Hausmittel gegen Herzstolpern

Beim Herzstolpern handelt es sich um sogenannte Extrasystolen, die im Vorhof oder der Kammer des Herzens ihren Ursprung haben. Obwohl sie bei strukturell gesundem Herzen in aller Regel harmlos und – außer bei hohem Leidensdruck – nicht behandlungsbedürftig sind, lösen die als Aussetzer oder Stolpern empfundenen Herzsensationen bei vielen Menschen Unsicherheit oder Angst aus. Ist vom Arzt eine Herzerkrankung ausgeschlossen, gibt es für die Betroffenen eine ganze Reihe von Hausmitteln gegen das lästige Herzstolpern. Besteht der Verdacht, an ernsthaften Herzerkrankungen zu leiden, sollte jedoch von Hausmitteln abgesehen werden und ein Kardiologe konsultiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Welche Hausmittel helfen gegen Herzstolpern?

Große Mahlzeiten sollten bei Herzstolpern die Seltenheit sein, wenn nicht sogar ganz vom Speiseplan verschwinden.

Eine effektive Selbsthilfe bei Herzstolpern setzt im günstigsten Fall bei den Ursachen der Beschwerden an – sofern diese bekannt sind. Klassische Auslöser von Extrasystolen sind beispielsweise der Konsum von Genussmitteln (Kaffee, schwarzer Tee, Alkohol und Nikotin), akute oder chronische Stresssituationen sowie Nervosität und Schlafmangel.

Eine konsequente Lebensumstellung, die die Auslöser meidet oder bestmöglich reduziert, führt in vielen Fällen bereits zu einer deutlichen Verringerung der oft unangenehmen Stolperattacken. Im Hinblick auf die Ernährung sind eine vollwertige und möglichst natriumarme Kost sowie eine ausreichende Trinkmenge ratsam. Menschen mit Herzstolpern sollten darüber hinaus allzu üppige Mahlzeiten vermeiden, da sonst eine große Blutmenge für die Verdauung benötigt wird.

Ein typischer Auslöser einer Extrasystolie ist zudem das sogenannte Roemheldsyndrom, bei dem Luft- und Gasansammlungen im Verdauungstrakt das Zwerchfell nach oben drücken und so reaktive Herzrhythmusstörungen triggern können. Wenn die Ursache für das Herzstolpern ein Mangel an Magnesium oder Kalium ist, können diese Stoffe über eine bewusste Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Kalium, das im Hinblick auf den Herzrhythmus von großer Bedeutung ist, kommt beispielsweise in Nüssen oder Bananen vor. Bei der Kaliumzufuhr über Nahrungsergänzungsmittel dürfen die angegebenen Tagesdosen jedoch auf keinen Fall überschritten werden, da eine zu hohe Kaliumzufuhr gefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen kann.

Gerade bei nervösen Patienten oder Menschen, die viel schwitzen beziehungsweise Sport treiben, ist auch eine bewusst magnesiumhaltige Ernährung sinnvoll. Magnesium, das zum Beispiel in Vollkornbrot oder Bohnen enthalten ist, entspannt den Herzmuskel und reduziert in vielen Fällen das Auftreten von Herzstolpern. Günstig auf den Herzrhythmus wirken sich darüber hinaus Omega-3-Fettsäuren sowie Coenzym Q10 aus.

Schnelle Hilfe

Bei plötzlichem Auftreten von Herzstolpern gibt es einige Hausmittel und Tricks, die schnelle Hilfe bringen können. Am bekanntesten ist das sogenannte Vasalva-Manöver, bei dem – wie beim Druckausgleich im Flugzeug, bei geschlossenem Mund gegen die zusammengepressten Nasenflügel geatmet wird.

Dieser Pressversuch kann über die Änderung des Blutdrucks den Herzrhythmus oft in Sekundenschnelle wieder stabilisieren. Einen ähnlichen Effekt kann bewusstes Husten haben. Auch mit kaltem Wasser auf Gesicht oder Handgelenke sowie einem kräftigen Schluck kalten Wassers kann das Herzstolpern in vielen Fällen gestoppt werden. Für Betroffene, die das Herzstolpern durch diese Methoden nicht beenden können, gilt es vor allem, die Ruhe zu bewahren und mit den Extrasystolen umgehen zu lernen.

Die individuellen Bewältigungsstrategien sind dabei Typsache. Oft hilft es schon, sich eine kleine Auszeit vom Alltag zu können und sich vor Augen zu halten, dass der Arzt die Ungefährlichkeit der Herzaussetzer bescheinigt hat. Wer Gefahr läuft, sich in einer ruhigen Haltung zu sehr auf das aus dem Takt geratene Herz zu fixieren, sollte sich lieber mit einem Spaziergang ablenken, bevor ihn das Herzstolpern in Panik versetzt.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Alternative Heilmittel

Wer sein Herzstolpern mit alternativen Heilmitteln und –methoden bekämpfen möchte, findet fachlichen Rat beim Heilpraktiker oder einer (am besten auf Naturheilkunde) spezialisierten Apotheke. Während Heilmittel aus der klassischen Homöopathie typgerecht eingesetzt werden müssen und am besten vom Heilpraktiker ausgesucht werden, lohnt sich bei den Schüßlersalzen ein Selbstversuch.

Hilfreich bei Herzstolpern sind vor allem die Salze Nummer 5 (Kalium phosphoricum) und – besonders bei gestressten und nervösen Menschen – das Salz Nummer 7 (Magnesium phosphoricum) – beide in der Potenz D6. Neben einer Anwendung beruhigender Heilpflanzen wie Baldrian oder Johanniskraut lohnt sich für von Extrasystolen Betroffene auch ein Ausprobieren der Aromatherapie. Entspannend wirkt besonders Lavendel, aber auch andere Öle, deren Duft von den Betroffenen als angenehm empfunden wird, können helfen. Für alle, die dem Herzstolpern lieber mit körperlicher Aktivität entgegenwirken möchten, gibt es einige hilfreiche Bewegungsformen, die je nach Typ ausgewählt werden können.

Günstig für das Herz-Kreislauf-System ist ein regelmäßiges Ausdauertraining ohne Leistungsambition. Wer lieber eine ruhige und entspannende Atmosphäre bevorzugt, kann versuchen, sich durch Autogenes Training oder Yoga die nötige Gelassenheit gegenüber dem Herzstolpern anzueignen.

Bücher über Herzrhythmusstörung

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 26. November 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Hausmittel gegen Herzstolpern?

Name oder Pseudonym:

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Mit dem Abschicken Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten (Datenschutzerklärung) durch diese Website einverstanden.

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Thilo kommentierte am 27.04.2014

Ich habe seit etwas mehr als einem Jahr Herzstolperer. Ich kann nicht mal den Puls messen, weil das Herz so unregelmäßig schlägt. Mein Blutdruck ist normal. Mein Hausarzt sagt, es liegt am Cortison, das ich gegen Morbus Crohn einnehme. Dadurch habe ich auch ein paar Kilo zu viel auf der Waage. Eigentlich bin ich übergewichtig. Die Herzstolperer gehen meist über meherere Stunden. Die längste Phase dauerte 14 Stunden an. Es fühlt sich an wie ein Herzinfarkt, nur dass die Schmerzen ausbleiben. Gleichzeitig habe ich ein unwohles Gefühl im Rücken. Es beginnt zwischen den Schulterblättern und strahlt in die Arme. Es kommt immer völlig unerwartet. An Ostern wurde mir dabei sogar so schlecht, dass ich mich fast übergeben musste. Durchfall habe ich dafür häufiger. Was kann ich noch machen? Kaltes Wasser hat nicht geholfen und das mit dem Nase zu halten muss ich noch versuchen. Ich habe schon Angst vor dem nächsten Stolperer, danach ist der Körper so erschöpft. Außerdem leide ich an Agoraphobie und kann das Haus eigentlich nicht verlassen. Das Herz belastet mich nun zusätzlich und erschwert mir jede Heilung meiner Phobie. Ich leide sehr darunter und wäre dankbar, wenn mir jemand helfen könnte.

Gast kommentierte am 25.05.2014

Das ist ein Teufelskreis. Die Extrasystolen werden durch die Angst schlimmer und die Angst geht durch die Extrasystolen nicht weg. Ich glaube es wird nur besser, wenn man sich sagt, dass man gesund ist und danach lebt. Man muss bewusst immer wider in die Situationen gehen, die einem Angst machen. Dann kommt man mit den Extrasystolen klar, die werden sogar weniger. Ich weiß, in der Theorie hört sich das sehr einfach an, ist es natürlich nicht. Auch für mich ist es sehr schwer und ich bekomme es nicht immer hin. Von der Angst wird einem schlecht und man bekommt Durchfall. Eine Verhaltenstherapie hilft da mit Sicherheit, aber es gibt keinen wirksamen Tipp, der es mit einem Schlag wegzaubert. Mir hilft es im Internet zu sehen, dass ich damit nicht alleine bin. Schaut mal bei psychic.de, ratgeber-panik.de, panikattacken.at oder psychotipps.com, ich fand das hilfreich. Viel Kraft beim Gesundwerden!

Brigitte kommentierte am 16.11.2014

Ich hatte viele Jahre schlimmes Herzstolpern, hatte alle Untersuchungen durch und immer wieder bestätigt bekommen, mein Stolpern sei ungefährlich. Manchmal glaubte ich, es nicht mehr aushalten zu können und daran zu sterben. Ich lernte damit zu leben und kann nur die Worte auf dieser Seite bestätigen. Die Angst ist dabei das Schlimmste. Ich habe dann einen Neurologen aufgesucht und zudem Yoga gemacht, bei dem ich das richtige Atmen gelernt habe. Ich gehe immer noch regelmäßig zum Psychologen, was sehr hilfreich ist. Beim Stolpern habe ich dann immer gleich Baldrian genommen. Das ist ein super gutes Mittel. Jetzt habe ich dieses Stolpern nur noch selten. Man darf sich nicht so hinein steigern. Die Psyche und der Stress, den man sich selber macht, spielt dabei eine große Rolle. Nicht die Hoffnung aufgeben, sagt Euch einfach, das Stolpern gehört dazu. Wenn man dem keine Aufmerksamkeit mehr schenkt, ist es irgendwann nicht mehr wichtig und geht weg. Diese Erfahrung habe ich gemacht.

gast kommentierte am 06.12.2014

Wenn das Herz durch Stress oder ähnliches aus dem Takt gerät, sollten die Betroffenen mal nach Bernd Pelzer Luxemburg googlen. Bernd Pelzer ist ein Psychotherapeut, der sich auf Panikattacken und Ängste spezialisiert hat. Es gibt die Bücher „Angstschema“ 1 und 2. Auch ich war dort 3 Mal in Behandlung und meine Attacken und mein Herzstolpern sind weg.

Gast kommentierte am 02.09.2015

Ich leide auch unter Extrasystolen und habe mehrfach die Erfahrung gemacht, dass das Stolpern in Stress- oder Angstsituationen auftritt/schlimmer wird. Mein Stolpern tritt manchmal von einem Moment auf den anderen auf. Einige Male blieb es über einen längeren Zeitraum und einige Male war es auch am nächsten Tag unerklärlicherweise wieder weg. Ich bekam bislang keine organischen Ursachen attestiert und das nach Besuchen bei meinem Hausarzt und einem Kardiologen samt Belastungs- und 24 h EKG. Für mich gesprochen, hat die psychische Verfassung einen sehr großen Einfluss auf das Herz. Ich leide unter depressiven Episoden, welche sehr häufig Extrasystolen verursachen oder verschlimmern. Dazu kommt beruflicher Stress und Druck. In Phasen völliger Erholung, geistig wie körperlich, habe ich quasi kein Stolpern.
Ein Kampf gegen Herzstolpern ist in meinem Falle ein Kampf gegen die Angst und Depressionen. Da das eine das andere häufig schlimmer macht, gelangt man schnell in einen Teufelskreis, dem man schwer entfliehen kann. Auch bei mir stellt sich Linderung ein, wenn ich es schaffe meine Gedanken an Extrasystolen zu lösen und auf eine andere Sache zu richten. Das ist schwer, aber es gibt mir Hoffnung.

schorsch kommentierte am 14.04.2016

Bei mir begann es vor ein paar Jahren, gleich nach einem Autobahncrash. Das hielt acht wochen lang an. Danach war lange Zeit Ruhe. Zwischenzeitlich traten nur kurze Stolperattacken auf, die ich gut weggesteckt habe. Seit einem Monat nun macht sich bei mir ein verstärktes Poltern am Herzen bemerkbar. Am letzten Sonntag war ich wegen vermehrten Rhythmusstörungen in der Rettungsstelle. Es folgte ein EKG mit anschließender Magnesium/Kaliuminfusion. Kaum strömte das Medikament durch meinen Körper, hörte das Herzpoltern schlagartig auf. KMA Apogepha heisst das Mittel, was ich gegen das Poltern einnehme. Viermal zwei Tabletten. Aber so richtig überzeugt mich dieses Mittel nicht. Wenn es ganz verrückt ist, lege ich mich für eine Stunde hin, was eine deutliche Verbesserung meines Zustandes zur Folge hat.

Bernd kommentierte am 02.12.2016

Als Psychologe, Therapeut und Buchautor kann ich diese Webseite nur loben. es ist wichtig, dass Menschen, die nicht an einem organischen Herzleiden leiden, sich dafür sensibilisieren, dass das unangenehme Herzklopfen durch zu viel Adrenalin (Angst, Stress) erzeugt wird und in dem Fall ein ganz normaler körperlicher Vorgang ist.