Ceftriaxon

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Das Antibiotikum Ceftriaxon gehört der Wirkstoffgruppe der Cephalosporine an. Es tötet Bakterien ab, indem es deren Zellwandsynthese stört.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ceftriaxon?

Ceftriaxon
Die Wirkung von Ceftriaxon fällt, verglichen mit den Cephalosporinen, die aus der 1. und 2. Generation stammen, im gramnegativen Bereich etwas erweitert aus. Dagegen besteht im grampositiven Bereich eine leichte Abschwächung.
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Als Ceftriaxon wird ein Antibiotikum bezeichnet, das über eine starke Wirkung verfügt. Es entstammt den Cephalosporinen der 3. Generation und lässt sich gegen verschiedene Infektionen einsetzen, die von Bakterien ausgelöst werden. Dazu gehören zum Beispiel eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis).

Entwickelt wurde Ceftriaxon zu Beginn der 1980er Jahre von dem Schweizer Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche. Im Jahr 1982 gelangte das Antibiotikum auf den Markt und wurde als Injektionspräparat vertrieben. Es werden auch mehrere Generika angeboten.

Pharmakologische Wirkung

Die Wirkung von Ceftriaxon fällt, verglichen mit den Cephalosporinen, die aus der 1. und 2. Generation stammen, im gramnegativen Bereich etwas erweitert aus. Dagegen besteht im grampositiven Bereich eine leichte Abschwächung. Mit gramnegativ und grampositiv sind die unterschiedlich ausfallenden Färbereaktionen bei Laboruntersuchungen gemeint. Im Rahmen eines speziellen Färbeverfahrens erhalten grampositive Bakterien eine blaue Färbung, während gramnegative Bakterien sich rötlich verfärben, was auf die unterschiedlichen Zellstrukturen der Keime zurückzuführen ist.

Ceftriaxon wird zu den Beta-Lactam-Antibiotika gerechnet. Der Arzneistoff hat die Eigenschaft, während der Wachstumsperiode der Bakterien den Aufbau ihrer Zellwände zu hemmen. Dabei werden Eiweiße, die Penicillin binden, blockiert, was das Absterben der Krankheitserreger zur Folge hat.

Bei Ceftriaxon handelt es sich um ein Breitbandcephalosporin. Das bedeutet, dass es sich zur Therapie von zahlreichen verschiedenen Bakterienarten eignet. Dabei lässt sich das Antibiotikum auch gegen Bakterien verwenden, die mit dem Eiweiß Beta-Lactamase ausgestattet sind, welches die Wirksamkeit anderer Cephalosporine hemmt.

Weil Ceftriaxon sich vom Darm nur schlecht aufnehmen lässt, muss seine Darreichung per Infusion oder Injektion erfolgen. Auf diese Weise gelangt der Wirkstoff direkt in den Blutkreislauf des Patienten. Nachdem sich Ceftriaxon an Plasmaproteine gebunden hat, findet seine Verteilung im ganzen Organismus statt.

Während 60 Prozent des Medikaments über den Urin aus dem Körper gelangen, findet die restliche Ausscheidung via Galle und Stuhl statt. Es dauert ungefähr sechs bis acht Stunden, bis rund 50 Prozent des Ceftriaxons den Organismus wieder verlassen haben. Diese im Vergleich zu anderen Cephalosporinen lange Verweildauer und der erhebliche Anteil, der über die Galle ausgeschieden wird, heben Ceftriaxon von den meisten anderen Vertretern seiner Gruppe ab.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Ceftriaxon kommt gegen verschiedene bakterielle Infektionen zur Anwendung. Dazu gehören Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) wie eine bakterielle Hirnhautentzündung, ausgeprägte Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, Bauchrauminfektionen, eine Blutvergiftung, Infektionen an den ableitenden Harnwegen sowie den Nieren und eine ausgebrochene Borreliose. Ebenso ist das Antibiotikum zur Behandlung von Infektionen an Gelenken und Knochen geeignet.

Die deutsche Fachinformation führt die Anwendungsgebiete im Einzelnen auf, und zwar für Erwachsene ebenso wie für Kinder von Geburt an: die bakterielle Hirnhautentzündung, die außerhalb des Krankenhauses und die im Krankenhaus erworbene Lungenentzündung, die akute Mittelohrentzündung, Infektionen im Bauchraum, komplizierte Harnwegsinfektionen einschließlich der Nierenbeckenentzündung, Infektionen von Knochen und Gelenken, komplizierte Infektionen der Haut und des darunterliegenden Gewebes, die Gonorrhoe, die Syphilis und die bakterielle Entzündung der Herzinnenhaut.

Darüber hinaus kann Ceftriaxon angewendet werden bei einer akuten Verschlechterung einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, bei einer im Körper verbreiteten Lyme-Borreliose im Früh- wie im Spätstadium, zur Vorbeugung von Infektionen vor Operationen, bei Menschen mit Fieber und stark verminderter Zahl weißer Blutkörperchen, wenn eine bakterielle Ursache vermutet wird, sowie bei einer Streuung von Bakterien in die Blutbahn im Zusammenhang mit einer der genannten Infektionen.

Eine wichtige Einschränkung nennt die Fachinformation selbst: Das Wirkungsspektrum von Ceftriaxon ist begrenzt und reicht für eine alleinige Behandlung nicht in jedem Fall aus. Sind an einer Infektion mehrere Erregerarten beteiligt und darunter solche, die gegen Ceftriaxon unempfindlich sind, wird ein weiteres Antibiotikum hinzugenommen. Auch hier gelten die offiziellen Richtlinien für den sachgemäßen Gebrauch von Antibiotika.

Wie bereits erwähnt, findet die Darreichung von Ceftriaxon als Infusion oder Injektion statt. Dabei wird der Arzneistoff entweder intravenös in eine Vene oder intramuskulär in einen Muskel gespritzt. Die Dosierung des Medikaments richtet sich nach der Art und dem Ausmaß der Erkrankung sowie dem Lebensalter der betroffenen Person. Im Falle einer Nierenschwäche kann eine Absenkung der Dosis erforderlich sein. Wie lange Ceftriaxon verabreicht wird, legt der behandelnde Arzt individuell fest.


Verabreichung & Dosierung

Ceftriaxon liegt als Pulver vor, das vor der Anwendung aufgelöst wird. Welches Lösungsmittel dafür verwendet wird, ist keine Nebensächlichkeit. Lösungen, die Calcium enthalten, etwa die Ringer- oder die Hartmann-Lösung, dürfen zum Auflösen und zum weiteren Verdünnen nicht verwendet werden, weil sich dabei ein schwerlösliches Calcium-Ceftriaxon-Salz bilden kann.

Wird Lidocain als Lösungsmittel benutzt, darf die fertige Lösung ausschließlich in einen Muskel gespritzt werden. Eine Gabe in die Vene ist in diesem Fall ausgeschlossen. Vor einer solchen Injektion werden zudem die Gegenanzeigen des Lidocains geprüft, die in dessen eigener Fachinformation stehen.

Bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung werden Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung engmaschig überwacht. Zieht sich eine Behandlung über längere Zeit hin, wird in regelmäßigen Abständen ein großes Blutbild angefertigt. Treten unter der Behandlung Beschwerden wie Benommenheit auf, ist beim Autofahren und beim Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.

Risiken & Nebenwirkungen

Die Anwendung von Ceftriaxon kann mitunter unerwünschte Nebenwirkungen auslösen. Zu den am häufigsten gemeldeten zählen Veränderungen des Blutbildes, Durchfall und Hautausschlag. Seltener kommt es zu Ausfällungen der Ceftriaxon-Kalziumsalze innerhalb der Gallenblase; im Ultraschall können sie wie Gallensteine aussehen. Besonders Kinder sind davon betroffen. Nach dem Ende der Behandlung bilden sich diese Ausfällungen wieder zurück.

Als weitere mögliche Nebenwirkungen gelten Schüttelfrost, Arzneimittelfieber, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Rötungen der Haut, Hautausschlag, Juckreiz, Ödeme (Wassereinlagerungen) im Gewebe, Nesselsucht, Entzündungen der Venenwand, Hitzewallungen, Brechreiz sowie Schmerzen am Injektionsbereich.

Nicht selten ist zudem ein Anstieg der Leberwerte zu verzeichnen. Gelegentlich treten auch Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, häufiges Wasserlassen, eine Entzündung der Zunge, eine Mundschleimhautentzündung sowie Pilzinfektionen in der Mund- oder Schamregion auf.

Wird Ceftriaxon längere Zeit verabreicht, kann der Dickdarm von resistenten Bakterien befallen werden, was eine Darmentzündung nach sich ziehen kann, die mit Durchfall verbunden ist. Ebenso ist eine Pilzinfektion dieser Region möglich. Darüber hinaus besteht das Risiko von Superinfektionen. Bei nahezu allen Antibiotika, auch bei Ceftriaxon, ist über eine antibiotikabedingte und über eine pseudomembranöse Dickdarmentzündung berichtet worden, deren Schweregrad von leicht bis lebensbedrohlich reicht. Tritt während oder nach der Behandlung ein Durchfall auf, wird diese Möglichkeit geprüft; Mittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen dann nicht gegeben werden.

Zu den schwerwiegenden Ereignissen zählen Überempfindlichkeitsreaktionen, die mitunter tödlich verlaufen. Eine besondere Form ist das Kounis-Syndrom, eine schwere allergische Reaktion, die einen Herzinfarkt zur Folge haben kann. Ebenfalls berichtet, ohne dass sich eine Häufigkeit angeben ließe, sind schwere Hautreaktionen: das Stevens-Johnson-Syndrom, das Lyell-Syndrom und ein Arzneimittelausschlag mit Eosinophilie und Beteiligung innerer Organe. Vor Beginn einer Behandlung wird deshalb gezielt nach früheren schweren Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Ceftriaxon, andere Cephalosporine oder andere Beta-Lactam-Antibiotika gefragt.

Eine Besonderheit betrifft die Behandlung von Infektionen durch Schraubenbakterien, etwa die Borreliose und die Syphilis: Bei einigen Behandelten kann kurz nach dem Beginn der Behandlung eine Jarisch-Herxheimer-Reaktion auftreten. Sie klingt in der Regel von selbst ab oder lässt sich in ihren Beschwerden behandeln; die Antibiotikabehandlung wird deswegen nicht abgebrochen.

Wie für andere Beta-Lactam-Antibiotika ist auch unter Ceftriaxon über eine Enzephalopathie berichtet worden, also eine Funktionsstörung des Gehirns mit vermindertem Bewusstsein, verändertem Erleben, Muskelzuckungen oder Krämpfen. Betroffen sind vor allem ältere Menschen mit schwerer Nierenschwäche sowie Personen mit Erkrankungen des Zentralnervensystems. Besteht ein solcher Verdacht, wird ein Absetzen erwogen. Für die Cephalosporine einschließlich Ceftriaxon ist außerdem eine immunvermittelte hämolytische Anämie beschrieben, bei der das Abwehrsystem die roten Blutkörperchen zerstört; schwere Fälle mit tödlichem Ausgang traten bei Erwachsenen wie bei Kindern auf. Entwickelt sich unter der Behandlung eine Blutarmut, wird Ceftriaxon abgesetzt, bis die Ursache geklärt ist.

Nicht zur Anwendung kommen darf Ceftriaxon, wenn der Patient überempfindlich auf den Wirkstoff oder weitere Beta-Lactam-Antibiotika reagiert. Leidet der Betroffene unter anderen Allergien, muss vor der Anwendung des Mittels eine Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Ceftriaxon ist in der Lage, während der Schwangerschaft die Plazenta der Mutter zu durchdringen und in das Fruchtwasser zu gelangen. Schädigungen an ungeborenen Kindern wurden deswegen jedoch noch nicht verzeichnet. Dennoch wird schwangeren Frauen die Anwendung des Antibiotikums nur auf ausdrücklichen ärztlichen Rat hin empfohlen, was besonders zu Beginn der Schwangerschaft gilt.

Auf die Fruchtbarkeit hat Ceftriaxon nach den vorliegenden Untersuchungen keinen Einfluss: In Reproduktionsstudien fanden sich weder für Männer noch für Frauen Hinweise auf unerwünschte Wirkungen.

Auch in der Stillzeit ist Vorsicht geboten. So kann der Wirkstoff in kleinen Mengen in die Muttermilch gelangen und dadurch auf das Baby übergehen. Bei den üblichen Mengen sind Wirkungen auf den gestillten Säugling nach den Angaben der Fachinformation zwar nicht zu erwarten, ausschließen lassen sie sich jedoch nicht. Infolgedessen besteht die Gefahr von Durchfall oder einer Besiedelung mit Sprosspilzen, die Darmentzündungen auslösen. Mitunter erfolgt auch eine Sensibilisierung gegen Ceftriaxon, was zu einer Beeinträchtigung der Wirksamkeit bei einer späteren Darreichung führen kann.

Neugeborene bis zu einem Alter von 28 Tagen, die calciumhaltige Infusionslösungen erhalten oder voraussichtlich benötigen, dürfen Ceftriaxon nicht erhalten. So drohen dadurch chemische Unverträglichkeiten mit zum Teil gravierenden Folgen. Unabhängig davon dürfen Frühgeborene in den ersten Lebenswochen sowie Neugeborene mit einer Gelbsucht, einem erhöhten Bilirubinspiegel, einem Mangel an Albumin im Blut oder einer Übersäuerung kein Ceftriaxon erhalten. Die Fachinformation grenzt die erste Gruppe genau ab: Gemeint sind Frühgeborene bis zu einem postmenstruellen Alter von 41 Wochen, wobei sich dieses Alter aus der Dauer der Schwangerschaft bis zur Geburt und der seither verstrichenen Lebenszeit zusammensetzt. Je nach Geburtstermin umfasst das mehr als nur einige Lebenswochen. Der Grund für beide Gegenanzeigen ist derselbe: Untersuchungen im Reagenzglas haben gezeigt, dass Ceftriaxon den Gallenfarbstoff Bilirubin aus seiner Bindung an das Bluteiweiß Albumin verdrängen kann, woraus sich für diese Kinder das Risiko einer Bilirubin-Enzephalopathie ergibt, also einer Hirnschädigung durch den freigesetzten Farbstoff. Bei älteren Kindern und bei Erwachsenen dürfen Ceftriaxon und calciumhaltige Lösungen dagegen nacheinander gegeben werden, wenn die Infusionsleitung dazwischen gespült wird.

Auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind bei der Anwendung von Ceftriaxon möglich. Zum Beispiel wird der Arzneistoff abgeschwächt oder in seiner Wirkung aufgehoben, wenn der Patient gleichzeitig wachstumshemmende Antibiotika zu sich nimmt. Aus diesem Grund sollte die Einnahme von Erythromycin, Chloramphenicol, Sulfonamiden oder Tetrazyklinen unterbleiben. Für die Kombination mit Chloramphenicol ist eine solche gegenseitige Abschwächung allerdings nur im Reagenzglas beobachtet worden; welche Bedeutung das für die Behandlung hat, ist nicht bekannt. Umgekehrt bewirkt Ceftriaxon eine Abschwächung von hormonellen Präparaten, die zur Verhütung einer Schwangerschaft dienen. Diese Angabe gibt einen älteren Kenntnisstand wieder. Bei den Beta-Lactam-Antibiotika wird ein Einfluss auf hormonelle Verhütungsmittel heute vor allem einem mittelbaren Weg zugeschrieben: Kommt es unter dem Antibiotikum zu Durchfall oder Erbrechen, kann die Aufnahme geschluckter Arzneimittel gestört sein. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft rät vorsorglich dennoch zu zusätzlichen Verhütungsmaßnahmen, solange ein Antibiotikum angewendet wird.


Interaktionen mit anderen Medikamenten

Die wichtigste Unverträglichkeit des Ceftriaxons betrifft nicht ein anderes Arzneimittel, sondern ein Mineral. Mit Calcium bildet der Wirkstoff ein schwerlösliches Salz, das ausfallen kann. Bei Früh- und Neugeborenen sind dadurch tödlich verlaufene Reaktionen mit Ausfällungen in Lunge und Nieren beschrieben worden. Ceftriaxon darf deshalb in keinem Lebensalter mit calciumhaltigen Lösungen für die Vene gemischt oder gleichzeitig gegeben werden, auch nicht über getrennte Zugänge. Jenseits des ersten Lebensmonats ist eine Gabe nacheinander möglich, wenn die Zugänge gewechselt oder die Leitungen dazwischen gründlich gespült werden. Erhält jemand eine dauerhafte Ernährung über die Vene, die Calcium enthält, wird geprüft, ob ein anderes Antibiotikum ohne dieses Risiko infrage kommt. Für calciumhaltige Mittel zum Einnehmen und für die Gabe von Ceftriaxon in einen Muskel liegen dagegen keine Berichte über Wechselwirkungen vor.

Für gerinnungshemmende Mittel zum Einnehmen gilt eine eigene Vorsichtsmaßnahme. Sie können in ihrer gegen Vitamin K gerichteten Wirkung verstärkt werden, sodass das Blutungsrisiko steigt. Die Fachinformation empfiehlt deshalb eine engmaschige Überwachung des INR-Werts und eine entsprechende Anpassung der Menge des Gerinnungshemmers, und zwar sowohl während als auch nach der Behandlung mit Ceftriaxon.

Für zwei häufig vermutete Wechselwirkungen gibt die Fachinformation Entwarnung. Ein eindeutiger Nachweis, dass Aminoglykoside zusammen mit Cephalosporinen die Nieren stärker schädigen, besteht nicht; die ohnehin übliche Überwachung der Aminoglykosidspiegel und der Nierenfunktion ist in solchen Fällen allerdings strikt einzuhalten. Auch bei gleichzeitiger Gabe hoher Mengen Ceftriaxon und stark wirksamer harntreibender Mittel wie Furosemid wurde keine Störung der Nierenfunktion beobachtet. Probenecid, das die Ausscheidung mancher Antibiotika verzögert, verringert die Ausscheidung von Ceftriaxon nicht.

Eine letzte Gruppe von Wechselwirkungen betrifft Laboruntersuchungen. Unter Ceftriaxon kann der Coombs-Test falsch positiv ausfallen, ebenso Tests auf eine Galaktosämie. Bei der Bestimmung des Zuckers im Urin liefern nicht-enzymatische Verfahren falsch positive Ergebnisse; der Harnzucker ist unter einer Behandlung mit Ceftriaxon deshalb enzymatisch zu bestimmen. Für Menschen mit Diabetes mellitus, die ihren Urin auf Zucker prüfen lassen, ist das von unmittelbarer Bedeutung.

Quellen

  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228
  • Brodt, H.-R., Simon, C. (Hrsg.): Infektionstherapie.
    ISBN: 9783132423435
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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