Cefuroxim

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Cefuroxim wird ein Arzneistoff bezeichnet, der zu den Cephalosporinen gehört. Das Beta-Lactam-Antibiotikum dient zur Therapie von bakteriellen Infektionen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Cefuroxim?

Bei Cefuroxim handelt es sich um ein bakterienabtötendes Beta-Lactam-Antibiotikum. Es entstammt der Gruppe der Cephalosporine der 2. Generation. Der Arzneistoff ist mit einem breiten Wirkspektrum ausgestattet und lässt sich bei mittelschweren Erkrankungen einsetzen, bei denen keine Lebensgefahr besteht.

Cephalosporine stehen der Medizin bereits seit 1955 zur Verfügung. Sie wurden von den Biochemikern Edward Penley Abraham und Guy G. F. Newton aus dem Pilz Cephalosporium acremonium in reiner Form gewonnen. Dieser Pilz wird heute unter dem Namen Acremonium chrysogenum geführt. Ab den 1960er Jahren entstanden zahlreiche Abkömmlinge des Cephalosporins mit stärkerer Wirkung, wie zum Beispiel Cefuroxim.

Die Abkömmlinge werden nach ihren Eigenschaften in Generationen beziehungsweise Gruppen eingeteilt. Diese Einteilung ist mehr als eine Ordnungshilfe: Die Vertreter unterscheiden sich zwischen den Generationen im Wirkspektrum, in der Widerstandsfähigkeit gegen bakterielle Enzyme, in der Verteilung im Körper und im Weg der Verabreichung. Ein Satz über „die Cephalosporine“ trifft deshalb selten auf alle Vertreter zu. Cefuroxim wird der zweiten Generation zugerechnet und gilt als Vertreter mit breitem Spektrum, das grampositive wie gramnegative Erreger erfasst.

In Deutschland wurde Cefuroxim lange unter dem Präparatnamen Elobact® angeboten; dieses Präparat ist inzwischen nicht mehr im Handel. Erhältlich sind zahlreiche Generika.

Zu den besonderen therapeutischen Eigenschaften von Cefuroxim gehört, dass der Wirkstoff in den Liquor gelangt, die Flüssigkeit also erreicht, die Gehirn und Rückenmark umgibt. Damit ist er für die Behandlung der bakteriellen Hirnhautentzündung zugelassen. Das unterscheidet ihn von Cephalosporinen, deren Verteilung in den Liquor nicht ausreicht, etwa von Cefmenoxim oder Cefazolin.

Pharmakologische Wirkung

Ebenso wie die anderen Cephalosporine ist Cefuroxim in der Lage, Bakterien abzutöten, was auch für schnell wachsende Exemplare gilt. So sind die Beta-Lactam-Antibiotika strukturell mit einem speziellen Beta-Lactam-Ring ausgestattet, der das Entstehen der bakteriellen Zellwand stört. Dieser Vorgang hat letztlich das Absterben der Keime zur Folge. Durch den Wirkeffekt von Cefuroxim strömt Wasser in die Zellen der Bakterien ein, was zu deren Anschwellen und Zerfall führt.

Eine besonders gute Wirkung entfaltet Cefuroxim gegen gramnegative Stäbchen. Dazu gehört in erster Linie die Bakterienart Haemophilus influenzae. Dagegen weisen Pseudomonaden und Enterokokken Resistenzen gegen das Antibiotikum auf. Gegen Beta-Lactamasen verfügt Cefuroxim über eine ausgeprägte Stabilität.

Über den Mundraum gelangt Cefuroxim in den Magen-Darm-Trakt, von dem es in den Organismus des Patienten aufgenommen wird. Es ist aber ebenso möglich, das Antibiotikum per Infusion in eine Vene zu verabreichen. Ein Abbau des Medikaments findet nicht statt. Stattdessen erfolgt das Ausscheiden aus dem Körper rasch über die Nieren. Für die Einnahme über den Mund dient allerdings nicht Cefuroxim selbst, sondern Cefuroximaxetil, eine Vorstufe, die im Körper durch Enzyme in das wirksame Cefuroxim gespalten wird.

Genauer beschrieben wird der Angriffspunkt über ein Enzym der Bakterien: Cephalosporine wie Cefuroxim setzen die Transpeptidase außer Gefecht, die für den Zusammenbau der Zellwand gebraucht wird. Ohne eine gesunde Zellwand sterben die Erreger rasch ab.

Die Aufnahme des über den Mund eingenommenen Wirkstoffs hängt davon ab, ob er zu einer Mahlzeit genommen wird: Unmittelbar nach dem Essen eingenommen, gelangt ein deutlich größerer Teil in den Blutkreislauf als auf nüchternen Magen. Das ist der Grund für den Rat, die Tabletten direkt nach einer Hauptmahlzeit einzunehmen. Ausgeschieden wird Cefuroxim in unveränderter, also weiterhin wirksamer Form über die Nieren. Arbeiten die Nieren schlecht, verweilt der Wirkstoff erheblich länger im Körper; die Dosierung wird dann an die Nierenleistung angepasst.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Zur Anwendung kommt Cefuroxim hauptsächlich gegen Infektionen, die von Streptokokken ausgelöst werden, da diese sehr empfindlich auf das Antibiotikum reagieren. Dabei handelt es sich um Atemwegsinfektionen wie eine chronische Bronchitis oder eine Lungenentzündung, Entzündungen in der Mund- und Rachenregion, Infektionen des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs wie eine Nasennebenhöhlenentzündung, eine Mittelohrentzündung oder eine Mandelentzündung.

Weitere Indikationen stellen Infektionen auf der Haut, Harnwegsinfekte, eine Nierenentzündung, Infektionen der Weichteile, Gelenkentzündungen, Knocheninfektionen, eine Lyme-Borreliose, eine Blutvergiftung (Sepsis) oder Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe (Tripper) dar. Bei der Gonorrhoe steht Cefuroxim allerdings nicht mehr an erster Stelle: Die deutsche Leitlinie zu Diagnostik und Therapie der Gonorrhoe sieht das gespritzte Ceftriaxon vor und nennt als Mittel zum Einnehmen Cefixim; andere Cephalosporine bieten danach keinen Vorteil und werden nicht empfohlen.

Die Einnahme von Cefuroxim-Tabletten erfolgt direkt nach einer Hauptmahlzeit. Vom Zerdrücken oder Kauen der Tablette wird abgeraten, weil sie sehr bitter schmeckt. Es besteht außerdem die Möglichkeit, aus einem Cefuroxim-Trockensaft eine Suspension herzustellen. Zu diesem Zweck wird dem Trockensaft abgekochtes kaltes Wasser in die Flasche beigemischt. Anschließend ist die Flasche gut zu schütteln. Ebenso wie bei den Tabletten findet die Einnahme der Suspension nach einer Hauptmahlzeit statt.

Wichtig ist die regelmäßige Einnahme von Cefuroxim, damit die Konzentration des Wirkstoffs im Organismus hoch bleibt. Für erwachsene und jugendliche Patienten wird eine Einzeldosis zwischen 250 und 500 Milligramm empfohlen. Die Verabreichung der Dosis nimmt der Patient alle 12 Stunden vor. Für Kinder ab 5 Jahren sind zwei Mal täglich 125 bis 250 Milligramm Cefuroxim vorgesehen.

Als Anwendungsgebiete des Wirkstoffs werden im Einzelnen die akute Mandel- und Rachenentzündung durch Streptokokken, die akute bakterielle Entzündung der Nasennebenhöhlen und des Mittelohrs, die akute Verschlechterung einer chronischen Bronchitis sowie Harnwegsinfekte und unkomplizierte Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes genannt. Diese Aufstellung gibt die Anwendungsgebiete der über den Mund eingenommenen Form wieder; die Fachinformation der Filmtabletten führt die bakterielle Hirnhautentzündung nicht darunter auf. Die Zulassung für diese Erkrankung, die die Wirkstoffmonografie auf die Verteilung in den Liquor zurückführt, gehört nicht zu dieser Aufstellung.

Cefuroxim steht in zwei ganz verschiedenen Anwendungsformen zur Verfügung. Zum Einnehmen dient die Vorstufe Cefuroximaxetil als Tablette oder als Zubereitung zum Trinken. Daneben gibt es Pulver, aus denen eine Injektions- oder Infusionslösung hergestellt wird; sie werden in eine Vene oder in den Muskel gegeben. Bei der Lyme-Borreliose, bei der akuten Mittelohrentzündung und bei der akuten Verschlechterung einer chronischen Bronchitis fällt die Menge höher aus als bei den übrigen Anwendungsgebieten.

Bei Kindern richtet sich die Menge nach dem Körpergewicht, und zwar sowohl für die Zubereitung zum Einnehmen als auch für die gespritzte Form. Bei lebensbedrohlichen Infektionen wird der Wirkstoff in eine Vene gegeben und die Tagesmenge auf mehrere Gaben verteilt. Ob die Behandlung mit Tabletten begonnen oder von der gespritzten auf die geschluckte Form gewechselt wird, hängt vom Schweregrad der Erkrankung und vom Verlauf ab.

Wie lange das Antibiotikum dargereicht wird, hängt davon ab, unter welcher Erkrankung der Patient leidet und wie groß deren Ausmaß ist. Keinesfalls darf der Patient die Therapie zu früh abbrechen, da sonst ein Rückfall der Erkrankung droht, da nicht alle Bakterien abgetötet wurden. Ebenso kann dadurch eine Resistenz der Bakterien gegen Cefuroxim entstehen.


Risiken & Nebenwirkungen

Durch den Gebrauch von Cefuroxim sind Nebenwirkungen im Bereich des Möglichen. So kann es zu unerwünschten Nebeneffekten wie Nesselsucht, Hautausschlag und Juckreiz kommen. Ebenso können Atembeschwerden, Fieber und Kreislaufprobleme auftreten. Ein Hautausschlag zählt dabei zu den gelegentlichen Nebenwirkungen; für Nesselsucht, Juckreiz und schwere allergische Reaktionen lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen.

Die allergischen Reaktionen zeigen sich entweder unmittelbar nach Beginn der Behandlung oder erst Wochen später. Die Menge des Antibiotikums spielt dabei keine Rolle. Kommt es zu einer Allergie, muss der Patient den behandelnden Arzt kontaktieren und ggf. die Therapie abbrechen.

Bei bis zu 10 Prozent der Erkrankten sind außerdem Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Pilzinfektionen denkbar. Als weitere Nebeneffekte kommen Leberfunktionsstörungen, zeitweilige Blutbildveränderungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, ein Gallenstau und Gelbsucht infrage.

Dauert die Behandlung mit Cefuroxim länger an, droht mitunter ein Befall des Dickdarms mit Pilzen oder resistenten Bakterien, was sich durch eine Darmentzündung mit Durchfall bemerkbar macht.

Bei schweren und anhaltenden Durchfällen unter der Behandlung wird ausdrücklich an die pseudomembranöse Form dieser Darmentzündung gedacht, denn sie kann lebensbedrohlich verlaufen. In Verbindung gebracht wird sie mit einer starken Vermehrung des Darmbakteriums Clostridium difficile, die dieselbe Aufstellung als unerwünschte Wirkung führt. In einem solchen Fall wird das Antibiotikum abgesetzt und eine gezielte Behandlung eingeleitet.

Nicht zum Einsatz kommen darf Cefuroxim, wenn der Patient überempfindlich auf den Wirkstoff oder ein anderes Beta-Lactam-Antibiotikum reagiert. Im Falle von Asthma bronchiale oder Allergien ist eine ärztliche Abklärung erforderlich, da Überempfindlichkeiten drohen. Nicht geeignet ist Cefuroxim für Kinder unter drei Monaten.

Im Rahmen der Schwangerschaft muss der Arzt vor der Anwendung konsequent zwischen Nutzen und Risiko für die Patientin abwägen. Gleiches gilt für die Stillzeit, da Cefuroxim über die Muttermilch auf das Baby übergehen kann, was Störungen der Darmflora nach sich ziehen kann.

Da Wechselwirkungen drohen, sollte Cefuroxim gemeinsam mit Aminoglykosid-Antibiotika wie Amikacin oder Gentamicin sowie harntreibenden Arzneimitteln wie Torasemid und Furosemid nur unter regelmäßiger Kontrolle der Nierenfunktion angewendet werden. Es besteht dadurch die Gefahr, dass eine Schädigung der Nieren eintritt.

Die Wirkstoffmonografie ordnet die unerwünschten Wirkungen nach Häufigkeitsstufen. Als häufig gelten ein vermehrtes Wachstum von Hefepilzen der Gattung Candida, eine Vermehrung einer bestimmten Art weißer Blutkörperchen, Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen sowie ein vorübergehender Anstieg der Leberenzymwerte. Gelegentlich treten ein positiver Coombs-Test, ein Mangel an Blutplättchen, eine Verminderung der weißen Blutkörperchen, Hautausschläge und Erbrechen auf.

Für eine weitere Reihe von Beschwerden lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen. Dazu zählen eine Vermehrung des Darmbakteriums Clostridium difficile, eine Blutarmut durch Zerfall roter Blutkörperchen, Arzneimittelfieber, die Serumkrankheit, eine schwere allergische Sofortreaktion, die Jarisch-Herxheimer-Reaktion, die pseudomembranöse Form der Dickdarmentzündung, eine Gelbsucht, eine Leberentzündung, Nesselsucht und Juckreiz sowie schwere Hautreaktionen bis hin zum Stevens-Johnson-Syndrom und zur toxischen epidermalen Nekrolyse. Auch ein angioneurotisches Ödem, eine rasch auftretende Schwellung von Haut und Schleimhaut, gehört in diese Gruppe.

Kontraindikationen

Cefuroxim darf nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff selbst, gegen seine Vorstufe Cefuroximaxetil oder gegen andere Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine bekannt ist. Eine Gegenanzeige stellen außerdem schwere Überempfindlichkeiten gegen andere Beta-Lactam-Antibiotika dar, also gegen Penicilline, gegen Carbapeneme oder gegen Monobactame wie Aztreonam. Wichtig ist die Unterscheidung zu leichteren Allergien: Diese schließen die Behandlung nicht aus, verlangen aber eine ärztliche Abklärung vor Beginn.

Die Abgrenzung zwischen Gegenanzeige und Vorsichtsmaßnahme ist an dieser Stelle wichtig, weil sie über die Behandelbarkeit entscheidet. Eine schwere Sofortreaktion in der Vorgeschichte, etwa ein allergischer Schock, schließt den Wirkstoff aus. Ein früher aufgetretener Hautausschlag unter einem Penicillin gehört dagegen zu den Punkten, die vor der Behandlung besprochen und abgewogen werden. Auch bestehendes Asthma bronchiale und andere Allergien zählen zu den Gründen für eine vorherige Abklärung.

Nicht verabreicht werden darf der Wirkstoff in eine Schlagader. Bei eingeschränkter Nierenleistung ist die Anwendung nicht verboten, die Menge wird jedoch an die verbliebene Nierenleistung angepasst. Für Schwangerschaft und Stillzeit liegen nur begrenzte Erfahrungen vor; Hinweise auf Gesundheitsschäden beim ungeborenen Kind oder beim Säugling sind nicht bekannt, dennoch wird das Antibiotikum dort nur gegeben, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt. Wegen der möglichen Nebenwirkung Schwindel kann die Fähigkeit beeinträchtigt sein, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Arzneimittel, die die Magensäure vermindern, können die Aufnahme von Cefuroxim aus dem Verdauungstrakt verändern. Auch der günstige Einfluss einer Mahlzeit auf die Aufnahme kann dadurch verlorengehen.

Weil das Antibiotikum die Darmflora verändert, können andere geschluckte Arzneimittel schlechter aufgenommen werden. Das betrifft unter anderem Östrogene, weshalb die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel vermindert sein kann. Aus demselben Grund kann der Gerinnungswert INR ansteigen, wenn gleichzeitig gerinnungshemmende Mittel zum Einnehmen angewendet werden.

Wird Cefuroxim zusammen mit Probenecid gegeben, steigt seine Konzentration im Blut deutlich an und es verbleibt länger im Körper; von dieser Kombination wird deshalb abgeraten. Von einer gleichzeitigen Anwendung mit bestimmten anderen Antibiotika wird ebenfalls abgeraten, weil sich die Wirkungen gegenseitig aufheben können: genannt werden Tetrazykline, Erythromycin, Chloramphenicol und Sulfonamide. Mit Aminoglykosiden dagegen können sich die Wirkungen gegenseitig verstärken.

Da der Wirkstoff nahezu vollständig unverändert über die Nieren den Körper verlässt, wird die Nierenleistung regelmäßig kontrolliert, wenn gleichzeitig harntreibende Mittel oder andere möglicherweise nierenschädigende Arzneimittel angewendet werden. Dasselbe gilt für ältere Menschen, deren Nieren ohnehin eingeschränkt arbeiten.

Alternative Behandlungsmethoden

Welche Alternative in Frage kommt, richtet sich nach der Art der Infektion und nach dem nachgewiesenen oder vermuteten Erreger. Innerhalb der zweiten Cephalosporin-Generation stehen Cefaclor, Cefamandol und Cefotiam zur Verfügung; Cefaclor und Cefuroximaxetil sind dabei die zum Einnehmen geeigneten Vertreter.

Bei schweren Infektionen wird häufig auf Cephalosporine der dritten Generation ausgewichen, etwa auf Ceftriaxon oder Cefotaxim; bei der Gonorrhoe ist Ceftriaxon nach der deutschen Leitlinie sogar das Mittel der Wahl. Aus anderen Gruppen kommen Aminopenicilline wie Amoxicillin und Ampicillin in Betracht, bei einer Allergie gegen Beta-Lactam-Antibiotika Makrolide wie Clarithromycin oder Azithromycin sowie Clindamycin und Doxycyclin. Wo es möglich ist, stützt sich diese Auswahl auf den Erregernachweis und die Prüfung, welche Antibiotika gegen den gefundenen Keim wirksam sind. Liegt ein solcher Befund noch nicht vor, wird zunächst nach Erfahrungswerten behandelt und die Therapie später angepasst. Die Auswahl trifft der behandelnde Arzt anhand der örtlichen Resistenzlage und der Vorgeschichte des Patienten.


Quellen

  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228
  • Brodt, H.-R., Simon, C. (Hrsg.): Infektionstherapie.
    ISBN: 9783132423435
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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