Helicobacter-pylori-Infektion

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Eine Helicobacter-pylori-Infektion tritt auf, wenn Bakterien namens Helicobacter pylori den Magen (in der Kindheit) infiziert haben. In der Regel ist eine Helicobacter-pylori-Infektion unproblematisch, kann im weiteren Verlauf jedoch Magengeschwüre bis hin zu Magenkrebs auslösen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Helicobacter-pylori-Infektion?

Helicobacter pylori
Helicobacter pylori ist ein Stäbchenbakterium, das den menschlichen Magen besiedeln kann. Mit einer Häufigkeit von ca. 50 % ist die Helicobacter-pylori-Infektion eine der häufigsten chronischen bakteriellen Infektionen. Klicken, um zu vergrößern.

Eine Helicobacter-pylori-Infektion wird verursacht durch Helicobacter pylori - ein winziges Bakterium im Magen. Mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung ist mit dem Bakterium infiziert, so dass die Infektion als eine der weltweit am meisten verbreiteten angesehen werden kann.

Trotzdem sind über 80 Prozent der infizierten Personen asymptomatisch. Es wird daher angenommen, dass Helicobacter pylori möglicherweise eine wichtige Rolle in der natürlichen Magenökologie und beim Schutz vor einigen Krankheiten spielt. Das Alter, in dem dieses Bakterium erworben wurde, scheint den weiteren Verlauf der Helicobacter-pylori-Infektion zu beeinflussen. Da die meisten Besiedelten zeitlebens beschwerdefrei bleiben, wird längst nicht jeder Träger des Bakteriums behandelt: Eine Behandlung erfolgt vor allem bei einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, beim MALT-Lymphom des Magens, bei bestimmten Risikokonstellationen wie einer familiären Magenkrebsbelastung oder einer dauerhaften Einnahme von Schmerzmitteln sowie auf Wunsch bei anhaltenden Oberbauchbeschwerden.

Eine krankhafte Helicobacter-pylori-Infektion des Magens verursacht eine dauerhafte Entzündung des Magens (chronische Gastritis). Etwa 10-20% der Patienten mit einer Helicobacter-pylori-Infektion entwickeln Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Eine Helicobacter-pylori-Infektion ist zudem mit einem 1-2 prozentigen Risiko für Magenkrebs verbunden. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Helicobacter pylori deshalb als Karzinogen der Gruppe 1 ein, also als gesichert krebserregend für den Menschen. Sehr selten entsteht im Magen zudem ein MALT-Lymphom, eine bösartige Erkrankung des Lymphgewebes der Magenschleimhaut. Bei diesem Tumor ist besonders bemerkenswert, dass sich die Geschwulst in frühen Stadien allein durch die Beseitigung des Bakteriums zurückbilden kann, ohne Bestrahlung oder Chemotherapie.

Bis in die 1980er Jahre galten seelische Belastung, Stress und scharfes Essen als Hauptursache der Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Nach heutigem Kenntnisstand ist jedoch in den allermeisten Fällen Helicobacter pylori dafür verantwortlich, an zweiter Stelle stehen Schmerz- und Rheumamittel vom NSAR-Typ. Für diese Entdeckung erhielten die australischen Ärzte Barry Marshall und Robin Warren im Jahr 2005 den Nobelpreis für Medizin.

Ursachen

Eine Helicobacter-pylori-Infektion ist von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt mit Speichel, Erbrochenem oder Fäkalien ansteckend, obwohl der genaue Übertragungsweg nicht bekannt ist. Untersuchungen lassen vermuten, dass eine Helicobacter-pylori-Infektion leichter über Erbrochenes als über den Speichel übertragen wird und dass eine Verbreitung über verunreinigte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser ebenfalls möglich ist.

Das Bakterium überlebt den sauren pH-Wert im Magen, indem es mit dem Enzym Urease aus Harnstoff Ammoniak bildet und sich damit eine neutrale Schutzhülle schafft; über seine Geißeln gräbt es sich in den Magenschleim, um in die Nähe der Magenepithelzellschicht zu gelangen. Die von ihm in die Magenzellen eingeschleusten Eiweiße lösen die entzündlichen Prozesse einer Helicobacter-pylori-Infektion aus und provozieren eine Reaktion des Immunsystems.

Da sich die meisten Menschen im Kindesalter eine Helicobacter-pylori-Infektion zuziehen, sind Risikofaktoren vor allem in der Kindheit zu suchen. Dazu zählen vor allem ein Leben in beengten Verhältnissen und unzureichende hygienische Verhältnisse, weshalb das Risiko einer Helicobacter-pylori-Infektion in Entwicklungsländern höher ist.


Symptome, Beschwerden & Anzeichen

In vielen Fällen treten bei einer Helicobacter-pylori-Infektion zunächst keine Beschwerden auf. Nach einer Infektion können Betroffene jahrelang symptomlos leben. In der Regel kommt es nach einer gewissen Zeit zu einer chronischen Magenentzündung (Gastritis). Diese macht sich vor allem durch markant brennende Oberbauchschmerzen bemerkbar.

Manchmal kommen auch Magenschmerzen und ein starker Magendruck hinzu. Des Weiteren nehmen Betroffene beim Essen auch ein schnelles Sättigungsgefühl wahr. Außerdem sind Symptome wie ein andauerndes Völlegefühl, Sodbrennen, Mundgeruch, häufiges Aufstoßen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und selten auch ein Brechreiz möglich. In seltenen Fällen tritt im Zuge einer Helicobacter-pylori-Infektion Fieber auf.

Bildet sich bei einem Teil der Patienten ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, können weitere Beschwerden auftreten. Je nach Lage des Geschwürs können die Symptome sich nach der Nahrungsaufnahme kurzfristig entweder bessern oder verschlechtern. Besonders nachts kann es zu starken Schmerzen kommen. Zudem treten oftmals Blähungen, Durchfall und unregelmäßige Stuhlgänge auf.

Bei vorhandenen Geschwüren sind Blutungen häufig. Die Betroffenen erkennen diese am charakteristisch schwarz eingefärbten Stuhl (Teerstuhl). Durch den anhaltenden, oft unbemerkten Blutverlust aus einem Geschwür kann sich längerfristig eine Blutarmut durch Eisenmangel mit Energiemangel, Müdigkeit und Blässe entwickeln. Ein Zusammenhang der Helicobacter-pylori-Infektion mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte wird zwar diskutiert, ist aber nicht gesichert; gut belegt ist er lediglich für die chronische Nesselsucht.

Diagnose & Verlauf

Die meisten Menschen, die mit einer Helicobacter-pylori-Infektion infiziert sind, zeigen keine Symptome. Bei brennenden Schmerzen im Bauch, Übelkeit, Erbrechen, häufigem Aufstoßen, Blähungen oder starkem Gewichtsverlust sollte mittelfristig ein Arzt konsultiert werden.

Ein sofortiger Arztbesuch zur Abklärung einer Helicobacter-pylori-Infektion ist empfohlen, wenn schwere oder anhaltende Bauchschmerzen, Schwierigkeiten beim Schlucken, blutige oder schwarze Teerstühle sowie Erbrechen, das wie Kaffeesatz aussieht, vorliegen.

Nicht-invasive Diagnoseverfahren sind ein Blut-Antikörpertest, ein Stuhl-Antigen-Test oder der 13C-Harnstoff-Atemtest, bei dem eine markierte Testlösung getrunken und anschließend die Atemluft untersucht wird. Der Antikörpertest aus dem Blut ist dabei nur eingeschränkt aussagekräftig: Er bleibt auch nach einer erfolgreichen Behandlung noch jahrelang positiv und eignet sich deshalb weder zum sicheren Nachweis einer bestehenden Infektion noch zur Erfolgskontrolle.

Die zuverlässigste Methode zum Nachweis einer Helicobacter-pylori-Infektion ist eine Biopsie während einer Endoskopie mit einem Urease-Schnelltest. Daneben wäre auch ein Urin ELISA-Test möglich, wobei keines der Prüfverfahren zur Diagnose einer Helicobacter-pylori-Infektion vollständig fehlerfrei ist.

Komplikationen

Durch die Helicobacter-pylori-Infektion kommt es zu schwerwiegenden Beschwerden und Komplikationen im Magen des Patienten. Im schlimmsten Fall kann es dabei zum Magenkrebs kommen, welcher für den Betroffenen auch tödlich verlaufen kann. In der Regel leidet der Betroffene an Magenschmerzen und an Bauchscherzen. Diese Schmerzen können nach dem Essen oder in Form von Ruheschmerzen auftreten und verringern dabei die Lebensqualität des Patienten enorm.

Weiterhin kommt es zu Blähungen und zu Sodbrennen. Nicht selten tritt auch Durchfall auf, welcher in der Regel mit Erbrechen und Übelkeit einhergeht. Der Alltag wird für den Patienten durch die Helicobacter-pylori-Infektion erheblich erschwert. Gewohnte Tätigkeiten sind dabei nicht mehr ohne Weiteres möglich. Ebenso sinkt die Belastbarkeit des Patienten enorm ab, sodass auch keine sportlichen Aktivitäten mehr durchgeführt werden können.

Es kommt zu einem Gewichtsverlust und möglicherweise zu Mangelerscheinungen. Die Helicobacter-pylori-Infektion wird mit Hilfe einer Kombination aus mehreren Antibiotika und einem Säureblocker behandelt, wobei in der Regel keine weiteren Komplikationen auftreten. Ohne Behandlung verschwinden bestehende Beschwerden meist nicht von alleine; bei einem kleinen Teil der Betroffenen bildet sich über viele Jahre hinweg ein Magenkrebs aus, welcher unbehandelt zum Tode des Patienten führen kann.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Beschwerden, die auf eine Helicobacter-pylori-Infektion hindeuten, sollten in jedem Fall von einem Arzt abgeklärt werden. Unbehandelt kann diese Erkrankung im schlimmsten Fall zu Magenkrebs und damit zum Tod des Betroffenen führen. Ein Arzt ist in der Regel dann aufzusuchen, wenn der Betroffene an starken Schmerzen im Bereich des Magens oder des Bauches leidet. Diese Schmerzen treten dauerhaft auf und werden häufig von Sodbrennen begleitet.

Auch Blähungen oder Durchfall können auf eine Helicobacter-pylori-Infektion hindeuten, wenn diese Beschwerden dauerhaft und nicht abhängig von der eingenommenen Nahrung auftreten. In vielen Fällen kommt es auch zu Erbrechen oder zu Übelkeit. Sollten diese Symptome eintreten, so muss immer ein Arzt aufgesucht werden.

Häufig deutet auch ein starker und plötzlicher Gewichtsverlust auf die Krankheit hin. Im weiteren Verlauf kann die Helicobacter-pylori-Infektion auch zu einem blutigen und damit schwarzen Stuhlgang führen, welcher bei einigen Patienten auch zu einer Panikattacke führen kann. Spätestens dann ist eine medizinische Behandlung notwendig.

In der Regel kann die Helicobacter-pylori-Infektion relativ einfach mit Hilfe von Antibiotika behandelt werden, sodass es reicht, wenn der Betroffene zunächst einen Allgemeinarzt aufsucht. In schwerwiegenden Fällen oder bei Notfällen kann allerdings auch das Krankenhaus aufgesucht werden. Meist kommt es ohne Komplikationen zu einem positiven Krankheitsverlauf.

Behandlung & Therapie

Um zu verhindern, dass die Bakterien eine Resistenz gegen ein bestimmtes Antibiotikum entwickeln, wird eine Helicobacter-pylori-Infektion in der Regel mit mehreren Antibiotika behandelt. Da eine akute Helicobacter-pylori-Infektion zu Schäden am Schutzmantel des Magens sowie des Dünndarms und damit zur Bildung von Magengeschwüren führen kann, werden auch Medikamente zur Reduzierung der Säurebildung verschrieben, um die Magenschleimhaut zu heilen.

Diese sogenannte Eradikationstherapie besteht immer aus einer Kombination und wird über sieben bis vierzehn Tage eingenommen; ein einzelnes Antibiotikum allein beseitigt das Bakterium nicht. Lange Zeit war die "Triple-Therapie" aus einem Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol und den Antibiotika Clarithromycin und Amoxicillin die Standarderstbehandlung. Weil in Deutschland inzwischen viele Bakterienstämme gegen Clarithromycin unempfindlich geworden sind, wird heute häufig gleich zu Beginn die sogenannte Bismut-Quadrupeltherapie bevorzugt, bei der ein Protonenpumpenhemmer mit einem Wismutsalz sowie den Antibiotika Tetracyclin und Metronidazol kombiniert wird. Die klassische Dreifachtherapie kommt vor allem noch dann in Betracht, wenn eine Resistenz zuvor ausgeschlossen wurde oder die örtliche Resistenzlage günstig ist. Zeigen Wiederholungstests, dass eine Behandlung der Helicobacter-pylori-Infektion nicht erfolgreich war, ist eine weitere Anwendung unterschiedlicher Antibiotika-Kombinationen angezeigt, die sich möglichst an einer im Labor bestimmten Resistenzprüfung ausrichten sollte.

Zur Behandlung von Clarithromycin-resistenten Stämmen einer Helicobacter-pylori-Infektion wird auch Levofloxacin als Teil der Therapie eingesetzt. Studien weisen darauf hin, dass die Einnahme von Milchsäurebakterien eine unterdrückende Wirkung auf eine Helicobacter-pylori-Infektion ausüben kann. Eine ergänzende Ernährung mit lactobacillus- und bifidobacteriumhaltigem Joghurt kann daher sinnvoll sein, vor allem weil sie die Nebenwirkungen der Antibiotika auf den Darm mildert. Das Bakterium selbst lässt sich mit Milchsäurebakterien allerdings nicht beseitigen; sie ersetzen die Eradikationstherapie nicht.

Nach Abschluss der Behandlung muss der Erfolg überprüft werden. Die Kontrolle erfolgt frühestens vier Wochen nach dem Ende der Antibiotikaeinnahme mit einem Atemtest oder einem Stuhl-Antigentest, wobei der Protonenpumpenhemmer zwei Wochen zuvor abgesetzt werden muss – andernfalls fällt das Ergebnis fälschlich negativ aus.

Aussicht & Prognose

Die Prognose einer Helicobacter-pylori-Infektion ist unterschiedlich. Weltweit ist etwa die Hälfte der Menschen mit diesem Bakterium besiedelt, in Deutschland ungefähr jeder dritte Erwachsene; bei jüngeren Jahrgängen geht der Anteil seit Jahren zurück. Bei vielen Betroffenen zeigen sich keine Symptome, unabhängig davon, wie lange die Infektion schon besteht.

Andere Patienten entwickeln chronische Magenschleimhautentzündungen sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Die Dauerbelastung mit Helicobacter Pylori kann auch zu Magenkrebs oder zum sogenannten MALT-Lymphom im Magen führen. Anfänglich werden als Beschwerden oft unspezifische Symptome wie Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, Aufstoßen und Sodbrennen angegeben.

Nach der Diagnose sollte jedoch die Behandlung beginnen, um das Risiko für Magengeschwüre zu verringern. Eine einfache Therapie mit nur einem Antibiotikum ist aber nicht zielführend. Die Bakterien überleben geschützt unter der Schleimschicht im sauren Magenmilieu, in dem viele Antibiotika ihre Wirkung nur schlecht entfalten. Nur im Rahmen einer Triple- oder Quadruple-Therapie ist die Bekämpfung des Bakteriums möglich.

Bei der Triple-Therapie wird neben der Gabe von zwei Antibiotika noch ein Protonenpumpenhemmer verabreicht, der die Säurebildung des Magens hemmt und den pH-Wert dadurch anhebt; erst in dem weniger sauren Milieu können die Antibiotika richtig wirken. In hartnäckigen Fällen scheitert diese Therapie jedoch. Dann wird im Rahmen der Quadruple-Therapie zusätzlich noch ein Bismutsalz verabreicht. Der Behandlungserfolg bei dieser Therapie liegt dann bei 95 Prozent.

Diskutiert wird, ob eine erneute Ansteckung des Magens durch Bakterienbestände im Zahnbelag zur Hartnäckigkeit einer Helicobacter-pylori-Infektion beiträgt; besonders Patienten mit einer Parodontitis wären davon betroffen. Gesichert ist dieser Zusammenhang bislang nicht. Die weitaus häufigste Ursache eines Therapieversagens sind Bakterienstämme mit einer Antibiotikaresistenz. Eine vollständige Neuinfektion ist in ca. einem Prozent der Fälle auch möglich.


Vorbeugung

Die steigende Antibiotikaresistenz erhöht die Notwendigkeit neuer therapeutischer Strategien zur Vorbeugung einer Helicobacter-pylori-Infektion. Der wirksamste Schutz vor einer Ansteckung sind gute hygienische Verhältnisse: sauberes Trinkwasser, gründliches Händewaschen und der Verzicht darauf, Löffel, Schnuller oder Trinkgefäße mit kleinen Kindern zu teilen. Ein Impfstoff gegen Helicobacter pylori wird seit Jahren erforscht, steht bislang aber nicht zur Verfügung. Ob Probiotika und flavonoidreiche Lebensmittel wie grüner Tee, Brokkolisprossen oder Knoblauch den Verlauf einer Helicobacter-pylori-Infektion günstig beeinflussen können, wird untersucht; ein Beleg dafür steht bislang aus, und eine ärztliche Behandlung ersetzen sie nicht.

Nachsorge

Nachdem die Eradikationstherapie, also die medikamentöse Bekämpfung des Bakteriums Helicobacter pylori, durchgeführt wurde, muss der Erfolg der Therapie kontrolliert werden. Hierzu müssen zwischen der Beendigung der Medikamentengabe und der Erfolgskontrolle mindestens vier bis sechs Wochen vergangen sein. Auch magenschützende Medikamente wie Omeprazol sollten zwei Wochen vor der Kontrolle abgesetzt werden, da hierdurch die Nachkontrolle verfälscht werden kann.

Bei Patienten mit kompliziertem Verlauf, die beispielsweise ein Magengeschwür oder eine Magenblutung durch die chronische Magenschleimhautentzündung erlitten haben, sollte die Kontrolle endoskopisch erfolgen. Hier bekommt der Patient eine Magenspiegelung inklusive Biopsieentnahme aus der Magenschleimhaut.

Genau wie bei der Diagnosesicherung werden mit den entnommenen Proben Ureaseschnelltests durchgeführt, um durch die Bestimmung des pH-Umschlags auf die Belastung mit Helicobacter-pylori schließen zu können. Bei Patienten ohne Magengeschwür reicht eine nichtinvasive Therapiekontrolle. Diese ist bei einem Großteil der Patienten ausreichend und wird mit einem Atemtest oder einem Stuhlantigentest durchgeführt.

Ist die Eradikationstherapie fehlgeschlagen, muss gemeinsam mit dem Arzt über Therapiealternativen und eventuelle Resistenzbildung nachgedacht werden. Konnte das Bakterium erfolgreich eliminiert werden, so können Patienten sich normalerweise wieder vollkommen normal ernähren. Als Unterstützung und zum Schutz der angegriffenen Magenschleimhaut sollte auf besonders scharfe und säurehaltige Speisen und auf Rauchen verzichtet werden.

Das können Sie selbst tun

Die Helicobacter-pylori-Infektion macht sich für die Betroffenen in erster Linie durch die unangenehmen Symptome einer Gastritis bemerkbar. Während die Entfernung des Bakteriums in vielen Fällen durch die medikamentöse Therapie des Arztes erfolgt, kann der Patient selbst im Alltag eine Menge zu einer raschen Linderung der Symptome beitragen.

Dies gilt insbesondere im Hinblick darauf, die gereizte Schleimhaut des Magens nicht noch weiter zu belasten. So ist es ganz entscheidend, konsequent auf Genussmittel wie Nikotin, Alkohol und Kaffee zu verzichten. Auch fette, scharfe und üppige Mahlzeiten erschweren die Regeneration des Magens und sind idealerweise durch mehrere kleinere und nicht belastende Mahlzeiten zu ersetzen.

Vorsicht ist auch bei Fruchtsäure angebracht. Auch wenn ein Glas Orangensaft wegen seiner Vitamine häufig geschätzt wird, reizt er eine entzündete Magenschleimhaut noch mehr. Ideale Getränke sind bei einer Helicobacter-pylori-Infektion stilles Mineralwasser oder ungesüßte Tees auf Basis von Kräutern.

Auch eine psychische Stabilität ist bei der Helicobacter-pylori-Infektion wie bei vielen anderen Magenerkrankungen hilfreich für eine schnelle Genesung. In diesem Zusammenhang unterstützt es die Heilung oft, wenn die Betroffenen Stressfaktoren aus dem privaten und beruflichen Bereich bestmöglich reduzieren. Zusätzlich ist ein ausreichendes Pensum an Schlaf nötig. Bei starker seelischer Belastung helfen Entspannungsmethoden wie die Progressive Muskelrelaxation, ein dosiertes Ausdauertraining oder auch Yoga.

Quellen

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    ISBN: 9783131472526
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  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
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  • Hof, H., Schlüter, D.: Medizinische Mikrobiologie.
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