Entfiebern

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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In der Medizin wird eine Körpertemperatur von über 38 Grad als Fieber bezeichnet. Steigt die Kurve auf über 39,5 Grad, dann ist von hohem Fieber die Rede. Das Entfiebern ist eine Maßnahme, welche dazu dient, diesem Symptom entgegenzuwirken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Entfiebern?

Die Körpertemperatur eines Menschen schwankt im Laufe eines Tages. Sie wird in einem Teil des Zwischenhirns, dem Hypothalamus reguliert. Fieber setzt körpereigene Abwehrkräfte frei. So werden die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) angeregt, mehr zu arbeiten. Eine vermehrte Ausschüttung von Interferon setzt ebenfalls ein. Beide Vorgänge gehören zur Abwehrreaktion; die natürliche Entfieberung setzt dann ein, wenn der Hypothalamus den erhöhten Sollwert wieder senkt.

Eine warme Mahlzeit oder anstrengende Tätigkeiten, wie etwa Sport, sorgen mitunter für einen Temperaturanstieg von etwa 2 Grad. Ältere Menschen und Kleinkinder haben zudem oft eine erhöhte Körpertemperatur, wenn ihr Flüssigkeitshaushalt nicht in Ordnung ist. In diesem Fall erfolgt die Entfieberung durch die Gabe von Getränken. Sollte dies auf oralem Weg nicht möglich sein, ist der Aufenthalt in einem Krankenhaus erforderlich. Den Betroffenen wird durch die Verabreichung von Infusionen die erforderliche Flüssigkeit verabreicht. Eine einfache Kochsalzlösung ohne die Zugabe von Medikamenten sorgt dann für die Entfieberung.

Funktion, Wirkung & Ziele

Selbst wenn Fieber keine eigenständige Erkrankung darstellt, kann es den Körper erheblich belasten. Hohes Fieber gehört daher ärztlich abgeklärt, bei Säuglingen und Kleinkindern grundsätzlich. Steigt die Körpertemperatur bei ihnen rasch an, kann der Körper mit einem Fieberkrampf reagieren.

Fieberkrämpfe wirken auf Angehörige bedrohlich, verlaufen aber in aller Regel harmlos; zuverlässig verhindern lassen sie sich weder durch reichliches Trinken noch durch fiebersenkende Mittel. Ein erster Fieberkrampf gehört immer ärztlich abgeklärt. Auch bei Erwachsenen zeigen sich bei sehr hohem Fieber die Anzeichen von Krämpfen. Zu beobachten ist ebenfalls, dass sie, vergleichbar mit einem Delirium, an Wahrnehmungsstörungen leiden. Diese Verwirrtheit bildet sich mit dem Fieber in der Regel wieder zurück; bleibende Schäden gehen nicht auf das Fieber selbst zurück, sondern auf die zugrunde liegende Erkrankung.

Leichtes Fieber lässt sich zunächst mit einfachen Hausmitteln eindämmen. Wadenwickel gelten seit vielen Jahren als Rezept gegen eine hohe Körpertemperatur. Zu diesem Zweck wird ein Handtuch mit lauwarmem Wasser getränkt und auf die Unterschenkel des Betroffenen gelegt; eiskaltes Wasser ist ungeeignet, und bei Schüttelfrost oder kalten Gliedmaßen wird auf Wadenwickel verzichtet. In vielen Fällen sinkt dadurch die Körpertemperatur. Die Entfieberung darf jedoch nicht zu schnell vor sich gehen. Das belastet den Kreislauf, und ein Kollaps kann die Folge sein.

Unter ärztlicher Aufsicht erfolgt eine Entfieberung auch medikamentös. Der Fachmann verabreicht ein geeignetes Medikament, welches das Fieber senkt. Dabei achtet er darauf, dass er zugleich den auslösenden Faktor bekämpft. Sowohl Viren als auch Bakterien können für Fieber verantwortlich sein. Die Untersuchung des Urins und/oder des Blutes gibt Aufschluss.

Eine Blutsenkung zeigt an, ob sich im Körper eine Entzündung gebildet hat und diese der Grund für das Fieber ist. Bei der Entfieberung unter ärztlicher Aufsicht gehört die Kontrolle der Vitalfunktionen routinemäßig dazu. Bei Menschen, die dauerhaft bettlägerig sind, neigen die belasteten Hautpartien zur Bildung von Nekrosen. Das heißt, dass die Haut unzureichend durchblutet wird und abstirbt. In diesen Fällen erfolgt eine Entfieberung, indem die nekrotischen Stellen entfernt werden.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Schüttelfrost ist ein Symptom für Fieber. Selbst in großer Hitze fängt der Betroffene plötzlich an, zu frieren. Weder eine dicke Decke noch heißer Tee oder die Wärmflasche verhindern, dass er am ganzen Körper zittert. Das liegt daran, dass der Hypothalamus den Sollwert der Körpertemperatur heraufgesetzt hat: Der Körper empfindet die tatsächliche Temperatur als zu niedrig und erzeugt über Muskelkontraktionen zusätzliche Wärme.

In einem solchen Fall muss rasch für eine Entfieberung gesorgt werden. Fiebersenkende Mittel können hier helfen; Wadenwickel sind während des Schüttelfrosts dagegen nicht geeignet, weil der Körper zu diesem Zeitpunkt Wärme erzeugen will. Falls keine erkennbare Verbesserung des Zustands eintritt, ist ärztlicher Rat erforderlich. Das gilt auch dann, wenn die Entfieberung zu rasch eintritt. Sinkt die hohe Körpertemperatur innerhalb kurzer Zeit, ist dies eine große Belastung für das Herz- Kreislauf-System und muss ärztlich behandelt werden. Dieser akute Notfall wird auch als Krisis bezeichnet.

Eine Entfieberung sollte nicht ohne Untersuchung des Betroffenen erfolgen. Dabei wird festgestellt, ob Bakterien oder Viren die Ursachen für den Temperaturanstieg sind. Auch ein Tumor, eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems oder eine Lymphknotenentzündung kann für das Fieber verantwortlich sein. Die Gabe von Antibiotika oder von fiebersenkenden Medikamenten ist also erst dann gezielt möglich, wenn Blut und Urin getestet wurden.

Bei der lytischen Entfieberung tritt der Temperaturrückgang langsam ein. Das Zeitmaß liegt hier etwa bei 24 Stunden. Sie ist kein Behandlungsverfahren, sondern eine Verlaufsform des Fieberabfalls. Davon zu unterscheiden ist die Lyse als Behandlungsverfahren: Dabei werden Blutgerinnsel medikamentös aufgelöst. Mit dem langsamen Fieberabfall hat sie nur den Wortstamm gemeinsam.

Abflusshindernisse innerhalb des Körpers können Blutgerinnsel oder Steine sein. War ein aufgestauter Harn- oder Gallenweg die Ursache einer Entzündung, kann das Entfernen von Nieren- und Gallensteinen daher auch das Fieber zum Abklingen bringen.

Eine Eigenbehandlung mit Medikamenten, welche noch als Rest in der Hausapotheke vorhanden sind, kann allerdings auch schlimme Folgen haben. Das gilt etwa für die unüberlegte Einnahme von Antibiotika. MRSA (Methicillin-resistant Staphylococcus aureus), auch bekannt unter dem Begriff 'Multiresistente Krankheitskeime', entstanden unter anderem dadurch, dass die Einnahme von Antibiotika zu häufig und dabei unüberlegt geschah. Mittlerweile gibt es Keime, die gegen nahezu alle verfügbaren Antibiotika resistent sind, weshalb Patienten teils nicht mehr wirksam behandelt werden können. Entfieberung ist zwar wichtig, wenn die Fieberkurve über mehrere Tage zu hoch ist, die Gabe von Penicillin oder anderen Antibiotika ist deshalb aber nicht grundsätzlich erforderlich und bedarf immer einer vorher stattfindenden Untersuchung. 

Wann eine Fiebersenkung sinnvoll ist

Fieber ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine Abwehrreaktion. Die erhöhte Temperatur beschleunigt Abwehrvorgänge und erschwert manchen Erregern die Vermehrung. Daraus folgt ein Grundsatz, der sich vor allem in der Kinderheilkunde durchgesetzt hat: Beurteilt wird nicht allein die Zahl auf dem Fieberthermometer, sondern der Gesamtzustand des Kranken. Ein Kind, das trotz erhöhter Temperatur trinkt, spielt und gut ansprechbar ist, braucht nicht zwingend ein fiebersenkendes Mittel. Wer dagegen unter starkem Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen leidet, nicht schlafen kann oder nichts mehr zu sich nimmt, wird von einer Senkung entlastet.

Unabhängig von der Höhe der Temperatur wird eine Entfieberung eher erwogen, wenn Kreislauf oder Atmung ohnehin belastet sind. Mit steigender Körperwärme nehmen Herzfrequenz und Sauerstoffverbrauch zu; für Menschen mit Herzschwäche, mit einer fortgeschrittenen Lungenerkrankung oder in hohem Lebensalter kann das eine erhebliche Zusatzbelastung bedeuten. Auch bei Schwangeren, bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem und bei Patienten unter einer Krebsbehandlung wird Fieber früher ärztlich beurteilt als bei sonst Gesunden. Die Senkung selbst ändert nichts an der zugrunde liegenden Erkrankung – sie verschafft dem Kranken Erleichterung und verschafft der Behandlung Zeit, nicht mehr.

Umgekehrt gibt es keinen Grund, jede Temperaturerhöhung zu unterdrücken. Ob eine unterdrückte Fieberreaktion den Verlauf einer Infektion verlängert, ist nicht abschließend geklärt; unstrittig ist lediglich, dass Fieber ein Teil der Abwehr ist und nicht ihr Gegner.

Wie Fieber gemessen wird

Der gemessene Wert hängt davon ab, wo gemessen wird. Als zuverlässigster Ort gilt der Enddarm; die rektale Messung liegt der Körperkerntemperatur am nächsten und wird bei Säuglingen und Kleinkindern bevorzugt. Die Messung in der Achselhöhle ist am wenigsten belastend, liefert aber regelmäßig niedrigere Werte und kann Fieber übersehen, besonders wenn der Arm nicht dicht anliegt. Die Messung unter der Zunge setzt voraus, dass der Mund geschlossen bleibt und vorher nichts Warmes oder Kaltes getrunken wurde. Ohr- und Stirnthermometer arbeiten mit Infrarotstrahlung und messen schnell; ihre Werte schwanken jedoch stärker, etwa wenn der Gehörgang durch Ohrenschmalz verlegt ist oder das Kind zuvor auf dem Ohr gelegen hat.

Für die Beurteilung eines Verlaufs ist es deshalb sinnvoll, immer am selben Ort und mit demselben Gerät zu messen und den Messort mit zu notieren. Die Körpertemperatur folgt zudem einem Tagesrhythmus mit niedrigeren Werten in den frühen Morgenstunden und höheren am späten Nachmittag; ein einzelner Wert sagt daher weniger aus als eine über den Tag geführte Kurve. Auch körperliche Anstrengung, eine warme Mahlzeit, dicke Kleidung oder ein aufgeheiztes Zimmer können den Wert kurzzeitig anheben, ohne dass eine Erkrankung vorliegt.

Fiebersenkende Wirkstoffe

Die in Deutschland gebräuchlichen fiebersenkenden Wirkstoffe stammen im Wesentlichen aus zwei Gruppen. Paracetamol wirkt schmerzstillend und fiebersenkend, hemmt eine Entzündung aber kaum. Ibuprofen gehört zu den nichtsteroidalen Entzündungshemmern und wirkt zusätzlich entzündungshemmend. Beide greifen in die Bildung von Prostaglandinen ein – jener Botenstoffe, über die der Hypothalamus den erhöhten Temperatursollwert einstellt. Wird der Sollwert gesenkt, empfindet der Körper seine tatsächliche Temperatur als zu hoch und gibt Wärme ab: Die Hautgefäße stellen sich weit, der Kranke beginnt zu schwitzen, die Temperatur fällt.

Acetylsalicylsäure senkt Fieber ebenfalls, wird bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Virusinfekten jedoch nicht eingesetzt, weil sie mit dem seltenen, aber schwer verlaufenden Reye-Syndrom in Verbindung gebracht wird. Welcher Wirkstoff in Frage kommt, richtet sich außerdem nach den Begleiterkrankungen: Paracetamol wird in der Leber umgebaut und ist bei Lebererkrankungen sowie zusammen mit Alkohol kritisch; die entzündungshemmenden Mittel belasten Magenschleimhaut und Nieren und sind bei Magengeschwüren, eingeschränkter Nierenfunktion und in der Spätschwangerschaft nicht das Mittel der Wahl.

Angeboten werden die Wirkstoffe als Tablette, Brausetablette, Saft und als Zäpfchen; die Zäpfchenform wird gewählt, wenn Erbrechen die Einnahme über den Mund verhindert, wobei die Aufnahme aus dem Enddarm weniger zuverlässig ist. Im Krankenhaus stehen zusätzlich Infusionslösungen zur Verfügung. Eine besondere Gefahr geht von Kombinationspräparaten gegen Erkältungsbeschwerden aus: Viele davon enthalten bereits Paracetamol, sodass die zusätzliche Einnahme eines reinen Fiebermittels unbemerkt zu einer Überdosierung führen kann. Ein Blick auf die Wirkstoffangabe der Packung – nicht auf den Handelsnamen – schützt davor. Die Frage, welcher Wirkstoff in welcher Menge und in welchem Abstand angemessen ist, beantwortet die Apotheke oder die behandelnde Ärztin; sie hängt vom Körpergewicht, vom Alter und von den übrigen Medikamenten ab.

Flüssigkeit, Kleidung und Ruhe

Wer fiebert, verliert mehr Wasser als sonst: über die Haut beim Schwitzen und über die beschleunigte Atmung. Ein erhöhter Trinkbedarf gehört deshalb zu jeder fieberhaften Erkrankung, und bei kleinen Kindern und alten Menschen ist er die häufigste Stolperstelle, weil beide Gruppen weniger Durst empfinden. Anzeichen einer beginnenden Austrocknung sind trockene Schleimhäute und Lippen, deutlich verminderte Urinmengen, dunkler Urin, eingesunkene Augen, bei Säuglingen eine eingesunkene Fontanelle und fehlende Tränen sowie zunehmende Teilnahmslosigkeit. Sie sind ein Grund, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil dann die Zufuhr über eine Infusion nötig werden kann.

Während der Phase des Schüttelfrosts ist der Kranke zugedeckt am besten aufgehoben, weil sein Körper Wärme erzeugen will. Steigt er danach in die Schwitzphase, wird die Wärmeabgabe umgekehrt behindert, wenn er unter dicken Decken liegt; leichte Bettwäsche und luftige Kleidung erleichtern sie. Bettruhe ist bei fieberhaften Infekten üblich, weniger weil Liegen heilt, als weil körperliche Anstrengung Kreislauf und Temperaturhaushalt zusätzlich belastet. Sport während einer fieberhaften Erkrankung gilt als riskant, weil Krankheitserreger in dieser Phase den Herzmuskel mitbefallen können.

Warnzeichen, die sofort ärztlich abgeklärt gehören

Nicht jedes Fieber ist harmlos. Als dringend abklärungsbedürftig gelten insbesondere: Fieber bei Säuglingen in den ersten drei Lebensmonaten, unabhängig davon, wie munter das Kind wirkt; ein steifer Nacken zusammen mit Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit; punktförmige Hautblutungen, die sich unter Druck – etwa mit einem Trinkglas – nicht wegdrücken lassen; zunehmende Schläfrigkeit oder Verwirrtheit, die sich nicht mit dem Fieber erklären lässt; Atemnot, schnelle flache Atmung oder blau verfärbte Lippen; anhaltendes Erbrechen mit Trinkverweigerung; sowie ein Kreislauf, der mit kalten, marmorierten Gliedmaßen und stark beschleunigtem Puls auf eine drohende Sepsis hinweisen kann. In diesen Fällen wird nicht abgewartet, sondern der Rettungsdienst gerufen oder unmittelbar eine Klinik aufgesucht.

Ebenfalls rasch beurteilt werden sollte Fieber, das nach einer Fernreise auftritt – hier kommt unter anderem Malaria in Betracht, die auch Wochen nach der Rückkehr noch ausbrechen kann –, Fieber bei einem einliegenden Katheter oder einer frischen Operationswunde, Fieber unter einer Krebsbehandlung oder unter Medikamenten, die das Immunsystem dämpfen, und Fieber, das nach anfänglicher Besserung erneut ansteigt. Der letzte Verlauf spricht dafür, dass sich auf eine Virusinfektion eine bakterielle Infektion aufgesetzt hat.

Wenn die Ursache unklar bleibt

Hält Fieber über längere Zeit an, ohne dass eine übliche Untersuchung eine Erklärung liefert, sprechen Ärzte vom Fieber unklarer Ursache. In diesen Fällen richtet sich die Suche nicht mehr allein auf die häufigen Atemwegs- und Harnwegsinfektionen, sondern auch auf verborgene Eiteransammlungen, auf Infektionen der Herzklappen und der Knochen, auf Autoimmunerkrankungen und rheumatische Krankheitsbilder sowie auf bösartige Erkrankungen, unter denen Lymphome und Nierenzellkarzinome besonders häufig mit Fieber auffallen. Auch Arzneimittel selbst können Fieber auslösen; dieses sogenannte Medikamentenfieber verschwindet nach dem Absetzen des auslösenden Mittels.

Zur Abklärung gehören neben der körperlichen Untersuchung Blutbild und Entzündungswerte wie das C-reaktive Protein und die Blutsenkung, Blutkulturen zur Suche nach Erregern, eine Urinuntersuchung sowie bildgebende Verfahren. Für die Beurteilung hilfreich ist eine über mehrere Tage geführte Temperaturkurve, weil der zeitliche Verlauf – gleichmäßig hoch, in Schüben oder mit fieberfreien Tagen dazwischen – auf unterschiedliche Ursachen hindeuten kann. Eine vorschnelle Fiebersenkung erschwert diese Beurteilung; das ist einer der Gründe, aus denen im Krankenhaus nicht jeder erhöhte Wert medikamentös gedämpft wird.

Fieber und Überwärmung sind nicht dasselbe

Von der Fieberreaktion zu unterscheiden ist die Überwärmung des Körpers, die Hyperthermie. Bei ihr ist der Sollwert im Hypothalamus gar nicht verstellt; der Körper kann die anfallende Wärme nur nicht mehr loswerden, etwa bei Hitzschlag, bei körperlicher Anstrengung in schwüler Umgebung, in überhitzten Fahrzeugen oder unter bestimmten Medikamenten und Drogen. Der Unterschied ist praktisch bedeutsam: Fiebersenkende Mittel greifen an einem Sollwert an, der hier nicht erhöht ist, und bleiben deshalb wirkungslos. Notwendig ist stattdessen die aktive Kühlung von außen zusammen mit dem Ersatz von Flüssigkeit; eine schwere Überwärmung ist ein lebensbedrohlicher Notfall, bei dem der Rettungsdienst gerufen wird.

Auch daran, wie der Kranke sich anfühlt und verhält, lassen sich beide Zustände oft unterscheiden: Der Fiebernde friert zu Beginn und hat kühle Hände und Füße, während der Überwärmte heiß und häufig trocken ist und über Schwindel, Kopfschmerzen und Verwirrtheit klagt. Die für die Thermoregulation zuständigen Regelkreise sind im ersten Fall intakt und arbeiten lediglich auf einem höheren Niveau, im zweiten Fall überfordert.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Innere Medizin.
    ISBN: 9783132443471
  • Speer, C. P., Gahr, M., Dötsch, J. (Hrsg.): Pädiatrie.
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  • Füeßl, H., Middeke, M.: Anamnese und klinische Untersuchung.
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  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437061257

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