmitteln in Form von Tees, Tropfen oder Tabletten. Eine „passive Heilung“ kennt die TCM nicht, darum wird der Patient stets durch eine entsprechende Änderung seiner Lebensweise am Heilungsprozess beteiligt.

Die Homöopathie geht mit Mitteln wie Argentum metallicum, Argentum nitricum oder Kalium iodatum gegen Verdauungsbeschwerden vor. Diese können als Globuli oder Tropfen eingenommen werden. Entschlackung und Darmsanierung stehen im Vordergrund der Mayr-Kur. Die Mayr-Kur ist eine natürliche Heilmethode, die auf den drei Grundbausteinen Schonung, Säuberung und Schulung beruht. Zentrales Element ist hierbei das Fasten. Ziel der Mayr-Kur ist keine isolierte Gesundung des erkrankten Darmes. Anliegen der Mayr-Kur ist es vielmehr, dem gesamten Menschen zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden zu verhelfen.

7 wirksame Heilpflanzen gegen Verdauungsprobleme

Heilpflanzen können eine natürliche und effektive Möglichkeit sein, Verdauungsprobleme wie Blähungen, Verdauungsstörungen oder Reizdarmsymptome zu behandeln. Hier sind sieben wirksame Heilpflanzen, die speziell bei verschiedenen Verdauungsbeschwerden helfen können:

Pfefferminze: Pfefferminztee oder -öl ist besonders hilfreich bei der Linderung von Symptomen des Reizdarmsyndroms wie Blähungen und Darmkrämpfen. Die enthaltenen Menthol-Verbindungen wirken entspannend auf die glatte Muskulatur des Darms.

Kamille: Kamillentee ist bekannt für seine beruhigenden Eigenschaften. Er kann bei Verdauungsstörungen, Krämpfen und als mildes Beruhigungsmittel dienen, das auch bei Stress hilft, der oft Verdauungsprobleme verursacht.

Ingwer: Ingwer ist effektiv bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen. Darüber hinaus fördert er die Verdauung und hilft, Blähungen zu reduzieren.

Fenchel: Fenchelsamen sind traditionell bekannt, um Blähungen zu lindern und die Verdauung zu fördern. Fencheltee kann besonders nach einer üppigen Mahlzeit wohltuend sein.

Artischocke: Artischockenextrakt kann die Gallenproduktion anregen und so die Fettverdauung unterstützen. Er ist hilfreich bei der Behandlung von Verdauungsstörungen und Völlegefühl.

Mariendistel: Mariendistel ist bekannt für ihre positive Wirkung auf die Lebergesundheit und wird oft zur Unterstützung bei Verdauungsproblemen eingesetzt, die mit Leberfunktionsstörungen zusammenhängen.

Kümmel: Kümmel ist besonders wirksam bei der Linderung von Krämpfen und Blähungen. Er kann als Tee aufgebrüht oder direkt nach dem Essen gekaut werden, um die Verdauung zu fördern.

Diese Heilpflanzen können in verschiedenen Formen wie Tees, Kapseln oder ätherischen Ölen verwendet werden und bieten eine sanfte Alternative zu stärkeren Medikamenten. Es ist jedoch ratsam, vor der Anwendung dieser natürlichen Heilmittel einen Arzt oder qualifizierten Heilpraktiker zu konsultieren, besonders wenn man bereits Medikamente einnimmt oder chronische Gesundheitsprobleme hat.

7 wirksame Tipps bei Verdauungsproblemen

Verdauungsprobleme wie Blähungen, Sodbrennen und Verdauungsstörungen sind unangenehm, können aber oft mit einfachen Hausmitteln und Verhaltensänderungen effektiv behandelt werden. Hier sind sieben wirksame Tipps, die helfen können, Verdauungsbeschwerden zu lindern:

Ausreichend Wasser trinken: Eine gute Hydratation fördert die Verdauung und kann Verstopfung vorbeugen. Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend Wasser.

Mahlzeiten richtig timen: Essen Sie regelmäßig und vermeiden Sie große Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen. Kleine, regelmäßige Mahlzeiten können leichter verdaut werden und belasten das Verdauungssystem weniger.

Langsam essen und gut kauen: Durch langsames Essen und gründliches Kauen wird die Nahrung besser zerkleinert, was die Verdauung erleichtert und Verdauungsstörungen vorbeugt.

Ballaststoffreiche Ernährung: Ballaststoffe helfen, den Stuhl weich zu halten und die Darmtätigkeit zu regulieren. Integrieren Sie Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte in Ihre Ernährung.

Vermeidung von schwer verdaulichen Lebensmitteln: Reduzieren Sie den Konsum von fettreichen, stark gewürzten oder sehr zuckerhaltigen Lebensmitteln, die Verdauungsprobleme verschlimmern können.

Regelmäßige körperliche Aktivität: Bewegung fördert die Darmtätigkeit und kann helfen, Symptome von Verdauungsstörungen wie Blähungen und Verstopfung zu reduzieren.

Stressmanagement: Stress kann erheblichen Einfluss auf die Verdauung haben. Methoden zur Stressreduktion wie Yoga, Meditation oder regelmäßige Spaziergänge können positive Auswirkungen auf Ihr Verdauungssystem haben.

Diese einfachen Anpassungen im Lebensstil können signifikante Verbesserungen Ihrer Verdauungsgesundheit bewirken und sind eine gute erste Anlaufstelle bei leichten bis moderaten Verdauungsproblemen.

Quellen

  • "Gesundheit aus der Apotheke Gottes: Ratschläge und Erfahrungen mit Heilkräutern" von Maria Treben
  • "Die besten Hausmittel: Was wirklich hilft. - Schneller gesund werden und die eigene Abwehr stärken." von Franziska Rubin und Gudrun Strigin
  • "Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie: Einfach mal selber machen! Mehr als 300 Anwendungen und 33 Rezepte, die Geld sparen und die Umwelt schonen" von smarticular Verlag

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