Zwischenblutung

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Viele Frauen kennen eine Zwischenblutung, die unabhängig von der Menstruation während des weiblichen Zyklus auftritt. Zwischenblutungen können sowohl harmlos sein als auch Ausdruck von schlimmeren Erkrankungen. Eine Zwischenblutung sollte daher immer ärztlich abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Zwischenblutung?

Zwischenblutung
Eine Zwischenblutung kann mit den klassischen Symptomen der Regelblutung wie Unterbauchschmerzen oder Brustspannen begleitet sein.
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Unter einer Zwischenblutung versteht man eine zusätzliche Blutung, die unabhängig von der weiblichen Menstruation im Lauf des Zyklus auftritt. Es handelt sich hierbei um eine Blutungsstörung, die sich in leichten Schmierblutungen mit hellem oder bräunlichem Blut äußern kann.

Zwischenblutungen können aber auch mehrere Tage lang anhalten und sehr stark sein. Eine Zwischenblutung sollte unbedingt ernst genommen werden, da sie sehr unterschiedliche - teilweise nicht ungefährliche - Ursachen haben kann. Deshalb sollte eine Zwischenblutung immer vom behandelnden Arzt, optimalerweise einem Gynäkologen, abgeklärt werden.

Bei plötzlich auftretenden, sehr starken Blutungen, die eventuell auch mit Schmerzen einhergehen, sollte die Patientin unverzüglich einen Arzt oder das nächste Krankenhaus aufsuchen, da es sich bei einer solchen Zwischenblutung um einen akuten Notfall handeln kann. Kommen Kreislaufbeschwerden wie Schwindel, Blässe oder eine drohende Ohnmacht hinzu oder sind die Unterbauchschmerzen heftig, ist umgehend der Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 zu alarmieren.

Ursachen

Die Ursachen für eine Zwischenblutung sind vielfältig. Sie können harmlos sein, wenn es sich beispielsweise um eine Eisprungsblutung oder eine Kontaktblutung nach dem Geschlechtsverkehr handelt. Häufig sind Zwischenblutungen hormonell bedingt, wie beispielsweise bei einem Mangel an Gelbkörperhormonen, Menstruationsstörungen oder bei der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel.

Hormonelle Störungen des weiblichen Zyklus kommen besonders häufig zu Beginn der Geschlechtsreife (Pubertät) oder vor den Wechseljahren vor. In Zusammenhang mit einer (Früh)Schwangerschaft können ebenfalls Zwischenblutungen auftreten, wenn sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet oder wenn eine Eileiterschwangerschaft besteht. Auch seelische oder psychische Probleme können eine Zwischenblutung begünstigen.

Allerdings kommen auch Erkrankungen der Geschlechtsorgane wie Gebärmutter- oder Eileiterentzündungen, gutartige Myome oder Polypen, Endometriose oder gut- und bösartige Tumoren als Auslöser in Frage. Stoffwechselerkrankungen wie etwa Schilddrüsenfehlfunktionen oder Diabetes und Organerkrankungen wie Leber- und Nierenstörungen müssen ebenfalls vom Arzt als Ursache für eine Zwischenblutung abgeklärt werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Zwischenblutung kann mit den klassischen Symptomen der Regelblutung wie Unterbauchschmerzen oder Brustspannen begleitet sein. Charakteristisch ist das Auftreten außerhalb des normalen Menstruationszyklus. Häufig kommt es kurz vor der Periode zu einer Schmierblutung, die an einer bräunlichen Färbung erkannt werden kann und hormonell verursacht ist. Auch in der Mitte des Zyklus ist eine Zwischenblutung möglich.

Diese ist oft heller und kann den Eisprung anzeigen. Die Einnistungsblutung eines befruchteten Eis gehört ebenfalls zur Kategorie der Zwischenblutung. Ein nicht konsequentes Anwenden hormoneller Verhütungsmittel kann bei der Frau ebenfalls eine Zwischenblutung auslösen. Das Gleiche gilt auch für ein zu schwach dosiertes Verhütungsmittel. Die Zwischenblutung kann ein einmaliges Ereignis sein, aber auch regelmäßig im Zyklus auftreten.

Doch ist nicht jede Zwischenblutung hormonell verursacht. Auch durch den Geschlechtsverkehr kann es zu einer Zwischenblutung außerhalb des Zyklus kommen. Hier spricht man auch von einer Kontaktblutung, die es auch nach der frauenärztlichen Untersuchung geben kann.

Oft ist es ein Symptom der Zwischenblutung, dass diese deutlich schwächer ist als die normale Regel. Sie dauert auch häufig nicht so lange und kann schon nach zwei Tagen wieder vorbei sein. Oft löst auch eine körperliche Anstrengung oder ein starkes Pressen beim Toilettengang die Zwischenblutung aus, die dann häufig rasch wieder verschwindet.

Diagnose & Verlauf

Bei einer Zwischenblutung sollte die Patientin immer ihren Frauenarzt um Rat fragen. Dieser wird zunächst durch die Befragung der Frau die Begleitumstände wie Schmerzen, Fieber, Dauer und Stärke der Blutung in Erfahrung bringen und anschließend anhand seiner Verdachtsdiagnose die Untersuchungsmethode wählen.

Durch eine Tastuntersuchung und die mikroskopische Untersuchung des Scheidensekret-Abstrichs erhält er erste Hinweise auf eventuell vorhandene Unterleibsentzündungen. Eine Blutuntersuchung gibt dem Arzt Hinweise auf eine Entzündung, hormonelle Probleme oder Stoffwechselerkrankungen. Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung kann der Frauenarzt abklären, ob Veränderungen wie Tumore, Myome oder Polypen im Unterleib zu erkennen sind.

Gegebenenfalls ist zur Abklärung weitere Diagnostik notwendig: Verschiedene operative Eingriffe wie beispielsweise eine Gebärmutterspiegelung oder Bauchspiegelung stehen zur Diagnosefindung der Zwischenblutung zur Verfügung. Der Verlauf von Zwischenblutungen ist abhängig von der Ursache und kann je nachdem harmlos oder schwerwiegend sein.

Komplikationen

Zwischenblutungen sind meistens unproblematisch. Komplikationen können auftreten, wenn die Blutungen besonders stark sind oder übermäßig lange anhalten. Dann kann es zu Blutarmut und Mangelerscheinungen kommen, und auch das Risiko einer ernsten Grunderkrankung steigt. Selbst leichte Blutungen können auf ein ernstes Leiden der reproduktiven weiblichen Organe hindeuten, wie zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs oder eine Eileiterentzündung, die unbehandelt zu schweren Komplikationen führen können.

Liegen einer Zwischenblutung Myome in der Gebärmutter zugrunde, kann es im weiteren Verlauf zu geschwollenen Beinen, Kreuzschmerzen, Verstopfung und anderen Folgeerscheinungen kommen, die einer eigenständigen Behandlung bedürfen. Manchmal deutet eine Blutung außerhalb der Regel auch auf ein hormonelles Ungleichgewicht hin – seelische Beschwerden und körperliche Veränderungen können damit verbunden sein.

Auch Infektionen äußern sich gelegentlich anhand von Zwischenblutungen und können sich bei fehlender Behandlung zu schwerwiegenden Entzündungen im Bereich der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses entwickeln. Bei schwangeren Frauen können Zwischenblutungen auf eine sogenannte Plazentalösung hindeuten. Dabei löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand und ruft lebensbedrohliche Komplikationen für Frau und Kind hervor. Um diese und andere Komplikationen auszuschließen, sollten Zwischenblutungen auf jeden Fall von einem Gynäkologen abgeklärt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine einmalig auftretende leichte Zwischenblutung kann auf das Vorliegen eines emotionalen Stresszustandes hindeuten. Werden die Herausforderungen im Alltag bewältigt und treten keine weiteren Auffälligkeiten auf, ist eine sofortige ärztliche Abklärung meist nicht dringlich. Angesprochen werden sollte die Blutung beim nächsten frauenärztlichen Termin dennoch. Setzt bei jungen Mädchen die Menstruation ein, besteht häufig ebenfalls kein Anlass zur Besorgnis. Die Harmonisierung des Menstruationszyklus zu Beginn sowie zum Ende der geschlechtsreifen Zeit benötigt häufig einige Monate, bis alles reibungslos verläuft. In dieser Zeit treten naturbedingt Unregelmäßigkeiten auf, die keinen weiteren Krankheitswert besitzen.

Halten die Beschwerden über mehrere Monate an oder nehmen die Blutungen an Intensität zu, wird ein Arzt benötigt. Regelmäßige Zwischenblutungen sind mit einem Arzt zu besprechen, da sie auf eine Erkrankung hindeuten können. Kommt es zu weiteren Beschwerden wie Unterleibsschmerzen, Auffälligkeiten des Geruchs oder einem allgemeinen Unwohlsein, ist ebenfalls ein Arztbesuch notwendig. Tritt eine Blutung einmalig nach einem intensiven sexuellen Erlebnis auf, ist dies meist eine harmlose Kontaktblutung. Wiederholen sich Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, sollten sie jedoch immer frauenärztlich abgeklärt werden, da sie auf Veränderungen am Gebärmutterhals hinweisen können.

Schwangere Frauen sollten grundsätzlich unverzüglich einen Arzt konsultieren, wenn sie Zwischenblutungen haben. Bei ihnen können die Blutungen auf mögliche Komplikationen während der Schwangerschaft hindeuten und sollten daher schnellstmöglich abgeklärt werden.

Eine eigene Bedeutung hat jede Blutung nach den Wechseljahren. Tritt nach der letzten Regelblutung erneut eine Blutung auf, ist sie grundsätzlich abklärungsbedürftig, da dahinter eine Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut stecken kann.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Zwischenblutung erfolgt immer angepasst an die Ursache. Der Frauenarzt berät seine Patientin über die möglichen Optionen. Handelt es sich bei der Ursache um eine Eisprungs- oder Kontaktblutung, so ist meist keine weitere Behandlung erforderlich. Liegt ein hormonelles oder ein Schilddrüsenproblem zugrunde, so strebt der Frauenarzt eine medikamentöse Therapie (Hormonersatztherapie bzw. Schilddrüsenhormontherapie) an, um die Beschwerden zu lindern.

Eventuell kommt bei hormonellen Problemen auch die Therapie mit der Anti-Baby-Pille in Frage, wenn aktuell kein Kinderwunsch besteht. Bei Zwischenblutungen in der Schwangerschaft steht dagegen zuerst die Abklärung der Ursache im Vordergrund, insbesondere der Ausschluss einer Eileiterschwangerschaft oder einer vorzeitigen Plazentalösung. Je nach Befund kommen anschließend körperliche Schonung sowie eine hormonelle Therapie in Betracht. Eine hochdosierte Magnesiumgabe wurde früher häufig empfohlen, gilt heute jedoch nicht mehr als belegte Standardmaßnahme.

Sollten Myome, Endometriose, Polypen oder Tumoren die Ursache der Zwischenblutung sein, so kommt neben einer hormonellen Therapie auch eine Operation in Frage. Oberstes Ziel bei der operativen Entfernung der Wucherungen ist immer die Erhaltung der Geschlechtsorgane, vor allem, wenn die Frau noch einen Kinderwunsch hat. Ist die Patientin an Krebs erkrankt, so steht die übliche Krebstherapie wie operative Entfernung des Tumors, Chemotherapie und Bestrahlung zur Verfügung.

Handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung wie Diabetes oder um organische Probleme wie Leber- oder Nierenprobleme, so überweist der Frauenarzt seine Patientin gegebenenfalls an einen Facharzt zur Weiterbehandlung der Erkrankungen, die der Zwischenblutung zugrunde liegen.


Vorbeugung

Um einer Zwischenblutung vorzubeugen, ist eine gesunde Lebensweise empfehlenswert. Frauen sollten daher Übergewicht vermeiden, nicht rauchen, sich gesund ernähren und viel Sport treiben. Regelmäßige Untersuchungen beim Frauenarzt helfen dabei, Veränderungen des Unterleibs frühzeitig zu erkennen und eine geeignete Therapie einzuleiten. Schwangere Frauen, die zu Zwischenblutungen neigen, sollten sich körperlich schonen und Stress vermeiden. Jede Blutung in der Schwangerschaft gehört zuvor ärztlich abgeklärt.

Nachsorge

Zwischenblutungen sind eine häufige Begleiterscheinung, die viele weibliche Personen betrifft. In den meisten Fällen sind diese vollkommen harmlos. Da sich hinter ihnen aber auch ernste Erkrankungen verbergen können, sollte eine Zwischenblutung dennoch ärztlich abgeklärt werden. Treten die Zwischenblutungen wiederholt oder sehr stark auf, ist ein Besuch bei einem Frauenarzt besonders dringlich. Der Mediziner kann die Ursachen der Zwischenblutungen abklären und geeignete Gegenmaßnahmen einleiten.

Oft liegen hormonelle Veränderungen zugrunde, die etwa medikamentös behandelt werden können. Die Nachsorge konzentriert sich darauf, die Beschwerden abschließend zu behandeln und der Patientin weitere Unterstützung zu geben. Je nachdem, welche Ursache die Zwischenblutungen hat, kann nach der initialen Behandlung zu weiteren Fachärzten Kontakt aufgenommen werden.

Mögliche Ansprechpartner sind je nach Grunderkrankung etwa Internisten, Endokrinologen oder Onkologen. Die Nachsorge von Zwischenblutungen übernimmt normalerweise der Frauenarzt. Im Rahmen der Nachsorge findet meist eine abschließende körperliche Untersuchung statt.

Außerdem findet ein Patientengespräch statt, damit der Arzt offene Fragen klären kann. Je nach Ursache der Beschwerden kann die Anamnese auch im Rahmen einer Sprechstunde stattfinden. Im Anschluss an die Nachsorge sollten wieder die normalen Frauenarzttermine aufgenommen werden. Sofern die Beschwerden erneut auftreten, muss der Gynäkologe darüber informiert werden.

Das können Sie selbst tun

Bei wiederkehrenden Zwischenblutungen sollte der Frauenarzt konsultiert werden. Schließt der Mediziner eine organische Ursache aus, können verschiedene Hausmittel eingesetzt werden, um den Zyklus zu regulieren. Traditionell verwendet werden unterschiedliche Heilpflanzen.

Dem Hirtentäschel etwa wird eine blutstillende Wirkung zugeschrieben, belegt ist sie allerdings nicht. Die Pflanze wird am besten in Form eines Tees eingenommen, bis die Beschwerden abgeklungen sind. Mönchspfeffer enthält keine Hormone, sondern wirkt auf die Hirnanhangsdrüse und kann dort die Ausschüttung des Hormons Prolaktin senken. Er wird vor allem bei wiederholt auftretenden Schmier- und Zwischenblutungen eingesetzt. Die Heilpflanze kann in Form von Kapseln aus der Apotheke oder als Tee eingenommen werden.

Hilfreich sind auch allgemeine Maßnahmen wie Ruhe und Entspannung. Betroffene Frauen nehmen sich am besten frei und kurieren sich vollständig aus, wenn die Zwischenblutungen auftreten. Es sollte viel Wasser getrunken und auf eine geeignete Ernährung geachtet werden. Warme Auflagen helfen gegen Schmerzen und Druckgefühle, wie sie gerade bei wiederholten Blutungen auftreten können. Außerdem kann moderat Sport gemacht werden. Leichte Dehn- oder Gymnastikübungen können das allgemeine Wohlbefinden verbessern. Sollten die Beschwerden durch diese Maßnahmen nicht abklingen, empfiehlt sich ein Besuch beim Gynäkologen.

Quellen

  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783132411012
  • Kiechle, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783437424076
  • Janni, W., Hancke, K., Fehm, T., Scholz, C. (Hrsg.): Facharztwissen Gynäkologie.
    ISBN: 9783437239175
  • Strowitzki, T., Ortmann, O. (Hrsg.): Klinische Endokrinologie für Frauenärzte.
    ISBN: 9783662655160
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A. (Hrsg.): Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe.
    ISBN: 9783437211348

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