Cefotaxim

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Wirkstoffe Cefotaxim

Bei Cefotaxim handelt es sich um ein Antibiotikum. Der Wirkstoff gehört den Cephalosporinen der dritten Generation an.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Cefotaxim?

Cefotaxim
Zum Einsatz gelangt Cefotaxim gegen schwere bakterielle Infektionen, die sogar lebensgefährliche Ausmaße annehmen können.
© molekuul.be – stock.adobe.com

Als Cefotaxim wird ein Breitbandantibiotikum bezeichnet, das der Gruppe 3a der Cephalosporine entstammt. Der Wirkstoff dient zur Behandlung von bakteriellen Infektionen. Genau wie andere Cephalosporine ist Cefotaxim in der Lage, Bakterien abzutöten. Dabei hemmt der Arzneistoff die bakterielle Zellwandsynthese.

Die Zulassung von Cefotaxim fand in den 1980er Jahren statt. In Deutschland wurde das verschreibungspflichtige Antibiotikum als Monopräparat unter dem Namen Claforan® angeboten; dort ist dieses Präparat nicht mehr im Handel. Erhältlich sind dort heute Generika mehrerer Hersteller.

Cefotaxim liegt in den Arzneimitteln als Cefotaxim-Natrium vor und wird als Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung in den Handel gebracht. Erst unmittelbar vor der Anwendung wird daraus die gebrauchsfertige Lösung bereitet. Der Natriumgehalt der Zubereitung ist beträchtlich und bei Menschen zu berücksichtigen, die eine natriumarme oder kochsalzarme Kost einhalten müssen.

Innerhalb der Cephalosporine markiert Cefotaxim einen Einschnitt. Mit der dritten Generation gewannen diese Antibiotika eine deutlich bessere Wirkung gegen gramnegative Erreger. Im grampositiven Bereich fällt die Wirkung dagegen schwächer aus: Nach den Empfehlungen der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie von 2010 ist die Aktivität von Cefotaxim und Ceftriaxon gegenüber Staphylokokken schwächer als die der Cephalosporine der Gruppen 1 und 2, während die des Ceftazidims dort als unzureichend gilt. Für Infektionen, bei denen Staphylokokken vermutet oder nachgewiesen werden, sind diese Cephalosporine nach derselben Quelle gleichwohl nicht geeignet.

Pharmakologische Wirkung

Die Wirkungsweise von Cefotaxim beruht darauf, dass das Antibiotikum die Bakterien daran hindert, ihre Zellwand aufzubauen. Zu diesem Zweck führt es eine Blockade des Enzyms Transpeptidase durch. Aufgrund dieses Vorgangs kommt es innerhalb der Zellhülle der Keime zur Entstehung von schwachen Stellen. Die Schwachstellen führen dazu, dass die Zellwand der Bakterien einreißt, was letztlich das Absterben der Erreger zur Folge hat.

Im Unterschied zu Cephalosporinen aus der Gruppe 1 wie Cefazolin entfaltet Cefotaxim seinen Wirkeffekt effizienter gegen gram-negative Bakterien. Dazu zählen u. a. Enterobacteriaceae, Meningokokken sowie Gonokokken. Ein Schwachpunkt von Cefotaxim ist allerdings, dass es gegen Pseudomonaden nicht wirkt; diese Lücke teilt es mit Ceftriaxon, das die Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie wie Cefotaxim der Gruppe 3a zuordnet, und mit Cefmenoxim. Eine gute Wirksamkeit gegen Pseudomonaden besitzt dagegen Ceftazidim, das die Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie deshalb der Gruppe 3b zuordnet.

Gegen bestimmte Keime, bei denen bereits eine Resistenz gegen Antibiotika besteht, kann auch Cefotaxim nicht wirken. Zu den Bakterienarten, gegen die der Arzneistoff dagegen wirksam ist, zählen zum Beispiel Salmonellen, Enterobacter, Shigellen, Escherichia coli, Pneumokokken, Streptococcus viridans, Proteus vulgaris, Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken), Pasteurella, Klebsiella sowie Anaerobier. Im gram-positiven Bereich ist der Wirkeffekt des Mittels gegen Staphylokokken schwächer als der von Cephalosporinen der Gruppen 1 und 2.

Die Halbwertszeit von Cefotaxim liegt bei erwachsenen Menschen bei etwa 60 Minuten. Bei Senioren oder Babys fällt sie oft deutlich länger aus. Ausgeschieden wird das Antibiotikum vorwiegend über die Nieren.

Ein Teil des Wirkstoffs wird im Körper zu O-Desacetyl-Cefotaxim umgewandelt, einem Abbauprodukt, das nach der Fachinformation selbst antibakteriell wirksam ist; daneben entstehen zwei unwirksame Lactone. Beide, Cefotaxim und sein wirksames Abbauprodukt, werden überwiegend über die Nieren ausgeschieden, nur ein kleiner Teil über die Galle. Bei entzündeten Hirnhäuten gelangen beide in den Liquorraum und erreichen dort wirksame Werte, was die Anwendung bei der Hirnhautentzündung trägt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Zum Einsatz gelangt Cefotaxim gegen schwere bakterielle Infektionen, die sogar lebensgefährliche Ausmaße annehmen können. Zu den Köperregionen, die zumeist behandelt werden, gehören die Harnwege wie Harnröhre, Harnleiter, Harnblase und Nieren, die Atemwege, der Hals-Nasen-Ohren-Bereich und die Haut.

Häufige Indikationen für den Einsatz des Cephalosporins sind Lungenentzündungen, eine Blutvergiftung (Sepsis), eine Entzündung des Bauchfells (Peritonitis), Infektionen im Bauchraum, eine Hirnhautentzündung (Meningitis), eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis), Knocheninfektionen sowie Infektionen der Weichteile. Kommt es zu Wirkungslücken, werden diese durch die Darreichung von weiteren Antibiotika wie Acylaminopenicillin oder Aminoglykosid geschlossen. Aminoglykoside dürfen dabei nicht in derselben Spritze oder derselben Infusionslösung mit Cefotaxim gemischt werden.

Ein weiteres Behandlungsgebiet von Cefotaxim stellt die Neuroborreliose dar, bei der es sich um eine Manifestationsform der Lyme-Borreliose handelt. Diese Erkrankung wird durch Zecken übertragen und von dem Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht.

Die Verabreichung von Cefotaxim findet am Darm vorbei statt, und zwar als Infusion oder als Spritze in eine Vene. Die Spritze in einen Muskel bleibt nach der Fachinformation außergewöhnlichen Situationen vorbehalten und wird bei schweren Infektionen nicht empfohlen.


Risiken & Nebenwirkungen

Durch die Anwendung von Cefotaxim sind bei manchen Patienten unerwünschte Nebenwirkungen möglich. Gelegentlich kommt es dabei zu einem Mangel an Blutplättchen, zu einer Vermehrung der eosinophilen weißen Blutkörperchen, allergischen Hautreaktionen wie Juckreiz, Hautausschlag und Nesselsucht sowie Arzneimittelfieber. Zudem kann die Konzentration von Harnstoff und Kreatinin im Blut ansteigen.

Auch am Darreichungsort selbst zeigen sich Nebenwirkungen. Schmerzen an der Injektionsstelle und Gewebeverhärtungen nach einer Spritze in den Muskel gehören zu den sehr häufigen unerwünschten Wirkungen; gelegentlich kommen entzündliche Reaktionen an der Venenwand hinzu. Weitere gelegentliche Nebeneffekte sind Magen-Darm-Probleme wie Durchfall und Appetitlosigkeit. Ohne bezifferbare Häufigkeit sind darüber hinaus Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, blutige Entzündungen an Dickdarm oder Dünndarm, eine Entzündung der Nieren sowie zusätzliche Infekte durch resistente Bakterien beschrieben.

Zeigt sich eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen Cefotaxim, die mit Bronchialkrämpfen, Schwellungen im Gesicht oder einem Schock einhergeht, muss die Therapie mit dem Antibiotikum umgehend beendet werden.

Bestehen eine eingeschränkte Nierenfunktion oder die Neigung zu einer Allergie, ist eine gründliche Risiko-Nutzen-Abwägung durch den behandelnden Arzt erforderlich.

Kontrollierte Studien zur Verabreichung von Cefotaxim während der Schwangerschaft fehlen; die Unbedenklichkeit ist damit nicht belegt. Bei Tierversuchen wurden keine negativen Auswirkungen auf die Nachkommenschaft festgestellt. Cefotaxim geht jedoch über den Mutterkuchen auf das ungeborene Kind über und soll deshalb in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken überwiegt.

Während der Stillzeit kann durch die Anwendung von Cefotaxim die Darmflora von Babys gestört werden, da das Antibiotikum in die Muttermilch übergeht, wenn auch nur in geringen Mengen. Anschließend leiden die betroffenen Säuglinge mitunter unter Durchfall. Grundsätzlich ist jedoch eine Therapie von Neugeborenen mit dem Wirkstoff möglich.

Die gleichzeitige Anwendung von Cefotaxim und anderen Arzneimitteln führt gelegentlich Wechselwirkungen herbei. So wird der positive Effekt des Antibiotikums abgeschwächt, wenn eine Kombination mit Chloramphenicol, Erythromycin, Sulfonamiden oder Tetrazyklinen stattfindet. Das zeitgleiche Verabreichen des Gichtmedikaments Probenecid hat eine Behinderung der Ausscheidung von Cefotaxim aus dem Körper zur Folge. Durch die deswegen länger anhaltende Konzentration des Wirkstoffes innerhalb des Blutes besteht die Gefahr von stärkeren Nebenwirkungen.

Umgekehrt kann sich die antibakterielle Wirkung verstärken, wenn Cefotaxim mit einem Aminoglykosid kombiniert wird; die beiden Stoffgruppen ergänzen einander. Werden sie gemeinsam gegeben, ist allerdings die Nierenfunktion zu überwachen, weil die nierenschädigende Wirkung der Aminoglykoside dabei zunehmen kann. Dasselbe gilt für andere nierenschädigende Arzneimittel sowie für stark wirksame Entwässerungsmittel wie Furosemid.

Zwei weitere Wechselwirkungen betreffen nicht die Behandlung, sondern das Labor. Wie unter anderen Cephalosporinen kann der Coombs-Test unter der Behandlung positiv ausfallen; dieselbe Erscheinung kann auch die Kreuzprobe vor einer Bluttransfusion beeinflussen. Bei der Bestimmung von Glucose im Harn mit Verfahren, die auf reduzierenden Substanzen beruhen, kann es zu falsch positiven Ergebnissen kommen; vermeiden lässt sich das durch die Verwendung enzymbasierter Testverfahren.

Über die bereits genannten unerwünschten Wirkungen hinaus verdient eine Reaktion Beachtung, die gerade bei der Behandlung der Borreliose auftreten kann. Während der Behandlung von Infektionen durch Spirochäten kann sich eine Jarisch-Herxheimer-Reaktion entwickeln, die mit Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Gelenkbeschwerden einhergeht. Die Fachinformation führt sie in der Nebenwirkungstabelle mit einer eigenen Fußnote, die ausdrücklich auf die Behandlung von Spirochäten-Infektionen verweist.

Beta-Lactam-Antibiotika einschließlich Cefotaxim können außerdem das Risiko für eine Erkrankung des Gehirns erhöhen, die als Enzephalopathie bezeichnet wird und sich etwa mit Krampfanfällen, Verwirrtheit sowie Bewusstseins- und Bewegungsstörungen äußert. Dieses Risiko besteht insbesondere bei hohen Dosen, bei einer Überdosierung und bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion. Treten solche Erscheinungen auf, ist unverzüglich ärztlicher Rat einzuholen.

Schwerwiegende Hautreaktionen sind nach der Markteinführung berichtet worden, darunter die akute generalisierte exanthematische Pustulose, das Stevens-Johnson-Syndrom, die toxische epidermale Nekrolyse und das Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen. Sie können lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen. Hat sich unter der Anwendung eine dieser Reaktionen entwickelt, darf die Behandlung mit Cefotaxim nicht wieder aufgenommen werden. Bei Kindern ist dabei zu bedenken, dass ein Hautausschlag leicht der zugrunde liegenden Infektion zugeschrieben wird.

Wie unter anderen Breitspektrum-Antibiotika sind Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Bakterium Clostridioides difficile beschrieben, deren schwerste Form die pseudomembranöse Kolitis ist. Bei schweren oder anhaltenden Durchfällen während der Behandlung oder in den ersten Wochen danach ist daran zu denken; Arzneimittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen in diesem Fall nicht eingenommen werden. Schließlich können sich Veränderungen des Blutbildes entwickeln, von einem Mangel an weißen Blutkörperchen bis hin zum Versagen der Blutbildung im Knochenmark. Bei einer Behandlungsdauer von mehr als sieben Tagen soll das Blutbild deshalb überwacht werden.

Verabreichung & Dosierung

Cefotaxim wird nicht über den Mund eingenommen, sondern am Darm vorbei verabreicht. Der übliche Weg ist die Infusion oder die Injektion in eine Vene; die Spritze in einen Muskel bleibt nach der Fachinformation außergewöhnlichen Situationen vorbehalten. Die Höhe der Dosis und die Zahl der Einzelgaben richten sich nach Art, Schwere und Ort der Infektion sowie nach dem Erreger und werden ärztlich festgelegt.

Zwei Vorgaben der Fachinformation betreffen nicht die Menge, sondern die Geschwindigkeit. Eine zu schnelle Infusion kann lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen; die vorgeschriebene Injektions- oder Infusionszeit muss deshalb eingehalten werden. Dieselbe Vorgabe dient zugleich dazu, das Risiko einer Entzündung der Venenwand am Ort der Verabreichung zu vermindern.

Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion ist eine Anpassung der Dosis erforderlich, weil der Wirkstoff über die Nieren ausgeschieden wird. Bei älteren Menschen und bei bereits bestehender Nierenschwäche ist die Nierenfunktion während der Behandlung zu überwachen, insbesondere dann, wenn gleichzeitig Aminoglykoside, Probenecid oder andere nierenschädigende Arzneimittel gegeben werden. Aminoglykoside und Cefotaxim dürfen dabei nicht in derselben Spritze oder derselben Infusionsflüssigkeit gemischt werden.

Eine Besonderheit gilt für Zubereitungen, die für die Gabe in den Muskel Lidocain als örtliches Betäubungsmittel enthalten. Für sie ist zusätzlich die Fachinformation des lidocainhaltigen Arzneimittels zu beachten, und für sie gelten eigene Gegenanzeigen.

Kontraindikationen

Die Gegenanzeigen von Cefotaxim selbst betreffen ausschließlich Überempfindlichkeitsreaktionen. Ausgeschlossen ist die Anwendung bei einer bekannten Überempfindlichkeitsreaktion vom Soforttyp oder einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion gegen den Wirkstoff oder gegen andere Cephalosporine. Ebenso ausgeschlossen ist sie, wenn in der Vorgeschichte sofort einsetzende oder schwere allergische Kreuzreaktionen gegen irgendein Beta-Lactam-Antibiotikum aufgetreten sind, also etwa gegen ein Penicillin.

Enthält die Zubereitung Lidocain, kommen weitere Gegenanzeigen hinzu, die sich sämtlich aus dem Betäubungsmittel ergeben: eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Lidocain oder andere örtliche Betäubungsmittel vom Amid-Typ, ein Herzblock ohne Behandlung mit einem Herzschrittmacher, eine schwere Herzschwäche, die Verabreichung in die Vene sowie das Alter von Kleinkindern unterhalb einer in der Fachinformation genannten Altersgrenze.

Von den Gegenanzeigen zu trennen sind die Umstände, die besondere Vorsicht verlangen, ohne die Anwendung zu verbieten. Dazu zählt eine allergische Reaktionsbereitschaft anderer Art, etwa bei Heuschnupfen oder Asthma bronchiale, weil dann das Risiko schwerwiegender Überempfindlichkeitsreaktionen erhöht ist. Dazu zählt ferner die eingeschränkte Nierenfunktion. Nicht geeignet ist Cefotaxim für die Behandlung der Syphilis; bei Infektionen durch bestimmte Salmonellenarten liegen keine hinreichenden klinischen Erfahrungen vor.

Wie bei jeder Anwendung eines Antibiotikums kann es besonders bei langer Behandlungsdauer zur Vermehrung von Erregern kommen, die gegen das eingesetzte Mittel unempfindlich sind. Auf Anzeichen einer solchen Folgeinfektion ist zu achten. Wie bei anderen Cephalosporinen ist ferner zu bedenken, dass manche Bakterien Enzyme bilden, die den Beta-Lactam-Ring des Antibiotikums aufbrechen; gegen Erreger, bei denen bereits eine solche Unempfindlichkeit besteht, kann auch Cefotaxim nichts ausrichten.

Alternative Behandlungsmethoden

Der nächste Verwandte von Cefotaxim ist Ceftriaxon, das derselben Gruppe zugeordnet wird und ein weitgehend gleiches Wirkungsspektrum besitzt. Es verweilt deutlich länger im Körper als die meisten anderen Vertreter seiner Gruppe und wird zu einem erheblichen Teil über die Galle ausgeschieden. Wird eine Wirkung gegen Pseudomonas aeruginosa benötigt, die beide nicht besitzen, kommt Ceftazidim in Betracht, das die Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie deshalb einer eigenen Untergruppe zuordnet.

Steht eine Infektion mit Staphylokokken im Vordergrund, ist ein Cephalosporin der dritten Generation die falsche Wahl. Hier sind Vertreter der ersten und zweiten Generation wie Cefazolin oder Cefuroxim im Vorteil, ebenso penicillinasefeste Penicilline. Gegen Enterokokken und Listerien wirkt Cefotaxim wie die übrigen gebräuchlichen Cephalosporine nicht; bei diesen Erregern sind Aminopenicilline das Mittel der Wahl.

Für schwere Infektionen mit Erregern, die gegen Cephalosporine der dritten Generation bereits unempfindlich geworden sind, stehen die Carbapeneme zur Verfügung. Sie besitzen das breiteste Wirkungsspektrum unter den Beta-Lactam-Antibiotika und werden gerade deshalb zurückhaltend eingesetzt, um ihre Wirksamkeit zu erhalten. Umgekehrt gilt: Ist der Erreger bekannt und empfindlich, spricht vieles dafür, von einem Breitspektrum-Antibiotikum auf ein schmaler wirkendes Mittel zu wechseln. Dieser gezielte Wechsel schont die körpereigene Bakterienbesiedlung und vermindert den Druck, unter dem Resistenzen entstehen.

Bei der Neuroborreliose richtet sich die Wahl zwischen den in Frage kommenden Antibiotika nach der Form der Erkrankung, nach dem Alter der Erkrankten und danach, ob eine Behandlung über den Mund ausreicht oder eine Gabe in die Vene erforderlich ist. Auch hier ist Cefotaxim also nicht das einzige, sondern eines von mehreren geeigneten Mitteln.


Quellen

  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228
  • Brodt, H.-R., Simon, C. (Hrsg.): Infektionstherapie.
    ISBN: 9783132423435
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

Das könnte Sie auch interessieren