Axilläre Blockade

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die axilläre Blockade ist ein Verfahren der Teilanästhesie zur Betäubung der oberen Extremität. Hierbei werden die Nervengeflechte, die den Arm versorgen, anästhesiert und somit die Reizweiterleitung blockiert. Dies ermöglicht operative Eingriffe im Bereich der Orthopädie und der Chirurgie, sowie eine sehr wirksame Schmerztherapie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Axilläre Blockade?

Axilläre Blockade
Die axilläre Blockade ist ein Verfahren der Teilanästhesie zur Betäubung der oberen Extremität. Um eine solche Blockade zu erzielen, wird ein Betäubungsmittel, ein sogenanntes Anästhetikum, im Bereich des Nervengeflechts der Achsel injiziert.

Bei der axillären Blockade handelt es sich um ein regionales Anästhesieverfahren, welches auch als Plexusanästhesie bekannt ist. Durch die Blockade der Nerven im Bereich der Achselhöhle ist es möglich, operative Eingriffe an der oberen Extremität durchzuführen. Um eine solche Blockade zu erzielen, wird ein Betäubungsmittel, ein sogenanntes Anästhetikum, im Bereich des Nervengeflechts der Achsel injiziert.

Dabei werden die Nerven des Plexus brachialis, bestehend aus dem Nervus ulnaris, Nervus radialis, Nervus medianus und dem Nervus musculocutaneus, kurzzeitig betäubt. Eine Reizweiterleitung ist nicht möglich. Die Sensibilität und besonders das Schmerzempfinden werden aufgehoben. Zusätzlich entsteht eine Lähmung der Muskulatur im Arm. Des Weiteren ist es möglich, einen Katheter in dem Bereich des Plexus brachialis zu legen, um postoperativ zur Schmerztherapie kontinuierlich Anästhetikum zu injizieren. Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Anästhesieverfahren, da die postoperative Schmerztherapie über den Katheter je nach Schmerzzustand des Patienten über längere Zeit fortgeführt werden kann.

Funktion, Wirkung & Ziele

Durch die axilläre Blockade können operative Eingriffe am distalen Oberarm, Ellenbogengelenk, Radius/Ulna, Handgelenk und der Hand mit Fingern durchgeführt werden. Neben der Anwendung im operativen Bereich, wird die axilläre Blockade auch zur Schmerztherapie genutzt. Dafür wird in die Punktionsstelle ein Katheter gelegt und kontinuierlich postoperativ Anästhetika injiziert. Indiziert ist eine solche Schmerzbehandlung häufig bei chronischen Schmerzen, CRPS (Complex regional pain syndrome), Neuralgien und Phantomschmerzen.

Die Plexusanästhesie des Armes wird in vier verschiedenen Techniken durchgeführt; die axilläre Blockade ist eine davon. Die älteste angewandte Technik ist die supraklavikuläre Plexusblockade. Hier wird der Plexus brachialis oberhalb der Clavicula mit Anästhetika blockiert. Vorteil dieser Methode ist, dass so gut wie alle abgehenden Nervenstränge des Plexus brachialis blockiert werden. Die standardisierte und somit gängigste dieser Techniken ist die sogenannte axilläre Plexusblockade. Hierbei wird das Anästhetikum in die Gefäßnervenscheide des Plexus brachialis injiziert. Vorteil dieser Methode ist der recht einfache Zugang über die Axilla zum Plexus brachialis. Daher wird dieses Verfahren auch häufig bei Kindern angewendet.

Bei einem operativen Eingriff im Bereich des Schultergelenks, wird die sogenannte interskalenus Blockade durchgeführt. Hierbei wird das Anästhetikum auf Höhe des 6. Halswirbels zwischen dem M. scalenus anterior und dem M. scalenus medius injiziert. Auch hier wird der Plexus brachialis analgesiert. Eine weitere Möglichkeit ist die infraklavikuläre Plexusblockade. Hier wird das Betäubungsmittel zwischen der Clavicula, dem Musculus pectoralis und dem Proc. coracoideus injiziert. Diese Technik galt lange als wenig erprobt; inzwischen ist sie, vor allem unter Ultraschallkontrolle, ein etabliertes Verfahren.

Um den Plexus brachialis aufzuspüren wird hierfür ein sogenannter Nervenstimulator am Ende der Punktionskanüle angebracht. Gelangt die Spitze der Kanüle in den Bereich des Nervengeflechts, äußert sich das durch Kontraktionen der Unterarmmuskulatur. Alternativ kann die Punktionskanüle auch mithilfe eines Ultraschalls eingeführt werden.

Wird das Anästhetikum mit Hilfe eines Nervenstimulators am Plexus brachialis injiziert, werden etwa 40ml Betäubungsmittel eingeführt. Dafür werden meistens lange wirksame Lokalanästhetika, wie beispielsweise Ropivacain, verwendet. Da die Wirkung jedoch meist erst nach 20-30 Minuten eintritt, kann noch ein schnell und kurzzeitig wirksames Lokalanästhetikum, wie Prilocain oder Mepivacain, zusätzlich verabreicht werden.

Ist der Patient nervös, unruhig oder gestresst durch den operativen Eingriff, kann ein sedierendes Medikament verabreicht werden. Der Patient verfällt dadurch in einen Dämmerzustand und kann jederzeit wieder erweckt werden.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die axilläre Blockade ist, im Hinblick auf alternative Narkoseformen, eine relativ sichere und schonende Narkose. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Heiserkeit oder Reizhusten, die bei einer Vollnarkose auftreten können, fallen bei einer Lokalanästhesie weg.

Typische Nebenwirkungen einer axillären Blockade sind jedoch gegeben. Dies können beispielsweise Taubheitsgefühl, Muskelzittern und Kribbeln im operierten Arm sein. Empfindungsstörungen dieser Art können durch die Anästhesie oder aber auch durch die Blutstauungsmanschette hervorgerufen werden. Erfahrungsgemäß klingen diese Beschwerden jedoch nach einigen Wochen wieder ab. Außerdem kann es zu Einblutungen in das Gewebe im Bereich der Punktionsstelle kommen. Selten kommt es zu Schädigungen der Weichteile oder zur Reizung von Nerven.

Dieses kann auch zu Gefühlsstörungen in Form von Missempfindungen, Taubheitsgefühl, Schmerzempfindungen oder auch zu Lähmungserscheinungen durch Schädigung der Nerven führen. Eine Überempfindlichkeit oder eine allergische Reaktion auf das injizierte Anästhetikum kann sich durch Blutdruck- und Pulsabfall äußern. Wird das Anästhetikum ungewollt in die Blutbahn injiziert, kann es zu Herz-Kreislauf-Beschwerden, Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle bis hin zum Aussetzen der Atmung kommen.

Daher sollte eine axilläre Blockade nicht durchgeführt werden, wenn eine solche Allergie oder Überempfindlichkeit bekannt ist. Bei einer langanhaltenden Blockade der Reizweiterleitung durch einen Katheter, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. Diese äußern sich durch Schwindelanfälle, Nervosität, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen oder plötzlicher Blutdruckabfall.

Beim Einführen der Punktionskanüle kann es außerdem zu Beschädigungen von Blutgefäßen kommen, da der Plexus inmitten dieser verläuft. Als absolut kontraindiziert gelten Infektionen und Tumore im Bereich des Armes. Eine Störung der Blutgerinnung und die Einnahme von Medikamenten sollte vor dem operativen Eingriff mit dem Anästhesisten besprochen werden. Gegebenenfalls ist das Absetzen von Medikamenten notwendig, um den Eingriff durchzuführen.

Geschichte des Verfahrens

Die regionale Betäubung ganzer Nervengeflechte ist deutlich jünger als die örtliche Betäubung einzelner Hautbezirke. Nachdem die betäubende Wirkung des Kokains an der Bindehaut des Auges bekannt geworden war, begannen Chirurgen im ausgehenden 19. Jahrhundert damit, Nervenstämme gezielt zu umspritzen. Für den Arm wurden zwei Zugangswege beschrieben, die bis heute die Grundlage bilden: der Weg oberhalb des Schlüsselbeins und der Weg durch die Achselhöhle. Der axilläre Zugang gilt als Erstbeschreibung des deutschen Chirurgen Georg Hirschel aus dem Jahr 1911; im selben Zeitraum beschrieb Diedrich Kulenkampff den supraklavikulären Weg.

Über Jahrzehnte war die Punktion ein rein tastendes Verfahren: Der Arzt orientierte sich an der Pulsation der Achselarterie und an der Angabe des Patienten, dass ein Blitz oder ein elektrisierendes Gefühl in die Hand einschoss. Dieses bewusste Auslösen von Missempfindungen gilt heute als überholt, weil es eine Verletzung des Nervs anzeigt statt sie zu vermeiden. Die Einführung des Nervenstimulators erlaubte es, die Nähe zum Nerv ohne Schmerzreiz anhand von Muskelzuckungen abzuschätzen. Mit der breiten Verfügbarkeit tragbarer Ultraschallgeräte kam der bislang letzte Entwicklungsschritt hinzu: Die Nadel und die Ausbreitung des Betäubungsmittels lassen sich am Bildschirm mitverfolgen. Das hat die Bedeutung der einzelnen Zugangswege verschoben — Techniken, die früher als schwierig galten, sind unter Sicht gut beherrschbar geworden.

Vorbereitung & Aufklärung

Am Anfang steht das Gespräch mit dem Anästhesisten. Erfragt werden Vorerkrankungen, frühere Betäubungen und deren Verlauf, regelmäßig eingenommene Medikamente sowie bekannte Unverträglichkeiten. Besondere Aufmerksamkeit gilt gerinnungshemmenden Mitteln, weil eine herabgesetzte Gerinnung die Gefahr einer Einblutung im Bereich der Punktionsstelle erhöht; ob und wann solche Mittel vor dem Eingriff pausiert werden, entscheidet der behandelnde Arzt.

Ein wichtiger Punkt der Vorbereitung wird von Laien häufig übersehen: Bestehen im betroffenen Arm bereits vor dem Eingriff Gefühlsstörungen, Kraftverlust oder Missempfindungen — etwa bei einem Karpaltunnelsyndrom, nach einer älteren Verletzung oder bei einer Nervenerkrankung —, so werden diese Befunde vor der Blockade festgehalten. Nur so lässt sich später unterscheiden, ob eine Störung neu aufgetreten oder schon vorher vorhanden war.

In aller Regel müssen Patienten auch vor einer Blockade nüchtern sein. Der Grund liegt nicht in der Blockade selbst, sondern in der Möglichkeit, dass sie unvollständig bleibt oder der Eingriff sich ausweitet und deshalb auf eine Allgemeinbetäubung gewechselt werden muss. Vor der Punktion wird ein venöser Zugang gelegt, über den Medikamente und Flüssigkeit gegeben werden können. Während des gesamten Eingriffs werden Blutdruck, Puls und die Sauerstoffsättigung des Blutes überwacht. Geräte und Medikamente zur Behandlung von Zwischenfällen stehen bereit — das ist der Grund, warum eine Plexusblockade nicht in beliebiger Umgebung, sondern in einem entsprechend ausgestatteten Operations- oder Einleitungsbereich vorgenommen wird.

Ablauf der Punktion

Für die axilläre Blockade liegt der Patient auf dem Rücken. Der zu betäubende Arm wird im Schultergelenk abgespreizt und im Ellenbogen gebeugt, so dass die Hand etwa in Kopfhöhe zu liegen kommt. Diese Haltung spannt die Achselhöhle auf und macht die Gefäßnervenscheide zugänglich. Die Haut wird desinfiziert und die Umgebung steril abgedeckt.

Wichtigster Orientierungspunkt ist die Achselarterie, deren Pulsation der Arzt tastet: Die Nervenstränge verlaufen in einer gemeinsamen Bindegewebshülle um dieses Gefäß herum. Bei der Ultraschallführung wird der Schallkopf quer zum Arm aufgesetzt; Arterie, Vene und die Nerven mit ihrer wabenartigen Zeichnung lassen sich im Querschnitt unterscheiden. Die Nadel wird unter ständiger Sicht vorgeschoben, und auch die Ausbreitung der eingespritzten Flüssigkeit ist am Bildschirm erkennbar. Beim Nervenstimulator gibt die Nadelspitze schwache Stromimpulse ab; Zuckungen der Unterarm- oder Handmuskulatur zeigen an, dass sie sich in der Nähe des gesuchten Nervs befindet. Beide Verfahren werden auch kombiniert eingesetzt.

Meldet der Patient während des Vorschiebens oder des Einspritzens einen einschießenden Schmerz, oder stößt die Injektion auf ungewöhnlichen Widerstand, wird der Vorgang unterbrochen: Beides kann darauf hindeuten, dass die Nadelspitze im Nerv selbst liegt. Genau deshalb wird eine Blockade üblicherweise am wachen oder nur leicht beruhigten Patienten angelegt — er ist ein Teil der Sicherheitsüberwachung. Eine tiefere Sedierung kommt erst nach der Anlage in Betracht.

Nach dem Einspritzen wird die Wirkung geprüft, etwa anhand des Kälteempfindens, der Berührungsempfindlichkeit und der Muskelkraft in den Versorgungsgebieten der einzelnen Nerven. Dabei zeigt sich eine bekannte Eigenheit des axillären Zugangs: Der Nervus musculocutaneus verlässt die gemeinsame Gefäßnervenscheide bereits weiter oben und wird von der Achselhöhle aus nicht immer miterfasst. Bleibt die Betäubung an der Daumenseite des Unterarms deshalb unvollständig, wird dieser Nerv gezielt gesondert umspritzt.

Wie sich die Blockade anfühlt

Der Einstich selbst wird meist mit einer Blutentnahme verglichen; die Haut kann zuvor örtlich betäubt werden. Die durch den Nervenstimulator ausgelösten Zuckungen sind ungewohnt, aber nicht schmerzhaft — der Arm bewegt sich, ohne dass der Patient es steuert.

Als erstes Zeichen der einsetzenden Wirkung wird häufig ein Wärmegefühl im Arm beschrieben. Es entsteht, weil die Blockade auch die Nervenfasern erfasst, die die Weite der Blutgefäße regeln; der Arm wird stärker durchblutet. Es folgen Kribbeln, ein pelziges Taubheitsgefühl und ein zunehmendes Schweregefühl. Viele Patienten empfinden den Arm als geschwollen oder fremd, als gehöre er nicht mehr richtig zum Körper; die Lähmung der Muskulatur setzt in der Regel etwas später ein als der Ausfall der Empfindung.

Während der Operation bleiben die Patienten wach, sofern sie nichts anderes wünschen. Ein Tuch schirmt das Operationsfeld vom Blickfeld ab. Wird am Oberarm eine Blutsperre-Manschette angelegt, um blutarm operieren zu können, kann deren Druck nach einiger Zeit als dumpfes, schwer zu lokalisierendes Missempfinden wahrgenommen werden — die Manschette wirkt auch auf Gewebe oberhalb des betäubten Bezirks. Dieses Phänomen ist bekannt und kein Zeichen einer misslungenen Blockade.

Nach dem Eingriff & Nachsorge

Die Wirkung einer Plexusblockade endet nicht mit der Operation, sondern hält darüber hinaus an — das ist erwünscht, weil die schmerzhafteste Phase so überbrückt wird. Der Arm bleibt in dieser Zeit gefühllos und kraftlos. Daraus ergibt sich die wichtigste Vorsichtsmaßnahme der Nachsorge: Ein Arm, der nichts spürt, meldet weder Druckstellen noch Verbrennungen noch das Verkanten in einer ungünstigen Lage. Üblicherweise wird er deshalb in einem Tragetuch ruhig gelagert, und die Patienten werden auf Wärme- und Kältequellen sowie auf die Sturz- und Stoßgefahr hingewiesen.

Das Abklingen kündigt sich mit Kribbeln an; darauf folgt die Rückkehr des Schmerzempfindens, die als unangenehm empfunden werden kann, wenn sie unvorbereitet eintritt. Deshalb wird mit einer Schmerzbehandlung begonnen, bevor die Blockade vollständig nachgelassen hat. Halten Taubheit, Missempfindungen oder Kraftlosigkeit über den erwarteten Zeitraum hinaus an, gehört das ärztlich abgeklärt; in den meisten Fällen bilden sich solche Störungen zurück.

Bleibt ein Katheter zur fortgesetzten Schmerzbehandlung liegen, wird die Einstichstelle regelmäßig kontrolliert, unter anderem auf Rötung, Schwellung und andere Zeichen einer Entzündung. Die Betreuung solcher Katheter erfolgt durch einen Schmerzdienst oder das Pflegepersonal. Wird der Eingriff ambulant vorgenommen, schließt sich eine Überwachungsphase an; für die Heimfahrt ist eine Begleitperson vorgesehen, und selbst ein Fahrzeug zu führen ist an diesem Tag nicht möglich.

Abgrenzung zu anderen Betäubungsverfahren

Die axilläre Blockade steht zwischen der örtlichen Betäubung eines kleinen Hautbezirks und der Allgemeinbetäubung. Von der örtlichen Betäubung unterscheidet sie sich dadurch, dass nicht das Operationsgebiet selbst, sondern die zuführenden Nerven weit davon entfernt ausgeschaltet werden — deshalb reicht ein einziger Einstich für ein großes Versorgungsgebiet. Von der Allgemeinbetäubung unterscheidet sie, dass das Bewusstsein erhalten bleibt und die Atemwege nicht gesichert werden müssen.

Für die untere Körperhälfte übernehmen andere Verfahren diese Rolle: Bei der Spinalanästhesie und der Periduralanästhesie wird das Betäubungsmittel in der Nähe des Rückenmarks eingebracht. Am Arm gibt es daneben die intravenöse Regionalanästhesie, bei der das Betäubungsmittel in eine Vene der abgebundenen Gliedmaße eingebracht wird und dort verbleibt, solange die Blutsperre besteht; sie eignet sich nur für kurze Eingriffe und wirkt nicht über das Operationsende hinaus. Für einzelne Finger wiederum genügt eine Umspritzung der Fingernerven an deren Grundglied. Welches Verfahren infrage kommt, hängt vom Ort und der voraussichtlichen Dauer des Eingriffs, von den Begleiterkrankungen und nicht zuletzt vom Wunsch des Patienten ab.

Grenzen der Methode

Die axilläre Blockade betäubt zuverlässig den Bereich vom unteren Oberarm abwärts, nicht jedoch die Schulter und den oberen Oberarm; für Eingriffe dort sind die weiter oben ansetzenden Zugangswege erforderlich. Die Wirkdauer des eingesetzten Mittels begrenzt außerdem die Länge des Eingriffs — zieht sich eine Operation unerwartet hin, muss nachgespritzt oder auf ein anderes Verfahren gewechselt werden.

Voraussetzung ist ferner, dass der Patient die Lagerung mit abgespreiztem Arm einnehmen und über die Dauer des Eingriffs ruhig liegen kann. Starke Schmerzen bei der Lagerung, ausgeprägte Unruhe, Verwirrtheitszustände oder eine Verständigungsbarriere erschweren sowohl die Anlage als auch die Rückmeldung während der Punktion. Bei kleinen Kindern wird die Blockade aus diesem Grund meist in Kombination mit einer Allgemeinbetäubung angelegt — sie dient dann nicht dem Ersatz der Narkose, sondern der Schmerzbehandlung nach dem Eingriff. Bleibt eine Blockade trotz korrekter Anlage unvollständig, ist das kein Kunstfehler, sondern eine bekannte Möglichkeit; sie wird durch gezieltes Nachspritzen, ergänzende Medikamente über den venösen Zugang oder den Übergang zur Allgemeinbetäubung aufgefangen.

Quellen

  • Meier, G., Büttner, J.: Atlas der peripheren Regionalanästhesie.
    ISBN: 9783132420038
  • Larsen, R. (Hrsg.): Anästhesie.
    ISBN: 9783437213458
  • Rossaint, R., Werner, C., Zwißler, B. (Hrsg.): Die Anästhesiologie.
    ISBN: 9783662722770
  • Kretz, F.-J., Schäffer, J., Terboven, T. (Hrsg.): Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie.
    ISBN: 9783662725863
  • Henne-Bruns, D. (Hrsg.): Chirurgie.
    ISBN: 9783132431874

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