Naturheilkunde
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die Naturheilkunde, Naturheilpraxis oder naturheilkundliche Medizin basiert auf dem Prinzip der allen Organismen innewohnenden Lebenskraft. Dieser natürlichen Lebensenergie wird nach dem Selbstverständnis der Naturheilkunde die Steuerung aller körperlichen Prozesse wie Stoffwechsel, Fortpflanzung, Wachstum und Anpassung zugeschrieben.
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Was ist Naturheilkunde?
Die Heilverfahren der Naturheilkunde favorisieren einen ganzheitlichen Ansatz und setzen auf einen minimalen Einsatz von Chirurgie und Medikamenten.
Der Begriff Naturheilkunde leitet sich aus dem Grundanliegen, die Natur einer Krankheit zu verstehen, her und war insofern bis ins 19. Jahrhundert eng mit medizinischer Behandlung an sich verbunden. Erst mit der Entwicklung moderner Diagnose- und Behandlungsmethoden der heutigen wissenschaftlich-technisch geprägten Medizin wurde im Lauf des 19. Jahrhunderts der Begriff Naturheilkunde geprägt, um das Wissen um bewährte herkömmliche Heilverfahren zu bewahren.
Heilung soll bei der Naturheilkunde weniger durch Behandlung von außen als vielmehr durch Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers bewirkt werden. Dazu werden natürliche Methoden angewendet, die den Bewegungsabläufen und komplexen Wirkmechanismen des Körpers sowie ureigenen Grundprinzipien der Natur entsprechen. Naturheilkunde wird der Alternativ- oder Komplementärmedizin als ein Anwendungsgebiet zugeordnet.
Die Begriffe werden dabei nicht einheitlich gebraucht. Von Naturheilverfahren im engeren Sinn ist meist dann die Rede, wenn Reize aus der Natur genutzt werden – Wasser, Wärme und Kälte, Licht, Luft, Bewegung, Ernährung und Heilpflanzen. Als Komplementärmedizin werden Verfahren bezeichnet, die eine schulmedizinische Behandlung ergänzen sollen, als Alternativmedizin solche, die an deren Stelle treten sollen. In der Praxis überschneiden sich diese Felder stark, und dieselbe Methode kann je nach Anwendung ergänzend oder ersetzend gemeint sein.
Ausgeübt wird die Naturheilkunde in Deutschland von zwei Berufsgruppen. Ärztinnen und Ärzte können sich über eine Zusatzweiterbildung in Naturheilverfahren qualifizieren und bieten diese dann neben ihrer fachärztlichen Tätigkeit an. Daneben stehen Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker, die für die Ausübung der Heilkunde eine behördliche Erlaubnis benötigen; sie wird nach einer Überprüfung durch das Gesundheitsamt erteilt. Beide Wege unterscheiden sich in Ausbildung und Befugnissen erheblich. Wer eine naturheilkundliche Behandlung sucht, sollte deshalb danach fragen, auf welcher Grundlage sie angeboten wird.
Auch die Kostenfrage ist uneinheitlich geregelt. Ein Teil der Anwendungen, etwa physiotherapeutische und bewegungstherapeutische Maßnahmen, gehört zur Regelversorgung und wird auf ärztliche Verordnung erstattet. Viele andere naturheilkundliche Leistungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht oder nur zu einem Teil, und der Umfang unterscheidet sich von Kasse zu Kasse. Eine Klärung vor Behandlungsbeginn erspart Überraschungen, zumal naturheilkundliche Behandlungen oft über längere Zeiträume angelegt sind.
Geschichte & Entwicklung
Die Geschichte der Naturheilkunde reicht weit zurück und hat ihre Wurzeln in den alten Hochkulturen. Bereits in der Antike nutzten Menschen natürliche Heilmethoden, basierend auf Beobachtungen der Natur und des menschlichen Körpers. Hippokrates, der als "Vater der Medizin" gilt, prägte um 400 v. Chr. den Ansatz, Krankheiten durch eine Balance von Körpersäften und natürliche Methoden wie Diät, Bewegung und Pflanzen zu behandeln. Auch in anderen Kulturen, wie im alten Indien (Ayurveda) und China (Traditionelle Chinesische Medizin), spielten natürliche Heilmethoden eine zentrale Rolle.
Im Mittelalter gerieten naturheilkundliche Ansätze in Europa in den Hintergrund, jedoch blieben sie in Klostermedizin und Volksheilkunde bestehen. Im 19. Jahrhundert erlebte die Naturheilkunde eine Wiederbelebung. Vinzenz Prießnitz und Sebastian Kneipp etablierten Methoden wie die Hydrotherapie und Kräuterheilkunde und legten den Grundstein für die moderne Naturheilkunde. Besonders Kneipps Lehren, die auf einer ganzheitlichen Behandlung von Körper und Geist basierten, fanden weite Verbreitung.
Im 20. Jahrhundert wurde die Naturheilkunde weiterentwickelt, indem traditionelle Methoden mit wissenschaftlichen Erkenntnissen kombiniert wurden. Heute umfasst sie Ansätze wie die Phytotherapie, Homöopathie und Akupunktur und wird als ergänzende oder alternative Medizin in vielen Ländern praktiziert.
Einsatz & Indikation
Eine Behandlung mit Naturheilkunde wird oft dann durchgeführt, wenn Patienten nach sanfteren und ganzheitlichen Therapieansätzen suchen. Diese Art der Behandlung wird vor allem bei chronischen Erkrankungen wie Verdauungsproblemen, Migräne, Allergien oder Hauterkrankungen angewendet. Naturheilkundliche Methoden wie Phytotherapie, Homöopathie oder Akupunktur können hier unterstützend wirken, insbesondere bei Beschwerden, bei denen die Schulmedizin oft keine nachhaltige Linderung bietet.
Auch in der Prävention spielt die Naturheilkunde eine zentrale Rolle. Viele Menschen nutzen sie, um ihr Immunsystem zu stärken oder Stresssymptome wie Schlafstörungen und Nervosität zu reduzieren. Methoden wie die Hydrotherapie, Heilfasten oder die Anwendung von Heilpflanzen sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers fördern und zur Erhaltung der Gesundheit beitragen.
Eine naturheilkundliche Behandlung wird oft notwendig, wenn Patienten auf chemische Medikamente nicht gut ansprechen oder diese Nebenwirkungen verursachen. Auch bei Menschen, die eine langfristige und sanfte Unterstützung wünschen, beispielsweise im Rahmen einer Ernährungsumstellung oder bei leichten Beschwerden wie Erkältungen, kann die Naturheilkunde sinnvoll sein. Sie wird häufig als ergänzende Therapie zur Schulmedizin eingesetzt, um den Heilungsprozess ganzheitlich zu unterstützen.
Ebenso wichtig wie die Anwendungsgebiete sind die Grenzen. Bei akuten und bedrohlichen Beschwerdebildern – starken Brustschmerzen, plötzlichen Lähmungen oder Sprachstörungen, schwerer Atemnot, hohem Fieber beim Säugling, unklarem Gewichtsverlust oder Blutungen – hat die rasche ärztliche Abklärung Vorrang; naturheilkundliche Maßnahmen treten dahinter zurück. Dasselbe gilt für Erkrankungen, für die eine wirksame Behandlung zur Verfügung steht und bei denen ein Aufschub schadet, etwa bei bakteriellen Infektionen, die Antibiotika erfordern, oder bei einer Krebserkrankung.
Auch als Ergänzung setzt die Naturheilkunde eine Diagnose voraus. Ohne zu wissen, was behandelt wird, lässt sich weder ein passendes Verfahren auswählen noch beurteilen, ob es etwas bewirkt. Aus demselben Grund gehört zu jeder länger dauernden naturheilkundlichen Behandlung die Frage, ob sich der Zustand tatsächlich bessert – und die Bereitschaft, den Weg zu wechseln, wenn das ausbleibt.
Vorteile & Nutzen
Die Naturheilkunde bietet einige Vorteile gegenüber konventionellen medizinischen Behandlungs- und Untersuchungsmethoden, insbesondere in Bezug auf ganzheitliche Ansätze. Ein wesentlicher Vorteil ist die Fokussierung auf die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers. Anstatt Symptome zu unterdrücken, zielt die Naturheilkunde darauf ab, die Ursachen von Erkrankungen zu behandeln und das Gleichgewicht des gesamten Organismus wiederherzustellen. Dies geschieht häufig durch sanfte Methoden wie Kräutermedizin, Akupunktur, Homöopathie und Ernährungstherapie, die weniger Nebenwirkungen verursachen als manche schulmedizinische Medikamente.
Ein weiterer Vorteil ist die Prävention. Naturheilkundliche Ansätze legen großen Wert auf einen gesunden Lebensstil, der Krankheiten vorbeugt, bevor sie entstehen. Durch gesunde Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung können chronische Erkrankungen häufig verhindert oder deren Verlauf positiv beeinflusst werden.
Zudem wird in der Naturheilkunde oft mehr Zeit für den Patienten aufgewendet, um individuelle Bedürfnisse zu berücksichtigen. Behandler nehmen sich oft ausführlicher Zeit, um den gesamten Lebensstil und das Umfeld des Patienten zu betrachten, was zu einem tieferen Verständnis der Gesundheitsprobleme führt.
Die sanfteren Ansätze der Naturheilkunde eignen sich besonders für Menschen, die alternative Wege der Heilung suchen, oder für diejenigen, die bei schulmedizinischen Behandlungen empfindlich auf Nebenwirkungen reagieren.
Funktion, Anwendung, Wirkung & Ziele
In das breite Themenfeld der Naturheilkunde fallen sowohl Behandlungsmethoden der Volksheilkunde und Naturmedizin zur Eigenbehandlung als auch der fachlichen Betreuung durch Heilpraktiker und naturheilkundliche Ärzte. Die Behandlungsformen der Naturheilkunde sind von unterschiedlichen Graden der Akzeptanz durch die konventionelle medizinische Gemeinschaft geprägt.
Der Deutsche Bund für Naturheilkunde sieht Vinzenz Prießnitz (1799 bis 1851) als Vater der Naturheilkunde an. Später entwickelte der Pfarrer Sebastian Kneipp daraus ein Therapiesystem mit 5 Säulen. Bewegung, Wasserheilkunde, Ernährung, Ordnungstherapie und Pflanzenheilkunde gelten noch heute als Grundbausteine der Naturheilkunde.
Die Bewegungstherapie, früher auch als Krankengymnastik bezeichnet, soll durch ein individuell angepasstes Trainings- und Behandlungsprogramm die zu behandelnde Person nach einer Verletzung oder Erkrankung wieder aufbauen. Als dynamischer Prozess der Naturheilkunde wird die Therapie mit zunehmender Belastbarkeit der Patienten dem Heilungsverlauf angepasst – die Übungen beginnen mit körperlicher Entlastung oder schmerzbedingter Schonung und reichen bis zur gezielten Belastung des Bewegungsapparates.
Die Wasserheilkunde (Hydrotherapie) wird in der Naturheilkunde neben Prävention, Regeneration und Rehabilitation für die Stabilisierung verschiedener Körperfunktionen eingesetzt. Die Naturheilkunde setzt hier vor allem auf die anregende Wirkung des Temperaturreizes der verschiedenen Aggregatzustände. Güsse mit warmem und kaltem Wasser, Saunabesuche, Bäder, Wickel oder Kompressen erreichen vielfältige therapeutische Wirkungen.
Ein komplexes Feld der Naturheilkunde ist die gesunde und ausgewogene Ernährung. Im Rahmen der Diätetik werden Behandlungen durch eine angemessene Schonkost unterstützt. Die Naturheilkunde orientiert sich hier vor allem an einer langfristigen Nahrungsumstellung, die den Körper entgiften und den Stoffwechsel in der Waage halten soll. Durch verschiedene Fastenkuren können diese Prozesse befördert werden.
Hier knüpft in der Naturheilkunde auch die Ordnungstherapie an, die eine ausgewogene Lebensführung im Einklang mit der inneren und der äußeren Natur setzt. Nicht zuletzt ist die Pflanzenheilkunde eines der ältesten Elemente der Naturheilkunde bzw. medizinischer Behandlungen. Im Mittelpunkt steht die therapeutische Anwendung aufbereiteter Heilpflanzen als Tinktur, ätherische Öle, Tee oder Extrakt.
Durchführung & Ablauf
Eine naturheilkundliche Behandlung beginnt in der Regel mit einer ausführlichen Anamnese, bei der der Therapeut den Gesundheitszustand des Patienten ganzheitlich erfasst. Hierbei werden nicht nur aktuelle Symptome betrachtet, sondern auch Lebensgewohnheiten, Ernährungsweise, emotionale Verfassung und die Krankheitsgeschichte des Patienten. Dies soll helfen, die zugrunde liegenden Ursachen der Beschwerden zu erkennen.
Nach der Anamnese erstellt der Therapeut einen individuellen Behandlungsplan. Dieser kann verschiedene naturheilkundliche Verfahren beinhalten, abhängig von der Diagnose und den Bedürfnissen des Patienten. Häufig kommen pflanzliche Arzneimittel, homöopathische Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz, die den Körper bei der Heilung unterstützen sollen. Zudem spielen oft auch Maßnahmen zur Entgiftung oder Stärkung des Immunsystems eine Rolle.
Neben der Gabe von natürlichen Heilmitteln gehören oft auch körperliche Therapien wie Akupunktur, Massagen oder Bewegungstherapien zum Behandlungsansatz. Ein wichtiger Bestandteil der naturheilkundlichen Behandlung ist die Ernährungstherapie, bei der dem Patienten individuelle Ernährungsratschläge gegeben werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen.
Im Verlauf der Behandlung erfolgen regelmäßige Kontrolltermine, um den Fortschritt zu überwachen und die Therapie bei Bedarf anzupassen. Dabei ist es üblich, dass der Heilprozess längerfristig begleitet wird, um eine nachhaltige Verbesserung zu erzielen.
Risiken & Gefahren
Auch in der Naturheilkunde kann jede Behandlung ohne zuverlässige Diagnose Nebenwirkungen hervorrufen. Eine richtige Dosierung und perfekte Abstimmung kann dieses Risiko jedoch minimieren. Wie bei anderen Formen der Behandlung besteht bei der Naturheilkunde zudem die Gefahr von Fehldiagnosen. Auch pflanzliche Arzneimittel sind nicht frei von Nebenwirkungen und können die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen: Johanniskraut etwa kann die Wirksamkeit der Antibabypille herabsetzen.
Da den Verfahren der Naturheilkunde nach wie vor sehr großes Vertrauen entgegengebracht wird, spielt vor allem das Niveau der Naturheilkunde-Ausbildung eine ausschlaggebende Rolle. So kann verhindert werden, dass Krankheiten, die nicht fachgerecht diagnostiziert werden, bei Fehldiagnose falsch oder nicht behandelt werden, während der Patient ungeeigneten Behandlungsprogrammen der Naturheilkunde ausgesetzt wird.
Andernfalls wird die Naturheilkunde leicht mit Quacksalberei in Verbindung gebracht. Eine umfangreiche Anamnese ist daher unbedingte Grundvoraussetzung und Selbstbehandlungen sollten nur in einem überschaubaren Umfang erfolgen. Andernfalls besteht die Gefahr akuter Verschlimmerung bzw. des Eintretens chronischer Krankheitszustände.
Riskant erscheint zudem der vollständige Verzicht einer Kooperation zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde. Viele Mediziner sind heute einer Kombination beider Heilansätze gegenüber aufgeschlossen und streben zum Wohle des Patienten eine geeignete Lösung an.
Ein eigenes Kapitel sind die Wechselwirkungen. Pflanzliche Zubereitungen enthalten wirksame Inhaltsstoffe, und diese können den Abbau anderer Arzneimittel in der Leber beschleunigen oder bremsen. Empfindlich sind vor allem Mittel, bei denen schon kleine Änderungen des Blutspiegels zählen – Gerinnungshemmer etwa oder Präparate, die das Immunsystem unterdrücken. Die Behandelnden sollten deshalb über alle eingenommenen Mittel Bescheid wissen, auch über die frei verkäuflichen; vor einer geplanten Operation gehört die Einnahme pflanzlicher Präparate ins Vorgespräch. Pflanzliche Stoffe können außerdem allergische Reaktionen auslösen, die von Hautausschlägen bis zu schweren Kreislaufreaktionen reichen.
Zusätzliche Unsicherheit entsteht bei Präparaten, die außerhalb des Arzneimittelrechts als Nahrungsergänzung oder über das Internet vertrieben werden. Bei ihnen sind Zusammensetzung und Reinheit nicht in derselben Weise geprüft wie bei zugelassenen Arzneimitteln, und was auf dem Etikett steht, muss nicht dem entsprechen, was enthalten ist. Für Schwangere, Stillende und kleine Kinder wird schon deshalb besondere Zurückhaltung empfohlen.
Alternativen
Neben der Naturheilkunde gibt es zahlreiche alternative Behandlungsverfahren, die ebenfalls als Ergänzung oder Alternative zur Schulmedizin eingesetzt werden. Eine der bekanntesten Methoden ist die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die unter anderem Akupunktur, Kräutermedizin und Qi Gong umfasst. TCM fokussiert sich auf die Harmonisierung des Energieflusses im Körper, um Krankheiten vorzubeugen und zu behandeln.
Ein weiteres Verfahren ist die Homöopathie, bei der stark verdünnte Substanzen verwendet werden, die in höheren Dosen ähnliche Symptome hervorrufen würden wie die Erkrankung, die behandelt werden soll. Homöopathie beruht auf dem Prinzip „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“. Ein kritischer Punkt an der Homöopathie ist, dass ihre Wirksamkeit wissenschaftlich umstritten ist, da die meisten Studien keinen signifikanten Unterschied zwischen homöopathischen Behandlungen und dem Placebo-Effekt nachweisen konnten.
Auch die Osteopathie ist ein verbreitetes Verfahren, das sich auf die manuelle Behandlung von Störungen im Bewegungsapparat konzentriert. Der Therapeut setzt gezielte Handgriffe ein, um Blockaden und Verspannungen zu lösen und so den Heilungsprozess zu fördern. Ein häufiger Kritikpunkt an der Osteopathie ist, dass ihre Wirksamkeit für viele Beschwerden nicht ausreichend wissenschaftlich belegt ist und die Therapieerfolge oft auf subjektiven Erfahrungen basieren, anstatt auf klaren, reproduzierbaren Studienergebnissen.
In Fällen, in denen naturheilkundliche Ansätze nicht ausreichen oder nicht geeignet sind, kann die Psychotherapie bei psychosomatischen Erkrankungen eine wertvolle Ergänzung sein. Ebenso kommen Physiotherapie und Ergotherapie in Frage, insbesondere bei chronischen Schmerzen oder nach Verletzungen.
Schließlich gibt es auch die Schulmedizin, die bei akuten, schweren oder komplexen Erkrankungen oft unverzichtbar ist. Sie basiert auf wissenschaftlich geprüften Methoden wie der Medikation, chirurgischen Eingriffen und modernen Diagnosetechniken wie MRT oder CT.
Quellen
- Kraft, K., Adler, M. (Hrsg.): Lehrbuch Naturheilverfahren.
ISBN: 9783830453338
- Bühring, U., Girsch, M.: Praxis Heilpflanzenkunde.
ISBN: 9783132460522
- Schmiedel, V.: Nährstofftherapie.
ISBN: 9783132460850
- Fischer, L.: Neuraltherapie.
ISBN: 9783132426863
- Langer, W., Hebgen, E.: Lehrbuch Osteopathie.
ISBN: 9783132452640
