Endokrinologe

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ein Endokrinologe beschäftigt sich als Facharzt mit dem Hormonsystem des menschlichen Körpers, dem sogenannten Endokrinium. Maßgebliches Augenmerk liegt dabei auf den sogenannten endokrinen Drüsen, die Hormone ins Blut abgeben. Eine Vielzahl von Krankheiten ist hormonell beeinflusst oder bedingt und verlangt daher die Konsultation eines Endokrinologen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Endokrinologe?

Endokrinologe Hormondrüsen
Ein Endokrinologe beschäftigt sich als Facharzt mit dem Hormonsystem des menschlichen Körpers, dem sogenannten Endokrinium. Maßgebliches Augenmerk liegt dabei auf den sogenannten endokrinen Drüsen, die Hormone ins Blut abgeben.

Ein Endokrinologe hat nach dem regulären Medizinstudium und der Zulassung als Arzt noch zusätzlich eine Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin mit der Spezialisierung Endokrinologie absolviert. Diese Weiterbildung dauert insgesamt ca. sechs Jahre. Lange wurde die Spezialisierung als Schwerpunkt im Gebiet Innere Medizin geführt; seit der Weiterbildungsordnung von 2003 ist sie eine eigene Facharztbezeichnung und lautet „Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie“. Endokrinologen sind also hochspezialisierte Fachleute für das hormonelle System des Menschen.

Dabei arbeiten sie eng mit Ärzten anderer Fachrichtungen zusammen - endokrinologisches Fachwissen kann in der Gynäkologie, Diabetologie, Urologie, Pädiatrie und vielen weiteren Bereichen vonnöten sein.

Endokrinologen arbeiten sowohl in Krankenhäusern als auch als niedergelassene Fachärzte in freien Praxen, häufig in Gemeinschaftspraxen mit Ärzten verwandter Fachrichtungen.

Ausbildung & Qualifikation

Ein Endokrinologe ist ein Facharzt, der sich auf die Diagnose und Behandlung von hormonellen Störungen und Erkrankungen der endokrinen Drüsen spezialisiert hat. Der Weg zur Endokrinologie beginnt mit einem Medizinstudium, das etwa sechs Jahre dauert. Nach dem Abschluss des Medizinstudiums folgt eine 72-monatige Weiterbildung im Gebiet Innere Medizin, von der 36 Monate auf die Endokrinologie und Diabetologie entfallen; die übrige Zeit verteilt sich auf die allgemeine innere Medizin sowie auf je sechs Monate in der Notfallaufnahme und in der Intensivmedizin.

Endokrinologen behandeln eine Vielzahl von Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenstörungen, Osteoporose und hormonelle Ungleichgewichte. Sie arbeiten oft in Krankenhäusern, Kliniken oder in einer eigenen Praxis. Aufgrund ihrer umfassenden medizinischen Ausbildung und Spezialisierung tragen sie eine hohe ethische Verantwortung. Diese beinhaltet, Patienten individuell zu behandeln, ihnen umfassend zu beraten und immer auf dem neuesten Stand der Forschung zu bleiben, um optimale Behandlungsergebnisse zu gewährleisten.

Im Unterschied zu Allgemeinmedizinern oder Internisten, die ein breites Spektrum an Krankheiten behandeln, fokussieren sich Endokrinologen speziell auf hormonelle Störungen. Diabetologen beispielsweise sind auf Diabetes spezialisiert, während Endokrinologen ein breiteres Spektrum an hormonellen Erkrankungen abdecken. Die Zusatzbezeichnung Diabetologie können dabei auch Ärzte anderer Fachrichtungen erwerben.

Aufgabenbereich

Der Aufgabenbereich eines Endokrinologen umfasst die Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Erkrankungen, die das endokrine System betreffen. Das endokrine System besteht aus Drüsen, die Hormone produzieren und regulieren, welche zahlreiche Körperfunktionen steuern. Ein zentraler Teil der Arbeit eines Endokrinologen ist die Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus. Diese umfasst die Diagnose, die Festlegung einer individuellen Therapie, einschließlich der Insulintherapie, sowie die Überwachung und Anpassung der Behandlung im Verlauf der Erkrankung.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen, wie zum Beispiel Hyperthyreose (Überfunktion) und Hypothyreose (Unterfunktion). Endokrinologen führen Untersuchungen wie Ultraschall und Schilddrüsenszintigrafie durch, um die Funktion und Struktur der Schilddrüse zu bewerten, und setzen gegebenenfalls Medikamente oder andere Therapien ein, um die Hormonspiegel zu normalisieren.

Auch die Betreuung von Patienten mit Nebennierenerkrankungen gehört zu den Aufgaben eines Endokrinologen. Diese Drüsen produzieren Hormone wie Cortisol, Aldosteron und Adrenalin, die lebenswichtige Körperfunktionen beeinflussen. Störungen in der Produktion dieser Hormone können zu Erkrankungen wie dem Cushing-Syndrom oder Morbus Addison führen. Endokrinologen diagnostizieren diese Störungen durch spezifische Tests und leiten entsprechende Behandlungen ein.

Des Weiteren sind Endokrinologen für die Behandlung von Wachstumsstörungen verantwortlich. Bei Kindern kann dies Wachstumsverzögerungen oder -beschleunigungen betreffen, die durch hormonelle Ungleichgewichte verursacht werden. In der Erwachsenenmedizin kümmern sich Endokrinologen um Erkrankungen wie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), das durch hormonelle Imbalancen verursacht wird und Symptome wie unregelmäßige Menstruation, Unfruchtbarkeit und Insulinresistenz hervorrufen kann.

Osteoporose, eine Erkrankung, bei der die Knochendichte abnimmt, ist ebenfalls ein bedeutender Bereich. Endokrinologen diagnostizieren diese Erkrankung durch Knochendichtemessungen und behandeln sie mit Medikamenten und Empfehlungen zur Lebensstiländerung, um das Risiko von Knochenbrüchen zu verringern.

Neben der medizinischen Versorgung ist die Forschung ein weiterer Aspekt der Arbeit von Endokrinologen. Viele sind in klinischen Studien tätig, um neue Behandlungsmethoden zu entwickeln und das Verständnis hormoneller Erkrankungen zu erweitern. Sie arbeiten oft interdisziplinär mit anderen Fachärzten zusammen, um eine umfassende Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

In der Patientenbetreuung sind Endokrinologen dafür verantwortlich, genaue Diagnosen zu stellen, individuelle Behandlungspläne zu erstellen und eine kontinuierliche Überwachung der Therapieerfolge sicherzustellen. Dies erfordert regelmäßige Labortests, Bildgebung und eine enge Zusammenarbeit mit den Patienten, um die beste Behandlung für ihre spezifischen Bedürfnisse zu gewährleisten.

Zwei Drüsen, die in der öffentlichen Wahrnehmung selten vorkommen, gehören ebenfalls zum Aufgabenbereich. Die Hypophyse oder Hirnanhangsdrüse steuert als übergeordnete Schaltstelle einen großen Teil der übrigen Hormondrüsen; fällt sie aus oder bildet sie im Übermaß, wirkt sich das auf mehrere Regelkreise zugleich aus. Bekannte Beispiele sind der Ausfall einzelner Achsen nach einer Operation oder Bestrahlung und die Akromegalie, bei der ein Überschuss an Wachstumshormon im Erwachsenenalter zu einem Größerwerden von Händen, Füßen und Gesichtszügen führt. Die Nebenschilddrüsen wiederum regeln den Calcium- und Phosphathaushalt; Störungen fallen häufig zuerst durch auffällige Calciumwerte im Blut auf, die im Rahmen einer ganz anderen Untersuchung bestimmt wurden.

Eine eigene Gruppe bilden die hormonbildenden Tumoren. Ein Teil von ihnen fällt durch die Wirkung der gebildeten Botenstoffe auf, ein anderer bleibt hormonell stumm und macht sich erst durch Größe oder Lage bemerkbar. Weil viele langsam wachsen und die ersten Beschwerden zunächst häufigeren Erkrankungen zugeordnet werden, liegt zwischen dem Beginn der Symptome und der Diagnose oft ein langer Weg. Behandelt wird in solchen Fällen fachübergreifend, unter Beteiligung von Innerer Medizin, Chirurgie, Nuklearmedizin und Pathologie.

Ein weiterer Teil der Arbeit betrifft den Übergang vom Kindes- ins Erwachsenenalter. Angeborene Hormonstörungen und Erkrankungen, die in der Kindheit begonnen haben, brauchen auch danach eine durchgehende Betreuung; der Wechsel von der kinderärztlichen in die internistische Versorgung wird deshalb bei vielen dieser Krankheitsbilder eigens geplant.

Spezialisierungen

Endokrinologen haben nach ihrer Facharztausbildung die Möglichkeit, sich in verschiedenen Bereichen weiterzubilden und zu spezialisieren. Ein gängiger Tätigkeitsschwerpunkt ist die Diabetologie, die bereits Bestandteil der Facharztbezeichnung ist und sich intensiv mit der Diagnose und Behandlung von Diabetes mellitus beschäftigt. Dies beinhaltet Schulungen in der Insulintherapie, der kontinuierlichen Glukoseüberwachung und der Patientenaufklärung über Lebensstiländerungen.

Eine weitere Spezialisierung ist die Reproduktionsendokrinologie, die sich auf hormonelle Störungen im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit konzentriert. Endokrinologen in diesem Bereich behandeln beispielsweise das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) und bieten Therapien zur Unterstützung der Fruchtbarkeit an.

Die pädiatrische Endokrinologie ist eine weitere Spezialisierung, die sich auf hormonelle Störungen bei Kindern und Jugendlichen konzentriert. Dazu gehören Wachstumsstörungen, Pubertätsstörungen und kongenitale endokrine Erkrankungen.

Einige Endokrinologen spezialisieren sich auf die Erforschung und Behandlung von Knochenstoffwechselstörungen, wie Osteoporose und andere Erkrankungen, die die Knochendichte betreffen. Diese Spezialisierung umfasst die Anwendung von diagnostischen Verfahren zur Knochendichtemessung und die Entwicklung von Behandlungsstrategien zur Verbesserung der Knochengesundheit.

Zusätzlich gibt es Spezialisierungen in der Schilddrüsen- und Nebennierenmedizin, die sich mit Erkrankungen dieser spezifischen Drüsen befassen.

Behandlungen

Das Handwerk des Endokrinologen umfasst alle Krankheiten, die durch Störungen des Hormonhaushaltes bedingt sind. Hormone sind Botenstoffe, die von bestimmten Organen unseres Körpers produziert und über die Blutbahn in den Körper abgegeben werden. Sie ermöglichen in wesentlichem Maße die Kommunikation der Organe untereinander.

Zusammen mit dem Nervensystem steuern Hormone so lebenswichtige Mechanismen im menschlichen Körper - von Wachstum und körperlicher Entwicklung bis hin zu Stoffwechsel, Sexualität und Psyche. Auch in der Anpassung an Umwelteinflüsse und Belastungen leistet das Endokrinium wichtige Dienste.

Aus endokrinologischer Sicht werden die Hormone unterteilt nach den Drüsen, die sie bilden. Hier sind in erster Linie die Schilddrüse, die Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die Nebennieren, aber auch die Hoden und Eierstöcke und nicht zuletzt die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) zu nennen.

Beispielsweise bildet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin; Störungen in der Produktion und Verstoffwechselung von Insulin können zu Diabetes mellitus führen, der häufigsten endokrinologischen Erkrankung überhaupt.

Insgesamt handelt es sich beim Endokrinium um ein hochkomplexes und sehr elementares System; Störungen können sich in einer Vielzahl von Krankheiten äußern. Vom erwähnten Diabetes über Osteoporose, Wechseljahresbeschwerden, unerfüllten Kinderwunsch bis hin zu Gedeih- und Wachstumsstörungen bei Kindern, Störungen des emotionalen Erlebens oder mangelnder Belastbarkeit.

In diesen Fällen erfolgen häufig Überweisungen vom Hausarzt, Gynäkologen oder Kinderarzt zum Endokrinologen.

Diagnose- & Untersuchungsmethoden

Endokrinologische Erkrankungen treten auf, wenn zu viele oder zu wenige Hormone produziert werden, diese nicht richtig verstoffwechselt werden können oder die hormonproduzierenden Organe erkranken.

Als erste Untersuchungsmethode kommen in der endokrinologischen Praxis für gewöhnlich die Untersuchung der Laborwerte von Blut oder Urin des Patienten zum Zug. Auf dieser Grundlage können der Hormonspiegel im Körper bestimmt und Unregelmäßigkeiten festgestellt werden. Bei Verdacht auf Erkrankungen der endokrinen Drüsen werden diese weitergehend untersucht, etwa durch Ultraschall, Szintigraphie, Computertomographie oder durch Punktionen und zytologische Untersuchungen.

Oft können diese Ungleichmäßigkeiten im Hormonhaushalt durch gezielte Gabe von Hormonen oder sonstigen Medikamenten ausgeglichen werden. Hier bedarf es teilweise einer schrittweisen Einstellung auf die individuell optimale Dosierung und einer engmaschigen Kontrolle durch den behandelnden Endokrinologen.

Auch Umstellungen in der Ernährung und Lebensführung können nötig werden - etwa im Falle des Diabetes mellitus oder bei Schilddrüsenerkrankungen, bei denen die Betroffenen oft empfindlich auf Umwelteinflüsse reagieren. Hier gehört es zu den Aufgaben des Endokrinologen, seine Patienten umfassend zu beraten und gegebenenfalls an qualifizierte Ernährungsexperten weiter zu vermitteln.

Sind, etwa auf Grund von Tumoren oder Zysten, Operationen an den hormonbildenden Drüsen notwendig, wird ein endokrinologischer Chirurg zu Rate gezogen, der auf Operationen an den entsprechenden Organen spezialisiert ist.

Eine Besonderheit der endokrinologischen Diagnostik liegt darin, dass eine einzelne Messung häufig nicht ausreicht. Hormone werden nicht gleichmäßig abgegeben: Viele folgen einem Tagesrhythmus, andere werden in Schüben ausgeschüttet, und bei Frauen hängen mehrere Werte von der Zykluslage ab. Deshalb ist bei manchen Bestimmungen die Tageszeit entscheidend, und deshalb sind Funktionstests aussagekräftiger als eine einzelne Messung im Ruhezustand.

Unterschieden werden dabei statische und dynamische Funktionstests. Statische Tests kommen ohne Testsubstanz aus und beruhen darauf, mehrere Werte im Gleichgewichtszustand zu messen und ins Verhältnis zu setzen. Bei den dynamischen Tests wird der Regelkreis gezielt angestoßen: Besteht der Verdacht auf eine Unterfunktion, prüft ein Stimulationstest, ob die Drüse auf einen Reiz noch antworten kann; bei Verdacht auf eine Überfunktion prüft ein Suppressionstest, ob sich die Hormonbildung wie beim Gesunden unterdrücken lässt. Solche Tests ziehen sich über mehrere Stunden, erfordern Blutentnahmen zu festgelegten Zeitpunkten und geschultes Personal, lassen sich aber in aller Regel ohne stationäre Aufnahme durchführen. Ergänzend werden Hormone und ihre Abbauprodukte im über 24 Stunden gesammelten Urin bestimmt, weil sich damit kurzfristige Schwankungen ausmitteln lassen.


Moderne Technologien und Hilfsmittel

Ein Endokrinologe verwendet eine Vielzahl von diagnostischen Geräten und Instrumenten, um hormonelle Störungen zu diagnostizieren und zu behandeln. Ein zentrales Instrument ist das Blutzuckermessgerät, das häufig zur Überwachung des Glukosespiegels bei Diabetespatienten eingesetzt wird. Für eine genauere Langzeitüberwachung nutzen Endokrinologen kontinuierliche Glukosemesssysteme (CGM), die detaillierte Informationen über Blutzuckerschwankungen liefern.

Ultraschallgeräte sind ebenfalls häufig in der endokrinologischen Praxis zu finden, insbesondere zur Untersuchung der Schilddrüse. Sie ermöglichen die Darstellung von Schilddrüsenknoten oder strukturellen Anomalien. Für weiterführende Diagnostik bei Schilddrüsenproblemen wird oft die Feinnadelaspiration verwendet, um Gewebeproben zu entnehmen.

Zur Diagnose von Knochendichteproblemen wie Osteoporose setzen Endokrinologen auf die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA), eine spezielle Röntgentechnik zur Messung der Knochendichte.

Hormonelle Bluttests sind eine weitere wichtige diagnostische Methode. Sie werden in spezialisierten Laboren durchgeführt und messen die Konzentration von Hormonen wie Thyroxin, Cortisol, Insulin und Geschlechtshormonen im Blut.

Für die Bildgebung bei Nebennieren- oder Hypophysenerkrankungen greifen Endokrinologen auf MRT- oder CT-Scanner zurück. Diese Geräte liefern detaillierte Bilder von Weichteilstrukturen und helfen bei der genauen Lokalisation und Beurteilung von Tumoren oder anderen Anomalien.

Worauf sollte der Patient achten?

Auf Grund des weiten und komplexen Spektrums, das die Endokrinologie umfasst, kann es für Patienten sinnvoll sein, sich einen Endokrinologen zu suchen, der sich auf ihr Problem spezialisiert hat.

So bieten einige Fachärzte ein Behandlungsspektrum an, das sich schwerpunktmäßig mit Diabetologie, Schilddrüsenerkrankungen oder Reproduktionsmedizin befasst und eine optimale gesundheitliche Versorgung bietet.

Generell ist jedoch zu sagen, dass der Endokrinologe eine sehr umfassende und hochspezialisierte Ausbildung genossen hat und für all diese Bereiche kompetent ist.

Der weitaus größte Teil der Diagnostik und Behandlung findet ambulant statt, häufig in Schwerpunktpraxen oder an Klinikambulanzen. Ein Krankenhausaufenthalt wird vor allem dann nötig, wenn eine Operation ansteht, wenn eine Entgleisung des Stoffwechsels vorliegt oder wenn ein Test eine engmaschige Überwachung verlangt. Weil endokrinologische Praxen und Ambulanzen vergleichsweise dünn gesät sind, können längere Wartezeiten und weitere Wege entstehen; hilfreich ist deshalb die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung, für deren Vermittlung eines Facharzttermins allerdings eine Überweisung vorliegen muss.

Zum Termin selbst gehören alle bisherigen Laborwerte, die Vorbefunde bildgebender Untersuchungen und eine vollständige Aufstellung der eingenommenen Präparate. Letztere ist in diesem Fach besonders wichtig, weil zahlreiche Medikamente die Hormonwerte beeinflussen und ein Befund ohne diese Kenntnis falsch eingeordnet werden kann. Da für viele Bestimmungen die Tageszeit oder die Nüchternheit eine Rolle spielt, informiert die Praxis vorab darüber, wie ein Termin vorzubereiten ist. Ein Funktionstest beansprucht dabei deutlich mehr Zeit als ein gewöhnlicher Sprechstundentermin, was bei der Terminabsprache zu berücksichtigen ist.

Quellen

  • Diederich, S., Feldkamp, J., Grußendorf, M., Reincke, M. (Hrsg.): Referenz Endokrinologie und Diabetologie.
    ISBN: 9783132408586
  • van de Loo, I., Harbeck, B.: Facharztwissen Endokrinologie und Diabetologie.
    ISBN: 9783662716830
  • Allolio, B., Schulte, H. M. (Hrsg.): Praktische Endokrinologie.
    ISBN: 9783437593253
  • Schäffler, A.: Funktionsdiagnostik in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel.
    ISBN: 9783662685624
  • Häring, H.-U., Gallwitz, B., Müller-Wieland, D. (Hrsg.): Diabetologie in Klinik und Praxis.
    ISBN: 9783132428928

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