Eierstöcke

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. März 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Zu den wichtigsten Produktionsstätten der weiblichen Geschlechtsorgane zählen die Eierstöcke (Ovarien). Sie sind für die Bildung der Eizellen und weiblichen Sexualhormonen zuständig.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Eierstöcke?

Schematische Darstellung zur Anatomie des Eierstocks und Follikelzyklus. Klicken, um zu vergrößern.

Die Eierstöcke sind ein inneres Geschlechtsorgan des weiblichen Körpers. Jede Frau hat zwei Eierstöcke. Außerdem zählen die Eierstöcke zu den Fortpflanzungsorganen. Ohne sie wäre eine Schwangerschaft nicht möglich.

Daher wird von manchen Frauen, meist nach abgeschlossenem Kinderwunsch, eine Ovariektomie (Eierstockentfernung) als Empfängnisverhütung in Betracht gezogen. Dieser schwerwiegende Eingriff kann jedoch zu weiteren Komplikationen führen und sollte mit einem Facharzt (Gynäkologe) ausführlich besprochen werden.

In der Medizin werden sie Ovarium (lateinisch) oder Oophoron (altgriechisch) genannt. Analog zu den männlichen Hoden sind sie für die Produktion der Eizellen und der weiblichen Geschlechtshormone zuständig.

Anatomie & Aufbau

Die Eierstöcke werden von einschichtigem Epithelgewebe überzogen. Es ist ein glatt ausgekleidetes Gewebe, mit einem Übergang in die direkt darunter angrenzende weiße Bindegewebskapsel. Das Gewebe der Eierstöcke besteht aus der Außenrinde und dem innen liegenden Mark.

Die Rinde der Eierstöcke enthält die Eizellen, welche in Follikeln liegen. Follikel sind kugelige Eibläschen in den Eierstöcken, welche verschiedene Reifestadien erreichen. Lange Zeit ging man davon aus, dass Frauen mit einer begrenzten Anzahl Eizellen zur Welt kommen und dass die Frauen nach dem Verbrauch aller Eizellen unfruchtbar würden. Amerikanische Forscher wiesen im Jahr 2012 nach, dass sich die Stammzellen für die Eizellenproduktion in den Eierstöcken befinden.

Das Mark der Eierstöcke besteht aus Bindegewebe und enthält die Lymphgefäße, Nervenfasern und Blutgefäße des Nervengeflechts der Eierstöcke.

Die Lage der Eierstöcke befindet sich im kleinen Becken, an der gemeinsamen Darmbeinarterie in Höhe der Gabelung der Hauptschlagader. Sie lassen sich einfach mit zwei Fingern ertasten, einer durch die Scheide, der andere durch die Bauchwand. Benachbarte Organe sind der Harnleiter, der Wurmfortsatz (zum rechten Eierstock gelegen) und der Nerv des Lendengeflechts. Die Eierstöcke werden durch drei Bänder gehalten, welche ebenfalls aus glattem Epithelgewebe bestehen.

Die Eierstöcke werden durch die Eierstockarterie mit Blut versorgt. Die Eierstockarterie kommt direkt aus der Hauptschlagader. Der Abfluss des Blutes erfolgt über die Eierstockvene. Fasern des vegetativen Nervensystems bilden ein Nervengeflecht und übernehmen die Nervenversorgung.

Funktionen & Aufgaben

Die Eierstöcke produzieren die Eizellen und Geschlechtshormone. Die im Eierstock (Ovar) gebildeten Eizellen, werden monatlich während der Geschlechtsreife ausgestoßen. Dies wird als Eisprung (Ovulation) bezeichnet.

Weitere Aufgaben der Eierstöcke sind die Produktion und Sekretion von weiblichen Geschlechtshormonen. Die Hormone Progesteron und Östrogen sind bedeutend für die sekundären Geschlechtsmerkmale, wie die weibliche Brust und den Menstruationszyklus. Ab den Wechseljahren werden keine Eizellen mehr produziert.

Krankheiten

Die Anatomie der weiblichen Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane zeigt deutlich die Eileiter und die Eierstöcke.

Wie alle anderen Organe, können auch die Eierstöcke erkranken. Die Ursache für eine Eierstockentzündung (Oopheritis) ist meist eine Scheideninfektion, wobei Keime in die Eierstöcke gelangen und eine Entzündung hervorrufen. Wenn neben den Eierstöcken auch der Eileiter von einer Entzündung betroffen ist, bezeichnet man dies als Adnexitis. Starke Schmerzen im Unterbauch und Fieber deuten auf eine solche Erkrankung hin.

Die Eierstöcke können von verschiedenen Tumoren befallen werden. Es gibt einen bösartigen Tumor, das Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) und gutartige Tumoren, wie die Struma ovarii und der Brenner-Tumor. Es können Fibrome in den Eierstöcken auftreten, meist verursacht durch Bauchwassersucht einhergehen (Meigs-Syndrom).

Zystome beszeichnet man als Drüsengeschwulste, bei der sich ein mit Sekret gefüllter Hohlraum bildet. Die genauen Ursachen für Ovarialkarzinome sind noch ungeklärt. Man vermutet vor allem hormonelle Gründe oder familiäre Veranlagung. Es wird behauptet, die Antibabypille und Schwangerschaften können das Risiko eines Ovalkarzinoms um bis zu 60 Prozent senken.

Symptome, wie Unterleibsschmerzen sowie Schmerzen im Blasen- und Darmbereich sind nur unspezifisch. Deshalb wird das Ovarialkarzinom oft erst spät erkannt. In der Regel ist ein operativer Eingriff nötig, bei dem die Eierstöcke samt Gebärmutter und Eileiter entfernt werden.

Die Keimdrüsen können eine Unterfunktion (Hypogonadismus) aufweisen. Funktionsstörungen der Eierstöcke sind das polyzystische Ovarialsyndrom und Eierstockzysten. Sind die Eierstöcke in ihrer Funktion gestört, spricht man von einer Ovarialinsuffizienz. Die Eierstöcke sind nicht mehr fähig, ihre Aufgaben zu erfüllen. Dies führt beispielsweise zu unregelmäßigen Monatsblutungen, Zwischenblutungen oder deren Ausbleiben. Auch Unfruchtbarkeit ist möglich.

Das gleichzeitige Vorhandensein von Hodengewebe in den Keimdrüsen der Eierstöcke wird als Ovotestis bezeichnet. Fehlt die Anlage während der Entwicklung des Embryos, nennt man es Agonadismus oder Gonadendysgenesie. Bei der Dermoidzyste handelt es sich um eine Fehlentwicklung des Embryos. Hierbei entsteht ein Hohlraum, welcher mit Oberhautgewebe ausgekleidet ist.


Typische & häufige Erkrankungen

Quellen

  • Bommas-Ebert, U. et al.: Kurzlehrbuch Anatomie. Und Embryologie. Thieme, Stuttgart 2011
  • Schmidt, R., et al.: Physiologie des Menschen. Springer, Heidelberg 2010
  • Stauber, M., Weyerstrahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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